Archiv für die Kategorie ‘Mir wird geschlecht’.

Feminismist, Männerrrrrrechtler, verqueere Spinner. Alle zusammen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Liegengebliebenes, 23. April 2015

Jetzt stellt sich auch noch der Kalender, dieses weiße gutsituierte Maskuschwein, gegen die Frauen!


Vor über zehn Jahren haben in Deutschland recht viele Menschen – leider erfolglos – dagegen protestiert, das Studium mittels der widerlichen „Bologna-Reform“ zu „optimieren“, die die Einführung gleichgeschalteter „Bachelor“- und „Master“-Studiengänge für eine bessere Unterstützung der Wirtschaft bedeutete, wodurch das Studium deutlich an Reiz verloren hat.

Heute beklagen sich die Gewichsten aus der Wirtschaft darüber, dass das von ihnen geschaffene top-down-Hochschulsystem nicht mehr genug Kreative abwirft: Laut einer Umfrage sind deutsche Unternehmen mit den Absolventen immer unzufriedener. Laut einer weiteren Umfrage sind deutsche Absolventen übrigens auch immer unzufriedener mit skrupellosen Schlipsträgern, die noch nie in ihrem erbärmlichen BWLer-Leben etwas für ihr viel zu reichlich vorhandenes Geld tun mussten.


Dabei hat es die Wirtschaft ja auch nicht leicht, sie muss sich zum Beispiel mit „Journalisten“ rumschlagen:

Am liebsten hätten Sie sich wahrscheinlich eine Beispielfirma ausgedacht, in der es exakt so zugeht, wie Sie es für Ihren Artikel brauchen, richtig? Ach nee, das passt ja dann nicht zum “recherchierten Qualitätsjournalismus” á la Spiegel.


Apropos SPIEGEL – Eilmeldung: Frosch sieht aus wie eine Figur, die einem Frosch nachgebildet ist!


Ihr kennt das Problem: Ihr wollt nur mal eben einen neuen Browser auf eurem Traktor installieren, wisst aber nicht, ob das von der Garantie abgedeckt wird. Keine Sorge, Rettung naht: In den USA dürfen Traktoren womöglich bald gar nicht mehr umprogrammiert werden.


Frühes Flirten in Hugetite Lane, Squeezemburg: Will be glad to demonstrate in a dark room.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Field Music – Who’ll Pay The Bills

EuleEs ist Montag; wie betrüblich. Frühes Aufstehen, Katerstimmung. Käuzchengefühle. – Aber genug davon, es wird ja nicht besser; ein schönes Zitat soll stattdessen diesen Montag einläuten:

Ich habe mittlerweile (…) das Gefühl, dass man mir absprechen will, Feministin zu sein, nur weil ich gerne Schwänze lutsche und mich in den Arsch ficken lasse.

Was einem Mann Spaß macht, könne ja nicht feministisch sein. – So werden immerhin weniger Kinder entstehen, die feministisch erzogen werden. Apropos Arschlöcher: Die Firma Sony macht sich seit einiger Zeit stark dafür, „Raubkopierern“, also Leuten, die ihre öde Bumsmusik aus unlizenzierter Quelle beziehen, das Internet abzudrehen. Am Wochenende stellte sich heraus, dass Sony es mit dem Verwertungsrecht Dritter nicht so genau nimmt. Ich befürworte das Einschalten von Anwälten mit der Forderung, der Firma Sony das Internet wegzunehmen. Sie kann damit offensichtlich nicht umgehen.

Andererseits kann man ganz gut ohne Sony leben. Selbst die dort unter Vertrag stehenden Musiker sind überwiegend verzichtbar. Andere Plattenfirmen haben auch schöne Verträge. Ein Beispiel gefällig? Aber gern.

Field Music – Who'll Pay The Bills (The Amazing Sessions)

Guten Morgen.

Mir wird geschlechtMusikkritikNetzfundstücke
Kurz verlinkt: Julia und die Debattenkultur

„Nicht schon wieder Politik!“, mag mancher Leser angesichts der Überschrift denken. Na gut, dann beginne ich mit ein wenig Musik:

Am 5. Juni 2015 erscheint das Debütalbum „Oxymoron“ der Schweizer Band Muzak. Der Begriff „Muzak“ stammt von der gleichnamigen Firma ab, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts anfing, „Musik“ mit der bloßen Funktion der Kaufhaus-, Fahrstuhl- oder vergleichbaren Beschallung herzustellen; dem Volksmund wie auch Musikern wie John Lennon („How Do You Sleep?“) und nicht zuletzt Steven Wilson („The Sound of Muzak“) war und ist „Muzak“ mittlerweile als Sammelbegriff für Begleitgedudel bekannt. Es ist verzeihlich, dass die Band dieses Namens eigentlich viel bessere Musik macht, die mich an die feinen Toc.Sin erinnert:

Muzak – How Could We Ever (Official Video)

Ich bin gespannt, wie das Album in Gänze klingen wird.

So, jetzt aber!


Erinnert ihr euch noch an Julia Schramm? Nach Nähe zur F.D.P. und Feminismuskritik stieg sie ihrerzeit mehrfach in die Piratenpartei ein und wieder aus, landete zwischenzeitlich sogar im Bundesvorstand, wurde dann vom grassierenden Feminismus überwältigt, schwurbelte sich zum eigenen Buch und besetzt seitdem die Rolle des schlechten Vorbilds in Vollzeit.

Hatespeech Julia Schramm

Für die Amadeu-Antonio-Stiftung („Amadeu Antonio Stiftung“), wo sie sich angeblich – wie bereits auf Twitter – mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ beschäftigt, arbeitete sie mit einschlägig Bekannten wie Jasna „Gummibär“ Strick und Yasmina Banaszczuk zusammen, um eine Broschüre über Debattenkultur im Internet und den Umgang mit „Hate Speech“ zu verfassen. Man kann ihr dieses eine Mal zumindest nicht nachsagen, sie habe keine Ahnung, wovon sie spricht.

Die Stiftung wird übrigens von hochrangigen Partnern wie dem Bundesfamilienministerium unterstützt.


Hihi (1): Schatten sind rassistisch, weil sie dunkel sind.

Hihi (2): Günter Grass: ein unbequemer Sessel.

In den NachrichtenMir wird geschlechtPiratenpartei
Netznazis und Datenschutztaliban

Sie haben Angst vor uns, weil wir ihre Werte bedrohen; weil wir das Neuland, in das sie sich verirrt haben, wie keine andere Gruppe zu beherrschen wissen. Wir überziehen dieses Neuland mit einer Welle des Filesharingterrors und vergewaltigen die Urheberrechte, wo immer wir nur können. Wir lenken unsere Flugzeuge (im Flugsimulator) gegen die Gebäude derer, die unsere Mission gefährden. Der bewaffnete Klassenkampf wird mit LAN-Kabeln und Club-Mate-Flaschen ausgetragen.

Das Fleisch gewordene Peter-Prinzip Günther Oettinger hat Recht: Wir sind gefährlich. Wir sind die 99 Prozent. Wir sind die Taliban.

Was die Netzneutralität betrifft, da haben wir gerade in Deutschland Taliban-artige Entwicklungen. Da ist die Netzgemeinde, da sind die Piraten unterwegs, da gehts um perfekte Gleichmacherei.

Arrrrr! :irre:


Heute ist übrigens Weltfrauentag, passend dazu war Hadmut Danisch unlängst auf einer von Steuergeldern finanzierten Gender-Konferenz. Keine Sorge, es fand keinerlei Wissenschaft statt.

In den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Gleichstellung, Geheimdienste und atomare Gegenwehr

OleoleLesenswert (1): Birgit Kelle über Geschlechterpolitik.

Seit der aktuellen Debatte um die Novellierung des Bundesgleichstellungsgesetzes haben wir es jetzt schwarz auf weiß: Gleichstellungsbeauftragte sollen auf keinen Fall auch für Männer zuständig sein. Der Entwurf hierfür ist kurzfristig verändert worden, nachdem aufgefallen war, dass eine paritätische Besetzung von Männern und Frauen bei allen Posten dazu führen könnte, dass sich die Gleichstellungsdamen in den Bereichen des öffentlichen Dienstes, in denen Frauen teilweise über 75 Prozent halten, dann ja auch um Männer kümmern müssten.


Lesenswert (2): Überraschenderweise ist der BND nicht daran interessiert, dass man ihm bei der Arbeit zuguckt.

Die Abgeordneten des NSA-Untersuchungsausschusses glauben inzwischen, dass die ihnen vorgelegten Akten extra für sie angefertigt wurden. Was natürlich viel Raum für Spekulationen lässt, wie die Originale aussehen mögen und was das Parlament davon sehen darf.

Wenn sich jetzt auch noch herausstellt, dass ein Geheimdienst eine staatliche Institution ist, dann wird es bestimmt scharf formulierte Briefe hageln.


Auch schön: US-amerikanische Atomwaffen bleiben in Deutschland, um den Frieden in der Ukraine zu sichern. Si vis pacem para bellum. Die Guten, das sind – wie im Film – die mit dem meisten Wumms.

Mir wird geschlechtSonstiges
Rudelbums für Anfänger: „Cosmopolitan“, ein Magazin für Unentschlossene

Hui, eine neue „Cosmopolitan“ („Endlich wieder Montagmorgen“, ebd.) mit Gwen Stefani vornedrauf, und dann gleich so ein toller Aufmacher:

Cosmopolitan März 2015

Neue Flirt-Tipps für mehr Spaß und bessere Typen
(Wir haben sie, wissenschaftlich erwiesen!)

Nun ja, selbst Genderforscher und Mediengestalter dürfen sich heutzutage „Wissenschaftler“ nennen, wenn sie an der richtigen (bzw. eben grundfalschen) Hochschule „studiert“ haben; aber wer wäre besser geeignet als ein Frauenmagazin (vgl. „JOY“ et al.)? Eben; und bei der „Cosmopolitan“ hat man wohl ohnehin in letzter Zeit Sonderschulungen in erfolgreicher Schnackselanbahnung absolviert, denn direkt vor den „neuen Flirt-Tipps“ wird ein „neues Orga-Tool für Polyamore“ angepriesen, eine Art app zur Terminplanung, damit man nicht versehentlich die Partner verwechselt.

In dieser Hinsicht erkenne ich zumindest ein Muster; im selben Heft gibt die Drehbuchautorin („Drehbuch-Queen“) Anika Decker im Gespräch mit der „Cosmopolitan“-Autorin Julia Rotherbl bekannt, sie bedaure es, dass es ihr anders als in ihrem neuen, nur nebensächlich erwähnten Film bislang nicht gelungen sei, Liebeskummer durch Sex mit möglichst vielen Männern nacheinander zu verdrängen. Und ich war bislang der Überzeugung, das Gewese um die „große Liebe“ in Mädchenzeitschriften sei schon nur noch schwerlich an Peinlichkeit zu überbieten. – Andererseits erklärt Moritz Pontani im wiederum gleichen Heft, Männer säßen nicht allein zwecks Spermienbelüftung gern breitbeinig herum:

Unsere geöffneten Beine, vor allem die Oberschenkel, fungieren hier als Fluchtlinien oder Lotsen. Sie weisen euch den Weg zum zentralen Fluchtpunkt, unseren Hosenmittelpunkt. Er schreit euch förmlich weit geöffnet zu: „Hier liegt ein Prachtstück, Baby! Greif zu!“

Ach so.

Damit wäre die Zielgruppe der „Cosmopolitan“ ziemlich klar definiert: Flittchen zwar, aber doch zumindest solche, die auch mal neue Filme ansehen und wahrscheinlich just in diesem Moment ihren Partner (oder jeden von ihnen) ausführlich über die Geschehnisse in dem kürzlich verfilmten Weichspül-Fickroman „50 Shades of Grey“ in Kenntnis setzen; Frauen von Welt also, blöderweise von einer anderen.

Wie ein Mann sich anlässlich eines Rendezvous‘ zu verhalten habe, erklärt die Website der „Cosmopolitan“ – was aber müsse man als eine solche Frau tun, um mehr Spaß und „bessere“ Typen – besser als wer oder was? – beim Flirten zu erzielen? Nun, folgende neue Tipps befolgen:

Regel 1: Das Beuteschema erweitern

Bessere Typen lassen sich finden, indem man weniger wählerisch ist; mach‘ Sachen. Ein solcher Traummann aus dem erweiterten Beuteschema sei, so die immer gleiche Julia Rotherbl, c/o „Cosmopolitan“, einer, der „irgendwann vielleicht sogar bereit dazu [sei], den Nachwuchs zu hüten, während Mama ins Büro geht“ – einer ohne eigene Karriere also, auf den „starke Single-Ladys“ (ebd.) ein wenig mitleidig hinabblicken können. Emanzipation am Arsch, aber der Siegeszug der softies (also Weichbirnen) ist nicht aufzuhalten. „77% der Frauen sagen: Meist entscheide ich, ob aus einem Date mehr wird“, die anderen 23 Prozent werden bestimmt von denen bevormundet, die Fluchtlinien auf ihre Hosen zeichnen.

So einen softie jedenfalls hat wohl jede Frau aus dem „Cosmopolitan“-Publikum sowieso im Freundeskreis, daher:

Regel 2: Den eigenen Freundeskreis scannen

Dass das in Kombination mit einem Hang zu wechselnden Intimpartnerschaften möglicherweise den Freundeskreis zerreibt und ausdünnt, sei gnädig verschwiegen. „Je länger man Single ist, desto wichtiger und größer wird der Freundes- und Bekanntenkreis“ (Regel 10); es wäre doch wirklich schade um all die mögliche Beute.

Wenn die „selbstbewusste Single-Lady“ ihren Leumund beim Befolgen dieser Regel erst einmal zur Genüge gemindert hat, eilen die so genannten „neuen Medien“ gern zu Hilfe:

Regel 3: Selbstbewusst surfen

Nämlich: „auf Dating-Webseiten nach einer neuen Liebe suchen“, und zwar „tough“ (J. Rotherbl), denn sonst mache man sich als Frau nur selbst klein, während man für weniger einsam gehalten werde, wenn man sich auf dem virtuellen Fleischmarkt energisch selbst anzupreisen wisse. Selbstbewusstsein, dies sei „Cosmopolitan“-Leserinnen kurz erklärt, beinhaltet im Übrigen auch, zu seinen Schwächen (Scham, „Cosmopolitan“-Abonnement oder noch schlimmer) zu stehen und vermeintlich schlechte Eigenschaften zu akzeptieren, statt sie zu überschminken. Aber wem sag‘ ich das?

Frauen natürlich, denen man auch so etwas erklären muss:

Regel 4: Nicht auf ein Date warten

Die Zeit, so die Argumentation, die man damit verbringe, auf „den Einen“ zu warten, könne man stattdessen auch nutzen, um im Alltag „tausende andere Möglichkeiten, neue Bekanntschaften zu knüpfen“, wahrzunehmen. Dass „der Eine“ dann früher oder später keine Lust mehr hat, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit abserviert zu werden, wird dabei implizit geduldet. Soll er sich halt ein bisschen beeilen, der Arsch.

Denn:

Regel 5: Sich auf keinen Fall klein machen

Den Anderen hingegen schon, wenn Zuwiderhandlung der Erfüllung der Regeln im Weg steht. „Starke Single-Ladys“ wollen starke Ladys bleiben und sich vielleicht zur LP weiterentwickeln. Aber auf keinen Fall zur Sonderpressung:

Regel 6: Leicht zu kriegen sein
Regel 7: Beim ersten Date Sex haben

Klar: Je schneller eine Frau zur Sache kommt, je offensiver sie baggert, desto lieber greift der typische „Cosmopolitan“-Leserinnen-Zielmann zu. „Null(!) Prozent der deutschen Single-Männer stehen darauf, wenn ihnen die Flirtpartnerin die kalte Schulter zeigt“, und „wie frustrierend wäre es denn, nach drei Monaten Dating festzustellen, dass man im Bett nicht harmoniert?“. Allerdings finden auch „null(!)“ Prozent der mir bekannten Singlemänner eine Frau, die leicht „zu kriegen“ in beiderlei Sinne ist, dauerhaft interessant, aber die lesen auch keine „Cosmopolitan“, sondern Blogs und politische Magazine.

Es muss wiederum ja auch nicht von Dauer sein:

Regel 8: So bald wie möglich streiten

Dabei gehe es darum, herauszufinden, ob die (zweifelsfrei) beiden Dickköpfe, die mit den „neuen Flirt-Tipps“ zueinander gefunden haben, einander auch im Falle unterschiedlicher Ansichten zu einem Thema (zum Beispiel der Qualität der „Cosmopolitan“) noch zu dulden imstande sind. Nur zur Sicherheit gibt „Cosmopolitan“ den eher schüchternen ihrer Leserinnen noch einen Rat, der die Umsetzung dieser Regel erleichtern soll:

Regel 9: Keine Kompromisse eingehen
Regel 12: Die biologische Uhr abstellen

Dabei gehe es darum, sich bei der Partnerwahl nicht mit jemandem abzufinden, bei dem das „Knistern“ (J. Rotherbl) ausbleibe. Der Traummann müsse es sein! Zwar ist dies vielleicht einer der häufigsten Gründe, dass die typische „starke Single-Lady“ eben ein Single ist, aber wer aufgibt, hat schon verloren.

Es eile ja auch nicht, die quasi sprichwörtliche „Torschlusspanik“ sei „kein guter Ratgeber“. Lieber bis ins hohe Alter allein bleiben als mit jemandem zusammen zu sein, der nicht „richtig gut“ (zum Beispiel Omar Sy, „Cosmopolitan“, gleiches Heft) ist, scheint das Credo zu lauten, das die „Cosmopolitan“ hier ausgibt. George Clooney („scharfer Schauspieler“, britische Website der „Cosmopolitan“, 2008) sieht ja auch in vergleichsweise hohem Alter noch aus wie jemand, den man als „Cosmopolitan“-Leserin gern vom Fleck weg heiraten würde – warum dann nicht auch die Leserin selbst?

Unsicher? Da hilft nur eins:

Regel 10: Nur auf den Bauch hören

Der Bauch sei der einzige Außenstehende, dessen Einschätzung des potenziellen neuen Partners zählen solle, Meinungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis (ihr erinnert euch: das sind diejenigen Personen, mit denen man vorher allerlei, ähem, Bekanntschaften geknüpft hat) hingegen nicht. Der Bauch als zuverlässiger Beziehungsratgeber ist natürlich nur eine Metapher: „Schließlich müssen nur Sie sich in ihn verlieben“. Allzu viel Zeit bleibt der „starken Single-Lady“ sowieso nicht für den Austausch:

Regel 11: Dating als Fulltime-Job betrachten

Trotz eher mauer Bezahlung: „Was würden Sie denken, wenn Sie Ihrer Affäre morgens um acht eine WhatsApp-Nachricht schicken und den ganzen Tag über nichts von ihm hören?“, da ist ja die Frage schon falsch, denn es geht bei den „Dating-Regeln“ ja letztlich um’s Verlieben, wofür zumeist anderes Verhalten bedeutsam ist als bei einer Affäre, die sich von einer Beziehung ja auch in ihrer Innigkeit zu unterscheiden pflegt, aber so wichtig ist das vielleicht auch nicht; die Regel lautet jedenfalls zusammengefasst, dass man als Teil der Zielgruppe rund um die Uhr erreichbar sein sollte, falls einer der zu Fick- und/oder Romantikzwecken anvisierten Herren trotz der anstrengend künsatlichen Persönlichkeit der jeweiligen „Lady“ auf ihre Nachrichten antworten. Die will man ja nicht warten lassen.

Plural? Aber natürlich!

Regel 13: Nicht nur auf einen Typen setzen

„Multi-Dating ist mittlerweile ganz normal, ja fast schon Trend“, und wer will schon aus der Mode kommen?

Früher ist man ja einfach in eine Bar gegangen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
Þursaflokkurinn – Nútíminn

KauzselfieWieder ein Montag, wieder erwacht man allein. Das Feuer verzehrt alles außer dem Verzehr; und draußen tobt ein Sturm und mit ihm die Dummheit: Feministinnen blockieren aus Versehen Leute auf Twitter; wird schon irgendwie gut sein, weil ein Programm das für sie übernimmt. Wir sind die Borg, Verstand ist zwecklos. Denken ist Männersache.

Was auf Twitter sonst noch irgendwie gut ist, versucht die unsägliche, skrupellose Made My Day GmbH herauszufinden und in einem Buch zusammenzufassen. Die Erlöse sollen an die „Ärzte der Welt“ statt an die Urheber der Tweets gehen; die „Ärzte der Welt“ wollen aber mit Hehlern nichts zu tun haben und nehmen das Geld nicht. Jetzt muss die Made My Day GmbH auf dem Geld sitzen bleiben. Doof.

Schätzungsweise auch doof ist es übrigens, wenn man ein größeres Telekommunikationsunternehmen ist und plötzlich die Stasi im Haus hat: Der BND hatte sich bei der Telekom eingemietet (Vorsicht: JavaScript-Tracking!), der damalige Telekom-Chef weiß von nichts. Eigentlich sollte das niemanden erstaunen, immerhin vergisst die Telekom sogar Technikertermine binnen weniger Minuten nach Vereinbarung. Die Verantwortlichen für diese spartenübergreifende Verletzung von Grundrechten haben heute hoch dotierte Posten in Aufsichtsräten und sitzen hässliche Formen in die Parlamentsbestuhlung. Die Menschen gehen gegen die AfD auf die Straße, weil sie rechte Tendenzen scheiße finden, und wählen dann doch wieder bloß die SPD. Die morgendliche Tasse Lack war wohl schon abgelaufen.

Man wacht auf und versteht die Welt nicht mehr. Und Isländisch auch nicht.

Þursaflokkurinn – Nútíminn Er Trunta

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtNerdkramsNetzfundstücke
Kurz verlinkt: Gender, Bloatware, Nobelpreis

Volker Beck von den schrecklichen „Grünen“ hat erkannt: Gender geht nur ganzheitlich. Wenn schon Beidnennung, dann wenigstens konsequent. Burkas auch für Männer!


Sehenswerter Comic fast zum Thema: Diese öffentliche Zurschaustellung von Homosexualität stört hupende Heterohochzeitsgäste beim dezenten Feiern.


Andere bekommen einen Nobelpreis in Chemie oder Physik, Snowden bekommt einen Nobelpreis in Abwesenheit. Hätte ich gewusst, dass das so einfach ist, wäre ich vielleicht auch mal auf einen Flughafen gezogen.


Erinnert ihr euch noch daran, dass ich vor Kurzem schrieb, Firefox sei gar nicht allzu unnötig aufgebläht? Ich erwäge leise Revision: Firefox 34 kann nun offiziell auch Videochat. Das sei nicht so schlimm, befindet ein Mozilla-Repräsentant, Millionen Menschen könnten diese Funktion möglicherweise mal brauchen. Das sind vielleicht die gleichen Millionen Menschen, denen Mozilla vor einer Weile den RSS-Link aus der Adressleiste geklaut hat, aber den brauchen vielleicht andere Millionen Menschen auch nicht. Ich finde es übrigens auch schade, dass mein Smartphone keinen Kühlschrank hat. Millionen Menschen haben unterwegs vielleicht Lust auf ein kühles Getränk. Klarer Fall von Marktlücke.


Sarkastisch? Ich? Dann guckt euch mal Ernie und Bert an.

FotografieMir wird geschlecht
Deutschland, deine Allegorien! (5)

InternesMir wird geschlecht
In eigener Sache: Endlich Sekundärquelle!

Arne Hoffmann, seines Zeichens umstrittener Männerrechtler und Blogger, hat ein Buch geschrieben, und ich komme auch drin vor:

Männerpolitik

(Hinweis: Trotz Kompression ist die Vollansicht noch recht groß; ich empfehle eine mobile Ansicht nur mit Datenflatrate oder im WLAN.)

Mir kommen die Männertränen vor Rührung – ich hab‘ alles erreicht und fühle mich mehr als nur bloß geehrt. Eine Fußnote! In einem Buch! Mit Seiten drin! Schwester, meine Tabletten!

(via @NetReaper)


Apropos „ich werd‘ bekloppt“:

Wie wäre es

Ich wüsste schon, wie das wäre, Twitter. Darum tu‘ ich es nicht. :irre:

In den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstücke
Kurz verlinkt: Der Iwan, die Mina und das Gewaltmonopol

Nie wieder Krieg! Naja, militärische Gewalt gegen den Russen ist natürlich ein Ausweg. Si vis pacem: para bellum. Kein Fußbreit den Russlandverstehern. Das heilige römische Reich darf niemals untergehen, jedenfalls nicht kampflos. Das wäre doch entgegen jeder Tradition.


Was macht eigentlich die Mina („mehr kaffee als latte“, Twitter) heute so? Richtig: Sie hält sich für einen fünf Jahre jüngeren Mann und beschimpft deswegen Sascha Pallenberg als einen Sexisten, dem ihre Follower infolgedessen die Beine brechen und auf den Kopf koten wollen.

[W]enn (…) Frauen merken, dass sie – obwohl sie so starke Mädels sind – auch Teil der Unterdrückung sind, egal ob gewollt oder nicht; dann ist das unangenehm und erzeugt eine kognitive Dissonanz.
Yasmina Banaszczuk (selbige)


Ach ja. Nie wieder Krieg? Dann werden ja Ressourcen frei. Und auch im Fußball soll das Polizeiaufgebot gekürzt werden, damit die rammdösigen Johler nach dem Spiel ungestört einander eins auf die Glocke geben können. Aber das war ja bisher viel zu wenig effizient, die natürliche Selektion scheitert hier offensichtlich, denn es scheinen nicht weniger Beteiligte zu werden. Da hilft nur eins:

Der Staat hat im öffentlichen Raum das Gewaltmonopol. (…) Sollen wir uns jetzt Wasserwerfer und Waffen kaufen und vielleicht von Schusswaffen Gebrauch machen?

Ich bitte darum.

Tor!

Mir wird geschlechtPiratenpartei
Piratenleaks, 29. Juli 2014

Im August 2013 veröffentlichte ich an dieser Stelle Informationen über eine unter Anderem von Thomas Gaul verantwortete Mailingliste der Piratenpartei Niedersachsen, die der „Pressekoordination der Landesverbände“ dienen sollte, auf die aber nicht jeder Pressesprecher Zugriff bekam. Was bei Vorstandslisten, wo womöglich interne Daten ausgetauscht werden, noch Sinn ergibt, ist in Pressedingen allenfalls absurd.

Da beide Seiten sich im Recht sahen, wurden mit Arne Hattendorf und Stefan „Sekor“ Körner, mithin Kandidat für die Nachfolge Bernd Schlömers sowie Thorsten Wirths als Bundesvorsitzender und, wie man so liest, regelmäßiger Akteur in Thomas Gauls Bekanntenkreis, zwei eigens hierzu berufene Schlichter darum gebeten, sich das Archiv der Mailingliste einmal vorzunehmen, um zu prüfen, ob nun eigentlich irgendwelche Klüngeleien betrieben wurden oder nicht.

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Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Always look on the dark side of Twitter

Was macht eigentlich der Feminismus gerade so?

Na ja, er spricht über Twitter, das seine Protagonisten nutzen, …

(…) um mitzubekommen, was in der Welt oder bei unseren Freund_innen, Kolleg_innen und anderen Menschen passiert, um GIFs zu posten, um uns zu freuen und manchmal auch aufzuregen – eben für alles, wofür soziale Netzwerke und dieses Internet™ so gut sind. Was wir da schreiben, kann jede_r lesen, es ist über Suchmaschinen auffindbar, kurzum: öffentlich.

Das Internet – ™ – ist also dazu da, um GIFs zu posten und sich zu freuen. Die Wikipedia gehört da gar nicht rein, da lernt man ja nur was. Kranke Scheiße.

Aber was, wenn man sich so freuen will, dass nur diejenigen es sehen, von denen man das will? Auch dafür hat das geschlechtergerechte Twitter-Diskussionsteam von „kleinerdrei“ – vier Frauen, ein Mann (der sich womöglich selbst nicht im Klaren darüber ist, wie der Flauschiwattibegriff „kleinerdrei“ auf jeden denkenden Menschen wirkt) – einen Tipp:

Was vielleicht erst einmal nicht gerade außergewöhnlich klingt, führte in den letzten Jahren dazu, dass sich neben dem öffentlichen “Tageslicht-Twitter” eine kleine Parallelwelt entwickelt hat, bestehend aus großteils geschützten Accounts, die einander folgen. Eine Art Filterbubble in der Filterbubble also, auch bekannt unter dem Namen “Dark Twitter”.

„Auch bekannt“, und zwar exklusiv den fünf Kleinerdreiern, denn außerhalb derer filterbubble voller Blubberblasen kennt eine große Suchmaschine „Dark Twitter“ nur in Form von schwarzweißen Logos und dergleichen, aber Bekanntheit ist eben immer, was man dafür hält. Die „Popstars“ in der BRAVO kennt ja auch niemand, der es klaren Verstandes zuzugeben gewillt wäre.

Aber solcherlei lässt sich ja ändern:

Kleinerdrei-Autor_innen reden öffentlich über Dark Twitter.

Hurra!

Wir erfahren also, was zum Beispiel kleinerdrei-Autorin „Jule“ dazu bewegte, ihr Twitterkonto zuzumachen:

Ich hatte den Eindruck, dass ich einen Ort im Netz brauche, an dem ich sehr geschützt offen teilen kann, was mich bewegt, ohne direkte Konsequenzen in meinem sozialen Leben außerhalb des Social Webs fürchten zu müssen.

„Geschützt offen teilen, ohne dass es jemand sieht“, also eigentlich gar nicht teilen, nur halt öffentlich. Ihr versteht?

Mit dem Vormarsch von Twitter (rammtammtamm, rammtammtamm! A.d.V.) wurde ich auch auf meinem privaten Account stärker als bisher im professionellen Kontext beobachtet. Das sorgte dafür, dass ich mir eine bestimmte Leichtigkeit, die mein Twittern einst bestimmt hatte, stärker zensierte – auch im vorauseilenden Gehorsam. Außerdem war ich neugierig, wie sich die Tweets meiner Freundinnen und Freunde zu denen auf ihren “normalen” Accounts unterscheiden würden, wenn sie geschützt wären.

Vorauseilender Gehorsam gegenüber einer Gruppe von Menschen, denen das Twitterverhalten von „Jule“ weitgehend schnuppe sein dürfte, in Verbindung mit Neugier darauf, wie sich Freunde verhalten, wenn keiner zuguckt, also im Wesentlichen großes Misstrauen gegenüber den Einzigen, die möglicherweise wirklich interessiert, was „Jule“ so an privaten Dingen nichtöffentlich nichtteilt; kein Wunder kommt die deutsche Blogosphäre nicht aus dem Quark. Zu meiner Zeit hat man Freunde ja noch anders definiert.

Mitbloggerixe „Anne“ tut derweil kund:

Immer mehr von meinen Freund_innen hatten einen und ich wollte ausprobieren, ob das für mich vielleicht auch sinnvoll ist. Ich wollte auch gerne wieder ein bisschen back to the roots und so twittern können, wie ich es ganz am Anfang tat (als mein Account noch protected war).

Nichtöffentliches Nichtteilen als gemeinsame Freizeitbeschäftigung sowie als „Befreiung“ von einem Zwang, den „Anne“ niemand auferlegt hat: „Ich durfte frei schreiben, aber ich wollte nicht, und jetzt darf ich das ganz viel mehr, also will ich es auch.“ Kleinerdrei, hihi.

„Maike“ betrachtet das Dunkeltwittern hingegen eher als wellness:

Außerdem war ich neugierig, wie sich so ein geschützter Account wohl anfühlen würde.

Mir läuft’s auch schon kalt den Rücken hinunter. – Wie wohltuend dagegen die bodenständige Begründung von „Lena“:

Diese Unbeschwertheit, die ich von meinen ersten Tweets Anfang 2008 noch kenne, hat sich für mich irgendwann verloren – teilweise durch die vermehrte Nutzung im Arbeitskontext, aber auch dadurch, dass ich manche Gedanken und emotionalen Themen inzwischen einfach nur noch mit einer sehr begrenzten Anzahl von Menschen teilen möchte.

Wenn ich mit einer sehr begrenzten Anzahl von Menschen gesondert kommunizieren möchte, dann tu‘ ich das ja normalerweise nicht auf einer Website, deren Zweck es ist, der ganzen Welt etwas mitzuteilen, sondern nutze Gruppenchats oder E-Mail, aber ich schreibe ja auch nicht für kleinerdrei, wo der Twitter-Stummelsprech deutliche Spuren hinterlassen hat, sondern weiß mein Hirn und das Internet gleichermaßen angemessen zu benutzen. So wird nie etwas aus mir.

Eine spannende Frage folgt leider erst später:

Was bedeutet Dark Twitter (DT) für dich?

Das wurde zwar schon weiter oben in den Grundzügen erläutert, aber bei kleinerdrei sieht man einander gern beim Schwafeln zu, so lange es den eigenen feministischen Grundregeln gehorcht, egal, ob’s von einem Mann kommt:

Daniel: Er bedeutet für mich meine Freund_innen immer mit meinem Smartphone in meiner Tasche zu haben – ein Safe Space, an dem ich mich nicht zurückhalten oder Angst haben muss, verurteilt zu werden. Außerdem geben wir einander sehr viel Rückhalt und spenden Trost, was mir sehr viel bedeutet.

Freunde, die Leid und Trost im Freundeskreis gleichermaßen auf 140 Zeichen beschränken: Angenehm zeitsparend, aber ein bisschen bedauerlich. Andererseits: Safe Space! Bingo!

„Anne“ („Dark Twitter ist ein Gruppenchat auf sehr sensibler Ebene.“) sieht das ähnlich, allerdings naiver als „Maike“:

Ich bin nur mit sehr wenigen Menschen dort verbunden und fühle mich an einen sehr intimen Chat-Raum erinnert – wobei das ja gar nicht so recht zutrifft, weil wir keine homogene Gruppe sind und zum Teil mit unterschiedlichen Menschen verbunden sind und es lediglich einige Überschneidungen gibt. Es ist schon erstaunlich, wie gut es tut, sich öffnen zu können und auch mal Dinge zu äußern, die man sonst für sich behalten hätte. Ich habe viel über und durch die Menschen gelernt, mit denen ich dort verbunden bin.

Man kann dort über alles reden, weil man einander vertraut, obwohl man einander ja oft gar nicht viel gemeinsam hat, aber man kann sich so toll irgendwo zugehörig fühlen, weil so’n Klick auf einen „Folgen“-Knopf schon intimer ist als Sex, seinem Sexualpartner erzählt man ja auch nicht immer alles. Safe Space, ihr wisst schon.

Und was machen die Auto_r/s/en auf „Dark Twitter“ genau anders als im normalen Twitter? „Jule“ gesteht:

Auf Dark Twitter bin ich ungefiltert mit meiner Meinung und meinen Stimmungen. Ich reagiere emotionaler und unmittelbarer auf das, was mir passiert. Ich teile dort nicht so viele Links, sondern reflektiere vor allem über meinen Tag.

Wäre ich etwas zynischer, würde ich mich dankbar zeigen, dass das wenigstens unter Verschluss bleibt; so aber vergleiche ich mit ihrem normalen Account namens @julianeleopold, wo ich nicht überragend viele Links, wohl aber allerlei Befindlichkeiten sehen kann. Ich mag mir ihr dunkles Twitterkonto gar nicht vorstellen: Ein Doppelpunktapostrophklammerauf pro Stunde?

Währenddessen hat „Daniel“ ganz andere Vorstellung von seiner dunklen Zweitidentität:

Ich bin viel expliziter und ungefilterter auf Dark Twitter. Manchmal formuliere ich auch halbgare Gedanken vor mich hin und schaue ihnen beim Wachsen zu.

Lebe, Kreatur! Lebe! Das „geheime Twitter“ als Notizblock für halbgare „Interviews“ mit sich selbst, ungefiltert und ungeschliffen wie die Murmel, die im Kopf des Autor_s_n herumeiert. Alle Neune.

Maike: Ich schreibe auf meinem geschützten Account, ohne lange zu überlegen und voller Vertrauen. Das ist sehr, sehr schön.

Ich schreibe dort, wo es keiner sehen soll, jede blöde Idee auf und freue mich dann, wenn es niemand weitersagt. Das könnte ich auch auf einem Stück Papier oder in einer Notiz in meinem Twittergerät tun, aber da sieht es ja keiner. Das ist sehr, sehr bescheuert.

Was nehmen die Autoren sonst so aus „Dark Twitter“ mit? Nun, „Daniel“ (der mit dem Safe Space) freut sich auch über den Beistand:

Dark Twitter hat mir schon über viele schwere Zeiten hinweggeholfen (an dieser Stelle noch einmal ein dickes Bussi an meine Dark-Twitter-Timeline! <3). Da ich tatsächlich einige Menschen im Dark Twitter habe, die ich vorher noch nicht so gut kannte, habe ich diese noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen gelernt.

Ein Safe Space voller „Freund_innen“, die man nicht gut kennt; das ist wohl so was wie Facebook, aber Facebook bekommt kein Bussi.

Warum dann überhaupt noch Twitter? Ganz einfach:

Jule: Ich liebe Dark Twitter als Ort, der neben meiner Tageslicht-Timeline Rückzug bietet und Unterstützung. Es ist, wenn es gut ist, der schnellste Weg, Freunde aus dem Internet zu erreichen.

Und:

Daniel: Ich möchte nicht mehr auf Dark Twitter verzichten. Es ist essentieller Bestandteil meiner Twitternutzung geworden und bringt mir liebe Menschen sehr nah, obwohl bzw. trotz dem sie physisch vielleicht weit weg sind.

Und:

Anne: (…) Außerdem mag ich wirklich sehr wie es mich mit Freund_innen näher zusammenbringt, die ich leider viel zu selten offline sehe, weil sie z.B. woanders wohnen oder gerade viel um die Ohren haben.

Und:

Maike: Es ist mir sehr, sehr wichtig. Hier habe ich eine Standleitung zu jenen Menschen, die mir am Herzen liegen mit all ihren wundervollen Facetten, und die ich zum Teil viel zu selten sehen kann.

Wie Internet also. Nur kürzer.

Schön, dass wir darüber gesprochen haben.

(Mit Dank an S.!)

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Mädchen unter Zugzwang

Da wär‘ mir fast das Gesicht entgleist:

Immer mehr Mädchen setzten für eine Handy-Aufnahme im Gleisbett das Leben aufs Spiel. Bereits vier Todesfälle junger Mädchen ließen sich in den vergangenen drei Jahren auf diesen Trend zurückführen.

„Selfies“ an ungewöhnlichen Orten oder in ungewöhnlichen Situationen sind ja längst kein Nischenphänomen mehr, sondern ein erfolgreiches Geschäftsmodell: Guck‘ mal, Mutti, ich bin in Lebensgefahr!

Vor allem bei Mädchen sei dieses Phänomen verbreitet.

Das sind wohl diese starken Frauen, von denen immer die Rede ist. :facepalm:

In den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Dreimal kurz verlinkt: Facebook, Feminismus, Verbraucherschutz

Ich mag ja kein Facebook, aber Thomas Knüwers Facebook-Verteidigung (gegen Werbehanseln) ist tatsächlich applauswürdig, schon weil ich aufdringliche Werbung fast noch ein bisschen weniger mag als Facebook:

Das durch Hybris anabolisierte Selbstmitleid mit dem Ihr derzeit in Sachen Facebook durch die Branchenmedien propagandiert, ist nicht mehr zu ertragen. Es zeugt vom tiefen Glauben, die ganze Welt wolle nichts sehnlicher, als Eure immer platter und unmutiger werdenden Botschaften und Eure ebenso immer gleichen Waren. (…) Nicht “social” weil die Interessen der Nutzer über die der Wirtschaft gestellt werden. So denken Werber.

Wenn die Kunden sich freiwillig keine Bannerwerbung mehr angucken wollen, kleistern die Unternehmen den virtuellen Lebensraum der Kunden halt zwangsweise mit Werbung zu. Viel hilft viel. (Ein Idiotenblockierprogramm – das wär’s.)


Überraschung:

Die rot-grüne Landesregierung (von Rheinland-Pfalz, A.d.V.) hatte mit den Aufdrucken mehr Frauen für die Kommunalparlamente gewinnen wollen. (…) Die Verfassungsrichter stoppten das Vorhaben zunächst in einem Eilverfahren, eine Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus. Sie machten allerdings bereits jetzt „erhebliche Gründe“ dafür aus, dass die Vorschriften verfassungswidrig sind. Das Gericht sah durch die geplanten Stimmzettel die Gefahr, dass der Grundsatz der Freiheit der Wahl verletzt wird. (…) Mit Blick auf die mit der Neureglung eigentlich angestrebte Frauenförderung erklärte [der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz], die Landesregierung werde nun andere Instrumente entwickeln, um den Anteil der Frauen in den kommunalen Parlamenten und Gremien zu erhöhen.

Eigentlich ja skandalös, dass der Vorsitzende der SPD ein Mann ist; und der letzte Kanzlerkandidat auch. Diese patriarchalische Partei hält den Fortschritt auf! (Ich bin ja sowieso dafür, Wahlen ganz abzuschaffen und Parlamente einfach nach Reihenfolge der Bewerber zu besetzen. Das wäre sicher eine lustige Zusammensetzung.)

(via Schwerdtfegr)


Apropos SPD: Der gegenwärtige Bundesjustizminister – nicht mehr die großartige Sabine Leutheusser-Schnarrenberger aus der langweiligen F.D.P., sondern Heiko Maas aus der SPD – hatte kürzlich eine Eingebung:

Dass jetzt zum wiederholten Mal innerhalb weniger Monate millionenfach Nutzerdaten abgefischt werden, zeigt, wie wichtig das Thema der Datensicherheit ist (…) Ein Anbieter, bei dem die Kundendaten unsicher sind, wird auch bei den Verbrauchern kein Vertrauen finden.

Wenn es doch nur ein Ministerium gäbe, das sich für die Belange von Verbrauchern einsetzen würde, so dass Heiko Maas‘ Vermutung auch politisch bestärkt wird, indem zum Beispiel Unternehmen zu besserem Datenschutz verpflichtet würden! Man könnte es „Verbraucherschutzministerium“ (oder so ähnlich) nennen und sollte jemanden als Minister einsetzen, der auch zu seinem Wort steht. Wie wäre es mit Heiko Maas?

Oh.