In den NachrichtenMontagsmusik
Peo­p­le of the North – Over Me // Was kostet Fahrt­geld?

Vielleicht findet mich der Montag ja nicht.Es ist Mon­tag. Freu wie blöd! Es ist kalt, das Selbst ist beschwer­lich und die Men­schen sind zumeist sehr uner­freu­lich. Man könn­te Bus fah­ren vor Ver­gnü­gen.

Bus­fah­ren, apro­pos, ist ja inzwi­schen, gera­de mal sechs Jah­re, nach­dem der Autor die­ser Zei­len selbst in eine Wer­be­kam­pa­gne für den fahr­schein­frei­en Nah­ver­kehr hin­ein­ge­zo­gen wur­de, auch zu einer For­de­rung gewor­den, die die oft geschol­te­nen Main­stream­m­e­di­en befür­wor­ten. Und sie machen es – Trom­mel­wir­bel! – erwar­tungs­ge­mäß falsch: Auf dem ehe­ma­li­gen EDV-Fach­por­tal „hei­se online“ fragt etwa Dusan Ziv­a­di­no­vic, wer denn bei „Gra­tis-Nah­ver­kehr“ zah­le, und bemerkt selbst nicht, dass es eben nicht um Kosten‑, son­dern um Fahr­schein­frei­heit geht. Zu zah­len hät­ten es alle; die For­de­rung nach einem fahr­schein­frei­en (also kol­lek­tiv finan­zier­ten) Nah­ver­kehr stammt eben aus der­sel­ben Hirn­schmie­de wie die nach kol­lek­tiv finan­zier­tem Geld für alle („BGE“), denn wenn man allen gleich­viel weg­nimmt und jedem etwas von der Beu­te abgibt, ist Fair­ness end­lich her­ge­stellt. Fast wie frü­her. Ochs und Esel ahnen, wie das aus­geht.

In den USA tobt der­weil immer noch der Bür­ger­krieg der Guten: Mal las­sen sie schwar­ze Köche ent­fer­nen, weil die­se es wag­ten, im „Black Histo­ry Month“ – als wäre des­sen blo­ße Exi­stenz noch nicht bekloppt genug – Din­ge auf die Spei­se­kar­te zu schrei­ben, die ihnen auch schmecken, aber lei­der Kli­scheeschwar­zen eben auch, mal sind sie zu blöd für Mathe­ma­tik: Schü­ler fin­det, Wur­zel­zei­chen sehe aus wie Hand­feu­er­waf­fe, Poli­zei tritt auf den Plan. Ich möch­te vor­sich­tig anre­gen, die Zivil­ge­sell­schaft in den USA bis auf Wei­te­res allein zu las­sen und zu war­ten, bis sich das Pro­blem von selbst löst.

Dann bleibt auch mehr Zeit für Musik.

Peo­p­le of the North – Over Me

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: At the Dri­ve-In – Dia­man­té

At the Drive-In - DiamantéVon 1993 bis 2001 bestand die texa­ni­sche Post-Hard­core-Band At the Dri­ve-In, die in ein­schlä­gi­gen Musik­me­di­en als – um nicht schon wie­der die­ses unsäg­li­che Wort „abfei­ern“ zu ver­wen­den – ziem­lich gut beschrie­ben wur­de. Aus Grün­den wur­den aus ihr dann jedoch zwei ver­schie­de­ne Grup­pen, näm­lich die mir völ­lig unbe­kann­ten Spar­ta und die mir in recht posi­ti­ver Wei­se bekann­ten The Mars Vol­ta. Letz­te­re Grup­pe nann­te ich vor ein paar Jah­ren „Kra­wall­ben­gels“ und kurz dar­auf hat­te ich sie dann auch ver­stan­den.

Seit 2012 sind At the Dri­ve-In jedoch wie­der ver­eint, wobei mitt­ler­wei­le an der Per­so­nal­schrau­be gering­fü­gig gedreht wur­de: Mit­grün­der Jim Ward wur­de 2016 durch Kee­ley Davis von Spar­ta ersetzt, sonst ist alles beim Alten. Nach dem ersten Stu­dio­al­bum nach 16 alben­frei­en Jah­ren, dem von mir 2017 gänz­lich unter­schla­ge­nen „in•ter a•li•a“, erschien noch im Novem­ber 2017 der/die/das EP „Dia­man­té“ (Amazon.de, TIDAL) mit drei Lie­dern, die mich in einem Maße erfreu­en, das in mir den Wunsch her­vor­ruft, mich doch noch mal ein biss­chen genau­er mit dem bis­he­ri­gen Werk des Quin­tetts aus­ein­an­der­zu­set­zen.

At The Dri­ve In – Amid Ethics

Gara­gen­gi­tar­ren, Mit­wip­p­rhyth­mus, unschei­ßer Gesang – so leicht ist es, mich musi­ka­lisch zu begei­stern. Dass es trotz­dem so weni­ge Grup­pen schaf­fen, spricht nicht für die Musik­sze­ne die­ses Jahr­zehnts. „Dia­man­té“ klingt wie ein Cock­tail im Som­mer auf der Auto­bahn (natür­lich auf dem Bei­fah­rer­sitz) – und das bei den der­zei­ti­gen Tem­pe­ra­tu­ren!

Hei­ße Schei­be, ins­ge­samt.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 23. Febru­ar 2018

Pas­sa­gier furz­te: Flie­ger muss­te in Wien not­lan­den.


Ger­hard Schrö­der emp­fiehlt der SPD, mehr zu schrö­dern.


End­lich tut mal einer was gegen die Gewalt in den USA (1): Par­la­ment in Flo­ri­da erklärt Por­no­gra­fie für gefähr­lich.


End­lich tut mal einer was gegen die Gewalt in den USA (2): Kir­che in Penn­syl­va­nia bit­tet Paa­re, dem­nächst mal ihre halb­au­to­ma­ti­schen Waf­fen zwecks Seg­nung vor­bei­zu­brin­gen. Got­tes­krie­ger ohne Allah – Sachen gibt’s.


Free­BS­Ds neu gefun­de­ner Femi­nis­mus trägt Früch­te: Die, die Soft­ware für es por­tie­ren, wol­len den Mist auch nicht haben, und machen sich vom Acker.

SonstigesNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Erin­nern an „neunzehn100“.

Am Bahn­hofs­ki­osk sah ich kürz­lich ein Maga­zin, das mich unge­wöhn­lich erfreut hat. Es heißt „neunzehn100“, wur­de „Maga­zin der Erin­ne­rungs­an­läs­se“ beti­telt und trägt den Unter­ti­tel „Das Maga­zin für alle, die sich gern erin­nern und Freu­de an schö­nen alten Din­gen haben“. Ich erin­ne­re mich gern und habe Freu­de an schö­nen alten Din­gen, auch an sol­chen, deren Ursprungs­jahr dem 20. Jahr­hun­dert ent­stammt. Daher der Name:

Der Maga­zinna­me neunzehn100 spielt dar­auf an, dass die Ziel­grup­pe (…) Erin­ne­run­gen an Erleb­nis­se und Ereig­nis­se im letz­ten Jahr­hun­dert hat – eben in Jah­ren und Jahr­zehn­ten, die mit „neun­zehn­hun­dert…“ begin­nen.

Wer jetzt Welt­krie­ge erhofft hat, der wird ent­täuscht: Die­sen nahe kommt man viel­leicht noch mit dem Titel­the­ma „Der treue Kadett“ aus der zwei­ten und aktu­el­len Aus­ga­be, wenn­gleich es dort um das Auto und nicht etwa um einen Fah­nen­jun­ker geht. Statt­des­sen dreht sich das Erzähl­te um Audio­kas­set­ten, Hel­go­land, gro­tes­ke Bril­len und Fackeln. Fackeln? Fackeln!

Fackeln!
Über eine Tra­di­ti­on, bei der einem warm ums Herz wird

Na gut, viel­leicht doch ein biss­chen Welt­krieg.

Wer so was liest? Genau das scheint das Pro­blem zu sein:

[D]ie erreich­ten Ver­kaufs­zah­len las­sen eine Fort­set­zung des Titels für einen so klei­nen Ver­lag wie unse­ren ein­fach nicht zu. Die zum 23. Febru­ar ange­kün­dig­te drit­te Aus­ga­be wird daher nicht erschei­nen. (…) Wenn wir wis­sen, ob und wie es wei­ter­geht, wer­den Sie es an die­ser Stel­le lesen kön­nen.

Das ist doch mal ein schö­ner Erin­ne­rungs­an­lass.

In den NachrichtenMontagsmusik
Blueneck – Sirens

Montag (Symboleule)Es ist Mon­tag und genau so fühlt es sich auch an. Man fühlt sich wie gerä­dert, dabei ist das Rädern völ­lig aus der Mode gekom­men. Das hat man mit ihm gemein, nur abge­schafft ist man noch nicht. In den USA wird gegen­wär­tig ergeb­nis­of­fen über die Abschaf­fung von Waf­fen dis­ku­tiert, man selbst hat nur die Anschaf­fung von Waf­feln im Sinn. Mit denen könn­te man sich, wenn man gut zie­len kann, sicher­lich auch ange­mes­sen ver­tei­di­gen.

Ande­re ver­tei­di­gen gar nicht erst: In Ber­lin haben lin­ke Akti­vi­stin, von der Poli­zei nicht wei­ter dar­an gehin­dert, die Grund­rech­te demon­strie­ren­der Frau­en mas­siv ver­letzt, als hie­ßen Grund­rech­te nur so, weil man sie nicht grund­los aus­üben darf. Ein Pla­kat zur Ankün­di­gung die­ser „Gegen­de­mon­stra­ti­on“ hat­te eine Frau in reli­gi­ös erzwun­ge­nem und somit nicht gera­de als Sinn­bild für Frei­heit geeig­ne­tem Kostüm, jedoch über­dies bewaff­net mit einem Brand­satz, als Motiv, als woll­te der Gra­fi­ker aus­drücken, dass man Frau­en auch unter­drücken kann, ohne rechts sein zu müs­sen. Wenn es leicht wäre, könn­te es ja auch ein Mann machen. Mir fehlt viel­leicht ein­fach nur der Zugang zu die­sem moder­nen „Pro­gres­si­vis­mus“, aber immer, wenn ich über sol­che Nach­rich­ten stol­pe­re, füh­le ich mich gleich ein biss­chen weni­ger links.

Die Frei­las­sung des all­seits geschätz­ten Bou­le­vard­ko­lum­ni­sten („taz“, „WELT“) Deniz Yücel aus tür­ki­scher Haft befeu­ert, wie erwar­tet, vor allem die Wirt­schaft: Die Tür­kei will jetzt mehr Pan­zer haben, um damit vor­aus­sicht­lich Kur­den zu meu­cheln. Kur­den sind (wie auch Palä­sti­nen­ser) eher schlech­te Kun­den für die deut­sche Rüstungs­in­du­strie, da guckt man auch mal weg, wenn ihnen ein wich­ti­ger Han­dels­part­ner mit deut­scher Wert­ar­beit das Land kaputt­schießt. Mir drängt sich der Ein­druck auf, das sei es viel­leicht doch nicht unbe­dingt wert gewe­sen.

Aus der Welt der Tech­nik dringt fol­gen­der Wahn­witz: In einem der zahl­lo­sen Apple­ge­bäu­de ren­nen dau­ernd Leu­te gegen die Glas­tü­ren, weil die­se (die Türen, nicht die Leu­te) so unauf­fäl­lig gestal­tet wur­den. Func­tion fol­lows form.

Wo die Form allein aber auch wei­ter­hin das ein­zig wich­ti­ge Kri­te­ri­um blei­ben soll und wird: Musik.

Blueneck – Sirens

Guten Mor­gen.

Mir wird geschlechtIn den Nachrichten
💩 (2)

Bei Uni­code, die­sem ursprüng­lich nütz­li­chen Pro­jekt, das irgend­wo falsch abge­bo­gen ist, krie­gen sie das Kind jetzt auch nicht mehr aus dem Brun­nen, möch­te es mir schei­nen. Was näm­lich ist die ein­zig logi­sche und dar­um vom stan­dar­di­sie­ren­den Kon­sor­ti­um unbe­dingt auf­zu­grei­fen­de Fol­ge­rung aus dem Umstieg von gene­ri­schen auf eth­nisch-sexu­ell kor­rek­te Emo­jis? Rich­tig: Man möge doch bit­te unbe­dingt einen schwan­ge­ren Herrn als Gen­der­op­ti­on ein­fü­gen.

Wel­ches All­tags­pro­blem soll­te Uni­code doch gleich lösen?

Netzfundstücke
Gedan­ken und Gebe­te: Das Spiel.

Der lan­des­ty­pi­sche Umgang mit grö­ße­ren Atten­ta­ten in den USA besteht zumeist dar­in, dass für die Gemeu­chel­ten flei­ßig gedacht und gebe­tet wird, auf dass sie künf­tig nicht noch ein­mal gemeu­chelt wer­den mögen.

Wer die Absur­di­tät die­ses Tuns noch nicht ver­stan­den hat, dem kann nun gehol­fen wer­den: Gedan­ken und Gebe­te gibt es auch als Stra­te­gie­spiel.

PolitikIn den Nachrichten
vice (engl.): Laster, Untu­gend, Unart.

In der zwei­ten Janu­ar­hälf­te des Jah­res 2018 berich­te­te „Tech­dirt“, dass Vice Media, jener US-ame­ri­ka­ni­sche Medi­en­kon­zern, dem unter ande­rem das Klatsch­por­tal „VICE“ („Unbe­que­mer Jour­na­lis­mus“, ebd.) gehört, nach der Band Vice­Ver­sa nun auch die Spiel­geld­fir­ma „Vice Indu­stry Token“ teu­er zu ver­kla­gen gedach­te. Der Anlass hier­für sei es gewe­sen, dass „Vice“ eine Wort­mar­ke von Vice Media gera­de in digi­ta­len Belan­gen sei und man eine Ver­wechs­lung doch bit­te­schön gern ver­mei­den wür­de. Aus recht­li­cher Sicht mag das nicht zu bean­stan­den sein, aus mora­li­scher Sicht ist es zumin­dest das Heben einer Augen­braue wert.

In Deutsch­land, wo die Vice Media LLC als „VICE Deutsch­land“ ihr Unwe­sen treibt, nimmt es der­je­ni­ge Teil der Gesell­schaft, der die Haupt- und womög­lich ein­zi­ge Ziel­grup­pe der Vice-Ver­laut­ba­run­gen bil­det, mit dem Mar­ken­recht auch nicht immer ganz genau: Nathan Mat­tes etwa sam­melt, wie heu­te in diver­sen Blogs aus jener Sze­ne zu lesen ist, unter der offen­sicht­lich namens­recht­lich bewusst schwie­ri­gen Domain wir-sind-afd.de, unter der der­zeit eine Web­site zu sehen ist, die in typi­schen AfD-Far­ben gestal­tet wur­de und auf der von der AfD als „wir“ die Rede ist, demo­kra­tisch und/oder pazi­fi­stisch unfei­ne Zita­te von AfD-Abge­ord­ne­ten. Wäh­rend das Zitie­ren öffent­lich gefal­le­ner Äuße­run­gen von Poli­ti­kern aber kein Pro­blem dar­stellt und es viel­leicht sogar nach­ah­mens­wert ist, ihnen jeweils eine Web­site zu wid­men (tschüs­si, SPD!), ist das beim Mar­ken­recht anders – ent­spre­chend hat die AfD anwalt­lich dar­um gebe­ten, dass der Betrei­ber ihre Namens­rech­te doch bit­te künf­tig beach­ten und sich für sei­ne Recher­chen eine ande­re Domain aus­su­chen möge.

Dass die Gren­ze zu einer Adap­ti­on einer bekann­ten Mar­ke, wie sie einst die Pira­ten­par­tei ziem­lich gut vor­ge­macht hat, hier bei Wei­tem über­schrit­ten sein dürf­te, wäre eine juri­sti­sche Nör­ge­lei, die mich man­gels Sym­pa­thie für bei­de betei­lig­te Sei­ten eigent­lich gar nicht wei­ter inter­es­sie­ren wür­de, hät­te sich nicht aus­ge­rech­net Vice Media in den Dis­put ein­ge­mischt. Bei aus­ge­rech­net „VICE Deutsch­land“ klingt die Bericht­erstat­tung über die Aus­ein­an­der­set­zung näm­lich so:

Der Betrei­ber von wir-sind-afd.de soll fast 10.000 Euro zah­len. Jetzt will er sich weh­ren – und du kannst dabei hel­fen.

Ist halt eine rech­te Par­tei und kein lin­ker Medi­en­kon­zern. Die soll sich mal nicht so anstel­len mit ihren alber­nen Namens­rech­ten. :aufsmaul:

NetzfundstückeNerdkramsMir wird geschlecht
Open Source schläft ein und der Femi­nis­mus trägt die Schuld dar­an.

Im August 2017 beschrieb ich unter ande­rem mein aus­blei­ben­des Ver­ständ­nis für gro­ße Tech­nik­kon­zer­ne, die sich einen diver­si­ty genann­ten Klotz mit­samt Ver­wal­tungs­auf­wand und letzt­end­lich auch unnö­ti­gen Kosten ans Bein bin­den. Die Gesell­schaft hat sich seit­dem wei­ter um sich selbst gedreht, gebes­sert hat sie sich jedoch nicht.

In einer ver­nünf­ti­gen Welt (wie auch in mei­nen eige­nen Pro­jek­ten) gilt im Wesent­li­chen der Ver­dienst­ko­dex: Wer was kann, der darf mit­ma­chen, wer nicht, der nicht, und per­sön­li­che Weh­weh­chen mögen bit­te irgend­wo aus­ge­las­sen wer­den, wo es dem Rest des Pro­jekt­teams nicht wei­ter auf die Ner­ven geht.

Lei­der ist die Welt der Open-Source-Soft­ware nicht ver­nünf­tig, son­dern stark emo­ti­ons­ge­trie­ben (das mag den enor­men Win­dow­s­hass in ein­schlä­gi­gen Foren erklä­ren, als wäre das ver­wen­de­te Werk­zeug für irgend­ei­ne Auf­ga­be ein Poli­ti­kum, des­sen ethisch kor­rek­te Aus­wahl jede Per­so­nal­de­bat­te in Par­la­men­ten oder auch nur Par­tei­en in den Schat­ten stell­te). Infol­ge­des­sen wur­de ich heu­te mit der Infor­ma­ti­on belä­stigt, dass selbst das Free­BSD-Pro­jekt, das sich vor Jah­ren ein beson­ders anstren­gen­des Bei­spiel für den Dun­ning-Kru­ger-Effekt ein­ge­tre­ten hat­te, sich ja nun posi­tiv durch einen neu­en Ver­hal­tens­ko­dex bemerk­bar mache.

In die­sem Kodex, den das Free­BSD-Team gemäß dem Doku­ment selbst im Wesent­li­chen aus dem „Geek Femi­nism Wiki“ – geek femi­nists bil­den einen Teil des Kerns jener sich gemein­hin als wei­ße Rit­ter ver­ste­hen­den Kra­wall­schach­teln, die auch den Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress (ich berich­te­te mehr­fach) schon tot­ge­quatscht haben – abge­tippt hat, wird in viel zu vie­len Zei­len erläu­tert, dass es die Pro­jekt­auf­sicht ungern sieht, wenn Team­mit­glie­der sich ande­ren Men­schen gegen­über wie jemand ver­hal­ten, dem grund­le­gen­de Höf­lich­keits­for­men fremd sind. Man soll­te mei­nen, so etwas sei auch ohne fest­ge­schrie­be­ne Regeln ver­nünf­tig unter­bind­bar, aber an der Ver­nunft schei­tert es bei denen, die wert­vol­le Zeit ande­rer Leu­te mit dem Zusam­men­schrei­ben und stol­zen Her­um­zei­gen von Din­gen, von denen sie sich total belä­stigt füh­len, ver­schwen­den, nun mal von vorn­her­ein. Da wun­dert es auch nur noch wenig, dass sich ein paar der beson­ders bescheu­er­ten Punk­te im Kodex auch in den Ver­hal­tens­ko­di­zes von zer­gen­der­ten Platt­for­men wie Git­Hub wie­der­fin­den, die die Idio­tie mit der Fest­stel­lung, für „Pri­vi­le­gier­te“, also für die viel zitier­ten „wei­ßen Män­ner“, gel­te der Schutz vor Belä­sti­gung aus Prin­zip nicht, bis­lang auf die Spit­ze trei­ben. Mal gucken, wann das Free­BSD-Pro­jekt sie über­bie­tet.

Als straf­be­wehrt wer­den sei­ner­seits näm­lich außer Din­gen, die ohne­hin ille­gal sein dürf­ten, unter ande­rem Dro­hung mit Gewalt, und halb­wegs ver­dien­st­ori­en­tier­te Din­ge wie die „nach­hal­ti­ge Stö­rung von Dis­kus­sio­nen“ aus­zugs­wei­se auch fol­gen­de Ärger­nis­se beschrie­ben (Wort­nut­zung wie im Ori­gi­nal):

  • Absicht­li­ches Fehl­ge­n­dern.
  • Die absicht­li­che Nut­zung abge­leg­ter Namen.
  • Simu­lier­ter phy­si­scher Kon­takt, etwa „*knud­del*“.
  • Kom­men­ta­re, die die syste­mi­sche Unter­drückung in Bezug auf das Geschlecht, Neu­ro­di­ver­si­tät, Reli­gi­on und so wei­ter (gekürzt, A.d.V.) wie­der in Kraft set­zen.

Vor weni­gen Tagen habe ich in einem com­pu­ter­be­zo­ge­nen Forum gele­sen, dass es merk­wür­dig sei, dass seit Jahr­zehn­ten, abge­se­hen von (und selbst nur bedingt in) Smart­phones, kei­ne nen­nens­wer­te Inno­va­ti­on auf dem Betriebs­sy­stem­markt mehr gefun­den wer­den konn­te. Ich habe eine Ahnung, wor­an das lie­gen könn­te: Die Inno­va­ti­ven sind damit beschäf­tigt, nicht ver­se­hent­lich an der syste­mi­schen Unter­drückung teil­zu­neh­men.

Zu mei­ner Zeit hät­te man denen ja ein­fach den Com­pu­ter weg­ge­nom­men.

Es ist heut­zu­ta­ge recht üblich, Men­schen sagen zu hören: „Ich füh­le mich davon ein wenig ver­letzt“, als ob ihnen das irgend­wel­che Rech­te ein­räum­te. Es ist nicht mehr als Flen­nen. Es hat kei­ne Bedeu­tung, es hat kei­nen Zweck, es hat kei­nen Grund, um als Phra­se respek­tiert zu wer­den. „Ich füh­le mich davon ver­letzt.“ Na und – was, ver­dammt?
Ste­phen Fry

In den NachrichtenNerdkramsMir wird geschlecht
Kurz ver­linkt: „Halt! Algo­rith­men­kon­trol­le!“ (2)

Wie nennt man das eigent­lich, wenn es Men­schen afro­ame­ri­ka­ni­scher Abstam­mung und/oder weib­li­chen Geschlechts ent­we­der wegen feh­len­der Ahnung oder feh­len­den Inter­es­ses nicht gebacken bekom­men, eine eige­ne Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware zu pro­gram­mie­ren, und die vor­han­de­ne daher am besten bei denen funk­tio­niert, die den Löwen­an­teil der Arbeit (ein­schließ­lich der Tests) gelei­stet haben?

Rich­tig: Ras­si­stisch-sexi­sti­sche Algo­rith­men!

Zum einen sind Algo­rith­men nur so klug wie die ihnen zur Ver­fü­gung gestell­ten Daten – und spie­geln deren ras­si­sti­sche oder sexi­sti­sche Ten­den­zen wider. (…) Das Ergeb­nis: die Algo­rith­mic Justi­ce League, ein Pro­jekt, das sich dem Pro­blem wid­men soll.

Die Liga der algo­rith­mi­schen Gerech­tig­keit, dem­nächst auch als Musi­cal. :irre:

Es war im Nach­hin­ein offen­sicht­lich ein Feh­ler, Com­pu­ter­tech­nik aus dem uni­ver­si­tä­ren Umfeld zu extra­hie­ren.

PolitikNetzfundstückeMir wird geschlecht
Win­ter abschaf­fen!

Zu den inzwi­schen nur mehr als Trep­pen­witz taug­li­chen Per­so­nal­spe­renz­chen in der SPD mit­samt den recht­li­chen und femi­ni­sti­schen Impli­ka­tio­nen („SPD: 16,5 Pro­zent“ ver­kün­de­te neu­lich das INSA; na also, geht doch) fällt selbst mir heu­te nur noch ein müdes Ach­sel­zucken ein, wäh­rend mir zu der Nach­richt, dass der Femi­nis­mus in New York anti­se­mi­ti­sche Moti­ve zur Demü­ti­gung von Män­nern ver­wen­det, zwar durch­aus etwas ein­fie­le, der tref­fen­de Kom­men­tar, der Mann wer­de hier als „Juden­sau der Post­mo­der­ne“ prä­sen­tiert, lei­der aber schon gemacht wur­de.

Statt­des­sen sei mir ein Hin­weis auf Ant­je Kapek gestat­tet. Ant­je Kapek sitzt für die Grü­nen einen Stuhl im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus durch, ret­weetet neben MeToo-Fana­tis­men unter ande­rem auch Anteil­nah­me am Able­ben von Rad­fah­rern, die rück­sichts­los und ohne Helm nah an hal­ten­den Autos vor­bei­zu­ra­sen pfle­gen, und hat am gest­ri­gen 12. Febru­ar zur Ver­an­schau­li­chung der Erklä­rung, war­um man die Grü­nen im Jahr 2018 immer noch unbe­dingt wäh­len soll­te, ein Foto getwit­tert, auf dem der Ber­li­ner Alex­an­der­platz mit­samt ent­laub­ten Bäu­men zu sehen ist. Sie schrieb dazu (mit meh­re­ren Hash­tags, die ich hier zur bes­se­ren Über­sicht­lich­keit weg­las­se):

Was auch immer für den Alex­an­der­platz plant, es braucht mehr grün.

Die auf­fal­lend ent­mensch­li­chen­de Spra­che („was“ und „es“ für den zustän­di­gen Stadt­pla­ner jed­wel­chen Geschlechts) soll­te selbst­er­klä­rend sein, so dass das Wesent­li­che her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den kann: Kein Grün an den Bäu­men! Im Febru­ar! Dan­ke, Mer­kel!

:wallbash:

Die Grü­nen sind in der oben erwähn­ten INSA-Umfra­ge als Bevor­teil­te des Schei­terns der SPD zu erken­nen. Da wächst zusam­men, was zusam­men gehört.