Archiv für die Kategorie ‘In den Nachrichten’.

Wenn ich Nachrichten sehe, höre oder lese, muss ich darüber schreiben, sonst werde ich sauer.

ComputerFotografieIn den Nachrichten
Schmeckt sicher „gut“.

Neulich bei Edeka:

"Kräuter"-Croutons


In weiteren Nachrichten: Das Leistungsschmutzrecht wirkt.

Wer die Internetsuche von web.de, GMX oder T-Online nutzt, bekommt keine Ergebnisse mehr von „Bild“, „Welt“, „Hannoversche Allgemeine“, „Berliner Zeitung“ und zahlreichen weiteren Online-Angeboten von Zeitungen angezeigt. Die drei Portale haben jene Verlage, die in der VG Media organisiert sind, um Ansprüche aus dem neuen Presse-Leistungsschutzrecht geltend zu machen, ausgelistet.

Und als Nächstes schmeißt Amazon alle Autoren raus, die gegen Amazon und sein Angebot protestieren, und vielleicht merken dann ein paar Idioten, dass sie selbstverständlich gern die Forderung stellen dürfen, dass andere dafür Geld zahlen müssen, Werbung für sie machen zu dürfen, dieses Geschäftsmodell allerdings nur bedingt realitätstauglich ist.

Andererseits: Würden manche von ihnen etwas merken, wären sie nie zur HAZ gegangen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Joe Sample Trio – Street Life

;-)Was für ein Wochenende!

Im Osten des Landes fanden wieder einmal Wahlen statt, und weil die Uhren dort anders ticken als im Rest des Landes, hat die „Alternative für Deutschland“ den Einzug in zwei weitere Landesparlamente geschafft, die F.D.P. bekommt wie üblich den Trostpreis für’s Mitspielen. Sympathisanten der kurzlebigen Spaßpartei AfD finden, die Piraten seien ja wohl weg vom Fenster. Wahlkampf ist der einzige Kampf ohne einen Verlierer. Man kann sich auch totdiskutieren.

Auch tot ist übrigens Joe Sample („Joachim Beispiel“). Das ist ein bisschen schade, er war kein so übler Pianist. Beginnen wir den Tag in stillem Gedenken mit ordentlich Death Metal passender Begleitung:

"Street Life" – Randy Crawford (2006)

In weiteren Nachrichten: Chuck Norris ist eine Farbe. Dieses Internet überrascht mich immer wieder.

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Bio macht blöd

Erinnert sich noch jemand an die Grünen, von denen man seit ihrem tiefen Fall im Jahr 1999 nicht mehr viel gehört hat? Die Grünen, ich erkläre das kurz für die Jüngeren, sehen ungefähr so aus:

Bio macht schön

Eigentlich also genau so, wie man sich seine Regierung schon immer gewünscht hat. Aber die Grünen tauchen in der Presse kaum mehr auf, sie sind zu brav und konform geworden. Das ist auch nicht ganz unbeabsichtigt, öffentlich präsentiert sich die Partei bevorzugt als Alles-ist-erlaubt-Partei:

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen die Freiheit haben, ihr Leben selbst zu gestalten. Die Grünen sind eng verwurzelt mit den Bürgerrechtsbewegungen, mit emanzipatorischen Bestrebungen. Diese wie auch libertäre und liberale Traditionen prägen unsere gemeinsame freiheitliche Orientierung. Für eine Gesellschaft, die jedem eine Chance gibt. Ohne Bevormundung.

Außer, wenn’s um Kleidung geht, denn da verliert auch eine bayrische Grüne die Fassung:

In Tracht nahm [Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär, CSU] auf der Regierungsbank Platz – was die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl (61) zu einer öffentlichen Kritik im Netz ermunterte. Es ging dabei keineswegs um Politik, sondern um das Dirndl der Bambergerin. Dieses sei „rückständig“.

Freiheit gern, aber ohne die Einhaltung der Kleiderordnung verfällt hier alles in Anarchie. Anarchie!!1 :motz:
Turnschuhe und Männer mit langen Haaren sind kein Problem, aber Dirndln sind eine klare Respektlosigkeit.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz gefragt zur gestrigen Apple-Keynote

Außer diesem Comic fällt mir angesichts der momentanen Apple-Nachrichtenschwemme gerade nur eine Frage ein:

Ob es den vielen, vielen Menschen und „Journalisten“, die gestern stundenlang ungeduldig vor dem Bildschirm oder gar vor Ort ausharrten, um einem professionellen Produktvertreter applaudierend dabei zuzuhören, wie er Dinge, die Konkurrenzprodukte längst beherrschen, als innovativ anpreist, bewusst ist, dass sie nichts weiter beiwohnten als einer bloßen Verkaufsveranstaltung, die von einer Tupperparty nur der Preis der Ware unterscheidet?

In den NachrichtenNerdkrams
Twitter macht dicht.

Twitter hat wieder etwas geändert und die deutsche Internetgemeinde ist dermaßen empört, dass sie heute von 10 bis 12 Uhr einen geplanten Twitterstreik abhielt, der wie gewohnt folgenlos verhallte. Klar, so’n Sitzstreik ist bei einer Fabrik wahrscheinlich effizienter als bei einem Mikroblog.

Worum geht es? Nun, Twitter zeigt künftig auch möglicherweise interessante Tweets von Leuten an, denen man nicht folgt. Bislang kommen ja bereits Leute, die zum Beispiel die offizielle Twitter-app unter Android nutzen (dazu später mehr), in den Genuss von Werbeeinblendungen von Firmen, denen man ebenfalls nicht folgt.

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In den NachrichtenNetzfundstücke
Gewaltvolles Abarbeiten

Über den aktuellen Fall von Nacktbildern von C- und D-Prominenz, die nur für sich nackt und/oder fickend posierten und das Ergebnis in die iCloud übertrugen, wo sie jemand fand und im Internet verteilte, möchte ich allenfalls mein Unverständnis äußern. Wenn ich nicht möchte, dass Unbefugte mich nackt sehen, mache ich davon keine Fotos und stelle sie dann erst recht nicht einem mir persönlich fremden Serveranbieter zur Verfügung. Aber ich bin natürlich auch nicht so prominent, dass das überhaupt jemand sehen wollen würde. (Offenlegung: Ich möchte auch die allzu blonde Jennifer Lawrence nicht nackt sehen müssen.)

Das aber ist eine zumindest fantasievolle Übersetzung:

Das Angriffs-Skript namens iBrute gibt sich als die Find-My-iPhone-App aus und arbeitet mit Gewalt mögliche Passwörter aus einer Liste ab, die der Angreifer zur Verfügung stellt.

(Hervorhebung von mir.)

Andererseits: Beschränkte sich meine Arbeit darauf, Listen abzuarbeiten, wäre es wohl ebenfalls nur noch eine Frage der Zeit. :aufsmaul:

In den NachrichtenPiratenparteiPolitik
Notizen zur sächsischen Landtagswahl 2014

Die AfD ist mit fast 10 Prozent drin und die NPD mit ungefähr fünf Prozent beinahe auch beziehungsweise nicht. Die SPD kommt auf etwa 12,2 Prozent.

Twitternutzer, Blogger und „Journalisten“ sind so sehr darauf konzentriert, sich über die AfD zu empören, dass ihnen die momentan 40,2 Prozent für die rechtspolitische Spitzelpartei CDU – übrigens das gleiche Ergebnis wie 2009 – ebenso wenig sauer aufstoßen wie die Rolle der anderen Spitzelpartei (momentan „Die Linke.“) als zweitstärkste Partei des Landes. Die stillschweigende mehrheitliche Duldung von 40,2 Prozent für die CDU ist insbesondere einen Tag nach der diesjährigen „Freiheit statt Angst“ erschreckend. Gestern wurde gegen Überwachung demonstriert, heute findet man irgendwelche Neoliberalen schlimmer. Apropos neoliberal: Die F.D.P. muss auch in Sachsen draußen bleiben.

Ebenfalls mit großem Abstand raus ist übrigens die Piratenpartei. Das ist erstaunlich, immerhin hat die sächsische Piratenpartei im Wahlkampf mit Anne Helm (Wahlspruch: „Thank you, Bomber Harris!“) prominente Unterstützung gehabt. Offenbar hat der Wähler die positive Botschaft, mit der Piratenpartei an der Macht würden Probleme einfach wegbombardiert, nicht so richtig verstanden. Weil das linksfeministisch geprägte Auftreten der „Piraten Saxn“ aber erfolglos blieb, will man nun endlich aus den Fehlern lernen: Jetzt erst recht!

Aus den Reihen der Grünen kommt ein guter Rat für den weiteren Umgang mit sächsischen Wählern:

Bomber Harris do it again!

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 40,2 Prozent trifft es zumindest die Richtigen.

In den NachrichtenPolitik
In aller Kürze: „Zum Glück wurde niemand verletzt.“

Na endlich:

Die Waffe, die mindestens fünffache Schallgeschwindigkeit – also mehr als 6000 km/h – erreichen soll, könnte Teil des „Prompt Global Strike“-Programms werden. Es soll den USA ermöglichen, jedes Ziel der Welt innerhalb einer Stunde zu treffen.

Natürlich nur zur Verteidigung, versteht sich:

Zwar können Interkontinentalraketen auch mit nicht-nuklearen Sprengköpfen bestückt werden, doch eine solche Nutzung hat die US-Regierung verworfen – aus Angst, dass andere Atommächte dies als nuklearen Erstschlag missverstehen könnten.

„Nein, Herr Botschafter, wir haben keinen nuklearen Erstschlag gegen Ihr Land durchgeführt, nur eine Rakete, mit der man quasi per Knopfdruck jeden Punkt auf der Erde kaputtschießen kann, draufgeschossen.“ – „Oh, dann entschuldigen Sie bitte die Störung.“

Zum Glück sind die Amerikaner noch zu blöd, das Ding wenigstens zuverlässig zu bauen, so dass die Hoffnung besteht, dass es beim Einsatz den Amerikanern auf den Kopf statt in ein fremdes Land fällt:

Der Flugkörper stürzte nur wenige Sekunden nach dem Abheben auf das Startgelände. (…) Man habe die Mission abgebrochen, um die öffentliche Sicherheit nicht zu gefährden.

Am Ende wird mit so einem militärischen Gerät noch jemand verletzt. Das wollen wir ja nicht. :ja:

Ich beginne mich mit unseren amerikanischen Freunden ein wenig unwohl zu fühlen. Geht euch das auch so?

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Nackedeieiei!

Benjamin Schulz von SPIEGEL ONLINE, dessen Kürzel unter diesem Artikel steht, ist offensichtlich einer von der konservativeren Sorte:

Nackedei-Show (…) Nackige (…) Hinterteile (…) Nackedeis

Kicher, hihi. Mutti, die haben nix an! Dabei geht es um ein ernstes Thema:

Auf VH1 lief in den USA die Show „Dating Naked“. (…) Klägerin Jessie Nizewitz bemängelt, dass sie in der Show nackt zu sehen gewesen sei.

Ja, ihr habt das richtig verstanden: Eine US-Amerikanerin nimmt an einer Sendung teil, die ungefähr „nacktes Rendezvous“ heißt und in der es darum geht, dass sich nackte Menschen zu Paaren zusammenfinden, und verklagt anschließend diverse Menschen, weil sie darin nackt zu sehen war. Ach, Verzeihung: Nackig. Hihihi.

Ihr sei aber auch grobes Unrecht widerfahren, teilte sie mit:

Nizewitz behauptet, in einer Szene des Trailers sei die Verpixelung vergessen worden. (…) Nun sei sie zum Gespött auf Twitter geworden, klagt die 28-Jährige. Ihre Großmutter rede nicht mehr mit ihr. (…) Zudem hätten die Bilder eine beginnende Romanze torpediert. „Er hat mich nach der Show nie wieder angerufen. Ich hatte auf eine langfristige Beziehung gehofft.“

Wie muss man sich das mit der Großmutter vorstellen? „Kindchen, ich bin entsetzt, du hattest ja gar keine Pixel an im Fernsehen!“ Und so ein Romanzenende ist natürlich besonders schmerzhaft, wobei ich mich, wäre ich Jessie Nizewitz, zunächst einmal fragen sollte, ob ich mich mit jemandem auf eine Romanze einlassen sollte, der nicht mehr mit mir redet, sobald er mich einmal nackt gesehen hat (und auch das, wie man so liest, nur von hinten).

Interessant wäre ja auch die Frage, wieso sich Frau Nizewitz in eine Nacktflirtsendung integriert, wenn sie doch offensichtlich eine nicht der Sendung zugehörige beginnende Romanze hat, die ihr nicht ganz unwichtig zu sein scheint und die sie nicht nackt sehen möchte. Von einem investigativen Journalisten, wie es Benjamin Schulz („SPIEGEL ONLINE“) wohl sein muss, ist das ja wohl zu erwarten!

Immerhin gibt er seinen Lesern einen wertvollen Tipp mit auf den Weg:

Wer meint, mit „Dating Naked“ etwas verpasst zu haben, sei auf kommende Woche verwiesen. Dann startet bei RTL „Adam sucht Eva – Gestrandet im Paradies“, eine weitere Kuppelshow mit Nackedeis.

Hurra! Endlich wieder Brüste im Fernsehen! :irre:

In den NachrichtenPolitik
Vorwärtsverteidigung

Die NATO von 1990 bis 2009:

NATO-Expansion - Quelle: Internet

Angela Merkel, 18. August 2014 (laut „Braunschweiger Zeitung“ von heute):

Die NATO muss sich auf die Verteidigung (gegen Russland, A.d.V.) vorbereiten, viel stärker als wir es in der Vergangenheit hatten.

Die Freiheit Deutschlands wird an der Ostfront verteidigt. Der Russe steht vor der Tür und uns im Weg. Was soll die Wirtschaft davon halten?


Apropos „gefährliche Arschlöcher“:

SPIEGEL ONLINE, 16. September 2011:

USA lieferten Zieldaten für türkische Angriffe auf Kurden

SPIEGEL ONLINE, 11. August 2014:

Die USA haben damit begonnen, die kurdischen Kämpfer im Nordirak direkt mit Waffen und Munition auszustatten.

Wenigstens gehen dem Waffenexport auch ohne Russland nicht die Kunden aus.

In den NachrichtenPolitik
Bumsrebellen

Die Ärzte, 2001:

Ficken, ficken, ficken / gegen das System!
Ficken, ficken, ficken / ihr könnt nicht überle’m!

„Sozialpartei“ SPD, 2014:

„Menschenunwürdige Geschäftsmodelle wie Flatrate-Sex und Gangbang-Partys werden verboten“, erklärte [Familienministerin Manuela] Schwesig.

Wer sich erwischen lässt, ist wahrscheinlich, nun, gefickt, wenn nicht gar: am Arsch.

(Abt.: Niveau für Fortgelaufene.)

In den Nachrichten
„O Captain! My Captain!“: Trauerflor auf Küchenmöbeln allerorten

Die britischen Anarchokomiker Monty Python haben Ende Juli dieses Jahres nach etwa 45 Jahren der gelegentlichen Zusammenarbeit und einem letzten großen Auftritt in London die endgültige Auflösung der Truppe bekanntgegeben. Damit endet ein Kapitel der globalen Humorgeschichte, das wohl noch so manche Generation positiv beeinflussen wird.

Viel mehr mediales Aufsehen allerdings erregte der vorgestrige Tod des Schauspielers Robbie Robin Williams, der sich, wie’s die Medien berichten, mit einem Sexspielzeug selbst erstickt hat. Seit vorgestern nun wird rege aus seinen Filmen zitiert, von „Peter Pan“ über „Mrs. Doubtfire“ bis hin zum unvermeidlichen „Club der toten Dichter“, der nicht nur auf Twitter die Grundlage für weltweite Trauerzeremonien bildet, die sich bis ins öffentlich-rechtliche Fernsehen ausdehnen:

Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga das Lebenswerk des gestorbenen Schauspielers Robin Williams gewürdigt. Während ihrer Sendung am Dienstagabend stieg sie auf ihren Moderatorentisch und erinnerte so an den „Club der toten Dichter“, einen der bekanntesten Filme des Hollywood-Stars.

Wie’s eben auf Twitter auch üblich war und ist, den Film auf sein altbekanntes Motto „carpe diem“ einzudampfen, weil 140 Zeichen einem eben die Ausdrucksmöglichkeiten beschneiden: Macht etwas aus eurem Leben! Macht etwas Ungewöhnliches! Macht genau das, was auch im Film vorkommt! Und so steigen sie auf die Tische und rezitieren aus Walt Whitmans immer gleichem Gedicht den immer gleichen Halbsatz, den auch Robin Williams (für weitaus mehr Geld) rezitiert hat: „O Captain! My Captain!“. Carpe diem, pflücke den Tag. Schließe dich an. Hebe dich nicht ab aus der Menge derer, die individuell das Gleiche tun.

Und natürlich wetteifern Deutschlands Fernsehsender darum, wer aus dem Ableben mit den meisten Robin-Williams-Filmen die höchsten Quoten ziehen kann, und ich freue mich dann doch ein bisschen darüber, dass Robin Williams hauptsächlich Schauspieler und kein Musiker war, denn dem Fernsehen entkommt unsereins viel leichter als dem Radio, aus dem nach Michael Jacksons Tod quasi Dauergekiekse erscholl.

Die Besinnung auf Horaz‘ „carpe diem“ ist, dies sei noch angemerkt, keinesfalls eine schlechte Idee, so lange es nicht bei bloßer Symbolik bleibt. Seid unangepasst in allem, was ihr tut. Monty Python hatten es lange vor Robin Williams erkannt:

Ihr seid alle Individuen

Aber auf die hört natürlich mal wieder niemand.


Skandalös: Frau fand Butterswastika auf ungesundem Fraß und verlor sofort den Appetit auf selbigen. Der Umkehrschluss ist wahrscheinlich nicht zulässig.

In den NachrichtenPiratenpartei
Basisentscheid offline?

Beo (Symbolbild)Ach, Medien.

Vor beinahe genau vier Jahren schrieb ich:

LQFB jedenfalls ist bereits in seinem aktuellen Zustand nicht weniger als eine Reform der Demokratie.

Bei „LQFB“ (Liquid Feedback) handelt es sich, kurz gesagt, um eine seit Jahren im Testbetrieb laufende Plattform, auf der Mitglieder der Piratenpartei über Anträge abstimmen können. Ursprünglich hatte sich die Piratenpartei Deutschland zum Ziel gesetzt, auf diese oder eine andere Weise mal unter dem Begriff „BEO“ („Basisentscheid online“), mal unter dem Begriff „SMV“ („ständige Mitgliederversammlung“) eine einfach zugängliche Alternative zu den mehrmals jährlich an mitunter nicht für jeden Teilnehmer einfach zu erreichenden Orten stattfindenden Parteitagen einrichten zu können. Netzpartei, ihr wisst schon.

Dieses Liquid Feedback hat aber im Laufe der Zeit – abgesehen von der miserablen Beteiligung, ein ständiger Internetzugang wird für eine Mitgliedschaft in der Partei auch nicht vorausgesetzt – einige erhebliche Nachteile erhalten, seien es Delegationen, also die Konzentration vieler Stimmen auf einige wenige Mitglieder, sei es die ausbleibende Bereinigung der Benutzerdatenbank bei Austritt oder ausbleibender Beitragszahlung. Gegenwärtig ist LQFB also eigentlich nicht für verbindliche Mehrheitsabstimmungen innerhalb der Partei zu gebrauchen.

Da aber die Basisdemokratie in der Piratenpartei eine wichtige Rolle spielt, hat der Bundesvorstand sich nun vorläufig auf eine andere Methode zur Umsetzung des „Basisentscheids online“ geeinigt:

Es gebe keine Software, mit der eine verbindliche Mitgliederbefragung online abgewickelt werden könne. Außerdem seien solche IT-Systeme anfällig für Manipulationen. „Deswegen werden wir den ersten Basisentscheid jetzt wohl ganz konventionell, ganz herkömmlich auf Papier durchführen“, sagte [der Bundesvorsitzende Stefan] Körner.

Damit ist zwar noch kein „Basisentscheid online“ umgesetzt, aber zumindest ist es so jedem stimmberechtigten Mitglied möglich, ohne kosten- und zeitintensive Anreise zu einem Parteitag über Anträge abzustimmen; zudem ist die Missbrauchsgefahr gering, denn Briefpost erreicht selten nicht erwünschte Empfänger.

Aber was gab das nicht für ein tolles Bohei! Haha, diese Piraten. Post! Offline! Igitt! – Und so ist Twitter seit Stunden voller Lästereien über dieses Vorgehen. Dabei sind sich manche der Diskutanten auch für bescheuerte Vergleiche nicht zu schade:

Mit dieser „Es muss 100% sicher sein“-Attitüde der #Piraten hätten wir weder Internet noch elektrischen Strom oder gar Katzenklos.

Von hundertprozentiger Sicherheit war nie die Rede, und auch Abstimmungen per Post – Briefwahl quasi – sind nicht vor Missbrauch geschützt, aber im Vergleich zur gegenwärtigen Alternative noch immer die bessere Wahl. Mit einem Katzenklo würde ich allerdings tatsächlich gern irgendwo beinahe sicher abstimmen können. Wo genau geht das?

Derart private Dinge wie eine Wahl nur deshalb ins Internet zu verlagern, weil’s hip ist, ist, gelinde gesagt, eine Scheißidee, so lange nicht gewährleistet werden kann, dass die genannten Probleme eines solchen Wahlsystems nicht behoben werden können. Post-privacy ist in der Politik eben nicht egal.

Macht doch auch mal ein bisschen Urlaub vom Internet!
Felix von Leitner

In den NachrichtenWirtschaft
„We are the 41 %!“

SPIEGEL ONLINE, 4. August 2014:

Die SPD und Teile der Union fordern den Abbau heimlicher Steuererhöhungen – doch Kanzlerin Merkel weist solche Pläne zurück: Die Konsolidierung des Haushaltes habe Vorrang vor der Abschaffung der kalten Progression. (…) Die kalte Progression führt dazu, dass sich Arbeitnehmer bei Lohnerhöhungen, die nur die Inflation ausgleichen, weniger leisten können als zuvor, weil sie gleichzeitig in einen höheren Steuertarif rutschen.

SPIEGEL ONLINE, 8. August 2014:

Die Große Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ist so beliebt wie nie: 59 Prozent der Befragten im ARD-Deutschlandtrend sind mit der Regierung zufrieden.

O_o

Möglicherweise befragt man für den ARD-Deutschlandtrend ausschließlich Rentner, denen es ohnehin wurscht ist, und Vertreter des gehobenen Mittelstands, die sich mit den Sorgen der Arbeitnehmer nur im Wahljahr herumschlagen müssen, anders kann ich mir das nicht sinnvoll erklären. Die ehemalige Weltkriegs- und Arbeiterpartei SPD jedenfalls macht als Teil dieser Regierungskoalition einen eher schwächlichen Eindruck, aber das kennen wir ja bereits von ihr. Keine Sau braucht mehr die F.D.P.

Ich jedenfalls, „ARD-Deutschlandtrend“, gehöre zu den unzähligen Prozent, die kein „Befragter“ sein dürfen; andererseits wäre meine Meinung zur „Arbeit“ der Regierung womöglich nur wenig zitierfähig. Ich bin die 41 Prozent, und viele andere sind es auch. 41 Prozent entspreche laut SPIEGEL ONLINE ungefähr dem virtuellen Wahlergebnis der CDU/CSU laut aktueller „Sonntagsfrage“ („Steh‘ ich auf oder bleib‘ ich im Bett?“). Bei 41 Prozent scheint es sich also um eine überwältigende Mehrheit der Bürger zu handeln.

Ich bin nicht nur „nicht zufrieden“, ich bin sogar höchst unzufrieden. Wut, Bürger. Anderswo entstehen so Revolutionen. Die SED erfuhr ihrerzeit auch eine große „Zustimmung“; die hat aber auch die Steuern nicht erhöht. Vielleicht wäre sie sonst noch an der Macht.

Und die Regierung schaut nur zu.
Die Ärzte: Regierung

In den NachrichtenPersönliches
Ein Geier weniger.

Und, ihr römisch-katholischen Knabenverführer, ihr könnt gern weiter wie die Geier um das Aas kreisen. Ich spiele nicht mehr mit euch.

Kirchenaustritt


Wem gebührt eigentlich das Urheberrecht an einem Selbstporträt eines Affen? Klar: Dem Affen.

Hoffentlich hat er einen guten Anwalt.