Alle Jahre wieder kommt Spotify mit einem individualisierten Jahresrückblick um die Ecke. Alle Jahre wieder lassen sich Menschen dazu instrumentalisieren, damit kostenlos Werbung auf Social Media zu machen. Und alle Jahre wieder verhüllt die Marketingaktion erfolgreich, wie problematisch das Unternehmen ist.
(Nur schade, dass mein Plattenspieler keine Statistiken erhebt.)
Ingo Arzt (toller Name für dieses Sujet auch) kommentiert (Archivversion) auf „ZEIT ONLINE“ bezüglich abzusehender Rauchverbote im Freien:
Wer auf der Terrasse vorm Club keine coolen Dudes mit Fluppe im Mund bewundert, der muss nicht rauchen, um cool zu sein. Es ist tatsächlich so einfach.
Ich sehe vorm Club ziemlich oft „coole Dudes“, die sich den Abend noch mal durch den Kopf gehen lassen. Mir scheint hier ein grobes Missverständnis vorzuliegen, die Definition von „cool“ und/oder „muss“ betreffend. Die Zeit, in der Menschen, die rauchten, noch allein dadurch einen Coolnessfaktor ausstrahlten, scheint vorüber. Menschen, die sich diese beknackten E‑Zigaretten oder vergleichbaren Trendquatsch reinpfeifen, sehen nun mal eher aus wie der Flötenschlumpf als wie Cary Grant. (Männer in anständig sitzenden Anzügen. Das wäre mal wieder cool.)
Man muss nicht rauchen, um cool zu sein, aber man ist auch nicht nur deshalb „uncool“, weil man raucht. Dumm ja, selbstzerstörerisch ebenfalls, aber die Coolness eines Menschen an seinen Süchten zu messen scheint mir eine etwas zu enge Sicht zu sein. Ich zum Beispiel habe – Berufsrisiko – eine mit körperlichen Einschränkungen bei Entzug einhergehende Koffeinsucht. Viele finden das lustig, haha, Informatiker und Kaffee, hehe. Bin ich jetzt cooler, ungefähr gleichcool oder weniger cool, wenn ich gerade einen Kaffee trinke?
Oder sollte man Kaffee im Freien sicherheitshalber verbieten?
Die gefährlichen Menschen, die schlechten Vorbilder, das sind nicht die Raucher, die Säufer, die Junkies. Es sind die Dummen. Auf (unter anderem) Twitter fragte ich spontan nach dem Erstkonsum des verlinkten Textes:
Rauchverbot im Freien find‘ ich gut, aber warum darf man draußen immer noch dumm sein? Das schadet doch viel mehr Leuten.
Wo ist eigentlich dieser Lobbyismus der Eliten, wenn man ihn mal brauchen könnte?
Mich amüsiert auf mindestens eine Art, dass beim „Tagesspiegel“ in einem Artikel über die F.D.P. ein für die Meldung relevanter Tweet nur nach ausdrücklicher Genehmigung angezeigt wird, denn hierdurch „können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden“, und man, wenn man das nicht macht, trotzdem personenbezogene Daten (d.h. die IP-Adresse) neben dem „Tagesspiegel“ selbst auch an assets.adobedtm.com, boot.pbstck.com, cdn.piano.io, cdn.privacy-mgmt.com (ein gelungener Treppenwitz an dieser Stelle), cl.k5a.io, dx6ctphzljkf1.cloudfront.net, functions.adnami.io, macro.adnami.io, s3.eu-central‑1.amazonaws.com sowie www.googletagmanager.com übermittelt.
Abschließbare Autos seien polizeifeindlich, teilt der Polizeistaat mit. Dessen per Bündnisschmiede bis dato jüngsten Befürworter, die Grünen, finden es im Nachhinein irgendwie doof, dass man sie an ihrem Wahlversprechen „Keine Waffen und Rüstungsgüter in Kriegsgebiete“ gemessen hat, und erklären daher diesmal schon vor der Wahl, dass sie gern noch mehr Militär irgendwo hinschicken wollen. Das muss dieses „links“ sein. Mit etwas Glück brechen sie wenigstens auch dieses Wahlversprechen. – Bei den vermeintlichen Genossen sieht es freilich nicht besser aus: In der jüngsten Ausgabe der „F.A.S.“ teilt Gregor Gysi nonchalant mit, er habe als Parteivorsitzender der PDS kommunistische Ideen stets „abgewimmelt“. Vielleicht würde etwas mehr Kommunismus der heutigen „Linken“ hingegen ganz gut tun.
Völlig angemessene Reaktion: In Berlin-Reinickendorf ist eine Unterhaltung über den jeweils eigenen Musikgeschmack ein bisschen eskaliert (Archivversion). In der aktuellen Ausgabe der „VISIONS“ beurkundet die Redaktion der „VISIONS“, dass sie Kunst und Künstler auseinanderzuhalten außerstande sei und dass sie zwar niemanden vorverurteilen möchte, aber das neue Album von Marilyn Manson werde sie aufgrund seiner laufenden Strafprozesse derzeit dennoch nicht bewerten, weil sie nicht zu objektiver Kritik fähig sei. Ich persönlich bin ja der Ansicht, dass Werk und Autor einerseits unbedingt voneinander unabhängig beurteilt werden sollten, dass andererseits Marilyn Manson aber dermaßen ermüdende Musik macht, dass ich bezweifeln möchte, dass selbst ganz ohne Strafverfahren eine gute Bewertung seiner neueren Hervorbringungen mir nicht möglich wäre. Mit dem Geschmack ist es nun mal wie mit der Darmöffnung: Jeder hat einen.
(Und meine Darmöffnung ist fraglos die beste.)
Und da wir gerade beim Thema sind: Musik.
Oresund Space Collective – Descent to Reality
Zahlreiche Anbieter rufen zum „Black Friday“ zur Jagd auf Schnäppchen. (…) Bevor Shoppingfans vermeintlich extrem günstige Produkte kaufen, sollten sie sich überlegen: Was brauche ich wirklich?
Baumschmuck, Adventskränze und dazu natürlich Kerzen, dazu Glühwein und Adventskalender. So wird aus dem besinnlichen Fest der Freude schnell ein teurer Spaß, der richtig ins Geld gehen kann. Denn nach Jahren der Inflation sind auch die Weihnachtsprodukte nicht billiger geworden. So kostet Glühwein auf vielen Weihnachtsmärkten mittlerweile oftmals mehr als fünf Euro pro Tasse.
(Wo doch die richtige Antwort ist: Liebe. Liebe und Musik.)
Die französische Regierung reagierte am Freitag auf die Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu erlassen, mit den Worten, dass „niemand der Justiz entkommen darf“.
Frankreich hat am Mittwoch erklärt, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu nach seiner Auffassung Immunität gegen Klagen des Internationalen Strafgerichtshofs genießt, der ihn wegen angeblicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen verhaften will, da Israel die Statuten des Gerichtshofs nicht unterzeichnet hat.
Übrigens: Auch Russland hat die Statuten des Gerichtshofs nicht unterzeichnet.
JavaScript ist der Motor des modernen Webs. Als die weltweit am häufigsten verwendete Programmiersprache ist ihr Name ein Synonym für Innovation und Barrierefreiheit.
Ryan Dahl, deno.com
Es ist Montag. Was wird wohl vorher eintreffen: Mein beantragter Reisepass, auf dass ich dieses Land verlassen kann und nur deshalb wieder zurückkehre, weil es hinreichend viele ärgerliche Menschen nicht mögen, dass ich da bin, oder der Zug, den ich nehmen werde, um auf Ersteres zurückzugreifen? (Herrje, jetzt teilt der alte Mann hier schon wieder Dinge aus seinem Leben, er wird langsam wunderlich. Was kommt als Nächstes? Wieder irgendein schnulziger Text über Verflossene? Meine Güte! Und warum heißt es überhaupt „Verflossene“, wenn die gar nicht aus Wasser sind?) – Es könnte schlimmer sein: Wenigstens ist mein Name nicht ungültig.
Nina Apin von der „taz“ kommentiert, es sei „unerträglich“, dass „Superreiche“ (das sind aus irgendeinem Grund anscheinend andere Menschen als „Normalreiche“, Mittelständler oder auch nur Leute wie ich, die Geld für die Altersvorsorge beiseitelegen können) viel Geld haben, erklärt aber nicht, warum. Bekommt ein bedürftiger Mensch denn mehr Geld, wenn ein anderer Mensch weniger Geld hat?
In den vergangenen Jahren wurden Steuereinnahmen jedenfalls anteilsmäßig zu wenig für etwas ausgegeben, das denen genutzt hätte, die es brauchen könnten. Panzer und Gewehre kann man nicht essen. Für das unfassbar bekloppt benannte „Deutschlandticket“ ist weder genug Geld für die Aufrechterhaltung der Finanzierung noch für die Findung eines weniger bekloppten Namens übrig und die Mülleimer der Stadt, in der zu wohnen ich das Vergnügen habe, werden mittlerweile von ganzen Gruppen durchforstet. Kein Wunder: Das Fernsehen kostet ja auch immer mehr Geld und anders als Lebensmittel kann man sich das nicht aussuchen.
Deutschland braucht keine Reichensteuer, Deutschland braucht zunächst einmal eine bessere Verteilung der vorhandenen Steuern. Mehr Geld falsch zu verteilen löst die falschen Probleme. Aber was weiß ich schon von Wirtschaft?
Apropos Panzer: Das US-amerikanische Militär wird „neue Atomwaffen in Auftrag geben und die Einsatzregeln anpassen“ („junge Welt“). Ich gehe davon aus, alles wird dadurch viel besser. Sonst wäre das ja gar keine gute Idee.
Apropos: Der hessische Ministerpräsident vertritt die Ansicht, Urteile des internationalen Strafgerichtshofs seien nicht bindend für Hessen. Ich befürworte den von Boris Rhein auf diesem Wege mitgeteilten Austritt Hessens aus dem Geltungsbereich des Römischen Statuts. Ich mag Chaos.
Die Firma Google ist der Ansicht (Archivversion), es schade „Verbrauchern“, wenn man ihr die alleinige Hoheit über den enorm schlechten Webbrowser Chrome entzieht. Die Gegenseite vermag aber, wie mir scheint, auch nicht zu begreifen, dass das Problem mit Googles Engagement für ein unternehmensfreundliches Web nicht in Chrome, sondern in seiner dominanten Teilnahme an Standardisierungsprozessen besteht. Aber die kann man wahrscheinlich nicht so gut gerichtlich einschränken.
Gute Nachrichten für diejenigen, die wohlige Erinnerungen an Eudora haben, aber es aus irgendeinem Grund nicht mehr nutzen können oder wollen: Microsofts Outlook hat jetzt auch eine „Mood Watch“ (Archiv des Ursprungsbeitrags).
Um eine ernst zu nehmende Alternative zu X zu werden, muss man den Nutzerinnen und Nutzern geben, wonach sie verlangen: das Lebensgefühl vom einstigen Twitter und so wenig Elon Musk wie möglich.
Zuletzt kamen Millionen von neuen Nutzern zu Bluesky. Mit ihnen kamen aber auch Trolle, Betrüger oder Spammer – nun wird Bluesky mit Beschwerden überflutet.
Es ist Montag. Der Wahlkampf feuert bereits wieder aus allen Rohren. Als Spitzenkandidat wäre ich eine Niete: Mir ist schon die Vorstellung zuwider, Vollhonks, sofern sie dem eigenen Fanclub angehören, aus wahltaktischen Erwägungen heraus nicht folgenlos Vollhonks nennen zu können. Vollhonks.
Ich vermelde dennoch so was ähnliches wie Erfolg, denn ich habe mich am Wochenende, während ein Teil meines sog. „sozialen Umfelds“ sich auf das Betrachten einer Prügelei (irgendwer hat geboxt, doch war es der Falsche) gefreut hat, der letzten bis dahin noch offenen Punkte aus meiner „WordPress durch was anderes ersetzen“-Liste angenommen. Eigentlich müsste ich jetzt nur einen Knopf drücken und dann noch ein paar ebenso bereits erledigte Scripts ausführen und dann wäre hier alles anders (d.h. besser), aber dann ist da, meiner Koketterie mit meinem nicht vorhandenen Perfektionismus zum Trotze, immer noch eine Kleinigkeit, die irgendwie stört und dazu führt, dass ich das doch noch nicht will. (Mache ich aber bestimmt. Irgendwann.)
Wollte auch nicht: Die Firma Lindt hat vor Gericht mitgeteilt, dass ihre Schokolade allenfalls durchschnittlich gut sei. Ich kann das bestätigen, respektiere aber überdies die Ehrlichkeit der hier zu Werke gehenden Anwälte. Das ist bei Juristen (und „KI“-Programmen) ja nicht selbstverständlich.
Urlaubsnabelschau: Andere reisen in die Uckermark (und ich verstehe den Schlussakkord besser als es mir recht wäre, vor allem das Anzünden und Abtauchen; und die Reue ändert’s kaum, aber wofür sonst hat der Mensch Rauschmittel erfunden?), weil sie sonst einen Haschmich bekommen, ich wiederum habe am Wochenende vergleichsweise spontan eine Reise nach London dem Kalender für kommendes Frühjahr hinzugefügt, weil ich gern mal wieder einen Haschmich hätte. Mich amüsiert, dass man dafür neuerdings (ja, ich war länger nicht mehr dort) eine Einreisegenehmigung braucht. Hoffentlich wollen sie nicht erst mal meine Tweets lesen. Sonst werde ich bestimmt direkt neuer Premierminister. Oder weggesperrt. Oder beides gleichzeitig.
Der kommende 38c3, die traditionell fremdschamtauglichste Veranstaltung des Jahresendes (ich erwähnte ihn bereits), wird sicher „großartig“: Ein spannend klingender Beitrag von Michael Seemann wurde nicht angenommen (er vermutet: „zu nischig“), dafür gibt es einen Beitrag über „Queerokratie“, einen über Pornokonsum, einen über „nachhaltige Inneneinrichtung“ und einen über das Bürgergeld. Da passt ein Beitrag wie der vorgeschlagene, aber abgelehnte nun wirklich nicht rein. Wie immer werden Menschen, die kein Englisch können, trotzdem ohne Not Vorträge auf „Englisch“ halten, was für niemanden, das Publikum eingeschlossen, eine schöne Erfahrung sein wird. Keine Ahnung, warum da trotzdem immer noch Leute hingehen. Zu faul oder zu doof, selbst Tschunk anzurühren? – Auch auf Englisch wurde diese berechtigte Frage gestellt: Warum gibt es eigentlich so wenige textbasierte, ressourcenschonende Programmierumgebungen? (Acme ist deutlich unterbewertet, allerdings auch von mir.)
Fabian Peltsch hat sich schon letztes Jahr für „fluter.“, dem „Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung“ (ebd.), darüber lustig gemacht, dass manche Heiden gewisse Rituale durchführen, wenn sie auf andere Heiden treffen; sie tragen etwa seltsame Klamotten und malen sich an. Frage: Saß Fabian Peltsch schon mal zwischen zwei betagten Damen in einer katholischen Messe oder war er zum Beispiel schon mal auf einer Vernissage?
Auch kunstvoll: Musik.
ZEAL & ARDOR – Death to the Holy (Official Video)
Ich trage neuerdings immer – jedenfalls in Gedanken – eine Ersatztastatur bei mir, um sie wortlos Menschen, die, statt die gewünschte Aktivität mit zwei bis drei Tastendrücken direkt selbst auszuführen, lieber zwölfmal von Siri falsch oder gar nicht verstanden werden, zu überreichen. Die Verzweiflung aus deren sonst ausdruckslosen Augen einer gewissen Indigniertheit weichen zu sehen wäre zumindest eine Verbesserung. Vielleicht sollte ich diesen Gedanken in die Tat umsetzen.
„Jetzt kann nur noch die Bundesagentur für Sprunginnovationen helfen!“ ist ein zulässiger, aber dennoch brüllend komischer Satz.
Wenn die für die allwinterlichen Spendensammelstände in der Innenstadt Verantwortlichen trotz ihres Ansinnens, ausgerechnet dann um Geld zu bitten, wenn es alle anderen auch machen, nicht völlig blöd sind, dann werden sie heuer versuchen, ihre Spendensammelstände genau gegenüber von Wahlkampfständen zu errichten, so dass man nicht mehr ausweichen kann, sondern nur mehr die Wahl hat: Geld – oder Stimme?
Der bislang lustigste Name der ins Deutsche übersetzten Fernsehgeschichte war und ist Rülps Verzeihung lieber Siegelmann (Die Dinos, Staffel 2, Folge 22). Ich hoffe, dass ich es noch erlebe, dass sich ein Autor dieser Herausforderung stellt.
Es ist Montag. Alles brennt, entnehme ich den Nachrichten. Eigentlich ganz angenehm im November.
Apropos: Anja Rützel vom „SPIEGEL“ („lebt in Berlin“, aber als Diagnose) teilt mit, Filme, in denen zwei oder mehr Frauen miteinander intim verkehren, seien geradezu Bollwerke des Feminismus. Da musste ich also bis 2024 warten, um herauszufinden, dass ich während der körperlich anstrengenden Jahre meiner Pubertät nicht einfach nur ein Wichser Masturbant war, sondern vielmehr ein tapferer Kämpfer gegen das Patriarchat. Danke, Anja Rützel. (So zu leben, dass es niemand wissen will, ist ein weithin unterschätztes Hobby. Ich zum Beispiel habe dieses Hobby nicht.)
EDV (anderswo): Notepad bekommt jetzt „KI“-Funktionen. Denn genau das hat Notepad noch gefehlt: „KI“-Funktionen. EDV (hier) hingegen: In einem Anflug von Prokrastination – noch immer läuft diese Verlautbarungsplattform in Form einer WordPress-Installation, aber ich arbeite zusehends mehr TODOs für die Umstellung ab, so dass aus dem TODO eventuell in absehbarer Zeit ein TADA! wird, aber immer mehr Zeug, aber weniger Zeit – habe ich gestern nach über neun Jahren den Umzug von NewsBlur, das ich trotz allem für einen wirklich herausragend guten und weiterhin empfehlenswerten Feedleser halte, auf ein selbst gehostetes Miniflux vollzogen, das nach ausreichend ausführlichen Tests vieler Alternativen (ja, euren „Geheimtipp“ kenne ich auch) nicht nur den besten Kompromiss zwischen „kann viel“ und „nervt nicht“ darstellt, sondern auch meine wesentliche Sorge, NewsBlur betreffend, vermeidet, nämlich die, dass ich quasi über Nacht meine Feedsammlung verlieren könnte, wenn der Entwickler eines Tages vom Bus überfahren wird. NewsBlur selbst zu hosten ist eher lästig, deswegen mache ich das nicht. Meine jedenfalls gegenwärtig bevorzugte iOS-Feedleseapp zwecks schönerer Bedienung auf Wischbildschirmen kann ich auch mit Miniflux weiternutzen, was ich gut finde. Das Einzige, das mir in Miniflux nach dem Umstieg „fehlt“, ist eine elegante Möglichkeit, Feeds direkt per Klick auf einen tag und nicht etwas aufwendiger per Einstellungsmenü zu filtern (einige Websites sind doch recht gesprächig), aber im Gegenzug ermöglicht Miniflux mir stattdessen das Filtern nach Inhalt, das mir bei NewsBlur oft gefehlt hat. Meine Pläne für einen eigenen Feedleser stelle ich damit mal weiter hinten an. Man wird ja auch nicht jünger.
Musikalischer Einwurf zum Älterwerden auch: Das neue Pixies-Album, das ich darum nicht zu den jahresbesten zähle, erinnert mich stilistisch frappierend an das „graue“ Album von The Velvet Underground. Ich schließe nicht aus, dass das nächste dann wie „Loaded“ klingt, aber es könnte auch wie „Squeeze“ werden. Die Herren nebst mal wieder aus- bzw. eingetauschter Dame werden irgendwie ruhiger im Alter.