Archiv für die Kategorie ‘Politik’.

Politik regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, muss ich schreiben, sonst gibt’s Tote.

In den NachrichtenPolitik
In aller Kürze: Alles Nazis außer Amerika!

Habt ihr heute auch an einer der von Sigmar Gabriel weitgehend ignorierten Demonstrationen gegen TTIP teilgenommen? Dann hat Alexander „Alex“ Neubacher, „Journalist“ beim USA-Hausblatt „SPIEGEL ONLINE“ (wo auch sonst?), schlechte Nachrichten für euch: Euretwegen gewinnen die Rassisten!

In den NachrichtenKaufbefehleMusikkritikPolitik
Von Hamstern und Toten (sowie: Electric Wizard – Time to Die)

Ah, es ist mal wieder Feiertag; nicht irgendein Feiertag, sondern der Feiertag:

Alarrrrma! Hamsterkäufe. Panik. Morgen gibt’s nix mehr. Übermorgen auch nicht. Nie wieder. Wir werden alle verhungern. Der Laden voll. Die Nerven blank. Die Honks in Hochform. Und der Wichser hinter mir fährt in meine Hacken. Könnt ja schneller gehen wenn er das tut.

Deutschland, du Land der liebenswerten Irren! Man sollte euch Kalender schenken, die zwei bis drei Tage vor einem eigentlich verkaufsoffenen, aber Feiertag in unregelmäßigen Abständen laut piepen und wild blinken und erst damit aufhören, wenn ihr eingekauft habt. Der Deutsche mag es nicht, wenn etwas laut piept und wild blinkt.

Wogegen der Deutsche allerdings nur wenig einzuwenden hat, denn sonst würde er aufhören, Parteien zu wählen, die die außenpolitische Nähe zu den USA befürworten, ist ja so was hier:

Während eines US-Luftangriffs in Kunduz wurde ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen getroffen, mindestens 19 Menschen starben. (…) Die US-Armee hatte am Morgen eingestanden, man habe in der Nähe des Hospitals Luftschläge ausgeführt, dabei könne es zu zivilen Opfern in dem nahegelegen Hospital gekommen sein. (…) Das Ziel der Luftangriffe in der nordafghanischen Stadt seien „Personen, die eine Gefahr für die Streitkräfte darstellten“ gewesen.

Das kann ja mal vorkommen. Muss man ja verstehen – da sitzen irgendwo Talibankämpfer im Gebüsch, da kann man auf so was wie ein Krankenhaus keine Rücksicht nehmen, da muss das Gebiet weiträumig eingeebnet werden. Sonst überlebt noch wer.

Was ja für ein Land mit durchschnittlich etwa einer Schießerei pro Tag (und das sind nur die erfassten) keine besonders radikale Haltung ist. Waffen schützen nun mal vor den Bösen, und ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass jemand, der kein Jäger ist und trotzdem eine Waffe trägt, ein Arschloch und kein Guter ist. Der zweite Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung implizierte im 18. Jahrhundert, dass jeder eine Muskete besitzen darf. Wie ungefährlich es doch in den Vereinigten Staaten wäre, besäße jeder nur eine Muskete!

Dazu passt vielleicht etwas Musik.

Electric-Wizard-Time-To-DieIn England, dem Land des Magiers Merlin, formierte sich 1993 eine Doom-Metal-Band namens „Electric Wizard“, „elektrischer Zauberer“ also. Inzwischen spielt die Gruppe mit dem vierten Schlagzeuger und dem fünften Bassisten ziemlich erfolgreich mit ihrem image, das trügt: Hinter Albumstiteln wie „Witchcult Today“ (2007) und „Legalise Drugs and Murder“ (2012) steckt letztlich Musik, die auch uns, die wir mit den meisten Spielarten des Metal nur bedingt etwas anfangen können, zu gefallen vermag. Vom guten Doom Metal zum guten Stoner-Rock ist es musikalisch nicht besonders weit. Ich persönlich nehme den Doom Metal einfach nicht ernst, dann macht er am meisten Spaß.

Auch auf dem aktuellen, 2014 veröffentlichten Studioalbum „Time to Die“ wird die Freude befeuert: Titel wie „Destroy Those Who Love God“ und „Lucifer’s Slaves“ amüsieren mich, wenn ich mir vorstelle, dass es vielleicht tatsächlich Leute gibt, die das alles furchtbar ernst nehmen. Dabei steckt hinter der Attitüde wirklich Hörenswertes:

Das Album beginnt mit dem Plätschern eines Baches. Allmählich setzen Schlagzeug und Orgelklänge ein, ein Erzähler hält einen kurzen Monolog und es wird schlagartig düster: „Incense for the Damned“ ist eine schneidende Gitarre über treibendem Bass- und Schlagzeug-Fundament, Frontmann Justin Oborn steuert verzerrten Gesang bei: “ I don’t give a fuck about anyone / or your society. I just need / incense for the Damned“, die Sex Pistols hätten es nicht besser ausdrücken können. Doom Metal ist vielleicht letztlich auch nur eine Spielart der Punkkultur, aber da kenne ich mich nicht besonders gut aus.

Electric Wizard – Incense For The Damned [HQ]

Das folgende Titelstück „Time to Die“ bleibt ohne weitere Auffälligkeit, interessanter ist das elfeinhalbminütige „I Am Nothing“, das mit seinem hypnotischen Rhythmus und der repetitiven Melodie, die beinahe vom Gesang, der in der zweiten Hälfte allerdings gar nicht mehr vorkommt, ablenken, denjenigen belohnt, der einen guten musikalischen trip zu würdigen weiß, aus dem man von den Sprachfetzen in „Destroy Those Who Love God“ nur vorübergehend herausgerissen wird, bis man in „Funeral of your Mind“ wieder in den Strudel gerät und dort bis zum letzten Stück, dem krautrocklastigen „Saturn Dethroned“, das wiederum mit einem Bachplätschern endet, in ihm gefangen (obwohl sich das wirklich gut anfühlt) bleibt. Das muss dieser „Höllentrip“ sein, von dem alle reden.

Prima Album, das.

In den NachrichtenPiratenpartei
Politik ist sexy (in Österreich)

FapFapFapWas macht eigentlich Anne Helm?

Tja, so genau weiß ich das erfreulicherweise auch nicht, halbnackt für mehr Bombardements zu werben ist auch sooo 2014. Apropos 2014: Es ist jetzt ungefähr ein Jahr her, dass die mittlerweile durch den Landesvorstand in die Auflösung getriebene Piratenpartei Hildesheim in einem Sado-Maso-Club tagte und dadurch vielfache Diskussionen darüber auslöst, ob sexuelle Freizügigkeit Grenzen haben sollte. Ich weiß auch nicht, wie ich darauf komme, eigentlich wollte ich doch diese Meldung (Vorsicht: ungezählte hoffentlich absichtlich lächerliche Versuche, das Wort „Wichsen“ zu vermeiden) kommentieren:

Wer derzeit auf [YouPorn, A.d.V.] surft, der sieht sich (…) plötzlich mit einer Dame konfrontiert, die ggf. dem Wunsch nach sexueller Erleichterung schnell ein Ende setzen könnte: Johanna Miki-Leitner, bisher eher bekannt als Österreichs Bundesinnenministerin denn als Dame, die bei YouPorn (in welcher Form auch immer) in Erscheinung tritt.

„Johanna will dir zuschauen“ heißt es dort auf einem Foto der Innenministerin. Doch der Klick auf die beworbene Seite zeigt nicht etwa intime Einsichten in das Leben der ÖVP-Politikerin oder eine Form der masochistischen Betätigung der YouPorn-Nutzer, die gleichzeitig Geld in Österreiches Kassen spült. Nein, man sieht nur eine Seite der Piratenpartei Österreichs, die hier auf das manchmal recht voyeuristisch anmutende Streben der Ministerin hinweist und die Bedeutung der Privatsphäre hervorhebt.

Natürlich geht diese Aktion völlig an der Lebensrealität der Österreicher vorbei; wer guckt schon auf YouPorn, noch dazu ohne einen Werbeblocker? :)

Wie nachhaltig sie ansonsten sein mag, wird Österreich vielleicht noch erleben. Grundsätzlich aber ist es löblich, dass schon bald im Kommentarbereich unter der Meldung die Frage aufkam, wieso das eigentlich die Piratenpartei Deutschland noch nicht adaptiert hat. Ich begrüße diesen Vorschlag: Nur wenig wird das einfache Volk so deutlich zum Nachdenken bringen wie das eingeblendete Gesicht von Thomas de Maizière auf einer Pornowebsite. Ich gehe sogar noch weiter und rege hiermit an, Werbeflächen mit diesem Motiv in allen großen Schundmedien (YouPorn, RedTube, xHamster, RTL-Nachmittagsprogramm, BILD, SPIEGEL ONLINE) zu platzieren. Wählen Sie diesen Mann ab und Sie können wieder ungestört masturbieren.

Blöd nur, dass diese Werbung dann keiner gesehen haben will.

In den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstücke
Liegengebliebenes, 17.09.2015

Hurra – die Bahn reagiert auf preiswertere Konkurrenz und wird in diesem Jahr ausnahmsweise günst nicht teurer! Also nur ein bisschen und nicht überall.


Der Fortschritt ist nicht mehr aufzuhalten: Es gibt jetzt tragbare Bananen.


Eevee erklärt (bedauerlicherweise auf Englisch), warum Unicode gescheitert ist. Bonus: Im Kommentarbereich steht, wie man sich eine Emoji-Domain registrieren kann.


Als weiße Person die Beteiligung einer Schwarzen oder PoC Trans*Inter*GnC-Person an einer antirassistischen Intervention gegen eine weiße Lehrperson zu fordern, verstehen wir als Tokenizing (Instrumentalisierung). Was?


Wie schön: Die Werbedienstleister betonen die Qualität!


Neues aus dem Land der Freiheit: Du darfst als 14-Jähriger in den USA natürlich schon kreativ und technisch begabt sein, aber wenn du dir eine Uhr baust und dummerweise Ahmed heißt, gibt’s Zellenarrest.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Blueneck – Seven

MontagseuleMontag. Herrlich. Den „Tagesspiegel“ kann man ja auch nicht mehr lesen. Wenden wir uns also lieber ausländischen Medien zu, zum Beispiel solchen aus Österreich:

Wenn eine Weiterreise nach Deutschland nicht möglich ist, dann könnten in den kommenden Tagen zehntausende Flüchtlinge in Österreich stranden, mehr als je zuvor.

Das Wort „Stranden“ kennt man sonst nur in Verbindung mit einsamen Inseln; vielleicht hat die Zeitung „der Standard“ insofern also einen noch kritischeren Blick auf ihr Heimatland als es die Implikation, niemand sei verzweifelt genug, um ausgerechnet gezielt nach Österreich zu fliehen, bereits andeutet. Punk, Punk allerorten.

Überhaupt, die Revolution: Bei „Blendle“ kann man digitalisierte Zeitungs- und Zeitschriftenartikel nicht nur kaufen, sondern auch zurückgeben (Vorsicht: t3n.de), was wahrscheinlich aber nur geht, wenn man nicht versehentlich ein Eselsohr hineingemacht hat.

Was soll’s? Es ist, wie erwähnt, Montag. Zeit für etwas Ruhe und vielleicht ein kurzes Verreisen.

Zum Beispiel so:

Blueneck – Seven – Live@Bingo, Kiev – Astral4 [05.09.2013]

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Die Ausgestoßenen

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten schlägt wieder zu:

Eine weiße Frau, die Klage eingereicht hatte, nachdem sie versehentlich mit dem Sperma eines Afroamerikaners befruchtet worden war, muss ihre Klage nun erneut stellen, nachdem ein Richter aus Illinois ihre Forderungen an die Samenbank abgelehnt hatte. (…) [Jennifer] Crambletts Anwalt erläuterte, dass der Fehler ihr und ihrer Familie Stress, Schmerz, Leid und medizinische Kosten verursacht habe; außerdem führte er aus, dass sie fürchten musste, dass ihre Tochter Payton, inzwischen drei Jahre alt, in ihrem, Frau Crambletts, vorrangig weißen Freundes- und Bekanntenkreis mit dem Gefühl aufwachsen würde, eine „Ausgestoßene“ zu sein.

(Übersetzung von mir.)

Nein, mein Kind, ich habe zwar vor Gericht versucht, dich als Schaden geltend zu machen, weil du schwarz bist, aber weißt du, meine Freunde sind alle so rassistisch.

:irre:

In den NachrichtenPolitik
Würdevielleichtvoll

Bei den Linken hat sich ja seit Langem die Bezeichnung „Kaltland“ für „Deutschland“ durchgesetzt, wenngleich wohl kein Land so kalt sein kann, dass sie freiwillig auswandern. Wieso man ein Land als so herzlos und abstoßend empfindet und sich trotzdem dafür engagiert, dass die eigenen politischen Überzeugungen hier mehr Gehör finden, ist mir noch nicht klar; „Deutschland, verrecke!“ ist noch nicht so lange her, dass es plötzlich ein „Deutschland, diskutier‘ mit uns über unsere Zukunft!“ geworden sein könnte.

Die Gegenseite, die das Überleben Deutschlands in einer möglichst reinen Form über das eigene stellt, die doofen Nazis also (denn Graustufen kennen die Verfechter des einzig wahren Miteinanders schon gar nicht mehr), deren Demonstrationen immer und grundsätzlich „Aufmärsche“ genannt werden müssen, weil es sonst wohl gar zu bescheuert wirkte, gegen diese Demonstrationen statt für Sinnvolles zu demonstrieren, denkt ihrerseits auch nicht daran, irgendwo anders hinzureisen, und agiert aktiv für ihre Version eines besseren Landes, wie’s dieser Tage durch die Medien geistert:

In Heidenau haben Dutzende Teilnehmer einer NPD-Demo die Zufahrt zu einem ehemaligen Baumarkt blockiert, in dem etwa 250 Flüchtlinge untergebracht werden sollten.

Die Blockade von genehmigten Transporten und/oder Versammlungen heißt eben nur manchmal „ziviler Ungehorsam“; wenn es die Falschen tun, ist es eine Ungeheuerlichkeit. Jedenfalls kämpft da, wenn ich das richtig mitbekommen habe, gerade die Gruppe derer, die gern möglichst viele neue Ghettos für Flüchtlinge errichten möchte, gegen die Gruppe derer, die es nicht einsehen möchte, dass die Einwanderung in Europa so ungleich verteilt werden soll, und mit Fackeln und Mistgabeln die Initiative ergreift; der Mob aber, das sind immer die Anderen.

Da hilft auch Sigmar Gabriel, der jüngst gekürte Mr. Zack der SPD, nicht mehr:

Sigmar Gabriel wettert in Heidenau gegen den braunen Mob. Doch eigentlich warten sie in Sachsen auf jemand anderen: die Kanzlerin.

Schön, dass du da warst, Siggi, und jetzt geh‘ aus dem Weg, wir warten auf interessantere Leute. So einfach geht Protest gegen die SPD, werte Scherzfreunde, und ich empfehle euch bei anderen Gelegenheiten ähnlich zu reagieren. – Merkel also kam irgendwann und sagte was:

„Deutschland ist ein Land, das die Würde jedes einzelnen Menschen respektiert“, so Merkel. Das gelte für jeden, der sich in Deutschland aufhalte.

  • Bis man eben, wie Murat Kurnaz, ins Ausland reist, dann hat sich das mit der Würde auch seitens deutscher Soldaten und Beamter erledigt.
  • Bis man eben selbst verschuldet oder unverschuldet seine Arbeit verliert, dann ist man bis auf Weiteres ein unerwünschter Kostenfaktor.
  • Bis man versucht, Polizeigewalt zu deeskalieren, dann ist der Zwang zur Nacktheit eine angemessene Strafe.
  • Bis man mit nicht ausreichend großen Menge Marihuana erwischt wird, dann ist dieser nackte Körper ein regelmäßiges Anschauungsobjekt.
  • Bis man, womöglich aus Versehen, Opfer des zurzeit von Angela Merkels CDU maßgeblich geförderten Staatstrojaners wird, dann ist nicht einmal mehr die private Kommunikation tabu.

Würde ist eben vor allem ein Konjunktiv.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Elton John – I’m Still Standing

Traurige Eule ist traurigGestern war mehr Montag. In der Braunschweiger Zeitung stand heute, dass in der belebten Innenstadt, also vor Publikum, zwei südländische Männer es geschafft haben, zwei Mädchen per Schwitzkasten das jeweilige Mobiltelefon zu entreißen und damit zu entkommen, und wahrscheinlich sagt das irgendwas aus. Man kann sich andererseits auch als Passant nicht um alles kümmern, wo’s doch so viel mehr Schlechtes auf der Welt gibt: Es ist eine Vergewaltigung, wenn der Sex doof war, während ich ja der Meinung bin, es sei Zeitverschwendung, wenn die Frau so doof ist, aber was weiß ich schon?

Nein, die Cleveren sitzen in den Regierungen. Markus Söder hält Soldatenfotos von sich für zeigenswert, mia san mia (also die da unten), wir hier oben sind empört, empört!!1!. Ich glaub‘, ich spinne: Per Fingertipp auf dem Touchscreen oder per Mausklick am Rechner zeigt man der Spinne, wohin sie krabbeln, springen und wie sie das Netz aufspannen soll, per Fingertipp an die Stirn zeigt man derweil dem Mitmenschen von der Journaille, zu welchem Gewürz er reisen soll. Die Zukunft zeigt indessen, dass Sicherheit sooo 90er ist: Den Bootloader per Web laden, was über das Wort „Hypertext“ auch schon alles Nötige aussagt. Was kann schon schiefgehen? Es ist zum Eulen.

Widrigkeiten. Kann das weg?

Elton John – I'm Still Standing (Live)

Looking like a true survivor, feeling like a little kid.

Angenehme Nachtruhe.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Meshuggah – Demiurge

Huhu!Montach. Journalisten machen Nachrichten. Ich möchte eigentlich gar nichts dazu schreiben, es ist ja doch müßig. Die Welt vereifelt.

Dafür traf immerhin ein klasse Musikalbum ein: Dr. Thomas „t“ Thielen, ehemals bei den inzwischen offenbar bedauerlicherweise inaktiven Scythe, bringt mit „fragmentropy“ demnächst ein neues ziemlich gutes Album heraus. Ich verstehe das Coverbild nicht.

Und während ihr im Urlaub den Leuten da draußen mal so richtig zeigt, wozu ein deutscher Tourist fähig ist, wird unsereins geweckt von den Schreien der Käuzchen; vielleicht rufen sie wie man selbst mal wieder die Zeit mit der Partnerin zurück. Warum auch nicht? Emacs kann jetzt Fenster, ich guck‘ mal raus. Zwei südkoreanische Soldaten wurden an der Grenze zu Nordkorea entbeint und ich finde, ein überlebender freiwilliger Soldat einer beliebigen Nation ist einer zu viel. Andererseits: Die Bundeswehr war auf der Gamescom und hatte einen Panzer dabei, um den dortigen Spielfreaks mal zu zeigen, was sie unter einem anständigen Ballerspiel verstehen. Computerspieler seien potenzielle Amokläufer, heißt es seitens der Politik, und ich ahne spätestens jetzt, woran das liegt. Arschlöcher.

Erst mal abreagieren.

MESHUGGAH – Demiurge (OFFICIAL MUSIC VIDEO)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurzer Nachtrag zu Kalter Krieg, reloaded

2011:

Das US-Verteidigungsministerium will im kommenden Monat eine neue Cyberstrategie einführen. Darin ist vorgesehen, Angriffe über das Internet mit konventionellen Militärschlägen zu beantworten.

2015:

Das Pentagon wurde amerikanischen Medien zufolge Opfer eines Hackerangriffs. (…) US-Behörden vermuten Russland hinter der Attacke.

Ihr ahnt, was folgt.

ComputerIn den NachrichtenPolitik
Nachrichtenüberblick, 5. August 2015

Das von alten, mächtigen Männern ehedem ersonnene wie errichtete world wide web hat, traut man Johnny Häusler ausnahmsweise einmal, einen großen, verständnislosen Fressfeind, nämlich „alte, mächtige Männer“ (ebd.), und manchmal frage ich mich, was Herren gesetzten Alters auf solche steilen („polemischen“, J. Häusler über J. Häusler) Thesen bringt und warum sie komplexe Themen immer so übermäßig einfach in direkte Korrelation zueinander setzen. Die einfachste Erklärung ist nicht selten die falsche.


Krankenkassen übernehmen immer weniger Gebühren? Gute Nachrichten für alle mit Sehschwäche Gebeutelten: Zwar reicht’s nicht für Augengläser, aber eine Apple Watch wird bezuschusst. Blindlings ins Verderben mit der AOK. Ob es da auch jährlich eine Spende gibt?


Kreisch: Kermit der Frosch und Miss Piggy haben sich offiziell voneinander getrennt. Über 8.250 Leser haben das allein auf Twitter geteilt. Sommerloch? Wieso Sommerloch?

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Sebkha-Chott – Nigla[h] I

SommereuleEin Tag, der mit einem Käuzchen am Teich und der Partnerin beginnt, kann kein schlechter sein; selbst dann nicht, wenn man morgens eigentlich zum Amt will und deren Infrastruktur einem die Teilnahme verweigert und man dann inmitten rauchender Mütter auf den Bus warten muss, weil die Schienen gerade nicht gehen. Die Infrastrukturapokalypse geht weiter.

Passend dazu: Norbert Lammert fordert fünfjährige Wahlperiode, damit mehr Zeit zum „Arbeiten“ bleibt, obwohl doch der Schaden, den die Gelegenheitsregierung in vier Jahren anzurichten vermag, schon nur schwer wieder zu reparieren ist.

Ein Gutes hat dieser Monat allerdings doch: Die Vorfreude auf das kommende Album der fröhlichen Alles-andere-als-Pop-Band Sebkha-Chott steigt ins Unermessliche. Eigentlich ganz nett gegen aufkommende Montagsmüdigkeit, wie eigentlich immer schon.

Nicht wahr?

Sebkha-Chott – Nigla[h] I – OFFICIAL Video Clip

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPiratenpartei
Jefferson Airplane – High Flying Bird

Arrrr.Ist euch auch so Montag wie mir? Zwischen Mond und Käuzchen erlebt heute auch die Piratenpartei einen Höhenflug. Das ARD-„Morgenmagazin“ fragte besorgt, ob die Piratenpartei jetzt professionell geworden sei, weil der alte Vorsitzende auch der neue Vorsitzende ist. Man sagt, man dürfe in der Piratenpartei nicht links sein, aber eigentlich darf man nur nicht kein Pirat sein. Digitaler Wandel geht auch anders. Die andere PARTEI hat ihren Höhenflug derweil hinter sich.

Politik, so viel Politik. In Afghanistan gab es eine Schießerei auf einer Hochzeitsfeier, effizient sind sie ja schon. Olivenöl, Alter.

Ist es der Verstand? Ist es ein Flugzeug? Ist es ein Vogel? Klar doch.

Jefferson Airplane – High Flying Bird – Live at Monterey Pop 1967

Guten Morgen.

PiratenparteiPolitik
Vorwärtsverteidigung (2)

(Vorbemerkung: Es folgt ein tendenziöser, von politischer Korrektheit weit entfernter, polemischer Text. Pardon.)

Gestern haben Mitglieder der Piratenpartei Deutschland auf ihrem Bundesparteitag neben einigen anderen Dingen mit nur knapper Mehrheit auch dieses Positionspapier angenommen:

(…) Einseitige Beurteilungen des Nahostkonflikts, die Israels Existenz- und Selbstverteidigungsrecht in Frage stellen oder gar die israelische Politik in die Nähe des nationalsozialistischen Regimes rücken, sehen wir als antisemitisch an. (…)

So weit, so richtig; jedes Land sollte das Recht haben, sich zu verteidigen. Interessant wird es nur, wenn diese Selbstverteidigung von Aggression nicht mehr zu unterscheiden ist.

Die Geschichte des Staates Israel, die ihren wesentlichen Anfang nahm, als die Vereinten Nationen 1947 einen vorrangig jüdischen Staat auf einem mehrheitlich von Muslimen bevölkerten Areal, dem damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina, errichteten, ist naturgemäß eine nicht besonders friedliche. Das in jüdische und nichtjüdische Gebiete aufgeteilte Land bestand auch nur bis 1967 in seiner ohnehin instabilen Form: Im Sechstagekrieg verteidigte Israel seine Existenz, indem es die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland und weitere Gebiete militärisch eroberte und einige davon bis zum heutigen Tag nicht wieder aufgab.

1980 verteidigte sich Israel selbst, indem es völkerrechtswidrig die Gegend um Ostjerusalem zu einem Teil seiner selbst erklärte. Die so annektierten Gebiete dienen seitdem der Gewinnung von Lebensraum im Osten:

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Ausschreibungen für Siedlungsbauten (in Ostjerusalem, A.d.V.) laut einem Bericht einen neuen Rekordstand erreicht.

Natürlich sollte man Israel nicht mit dem Dritten Reich gleichsetzen. Das Dritte Reich hat den Krieg verloren.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Zodiak Trio (live)

Die habens gutSchon wieder Montag; hurra! beziehungsweise ach nee!, weil’s wie gewohnt die Zweisamkeit zerschneidet. Das Brüllen der Vögel ist kein guter Ersatz für die Sanftheit. Wochen sind überbewertet wie sonst nur das Wetter. Apropos überbewertet: Der Gründer einer von Idioten überrannten Partei gründet eine neue, identische Partei; was kann da schon schiefgehen? Nur der Name „ALFA“ ist vielleicht unglücklich, Griechenland ist bei Euroskeptikern ja momentan eher ein umstrittenes Land. Man hätte auch das letzte „A“ weglassen können. Wer könnte ALF nicht mögen? Politik kaputt, Hexe hilft. Griechenland öffnet seine Banken und Geld ist trotzdem keines da. Selbst schuld, wer seine Finanzautonomie aufgibt.

Auch kaputt: Musikstreaming. Wer eigentlich gar keine Musik mag, hat vermutlich ein Spotify-Abonnement und freut sich, kein Problem mehr mit zu viel Auswahl zu haben. Bei 10.000 Einträgen ist Schluss, aber wer braucht schon so viele verschiedene Lieder? Das Radio braucht ja auch nur drei, und sie alle sind schlecht.

Nicht ganz so schlecht: Das Zodiak Trio. Wegjazzen, einfach wegjazzen.

Zodiak Trio – jazzahead – German Jazz Expo 2013

Guten Morgen.