Fnord des Tages: Wladimir Putin hat Angst vor Annalena Baerbock. Buh!
Svartsinn – Lost in Reveries // Der gelbe Bratwurstausweis.
Es ist Montag. Der „musikexpress“ hat Billie Eilish („meistgehörter Artist beim Duschen“, wenn einem das Wort „Künstler“ halt beim Turnen nicht einfällt) als den „größten Popstar unserer Zeit“ bezeichnet. Ich kenne bis heute kein einziges Lied von der Frau und müsste sogar ihr Gesicht erst mal in Erfahrung bringen. Das Leben ist zu kurz, um sich mit Popmusik auszukennen. Man verwende die zur Verfügung stehende Zeit stattdessen sinnvoll, zum Beispiel mit dem Hegen von Pandabären.
Auch gehegt wird das langweilige „wir gegen die“: Erdoğan plane mehr staatliche Eingriffe in soziale Medien; meinten Sie: Landesmedienanstalten? (Der freundliche Blognachbar aus der unfreundlichen Stadt schlug vor, das sei dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz nicht unähnlich, womit er allerdings natürlich ebenso Recht hat.) Verdammte Türkei. Die und ihre Internetgesetze immer. Voll der Unrechtsstaat. – Apropos Unrechtsstaat: Chinesen sind unterdessen ungehalten, dass die Einwohner von Hongkong sich freuen, wenn Japan China in so Sport besiegt. Ich vermute ja, das könnte damit zusammenhängen, dass Japan sich für die Autonomie Hongkongs gar nicht besonders interessiert.
Die Grünen im Saarland dürfen vermutlich nicht zur Bundestagswahl antreten, weil sie sich bei der Wahl zwischen „igitt, ein Mann“ und „igitt, fehlende Rechtssicherheit“ falsch entschieden haben. „Jeder Kreisverband der Grünen“, habe Robert Habeck gesagt, hat ein Qualitätsmedium geschrieben, werde „besser geführt“ als Deutschland. Meinte er das damit? Im Osten des Landes läuft unterdessen ein Strafprozess langsam aus, der mich amüsiert: „Der Prozess habe ergeben, dass der Mann im Mai 2020 seinen auf dem Sofa vermutlich schlafenden Freund mit einem Messer, einer Schere und einer Machete so umbringen wollte, wie er es zuvor in zahlreichen Gewaltvideos gesehen hatte“ („dpa“); Fernseher verbieten!
Ein ähnlich interessantes Verhältnis zu ihrem eigenen Verstand dürften diejenigen Ostdeutschen haben, die sich neulich eine Impfung abgeholt haben, weil’s dafür eine Bratwurst gab. Mich würden sie mit so was nicht locken, ich finde Bratwurst nicht interessant genug. Wer mir persönlich etwas andrehen möchte, was ich nicht unbedingt haben wollen würde, der sollte sich ein verlockenderes Angebot ausdenken.
Zum Beispiel irgendwas mit Pandabären – oder mit ein wenig angemessen fröhlicher Musik.
Guten Morgen.
Ein*e Mann*in
Annalena Baerbock will im Fall, dass sie Kanzlerin wird, auf geschlechtergerechte Sprache auch bei Gesetzestexten achten.
Das ist ja eine lustige Idee, aber wie soll § 183 (1) StGB dann lauten?
Kurzkritik: Bossk – Migration
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Bei Bossk scheint es sich um eine britische Post-Metal-Band zu handeln, die seit 2012 wieder existiert und im Juni 2021 ihr zweites reguläres Studioalbum „Migration“ (Amazon.de, Bandcamp, TIDAL) rausgebracht hat. Das finde ich nett, denn ich empfinde es als musikalisch gelungen.
Mit dem eröffnenden „White Stork“, einem angenehm flächigen Instrumentalstück, fangen Bossk mich alten Atmosphäreliebhaber sofort ein. Mit einem Großteil des zeitgenössischen Brüllmetals kann ich nicht viel anfangen, bei gut gemachtem Postrock, der Landschaften auf mein geistiges Auge tätowiert (aua!), geht bei mir aber sofort die Hose die Sonne auf. Da bin ich inzwischen gut dressiert. Stubenrein fast. Das bedeutet nicht, dass Bossk vergessen hätten, dass sie ja eigentlich Metal (das Internet schlägt Sludge als Genre vor, das wohl so was ähnliches wie Doom Metal und wie jedes Genre höchstens als ungefährer Richtungsweiser, nicht aber zur Standortbestimmung tauglich ist) spielen, weshalb das folgende Stück „Menhir“, auf dem Johannes Persson (Cult of Luna) als Sänger gastiert, ganz andere Töne anschlägt.
„Menhir“ bleibt aber eine der seltenen Ausnahmen auf „Migration“, was mir nur recht sein kann, denn – wie erwähnt – mit Brüllmetal kann ich meist nicht viel anfangen. Die irgendwie bedrohliche Spannung, die das Album in Stücken wie „Lira“ und – mehr noch – „Kibo“ aufweist, allein verdient aber schon jedenfalls meinen Jubel über besagtes Album. Mitunter denke ich an Allzeitfavoriten meinerseits wie Plurals‘ „Tri Tone“ und das passiert mir ja allgemein nicht so oft.
Solche Alben lassen es mich immer etwas bedauern, dass Metalbands in den von mir gelesenen Musikblogs nur vergleichsweise selten genannt werden. Andererseits: Der Tag hat eben auch nur begrenzt viele Stunden. Schade eigentlich.
Schade auch: „Migration“ gibt es anscheinend derzeit ausschließlich auf Kassette, auf CD und als so Digitalkram. Sollte sich eine Plattenfirma finden, die es auf Vinyl presst, greife ich begeistert zu. So aber werde ich es vorerst nur zu hören empfehlen. Für so Digitalkram geb‘ ich äußerst ungern Geld aus.
Medienkritik in Kürze: Mit der Grundversorgung ins Neuland
Kurze Durchsage von Tom Buhrow (Gehalt 2019: 395.000 Euro):
Es gibt Jahr für Jahr Beschwerden darüber, dass es im Sommer zu viele Wiederholungen gibt. Das ist die Folge von Einsparungen. Dazu kommen Beschwerden von Produzenten und Regisseuren über zu wenig Drehtage. Das ist die Folge von Einsparungen. Wenn wir überboten werden von anderen Wettbewerbern, weil wir bei bestimmten Sportrechten nicht mehr mitbieten – dann ist auch das die Folge von Einsparungen.
Und weiteres Ungemach droht:
In zehn Jahren werden die Zeiten vorbei sein, wo ein Programmdirektor oder eine Programmdirektorin entscheidet, was die Menschen schauen und wann sie es schauen und was sie hören und wann sie es hören.
Das hätte ja noch gefehlt: dass jemand die Möglichkeit für Konsumenten schafft, das Guck- und Hörprogramm selbst zusammenzustellen. Die Folgen (weniger Reklame, weniger Schlager, weniger „Comedy“) wären fatal. – Andererseits las ich neulich von einem Herrn in Kassel, der bereits ganze Filme verleiht. Wenn der wüsste, was er damit anrichtet!
Worüber man halt so redet.
Ein Blick in die Schweiz offenbarte mir heute eine seltsame Mitteilung:
Dass sich in der Schweiz nur so wenige LGBTQI+-Menschen am Arbeitsplatz outen wollen, kann Jan Müller (23) verstehen. Denn es gebe Bereiche und Arbeitskulturen, die ein Outing schwierig und unangenehm machen.
Mir fehlen genügend Anhaltspunkte, um sicher annehmen zu können, bei welchem Unternehmen und als was Jan Müller (23, Schweiz) arbeitet, jedoch kenne ich eigentlich nur eine Branche, in der die sexuellen Vorlieben unmittelbar mit dem Beruf zu tun haben. ‘Worüber man halt so redet.’ weiterlesen »
Liegengebliebenes vom 29. Juli 2021
Schon vor mehreren Jahrzehnten gab es den Chatbot Eliza und dessen betrunkene Variante, der heute als erste erfolgreiche digitale Simulation menschlicher Konversation gilt. Man sollte meinen, die „künstliche“ „Intelligenz“ habe sich seitdem weiterentwickelt. Leider gibt es IBM: „Chatbot soll Impfskeptiker überzeugen“ – wäre ein Podcast nicht sinnvoller?
Zum Thema und völlig korrekt: Wenn ich mir etwas beibringen möchte, gibt es unzählige Darreichungsformen des Lehrmaterials; einige davon sind besser geeignet als andere. Ganz oben steht Text (gern auf einer Website oder auf Papier), an vorletzter Stelle Sprühfarbe auf einer Kuh. Erst, wenn auch die nicht mehr in Frage kommt, denke ich darüber nach, mir die Informationen per Video (oder, noch schlimmer, per Podcast) leiernd vorlesen zu lassen.
Mir ist unklar, was diese Verrücktheit nach sprechenden Köpfen soll. Vielleicht soll das eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Leute sein, die Mediendesign oder sonstige Professionen ohne praktischen Mehrwert „studiert“ haben und die man nicht dem Sozialsystem anvertrauen möchte. Wenn hier jedenfalls Menschen mitlesen, die ihr Geld damit verdienen, anderen Leuten Dinge beizubringen: Schreibt’s gefälligst auf!
Die katholische Kirche gibt bekannt: Ein Stück trockener Teig könne ausschließlich dann als Teil eines toten Wanderpredigers angesehen werden, wenn es vorher ein Pfarrer angefasst hat. Die Verabreichung per Onlinekonferenz sei nicht heilig.
Kommunist pro Umverteilung des Tages: Christian Lindner (FDP).
Fefe und Elias schlagen unisono vor, die Sicherheit von EDV-Systemen nicht etwa dadurch, dass man „Angreifer“ stärker verfolgt und härter bestraft, zu erhöhen, sondern, indem man diejenigen, die diese EDV-Systeme entworfen und/oder umgesetzt haben, dafür in die Pflicht nimmt, nicht gepfuscht, sondern ihre Arbeit gut gemacht zu haben. Fehlerbehaftete Systeme, also solche, die einen Angriff überhaupt zulassen, sind Systeme, bei denen nur noch Abreißen und Neumachen hilft. Ich habe schon Gründe, warum ich Soft- und Hardware aus den 1970er Jahren sehr schätze: Man hat damals noch nicht versucht, die Entwicklung per Inkaufnahme neuer Angriffsvektoren zu erleichtern. Es gibt Menschen, die das beruflich machen. Es muss nicht jeder programmieren können.
K‑Wort a‑Wort z‑Wort N‑Wort
Hihi, B‑Wort hat das N‑Wort gesagt und völlig zu Recht verlangt der wütende Mob mit geteerten und gefederten brennenden Fackeln und Mistgabeln jetzt unterwürfige Buße, nachdem er eilends drübergepiept hat, womit er immerhin eine gewisse Standfestigkeit in der puritanischen Tradition der ekligen Vereinigten Staaten unter Beweis gestellt hat, der zufolge man im Fernsehen und in der Öffentlichkeit eigentlich jederzeit bis hin zur Holocaustleugnung ungefähr alles sagen, tun und sonstwie kundtun darf, so lange kein derb formulierter Beischlaf in der Rede vorkommt, denn dann wird inzwischen nicht nur das Wort, sondern auch die Darstellung des Sprechakts verpixelt und asteriskisiert, denn Elfjährige, die dreifache Mütter sind und sich Heroin reinpfeifen, sind zwar bedauerlich, aber man will ja nicht, dass sie schlimme Wörter dabei sagen, worunter (um zum B‑Wort zurückzukommen) in der Geschmack(losigkeit)srichtung der vorrangig deutschsprachigen Länder eben auch deshalb, weil die westeuropäischen Neopuritaner der Ansicht sind, die US-amerikanische „Kultur“ sei in Gänze – so sprechen sie etwa unironisch von „BIPoC“, also „Black, Indigenous, People of Color“ als den auch in Deutschland besonders zu schützenden Minderheiten, bemerken aber natürlich nicht, dass die indigenen Menschen („meinten Sie: Einheimische?“) in Deutschland doch eher helle Haut und keinen ulkigen Federkopfschmuck haben und im Wesentlichen diejenigen sind, die sie selbst als Gegner ausgesucht haben – auch im Inland anzuwenden, inzwischen allerlei fällt; und völlig vergessen scheint die noch vor wenigen Jahren witzig geführte Diskussion darüber, ob übliche Umgangssprache nicht dringend entableisiert werden müsste, denn das Wort „N‑Wort“ enthält nicht nur den „Ort“ und diskriminiert damit Menschen mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen, sondern begreift Lesekompetenz darüber hinaus als den Normalfall, was für Analphabeten (die, was vielleicht das Problem ist, aufgrund ihrer zahlreichen Hautfarben möglicherweise schlicht übersehen werden) natürlich ein Schlag ins Gesicht sein muss und die Forderung geradezu aufnötigt, die Verwender des Wortes „N‑Wort“ mal in ein Seminar in einer beliebigen Berliner Hochschule zu stecken, damit sie endlich mal sensibel sind.
Gute Nachrichten in der Online-„FAZ“ (will nicht verlinkt werden, LSR):
Der „Beitragsservice“ von ARD, ZDF und Deutschlandradio teilt mit, dass Flutopfern unter Umständen der Rundfunkbeitrag erlassen wird.
Ja, genau das wäre auch meine erste Sorge. (Können wir den Laden nicht einfach privatisieren?)
Misty Range – 19:23:00 // Alärmchen!
Es ist Montag. Och nö! Notfallpanda? Ist hier irgendwo ein Notfallpanda?
Apropos „och nö“: Die Enteigner deutschen Wohnens (oder so) stellen sich völlig überraschend als übergesetzliche Inquisitoren heraus. Ist das links? Kann das weg? – Hinter einem anderen Links Link fand ich eine hinreichend gut illustrierte Erklärung, warum das Domain Name System in der bestehenden Form möglicherweise dringend einer Überarbeitung bedarf. Wir haben ein Internet, das für Reklamekasper vorteilhaft und für deren Opfer kompliziert zu verstehen ist. So war das nicht gedacht.
Die isher schönste mir begegnete Hochwasserüberschrift, wenn auch im Kontext sinnvoll: Alarmsirenen seien nicht ausgelöst worden, um Panik zu vermeiden. Die Aufgabe von Alarmsirenen verstehe ich nur scheinbar nicht.
Als Norweger wird man bestraft, wenn man beim Handballspielen nicht sexy genug gekleidet ist. Norweger zu sein wäre ein ganz schön teuer für mich.
Andererseits: In Norwegen gibt’s gute Musik.
Guten Morgen.
Plakat: non placat.
Man möcht‘ ja fast nicht rausgehen in Niedersachsen, die Wahlen im September fliegen tief.

Das Plakat zeigt dreierlei:
- Das Gesicht eines Herrn von der CDU.
- Den Namen eines Herrn von der CDU.
- Die Aufforderung, den Herrn von der CDU mit dem Namen und dem Gesicht zu wählen.
Es erfährt der Betrachtenmüssende nicht:
- Qualifikation des Herrn von der CDU.
- Politische Ziele des Herrn von der CDU.
- Überhaupt irgendwas über die CDU.
Hier, mein Name.
Hier, meine Fresse.
Wählen Sie’s.
Das reicht – mit Stand von letztem Freitag – für einen Wahlsieg und die CDU weiß das. Es ist 2021 und die Namen irgendwelcher Kommunalkasper sind ausreichend viel Wahlprogramm.
Politik ist böse,
aber ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding
Neulich sah ich auf Twitter ein Mem (für CDU-Wähler: das sind so Witzbildchen, deren Produktion unbedingt verboten werden muss), über das ich ungefähr viereinhalb Stunden lang schallend gelacht habe und das ungefähr so aussieht:

Ich wünschte, es gäbe keine gute Überleitung zwischen dem Plakat und dem Mem.
Ein Ende der Digifaxisierung!
„Kommunal.“, aktuelle Ausgabe:
Die Datenschutzbeauftragte in Bremen hat allen dortigen Behörden verboten, weiter Faxgeräte einzusetzen. Sie seien „zu digital“ geworden.
Vor fast fünf Jahren hatte der Bremer Senat eine Digitalisierungsstrategie versprochen, die Behördengänge künftig reduzieren solle. Wie muss ich mir die eigentlich vorstellen?
„Sicherer als Windows“ des Tages (26)
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön euren Kernel!
Ægir eskaliert, JHWH räumt auf.
Die „FAZ“ – will nicht verlinkt werden (LSR) – ließ „Korrespondent/in“ (ebd.) Jonas Jansen mit einem Baggerfahrer sprechen, der anlässlich der Wassersache neulich dazu beigetragen habe, dass nicht noch mehr Schaden entstanden sei als ohnehin. Dieser aber wies jede Verantwortung von sich:
Wissen Sie, ich bin ein gläubiger Mensch. Ich habe mich zwei Mal gesegnet als ich runter gefahren bin. ‚Du Herr, musst wissen, was passiert‚, habe ich gesagt. Und ich hatte keine Sekunde Angst.
(Kreative Zeichensetzung aus dem Original.)
Wenn er, der Herr, jetzt aber (und immerhin erwiesenermaßen) beschlossen hatte, dass eine größere Überschwemmung mit Todesfolge genau das sei, was dieser Planet gerade brauchen könne: wessen Werk tut dann eigentlich der, der sie mildert?
Weston Super Maim – 180-Degree Murder // Bürgerlos in den Wahlkampf schwimmen
Es ist Montag. Irgendwo ist irgendwer ertrunken und niemand trägt daran die Schuld. An den Straßen hängen die ersten dummen Gesichter von dummen Kandidaten für dumme Ämter, selten flankiert von irgendeinem Anhaltspunkt, was die programmatische Ausrichtung angeht, als wählte der Wähler Menschen wegen ihrer tollen Photoshopkünste und nicht wegen ihrer überzeugenden Argumente. Von mir hängt dieses Jahr auch eins. Da ist weder Gesicht noch Name drauf. Nimm dies, Erwartungshaltung! Dennoch gilt auch diesmal: Einen Politiker, der mir einen Pandabären verspricht, würde ich vielleicht beinahe wählen wollen.
Armin Laschet (CDU) und Frank-Walter Steineimer Steinmeier (SPD), der den unschuldigen Murat Kurnaz in einen US-amerikanischen Folterknast hat entführen lassen – beide, Laschet und Steineimer Steinmeier, würden gern demnächst mal wieder wohin gewählt werden -, hielten in Nordrhein-Westfalen einen Bürgerdialog ohne Bürger ab. Niemand soll hinterher sagen, er habe von nichts gewusst. Olaf Scholz (ebenfalls SPD), der am wenigsten unerträgliche der drei schrecklichen Kandidaten für das lächerliche Kanzleramt, hat „mehr als 300 Millionen Euro“ an Hilfsgeld versprochen, aber nicht drangeschrieben, an welche Faxnummer man sich mit dreifachem Antrag wenden muss, um die abgelehnte Zahlung auch ordnungsgemäß bestätigt zu kriegen. Die SPD freut sich, dass er so spendabel ist (ist ja nicht sein Geld und auch kaum das ihre), und auch Fernsehkameras zeigten sich begeistert. Tom Buhrow vom WDR bekommt über 400.000 Euro „Gehalt“. Die „Berliner Zeitung“ findet, es gebe keinen Grund für Neiddebatten darüber. Da stimme ich zu. Ich bin nicht neidisch, ich bin so wütend, dafür finde ich nicht mal einen geeigneten Buchstabenersatz.
Zum Glück gibt es auch dafür Musik.
Guten Morgen.
Wer soll später die Pfleger pflegen?
Zu vorgerückter und bierseliger Stunde überraschte mich ein Chatfenster mit der Frage, wer mich denn später mal pflegen solle, denn immerhin habe ich sowohl keine Kinder als auch nicht vor, daran etwas zu ändern. Diese Frage hat mich überrascht, denn der Fragesteller, selbst Elternteil, offenbarte damit in aller Deutlichkeit sein eigenes Verständnis von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Implikationen der Fortpflanzung. ‘Wer soll später die Pfleger pflegen?’ weiterlesen »











