Der Nationaltag der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens findet in den USA am 17. Januar 2021 statt. Der Tag wurde von verschiedenen US-Präsidenten ausgerufen, die sich gegen Abtreibungen einsetzen.
Die noch immer für jedenfalls mich am merkwürdigsten scheinende Diskussion rund um den ab morgen zweifelsohne(Nachtrag vom 16. Januar: doch nicht) in Kraft getretenen CDU-Vorsitz Friedrich Merz’ ist diejenige, die Hashtags namens „#FrauengegenMerz“, „#Merzverhindern“ sowie leider noch nicht „#MerzhatdoofeOhren“ umfasst und im Wesentlichen darin besteht, dass Menschen, die stattdessen Wähler und/oder Mitglieder von Parteien sind, die bisher selbst nicht unbedingt mit einem besonders glücklichen Händchen bei der Auswahl ihrer Galionsfiguren aufgefallen wären (apropos: heute vor 102 Jahren, weist das Internet freundlicherweise hin, wurden im Auftrag der SPD Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet; alles Gute von mir an dieser Stelle), und die noch vor nicht allzu langer Zeit ohnehin anders hashtaggend darauf hingewiesen haben, dass sie entweder #niemehr- oder sowieso #niemalsCDU wählen und/oder weiterempfehlen würden, laut wehklagend ihren Unmut darüber kundtun, dass die konservativ-wirtschaftsliberale CDU möglicherweise bald von einem konservativ-wirtschaftsliberalen Herrn, der bereits vor Jahrzehnten Fraktionsvorsitzender der von ihnen geschmähten Partei sein durfte, zu der er doch aber, sagen die Leute, überhaupt nicht passe, und nicht von einem vor neun Jahren Gescheiterten oder gar von einem noch aktiven Landesparlamentarier, dessen politische Entscheidungen („Schulen auf!“) sie letzte Woche noch ein menschenunfreundliches Teufelswerk gescholten haben, geleitet werden wird, weshalb sie, die Leute, die CDU bald noch viel weniger als gar nicht wählen werden, dann werde sie schon sehen, was sie davon habe (nämlich: einen neuen Vorsitzenden).
Zum momentanen Zustand des Webs im Allgemeinen und der dort unbedingt vertreten sein wollenden Qualitätsmedien im Speziellen sollte ich vielleicht noch diesen Screenshot für sich sprechen lassen.
Trottel im Wahlkampf (1): Norbert Röttgen will CDU-Großwesir werden, um „die Schöpfung“ zu bewahren. Völlig konsequent steht er hierfür vor einer Fichtenplantage herum.
Warp-Antrieb in eine neue Computer-Welt: München wird zum Quantum Valley. Ein Quanten-Computer ist wie ein Orchester an Super-Computern. Das ermöglicht Forschung in völlig neuer Dimension.
Wenn irgendjemand versteht, was der Herr physikalisch ausdrücken möchte, bitte ich um zeitnahe Übersetzung.
Überraschung: Der Arbeitgeberpräsident will nicht, dass Arbeitslose zu viel Geld bekommen. Sonst wollen die gar nicht mehr arbeiten müssen. Das wäre nicht nett.
Man ist zwar Rassist, findet aber das Angebot der NPD nicht überzeugend und kann die CSU in seinem Bundesland nicht wählen? Kein Problem: Die PARTEI existiert. Haha. Satire. Hahaha.
Es ist Montag. Die Kommunisten, berichten die Kommunisten, seien unzufrieden damit, dass die Berliner Stadtregierung („rot-rot-grün“) gar nicht viel von linkem Aktivismus hält. Ich würde mir ja erhoffen, dass die Einwohner Berlins diese Feststellung wenigstens bis zur kommenden Bundestagswahl nicht vergessen, aber laut Twitter haben sie’s heute schon. Schade, dass wieder keine Pandabären als Kanzlerkandidaten aufgestellt worden sind. Das wäre eine gemütliche Legislaturperiode.
Kind zu sein ist 2021 nicht mehr attraktiv. Man erlebt ja nichts mehr. Andererseits ist die Definition von Kindsein auch eine etwas andere geworden, denn bereits der noch amtierende US-amerikanische Präsident wird oft als ein Kleinkind bezeichnet, als wäre ein Erwachsener automatisch ein vernünftiger Mensch.
Folgerichtig freut man sich nun landauf, landab darüber, dass Donald Trump endlich nicht mehr auf Twitter geduldet wird, was von der Forderung nach einem freien, unzensierten Netz, das ohne zentral organisierte Konzerne auskommt, nicht mehr viel übrig lässt. Wie angenehm es doch manchmal sein kann, wenn ein gesichtsloses Unternehmen dem eigenen Wunsch danach, ein anderer möge endlich schweigen, entspricht! Hätte Donald Trump doch nur – wie sein iranischer Amtskollege – die Auslöschung Israels befürwortet, wäre ihm nichts passiert. Hoffentlich lernt er etwas daraus. Inwiefern es eine gute Nachricht sein soll, dass US-amerikanische Konzerne auch Messenger einfach fremdabschalten, weil sich dort auch diejenigen austauschen dürfen, die Übles im Sinn führen, frage ich insofern lieber nicht.
Gute Frage stattdessen: Wie viele Fußballfelder passen eigentlich in den Grand Canyon?
Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 gaben dann erstmals mehr Frauen (2.246) als Männer (2.103) der NSDAP ihre Stimme. Die Wählerschaft der herrschenden NSDAP setzte sich in Rosenheim somit zu 51,6 % aus Frauen und zu 48,1 % aus Männern zusammen.
Vielleicht war das Frauenwahlrecht auch einfach keine so gute Idee?
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das gerade richtig verstehe, aber es wirkt auf mich doch recht undurchdacht, wenn Politiker der SPD unter dem Titel „Anti-Hass-Gesetz“ (klänge „Gute-Emotionen-Gesetz“ nicht viel schöner?) ausgerechnet in einem Wahljahr Lügen im Internet verbieten wollen.
Dass ausgerechnet die Technikverhinderungspartei CDU Deutschlands erste Partei sein wird, die ihren Vorstand faktisch online wählen lässt (die anschließende „Briefwahl“ ist nach den Zusicherungen der Kandidaten, eine Niederlage im Onlinevotum als final zu akzeptieren, kaum als solche zu bezeichnen), hätte eine ganz andere Wirkung, liefen nicht unter dem Tweet zum Thema Wähler und Mitglieder anderer Parteien, die schon vor vielen Jahren irgendwas über’s Internet beschlossen haben, schäumend Sprechamok, weil sie den Unterschied zwischen einer Programmkonferenz (da beschließt man das Programm) und einem Parteitag (da beschließt man alles) nicht verstanden haben.
Andererseits hatte ich neulich noch anderswo die Frage gestellt, was eigentlich aus der schrägen Partei Volt geworden sei. Frage beantwortet: Die sind alle auf Twitter und beleidigen dort die CDU.
Was macht eigentlich die Piratenpartei gerade?
Es ist Montag. Wenig überraschend wird die Amadeu-Antonio-Stiftung von einer Dame Frau geleitet, die in der besten ostdeutschen Demokratie, die es zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Deutschen Einheit je gab, Juden denunziert hat. Von dieser Stiftung lässt man sich doch gerne was über Hassrede erzählen.
Der Netscape Communicator ist jetzt ein Standard. Es könnte schlimmer sein. Da kriegt man wenigstens diesen neumodischen Reklamemist nicht fehlerfrei angezeigt.
In eigener Sache: Ich hatte eigentlich vor einigen Tagen nur wissen wollen, ob Coleslaw, eine durchaus gute in Common Lisp geschriebene Blogsoftware, noch aktiv entwickelt würde, denn Anfragen für Codeänderungen blieben oft längere Zeit unbeantwortet. Das Ergebnis dieser Frage war aber zu meiner Überraschung, dass ich zum Maintainer ernannt wurde, was ich eigentlich gar nicht vorhatte (schon wegen GitHub). Na gut, dann mache ich das halt. Ich kann Coleslaw (zwar auch den Salat, aber hier die Software) insofern wieder guten Gewissens empfehlen.
Auch guten Gewissens zu empfehlen: Musik.
Flying Moon In Space – The Observer (Official Video)
Es wird berichtet, die CSU wolle nicht nur „flächendeckend die Fächer Programmieren und digitale Wirtschaft“ einführen lassen, um die Schüler zu nützlichen Arbeitnehmernfit für die digitale Welt zu machen (denn genau daran denkt man, wenn man an die CSU denkt), sondern auch das Surfen im Web, diesem schrecklichen Fehler in der Geschichte des Internets, beschleunigen.
Wie? Nein, nicht mit schnelleren Leitungen auch in dörflichen Regionen, das wäre ja teuer:
Die Pflicht, bei jedem Besuch einer neuen Homepage nach der Zustimmung zu Cookies gefragt zu werden, sollte aus Sicht der CSU entfallen. Sie sei eine „Belastung für schnelles Surfen“.
Endlich protestiert mal jemand gegen die Politik der CDU/CSU. Aber muss es ausgerechnet die CSU sein?
Ich habe ja diese Pflicht auf meinen Geräten längst entfallen lassen. Die von mir eingesetzten Webbrowser verwerfen Cookies automatisch und blenden auch den Nachfragebanner in der Regel automatisch aus beziehungsweise zeigen sie gar nicht erst an.
Wie in jedem Jahr sind auch in diesem Jahr wieder einige Werke gemeinfrei geworden, dank der Intervention skrupelloser Großkonzerne wie der Walt Disney Company in einigen Ländern später als in anderen.
Weil die EU (haha, diese Briten, so doof) zum Beispiel Werke erst 70 Jahre nach dem Tod des jeweiligen Urhebers in die Gemeinfreiheit entlässt, sind heute zum Beispiel diejenigen Bücher hierzulande gemeinfrei geworden, deren Autor 1950 gestorben ist; zum Beispiel die von Heinrich Mann und George Orwell.
Nach den Bürgern Russlands, Kanadas und Australiens können also auch die Deutschen endlich „1984“ im englischsprachigen Originaltext legal aus so Quellen herunterladen und es wenigstens mal überfliegen, bevor sie es in irgendwelchen seltsamen politischen Kreisen als Argument benutzen. Das ist sehr nett, denn das Herunterladen aus so Quellen ist eines meiner Spezialgebiete.
Dieser Artikel ist Teil 10 von 15 der Serie Neujahr
It’s just a date, äffte einer meiner Lieblingsmelancholiker in seinem Jahresrückblick (sich und) andere nach, und ich wiederum äffe jetzt ihn nach, indem ich selbst nicht nur auf das Jahr zurückblicke, sondern auch viel zu spät den Satzabschluss schaffe (2020 war ja auch eher ein Metajahr), aber weil uns sonst außer der Melancholie (bzw. sowieso: dem Menschsein) vor allem verbindet, dass ich 2020 unter anderem – bürokratisch gesprochen: just in dieser Minute übrigens; Konfetti! – eine Partei verlassen habe, ohne allerdings direkt in die nächste Selbstgeißelung mittels sofortigen Übertritts in „da isses auch nicht besser“ verfallen zu sein, komme ich über etwas Stiladaption kaum hinaus. Nach dem Affenbrand zu letztem Neujahr ist das sowieso dünnes Eis. Wenn ich die Nachrichten richtig verstehe, ging aber auch 2020 nicht gut für ein paar Affen aus. (Da: Meta! Schon wieder!)
Ab heute darf man nur noch ein halbes Jahr lang ohne Visum im Vereinigten Königreich gastieren. Das reicht erfahrungsgemäß fast für eine halbe Londonbesichtigung. Ab dem 2. August muss man dann seine Fingerabdrücke mitbringen, man könnte ja ein Terrorist sein, befindet die Bundesregierung und beschwört damit eine selbsterfüllende Prophezeiung herauf.
It’s just a date. Es war ein Jahr der Shitstorms, dennoch: 2020 wurde nicht nur Gutes vertieft, sondern auch der Horizont versetzt. Persönlich hatte ich schon weit schlimmere Jahre, vielleicht ist 2020 sogar unter den bisher schönsten (gutes TODO jedes Jahr: Laune nicht vom Wetter abhängig machen). Das Endjahrespluseins nicht nur ins nächste Jahr mitnehmen, sondern es im übernächsten immer noch im Inventar haben (das ist ja auch ein schiefes Bild, Super Mario gibt seinen Pluseinsen ja meist eine Kopfnuss, aber als Klempner tauge ich auch nicht viel): Warum gibt es für so was eigentlich nie eine Medaille im Internet?
Wir introvertierten Nerds haben jedenfalls weder vom Shut- oder vom Lock- noch vom Igetknockeddown (butIgetupagain) wesentliche Einbußen an Lebensqualität erfahren müssen. Kommt auf die dunkle Seite, wir löschen Cookies!
Eigentlich wollte ich 2020 noch eine musikalische Jahresrückschau veranstalten, aber die wird noch ein paar Tage warten müssen.
Eigentlich wollte ich 2020 noch dieses mir längst unangenehme Blogsystem hier durch etwas anderes ersetzen, aber da müsste ich noch etwas Zeit investieren und das Jahr ist schon rum.
Eigentlich will ich gerade gar nicht hier sein.
Sasha – PARTY PARTY PARTY (Partyersatzsong) [Offizielles Musikvideo]
Geböllert wird nichtdochvielleicht, außer in Münster. Dort machen Menschen schnell das Licht aus und an. Wenn die Leitungen dort ansatzweise so gut funktionieren wie anderswo, dann wird es doch noch ein kleines Feuerwerk geben, sogar mit Tatütata. Ich hingegen, weit weg von Münster, sitze drin und trinke Rotwein. Ich habe diese Runde gewonnen. Die nächste geht auf mich.