Wie organisieren die Jusos (zweifeln am Existenzrecht Israels, wollen „den Kapitalismus überwinden“ und fordern „den Sozialismus“) eigentlich nach der Enteignung von Großkonzernen und Finanzheuschrecken ihre Kongresse?
Si vis pacem, para bellum. (13)
Während einerseits monate‑, gar jahrelang darauf gepocht wurde, dass man der Polizei möglicherweise ein paar Befugnisse entziehen sollte, weil in ihr politisch radikale Umtriebe sich besorgniserregend häuften, wurde meiner Ablehnung der Bundeswehr, eines anachronistischen Relikts aus dem Kalten Krieg, stets mit Missachtung begegnet. Die Bundeswehr sei immerhin wichtig, sie schütze vor Corona, fische Flüchtlinge aus dem Meer, kümmere sich um Kranke und so weiter.
Dagegen hätte ich auch nichts einzuwenden, nähme man den Knallköpfen wenigstens die Waffen weg, denn die sind das wesentliche Problem, das ich mit der Bundeswehr habe. Aber das könne man ja nicht machen. Das sei was völlig anderes als die Polizei. Die Polizei sei voller rechter Chatgruppen und die Bundeswehr sei gerade sehr wichtig. Wegen Putin. Und Corona. Und Putin. Da darf die doch auch gerne mal gratis im Zug mitfahren.
Die Bundeswehr hat Ermittlungen wegen einer Chatgruppe von Soldaten eingeleitet. (…) Zuletzt hatten immer wieder rechtsextreme Umtriebe von Bundeswehrsoldaten für Schlagzeilen gesorgt.
Ja, ich weiß es ja: Schwer (mit, zugegeben, schlecht funktionierenden Waffen) bewaffnete Rechtsradikale sind unsere einzige Chance gegen Putin. Und Corona. Und Putin. Bloß nicht auflösen. Ist ganz wichtig, die Bundeswehr. Wer soll das denn sonst machen – das THW etwa? Pah, die haben doch nicht mal Panzer!
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.
… oder soll man es lassen?
Denn die zum Teil höchst emotional geführte Auseinandersetzung darüber, ob es medienethisch legitim ist, die Probleme der Flüchtlingsaufnahme von Schlepperbooten nahe der afrikanischen Küste im Rahmen eines Pro & Contras abzuhandeln, reichte bis in die Zeit-Redaktion und wurde intern kontrovers diskutiert. Aufbereitung und Artikel-Überschrift hatte die Chefredaktion als „klare Fehlentscheidung“ bezeichnet und sich hierfür öffentlich bei den Lesern entschuldigt.
Die Feministin Pauline Harmange plädiert für Männerhass. Denn: Männer seien gewalttätige, egoistische, faule und feige Wesen. Hat sie recht? Ein Pro und Contra.
Ich halte Pauline Harmange ja für ein emotional gewalttätiges, egoistisches, faules und feiges Wesen. Angebote für einen Buchvertrag bitte ich direkt in den Kommentaren zu hinterlassen.
Einbruchsschutz dank Lockdown
Wann immer ich dieser Tage einen deutschen Journalisten das Wort „Lockdown“ verwenden höre oder lese, obwohl er doch allenfalls „Shutdown“, höchstwahrscheinlich aber „Kontaktbeschränkungen“ meinen kann, empfehle ich wärmstens einen Blick nach Österreich, wo Einbrecher und Diebe sich zurzeit eines dritten Vergehens schuldig machen, da Einbruch – selbst, wenn er hauptberuflich stattfindet – keine hinreichende Ausnahme für das Verlassen der eigenen Wohnung darstelle.
Sterbeverbot post mortem
An der Universitätsklinik Essen minderte ein Arzt unlängst das Leid Sterbender. Der Universitätsklinik Essen und dem Gesetzgeber gefällt das nicht:
Am vergangenen Freitag, den 20. November 2020, informierten die Universitätsmedizin Essen und die Staatsanwaltschaft mit der Polizei Essen darüber, dass sich ein am Universitätsklinikum Essen seit Februar 2020 beschäftigter Arzt in Untersuchungshaft befindet. (…) Es besteht der Verdacht, dass der Mediziner zwei schwerstkranken Menschen vorsätzlich und rechtswidrig Medikamente in deren letzter Sterbephase verabreicht hat, die zu deren Tod führten.
Auch Hinterbliebene und Angehörige seien empört, dass die Sterbenden völlig überraschend tot seien und nicht noch unnötig lange vor sich hinvegetieren mussten:
Unsere Gedanken und unsere Anteilnahme gelten den Hinterbliebenen der Verstorbenen. Der Verlust ihres geliebten Angehörigen alleine ist schon extrem schmerzhaft. Darüber dann aber auch noch in den Medien lesen zu müssen, verbunden mit den einleitend genannten Vorwürfen, das ist sicherlich nur sehr schwer zu ertragen.
Kann man ja verstehen: Da bereitet man sich mental darauf vor, dass das Ableben eines anderen Menschen noch quälend lange dauern wird, und dann beschleunigt ein Unmensch diesen Vorgang. Da hat man sich ja ganz umsonst gefreut, noch lange zugucken zu dürfen. Hoffentlich wird der Spaßverderber bis an sein Lebensende weggesperrt.
Was genau unterscheidet den Menschen eigentlich vom Tier?
Was ficht euch an?
Mit dramatischen Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Wälder rechnet der Tierökologe Peter Biedermann: In Flachlagen könnte es bald keine Fichten mehr geben.
Der Weihnachtsbaum im XXL-Format für den Platz vor dem Berliner Reichstag ist am Montag im Harz gefällt worden. (…) Es handele sich um einen schön gleichmäßig gewachsenen Baum mit prächtiger Krone.
Kommen sich christlich Sozialisierte angesichts solchen Brauchtums eigentlich manchmal auch sackdämlich vor?
Vinyl <3 (11): Nicht fest, nur Platte
Falls meine bisherigen Beiträge betreffs der Vorteile eines Plattenspielers noch nicht überzeugen konnten, ist hier noch einer:
Die meisten PCs werden normalerweise von ihrem primären Speichermedium gestartet, sei es eine Festplatte oder eine SSD, vielleicht aus dem Netzwerk, oder der USB-Stick oder die Boot-DVD kommt – wenn alles andere fehlschlägt – zum Einsatz… spaßig, oder? Langweilig! Warum versuchen wir zur Abwechslung nicht mal von einem Plattenspieler zu booten?
(Übelsetzung von mir.)
END – Alaska // Kein Wahlrecht für Kindsköpfe
Es ist Montag. Die Online-„FAZ“ titelte gestern aufgrund der derzeitigen Coronasituation, der November dauere länger. Na gut, also wenigstens kein Nikolaus dieses Jahr; als Christentumsskeptiker nimmt man ja jede gute Nachricht, die man kriegen kann. Auch gut: In einem Frankfurter Lokal werden die derzeit ausbleibenden Gäste durch Pandabären vertreten. Wie viel Geld kann man eigentlich für ein paar Stangen Bambus verlangen?
Man möchte, entnehme ich den Nachrichten, sowohl die AfD verbieten als auch das Wahlrecht für Unter-18-Jährige einführen, was mich amüsiert, denn mancherorts wäre die AfD bei Unter-18-Jährigen stärkste Kraft. Vielleicht doch nicht so klug, die Idee? – Was ansonsten passiert, wenn man Kindsköpfen das Wahlrecht gibt, hat man gestern in Berlin gesehen: Manche demonstrierten gegen die als zu scharf empfundenen Coronamaßnahmen, andere reckten ihre Mittelfinger und trillerpfiffen, denn eine inhaltliche Auseinandersetzung ist nicht jedermanns Sache. Es ist schon seltsam, dass Coronaleugner so viel Zulauf finden, obwohl die Gegenseite sie doch so überzeugend niveauarm beleidigt. Man könnte fast meinen, ein ausgestreckter Mittelfinger eigne sich gar nicht zur Meinungsänderung. Seltsam. Was genau war noch mal das Problem mit Donald Trump: dass er zu plump war?
Apropos: Daniela Dahn beantwortet ungefragt, ob wir die USA noch brauchen, und bejaht, weil ein schlechtes Vorbild immerhin auch ein Vorbild sei, verwechselt dabei aber die USA mit Amerika. Ist nur Journalismus, da muss man das nicht unterscheiden.
Bei „ZEIT Campus“ schließlich wird man gewarnt: Menschen werden zu Massenmördern oder Musikgenies, wenn sie sich langweilen, weil das Gehirn um eine andere Beschäftigung bitte. Da entgehe ich ja regelmäßig haarscharf einem interessanten Hobby, wie mir scheint. Gegen Langeweile hilft mir trotzdem: Musik.
Guten Morgen.
#WirSindDie70Prozent
Endlich hat die lästige Notwendigkeit des Hocharbeitens und der Erlangung von Beliebtheit bei den Kollegen in Unternehmen ein Ende:
Die Große Koalition hat sich grundsätzlich auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt. (…) Für die Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes wurde eine Aufsichtsratsquote von mindestens 30 Prozent (…) vereinbart.
Ich erwarte noch heute einen scharf formulierten offenen Brief der Intersexuellengemeinschaft, denn im Vergleich zu ihnen werden Frauen in Vorständen bereits jetzt deutlich bevorzugt. Im Übrigen bin ich jetzt schon sehr gespannt auf die weitere Entwicklung der Deutschen Bahn, bekanntlich ein Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes: Jetzt wird sicher alles gut.
Noch vor kurzem skandierten Demonstranten Plakate und Banner hashtaggend, sie seien mehr. Was sagt das eigentlich über die 70 Prozent aus?
Gegen Gewalt! (2)
Wir haben heute mit Grünen, SPD, CDU & Linken gemeinsamen Antrag gegen Gewalt
Nicht so schön:
an Frauen beschlossen
Ich persönlich bin ja gegen Gewalt an Lebewesen, sofern es Pandabären sind. Was sagt das eigentlich aus?
Team Ruheraum
Fefe hat Recht:
Inzwischen ist dieses „mehr Kommunikation“ zu einem derartigen Selbstläufer geworden, dass das niemand mehr in Frage stellt, ob wir nicht viel mehr einen Ruheraum brauchen, in dem unsere Entwickler auch mal zehn Minuten am Stück Zeit haben, um ungestört Code schreiben zu können.
Sicher: In einem Ruheraum, in dem (wie Fefe vorschlägt) ich auch keine Musik („Berieselung“) hören sollte, weil das nur ablenke, fände ich persönlich keine Ausgeglichenheit. Das Wesentliche aber stimmt: Ständig über irgendwelche Ereignisse informiert zu werden, die wenigstens kurzzeitig audiovisuell die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen versuchen, trägt eher nicht dazu bei, dass die fokussierte Beschäftigung mit einem konkreten Problem sinnvoll möglich ist.
Zu der auch hier gelegentlich bemängelten Dauerbeschallung mit für unser Leben völlig unerheblichen innenpolitischen Nachrichten aus dem fernen Ausland kommt insofern erschwerend der faktische Überfluss an für Teams hilfreich gemeinten Programmierwerkzeugen hinzu. Ich habe schon Gründe, warum ich einfache Texteditoren weit lieber einsetze als modernen IDE-Schnickschnack.
Um beim Programmierthema zu bleiben, obwohl das zweifelsohne auch für andere Professionen gilt: Ich mag es, wenn alles, was in den von mir zur Programmierung eingesetzten Programmen aufblinkt und vom Tippen ablenkt, der Hinweis ist, dass ich gerade Unsinn programmiere. Mir geht selbst farbliche Syntaxkennzeichnung vor allem auf den Sack.

Keine Chats, keine Popups, kein um Aufmerksamkeit bettelndes Ticketsystem, kein hektisches Geblinke. Der Code, Musik und ich.
Ich bin stolzes Mitglied im Team Ruheraum. Jeder nur einen!
Kurzkritik: Convulsif – Extinct
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Bock auf Jazz? Natürlich habt ihr Bock auf Jazz! Dass ich dem Schweizer Quartett Convulsif, das sich unter anderem auf Merzbow beruft und behauptet, es würde Doom-Metal spielen, dieses Etikett anhefte, ist vielleicht zum Teil der Instrumentierung (Geige, Klarinette, Schlagzeug, Bass) geschuldet, teilweise aber sicherlich auch dem, was die vier Herren musikalisch hervorbringen. Ihr fünftes Album „Extinct“ (Amazon.de, nur unphysisch auch Bandcamp) eröffnen sie jedenfalls mit „Buried Between one“, einem zweifellos tief im Free Jazz verwurzelten Instrumentalstück. Das ganze Album kommt ohne Gesang aus. Genau so muss es bei dieser Art von Musik auch sein.
Schon das nächste Stück, das fast zwölfeinhalbminütige „Five Days of Open Bones“, spricht aber eine etwas andere Sprache, indem es eben doch gemütlich ein ausgiebiges Instrumentenbrummen ertönen lässt, bevor es, wie ein schiefes Sprachbild es nennt, ans Eingemachte geht. Blackjazzmetal? Doompostjazz? Ich nehme meine erste Einschätzung wenigstens teilweise zurück; gar nicht übel, diese Mischung. In anderen Stücken (etwa „Surround the arms of revolution“) kommen auch unbenannte Elektronika zum Einsatz, deren Klang mich an Atari Teenage Riot denken lässt, was andererseits hanebüchen scheint und wäre. Ein bisschen Morphine ist aber fraglos dabei.
Das längste und letzte Stück auf der regulären Version von „Extinct“, „The Axe Will Break“, hier bereits gestern die Woche eingeläutet habend, baut sich um ein sich wiederholendes rollendes Bassmotiv herum auf und überrascht schon wieder musikalisch, denn obwohl die Musiker es sich nicht nehmen lassen, in der zweiten Hälfte wieder die Freiform über diesem Bassmotiv erklingen zu lassen, höre ich hier vor allem Postrock (den guten mit den vielen Gitarren), aber auch ein wenig Psychedelisches (zudem nicht ganz so zäh wabernd wie Pink Floyd) heraus. Hat was!
Ich war mir schon vor Monaten ziemlich sicher, dass 2020 ein sehr gutes Jahr für die Musik sei. Inzwischen kann ich das „ziemlich“ guten Gewissens streichen.
Tore zum Mistmachweb (8): Mit illegitimem Interesse zum Profil
Eine ganz tolle Idee hat das Interactive Advertising Bureau, schon vom Namen her ein Unternehmen, mit dessen Mitarbeitern man sich nicht mal eine Welt teilen müssen sollte, da gehabt, um den jüngeren Änderungen der EU-Cookierichtlinien zu entsprechen: Es wurde eine Software geschrieben und veröffentlicht, deren Zweck es sei, „die notwendigen Benutzerabfragen zu vereinheitlichen“, was bedeutet, dass Werber, deren gesellschaftliches Ansehen zu meinem Bedauern noch immer geringfügig höher ist als das von Darmkrebs, mir und anderen Teilnehmern des Webs auch künftig trotz der Notwendigkeit der Einhaltung grundlegender Datenschutzregeln eklige Trackingscheiße („Drittanbieter“) reindrücken dürfen, ohne dafür jemals ein Gefängnis von innen zu sehen.
Aber immerhin:
Hat sich ein Vendor beziehungsweise Drittanbieter dem Framework angeschlossen (…), kann er Daten nur verarbeiten, wenn der Publisher hierfür über eine Consent-Management-Platform (CMP) eine rechtsgültige Einwilligung eingeholt hat.
Bei „heise online“ sieht das zum Beispiel so aus:

Ich wünschte, das hätte ich mir ausgedacht: Es gibt tatsächlich einen standardmäßig aktivierten Schalter, der bewirkt, dass jemand mit „legitimem Interesse“ mir personalisierte (also zwangsläufig trackende) Reklame in den Browser schieben darf.
Der „Duden“, das Standardwörterbuch all jener Menschen, die nie etwas von Prof. Gerhard Wahrig gehört haben, meint dazu, dass das entweder ein „gesetzlich anerkanntes“ oder ein „vertretbar[es], vernünftig[es]“, gar „moralisch einwandfrei[es]“ Interesse bedeute. Beides bezweifle ich, denn, wie ich heute schon an anderer Stelle witzelte, andernfalls setzten auch Einbrecher per Diebstahl lediglich ihr legitimes Interesse an Juwelen um.
Formulierungen wie diese tragen jedenfalls nicht dazu bei, dass das Web – vor allem bunt statt interessant – sich endlich zu einem Dienst entwickeln kann, den zu nutzen langfristig Freude bereitet. Es ist eine Tortur.
Fridays For Zu Spät (2)
Unser Nachwuchs ist ’ne alte Umweltsau…
Alte Umweltsau gegen jungen Klimaschützer? Von wegen: In einer Studie des Wuppertal Instituts zeigen sich die Älteren durch die Bank umweltbewusster als die junge Generation. (…) So gibt jeder fünfte junge Mensch offen zu, für Umwelt und Klima keinerlei Abstriche an seinem Konsum zu machen.
(Quelle: FAZ.net – will nicht direkt verlinkt werden [LSR])
Das Auto zum Jet
Na – die Hoffnung, dass aus 2020 doch noch etwas werden könnte, bereits aufgegeben? Fürchtet euch nicht, es geht aufwärts!
An Privat-Jet-Terminals kann man oft beobachten, wie schwarze Limousinen vor weißen Flugzeugen halten. Porsche und Embraer bringen jetzt ein farblich harmonierendes Auto-Flugzeug-Paket.
„Zug zum Flug“ war gestern. Nie wieder peinliche Momente am Privat-Jet-Terminal!
Und mehr noch:
Zudem erhalten die maximal zehn Käufer des Duets ein spezielles Lederkofferset sowie eine speziell gestylte Weltzeituhr 1919 Globetimer UTC von Porsche Design.
Wer da nicht zugreifen kann, ist selber schuld. Hätte ja auch reich sein können.









