In den NachrichtenMontagsmusik
People of the North — Over Me // Was kostet Fahrtgeld?

Vielleicht findet mich der Montag ja nicht.Es ist Mon­tag. Freu wie blöd! Es ist kalt, das Selb­st ist beschw­er­lich und die Men­schen sind zumeist sehr uner­freulich. Man kön­nte Bus fahren vor Vergnü­gen.

Bus­fahren, apro­pos, ist ja inzwis­chen, ger­ade mal sechs Jahre, nach­dem der Autor dieser Zeilen selb­st in eine Wer­bekam­pagne für den fahrsche­in­freien Nahverkehr hineinge­zo­gen wurde, auch zu ein­er Forderung gewor­den, die die oft gescholte­nen Main­streamme­di­en befür­worten. Und sie machen es — Trom­mel­wirbel! — erwartungs­gemäß falsch: Auf dem ehe­ma­li­gen EDV-Fach­por­tal “heise online” fragt etwa Dusan Zivadi­novic, wer denn bei “Gratis-Nahverkehr” zahle, und bemerkt selb­st nicht, dass es eben nicht um Kosten‑, son­dern um Fahrsche­in­frei­heit geht. Zu zahlen hät­ten es alle; die Forderung nach einem fahrsche­in­freien (also kollek­tiv finanzierten) Nahverkehr stammt eben aus der­sel­ben Hirn­schmiede wie die nach kollek­tiv finanziertem Geld für alle (“BGE”), denn wenn man allen gle­ichviel weg­n­immt und jedem etwas von der Beute abgibt, ist Fair­ness endlich hergestellt. Fast wie früher. Ochs und Esel ahnen, wie das aus­ge­ht.

In den USA tobt der­weil immer noch der Bürg­erkrieg der Guten: Mal lassen sie schwarze Köche ent­fer­nen, weil diese es wagten, im “Black His­to­ry Month” — als wäre dessen bloße Exis­tenz noch nicht bek­loppt genug — Dinge auf die Speisekarte zu schreiben, die ihnen auch schmeck­en, aber lei­der Klis­cheeschwarzen eben auch, mal sind sie zu blöd für Math­e­matik: Schüler find­et, Wurzelze­ichen sehe aus wie Hand­feuer­waffe, Polizei tritt auf den Plan. Ich möchte vor­sichtig anre­gen, die Zivilge­sellschaft in den USA bis auf Weit­eres allein zu lassen und zu warten, bis sich das Prob­lem von selb­st löst.

Dann bleibt auch mehr Zeit für Musik.

Peo­ple of the North — Over Me

Guten Mor­gen.