Sonstiges
50 Jah­re ruhe­los.

Seit Sep­tem­ber 1983, freut sich „hei­se online“, konn­ten „zumin­dest Gut­ver­die­ner“ end­lich auf­hö­ren damit, auch mal nicht rund um die Uhr für jeden geleck­ten Busi­ness­kas­per (und spä­ter: jeden, dem man sei­ne Tele­fon­num­mer zu geben naiv genug war) erreich­bar zu sein:

Im Sep­tem­ber 1983, über zehn Jah­re nach dem ersten Mobil­ge­spräch, wird Mobil­funk zur Rea­li­tät – zumin­dest für Gut­ver­die­ner. Als das DynaTAC 8000X auf den Markt kommt, wiegt es nur noch 800 Gramm und kostet 4000 US-Dol­lar, infla­ti­ons­be­rei­nigt ent­spricht das heu­te über 12.000 Dol­lar.

Hät­te die Mensch­heit damals schon geahnt, wie rast- und ruhe­los es sie machen wür­de, stän­dig das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­dürf­nis ande­rer Leu­te aus­ba­den zu müs­sen, wäre das, wie ich befürch­te, alles noch viel schnel­ler gegan­gen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs – Ulti­ma­te Ham­mer // Fra­gen über Fra­gen.

#montagslächeln (Foto: Jeff Kubina.)Es ist Mon­tag. Die blö­den Witz­chen sind vor­über, um so här­ter trifft, was man liest: Ray Shul­man ver­starb. Ich fin­de das nicht gut. Das Alter, in dem die­je­ni­gen Musi­ker, deren Wer­ke ich am mei­sten schät­ze, zwar zuse­hends öfter in den Nach­rich­ten erschei­nen, jedoch meist in der Rubrik der Nach­ru­fe, woll­te ich eigent­lich nicht so schnell errei­chen.

Ab heu­te ist das „Deutsch­land­ticket“ – die­se Vor­lie­be der Deut­schen, allem einen eng­li­schen Namen zu geben, nur Deutsch­land nicht, soll­te auch mal jemand unter­su­chen – erhält­lich (Archiv­ver­si­on). Ich hof­fe, das wird den Fern­ver­kehr etwas ent­la­sten. Wir Bon­zen in den Inter­Ci­tys haben gern unse­re Ruhe. Rele­van­te Anschluss­fra­ge: Wird die Bahn­Card 100 mit die­ser Teil­ent­wer­tung jetzt eigent­lich gün­sti­ger oder noch teu­rer? In Paris hat die Mehr­heit der Demo­kra­tie (also etwa 89 Pro­zent der­je­ni­gen 7,46 Pro­zent der Ein­woh­ner der Stadt, die über­haupt Lust hat­ten, an die­ser Abstim­mung teil­zu­neh­men; näch­ste Fra­ge: die dor­ti­ge Bür­ger­mei­ste­rin nennt das einen „Sieg der Demo­kra­tie“, wie iro­nisch lässt sich das beto­nen?) ein noch lästi­ge­res Ver­kehrs­mit­tel für noch lästi­ger erklärt und elek­tri­sche Leih­rol­ler ver­bo­ten (Archiv­ver­si­on). Die schö­ne Frei­zeit­be­schäf­ti­gung des Rol­ler­schub­sens nimmt damit wohl ein jähes Ende. Ande­rer­seits: Dass ich mal einen Fran­zo­sen um irgend­et­was benei­de (schlim­me Spra­che, schlim­me Küche, schlim­me Poli­tik), pas­siert ja auch nicht so oft. Das muss soll­te man aner­ken­nen.

Letz­te Fra­ge, dann soll’s das für heu­te gewe­sen sein: War­um gilt die „Süd­deut­sche Zei­tung“ als jour­na­li­sti­sches Medi­um und Wiki­leaks nicht? Selt­sa­me Nach­rich­ten unter­des­sen aus der Kli­ma­for­schung: „Das Kon­sum­kli­ma setzt (…) sei­ne Erho­lung fort und legt zum sech­sten Mal in Fol­ge zu.“ Nur die Ver­brau­cher mit ihrer lästi­gen Ver­un­si­che­rung trü­ben noch das Bild, weil sie einer­seits nur noch nor­mal oft arbeits­los wer­den, aber sich trotz­dem nicht mehr so viel lei­sten kön­nen wie noch vor weni­gen Jah­ren. Wie unhöf­lich!

Auch nicht höf­lich, muss sie aber auch nicht sein: Musik.

Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs – Ulti­ma­te Ham­mer (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

MusikNerdkrams
Über Listen­Brainz und Last.fm

Wie man­che mei­ner Leser bereits fest­ge­stellt haben (es soll gar bereits vor­ge­kom­men sein, dass ich dort mei­ne „Kon­takt­li­ste“ ent­spre­chend ergänz­te), neh­me ich seit Juli 2005 an dem damals noch Audio­scrob­bler hei­ßen­den, im sel­ben Jahr von Last.fm gekauf­ten Dienst teil, der es mir ermög­licht, mein (jeden­falls per Com­pu­ter) Gehör­tes im Web abzu­bil­den. Hier­bei lässt sich Last.fm in aller­lei ande­re Soft­ware inte­grie­ren, selbst You­Tube wird unter­stützt. Ein Vor­teil davon ist, dass ich jeder­zeit Sta­ti­sti­ken her­um­zei­gen kann, was ich gera­de „so höre“. (Es ist nicht mas­sen­taug­li­cher Kram. Ich höre gern nicht mas­sen­taug­li­chen Kram.) Ich mag Sta­ti­sti­ken.

Nun steht Last.fm als mitt­ler­wei­le zu CBS gehö­ren­des Ange­bot vor der Her­aus­for­de­rung, sei­nen Chefs zumin­dest ein biss­chen Geld ein­brin­gen zu müs­sen. Dafür – das war mir auf­ge­fal­len – wird es zuse­hends lästi­ger, als nicht zah­len­der „Kun­de“ (mein­ten Sie: Ware?) auf der Web­site her­um­zu­drücken, da fort­wäh­rend der Hin­weis erscheint, man kön­ne ja gegen eine monat­li­che Zah­lung zum Bei­spiel Monats- und nicht bloß Wochen- und Jah­res­sta­ti­sti­ken angucken. Ich hal­te die­ses Abon­ne­ment­un­we­sen für fürch­ter­lich, aber mich fragt natür­lich kei­ner. Gibt es da eigent­lich eine ande­re Mög­lich­keit?

‘Über Listen­Brainz und Last.fm’ wei­ter­le­sen »

In den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 1. April 2023

Fol­gen­de Fra­ge von „Mädels­aben­de“ (ein „Ange­bot“ des ZDF; eure Rund­funk­ge­büh­ren bei der Arbeit) möge den 1. April (April, April! Haha­ha­ha! Haha! Ha!) ein­lei­ten: Wann habt ihr das letz­te Mal mit eurer Yoni gespro­chen?


Kaum ernäh­re ich mich mal etwas flei­sch­är­mer als zuvor, wer­de ich ange­brüllt: Gestress­te Toma­ten wer­den laut (Archiv­ver­si­on). Steak macht so was ja nicht.


„Sie VW-Auf­sichts­rat!“ muss end­lich als wüste Beschimp­fung akzep­tiert wer­den.


1714:
Das Haus Han­no­ver – bis heu­te im Amt – über­nimmt den bri­ti­schen Königs­thron.

2023:
In Ham­burg wird infol­ge­des­sen ein ICE-Wagen gesperrt.


„Wel­che Pro­no­men hast du?“
„… äh, er/ihn/sein …?“
„Alles klar, du hast Haus­ver­bot.

ProjekteIn den NachrichtenNerdkrams
Stei­gen­de Lebens­mit­tel­prei­se nut­zen die Auto­bah­nen weni­ger ab.

Soso (Archiv­ver­si­on):

Lang sag­te, die Koali­ti­on wol­le die LKW-Maut erhö­hen, um mehr Spiel­raum für Inve­sti­tio­nen in die Bahn zu haben.

Fefe (kor­rekt):

Ein Leser hat noch den wei­ter­hel­fen­den Hin­weis, „LKW-Maut“ beim Lesen im Kopf durch „stei­gen­de Lebens­mit­tel­prei­se“ zu erset­zen, weil das in der Pra­xis die Aus­wir­kung sei.

Ich habe auf Grund­la­ge mei­ner UnClou­der-Erwei­te­rung mal ein Tam­per­m­on­key-Script zusam­men­ge­schlu­dert, das das auto­ma­ti­siert:

// ==UserScript==
// @name        LKW-Maut-Unbullshitter
// @author      tux0r
// @namespace   tuxproject.de
// @description Ersetzt auf allen Websites "LKW-Maut" durch deren Ergebnis. => https://blog.fefe.de/?ts=9add3825
// @match       *://*/*
// @version     1
// @license     CDDL-1.1; https://spdx.org/licenses/CDDL-1.1.html#licenseText
// @run-at      document-idle
// ==/UserScript==
 
let replaceMap = new Map();
 
// Vereinheitlichung der Schreibweise:
replaceMap.set("L(KW|kw)[ -]Maut", "LKW-Maut");
 
// Kluger Kontext... die deutsche Sprache ist für so was wirklich ein Vergnügen. :-)
// Bestimmt habe ich ein paar Fälle vergessen, aber als Anfang reicht das:
replaceMap.set("die LKW-Maut ist", "steigende Lebensmittelpreise sind");
replaceMap.set("die LKW-Maut wird", "steigende Lebensmittelpreise werden");
replaceMap.set("die LKW-Maut soll", "steigende Lebensmittelpreise sollen");
replaceMap.set("Die LKW-Maut ist", "Steigende Lebensmittelpreise sind");
replaceMap.set("Die LKW-Maut wird", "Steigende Lebensmittelpreise werden");
replaceMap.set("Die LKW-Maut soll", "Steigende Lebensmittelpreise sollen");
replaceMap.set("^LKW-Maut ist", "Steigende Lebensmittelpreise sind");
replaceMap.set("^LKW-Maut wird", "Steigende Lebensmittelpreise werden");
replaceMap.set("^LKW-Maut soll", "Steigende Lebensmittelpreise sollen");
replaceMap.set("^LKW-Maut", "Steigende Lebensmittelpreise");
replaceMap.set("([Ww])egen der LKW-Maut", "$1egen der steigenden Lebensmittelpreise");
replaceMap.set("der LKW-Maut", "den steigenden Lebensmittelpreisen");
replaceMap.set("(die )?LKW-Maut", "steigende Lebensmittelpreise");
 
let allElems = document.body.querySelectorAll('*');
allElems.forEach(function(elem) {
    // Ersetzen:
    let allChildren = elem.childNodes;
    allChildren.forEach(function(thisNode) {
        if (thisNode && thisNode.nodeValue) {
            let t = thisNode.nodeValue;
            for (var [key, value] of replaceMap) {
      		let re = new RegExp(key, "g");
                t = t.replace(re, value);
            }
            thisNode.nodeValue = t;
        }
    });
});

Es möge zur Erhei­te­rung bei­tra­gen.

PersönlichesPolitik
Yep: Jun­ge Leu­te gone WRONG! #fail #boo­mer

Vor ein paar Tagen, es könn­ten bereits Wochen sein, wur­de ich im Ver­lau­fe eines echauf­fier­ten geteil­ten Mono­logs zwei­er jun­ger, mir anson­sten unbe­kann­ten Per­so­nen, die weder für mein bevor­zug­tes Bezie­hungs­mo­dell (offen­bar wird man durch geleb­te Kri­tik an insti­tu­tio­na­li­sier­ter Paar­be­zie­hung zu einem, man erlau­be mir das wört­li­che Zitat, „kranke[n] H[uren]s[ohn]“, was mei­ne Mut­ter so wohl nicht unbe­dingt bestä­ti­gen wür­de) noch für mei­ne kurz­zei­ti­ge Anwe­sen­heit in einem Chat­raum, in dem – was ich vor­her nicht wuss­te – über­wie­gend noch jün­ge­re Men­schen als ich ihr Unwe­sen trei­ben, als „Boo­mer“ beschimpft. Mein Ein­wand, dass ich des­sen Defi­ni­ti­on schon auf­grund mei­nes Geburts­jah­res deut­lich ver­feh­le, traf nicht auf begie­ri­ge Auf­nah­me; ist man über drei­ßig, ist man „Boo­mer“, so will es der Volks­mund.

Das ist eine weit­ge­hend unin­ter­es­san­te Pas­sa­ge – Frem­de beschimp­fen Frem­de im Inter­net, der Über­ra­schungs­ef­fekt ist mit „gering“ noch unzu­rei­chend zurück­hal­tend beschrie­ben -, aber ich muss­te vor­hin wie­der an sie den­ken und die Euro­päi­sche Uni­on ist schuld.

‘Yep: Jun­ge Leu­te gone WRONG! #fail #boo­mer’ wei­ter­le­sen »

PersönlichesNetzfundstückeMontagsmusik
Reflec­tor – V // Web­ar­chiv ver­bie­ten ver­bo­ten

Berliner Bär (besser)Es ist Mon­tag. Ziem­lich groß­ar­ti­ges Schild: Ver­bie­ten ver­bo­ten.

Das wür­de ich gern als Titel­zei­le jedes Web­brow­sers vor­ein­ge­stellt sehen. Frü­her war vie­les bes­ser anders: Die Urhe­ber­rechts­in­du­strie wür­de gern das Web­ar­chiv zuma­chen, was ich eine Unver­schämt­heit nen­nen wür­de, wäre „Unver­schämt­heit“ nicht so ein erschreckend harm­lo­ses Wort für die­sen Irr­sinn. Ich emp­feh­le drin­gend, Kon­zer­nen, die im Inter­net irgend­was tun wol­len, so wenig dabei zu hel­fen wie mög­lich. Es war ein Feh­ler, die­sen Men­schen einen Com­pu­ter zu geben.

Apro­pos Web­ar­chiv: In einem Mil­li­li­ter Flüs­sig­keit kön­nen vie­le Mil­li­ar­den Daten­spei­cher lie­gen, ent­neh­me ich einem Kon­kur­renz­ka­ta­log. Nur noch eine Fra­ge der Zeit, bis man Bewer­bungs­un­ter­la­gen ein­fach an die Büro­tür pin­keln kann, schät­ze ich. – Ande­re qua­li­fi­zie­ren sich schlicht mit ihrer Arbeit: Diens­tags ver­öf­fent­licht Micro­soft Sicher­heits­kor­rek­tu­ren für Win­dows, mitt­wochs wer­den sie aus­ge­nutzt. Das amü­siert mich ein biss­chen, ist (für am Hacken Inter­es­sier­te) aber auch durch­aus inter­es­sant zu lesen.

Letz­ten Okto­ber berich­te­te das selt­sa­me Web­por­tal „Wat­son“, die Deut­sche Bahn sei pünkt­li­cher, wenn Pro­mi­nen­te mit­fah­ren. Ich emp­feh­le mei­nen Lesern selbst­ver­ständ­lich nicht, zwecks kom­men­der Zug­fahr­ten jeweils einen Pro­mi­nen­ten als Gei­sel zu neh­men, um den Anschluss­zug zu bekom­men. Pro­mi­nen­te sind näm­lich teu­er und nicht immer ganz stu­ben­rein.

Da wir hier alle so fröh­lich bei­sam­men sind, möch­te ich mei­nem selbst erteil­ten Bil­dungs­auf­trag gerecht zu wer­den ver­su­chen und war­ne daher auf­grund jüng­ster Erfah­run­gen Fol­gen­des: Eine Freund­schaft setzt immer vor­aus, dass man zugun­sten des Glückes des Ande­ren auch mal und kei­nes­wegs als Regel der­je­ni­ge ist, der zurück­steckt, denn sie soll­te zum Ziel haben, ein­an­der gut zu tun; eine Freund­schaft aber, die monate‑, gar jah­re­lang das nöti­ge Geben und Neh­men sehr ein­sei­tig ver­teilt, ist kei­ne Freund­schaft, son­dern eine Ehe Frech­heit. Es ist scha­de, dass – womög­lich sozi­al bedingt – das Been­den einer Freund­schaft meist mehr Über­win­dung kostet als ihr Schlie­ßen, aber es ist oft die klü­ge­re Idee. Der beste Zeit­punkt ist ohne­hin immer wann anders. Ich wünsch­te, das hät­te mir jemand vor­her gesagt. (Abt.: der alte Mann wird schon wie­der komisch.)

Zeit für etwas sphä­ri­sche Musik (Album: „Echo Colon­na­de“, 2022 – wie­der eins, das mir ent­gan­gen war!). Bevor das alles noch schlim­mer wird.

V

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Unter Fuß­ball­fans (2): Bru­tal.

Zu den Neben­ef­fek­ten mei­ner Beschäf­ti­gung mit Fuß­ball und sei­ner Kul­tur – ich berich­te­te – gehör­te im Übri­gen, dass ich eine Zeit­lang die Web­site des „Kicker“, anschei­nend eins der Qua­li­täts­blät­ter aus der Fuß­ball­welt, leid­lich aktiv zur Kennt­nis nahm. Über­rascht erfuhr ich dort, dass das Wort „bru­tal“ („roh, gefühl­los und gewalt­tä­tig“, Duden) offen­bar in nega­ti­vem Kon­text kaum mehr statt­fin­det:

„So etwas erträumt man sich immer so – das Der­by zu ent­schei­den. Bru­tal, dafür spielt man Fuß­ball“[.]

Bzw. auch:

„Ich habe das Gefühl: Nach fünf­ein­halb Mona­ten, in denen wir bru­tal viel inve­stiert und eine wirk­lich ordent­li­che Vor­run­de gespielt haben, ist mit die­ser Nie­der­la­ge heu­te sehr viel kaputt­ge­gan­gen. Das ist bru­tal scha­de.“

(Zita­te jeweils: kicker.de)

Man wun­dert sich ja auch nur noch nuan­ciert über das alles.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ange­merkt zur Wahl­rechts­re­form

Dass augen­schein­lich sämt­li­che Medi­en land­auf, land­ab etwas von einer „umstrit­te­nen“ Reform daher­quat­schen, als sei nicht grund­sätz­lich alles, was einer Abstim­mung bedarf, schon qua Defi­ni­ti­on umstrit­ten, ist ein zu wenig umstrit­te­ner Umstand ange­sichts der Lap­pa­lie, dass die Grund­man­dats­klau­sel weg­fal­len könn­te, denn das ist ein im Prin­zip erst mal rich­ti­ger Schritt, der Par­tei­en, die auch auf­grund untaug­li­cher Füh­rungs­fi­gu­ren nicht mal fünf Pro­zent der Wäh­ler hin­ter sich ver­ei­nen kön­nen, dazu drän­gen könn­te und soll­te, ent­we­der weni­ger beknack­te Wort­mel­dun­gen zum Besten zu geben oder – was ich begrü­ßen wür­de – enga­giert gegen die umstrit­te­ne Fünf-Pro­zent-Gren­ze zu strei­ten.

SonstigesMontagsmusik
Sleaford Mods – On The Ground // Mein Haus, mein Auto, jeman­des Ser­ver.

Hattu Bambüschen?Es ist Mon­tag. Ooooh!: Offen­bar wird die Serie Monk in Form eines Fil­mes fort­ge­setzt wer­den. Die Haupt­fi­gur des Adri­an Monk – die Jün­ge­ren ken­nen das ja gar nicht mehr – ist ein Herr mit zahl­rei­chen Neu­ro­sen, ein Prot­ago­nist also, mit dem ich mich iden­ti­fi­zie­ren kann; sym­pa­thisch eben. Mögen sie’s nicht mit irgend­wel­chen Zeit­geist­spe­renz­chen ver­der­ben.

Am jüngst voll­ende­ten Wochen­en­de unter­hielt ich mich in die­sem neu­mo­di­schen Inter­net mit einem Men­schen von etwa zwan­zig Jah­ren, der einer­seits von sich behaup­te­te, kei­nes­falls ober­fläch­lich zu sein, jedoch an meh­re­ren Stel­len im Web aus­drück­lich dar­auf hin­weist, der „Admi­ni­stra­tor“ (also der bestell­te Ver­wal­ter) eines „eige­nen“ Dis­cord­ser­vers zu sein, was sowohl tech­nisch zumin­dest unvoll­stän­dig aus­ge­drückt als auch kein all­zu gro­ßer Grund zum Prah­len ist. Er sei eben stolz auf „sei­nen“ Ser­ver, wisch­te der jun­ge Zeit­ge­nos­se mei­nen Ein­wand weg, und mit Ober­fläch­lich­keit habe das ja nichts zu tun, wenn man mit vir­tu­el­len Wer­ten prah­le. Nie­mals wür­de er näm­lich jeman­den häss­lich nen­nen, was die ein­zig gül­ti­ge Defi­ni­ti­on von Ober­fläch­lich­keit sei, so fas­se ich das Fazit des Gesprächs zusam­men, das ich dann auch bald ver­ließ. Bis­lang bin ich noch nicht zu einer Erkennt­nis gelangt, wel­che Moral sich hier­aus zie­hen lässt, aber bestimmt ist sie ziem­lich gut.

Das Publi­kum ver­wech­selt leicht den, wel­cher im Trü­ben fischt, mit dem, wel­cher aus der Tie­fe schöpft.
Fried­rich Nietz­sche

Save the date (das ist Eng­lisch und heißt „Ret­ten Sie das Ren­dez­vous“): Am 22. April 2023 fin­det der dies­jäh­ri­ge Record Store Day statt. Man bevöl­ke­re zahl­reich die ört­li­chen teil­neh­men­den Plat­ten­lä­den (mei­nen bit­te nicht, sonst wer­de ich womög­lich aus­nahms­wei­se nicht ganz vorn in der Schlan­ge ste­hen und das wäre mir sehr unan­ge­nehm) und trei­be die Nach­fra­ge nach Schall­plat­ten zwecks Beflü­ge­lung des Ange­bo­tes wei­ter in die Höhe.

I bet you reg­ret being so lairy now, online; jaja.

On the Ground

Guten Mor­gen.