Archiv für die Kategorie ‘und so’.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

In den NachrichtenMir wird geschlechtSonstiges
Medienkritik extra: Altherrenwitze

Dass „alte, weiße, heterosexuelle Männer“ an allem schuld seien und aufgrund ihrer Heterosexualität, statistisch gesehen, leider auch irgendwann mal nullkommanochwas Feministinnen gezeugt haben, ist längst nicht mehr als ein müder Treppenwitz derer, die der Ansicht sind, ihr von Grund auf falscher Charakter sei nur deshalb nicht dazu befähigt, ihnen den Weg in höchste Gnaden zu bahnen, weil sich ihnen das Patriarchat in den Weg gestellt habe, und nicht etwa deshalb, weil sie außer Spracheverhunzen und Quotenfrausein nichts an Eignung vorzuweisen haben.

Etwas seltener ist dies:

Das Problem von „TV total“ ist nicht mal mehr der niveaulose Witz. (…) Die Show wirkt wie von alten Männern gemacht, hergestellt mit dem Humor-Werkzeug der Neunzigerjahre.

Alte Männer, so heißt’s dort, seien somit als Urheber von Unterhaltungsmedien nicht geeignet. Jung ist gut, frisch und im Bestfall auch nicht männlich, lese ich daraus, habe schlimme „junge Komikerinnen“ wie Carolin Kebekus, Cindy aus Marzahn sowie Martina Hill in ihrer einzigen unerträglichen Rolle als „Tina Hausten“ viel zu gut im Gedächtnis und rolle ein wenig theatralisch mit den Augen. Der Jüngste war Heinz Erhardt auch nicht mehr, als er gegen Ende seines Lebens immer noch Menschen amüsierte, und wie auch der Dichter Robert Gernhardt und der, nun, Fernsehkritiker Loriot, allesamt alte Männer, hätte er „TV Total“ vermutlich schon damals für viel zu albern gehalten.

Warum das jetzt, drei Monate nach der Veröffentlichung des beschämenden Artikels auf „SPIEGEL ONLINE“, noch von Belang ist? Stefan Raab höre auf, verkündeten die Medien, und nur wenige Stunden zuvor war gerade erst die erste Trauer über den Tod des Literaten Harry Rowohlt verklungen, der erst mit 70 Jahren seinen subtilen, bisweilen auch brachialen Witz nicht mehr zu haben imstande war. Was auf „TV Total“ folgt und auf „SPIEGEL ONLINE“ als geeigneter Ersatz beschrieben wird, nennt sich „Circus HalliGalli“ oder „Neo Magazin Royale“ und wirkt wie die Harald-Schmidt-Show (ihrerseits wenig mehr als eine Kopie dessen, was Jay Leno perfektionierte) ohne Harald Schmidt, dafür mit drei Oliver Pochers, die gleichzeitig versuchen, völlig unterschiedliche Witze falsch zu erzählen. Es mutet andererseits tragisch an, dass man Raab und Pocher hinsichtlich ihres Unterhaltungswerts kaum voneinander unterscheiden kann.

Stefan Raab, diese wahrhaftige Inkarnation Troy McClures, ist ein Anachronismus aus einer Zeit, in der man mit personality shows – auch Thomas Gottschalk ist ja mit mehreren Versuchen dazu gescheitert – noch prima Sendezeit füllen konnte. Das indes hatte er mit Harry Rowohlt gemein: Sie sind aus der richtigen Zeit in eine andere gefallen, in der Beschleunigung die Maxime bildet. Zumindest für Rowohlt blieb nur mehr eine Nische, die er allerdings besser zu füllen vermochte als sie ihm Platz bot; er war die Nische.

Stefan Raab hinterlässt im deutschen Fernsehen nichts als ein paar Stunden vakante Sendezeit. Wenn ihm das als Vermächtnis genügt, ist das valide. Harry Rowohlt, der das Fernsehen allenfalls in der „Lindenstraße“ beeinflusste, hinterlässt hingegen etwas, was von Jan Böhmermann oder, herrje!, Günther Jauch wohl nur schwer korrigiert werden könnte.

Schade drum.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Nachrichtenretrospektive in Kürze, 16. Juni 2015

Gender der Woche: Eltern von Jungs beschweren sich, dass transgender-Mädchen auf die Jungstoilette gehen darf, Eltern des Mädchens beschweren sich anschließend, dass es das nicht mehr darf. Da wird wer zu Hause auf „was habt ihr heute in der Schule gemacht?“ sicher mal eine spannendere Antwort als „Mathe“ geben können.


Skandal!!1! der Woche: Politisch rechte Fraktion stimmt einem berechtigten Antrag einer anderen politisch rechten Fraktion zu. Nicht, dass so was noch zur Gewohnheit wird und eine demokratiefeindliche rechte Partei eines Tages aufgrund der so gewonnenen Mehrheiten noch die Kanzlerin stellt!


Javaproblem der Woche: Unicode macht Kommentare ausführbar.

In den NachrichtenMontagsmusik
Emerson, Lake & Palmer – Karn Evil 9

MüdeEs ist Montag; nicht irgendein Montag, sondern Montag 1 nach der für alle überraschenden Erkenntnis, dass jemand, der sich in ein Netzwerk hackt, auch beim Rechner der Kanzlerin nicht sagt: „Oh, das ist der Rechner der Kanzlerin, da geh‘ ich mal nicht drauf.“ Dafür, allerdings, wollen sie EDV-Sicherheit zur Pflicht machen, jedenfalls für Unternehmen, beim Bundestag ist es ja bereits zu spät.

Was die Bundesregierung unter Datensicherheit versteht, ist indes wohlbekannt, das De-Mail-Debakel ebenso wie die enge Zusammenarbeit mit der Telekom, die ihrerseits gern mal Nutzerdaten rausträgt, noch nicht verjährt. Verschlüsselung, die die Arbeit der Geheimdienste erschwert, sollte zur Wahrung des bisher erzeugten Bildes in den Hackerparagraphen aufgenommen werden, wo auch nmap u.dgl. drinstehen. Sicherheit ist nichts, was man selbst prüfen dürfte. Und man will ja auch nur Sicherheit gegen den Iwan, die Chinesen oder wer auch immer derzeit für das Eindringen in den Bundestag verantwortlich gemacht werden soll, nicht gegen unsere amerikanischen Freunde, ansonsten würde – man hört Parlamentarier erschreckt einatmen – der Markt auch weiterhin ohne TTIP fluktuieren müssen. Eine schier unerträgliche Vorstellung.

Früher war vieles besser. Auch die Musik.

Emerson, Lake & Palmer – Karn Evil 9 (California Jam 1974)

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Katie Dey – asdfasdf

katie dey - asdfasdfVor ein paar Jahren, als YouTube noch cool und nicht von blondierten Dummen mit anstrengender Stimme und geschminkten dreizehnjährigen Jungs bevölkert war, machten sich Menschen mit einem unfassbar schwarzen Humor daran, dort Dinge zu veröffentlichen, die fürderhin zum Teil kultisch verehrt wurden, darunter die „asdfmovies“ (ass-duff-movies).

asdfmovie 1-8 (Complete Collection)

Bei Nico, der nach elf Jahren und ungezählten Rückzügen von der Bloggerei zum Glück immer noch ab und zu über Musik berichtet, fand ich jüngst ein ebenso verschrobenes Werk von der mir zuvor unbekannten Musikerin Katie Dey. Der Name der EP: „asdfasdf“. Das kann man sich gut merken.

Das Minialbum klingt skandinavisch, ist aber australisch. Eine eigenartige Klangmischung aus sigurrósquem Ambient („fear o the dark“), Poprock von einer ausgeleierten Kassette („unkillable“), Lo-Fi-Noiserock („h o e“) und Dubstepelementen überrascht den Hörer mit einer Eingängigkeit, die zusätzlich verwirrt.

katie dey – fear o the dark

Ein Musik gewordenes WTF, das im noch vergleichsweise unverbrauchten 2015 bisher eine Ausnahmeerscheinung darstellt. Ich mag das.

In den NachrichtenMusikPolitik
Nachrichtenretrospektive in Kürze, 10. Juni 2015

Voraussichtlich schon heute der Brüller des Jahres: Die umstrittene Vorratsdatenspeicherung wird erst im Herbst im Bundestag als Gesetz diskutiert werden. Das gibt der SPD-Basis mehr Zeit für Widerstand gegen das Vorhaben. Die gabriel’sche SPD, Hort der klugen Geister, geführt mit Brillanz.

Was ja auch nötig ist, denn:

In dieser kopflastigen politischen Landschaft, in der die Zentralgewalt die entscheidende ist, muss eine Partei bundesweit so aufgestellt sein, dass sie mit den etablierten konkurrieren kann. Das heißt vor allem, dass es hunderte Funktionäre braucht, die sich souverän im politischen Geschäft bewegen, nicht auffallen und nur innerhalb geplanter Aktionen für Aufsehen sorgen.

(Quelle)

Widerstand war sowieso gestern. Politischer Punk ist tot. Die Platten der Sex Pistols sind ein Kreditkartenmotiv. Gegen das antikapitalistische Schweinesystem oder so. Drogen besorgt die Polizei für euch. Das muss dieser neue Liberalismus sein, von dem immer alle reden; der alte wurde bekanntlich hingerichtet.


Fein allerdings: Von Guilty Ghosts, nach wie vor ein Soloprojekt von Tristan O’Donnell, gibt es ein neues (leider recht kurzes) Album zum Download und Anhören ab 0 Euro. Musik für Nebeltage und melancholische Momente auch im Sommer. Zurücklehnen bitte.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Alvvays – Party Police

Auf's Maul?!Es ist Montag. Ist das eigentlich legal? Anderes jedenfalls nicht: Wo andere mit dem Flugzeug fliegen, fliegt Kate Moss heraus.

Wahrscheinlich war das aber auch nur ein Missverständnis, Frauen tun nicht nur niemandem was; laut Claudia Roth („Grüne“, das waren die mit den Kindern) sind Frauen obendrein die einzige Lösung für die Korruptionsanfälligkeit der FIFA: Das größte Problem der FIFA sei es, dass es dort keine Frauenquote gibt, das bisschen Käuflich- und Gesetzlosigkeit ist ja nebensächlich. Apropos: In der Türkei hat die als unbesiegbar geltende Regierungspartei abermals eine Mehrheit erhalten, aber nur noch eine normale, was Kommentatoren als klaren Beweis dafür sehen, dass dort alles mit rechten Dingen zugeht; und was das über die etwa 80 Prozent für die Regierungskoalition in Deutschland aussagt, möge sich ein Jeder selbst ausmalen.

Es ist ja doch immer dasselbe.
Alvvays the same.

Apropos Alvvays: Unter diesem Namen ist seit 2011 ein kanadisches Quintett aktiv, das 2014 sein Debütalbum veröffentlichte. Zu hören gibt es garagigen Postpunk, nicht unähnlich Savages und den Raveonettes, gepaart mit dem Gesang von Frontfrau Molly Rankin, die Erinnerungen an „Nixe“ von den guten alten Huah! herbeihext. Ich weiß das zu schätzen.

ALVVAYS – Party Police – live 13.02.2015 Milano

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Das ist ja wohl der Gipfel!

Während hochrangige Vertreter der G7-Staaten für mehrere Hundert Millionen Euro standesgemäß auf Schloss Elmau über Verträge diskutieren, die sie fürderhin nicht zu erfüllen beabsichtigen, und dabei zumindest ausgewählte Demonstranten zulassen, weil den Übrigen für die Genehmigung zur Wahrnehmung ihres grundrechtsverbrieften Rechtes auf Demonstration das Feingefühl fehle, und so selbst auf dem so genannten „Kirchentag“ mehr Politik stattfand als dort, wo bis heute Weltfremde ihr Unwesen treiben, fragt sich ganz Deutschland, wieso ausgerechnet die NATO Russland nicht mehr mitspielen lassen will, beziehungsweise:

Diese Woche traf ich in Moskau mit einem namhaften Professor zusammen, der auch an Russlands wichtigster Diplomaten-Hochschule lehrt. Seine Aussagen waren deprimierend. Putin und seine Führung seien mental nicht mehr erreichbar, sie hätten sich von der Wirklichkeit abgekoppelt, sagt der Professor. Die politische Kultur in Russland habe sich seit 500 Jahren nicht geändert.

Und was macht eure Regierung gerade so?

Sonstiges
Medienkritik XCII: „JOY“ und „Jolie“ im Männercheck

Ein neuer Monat, ein paar neue Frauenzeitschriften. Grellbunt wetteifern im Zeitschriftenregal, wie so oft, turnusmäßig auch „JOY“ und „Jolie“, beide häufige Gäste in dieser Rubrik, um die Gunst der Käuferinnen. Ach, was soll’s Gegender? Natürlich auch der Käufer, steht doch immer auch vieles darin, was auch dem Manne gefällt.

Vieles? Man wird sehen.

1. „JOY“

joy juni 2015

In knalligen Farben legt die „JOY“ vor: Das Extraheft „107 Beauty-Tipps“, das wohl zur titelbildlich kolportierten Mission, aus jeder Leserin eine beknackt aussehende Frau mit schlechter Haut und kaputten Haaren zu machen, beitragen soll, mag neckisch sein, allerdings begeht Chefredakteurin Ann Thorer bereits im editorial einen Fauxpas, indem sie die „liebe Leserin“ anspricht. Als wären wir Männer nicht an Mode („die 70 coolsten Kleider des Jahres“), Sport („Yoga, Radfahren, Joggen & Co.“, wer immer die Kompagnons sein mögen) und unserem Aussehen („stylische 3-Minuten-Frisuren“, so was trage ich ja gratis, sowie „Make-up ohne Pannen“) interessiert!

Aber darum soll’s nicht gehen; vielmehr – passend zum auf Seite 17 abgedruckten „klugen Satz des Monats“ von Shailene Woodley, der „Keiner entwickelt sich weiter, wenn er sich an dem misst, was es schon gibt.“ lautet – empfiehlt die „JOY“ aus einer Auswahl der Dinge, die es schon gibt, „22 kleine Verführungstricks, die jeden Mann verrückt nach Ihnen machen“. Man möchte ja als Mann schon gern wissen, wieso man so verrückt ist. Dazu zählt offenbar:

Ach Mist, zu viel Bodylotion erwischt! „Süßer, kann ich dir was abgeben?“ Hui, das flutscht aber…

Hui. – Oder:

Ein Klassiker: Schlüpfen Sie beim Abendessen aus einem Ihrer Schuhe und führen Sie Ihren Fuß vorsichtig in Richtung seines besten Stücks. Hi, Kleiner…

„Kleiner“. Ich bin schon ganz rollig. Aber da geht noch mehr:

Guten Morgen! Versüßen Sie ihm das Aufwachen, indem Sie Ihre nackten Brüste mit kreisenden Bewegungen an seinem Rücken reiben. Das sorgt für eine extraschnelle Auf-STEH-Phase (hihihi).

(Zitat unverfälscht abgetippt; resp.: sic!)

Vollends zum Orgasmus aber treibt mein Zwerchfell Tipp 19:

Geben Sie ihm einen Grapefruit-Blowjob. Dafür die Enden der Frucht abschneiden und in der Mitte ein Loch in der Größe des Penis-Durchmessers bohren. Wenn sein bestes Stück so weit ist, drüberstülpen und auf und ab bewegen …

Die meinen das ernst.

Tipp 22 („greifen Sie ihm ohne Vorwarnung in den Schritt“) fragt abschließend:

Männer sind in Sachen Sex einfach gestrickt. (Ach so! A.d.V.) Warum nicht auch mal Sie?

Beim Sex so einfach gestrickt zu sein, dass man sich für die erfolgreiche Verführung eines einfach gestrickten Mannes – die typische Leserin legt auf einen Mann mit Stil offensichtlich keinen Wert – Obstbegattungstricks aus einem Quietschbuntmagazin anlesen muss, gehörte bislang allerdings auch nicht zu den Dingen, um die ich Frauen beneidet habe.

Vielleicht ist die Konkurrenz ja schlauer.

2. „Jolie“

jolie juni 2015

Die „Jolie“ hält dagegen: Zwar gibt es hier statt 107 nur „55 coole Beautytricks“, dafür aber auch „36x Traumbody“ („Die schönsten Bikinis für jeden Figurtyp“, ich bin dann mal einkaufen) und „15 Tipps, die sofort glücklich machen“ („Das Instant-Rezept für gute Laune“), darunter „Traurige Musik hören“ („What?“, ebd.), „Den Müller machen“ („Jubeln wie der Bayern-Star“) und „Das Bett machen“. Schade, dass es nur für 15 gereicht hat – so war für die unerlässlichen weiteren Tipps „Den Rasen mähen“, „Einkaufen“ und „Zahnarzttermine vereinbaren“ leider kein Platz mehr. Aber ich helfe doch gern!

Dafür hilft mir im Gegenzug die „Jolie“ wie auch die „JOY“ dabei, zu verstehen, wie ich für alle Beteiligten (noch) besseren Sex haben kann: „Setzen, Sex!“ („Sexschule für Männer“) lautet die Überschrift; vermutlich sollten die Männer zumindest froh sein, dass die Zeit der Züchtigung durch den Rohrstock bereits lange genug zurückliegt. Die sechs „Lektionen“ (sowie der unvermeidliche „Exkurs: G-Punkt“, wobei Letzterer, ich zitiere, „sozusagen im ersten Stock“ liege) sind wie eine typische Schullaufbahn aus der Sicht von jemandem, der nie eine Schule besucht hat, strukturiert:

Einführungsveranstaltung: Verführung

(…) Um eure Hand auf unserem Po platzieren zu dürfen, reicht es (…) nicht, dass wir uns angeschickert eine Portion Pommes Schranke geteilt haben. (…) Ihr sagt schmunzelnd „Selbst Ketchup steht dir“ und schaut schief grinsend ein bisschen zu lang auf unseren Mund? Hot!

Während die „JOY“-Zielgruppe sich also aus blöden Frauen mit wenig stilvollen Männern zusammensetzt, geht man bei „Jolie“ von Frauen ohne Tischmanieren und Männern ohne Subtilität aus. Schön, dass Kavalierstum auch 2015 noch zur Besonderheit genügt.

Pflichtpraktikum: Knutschen

(…) Man kann es sich vorstellen, wie wenn zwei Katzen aufeinandertreffen, sich erst mal vorsichtig beschnuppern, umkreisen und sich dann aneinanderschmiegen und -werfen. (…) Probieren Sie mal Folgendes aus: „Einmal mit der Zunge über die Lippen der Freundin fahren, dann erst mal aufhören, die Berührung nachwirken lassen. Wenn sie mehr will, sich langsam steigern, in kleinen Bewegungen rantasten.“

Wenn mehrere Katzen aufeinandertreffen, ist das selten vorsichtiges Beschnuppern, so weit ich das bisher miterlebt habe; und man schelte mich einen Narren, wenn ich irre, aber die Vermutung liegt nahe, dass eine Frau, der man über den Mund leckt, wenn sie knutschen will, das nur wenig betörend findet. Sei’s drum, Theoriefindung ist angesichts der dürftigen Quellenlage vielleicht auch unangemessen.

Fortbildung: Fummeln

Schon klar: Ihr habt selbst keine Brüste, deswegen stimmen euch unsere naturgemäß sehr aufgeregt. Das ist auch gut so – zumindest so lange, bis ihr sie komisch mit dem Finger pikt und dabei am besten auch noch „Möp-möp“ oder „Ding-dong“ sagt.

Manno! :lachtot:

Prüfungsphase: Sex

(…) Während [die Erregungskurve] bei euch meist von null auf geil verläuft, brauchen wir eine gewisse Aufwärmphase. Statistisch gesehen liegt die bei 20 Minuten.

Nützliches Sexutensil Nr. 1: eine Eieruhr.

„Achten Sie auf Ihre Körpersprache“, rät [Sex-Coach] Vanessa del Rae. (…) Ihr Tipp: die taoistische Rhythmustheorie. Neunmal kurz eindringen, einmal tief, dann achtmal kurz, zweimal tief, siebenmal kurz, dreimal tief, und wenn man bei eins angekommen ist, das Ganze rückwärts. „Das ist zielführender als ein Rein-raus-Einerlei. (…) Auch Kreisen kommt immer gut!“

Nützliches Sexutensil Nr. 2: ein Rosenkranz.

Zusatzausbildung: Cunnilingus

(…) Vanessa del Rae rät (…) zum „Adlersuchsystem“, also kreisen, aber nicht direkt landen.

Mit Kreisen hat die Frau es offenbar. Das Adlersuchsystem kenne ich allerdings von Computernutzern, es zeichnet sich dadurch aus, dass es quälend lange dauert und man bei konsequenter Nutzung auch langfristig keine qualitativen Fortschritte machen wird.

Abschlusspräsentation: Orgasmus

(…) Und wenn’s bei uns mal nicht klappt? Nicht so wild, so lange ihr euch danach nicht grunzend auf die Seite rollt. Lieber eine Ehrenrunde drehen! (…) Die Erektion schwillt ja erst langsam ab …

„Nicht so wild, aber ändern müsst ihr’s schon“. Grunz.

3. Fazit

Die „Jolie“ erweist sich zwar als das Magazin, das zumindest in der Theorie Klügeres zu lehren beabsichtigt, allerdings scheint man dort – anders als bei der „JOY“ – seine eigenen Tipps nicht selbst auszuprobieren. Der Sieger? Unentschieden. Sicher ist nur: Bereits am 5. Juni dieses Jahres erscheint von beiden Zeitschriften die Juli-Ausgabe. Das ist nichts für Männer. Wir mögen es logisch.

Habe ich jedenfalls irgendwo gelesen.

In den NachrichtenPolitik
„Nicht besonders klug“

SPIEGEL ONLINE, 30. Mai 2015:

Die Bundesregierung hat Russland aufgefordert, über weitere Einreiseverbote gegen deutsche Politiker aufzuklären. (…) Außenminister Frank-Walter Steinmeier kritisierte die Erstellung der Einreisestoppliste während seines Ukraine-Besuchs: Er halte es „nicht für besonders klug“, eine solche Sperre überhaupt auszusprechen, sagte er nach einer Visite im Flüchtlingslager in Dnipropetrowsk. (…) Laut Medienberichten wurde gegen Dutzende weitere EU-Politiker ein Einreiseverbot ausgesprochen. (…) Dies sei kein geeigneter Beitrag zu den Bemühungen, „einen hartnäckigen gefährlichen Konflikt in der Mitte Europas zu entschärfen“, so Steinmeier.

Verordnung 269/2014 des EU-Rates, 17. März 2014:

Der Rat hat am 17 März 2014 den Beschluss 2014/145/GASP angenommen, der Reisebeschränkungen und das Einfrieren der Gelder und wirtschaftlichen Ressourcen bestimmter Personen, die für Handlungen, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergraben oder bedrohen, einschließlich der ukrainischen Verfassung zuwiderlaufen der Handlungen in Bezug auf den künftigen Status von Teilen ihres Hoheitsgebiets, verantwortlich sind, und der mit ihnen verbundenen natürlichen und juristischen Personen, Einrichtungen und Organisationen vorsieht. Diese natürlichen und juristischen Personen, Einrichtungen und Organisationen sind im Anhang des genannten Beschlusses aufgeführt.

Die Liste im Anhang umfasst 21 Russen und Prorussen.

Nicht besonders klug.

In den NachrichtenKaufbefehleMontagsmusikMusikkritik
Larry Coryell – The Lift

Och nööö...Glück im Unglück aus der EU: Netzneutralität wird vielleicht wieder gestrichen, dafür sind Auslandstelefonate vielleicht bald noch günstiger. Telefon, ihr wisst schon, diese App mit dem komischen Symbol, die ihr noch nie gebraucht habt.

Andererseits ist Montag, und der Montag verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Fast ebenso verschlungen sind die Pfade, auf denen mir das Album „The Lift“ von Larry Coryell über den Weg lief. Larry Coryell ist ein US-amerikanischer Jazzgitarrist, der in den 1970-er Jahren mit Größen wie Charles Mingus zusammen gespielt hatte und nebenbei noch Zeit für seine eigene Fusionband The Eleventh House fand. Auf seinem aktuellen – es sind inzwischen über sechzig – unter eigenem Namen veröffentlichten Album „The Lift“, aufgenommen 2012, ist gitarrengetragener, weitgehend instrumentaler Jazz zu hören, der sicherlich nicht der schlechteste ist.

Larry Coryell – Going Up

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Womansplaining

Wo|man|splai|ning (n.): Frauen, die einen Mann von oben herab über vermeintliches mansplaining belehren. :nein:

ComputerIn den NachrichtenPolitik
Bytegeschosse

Nach all dem Ärger mit den nicht funktionierenden Gewehren zieht, so liest man, unsere Lieblingsministerin Ursula von der Leyen die einzig logische Konsequenz und verknüpft ihr jahrelanges zielloses Engagement gegen Bösewichte im Internet mit ihrem jahrelangen ziellosen Engagement gegen Bösewichte in der freien Natur:

Der Cyber-Krieg, sagt die Verteidigungsministerin, sei „indeed very important“. (…) Um Faktor fünf seien die feindlichen Attacken auf indische Computer-Netzwerke gestiegen, schon 2013 habe man den Schaden auf vier Milliarden Dollar geschätzt, Tendenz steigend. (…) Deshalb habe man (mit dem indischen Premierminister, A.d.V.) vereinbart, „sehr viel enger zusammenzuarbeiten“, um den neuen Krieg zu gewinnen.

Frau von der Leyen, die vor ein paar Jahren traurige Cyber-Berühmtheit erlangt hat und nun der Bundeswehr vorsteht, möchte aus der Bundeswehr also nun Cyber-Krieger machen. Filmfreunde, die nun an „Tron“ denken, liegen aber wahrscheinlich falsch:

Gleichzeitig will sie die Bundeswehr mit indischer Expertise besser für Computer-Angriffe rüsten, ein Austauschprogramm ist angedacht. (…) Seit Monaten plant ihr Haus eine Art Kompetenzteam für den elektronischen Krieg.

Wer schon einmal im EDV-Bereich mit Indern zu tun hatte, der wundert sich vielleicht ein bisschen über den Begriff des Kompetenzteams, ist jene doch in deren Heimatland zwar preiswert, aber oft auch nicht gerade überwältigend gut; sei’s drum: In einer Zeit, in der Deutschland nur noch in der Vasallenrolle Krieg spielen darf, bis das nächste Kosovo sich erhebt, ist jedes Mittel recht, um nicht die Mittel zu verlieren.

Was hat sie denn eigentlich im Sinn? Nun, natürlich noch Illegales:

Für eine echte Abwehr, die nur durch aktive Attacken auf feindliche Rechner funktionieren kann, gibt es bisher kein Mandat.

Angriff. Verteidigung. Wir sind Kollateralschaden, müssen künftig nicht nur die NSA, den BND und die Chinesen, sondern obendrein digitales Militär fürchten, das dann wenigstens – hoffentlich – wie gewohnt danebenschießt.

Von einem „Hightech-Krieg gegen Computer-Viren“ ist in der Einleitung auf „SPIEGEL ONLINE“ die Rede. Winzige Panzer, die das Internet durchfahren, sind zumindest, vom Ernst der Lage abgesehen, eine amüsante Vorstellung. Vielleicht sind auch winzige Soldaten an Bord, die jedem Virus, dessen sie habhaft werden, ein Stoppschild vor die winzige Nase setzen. Damit die Viren wissen, dass sie da nicht durchdürfen.

Ich bleibe aber bei meiner Position, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist und die Freiheit der Massenkommunikation Grenzen hat, wo die Würde anderer Menschen verletzt wird.
Ursula von der Leyen (CDU), 2009

In den NachrichtenSpaß mit Spam
hallo geschaftsvorschlag

Auf SPIEGEL ONLINE wundert sich Christian Stöcker heute offenbar völlig unironisch:

Spam, Phishing, Überwachung – die E-Mail ist unerträglich und trotzdem immer noch da.

So geht’s mir mit Christian Stöcker zwar auch, aber mich bezahlt natürlich keiner für solche Empfindungen. Man muss sich Christian Stöcker als einen Menschen vorstellen, der ausschließlich Spam- und Phishingmails bekommt und es nicht irgendwie merkwürdig findet, sich auf einer trackingdurchsetzten Website wie SPIEGEL ONLINE über die Überwachung mittels E-Mails zu empören.

Dabei ist E-Mail auch ein Medium für das Knüpfen von Geschäftsbeziehungen. Mich erreichte zum Beispiel heute folgender Kontaktversuch:

geschaftsvorschlag

Kreative Anreden fördern die Aufmerksamkeit des Lesers. Gut gemacht!

Grüß Gott

Ah, ein Süddeutscher schreibt. Oder?

Ich bin mit diesem Medium, um Sie über die Transaktion zur Abgabe von $21.500.000 (Einundzwanzig Millionen fünfhunderttausend Euro) in meiner Bank in China, Sie als Empfänger zu informieren.

Schlimme Grammatik, merkwürdiger Umrechnungskurs, Bank im Ausland – ja, eindeutig ein Süddeutscher.

Es wird zu 100% sicher, dass der Finanzvorstand des verstorbenen Kunden.

Es ist zu 100% sicher, dass der Verfasser.

Bitte auf meine private E-Mail: sangchin24@gmail.com, für weitere
Informationen.

Ich schreibe prinzipiell niemandem an eine Google-Mail-Adresse. SPIEGEL ONLINE sagt, da werde ich überwacht.

Dann eben nicht.


Ach, die „Homo-Ehe“, also die Hochzeit zweier Menschen gleichen Geschlechts, treibt die Medien mal wieder um. Von einer „Gleichberechtigung“ sei die Rede, die gefördert werde, wenn man statt einer nun sogar zwei verschiedene Lebenspartnerschaften legalisiert. Was aber soll das für eine Gleichberechtigung sein, in der ein Mann nicht einmal seine Lokomotive heiraten darf?

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Ben Levin Group – Pulse

Kaffee?Mach‘ Sachen:

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) rechnet damit, dass seine Kommunikation von Geheimdiensten abgehört wird.

Wenn das rauskommt! :aufsmaul:

Erst mal wach werden.

Ben Levin Group Pulse Music Video

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusikNerdkramsPolitikWirtschaft
Nachrichtenüberblick, 23. Mai 2015

Die Friedensoffensive der Bundesregierung geht weiter: Auch das neue Leutetotschießgerät der Bundeswehr funktioniert nicht.


Mozilla sei wichtig für „unser offenes Netz“, heißt es. Wie offen? So offen:

Mozilla möchte (…) beweisen, dass relevante Werbung auch dann möglich sei, wenn die Privatsphäre der Nutzer geachtet werde (…).

Ungefragt als williger Empfänger von Produktinformationen, als Kunde statt als Nutzer angesehen zu werden fühlt sich natürlich gleich viel besser an, wenn niemand erfährt, dass man es wird.


Andererseits sind entrechtende Konzerne gerade wieder einmal im Aufwind: Der augenscheinlich Kunden verachtende Scheißkonzern Sony (der mit den Internetsperren und den Trojanern auf an Kunden ausgelieferten Tonträgern) hatte mit dem Eigentum ablehnenden Unternehmen Spotify einen zumindest von 2011 bis 2014 gültigen Vertrag abgeschlossen, dem zufolge nicht nur – wie in Firefox – vielfach Werbefläche vermietet werden sollte, sondern auch Einnahmen abgetreten werden mussten:

Als eigentliche Tantiemen musste Spotify mindestens 60 Prozent seines Bruttoumsatzes an die Label ausschütten. (…) Dabei wurden 0,225 bis 0,25 Dollar-Cent je werbefinanziertem Stream, plus drei Dollar pro Monat und normalem Abonnenten, plus sechs Dollar und Monat je Premium-Abonnenten veranschlagt. Diese Sätze galten auch dann, wenn ein Abonnent Spotify in einem Monat überhaupt nicht genutzt hatte.

Die niedrige anbieterseitige Entlohnung von Musikern, über deren Höhe seit Jahren geschimpft wird, ist also nicht einmal unbedingt primär die Schuld derer, die sich in solche Knebelverträge fügen müssen, um ihr Angebot erweitern zu können. Nichtsdestotrotz ist der tatsächliche Besitz von Musik auch aus diesem Grund eine gute Idee – es sieht nicht nur schöner im Regal aus, man trägt zudem weniger zur Ausbeutung der Interpreten bei.


Deutschland fiebert mit: Heute Abend werden wir alle wieder einmal durch einen herz- und belanglosen englischsprachigen Schlager im Ausland vertreten. Freut ihr euch auch schon so sehr wie ich?