Archiv für die Kategorie ‘Mir wird geschlecht’.

Feminismist, Männerrrrrrechtler, verqueere Spinner. Alle zusammen.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Dreimal kurz verlinkt: Sterne, Logik und Verbote

Morgen tritt die Vorratsdatenspeicherung endlich in Kraft; still und heimlich trat auch etwas anderes in Kraft, nämlich die überraschende Erkenntnis, dass der Bundesnachrichtendienst Illegales tat, als er Spionage betrieb. Wer hätte das ahnen können?

Was haben beide Meldungen gemeinsam? Richtig, beide Meldungen waren keine Sekunde lang „Topmeldung“ auf dem „IT-News“-Portal „heise online“ (Beschreibung von ebendort). Stattdessen ist seit gestern eine viel brisantere Meldung oben an der Seite angepinnt:

Disney

Ein neuer Disney-Film kommt raus. Ist ja auch recht interessant.


Ist Logik männlich? Ist der weibliche Mangel an Interesse an den „knallharten“ philosophischen Disziplinen formeller Logik und Semantik symptomatisch für eine Ungerechtigkeit, die mit dem Geschlecht zu tun hat? (…) In einer Folge von Studien der Logik historischer Figuren (…) ergründet [die Autorin, A.d.V.] die wechselseitigen Beziehungen zwischen logischer Innovation und unterdrückenden Sprachstrategien und zeigt, dass Logik keine transzendente Wahrheit ist, sondern eine abstrakte Form der Sprache, die von Männern gesprochen wird[.]

Kein Witz.


Wenigstens läuft nicht alles schief: Fehler werden verboten! Jedenfalls beinahe:

Michael Waidner vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) empfahl, bei der Cybersicherheit allgemein anzusetzen. „Je sicherer ein Produkt ist, desto schwerer ist es auch, in dieses einzudringen und Nutzer zu überwachen“, betonte er. (…) Der Wissenschaftler plädierte dafür, „Exploits radikal als Cybercrime zu verbieten“.

Ein sichereres System ist sicherer als ein weniger sicheres, und wer in ein System „einbricht“, der sollte das nicht dürfen. :)

Zum Glück haben wir Experten.

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Dreimal kurz zitiert: Windows 10, Wohlfühlstudenten, Kassenklingeln

Microsofts kreative Versionierung:

This initial shipping version of Windows 10 can also be identified by a build number, 10240. Where the 10 stands for 10 and the 240 stands for absolutely nothing. Actually, the 10 doesn’t stand for 10 either: That’s just the 10,240th time Microsoft has built Windows. Except, of course, that it isn’t.

:lachtot:


Genderirrsinn an der Yale University:

It is not about creating an intellectual space! You understand that? It is about creating a home here! You are not doing that!

Naja, auch in den USA brauchen sie ja Leute, die später mal die Klos putzen.


Der Tod ist ein Kassenwart aus Deutschland:

Die Waffen, die vor zwei Wochen an die 130 Franzosen getötet haben, waren nun vielleicht doch nicht, wie vormals behauptet, von hier. Das meldeten die Nachrichten in allen Kanälen. Dass sie in Deutschland geordert wurden, war halt doch nur ein Gerücht von bösen Zungen. (…) Wieder ein wenig weniger Schuld auf den Schultern dieses Landes.

Die Schuld, die Schuld tragen zum Glück immer die Anderen (i.e. Gabriel, Sigmar).

In den NachrichtenMir wird geschlechtMusikNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 19. November 2015

Pünktlich zum heutigen internationalen Männertag habe ich mir die tödliche Männererkältung zugezogen. Meine verbleibende Lebenszeit ist daher wahrscheinlich kurz. Bevor ich also abtrete und der Nachwelt ein CDU-regiertes Deutschland hinterlasse, kann ich ein paar Nachrichten der letzten Tage trotzdem nicht unkommentiert lassen. Es gibt Schlimmeres.

Netzpolitik zum Beispiel mag „tot“ sein, aber sinnlos ist sie bei Weitem nicht: Ein US-Geheimdienstler findet, an Terrorismus seien allein Datenschützer schuld. Zum Glück haben wir in Deutschland ein paar Parteien, die sich trotzdem um eine lebenswerte Gesellschaft kümmern, zum Beispiel die „Grünen“, die endlich eine Möglichkeit gefunden haben, ihrem image als Partei der Waffennarren und erhobenen Zeigefinger eine neue Form der Beklopptheit zu geben:

„Um sicherzustellen, dass alle Menschen gleichermaßen genannt und dadurch mitgedacht werden, wird in unseren Beschlüssen ab jetzt der Gender-Star benutzt“, begründet der Bundesvorstand seinen Vorstoß.

Beziehungsweise eben der*die Bundesvorstand*in. Ich finde es übrigens durchaus angenehm bissig, bei der Sprachverhunzung dem Patriarchat weiterhin den Kern eines Wortes und den Frauen das überflüssige, aber immerhin letzte Wort („*in“) zu überlassen.

Da wir gerade bei Parteien sind: Laut „SPIEGEL ONLINE“ sei die AfD derzeit die drittstärkste Kraft im Bundestag. Wie praktisch, dann muss man nicht mehr wählen gehen, wenn der Wahlausgang Jahre zuvor rückwirkend per Umfrage festgelegt wird. Hunde, wollt ihr ewig leben? Manche jedenfalls nicht: Das Netz ist gespalten. Was wir jetzt brauchen, sind mehr traurige Menschen mit Zetteln, mehr Flaggenavatare auf Twitter und mehr Tonnenboys (m/w).

Apropos Tonnenboys bzw. och nei, du: Xavier Naidoo („Wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“, aus: „Wo sind sie jetzt?“), der wohl bekannteste Gefangene der Deutschland GmbH, darf 2016 im „Eurovision Song Contest“ für dieses schwer gebeutelte Land „singen“. Nun könnte man einwerfen, dass es ja ein Länder- und kein Musikerwettstreit sei, und dann hört man sich einmal die dort aufgeführten austauschbaren englischsprachigen Mitklatschschlager der vergangenen Jahre an und zieht seinen Einwand zurück. Seien wir doch ehrlich und geben zu, dass wir uns mindestens seit dem Jahr nach Nicole Ohnenachnamens erschreckend erfolgreichem „Ein bisschen Frieden“ nicht mehr mit den Auftritten identifizieren können und mit der Musik noch viel weniger. Dass aus Deutschland nicht viel gute Musik kommt, mag stimmen; dass aber der „Eurovision Song Contest“ ein medial aufgeblasener Schlagerwettstreit und kein ernst zu nehmendes künstlerisch bemerkenswertes Musikfestival ist und Xavier Naidoo mit seinem melodisch und textlich bestenfalls nur belanglosen Gejammer nicht einmal der lachhafteste mögliche Vertreter Deutschlands ist, wird vor lauter Politisierung viel zu sehr verdrängt.

„Leike Setteleit“ war auch nicht deshalb ein Erfolg, weil es so gut zu Deutschland passen würde.

Gute Besserung uns allen.

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Pharaoh Overlord – Mystery Shopper

SchuhuhMontag. Das Smartphone verkündet, es sei stark bewölkt, und genau so fühlt es sich auch an. Zäunen wir doch einfach Österreich ein, vielleicht löst das ja ein Problem.

Apropos Probleme: Öffentlich, nicht frauenöffentlich. Aber manchmal sind sie ja schon für einen Lacher gut: barbusige Femen stürmen Sex-Messe, das war bestimmt schockierend für alle Anwesenden, beim Lustwandeln unverhofft mit Nacktheit konfrontiert zu werden. Die Grünen beschäftigen sich mit sich selbst und die Regierung pervertiert derweil die Freiheit, die Vorratsdatenspeicherung ist noch immer nicht besiegt. Ist es nicht wunderbar, Tag für Tag etwas zu haben, für das sich das Kämpfen lohnt?

Der eigentliche Kampf ist ja ohnehin der, der sich nur gewinnen lässt, wenn man ihn gewinnen lässt. Auf dem eigenen Schweinehund ins Verderben zu reiten verspricht zumindest noch frischen Wind um die Nase, aber man verzichtet dankend und schmachtet. Der magische Montag birgt manchmal auch Überraschendes.

Augen zu und durch.

Pharaoh Overlord – Mystery Shopper @ Dunajam 2012

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstücke
Liegengebliebenes, 17.09.2015

Hurra – die Bahn reagiert auf preiswertere Konkurrenz und wird in diesem Jahr ausnahmsweise günst nicht teurer! Also nur ein bisschen und nicht überall.


Der Fortschritt ist nicht mehr aufzuhalten: Es gibt jetzt tragbare Bananen.


Eevee erklärt (bedauerlicherweise auf Englisch), warum Unicode gescheitert ist. Bonus: Im Kommentarbereich steht, wie man sich eine Emoji-Domain registrieren kann.


Als weiße Person die Beteiligung einer Schwarzen oder PoC Trans*Inter*GnC-Person an einer antirassistischen Intervention gegen eine weiße Lehrperson zu fordern, verstehen wir als Tokenizing (Instrumentalisierung). Was?


Wie schön: Die Werbedienstleister betonen die Qualität!


Neues aus dem Land der Freiheit: Du darfst als 14-Jähriger in den USA natürlich schon kreativ und technisch begabt sein, aber wenn du dir eine Uhr baust und dummerweise Ahmed heißt, gibt’s Zellenarrest.

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Medienkritik extern: So fällst du Jungs auf

Während ich gelegentlich Frauenzeitschriften lese, liest Klopfer gelegentlich die BRAVO und ihre Ableger, aktuell mit diesen Tipps, wie man seinen Schwarm erobert:

16 Wer aufrecht geht und steht, wirkt nicht nur größer, sondern auch reifer. Und Jungs werden von reiferen Girls magisch angezogen.
20 Der Klassiker: Stolpere in Deinen Schwarm hinein. Entschuldige Dich überschwänglich bei ihm. Er wird Dich total niedlich finden, weil Du ein kleiner Tollpatsch bist.
23 Geh langsam und aufrecht an deinem Schwarm vorbei. Ruhige Bewegungen lassen Dich älter und selbstbewusster wirken!
24 Wenn Du mit einem Jungen sprichst, spiele dabei mit einer Strähne Deines Haares. Das wirkt mädchenhaft und ziemlich süß!
31 Halte Deine Hände ruhig, wenn Du mit einem hübschen Typen sprichst. So wirkst Du gefasst und sicher und nicht so kindisch wie andere Girls.

Das klappt sicher! :irre:


Da sag‘ noch einer, Pornografie sei stets plump: Two Hot Invisible And Silent Lesbians Fuck On The Floor.

Mir wird geschlechtMusikkritik
HMPLFRN: Miss Platnum lacht nicht zuletzt

1993 sangen Illegal 2001 auf ihrem Debütalbum in einem beachtlichen Refrain: „Mädchen sind doof / Mädchen sind doof, alle doof“. Von diesem Schock haben sich deutsche Musikerinnen sehr lange nicht erholt, bis schließlich Miss Platnum kam und deren Ehre zu verteidigen versuchte.

Miss Platnum, die Älteren unter uns erinnern sich womöglich noch an ihre klugen Gesangsbeiträge („yeah / oh“) in Marterias überdurchschnittlich gelungenem Gassenhauer „Lila Wolken“, ist laut Presseinformationen „ein nicht wegzudenkender Teil der urbanen deutschen Musikszene“. Für sie (wie für mich) sei „das alles Popmusik“, dennoch seien „Schubladen“ für sie „genauso uninteressant wie Gendertalk“.

Wirklich? In ihrem derzeit vielerorts zu hörenden „Lied“ „MDCHN (Mädchen sind die besseren Jungs)“ (sic!) – leider lässt sie die Vokale beim Intonieren nicht weg – hört sich das ganz anders an.

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Medienkritik extra: Altherrenwitze

Dass „alte, weiße, heterosexuelle Männer“ an allem schuld seien und aufgrund ihrer Heterosexualität, statistisch gesehen, leider auch irgendwann mal nullkommanochwas Feministinnen gezeugt haben, ist längst nicht mehr als ein müder Treppenwitz derer, die der Ansicht sind, ihr von Grund auf falscher Charakter sei nur deshalb nicht dazu befähigt, ihnen den Weg in höchste Gnaden zu bahnen, weil sich ihnen das Patriarchat in den Weg gestellt habe, und nicht etwa deshalb, weil sie außer Spracheverhunzen und Quotenfrausein nichts an Eignung vorzuweisen haben.

Etwas seltener ist dies:

Das Problem von „TV total“ ist nicht mal mehr der niveaulose Witz. (…) Die Show wirkt wie von alten Männern gemacht, hergestellt mit dem Humor-Werkzeug der Neunzigerjahre.

Alte Männer, so heißt’s dort, seien somit als Urheber von Unterhaltungsmedien nicht geeignet. Jung ist gut, frisch und im Bestfall auch nicht männlich, lese ich daraus, habe schlimme „junge Komikerinnen“ wie Carolin Kebekus, Cindy aus Marzahn sowie Martina Hill in ihrer einzigen unerträglichen Rolle als „Tina Hausten“ viel zu gut im Gedächtnis und rolle ein wenig theatralisch mit den Augen. Der Jüngste war Heinz Erhardt auch nicht mehr, als er gegen Ende seines Lebens immer noch Menschen amüsierte, und wie auch der Dichter Robert Gernhardt und der, nun, Fernsehkritiker Loriot, allesamt alte Männer, hätte er „TV Total“ vermutlich schon damals für viel zu albern gehalten.

Warum das jetzt, drei Monate nach der Veröffentlichung des beschämenden Artikels auf „SPIEGEL ONLINE“, noch von Belang ist? Stefan Raab höre auf, verkündeten die Medien, und nur wenige Stunden zuvor war gerade erst die erste Trauer über den Tod des Literaten Harry Rowohlt verklungen, der erst mit 70 Jahren seinen subtilen, bisweilen auch brachialen Witz nicht mehr zu haben imstande war. Was auf „TV Total“ folgt und auf „SPIEGEL ONLINE“ als geeigneter Ersatz beschrieben wird, nennt sich „Circus HalliGalli“ oder „Neo Magazin Royale“ und wirkt wie die Harald-Schmidt-Show (ihrerseits wenig mehr als eine Kopie dessen, was Jay Leno perfektionierte) ohne Harald Schmidt, dafür mit drei Oliver Pochers, die gleichzeitig versuchen, völlig unterschiedliche Witze falsch zu erzählen. Es mutet andererseits tragisch an, dass man Raab und Pocher hinsichtlich ihres Unterhaltungswerts kaum voneinander unterscheiden kann.

Stefan Raab, diese wahrhaftige Inkarnation Troy McClures, ist ein Anachronismus aus einer Zeit, in der man mit personality shows – auch Thomas Gottschalk ist ja mit mehreren Versuchen dazu gescheitert – noch prima Sendezeit füllen konnte. Das indes hatte er mit Harry Rowohlt gemein: Sie sind aus der richtigen Zeit in eine andere gefallen, in der Beschleunigung die Maxime bildet. Zumindest für Rowohlt blieb nur mehr eine Nische, die er allerdings besser zu füllen vermochte als sie ihm Platz bot; er war die Nische.

Stefan Raab hinterlässt im deutschen Fernsehen nichts als ein paar Stunden vakante Sendezeit. Wenn ihm das als Vermächtnis genügt, ist das valide. Harry Rowohlt, der das Fernsehen allenfalls in der „Lindenstraße“ beeinflusste, hinterlässt hingegen etwas, was von Jan Böhmermann oder, herrje!, Günther Jauch wohl nur schwer korrigiert werden könnte.

Schade drum.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Nachrichtenretrospektive in Kürze, 16. Juni 2015

Gender der Woche: Eltern von Jungs beschweren sich, dass transgender-Mädchen auf die Jungstoilette gehen darf, Eltern des Mädchens beschweren sich anschließend, dass es das nicht mehr darf. Da wird wer zu Hause auf „was habt ihr heute in der Schule gemacht?“ sicher mal eine spannendere Antwort als „Mathe“ geben können.


Skandal!!1! der Woche: Politisch rechte Fraktion stimmt einem berechtigten Antrag einer anderen politisch rechten Fraktion zu. Nicht, dass so was noch zur Gewohnheit wird und eine demokratiefeindliche rechte Partei eines Tages aufgrund der so gewonnenen Mehrheiten noch die Kanzlerin stellt!


Javaproblem der Woche: Unicode macht Kommentare ausführbar.

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Alvvays – Party Police

Auf's Maul?!Es ist Montag. Ist das eigentlich legal? Anderes jedenfalls nicht: Wo andere mit dem Flugzeug fliegen, fliegt Kate Moss heraus.

Wahrscheinlich war das aber auch nur ein Missverständnis, Frauen tun nicht nur niemandem was; laut Claudia Roth („Grüne“, das waren die mit den Kindern) sind Frauen obendrein die einzige Lösung für die Korruptionsanfälligkeit der FIFA: Das größte Problem der FIFA sei es, dass es dort keine Frauenquote gibt, das bisschen Käuflich- und Gesetzlosigkeit ist ja nebensächlich. Apropos: In der Türkei hat die als unbesiegbar geltende Regierungspartei abermals eine Mehrheit erhalten, aber nur noch eine normale, was Kommentatoren als klaren Beweis dafür sehen, dass dort alles mit rechten Dingen zugeht; und was das über die etwa 80 Prozent für die Regierungskoalition in Deutschland aussagt, möge sich ein Jeder selbst ausmalen.

Es ist ja doch immer dasselbe.
Alvvays the same.

Apropos Alvvays: Unter diesem Namen ist seit 2011 ein kanadisches Quintett aktiv, das 2014 sein Debütalbum veröffentlichte. Zu hören gibt es garagigen Postpunk, nicht unähnlich Savages und den Raveonettes, gepaart mit dem Gesang von Frontfrau Molly Rankin, die Erinnerungen an „Nixe“ von den guten alten Huah! herbeihext. Ich weiß das zu schätzen.

ALVVAYS – Party Police – live 13.02.2015 Milano

Guten Morgen.

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Womansplaining

Wo|man|splai|ning (n.): Frauen, die einen Mann von oben herab über vermeintliches mansplaining belehren. :nein:

In den NachrichtenMir wird geschlechtSonstiges
[TW: GNTM]

Bislang war ich der Ansicht, die grauenhafte Fernsehsendung „Germany’s Next Topmodel“, in der entgegen ihrem Namen allerlei eher mittelmäßig aussehende junge Frauen ohne Scham- oder Selbstwertgefühl darum wetteifern, sich für die maximale Dauer einer Staffel nach Kräften blamieren zu dürfen, beleidige lediglich die Intelligenz der Zuschauer, Verwandten und Teilnehmerinnen. Offensichtlich ist mir da ein wichtiger Aspekt entgangen, wie mir die Folgen der gestrigen Bombendrohung – als wäre die nicht schon bescheuert genug – aufgezeigt haben:

Die Jury – samt Thomas Hayo und Wolfgang Joop – soll an einem geheimen Ort untergebracht worden sein. (…) Zunächst sei auch ihnen von einer „technischen Störung“ berichtet worden, erst etwa 20 Minuten nach dem Abbruch sei mit der Evakuierung der Halle begonnen worden, sagt der Insider unter Berufung auf einen Publikumsgast. (…) „Wenn die 10.000 Menschen verrecken, ist es nicht so schlimm, wie wenn die Promis (sic! A.d.V.) verrecken“, sagte demnach eine 23-Jährige aus Ludwigshafen.

Zumindest kann man den Machern der Sendung nicht vorwerfen, ihren Zuschauern vorzuspielen, sie seien ihnen wichtig und kein austauschbares Element im Konzept, weil’s ja eben schon egal ist, wie die Kinder heißen, die ihr Taschengeld für den Unsinn verplempern.

Apropos verplempern: Hat Hans-Peter Uhl eigentlich schon die Vorratsdatenspeicherung gefordert?


Triggerwarnung des Tages: Lateinische Klassiker.

Mir wird geschlecht
myself (Symbolcover)

Cover myself 05.15

Echte Frauen haben sexy Kurven! (Und sind fett. Bäh! Wir erklären Ihnen, wie Sie das ändern können.)

Mir wird geschlecht
Studierx der Gallier (Notiz zur 2. Auflage)

Ich beginne mit einer Frage an diejenigen unter meinen Lesern, die die deutsche Sprache nicht als Muttersprache erhalten haben und vielleicht noch mit grammatikalischen Besonderheiten Probleme haben: Was ist das?

Humbug-Universität

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In den NachrichtenMir wird geschlecht
Sex, Sex, Sex

Ob es für oder die Gesellschaft spricht, wenn „Journalisten“ die Apple Watch als „throbbing strap-on“ beschreiben und über einen „satisfying wristjob“, die Befriedigung durch’s Handgelenk, spekulieren, ist mir unklar; klar ist allenfalls, dass die Glorifizierung von Marken nicht gerade zur Unschuld der Gesellschaft beiträgt. Dazu passt, dass im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, traditionell nicht gerade dem intellektuellen Zentrum des Landes, gegen Sexualisierung gekämpft wird, wo gar keine ist:

Künftig soll jede Werbung unterbunden werden, in der Frauen als „(willens)schwach, hysterisch, dumm, unzurechnungsfähig, naiv“ dargestellt werden. Frauen dürfen auch nicht „ohne Anlass lächelnd inszeniert“ sein oder „zu körperbetont bekleidet“ gezeigt werden.

Von mir aus hätte nach dem ersten Komma Schluss sein können, aber ich habe von wirtschaftlichen Zusammenhängen auch nicht mehr Ahnung als nötig. Vor lauter Verwunderung hat Jan Fleischhauer allerdings das einzig Richtige getan und Frauenzeitschriften gelesen:

Man gewinnt beim Lesen den Eindruck, dass sich Frauen pausenlos mit ihren Haaren und Fingernägeln beschäftigen und den Rest der Zeit dabei sind, über den Stand ihrer Beziehung nachzusinnen. Sex ist auch ein großes Thema, wobei es vor allem darum zu gehen scheint, wie man einem Mann einen perfekten Blowjob verpasst („Petra“: „10 Tipps, damit beim Blasen nichts mehr schief gehen kann“) beziehungsweise verhindert, dass man dabei die Konzentration verliert („Cosmopolitan“: „12 Dinge, die jede Frau denkt, wenn sie ihm einen bläst“).

Mir fällt auf, dass ich eigentlich auch mal wieder Frauenzeitschriften lesen müsste, Steckenpferd, wissenschon.

Apropos Fleisch hauen: Schluss mit Mate und Jutebeuteln, Burger sind das neue hip. Mach dich hübsch, Cheri, wir essen Hack. Sind doch Spießer.


Anfang dieses Jahres berichteten manche Medien darüber, dass BMW es mit der intelligenten Vernetzung wohl etwas zu genau genommen hat: BMW-Autos ließen sich unbefugt öffnen. Fahrzeughersteller haben seitdem offenbar angestrengt darüber nachgedacht, wie man solche Vorfälle in der Zukunft vermeiden könne, denn gestern berichtete man auf heise.de über den wachsenden Markt der digitalisierten Fahrräder. Klar: Was keine Türen hat, kann man auch nicht aufhacken. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Jedenfalls teilweise:

Das Notrufsystem eCall wird für alle neuen PKW und leichten Nutzfahrzeuge ab dem Jahr 2018 zur Pflicht. (…) Bei einem Unfall übermittelt das System die Position des Fahrzeugs automatisch.

Nun wird also auch das Automobil gesetzlich zur Wanze erklärt. Aber ist das dann nicht gefährlich, öffnet das nicht, haha, Tür und Tor für Kriminelle? Nein, keine Sorge, es bestehe keine Gefahr:

Datenschutzsorgen soll ein Verwertungsverbot entgegentreten.

Ach so. Dann bin ich beruhigt!