MusikIn den NachrichtenMontagsmusik
Øre­sund Space Coll­ec­ti­ve – Des­cent to Rea­li­ty // Huso und ande­re Fische

Jetzt vorsichtig, noch ist nichts geschehen

Es ist Mon­tag. Däne­mark nach vor­ne! Der Huso Huso ist der öster­rei­chi­sche Fisch des Jah­res 2025. Das glau­be ich gern.

Abschließ­ba­re Autos sei­en poli­zei­feind­lich, teilt der Poli­zei­staat mit. Des­sen per Bünd­nis­schmie­de bis dato jüng­sten Befür­wor­ter, die Grü­nen, fin­den es im Nach­hin­ein irgend­wie doof, dass man sie an ihrem Wahl­ver­spre­chen „Kei­ne Waf­fen und Rüstungs­gü­ter in Kriegs­ge­bie­te“ gemes­sen hat, und erklä­ren daher dies­mal schon vor der Wahl, dass sie gern noch mehr Mili­tär irgend­wo hin­schicken wol­len. Das muss die­ses „links“ sein. Mit etwas Glück bre­chen sie wenig­stens auch die­ses Wahl­ver­spre­chen. – Bei den ver­meint­li­chen Genos­sen sieht es frei­lich nicht bes­ser aus: In der jüng­sten Aus­ga­be der „F.A.S.“ teilt Gre­gor Gysi non­cha­lant mit, er habe als Par­tei­vor­sit­zen­der der PDS kom­mu­ni­sti­sche Ideen stets „abge­wim­melt“. Viel­leicht wür­de etwas mehr Kom­mu­nis­mus der heu­ti­gen „Lin­ken“ hin­ge­gen ganz gut tun.

Völ­lig ange­mes­se­ne Reak­ti­on: In Ber­lin-Rei­nicken­dorf ist eine Unter­hal­tung über den jeweils eige­nen Musik­ge­schmack ein biss­chen eska­liert (Archiv­ver­si­on). In der aktu­el­len Aus­ga­be der „VISIONS“ beur­kun­det die Redak­ti­on der „VISIONS“, dass sie Kunst und Künst­ler aus­ein­an­der­zu­hal­ten außer­stan­de sei und dass sie zwar nie­man­den vor­ver­ur­tei­len möch­te, aber das neue Album von Mari­lyn Man­son wer­de sie auf­grund sei­ner lau­fen­den Straf­pro­zes­se der­zeit den­noch nicht bewer­ten, weil sie nicht zu objek­ti­ver Kri­tik fähig sei. Ich per­sön­lich bin ja der Ansicht, dass Werk und Autor einer­seits unbe­dingt von­ein­an­der unab­hän­gig beur­teilt wer­den soll­ten, dass ande­rer­seits Mari­lyn Man­son aber der­ma­ßen ermü­den­de Musik macht, dass ich bezwei­feln möch­te, dass selbst ganz ohne Straf­ver­fah­ren eine gute Bewer­tung sei­ner neue­ren Her­vor­brin­gun­gen mir nicht mög­lich wäre. Mit dem Geschmack ist es nun mal wie mit der Darm­öff­nung: Jeder hat einen.

(Und mei­ne Darm­öff­nung ist frag­los die beste.)

Und da wir gera­de beim The­ma sind: Musik.

Ore­sund Space Coll­ec­ti­ve – Des­cent to Rea­li­ty

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenWirtschaft
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Black Christ­mas

„tagesschau.de“ (Archiv­ver­si­on):

Zahl­rei­che Anbie­ter rufen zum „Black Fri­day“ zur Jagd auf Schnäpp­chen. (…) Bevor Shop­ping­fans ver­meint­lich extrem gün­sti­ge Pro­duk­te kau­fen, soll­ten sie sich über­le­gen: Was brau­che ich wirk­lich?

Und zwar (Archiv­ver­si­on):

Baum­schmuck, Advents­krän­ze und dazu natür­lich Ker­zen, dazu Glüh­wein und Advents­ka­len­der. So wird aus dem besinn­li­chen Fest der Freu­de schnell ein teu­rer Spaß, der rich­tig ins Geld gehen kann. Denn nach Jah­ren der Infla­ti­on sind auch die Weih­nachts­pro­duk­te nicht bil­li­ger gewor­den. So kostet Glüh­wein auf vie­len Weih­nachts­märk­ten mitt­ler­wei­le oft­mals mehr als fünf Euro pro Tas­se.

(Wo doch die rich­ti­ge Ant­wort ist: Lie­be. Lie­be und Musik.)

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Schrö­din­gers IStGH

Reu­ters, 17. März 2023:

Die fran­zö­si­sche Regie­rung reagier­te am Frei­tag auf die Ent­schei­dung des Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hofs (IStGH), einen Haft­be­fehl gegen den rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin zu erlas­sen, mit den Wor­ten, dass „nie­mand der Justiz ent­kom­men darf“.

Reu­ters, 27. Novem­ber 2024:

Frank­reich hat am Mitt­woch erklärt, dass der israe­li­sche Pre­mier­mi­ni­ster Ben­ja­min Netan­ja­hu nach sei­ner Auf­fas­sung Immu­ni­tät gegen Kla­gen des Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hofs genießt, der ihn wegen angeb­li­cher Kriegs­ver­bre­chen im Gaza­strei­fen ver­haf­ten will, da Isra­el die Sta­tu­ten des Gerichts­hofs nicht unter­zeich­net hat.

Übri­gens: Auch Russ­land hat die Sta­tu­ten des Gerichts­hofs nicht unter­zeich­net.

Moral ist, was man dop­pelt hat.

MontagsmusikWirtschaft
Art Zoyd – Nos­fe­ra­tu // Das Pro­blem mit der Rei­chen­steu­er

Nom.

Es ist Mon­tag. Was wird wohl vor­her ein­tref­fen: Mein bean­trag­ter Rei­se­pass, auf dass ich die­ses Land ver­las­sen kann und nur des­halb wie­der zurück­keh­re, weil es hin­rei­chend vie­le ärger­li­che Men­schen nicht mögen, dass ich da bin, oder der Zug, den ich neh­men wer­de, um auf Erste­res zurück­zu­grei­fen? (Herr­je, jetzt teilt der alte Mann hier schon wie­der Din­ge aus sei­nem Leben, er wird lang­sam wun­der­lich. Was kommt als Näch­stes? Wie­der irgend­ein schnul­zi­ger Text über Ver­flos­se­ne? Mei­ne Güte! Und war­um heißt es über­haupt „Ver­flos­se­ne“, wenn die gar nicht aus Was­ser sind?) – Es könn­te schlim­mer sein: Wenig­stens ist mein Name nicht ungül­tig.

Nina Apin von der „taz“ kom­men­tiert, es sei „uner­träg­lich“, dass „Super­rei­che“ (das sind aus irgend­ei­nem Grund anschei­nend ande­re Men­schen als „Nor­mal­rei­che“, Mit­tel­ständ­ler oder auch nur Leu­te wie ich, die Geld für die Alters­vor­sor­ge bei­sei­te­le­gen kön­nen) viel Geld haben, erklärt aber nicht, war­um. Bekommt ein bedürf­ti­ger Mensch denn mehr Geld, wenn ein ande­rer Mensch weni­ger Geld hat?

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­den Steu­er­ein­nah­men jeden­falls anteils­mä­ßig zu wenig für etwas aus­ge­ge­ben, das denen genutzt hät­te, die es brau­chen könn­ten. Pan­zer und Geweh­re kann man nicht essen. Für das unfass­bar bekloppt benann­te „Deutsch­land­ticket“ ist weder genug Geld für die Auf­recht­erhal­tung der Finan­zie­rung noch für die Fin­dung eines weni­ger beklopp­ten Namens übrig und die Müll­ei­mer der Stadt, in der zu woh­nen ich das Ver­gnü­gen habe, wer­den mitt­ler­wei­le von gan­zen Grup­pen durch­for­stet. Kein Wun­der: Das Fern­se­hen kostet ja auch immer mehr Geld und anders als Lebens­mit­tel kann man sich das nicht aus­su­chen.

Deutsch­land braucht kei­ne Rei­chen­steu­er, Deutsch­land braucht zunächst ein­mal eine bes­se­re Ver­tei­lung der vor­han­de­nen Steu­ern. Mehr Geld falsch zu ver­tei­len löst die fal­schen Pro­ble­me. Aber was weiß ich schon von Wirt­schaft?

Apro­pos Pan­zer: Das US-ame­ri­ka­ni­sche Mili­tär wird „neue Atom­waf­fen in Auf­trag geben und die Ein­satz­re­geln anpas­sen“ („jun­ge Welt“). Ich gehe davon aus, alles wird dadurch viel bes­ser. Sonst wäre das ja gar kei­ne gute Idee.

Immer eine gute Idee hin­ge­gen: Musik.

ART ZOYD NOSFERATU 1988

Guten Mor­gen.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 22. Novem­ber 2024

Das Grund­ge­setz so:
„Die Staats­lei­stun­gen der Län­der an die Kir­chen sind seit 1919 abzu­schaf­fen.“

Die Mini­ster­prä­si­den­ten so:
„Nein.“


Apro­pos: Der hes­si­sche Mini­ster­prä­si­dent ver­tritt die Ansicht, Urtei­le des inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hofs sei­en nicht bin­dend für Hes­sen. Ich befür­wor­te den von Boris Rhein auf die­sem Wege mit­ge­teil­ten Aus­tritt Hes­sens aus dem Gel­tungs­be­reich des Römi­schen Sta­tuts. Ich mag Cha­os.


Jemand hat end­lich einen Nut­zen für den Musi­kan­ti­dienst Spo­ti­fy gefun­den: Schad­soft­ware ver­tei­len.


Hihi: „Als ich dich sah, habe ich gera­de ein Bad genom­men.“ (Muss Humor immer mit Tief­sinn ein­her­ge­hen?)

(Hehe, „tief“.)


Die Fir­ma Goog­le ist der Ansicht (Archiv­ver­si­on), es scha­de „Ver­brau­chern“, wenn man ihr die allei­ni­ge Hoheit über den enorm schlech­ten Web­brow­ser Chro­me ent­zieht. Die Gegen­sei­te ver­mag aber, wie mir scheint, auch nicht zu begrei­fen, dass das Pro­blem mit Goo­gles Enga­ge­ment für ein unter­neh­mens­freund­li­ches Web nicht in Chro­me, son­dern in sei­ner domi­nan­ten Teil­nah­me an Stan­dar­di­sie­rungs­pro­zes­sen besteht. Aber die kann man wahr­schein­lich nicht so gut gericht­lich ein­schrän­ken.


Gute Nach­rich­ten für die­je­ni­gen, die woh­li­ge Erin­ne­run­gen an Eudo­ra haben, aber es aus irgend­ei­nem Grund nicht mehr nut­zen kön­nen oder wol­len: Micro­softs Out­look hat jetzt auch eine „Mood Watch“ (Archiv des Ursprungs­bei­trags).

In den NachrichtenNerdkrams
Das Lebens­ge­fühl vom ein­sti­gen Twit­ter

„SPIEGEL ONLINE“:

Um eine ernst zu neh­men­de Alter­na­ti­ve zu X zu wer­den, muss man den Nut­ze­rin­nen und Nut­zern geben, wonach sie ver­lan­gen: das Lebens­ge­fühl vom ein­sti­gen Twit­ter und so wenig Elon Musk wie mög­lich.

„hei­se online“:

Zuletzt kamen Mil­lio­nen von neu­en Nut­zern zu Blues­ky. Mit ihnen kamen aber auch Trol­le, Betrü­ger oder Spam­mer – nun wird Blues­ky mit Beschwer­den über­flu­tet.

Gern gesche­hen!

NetzfundstückeMontagsmusikComputer
Zeal & Ardor – Death to the Holy // Lon­don gegen Hasch­mi­chs

Frühsport, heute: Dehnübungen

Es ist Mon­tag. Der Wahl­kampf feu­ert bereits wie­der aus allen Roh­ren. Als Spit­zen­kan­di­dat wäre ich eine Nie­te: Mir ist schon die Vor­stel­lung zuwi­der, Vollhon­ks, sofern sie dem eige­nen Fan­club ange­hö­ren, aus wahl­tak­ti­schen Erwä­gun­gen her­aus nicht fol­gen­los Vollhon­ks nen­nen zu kön­nen. Vollhon­ks.

Ich ver­mel­de den­noch so was ähn­li­ches wie Erfolg, denn ich habe mich am Wochen­en­de, wäh­rend ein Teil mei­nes sog. „sozia­len Umfelds“ sich auf das Betrach­ten einer Prü­ge­lei (irgend­wer hat geboxt, doch war es der Fal­sche) gefreut hat, der letz­ten bis dahin noch offe­nen Punk­te aus mei­ner „Word­Press durch was ande­res ersetzen“-Liste ange­nom­men. Eigent­lich müss­te ich jetzt nur einen Knopf drücken und dann noch ein paar eben­so bereits erle­dig­te Scripts aus­füh­ren und dann wäre hier alles anders (d.h. bes­ser), aber dann ist da, mei­ner Koket­te­rie mit mei­nem nicht vor­han­de­nen Per­fek­tio­nis­mus zum Trot­ze, immer noch eine Klei­nig­keit, die irgend­wie stört und dazu führt, dass ich das doch noch nicht will. (Mache ich aber bestimmt. Irgend­wann.)

Woll­te auch nicht: Die Fir­ma Lindt hat vor Gericht mit­ge­teilt, dass ihre Scho­ko­la­de allen­falls durch­schnitt­lich gut sei. Ich kann das bestä­ti­gen, respek­tie­re aber über­dies die Ehr­lich­keit der hier zu Wer­ke gehen­den Anwäl­te. Das ist bei Juri­sten (und „KI“-Programmen) ja nicht selbst­ver­ständ­lich.

Urlaubs­na­bel­schau: Ande­re rei­sen in die Ucker­mark (und ich ver­ste­he den Schluss­ak­kord bes­ser als es mir recht wäre, vor allem das Anzün­den und Abtau­chen; und die Reue ändert’s kaum, aber wofür sonst hat der Mensch Rausch­mit­tel erfun­den?), weil sie sonst einen Hasch­mich bekom­men, ich wie­der­um habe am Wochen­en­de ver­gleichs­wei­se spon­tan eine Rei­se nach Lon­don dem Kalen­der für kom­men­des Früh­jahr hin­zu­ge­fügt, weil ich gern mal wie­der einen Hasch­mich hät­te. Mich amü­siert, dass man dafür neu­er­dings (ja, ich war län­ger nicht mehr dort) eine Ein­rei­se­ge­neh­mi­gung braucht. Hof­fent­lich wol­len sie nicht erst mal mei­ne Tweets lesen. Sonst wer­de ich bestimmt direkt neu­er Pre­mier­mi­ni­ster. Oder weg­ge­sperrt. Oder bei­des gleich­zei­tig.

Der kom­men­de 38c3, die tra­di­tio­nell fremd­sch­am­t­aug­lich­ste Ver­an­stal­tung des Jah­res­en­des (ich erwähn­te ihn bereits), wird sicher „groß­ar­tig“: Ein span­nend klin­gen­der Bei­trag von Micha­el See­mann wur­de nicht ange­nom­men (er ver­mu­tet: „zu nischig“), dafür gibt es einen Bei­trag über „Que­ero­kra­tie“, einen über Por­no­kon­sum, einen über „nach­hal­ti­ge Innen­ein­rich­tung“ und einen über das Bür­ger­geld. Da passt ein Bei­trag wie der vor­ge­schla­ge­ne, aber abge­lehn­te nun wirk­lich nicht rein. Wie immer wer­den Men­schen, die kein Eng­lisch kön­nen, trotz­dem ohne Not Vor­trä­ge auf „Eng­lisch“ hal­ten, was für nie­man­den, das Publi­kum ein­ge­schlos­sen, eine schö­ne Erfah­rung sein wird. Kei­ne Ahnung, war­um da trotz­dem immer noch Leu­te hin­ge­hen. Zu faul oder zu doof, selbst Tschunk anzu­rüh­ren? – Auch auf Eng­lisch wur­de die­se berech­tig­te Fra­ge gestellt: War­um gibt es eigent­lich so weni­ge text­ba­sier­te, res­sour­cen­scho­nen­de Pro­gram­mier­um­ge­bun­gen? (Acme ist deut­lich unter­be­wer­tet, aller­dings auch von mir.)

Fabi­an Peltsch hat sich schon letz­tes Jahr für „flu­ter.“, dem „Maga­zin der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung“ (ebd.), dar­über lustig gemacht, dass man­che Hei­den gewis­se Ritua­le durch­füh­ren, wenn sie auf ande­re Hei­den tref­fen; sie tra­gen etwa selt­sa­me Kla­mot­ten und malen sich an. Fra­ge: Saß Fabi­an Peltsch schon mal zwi­schen zwei betag­ten Damen in einer katho­li­schen Mes­se oder war er zum Bei­spiel schon mal auf einer Ver­nis­sa­ge?

Auch kunst­voll: Musik.

ZEAL & ARDOR – Death to the Holy (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Minia­tu­ren (13.11.24)

Ich tra­ge neu­er­dings immer – jeden­falls in Gedan­ken – eine Ersatz­ta­sta­tur bei mir, um sie wort­los Men­schen, die, statt die gewünsch­te Akti­vi­tät mit zwei bis drei Tasten­drücken direkt selbst aus­zu­füh­ren, lie­ber zwölf­mal von Siri falsch oder gar nicht ver­stan­den wer­den, zu über­rei­chen. Die Ver­zweif­lung aus deren sonst aus­drucks­lo­sen Augen einer gewis­sen Indi­gniert­heit wei­chen zu sehen wäre zumin­dest eine Ver­bes­se­rung. Viel­leicht soll­te ich die­sen Gedan­ken in die Tat umset­zen.


„Jetzt kann nur noch die Bun­des­agen­tur für Sprung­in­no­va­tio­nen hel­fen!“ ist ein zuläs­si­ger, aber den­noch brül­lend komi­scher Satz.


Wenn die für die all­win­ter­li­chen Spen­den­sam­mel­stän­de in der Innen­stadt Ver­ant­wort­li­chen trotz ihres Ansin­nens, aus­ge­rech­net dann um Geld zu bit­ten, wenn es alle ande­ren auch machen, nicht völ­lig blöd sind, dann wer­den sie heu­er ver­su­chen, ihre Spen­den­sam­mel­stän­de genau gegen­über von Wahl­kampf­stän­den zu errich­ten, so dass man nicht mehr aus­wei­chen kann, son­dern nur mehr die Wahl hat: Geld – oder Stim­me?


Der bis­lang lustig­ste Name der ins Deut­sche über­setz­ten Fern­seh­ge­schich­te war und ist Rülps Ver­zei­hung lie­ber Sie­gel­mann (Die Dinos, Staf­fel 2, Fol­ge 22). Ich hof­fe, dass ich es noch erle­be, dass sich ein Autor die­ser Her­aus­for­de­rung stellt.

MontagsmusikComputerMir wird geschlecht
i Häxa – Destroy Ever­ything // Mini­flux statt News­Blur, der Pro­kra­sti­na­ti­on wegen

Auf diesem Foto hat sich ein Panda versteckt.

Es ist Mon­tag. Alles brennt, ent­neh­me ich den Nach­rich­ten. Eigent­lich ganz ange­nehm im Novem­ber.

Apro­pos: Anja Rüt­zel vom „SPIEGEL“ („lebt in Ber­lin“, aber als Dia­gno­se) teilt mit, Fil­me, in denen zwei oder mehr Frau­en mit­ein­an­der intim ver­keh­ren, sei­en gera­de­zu Boll­wer­ke des Femi­nis­mus. Da muss­te ich also bis 2024 war­ten, um her­aus­zu­fin­den, dass ich wäh­rend der kör­per­lich anstren­gen­den Jah­re mei­ner Puber­tät nicht ein­fach nur ein Wich­ser Masturbant war, son­dern viel­mehr ein tap­fe­rer Kämp­fer gegen das Patri­ar­chat. Dan­ke, Anja Rüt­zel. (So zu leben, dass es nie­mand wis­sen will, ist ein weit­hin unter­schätz­tes Hob­by. Ich zum Bei­spiel habe die­ses Hob­by nicht.)

EDV (anders­wo): Note­pad bekommt jetzt „KI“-Funktionen. Denn genau das hat Note­pad noch gefehlt: „KI“-Funktionen. EDV (hier) hin­ge­gen: In einem Anflug von Pro­kra­sti­na­ti­on – noch immer läuft die­se Ver­laut­ba­rungs­platt­form in Form einer Word­Press-Instal­la­ti­on, aber ich arbei­te zuse­hends mehr TODOs für die Umstel­lung ab, so dass aus dem TODO even­tu­ell in abseh­ba­rer Zeit ein TADA! wird, aber immer mehr Zeug, aber weni­ger Zeit – habe ich gestern nach über neun Jah­ren den Umzug von News­Blur, das ich trotz allem für einen wirk­lich her­aus­ra­gend guten und wei­ter­hin emp­feh­lens­wer­ten Feed­le­ser hal­te, auf ein selbst geho­ste­tes Mini­flux voll­zo­gen, das nach aus­rei­chend aus­führ­li­chen Tests vie­ler Alter­na­ti­ven (ja, euren „Geheim­tipp“ ken­ne ich auch) nicht nur den besten Kom­pro­miss zwi­schen „kann viel“ und „nervt nicht“ dar­stellt, son­dern auch mei­ne wesent­li­che Sor­ge, News­Blur betref­fend, ver­mei­det, näm­lich die, dass ich qua­si über Nacht mei­ne Feed­samm­lung ver­lie­ren könn­te, wenn der Ent­wick­ler eines Tages vom Bus über­fah­ren wird. News­Blur selbst zu hosten ist eher lästig, des­we­gen mache ich das nicht. Mei­ne jeden­falls gegen­wär­tig bevor­zug­te iOS-Feed­le­se­app zwecks schö­ne­rer Bedie­nung auf Wisch­bild­schir­men kann ich auch mit Mini­flux wei­ter­nut­zen, was ich gut fin­de. Das Ein­zi­ge, das mir in Mini­flux nach dem Umstieg „fehlt“, ist eine ele­gan­te Mög­lich­keit, Feeds direkt per Klick auf einen tag und nicht etwas auf­wen­di­ger per Ein­stel­lungs­me­nü zu fil­tern (eini­ge Web­sites sind doch recht gesprä­chig), aber im Gegen­zug ermög­licht Mini­flux mir statt­des­sen das Fil­tern nach Inhalt, das mir bei News­Blur oft gefehlt hat. Mei­ne Plä­ne für einen eige­nen Feed­le­ser stel­le ich damit mal wei­ter hin­ten an. Man wird ja auch nicht jün­ger.

Musi­ka­li­scher Ein­wurf zum Älter­wer­den auch: Das neue Pixies-Album, das ich dar­um nicht zu den jah­res­be­sten zäh­le, erin­nert mich sti­li­stisch frap­pie­rend an das „graue“ Album von The Vel­vet Under­ground. Ich schlie­ße nicht aus, dass das näch­ste dann wie „Loa­ded“ klingt, aber es könn­te auch wie „Squeeze“ wer­den. Die Her­ren nebst mal wie­der aus- bzw. ein­ge­tausch­ter Dame wer­den irgend­wie ruhi­ger im Alter.

Bleibt unru­hig: Musik (ande­re).

I HÄXA – Destroy Ever­ything

Guten Mor­gen.

PolitikNetzfundstücke
Ein Gespenst geht um in Texas

(a) Der Name eines Kom­mu­ni­sten darf nicht auf den Stimm­zet­teln für Vor­wah­len oder all­ge­mei­ne Wah­len in die­sem Bun­des­staat oder einer poli­ti­schen Unter­glie­de­rung die­ses Bun­des­staa­tes abge­druckt wer­den.

(b) Eine Per­son darf kein nicht gewähl­tes Amt oder kei­ne nicht gewähl­te Posi­ti­on beim Staat oder einer poli­ti­schen Unter­glie­de­rung des Staa­tes inne­ha­ben, wenn:

(1) ein Teil der Ver­gü­tung für das Amt oder die Posi­ti­on aus öffent­li­chen Mit­teln die­ses Staa­tes oder einer poli­ti­schen Unter­glie­de­rung die­ses Staa­tes stammt; und

(2) der Arbeit­ge­ber oder Vor­ge­setz­te der Per­son begrün­de­ten Anlass zu der Annah­me hat, dass die Per­son ein Kom­mu­nist ist.
Sta­tu­ten des Staa­tes Texas

Politik
and destroy

Soi­lent Grün – Macht Alles Kaputt (Live ’81)

Nach­trag: Jetzt, da die F.D.P. nicht mehr regiert, weil Chri­sti­an Lind­ner sich gewei­gert hat, Olaf Scholz ein paar zusätz­li­che Mil­li­ar­den Schul­den zur Ver­fü­gung zu stel­len, um den Krieg in der Ukrai­ne noch wei­ter in die Län­ge zu zie­hen, wer­den Rot-Grün bestimmt end­lich vie­le Refor­men zugun­sten der Armen und Schwa­chen im Bun­des­tag durch­be­kom­men. Sonst wäre das ja total blöd jetzt.

PolitikIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 5. Novem­ber 2024

Kur­ze Durch­sa­ge des Dad­del­un­ter­neh­mens Bethes­da, mit dem etwas zu tun haben zu wol­len eine enorm dum­me Idee zu sein scheint: „Kau­fen“ ist Wer­be­deutsch und hat mit Nut­zungs­rech­ten nichts zu tun.


Zivil­ge­sell­schaft wirkt (wie Brech­mit­tel): „Fast ein Drit­tel aller Gecan­cel­ten in Deutsch­land sind jüdisch, obwohl ihr Anteil in der Bevöl­ke­rung ledig­lich 0,2 Pro­zent beträgt.“


Drei Sze­na­ri­en.

Ihr habt einen Füh­rer­schein, der „ein Leben lang“ Gül­tig­keit besitzt. Der Staat fin­det, ihr müsst ihn umtau­schen. Das kostet – je nach­dem, wo ihr wohnt – etwa 40 Euro und ihr müsst das in 15 Jah­ren noch mal machen.

Ihr wollt ver­rei­sen. Der Staat fin­det, Aus­län­der sehen alle gleich aus, des­we­gen müsst ihr euch hier­für kri­mi­nal­tech­nisch kon­trol­lie­ren las­sen („Fin­ger­ab­druck­pflicht“). Das kostet alle zehn Jah­re 70 Euro und ohne die Zah­lung kommt ihr in immer weni­ger Län­der. DDR-Bür­ger ken­nen das. Zehn Jah­re spä­ter müsst ihr das noch mal machen. Könn­te ja sein, dass ihr zwi­schen­drin neue Fin­ger bekom­men habt.

Ihr seid deut­sche Staats­bür­ger. Der Staat fin­det, ihr müsst zur Stra­fe dafür alle zehn Jah­re 37 Euro bezah­len. Tut ihr das nicht, müsst ihr bis zu 5.000 Euro bezah­len und die 37 Euro dann halt trotz­dem.


Ande­re Län­der, ande­re Sit­ten: Leser kün­di­gen ihre „Washington-Post“-Abonnements, weil die „Washing­ton Post“ nicht sagen woll­te, wen sie wäh­len sol­len. Ich möch­te übri­gens, dass Donald Trump Bill Stod­den gewinnt. Das ist genau so inter­es­sant wie der Hin­weis, was ande­re Deut­sche gern im Aus­land als Wahl­er­geb­nis hät­ten. Zu hie­si­gen Wahl­er­geb­nis­sen sie­he vori­ger Absatz.


Heu­te vor 419 Jah­ren gab es einen Lösungs­ver­such.