Finde ich auch ziemlich gut:

(suha.ng; danke an E.!)
Dass augenscheinlich sämtliche Medien landauf, landab etwas von einer „umstrittenen“ Reform daherquatschen, als sei nicht grundsätzlich alles, was einer Abstimmung bedarf, schon qua Definition umstritten, ist ein zu wenig umstrittener Umstand angesichts der Lappalie, dass die Grundmandatsklausel wegfallen könnte, denn das ist ein im Prinzip erst mal richtiger Schritt, der Parteien, die auch aufgrund untauglicher Führungsfiguren nicht mal fünf Prozent der Wähler hinter sich vereinen können, dazu drängen könnte und sollte, entweder weniger beknackte Wortmeldungen zum Besten zu geben oder – was ich begrüßen würde – engagiert gegen die umstrittene Fünf-Prozent-Grenze zu streiten.
Eine 71jährige Fußgängerin war aus dem dortigen Kiosk gegenüber des Busbahnhofes plötzlich mangels Aufmerksamkeit auf die Fahrbahn getreten und dort seitlich gegen einen soeben anfahrenden weißen SUV gestoßen.
Wesentliche, nicht beantwortete Frage: Trug sie einen Helm?
Es ist Montag. Ooooh!: Offenbar wird die Serie Monk in Form eines Filmes fortgesetzt werden. Die Hauptfigur des Adrian Monk – die Jüngeren kennen das ja gar nicht mehr – ist ein Herr mit zahlreichen Neurosen, ein Protagonist also, mit dem ich mich identifizieren kann; sympathisch eben. Mögen sie’s nicht mit irgendwelchen Zeitgeistsperenzchen verderben.
Am jüngst vollendeten Wochenende unterhielt ich mich in diesem neumodischen Internet mit einem Menschen von etwa zwanzig Jahren, der einerseits von sich behauptete, keinesfalls oberflächlich zu sein, jedoch an mehreren Stellen im Web ausdrücklich darauf hinweist, der „Administrator“ (also der bestellte Verwalter) eines „eigenen“ Discordservers zu sein, was sowohl technisch zumindest unvollständig ausgedrückt als auch kein allzu großer Grund zum Prahlen ist. Er sei eben stolz auf „seinen“ Server, wischte der junge Zeitgenosse meinen Einwand weg, und mit Oberflächlichkeit habe das ja nichts zu tun, wenn man mit virtuellen Werten prahle. Niemals würde er nämlich jemanden hässlich nennen, was die einzig gültige Definition von Oberflächlichkeit sei, so fasse ich das Fazit des Gesprächs zusammen, das ich dann auch bald verließ. Bislang bin ich noch nicht zu einer Erkenntnis gelangt, welche Moral sich hieraus ziehen lässt, aber bestimmt ist sie ziemlich gut.
Das Publikum verwechselt leicht den, welcher im Trüben fischt, mit dem, welcher aus der Tiefe schöpft.
Friedrich Nietzsche
Save the date (das ist Englisch und heißt „Retten Sie das Rendezvous“): Am 22. April 2023 findet der diesjährige Record Store Day statt. Man bevölkere zahlreich die örtlichen teilnehmenden Plattenläden (meinen bitte nicht, sonst werde ich womöglich ausnahmsweise nicht ganz vorn in der Schlange stehen und das wäre mir sehr unangenehm) und treibe die Nachfrage nach Schallplatten zwecks Beflügelung des Angebotes weiter in die Höhe.
I bet you regret being so lairy now, online; jaja.
Guten Morgen.
Die Bank geht niemals bankrott. Der Bankhalter kann zusätzliches Geld herstellen, indem er die Werte auf kleine Zettel schreibt.
(Aus: Monopoly-Spielanleitung.)
(Man lebe dort Krankenhaus, erzählt die Sana Kliniken AG über die Sana Kliniken AG und reiht sich so ein in eine schon jetzt zu lange Liste derjenigen Unternehmen, die alles Mögliche leben wollen, von mir über Schlaf, Büro, Küche, Handwerk, Ideen, Nähe und Marken bis hin zur Logistik. Ausgerechnet sie, die Deutschen, leben nur keine Autos mehr. Was für ein trauriges Leben, denkt der schreibende Beobachter, muss es sein, wenn man es über Produkte definiert und letztendlich nur seinen Arbeitsplatz damit zu füllen gewillt ist?)
Gute Frage: Fluchen gute Programmierer mehr oder regt C gute Programmierer mehr auf?
Aus dem Selbstverständnis des 1. FC Nürnberg und seiner Fans: „Wir setzen voraus, dass … keinerlei Form von Gewalt … strikt abgelehnt wird.“ Klingt nach einem vernünftig-realistischen Weltbild.
Nachtrag vom 18. März 2023: Der Satz wurde inzwischen grammatikalisch korrigiert. Soll ja keiner sagen, diese Website hier wäre ohne Mehrwert für die Welt.
Wie viele Weltreligionen wohl entstanden sind, indem ein Scherz unter Freunden ein wenig ausgeufert ist?
All meine Freunde sind größer als ein Haus. Doch, doch, das steht so in der Zeitung.
Außerordentlich erfreuliche Meldung: Der Digitalcourage e.V., den ich unter seinem alten Namen FoeBuD wesentlich sympathischer fand, hat trotzdem vor dem Europäischen Gerichtshof so gut wie gewonnen, was den Kampf gegen die Pflicht zur Fingerabdruckabgabe beim Ausweisverlängern angeht (der Verein ist dagegen). Die deutsche Bundesregierung hat sicherheitshalber nicht an der Anhörung teilgenommen. Sie hatte sicher gerade einfach nur viel zu tun.
Lange nichts mehr über Musik WTF geschrieben.
Anfang März 2023 warfen die verrückten Franzosen PoiL in Zusammenarbeit mit der japanischen Sängerin und Biwaspielerin Junko Ueda ein Album (TIDAL, Bandcamp.com, Amazon.de) auf den Markt (als gäb’s dafür einen Markt!), das schon 2021 auf seine Livetauglichkeit getestet worden war. Darauf zu hören sind zwei Stücke, derer erstes („Kujô Shakujô“) ein dreiteiliger buddhistischer Shōmyōgesang ist, der, sich langsam steigernd, in einen (wenn auch verhaltenen) Avantgardeausbruch steigert, und derer zweites („Dan no ura“) in zwei Teilen die, nun, Seeschlacht von Dan-no-ura thematisiert, sofern ich die Informationen im Internet richtig verstehe. Mein Japanisch ist noch etwas unausgereift.
Live klingt diese Seeschlacht ungefähr so:
Für europäische Ohren, sofern nicht im Japanischen geübt, klingt das womöglich komisch (geht mir ja nicht anders), aber das ist wahrscheinlich gar nicht mal ungewollt. Zum unangefochtenen Lichtblick des Jahres reicht es nicht, denn weniger als tollen Lärm hätte ich von PoiL auch nicht erwartet; aber meine krachfreudigen Synapsen geben’s der Dopaminproduktion weiter. Ich bin angetan und ärgere mich, für die einschlägigen Festivals meist zu faul zu sein. Eventuell sollte ich das beizeiten ändern.
Es ist Montag. Schönes Fundstück: Vor etwa zehn Jahren haben Menschen in diesem Internet unironisch darüber debattiert, welche Version von memcpy die am besten klingende Audioausgabe ermögliche oder so. Es ist ja immer auch alles etwas Esoterik, witzeln diejenigen, die von außen auf die Audiophilieszene gucken und sich über vermeintliche Geheimtipps wie „vergoldete Kabel“ beömmeln; und das nicht mal zu Unrecht.
General Motors möchte, dass Autos künftig den Fahrer auch mit Gequatsche vom Verkehr ablenken. Ich begrüße diesen Beitrag zum Abbau der Überbevölkerung und ‑befahrzeugung ausdrücklich. Einen zusätzlichen Beitrag zur nachdrücklichen Verhütung leistet der Feminismus: „Das intersektional-feministische Craft Bier aus Wien. Ein köstliches Bier für viele Geschmäcker und alle Geschlechtsidentitäten!“ Darauf erst mal ein schönes männliches Jever. Sicherheitshalber male ich vorher noch zwei Penisse auf die Flasche. Man weiß ja nie.
Andererseits lockt das wiederum andere Zielgruppen an, die für jeden in überraschendem Kontext klar erkennbar scheinen. So postuliert etwa das ZDF, die World Bank Group zitierend, neuerdings die Theorie, homosexuelle Männer benutzen (etwa im Auto) den „öffentlichen Raum“ auf andere Weise als heterosexuelle Männer, weshalb dieser sie benachteilige. Eine flink angefügte Frechdachsmeinung dazu war die Vermutung, diese legten es vermutlich darauf an, dass ihnen einer, hehe, hinten reinfährt, aber das ist natürlich nicht sehr nett und der Frechdachs sollte sich sehr schämen. – Auch schämen sollte man sich in Berlin: Wird dort eine Frau dabei erwischt, es zu wagen, ihre Brüste beim Schwimmen nicht vor den Augen anständiger moderner Christen zu schützen, rufen diese umgehend die Polizei. Falls noch jemand fragte, warum in Berlin die Kriminalität blüht: Die Ordnungshüter sind mit Möpsejagd beschäftigt.
Gestern Abend sah ich die mir bis dahin sträflich unbekannte Musikgruppe Epica live. Ich bin ziemlich angetan und das liegt nicht mal an den beknackten Texten.
Guten Morgen.
Das hatte ich nun davon, dass mir nach nur wenigen Jahren des Hierwohnens zufällig aufgefallen war, dass sich direkt um die Ecke meines Wohngebäudes außer einem freundlichen Fußballkiosk, wo man Bier kaufen kann, außerdem eine Trinkhalle, wo man es trinken kann, befindet, wovon ich überrascht anderen Menschen erzählte: „Ich möchte“, paraphrasiere ich einen ansonsten meist angenehmen Menschen, „Fußball gucken und du kommst mit“. Also kam ich mit.
‘Unter Fußballfans: Wie ich aus Versehen eine Fußballmannschaft gut fand.’ weiterlesen »
Volkswagen-Stiftung („VolkswagenStiftung“):
Im Innern der Künstlichen Intelligenz begegnen wir uns selbst.
Hallo zusammen. Ich bin hier, um euch zu rösten.
Man versprach uns fliegende Autos.
Im Rahmen des allgemeinen Bildungs- und Erziehungsauftrags (…) leistet [der Mathematik-Unterricht] weitere Beiträge zu fachübergreifenden Querschnittsaufgaben (…), hierzu zählen u. a. Menschenrechtsbildung, Werteerziehung, (…) geschlechtersensible Bildung[.]
(„Wie viel sind eintausend Mädchen plus eintausend Mädchen?“)
Es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei der Aktion um einen aktuellen negativen TikTok-Trend handelt. Hierbei zeigen einige Personen ein derart asoziales Verhalten, welches dazu führen soll, einen Kinofilm abbrechen zu lassen.
Klimaaktivisten der Letzten Generation wurden zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt. (…) Die Verurteilten gingen unmittelbar nach dem Urteil erneut auf eine Straße in Heilbronn, um den Verkehr zu blockieren.
Es ist Montag. In mehreren deutschen Städten fanden oder finden demnächst Bürgermeisterwahlen statt, in Frankfurt kandidierte ein Herr namens Bahnbabo gar nicht mal allzu erfolglos für das Amt. Ich habe diese Künstlernamenssache völlig falsch gemacht, stelle ich dabei fest. Als tux0r wird man kein Bürgermeister in Frankfurt, nur als – keine Ahnung – Whiskydude vielleicht. Computerbrudi. Musiklauch. Gut, vielleicht nächstes Mal.
In den USA ist Linuxnutzung jetzt eine anerkannte Religion. Wo sind die Exorzisten, wenn man sie mal braucht? – Dieselben USA allerdings, deren Regierung davor warnt, dass die Chinesen das Gleiche machen könnten wie sie selbst: „Tiktok ist ein modernes trojanisches Pferd der Kommunistischen Partei Chinas, das dazu verwendet wird, persönliche Informationen von Amerikanern zu überwachen und auszunutzen“, das anerkennende Nicken höre ich bis nach Niedersachsen. Derjenige Journalist, der 1971 die Pentagon-Papiere veröffentlichen lassen hatte, blickt unterdessen seinem krebsbedingten Ableben entgegen, seine vermutlich letzte Kolumne ist um so lesenswerter. Es mangelt ja an Lebensfreude neuerdings. Die Straße, an der die russische Botschaft in Westminster sich befindet, heißt jetzt Kyiv Road. Damit Putin erzittert, nehme ich an. Inzwischen sollten Satiriker Abgaben für die Friedensaktionen des „Westens“ verlangen, finde ich. Verdient hätten sie es und Kultur ist ja immer noch restgeschädigt.
Apropos Krieg; nicht uninteressant: Im 19. Jahrhundert verfügte der Papst anscheinend über Kriegsschiffe. Ich fand die Vorstellung kurz lustig, dann fiel mir die Inquisition wieder ein.
Auch lustig, aber anders: Es gibt eine Musikgruppe namens Microsoft Paint oder so. Die Musik ist aber auch ganz gut.
Guten Morgen.
Ich könnte jemanden tottwittern vor ausbleibender Begeisterung (Archivversion):
Das Publikum hat gesprochen: Deutschland wird beim ESC 2023 von den Düster-Rockern Lord Of The Lost vertreten.
Nun sind die „Düster-Rocker“ Lord Of The Lost, diese Tokio Hotel für besonders böse Emos, mir persönlich zwar eine willkommenere Wahl (an der ich indes gar nicht teilgenommen habe) als manche „Vertreter Deutschlands“ in den vergangenen Jahren es waren, doch halte ich es für eine wenigstens bedenkenswerte Idee, einen Titel namens „Blood & Glitter“ („Blut und Glitzer“) als „stellvertretend für Deutschland stehend“ in einen Wettstreit der Kulturen zu schicken, aber das Föjetong frohlockt, denn die Kür veranlasste eine ehemalige Politikerin zum Wassersport, indem sie nämlich „zurückruderte“:
Deutscher ESC-Sänger legt sich mit Frauke Petry an (…) Seine Fans danken es ihm, schreiben in die Kommentare: „Normal ist langweilig, ich freue mich auf euch“, oder „großartig reagiert, Jungs“.
Selbst Menschen, die ich sonst eigentlich ganz in Ordnung finde, beschlossen daraufhin, Lord Of The Lost öffentlich als ihre „Lieblingsband“ zu bezeichnen, weil „Rechte“ sich davon reizen ließen. Meine Entgegnung, nicht alles im Leben sei eine Bundestagswahl und das Leben selbst überdies zu kurz, um all das eigene Streben daran zu messen, dass man die Richtigen damit auf eine möglichst hohe Palme bringen möge, traf nicht auf warmen Empfang.
Hätte man dann nicht wenigstens WIZO schicken können?
Schön, dass es noch solche Menschen gibt:
Seit 1997 lebt Enya in Dublin in einem kleinen Schloss. Trotz ihrer Karriere als Sängerin hat es Enya stets vorgezogen, ein normales Leben zu führen.
Klares Vorbild, ich sag’s, wie’s ist.