MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: The Light Below – Geor­gia

The Light Below - Georgia

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Zu den unge­fähr drei­ein­halb Spra­chen, die ich nicht ver­ste­he, gehört außer der fran­zö­si­schen auch die geor­gi­sche – anders als erst­ge­nann­te klingt letz­te­re aber schön, was ich weiß, seit ich vor­hin erst­mals „Geor­gia“ von The Light Below (Amazon.de, TIDAL) gehört habe. Die Voka­li­sten auf „Geor­gia“ sind der geor­gi­sche Frau­en­chor Akhla, der hier wohl, glaubt man dem Inter­net, vor allem tra­di­tio­nel­le Volks­ge­sän­ge vor­trägt. The Light Below, ihr ahnt es sicher bereits, kom­men aus Deutsch­land.

Der Instru­men­tal­teil von „Geor­gia“, zu dem spä­ter sel­bi­ger Chor hin­zu­ge­mischt wur­de, habe, erfährt man wei­ter­hin, unter dem wach­sa­men Auge von Ste­ve Albi­ni sei­ne Form gefun­den, was nicht nur ein Qualitäts‑, son­dern auch ein Stil­merk­mal ist. Fol­ge­rich­tig spie­len die fünf Instru­men­ta­li­sten hier einen recht metal­li­schen Post­rock, der auch und gera­de Cinea­sten gefal­len könn­te, ist doch Gitar­rist Patrick Chri­sten­sen ein längst eta­blier­ter Film­kom­po­nist. Die­ser Text klingt bis hier­hin nach Hag­gard in bes­ser, aber Hag­gard waren nie auf die­se Art ver­spielt.

THE LIGHT BELOW – Tsins­kha­ro – Part 1 – Ste­ve Albi­ni & Wer­ner Her­zog

Die folk­lo­ri­sti­schen Anwand­lun­gen (so muss ich etwa in „Bicho“ etwas zu lan­ge über ost­eu­ro­päi­schen Greis­en­tanz nach­den­ken) zie­hen mei­nen Gesamt­ein­druck etwas run­ter, ich bin für Welt­mu­sik wahr­schein­lich in der fal­schen Ziel­grup­pe (bin ich über­haupt in einer Ziel­grup­pe?); die­se sind aller­dings erfreu­lich kurz und genü­gen mir dazu, die Ein­ge­bung zu haben, dass das Album nicht nur mir gefal­len könn­te. Hier­mit inso­fern wei­ter­erzählt.

PolitikNetzfundstücke
Kurz zitiert zur Fuß­ball­welt­mei­ster­schaft 2042

Man­ches ändert sich nie, und „Brot und Spie­le“ gleich drei­mal nicht:

Die Zir­kus­par­tei­en (…) waren die Renn­stäl­le und ihre Anhän­ger im Römi­schen Reich (…), die zuneh­mend auch poli­ti­sche Bedeu­tung hat­ten. (…) Die Kai­ser oder, jen­seits der Haupt­stadt, ihre Stell­ver­tre­ter muss­ten sich im Cir­cus regel­mä­ßig dem Volk (…) zei­gen, dem die Zir­kus­par­tei­en eine Stim­me gaben: Die von ihnen orche­strier­ten Akkla­ma­tio­nen waren das wich­tig­ste Medi­um der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen dem spät­rö­mi­schen Kai­ser und sei­nen Unter­ta­nen.

(Wiki­pe­dia; Kon­text.)

In den NachrichtenNerdkrams
Die Anbie­ter sol­len ver­pflich­tet wer­den, den ther­mo­dy­na­mi­schen Haupt­sät­zen „tech­nisch wirk­sam“ zu wider­spre­chen.

Oder auch (Archiv­ver­si­on):

Die SPD hat in einem Posi­ti­ons­pa­pier eine nach Alter abge­stuf­te Rege­lung vor­ge­schla­gen. Dem­nach soll für Kin­der bis 14 Jah­re ein voll­stän­di­ges Ver­bot von Social-Media-Platt­for­men gel­ten. Die Anbie­ter sol­len ver­pflich­tet wer­den, den Zugang „tech­nisch wirk­sam“ zu unter­bin­den.

Das wird bestimmt ein gro­ßer Erfolg. :ja:

NetzfundstückeMontagsmusik
Undula­t­hund – Den gode // Alle soll­ten Clowns wer­den

Rock'n'Bär

Es ist Mon­tag und der „Tages­schau“ ist das egal. Mathe­ma­tik ist frau­en­feind­lich und ich hat­te Tei­le davon sogar in meh­re­ren Seme­stern. Wenn das die Pres­se erfährt.

Ich wür­de mir natür­lich wün­schen, dass alle Clown wer­den.

Apro­pos: Auti­sten sei­en weni­ger anfäl­lig für typi­sche Rekla­me­bot­schaf­ten, ent­neh­me ich einer Stu­die von 2015. Ich bin noch uneins mit mir selbst, ob der ein­ge­bau­te Wer­be­blocker das alles wert ist. (via Erd­rand­be­woh­ner)Beob­ach­tung (inter­es­sant): „Die Auf­recht­erhal­tung eines jüdi­schen Staa­tes ist eine poli­ti­sche Prä­fe­renz, die nicht über die grund­le­gen­den Rech­te eines gan­zen Vol­kes gestellt wer­den kann.“ Ist was dran, löst aber den Nah­ost­kon­flikt auch nicht. (Muss man das eigent­lich über­haupt, alle Kon­flik­te immer lösen?)

Für Inter­net- statt ande­rer Archäo­lo­gen: asdfmo­vie 16 ist drau­ßen. Schon län­ger drau­ßen: Musik.

Undula­t­hund – Den gode

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Nicht­lä­stern über die künst­li­che Intel­li­genz (2)

Ich möch­te ja immer noch wirk­lich nicht immer zynisch sein, aber es gibt eine kri­ti­sche Sicher­heits­lücke in Note­pad.

Kri­ti­sche Sicher­heits­lücke.

In Note­pad.

Ich habe nicht die lei­se­ste Ahnung, wie Micro­soft das hin­be­kom­men hat (klei­ner Scherz, habe ich doch), aber ich habe höch­sten Respekt vor die­ser Lei­stung. Das hät­te nicht mal ich hin­be­kom­men.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Katho­lisch gegen das Grund­ge­setz trumpen

Soso, „katholisch.de“:

Sach­sen-Anhalts Bischö­fe hat­ten schon län­ger gewarnt: Wenn die AfD in dem Bun­des­land in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung kom­me, wür­de das unmit­tel­ba­re nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Kir­chen haben. (…) Nun hat der AfD-Lan­des­ver­band, der vom Ver­fas­sungs­schutz als gesi­chert rechts­extrem ein­ge­stuft ist, einen radi­ka­len Wahl­pro­gramm-Ent­wurf für die Land­tags­wahl am 6. Sep­tem­ber vor­ge­legt. (…) Die AfD will im Fall einer Regie­rungs­über­nah­me die Staats­lei­stun­gen, die das Land jähr­lich an die Kir­chen zahlt – der­zeit rund 43 Mil­lio­nen Euro, ersatz­los strei­chen. Ihr zufol­ge kön­nen die Staats­lei­stun­gen auch ohne wei­te­re Kom­pen­sa­ti­on ein­ge­stellt wer­den. (…) Eine Strei­chung der Staats­lei­stun­gen hät­te laut dem katho­li­schen Mag­de­bur­ger Bischof Ger­hard Fei­ge exi­sten­zi­el­le Fol­gen für die Kir­chen. Beim Bis­tum Mag­de­burg machen sie rund 20 Pro­zent des gesam­ten Haus­halts aus. Juri­sten beton­ten zwar, dass es recht­lich nicht mög­lich sei, Gel­der vor­zu­ent­hal­ten, “aber Trump macht es gera­de vor”, sag­te Fei­ge dem Ber­li­ner “Tages­spie­gel”. (…) “Das Undenk­ba­re ist jetzt zu Papier gebracht. Hand­schrift und Duk­tus des AfD-Pro­gramm­ent­wurfs machen klar: Wer AfD wählt, wählt die Metho­den Donald Trumps für Sach­sen-Anhalt. (…)”

Wir ler­nen: Wer sich wie F.D.P., SPD und Grü­ne dafür ein­setzt, Art. 140 GG zur Anwen­dung zu brin­gen, der wen­det hier­für zwangs­läu­fig „die Metho­den Donald Trumps“ an. Bis eben dach­te ich, jener Herr sei brand­ge­fähr­lich für die Demo­kra­tie. Mein Feh­ler.

(Es ist ja nun auch nicht so, dass die Kir­chen in den letz­ten paar Jahr­hun­der­ten als beson­ders her­aus­ra­gen­de anti­fa­schi­sti­sche Kampf­or­ga­ni­sa­tio­nen her­vor­ge­tre­ten wären. Des­sen unge­ach­tet gehört die­ser Unsinn selbst­ver­ständ­lich umge­hend been­det. Was mit „die­sem Unsinn“ aller­dings gemeint ist, bleibt als Auf­ga­be für den Leser bestehen.)

NetzfundstückeMontagsmusikComputer
Kraft­werk – Taschen­rech­ner // Mit snac ins „Fedi­ver­se“

Is was, Doc?

Es ist Mon­tag. Wumms! und Rumms! (Oder auch: Arsch­bom­be!)

Nabel­schau: Weil ich ja ganz gern mal mit obsku­rer Soft­ware in fast eben­so obsku­ren Nischen her­um­spie­le, ist mir auch die Welt der Acti­vi­ty­Pub-Imple­men­tie­run­gen nicht völ­lig fremd. Vor nicht all­zu lan­ger Zeit habe ich auf einem mei­ner Ser­ver eine snac-Instanz „auf­ge­setzt“, wie die jun­gen Leu­te (nicht) sagen, die sowohl ein Sicher­heits­netz, falls der Mast­odon­ser­ver, auf dem ich mein soge­nann­tes Unwe­sen trei­be, aus Grün­den gera­de nicht erreich­bar ist und ich aber trotz­dem dort Kon­ver­sa­ti­on zu betrei­ben geden­ke, als auch ein ganz inter­es­san­tes Test­sy­stem ist, mit­hil­fe des­sen ich bis­wei­len an Dis­kus­sio­nen auf Lem­my teil­neh­me, weil die mei­sten Lem­my­in­stan­zen eher lästig zu bedie­nen sind und ich allein die Mög­lich­keit, inner­halb des „Fedi­ver­sums“, wie die jun­gen Leu­te (lei­der doch) sagen, mit nahe­zu belie­bi­gen Anwen­dun­gen auf nahe­zu belie­bi­ge Platt­for­men zu „posten“, trotz aller tech­ni­scher Kennt­nis­se eini­ger­ma­ßen groß­ar­tig fin­de. Ich emp­feh­le snac zwecks Anschau­ung wei­ter. Es ist irgend­wie prak­ti­scher als die anson­sten ver­gleich­ba­re Alter­na­ti­ve Honk.

Apro­pos Honk: Plonk. Web­brow­ser hat­ten seit 2010 genau zwei nütz­li­che Inno­va­tio­nen und bei­de muss­te es nur geben, weil das Web so ist, wie es ist. Ich bin immer noch der Ansicht, die Mehr­heit der Men­schen im Inter­net soll­te sich dar­auf ver­stän­di­gen, das Web ein­fach den Kon­zer­nen zu über­las­sen, auf dass ihre Ver­trieb­ler dort mit irgend­wel­chen Sprach­mo­del­len über Non­sens debat­tie­ren und uns wäh­rend­des­sen in Ruhe arbei­ten las­sen, aber jen­seits des immer noch ziem­lich leben­di­gen IRCs hört irgend­wie nie­mand so recht auf mich. Das haben wir jetzt alle davon.

Wor­auf jedoch ich höre: Musik.

♫ Kraft­werk ♪ Pocket Cal­cu­la­tor (Dis­coring 1981) ♫ Video & Audio Rema­ste­red HD

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Men­schen lesen

Eigent­lich woll­te ich an die­ser Stel­le ein wenig über die in mei­ner time­line in letz­ter Zeit ver­mehrt auf­tre­ten­de Über­zeu­gung rai­so­nie­ren, mit der Men­schen gegen „Big Tech“ wet­tern und dann trotz­dem das maß­geb­lich von Goog­le und Meta ent­wickel­te Linux emp­feh­len, als wäre „Big Tech“ etwas Gutes, sobald es den Quell­code raus­rückt, den man dann weder lesen noch ver­ste­hen kann und/oder will. Weil ich das aber selbst für mei­ne Ver­hält­nis­se ein biss­chen zu oft mache, lege ich den Ver­weis auf die Sta­ti­stik nur zwecks spä­te­rer Wei­ter­ver­wen­dung hier ab und schrei­be statt­des­sen etwas ande­res.

Die­ser Tage begeg­ne­te mir näm­lich eine Wort­fin­dung, die mich ins Grü­beln brach­te. Die von Karen Prien getrof­fe­ne Wort­fin­dung lau­te­te, Juden (also Ange­hö­ri­ge der Glau­bens- und/oder Reli­gi­ons­ge­mein­schaft Juden­tum) wür­den „als Juden gele­sen“. Man sagt mir ja (groß­teils zu Unrecht) manch schwie­ri­ge Gei­stes­hal­tung nach, aber irgend­et­was in mir sträubt sich erheb­lich gegen die­se For­mu­lie­rung.

Es ist, zuge­ge­ben, auch nicht so, dass ich beson­ders über­ra­gend dar­in wäre, Men­schen zu lesen. Bis­wei­len behaup­tet man über mich, ich gehe stets mit einer über­mä­ßi­gen Skep­sis mit Leu­ten um, deren Moti­ve nicht in einem aus­führ­li­chen Schau­bild dar­ge­legt wer­den, und viel­leicht stimmt das auch. (Die Nai­vi­tät frü­he­rer Tage hin­ter­ließ Fur­chen.) Die­ses Lesen aller­dings ist ein ande­res, es taucht sonst in den nicht min­der bizar­ren Wort­kom­bi­na­tio­nen „männlich/weiblich gele­sen“ auf, und zwar ist auch das eine seman­tisch selt­sa­me Aus­drucks­wei­se (man liest kei­ne Geschlechts­tei­le und erst recht kei­ne Men­ta­li­tät, Men­schen sind kei­ne Bücher), doch zudem hat es nolens volens den Neben­ef­fekt, dass es das Juden­tum zur Life­style-Eigen­schaft ver­küm­mern lässt.

Als wäre das eine hip­pe Mode für die Sozia­le-Medi­en-street­cred.

Nein, Juden wer­den nicht gele­sen. Juden sind. Und es ärgert mich, das über­haupt schrei­ben zu „müs­sen“.

In den Nachrichten
Kurz ange­merkt zu den Epstein­do­ku­men­ten

Es ist bereits eini­ge Jah­re her, dass mir erst­mals der (eng­li­sche) Begriff des Buryings in der Bedeu­tung „Nach­rich­ten hin­ter ande­ren Nach­rich­ten ver­stecken“ begeg­ne­te, aber er fällt mir trotz­dem immer wie­der ein, wenn ich die Inlands­nach­rich­ten – man fürch­tet die Kern­ener­gie im Inland, wür­de sie aber gern mal wie­der auf ande­re Län­der abwer­fen, wie man liest – mit der bou­le­var­des­quen Bericht­erstat­tung über in ande­ren Staa­ten ver­üb­tes Unrecht abglei­che.

Netzfundstücke
Kurz gefragt (9): Ralf Delg­mann!

Sie, Herr Delg­mann, sind aus­weis­lich Ihrer Kanz­lei­web­site „in sämt­li­chen Berei­chen des Arbeits­rech­tes“ juri­stisch „tätig“, und zwar als „Fach­an­walt“. In die­ser Rol­le äußer­ten Sie sich für den „SPIEGEL“ („Kei­ne Angst vor der Wahr­heit“, „SPIEGEL“ über „SPIEGEL“) über ein The­ma, das mit Arbeit wenig zu tun hat, näm­lich über Beam­te.

Sie postu­lier­ten dort, dass dies­seits des Staats­dien­stes die Not­wen­dig­keit von Beam­ten nicht gege­ben ist, da „ande­re Bran­chen, die inzwi­schen pri­va­ti­siert sind“, zei­gen, …

(…) dass es dort auch ohne Beam­te geht. Bei der Bahn zum Bei­spiel gibt es mitt­ler­wei­le kei­ne Beam­ten mehr.

Fol­gen­de Fra­ge hät­te ich da aller­dings jetzt doch: Sie sind län­ger nicht mit dem Zug gefah­ren, stimmt’s?

NetzfundstückeMontagsmusik
The Cel­lar and Point – White Cylin­der (a) // Depres­si­ve Deut­sche aus Grün­den

Jemandem die Stange halten (Symbolpanda)

Es ist Mon­tag. Sprach­mo­del­le kön­nen jetzt, da selbst das sonst weit­ge­hend unbe­lehr­ba­re Micro­soft vor­sich­tig dar­an zu zwei­feln beginnt, dass wirk­lich jedes Anwen­dungs­pro­gramm auf so einem Com­pu­ter ganz drin­gend einen Chat­bot braucht, ein­an­der hei­ra­ten und alles dar­an ist denk­wür­dig.

(Ein­schub zu einem ande­ren The­ma: Die Braun­schwei­ger Poli­zei hat schon wie­der jeman­des Recht auf selbst­be­stimm­tes Able­ben erfolg­reich abge­spro­chen. Das nen­nen sie dann Sozi­al­staat. Ande­re erzäh­len mah­nend von der Büro­kra­tie des Drit­ten Rei­ches und wol­len dann Tau­sen­de aus büro­kra­ti­schen Grün­den in den Krieg schicken. Ver­gesst bit­te auch auf kei­nen Fall, Kof­fe­in­pop­corn für einen guten Frei­zeit­snack zu hal­ten. Auf­putsch­mit­tel machen euch arbeits­fä­hi­ger und das ist wich­tig. Trotz­dem wun­dern sich Jour­na­li­sten und Wis­sen­schaft­ler dar­über, dass die Deut­schen öfter mal depres­siv sind. Ver­steh’ ich nicht. Ein­schub Ende.)

Kur­ze Durch­sa­ge aus der Welt der EDV: Linux ist nicht für Men­schen gemacht. Alles im ver­link­ten Blog­bei­trag stimmt. Sach­dien­li­cher Hin­weis im Übri­gen von der digi­ta­len Unab­hän­gig­keit und für sie eben­so: Make a Fuck­ing Web­site.

Und wäh­rend­des­sen hört und sieht am besten: Musik.

White Cylin­der (a) – the cel­lar and point

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 30. Janu­ar 2026

Net­flix so: Eure Stim­men wären ein gutes Pro­dukt. Spre­cher so: Nein.


Kurio­ses Fund­stück der Woche aus dem, ich lege mich fest, Buch des Jahr­zehnts: In den USA hän­gen Men­schen Smart­phones in Bäu­me, damit sie mehr Geld bekom­men, weil ihr Arbeit­ge­ber (eine App – na, ich habe schon üble­re Arbeit­ge­ber ken­nen­ge­lernt) glaubt, sie sei­en schnel­ler vor Ort.


Ich wie­der­ho­le mich wirk­lich nur außer­or­dent­lich ungern, aber eine kom­men­de dik­ta­to­risch agie­ren­de Regie­rung wird der SPD für die prä­ven­ti­ve Instal­la­ti­on eines umfas­sen­den Über­wa­chungs­staa­tes spä­ter mal gar nicht dank­bar genug sein kön­nen. (Zu Ver­gleich­ba­rem auch: Raweel Nasir schlägt für die „taz“ vor, unge­be­ten erstell­te Fotos von ande­ren Leu­ten in der Öffent­lich­keit kom­plett zu ver­bie­ten. Ich tei­le die­se Absicht, weil ich es all­ge­mein für ein Unding hal­te, dass jeder immer über­all zum Foto­mo­dell zu wer­den hat, ohne dem Foto­gra­fen post­wen­dend per­kus­si­ve War­tung ange­dei­hen las­sen zu dür­fen.)


Die öffent­li­che Wei­ter­ent­wick­lung von Riv­va ist (schon wie­der) am Ende und die elen­de Gra­tis­kul­tur ist dar­an schuld.


Idee: Tech­ni­schen Erklä­run­gen grund­sätz­lich „Als KI-Sprach­mo­dell bin ich der Ansicht, dass…“ vor­an­stel­len. Dann glau­ben die Leu­te wenig­stens, was man erzählt.


Ich fin­de übri­gens mit Blick auf ver­schie­den­ste Ereig­nis­se in den letz­ten Wochen auch wei­ter­hin nicht, dass es einem Men­schen als aner­ken­nens­wer­te Lebens­lei­stung genü­gen soll­te, umge­bracht wor­den zu sein, erken­ne aber an, dass Anti­pa­thie gegen­über dem Einen sich bis­wei­len als Empa­thie für den Ande­ren zu äußern ver­sucht, wobei es in der Tat für die Ursa­che uner­heb­lich und höch­stens für spä­te­re Recht­fer­ti­gung von Belang ist, wer der Ande­re eigent­lich war oder ist; den gesell­schafts­kon­form füh­len­den Men­schen erkennt man manch­mal eben doch dar­an, dass er sich dafür schämt, all­zu mensch­lich zu sein.


Ange­sichts immer neu­er Vor­fäl­le mit ent­zo­ge­nen Dok­tor­ti­teln hal­te ich es inzwi­schen für emp­feh­lens­wert, Men­schen, die einen sol­chen füh­ren, grund­sätz­lich die Fähig­keit zu exak­tem wis­sen­schaft­li­chem Arbei­ten nicht zuzu­trau­en und allem, was sie ver­öf­fent­li­chen, wenig­stens grund­le­gen­de eige­ne Recher­che zur Sei­te zu stel­len. (Brau­chen wir eigent­lich über­haupt aka­de­mi­sche Titel, um als Gesell­schaft zu funk­tio­nie­ren? Beim Erb­adel hat es doch auch zur Abschaf­fung gereicht!)

Mir wird geschlecht
how to piss off me(n)

„how to piss off men“ heißt ein unnö­ti­ger­wei­se ins Deut­sche über­setz­tes Buch, das in der loka­len Buch­hand­lung heu­te auf dem im Übri­gen als „neu“ ange­prie­se­nen Tisch für „schrä­ge Bücher“ (sonst dar­auf: unter ande­rem Max Goldt und Oli­ver Kalk­ofe) her­um­lag und in dem Tipps gege­ben wer­den, wie man „das männ­li­che Ego“ klein­be­kä­me, als wür­de da die Wehr­pflicht nicht schon rei­chen.

Zu den gege­be­nen Rat­schlä­gen gehört der­je­ni­ge, als Frau zu behaup­ten, man sei klei­ner als man tat­säch­lich ist, weil immer alle Män­ner, so die Logik des Buches, näm­lich ihre gene­ti­schen Eigen­schaf­ten für eine Art Wett­be­werb hal­ten, und wäh­rend ich schon aus Niveau­grün­den gera­de noch eini­ger­ma­ßen an mich hal­ten kann und eben kein Buch schrei­be, in dem ich Män­nern emp­feh­le, Frau­en zu erzäh­len, man hät­te eine grö­ße­re Körb­chen­grö­ße als sie, um irgend­wem irgend­wie irgend­was zu bewei­sen, geneh­mi­ge ich mir hier doch zumin­dest den Hin­weis, dass Frau­en, die die­ses Buch für einen Voll­tref­fer hal­ten, und Män­ner, die sich von den Inhal­ten beein­drucken las­sen, ein­an­der letzt­end­lich voll­kom­men ver­dient haben; d.h. als Flirt­uten­sil für eine in der Tat schrä­ge Ziel­grup­pe dürf­te es unge­ahnt gut funk­tio­nie­ren.