Es ist Montag. Die ungefähr gleichen Quarkhirne, die anlässlich des Ukrainezwischenfalls über einen „dritten Weltkrieg“ zu schwadronieren wagten, haben jetzt sicherheitshalber einen Transatlantiker in seinem Amt (Vorsitzender einer Transatlantikerpartei) bestätigt, während man trans des Atlantiks offen darüber nachdenkt, die westlichen Werte nebst der Einwohner per Raketenexpress im Iran zu verteilen. Wenn kleinkalibrige Scharmützel jenseits der vertraglich relevanten Grenzen unserer Einflusssphäre die Vorboten eines „Weltkriegs“ sind, was ist dann eigentlich das militärische Bedrohen eines Nuklearstaates?
Witzig: Ein Teil derjenigen Menschen, die dem Weltmarktführer in Onlinereklame ein Betriebssystem abgekauft haben, weil ihnen ebendieser Weltmarktführer in seinen Werbeprospekten erzählt hat, dass sie nur mit ihm frei und unbeschwert durchs digitale Leben schwingen können, ist nun empört, entsetzt und enttäuscht, dass Konzerne, die ihr Geld mit dem Verscherbeln von Nutzerdaten verdienen, das halt auch irgendwann zu tun gedenken. Man muss übrigens gar nicht immer und überall für alles und jeden erreichbar sein. Gern geschehen.
Man solle nicht seine eigene Offenheit für gesellschaftlichen Diskurs durch bloßes „wir gegen die“, „Links gegen Rechts“ und so weiter unnötig beschneiden, erklärte ausgerechnet der Trainer der Herrenmannschaft des langweiligen FC Bayern München, und zwar finden den Monolog fast alle, die ihn mitbekommen haben, gut (weil gegen Rassismus), aber die Transferleistung (also weniger „wir gegen die“, „Links gegen Rechts“ und so weiter) bekommen sie dann doch wieder nicht auf die Kette. Gratismut ist halt ein Teamsport. Da ist es nur folgerichtig, dass neuerdings Schauspieler angegriffen werden, weil sie es wagen, auf der Theaterbühne als Teil eines Theaterstücks eine Theaterrolle zu spielen. Ich würde ja „die Welt ist reif, sie will gepflückt werden“ schreiben, aber irgendjemand hat den Schauspieler mit Obst beworfen und die Dramaturgin heißt auch so, da wäre ein entsprechendes Wortspiel vermutlich zu naheliegend. „Teile des Bochumer Publikums (…) sind offenbar zu doof, (…) zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden“, Theater gilt in der TikTok-Welt eben nicht mehr viel.
Ganz im Gegensatz zu: Musik.
Guten Morgen.















