In den NachrichtenNerdkrams
Deut­sche Wert­ar­beit

Neu­lich in den Nach­rich­ten:

Nut­ze­rin­nen und Nut­zer wur­den teil­wei­se über Wochen nicht über die App infor­miert, ob sie Kon­takt zu Infi­zier­ten hat­ten oder nicht. SAP, das die App zusam­men mit der Deut­schen Tele­kom ent­wickelt hat, räum­te den Feh­ler ein.

Heu­te in den Nach­rich­ten:

Die Deut­sche Tele­kom und SAP sol­len eine Platt­form bau­en, die die Coro­na-Apps der EU-Staa­ten mit­ein­an­der ver­netzt.

Des­we­gen heißt es ja Ver­net­zung: Ein Netz zeich­net sich vor allem dadurch aus, dass es mehr Löcher als Fest­stoff hat.

ComputerMusikNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 30. Juli 2020

Nach dem gro­ßen Erfolg von Win­dows 95 in Java­Script hat der­sel­be Ent­wick­ler jetzt Mac OS 8 in Java­Script, naja, zum Lau­fen gebracht oder, wie ich es nen­nen wür­de, die Sicher­heits­pro­ble­me von 2020 nach 1997 rück­por­tiert. Ich freue mich schon auf Win­dows Me.


Das Inter­net ist in den USA von noch immer erstaun­li­chem Puri­ta­nis­mus geprägt. Weil Donald Trump die­sen Puri­ta­nis­mus – nicht ganz unei­gen­nüt­zig – gern etwas ein­schrän­ken wür­de, erläu­tert das ehe­ma­li­ge EDV-Fach­ma­ga­zin gera­de die aktu­el­len Regeln:

Arti­kel 230 CDA stellt Anbie­ter und Benut­zer eines „inter­ak­ti­ven Com­pu­ter­diensts“ bis­lang zivil­recht­lich frei für „jede Hand­lung, die frei­wil­lig in gutem Glau­ben unter­nom­men wird, um den Zugang zu oder die Ver­füg­bar­keit von Mate­ri­al ein­zu­schrän­ken“, das Betrei­ber oder Netz­werk­mit­glie­der „als obszön, unzüch­tig, lüstern, schmut­zig, über­mä­ßig gewalt­tä­tig, belä­sti­gend oder ander­wei­tig anstö­ßig erach­tet“.

Lüster­nes Mate­ri­al. Guter Band­na­me eigent­lich.


Die amtie­ren­de Nach­fol­ge­rin Fried­rich Hap­pichs, Bea­te Hof­mann, teilt mit, christ­li­cher Glau­be sei „unver­ein­bar“ mit „rech­tem Gedan­ken­gut“. So abwe­gig wirkt die Behaup­tung, es gebe bedeu­ten­de Über­schnei­dun­gen zwi­schen der­je­ni­gen Kör­per­schaft, die über ein­tau­send Jah­re lang der Ansicht war und teil­wei­se bis heu­te ist, dass man sei­nem ein­ge­bil­de­ten Freund nur dann gefal­len kann, wenn man alle umbringt, die nicht frei­wil­lig den­sel­ben ein­ge­bil­de­ten Freund haben wol­len wie man selbst, und einer Bewe­gung, die es für eine gute Idee gehal­ten hat, alle umzu­brin­gen, die den­sel­ben ein­ge­bil­de­ten Freund falsch anbe­ten, auf mich jetzt nicht, aber ich bin auch kei­ne Bischö­fin.


Lärm gefäl­lig? Por­no­hel­mut!

Sonstiges
Medi­en­kri­tik CXVII – Glück gehabt: Online­zei­tun­gen wol­len mich nicht als Leser.

Wenn jemand – wie zum Bei­spiel die­ser Tage erst ich – sich wenig­stens theo­re­tisch dafür inter­es­siert, zwecks bes­se­rer Infor­miert­heit von dem Online­an­ge­bot irgend­ei­ner der nam­haf­ten deutsch­spra­chi­gen Zei­tun­gen Gebrauch zu machen, dann muss man das zunächst ein­mal für sich selbst recht­fer­ti­gen: Lohnt es sich, Geld für Medi­en aus­zu­ge­ben, die man dann, geht es nach den Ver­la­gen, nicht ein­mal ver­lin­ken darf?

Hat man sich dann schließ­lich trotz­dem dafür ent­schie­den, steht die Ana­ly­se der ver­füg­ba­ren Online­an­ge­bo­te an. ‘Medi­en­kri­tik CXVII – Glück gehabt: Online­zei­tun­gen wol­len mich nicht als Leser.’ wei­ter­le­sen »

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Zom­bi – Earth­s­cra­per // Von Mes­ser­af­fen und Daten­bank­af­fen

My heart will go ooooooonEs ist Mon­tag. 2020 hat jetzt nicht nur einen mög­li­cher­wei­se bevor­ste­hen­den Vul­kan­aus­bruch auf Island, eine Pan­de­mie und irgend­wel­che poli­ti­schen Spin­ner zu ver­zeich­nen, son­dern auch noch Mes­ser schwin­gen­de Affen in einem Safa­ri­park. Dage­gen hilft nur eins: Wir müs­sen Pan­da­bä­ren mit noch effi­zi­en­te­ren Waf­fen aus­stat­ten und sie dort für Ruhe sor­gen las­sen. Nied­lich und töd­lich – was will man mehr?

Auch nied­lich: Neben Gar­mins, deren Ser­ver seit Tagen von einem Angriff betrof­fen sind (also: irgend­ein Depp mit zu vie­len Rech­ten hat auf irgend­ei­nen Mist geklickt), sind neu­er­dings auch vie­le ande­re Ser­ver zer­mi­aut wor­den. Zu nie­man­des Über­ra­schung ist es gar kei­ne beson­ders gute Idee, Daten­ban­ken ohne IP- und/oder Pass­wort­schutz im Inter­net ver­füg­bar zu machen. Die Grö­ße mei­nes Mit­leids ver­hält sich umge­kehrt rezi­prok zum ent­stan­de­nen Scha­den. Der schreck­li­che „heise“-Verlag meint der­weil, es sei eine gute Idee, dass man gesam­mel­te sel­fies jetzt auch vor Gesichts­er­ken­nung schüt­zen kann, kommt aber nicht auf die Idee, dass man auch ganz ein­fach dar­auf ver­zich­ten kann, andau­ernd sein Gesicht in irgend­wel­che Kame­ras zu hal­ten. Den­je­ni­gen, die von die­sem Gesicht pro­fi­tie­ren, kann man dank noyb jetzt end­lich den Stuhl unter dem Hin­tern weg­kla­gen. Dan­ke nach Wien! (Dass ich das mal schrei­be, erschüt­tert mich selbst.)

Kitsch dür­fe über­all sein, nur nicht in der Poli­tik, ist im Feuil­le­ton einer grö­ße­ren aus­län­di­schen Zei­tung zu lesen. Die ehe­ma­li­ge Feuil­le­ton­zei­tung „FAZ“ indes stell­te neu­lich fest, dass Tik­Tok bei Jugend­li­chen beliebt, aber in der Welt­po­li­tik umstrit­ten sei. Das hät­te selbst ich kaum vor­sich­ti­ger aus­drücken kön­nen.

Zum Glück auch in der Welt­po­li­tik umstrit­ten, aber deut­lich bedeu­ten­der als wenigs­e­kün­di­ge Lip­pen­be­we­gungs­vi­de­os ist auch in die­ser jun­gen Woche: Musik.

ZOMBI – Earth­s­cra­per (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

Politik
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Like­schuld

Eine Jour­na­li­stin, die mit offen­kun­dig staats­feind­li­chen Grup­pen ver­netzt ist, indem sie ihnen auf Twit­ter folgt, fin­det, ein Oberst­leut­nant der Bun­des­wehr dür­fe sich auf dem min­de­stens genau so ega­len Insta­gram nicht mit offen­kun­dig staats­feind­li­chen Grup­pen ver­net­zen, indem er irgend­wo ein Herz­lein setzt.

Ich wage fast nicht zu fra­gen: Könn­te es sein, dass die Gesell­schaft momen­tan noch etwas irrer ist als noch vor einem Jahr?


Nach­trag: Die­sel­be Jour­na­li­stin vor einem Jahr: Erschreckend, wie weit Erdoğans Über­wa­chungs­sy­stem reicht!

In den Nachrichten
Qua­drat­schä­del

Zum Glück haben wir gei­sti­ges Eigen­tum. Nicht aus­zu­den­ken, wenn man Scho­ko­la­de in qua­dra­ti­scher („qua­drahti­scher“, „RND“ – ist das eigent­lich die­ses Lei­stungs­schutz­recht?) Form her­stel­len dürf­te.

Musik
Hirn­fick 2.0 streamt jetzt auch nicht abge­sag­te Ver­an­stal­tun­gen

In der arte-Media­thek ist noch bis Jah­res­en­de ein Kon­zert des sehr guten Tri­os Gewalt zu sehen, das vor weit­ge­hend lee­ren Rän­gen im Rah­men des dies­jäh­ri­gen Moers-Festi­vals statt­fand.

Und weil das Inter­net so was immer gleich raub­ko­piert, wird es hier noch 2021 zu sehen sein:

GEWALT – Live at moers festi­val 2020 – Full Con­cert – arte 05/30/2020

Ger­ne wie­der.

PolitikIn den Nachrichten
Schon wie­der die Alli­ier­ten! (2)

Ah, der 20. Juli; tra­di­tio­nell der­je­ni­ge Tag, an dem den­je­ni­gen Ver­su­chen, Adolf Hit­ler umzu­brin­gen, Tri­but gezollt wird, die nicht erfolg­reich waren. Der amtie­ren­de Drau­ßen­mi­ni­ster der rechts­po­pu­li­stisch­sten SPD aller Zei­ten ließ sich die­se Gele­gen­heit auch 2020 nicht ent­ge­hen und twit­ter­te von Pri­vat- und Mini­ste­ri­um­s­ac­count, dass Claus Schenk Graf von Stauf­fen­berg, ein mili­ta­ri­sti­sches Ekel, der im Erfolgs­fall kei­nes­wegs Frie­den und Demo­kra­tie in das Drit­te Reich hin­ein­ge­tra­gen hät­te, heu­te gewür­digt wer­de und der­sel­be noch heu­te eine Vor­bild­funk­ti­on haben müs­se. Was er damit wohl meint? – Dass die SPD es lie­ber gese­hen hät­te, hät­te das Drit­te Reich den Zwei­ten Welt­krieg nicht so deut­lich ver­lo­ren, ist hier­bei sicher­lich ver­ständ­lich. Wenig­stens das hat­te der Koso­vo der Nor­man­die vor­aus: Eine ein­zi­ge Front ist leich­ter zu hal­ten.

Auch des Mini­sters lan­des­füh­ren­de Par­tei- und son­sti­ge Genos­sen aus Rhein­land-Pfalz, Hes­sen, Bay­ern und Baden-Würt­tem­berg hal­ten von der Befrie­dung von Län­dern nicht viel und fle­hen nach einer Abkehr der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von der Demi­li­ta­ri­sie­rung Deutsch­lands durch Donald Trump, wie andern­orts zu lesen ist:

Die Mini­ster­prä­si­den­ten vie­rer deut­scher Län­der haben Mit­glie­der des U.S. Con­gress (…) dar­um gebe­ten, Plä­ne zu blockie­ren, US-ame­ri­ka­ni­sche Trup­pen aus Deutsch­land abzu­zie­hen. (…) „Wir ersu­chen Sie daher, uns zu unter­stüt­zen, da wir das Band der Freund­schaft nicht zu zer­schnei­den, son­dern zu stär­ken, und die Prä­senz der Ver­ei­nig­ten Staa­ten in Deutsch­land und Euro­pa in Zukunft zu stär­ken beab­sich­ti­gen“, schrie­ben die Mini­ster­prä­si­den­ten von Bay­ern, Hes­sen, Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz.

(Über­set­zung, wie auch die fol­gen­de, von mir, Ori­gi­nal­text hin­ge­gen nicht.)

Nun dau­er­te es, wie Geschichts­in­ter­es­sier­te wis­sen, nur weni­ge Tage, als der letz­te deut­sche Kai­ser Wil­helm II. und der letz­te rus­si­sche Zar Niko­laus II. Tele­gram­me aus­tausch­ten, in denen sie ein­an­der ihre gegen­sei­ti­ge Freund­schaft aus­drück­lich ver­si­cher­ten, bevor Deutsch­land und Russ­land gegen­ein­an­der aus Bünd­nis­grün­den in den Ersten Welt­krieg zogen, und auch dies­mal geht es um den Iwan:

Letz­ten Monat sag­te Washing­ton, das Vor­ge­hen wür­de „die Rus­sen noch mehr abschrecken, die NATO stär­ken, Ver­bün­de­ten neue Sicher­heit geben“.

Denn wenn uns eines im Jahr 2020 noch gro­ße und berech­tig­te Sor­gen berei­tet, dann ja wohl, dass uns der Rus­se über­rollt!

Was genau mein­te Wil­ly Brandt (SPD) eigent­lich, als er sag­te, von deut­schem Boden dür­fe nie wie­der Krieg aus­ge­hen?

MusikPolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Le*Silo – Magic Car­pet Ride (live) // Freund­li­che Funk­lö­cher

MontagslächelnEs ist Mon­tag. Susan­ne Hen­nig, bekann­te Blu­men­strauß­wer­fe­rin und auch sonst mit bemer­kens­wert schlech­ten Manie­ren aus­ge­stat­tet, bekun­det auf Twit­ter, obszö­ne Gesten gegen­über einem poli­ti­schen Geg­ner sei­en eine anstän­di­ge Reak­ti­on auf irgend­was. Ich wür­de Susan­ne Hen­nig gern durch einen Pan­da­bä­ren erset­zen. Die haben kei­ne aus­streck­ba­ren Mit­tel­fin­ger und reden kei­nen Unsinn.

Die F.D.P. beklagt, dass es immer noch 4.440 Funk­lö­cher in Deutsch­land gebe, obwohl der dama­li­ge Ver­kehrs­mi­ni­ster doch schon 2015 ver­spro­chen habe, dass es bis 2018 kei­ne lästi­gen sol­chen mehr geben sol­le. Auf den logi­schen Schluss, dass die noch vor­han­de­nen Funk­lö­cher viel­leicht gar nicht lästig, son­dern sehr ange­neh­me Gäste mit guten Manie­ren sei­en, kommt sie natür­lich wie­der nicht. Typisch! Cloud­fla­re, das Unter­neh­men, des­sen Dien­ste vie­le Web­site­be­trei­ber gern in Anspruch neh­men, sorg­te unter­des­sen neu­lich mal wie­der dafür, dass eini­ge Inter­net­dien­ste minu­ten­lang nicht funk­tio­nier­ten. Gibt es eigent­lich schon ein zwei­tes Cloud­fla­re gegen Aus­fäl­le von Cloud­fla­re?

Kann Whis­ky Coro­na lin­dern? Viel­leicht ja, ver­mut­lich aber nicht. Inzwi­schen ist man bei einer Schock­the­ra­pie ange­langt: Es wer­den Frei­wil­li­ge gesucht, die sich frei­wil­lig Tim Bendz­ko angucken (und anhö­ren) wol­len. Hin­ter­her will man gucken, ob sie von dem Scheiß­dreck Coro­na bekom­men haben. Sicher ist sicher.

Auch ich wie­ge in Sicher­heit und las­se mich und euch die Woche mit viel bes­se­rer Musik begin­nen. Gern gesche­hen.

Le*silo „Magic Car­pet Ride“

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ange­merkt: Tai­wahn – tai­war­um?

Es mag die außen­po­li­ti­sche Sou­ve­rä­ni­tät von Deutsch­land (wel­che?) viel­leicht nicht nen­nens­wert beschä­di­gen, die Repu­blik Chi­na anders als zum Bei­spiel Palä­sti­na nicht anzu­er­ken­nen – das muss man sich unge­fähr so vor­stel­len, dass sich die zustän­di­gen Mini­ste­ri­en die Augen und/oder Ohren zuhal­ten und sagen, der jewei­li­ge Staat sei nicht da, als kön­ne ein Land nach Belie­ben beschlie­ßen, dass ein ande­res Land zu exi­stie­ren auf­hört, weil ein wie­der­um ande­res Land der Ansicht ist, es sei nicht das Recht eines Vol­kes, fre­cher­wei­se nicht den Namen sei­nes Staa­tes zu ändern, nach­dem es sich selbst die­sen Namen ange­eig­net hat -, aber muss Deutsch­land die­ses somit anschei­nend quan­ten­exi­sten­te Land aus­ge­rech­net der­ge­stalt ver­höh­nen, dass es als des­sen Flag­ge die fran­zö­si­sche Kriegs­flag­ge aus­gibt?