Persönliches
Zwei Cents auf Fuß­ball.

Im Vor­feld des ver­mu­te­ten deut­schen Ver­sa­gens möch­te ich anmer­ken, dass ich per­sön­lich immer für den Geg­ner Deutsch­lands bin, gleich, wer dies sein mag. Die kol­lek­ti­ve Ablen­kung von innen- und außen­po­li­ti­schem Scheiß­dreck (Krieg, Ölpreis­er­hö­hun­gen usw. wie u. a. wäh­rend der WM 2006) ent­spricht genau so wenig mei­nen Vor­stel­lun­gen von Frei­zeit­ver­gnü­gen wie der Fuß­ball­sport selbst mei­ner Vor­stel­lung von Ästhe­tik und Ver­eh­rens­wür­di­gem.

Dan­ke für die Auf­merk­sam­keit.

PolitikIn den Nachrichten
„Ame­ri­ka is‘ wun­der­ba.“

Mehr Chan­cen als Risi­ken: Außen­mi­ni­ster Stein­mei­er sieht für die Zeit nach den Prä­si­dent­schafts­wah­len in den USA posi­ti­ve Ent­wick­lun­gen. Sowohl unter einem Prä­si­den­ten Oba­ma als auch unter einem Prä­si­den­ten McCain erwar­tet er neue Impul­se.

(SPON)

Soso, Impul­se also? Womög­lich in eine posi­ti­ve Rich­tung?

Zur Kennt­nis­nah­me und Infor­ma­ti­on:
Zwar geben bei­de Kan­di­da­ten vor, grund­le­gen­de Ände­run­gen durch­füh­ren zu wol­len, aber ich fürch­te, das hat der Herr Stein­mei­er falsch ver­stan­den.

Eine mili­tä­ri­sche Lösung des wie auch immer gear­te­ten Iran-Pro­blems hal­ten sich bei­de Par­tei­en näm­lich aus­drück­lich offen. Natür­lich nur, sofern die Diplo­ma­tie, zwin­ker, zwin­ker, wei­ter­hin ver­sagt.

„Ich glau­be, es stecken mehr Chan­cen dar­in als Risi­ken.“

Wohl dem, der nichts zu ver­lie­ren hat.

PolitikIn den NachrichtenFotografie
Lebens­qua­li­tät für Afri­ka!

Eine schnel­le Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung in Afri­ka mit Com­pu­tern und Inter­net­an­schlüs­sen hat die ira­ni­sche Frie­dens­no­bel­preis­trä­ge­rin Schi­rin Eba­di gefor­dert. Die digi­ta­le Kluft zwi­schen Nord und Süd müs­se rasch geschlos­sen wer­den, sag­te Eba­di am Mon­tag zum Auf­takt des „Glo­bal Media Forum“ der Deut­schen Wel­le in Bonn.

(Quel­le)

Es ist natür­lich über­aus bedau­er­lich, dass noch nie­mand zuvor auf die­se Idee gekom­men ist.
Wir Nai­ven haben doch tat­säch­lich geglaubt, den Afri­ka­nern fehlt es im Wesent­li­chen an Lebens­mit­teln und medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung; nein, was ihnen fehlt, ist das Inter­net!
Das löst zwar wahr­schein­lich das Hun­ger- und Krank­heits­pro­blem nicht, aber immer­hin kön­nen sie dar­über blog­gen. Wird sicher ein Erfolg.

Aber ver­mut­lich bedarf es mit min­de­stens dem Frie­dens­no­bel­preis aus­ge­zeich­ne­ter, folg­lich gesell­schaft­lich hoch­ran­gi­ger Per­sön­lich­kei­ten, um sol­che Lösun­gen her­vor­zu­brin­gen, zumal auf einem solch wich­ti­gen Kon­gress:

Anlass für den Kon­gress ist nach den Wor­ten des Inten­dan­ten der Deut­schen Wel­le, Erik Bet­ter­mann, die Erkennt­nis, dass die Aus­ein­an­der­set­zung über Kon­flikt­prä­ven­ti­on und Frie­dens­stif­tung inter­na­tio­nal geführt wer­den muss. Über Län­der­gren­zen, Kul­tur- und Sprach­räu­me hin­weg müss­ten alle Sei­ten und ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven ein­be­zo­gen wer­den.

Das heißt, weni­ger kom­plex, jedoch mehr gewagt for­mu­liert, dass das Ende aller Krie­ge nur mit­hil­fe glo­ba­ler Dis­kus­sio­nen erreicht wer­den kann und eine Grund­ver­sor­gung mit Inter­net­an­schlüs­sen der erste Schritt zum Frie­den ist.
Was ja für die afri­ka­ni­schen Völ­ker höch­ste Prio­ri­tät haben dürf­te.

Wie vie­le Inter­net­an­schlüs­se es zur­zeit in den USA gibt, ist mir übri­gens nicht bekannt.

In den Nachrichten
Angriff der Clown­krie­ger

Gene­ti­ker der nie­der­län­di­schen Uni­ver­si­tät Lei­den haben nach eige­nen Anga­ben erst­mals das Erb­gut einer Frau ent­zif­fert.

(Quel­le, Her­vor­he­bun­gen fast rein zufäl­lig gewählt)

Ein Hoch auf die moder­ne Wis­sen­schaft!

Was man nun mit dem Wis­sen um das Erb­gut der Frau anzu­fan­gen gedenkt, ist mei­nes Wis­sens noch nicht publik gemacht wor­den, jedoch zweif­le ich nicht dar­an, dass es dem Ziel, einen Men­schen jeg­li­chen Geschlechts nach Maß anzu­fer­ti­gen, wohl die­nen mag.

Wobei bei­der­lei Geschlech­ter gewis­se Urtrie­be mit sich her­um­tra­gen, deren Ursprung es zum Zwecke der Wis­sen­schaft durch­aus zu ergrün­den sich lohn­te. Nur ist zu befürch­ten, dass es nicht bei der Ergrün­dung blei­ben wird.

Mit etwas Glück erle­ben wir das Ergeb­nis nicht mehr.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik IV: Die Sache mit den Men­schen­rech­ten

Ein Eltern­paar aus dem baye­ri­schen Krum­bach hat in der ver­gan­ge­nen Woche sei­nen sie­ben Mona­te alten Sohn im Inter­net-Auk­ti­ons­haus eBay zum Ver­kauf ange­bo­ten. Nach­dem Inter­net­nut­zer das Ange­bot der Poli­zei gemel­det hat­ten, ermit­tel­ten Poli­zei-Beam­te einem dpa-Bericht zufol­ge die Anschrift der Eltern. Das Baby, das die Eltern nach eige­ner Aus­sa­ge nur zum Scherz für ein Min­des­ge­bot von einem Euro ange­bo­ten hat­ten, befin­det sich zur­zeit in der Obhut des Jugend­amts. Gegen die Eltern wird nun wegen des Ver­dachts auf Kin­des­han­del ermit­telt.

(Quel­le)

Haben die kei­nen Gefrier­schrank?“, fragt da ein Kom­men­ta­tor und ist den­noch für weit weni­ger mis­an­throp als die Sit­ten­wäch­ter, deren Gal­le die­ser Scherz offen­bar am Sie­de­punkt kochen ließ, zu hal­ten.

Natür­lich bie­tet jemand, der Kin­der­han­del betreibt, sei­ne Ware heut­zu­ta­ge bei eBay an. Man ist ja ver­netzt und denkt glo­bal. Am besten lebens­lang ins Zucht­haus mit dem Ver­bre­cher­pack.

Stellt man dage­gen sein Kind aber z. B. in der Ber­li­ner Cha­ri­té ab, so ist dies, laut Medi­en­echo, durch­aus akzep­ta­bel, ja sogar wün­schens­wert; übri­gens etwa eben­so akzep­ta­bel wie die Ent­las­sung von Arbei­tern über 40, weil sie an den Gren­zen ihrer Lei­stungs­fä­hig­keit ange­kom­men sind. So ist das eben in Deutsch­land, nicht wahr?

Doch im Bou­le­vard (u. a. BILD, Bun­te, Spie­gel und offen­bar nun auch heise.de) ist’s Kon­sens, dass der Wert eines Men­schen sich nach Alter und Geschlecht rich­tet.

Hier­bei gilt als For­mel:
wert = nied­lich­keit * (1/alter)

Also wenn das nicht min­de­stens in die Sozio­lo­gie-Enzy­klo­pä­dien ein­geht, dann bin ich schwer ent­täuscht!

Politik
Si vis pacem, para bel­lum.

Selbst schon zum Brül­len, daher ohne Wor­te:

Die USA haben ihren Wider­stand gegen ein inter­na­tio­na­les Ver­bot von Streu­bom­ben bekräf­tigt. Ein sol­ches Abkom­men gefähr­de die welt­wei­te Sicher­heit und ver­hin­de­re huma­ni­tä­re Hilfs­ein­sät­ze der US-Streit­kräf­te, sag­te ein rang­ho­her Ver­tre­ter des US-Außen­mi­ni­ste­ri­ums am Mitt­woch in Washing­ton.

(Gele­sen bei Yahoo!, Her­vor­he­bun­gen von mir.)

NetzfundstückeMusikkritik
Radi­us System

Nein, kein Inter­punk­ti­ons- oder ähn­li­cher Feh­ler, lie­be Leser; viel­mehr ein Musik­tipp mei­ner- bzw. eben sei­nerseits.
Ich zitie­re mal dreist:

Mäch­ti­ge Gitar­ren­wän­de wer­den hoch­ge­zo­gen, hin und wie­der wie­der ein­ge­ris­sen und von neu­em tür­men sich Sounds auf Sounds. Gro­ße Vor­bil­der der Fran­zo­sen dürf­te Oce­an­si­ze sein. Eben­so kom­pro­mis­los (sic!) wie die Bri­ten wer­den die übli­chen Struk­tu­ren über Bord gewor­fen und mit Gitar­re, ambi­en­ten Elek­tronik­sounds, Samples und wuch­ti­gem Rhyt­mus­fun­da­ment (sic!) Songs fürs Leben gemei­ßelt.

Und das Schön­ste ist:
All die­se wun­der­ba­ren Klang­wel­ten wer­den gra­tis zum Her­un­ter­la­den ange­bo­ten.

Unbe­dingt anhö­ren, viel­leicht gefällt’s?

In den Nachrichten
Neue Busen braucht das Land!

Ein Hoch, lie­be Leser, auf die Eman­zi­pa­ti­on.

Ein Mann film­te im Schwimm­bad heim­lich die nack­te Brust eines Bade­ga­stes – und wur­de einer Sexu­al­straf­tat für schul­dig befun­den. Dann wur­de das Urteil revi­diert: Da es sich um eine männ­li­che Brust han­del­te, sei die Akti­on recht­lich unbe­denk­lich.

(Quel­le)

Die männ­li­che Brust genießt also nicht den Sta­tus eines Geschlechts­teils; so weit akzep­ta­bel.

War­um aber genießt sie weni­ger gesetz­li­chen Schutz als die weib­li­che Brust?
(Bzw., da wir gera­de davon reden, war­um heißt es „Brü­ste“? Wie viel Brust muss man haben, damit man sie im Plu­ral nennt?)

Umge­kehrt bedeu­tet die­ses Gerichts­ur­teil aber auch, dass homo- oder zumin­dest bise­xu­el­le Schwimm­bad­voy­eu­re vom Staat geschützt wer­den. Ist das nun der neue Weg zur Tole­ranz? Brrrrrr.

NetzfundstückeIn den NachrichtenSonstiges
Ein neu­er Tag, ein neu­er Hit­ler.

Nicht nur Nach­bil­dung und Dieb­stahl von Pin­gui­nen sind der­zeit, gera­de bei som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren, eine will­kom­me­ne Ablen­kung von den täg­li­chen Per­ver­sio­nen in die­sem Land, auch der vie­ler­orts unge­lieb­te Hit­ler ist wie­der im Kom­men.
Und damit wir all der Pin­gui­ne nicht all­zu schnell über­drüs­sig wer­den, gibt es nun eine Heim­sei­te (ttt vom 4. Mai) mit ande­ren pos­sier­li­chen Krea­tu­ren, unse­ren täg­li­chen Hit­ler gib uns heu­te sozu­sa­gen.
Viel Spaß damit!


Nach­trag, von wegen „Spaß“:
Papst Bene­dikt XVI. hat die Rausch­wir­kung von Sexua­li­tät ange­pran­gert.

Denn wer wüss­te dies bes­ser zu beur­tei­len?

PolitikSonstigesIn den Nachrichten
60 Jah­re Isra­el bzw. Medi­en­kri­tik III

Aze ist Atze, Aldah!Hal­lo, lie­be Leser,

60 Jah­re Isra­el ste­hen uns bevor.
Das bedeu­tet vor­aus­sicht­lich, aber auch bereits aktu­ell unter ande­rem Dau­er­be­rie­se­lung mit der gräus­li­chen Juden­ver­fol­gung seit min­de­stens dem Mit­tel­al­ter in allen Medi­en, stun­den­lan­ge Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen all derer, die den mise­ra­blen Zustand der deut­schen Innen­po­li­tik mit welt­män­ni­schen Phra­sen im und zum Aus­land zu ver­decken ver­su­chen, und natür­lich die übli­chen Inter­views mit israe­li­schen Was-zu-sagen-Habern, die jeg­li­che Schuld an den dort all­ge­gen­wär­ti­gen Krie­gen weit von sich wei­sen; und die ande­re Sei­te kommt ja auch gar nicht erst zu Wort. Man möch­te kann darf ja nicht kri­ti­sie­ren, was letzt­end­lich nur­mehr eine Fol­ge aus der Juden­ver­fol­gung längst ver­gan­ge­ner Epo­chen zu sein scheint.

Mit guter Lau­ne und Musik ver­üben wir System­kri­tik.
– Andre­as Rebers

Oder so.

Wo wir doch sonst so rück­sichts­los gegen­über allem sind, was anders ist als wir. In man­cher Hin­sicht bedarf der deut­sche Geist, wie es scheint, tat­säch­lich noch wei­te­rer Erfor­schung sei­tens kun­di­ger Psy­cho­ana­ly­ti­ker oder zumin­dest Sozio­lo­gen.
Denn das hat zumin­dest die kur­ze Ära des Bären Bru­no gezeigt: Nur Din­ge, denen wir einen Namen geben, kön­nen wir aus tief­ster See­le ver­ab­scheu­en bzw. bin ich davon über­zeugt, dass nie­mand JJ1 zu töten beab­sich­tigt hät­te. Ste­ri­les tut nie­man­dem weh.

Das kann sein.Weh tut’s schon eher, Ursu­la Witt­wer-Back­ofen zu hei­ßen, die wie­der­um im SPIEGEL 19/08 erwähnt wird, weil sie als Anthro­po­lo­gin an Schil­lers diver­sen Schä­deln her­um­forsch­te oder gar noch immer her­um­for­sche, wie dort zu lesen ist; und nur weni­ge Sei­ten zuvor ist ein Arti­kel zu fin­den, der die eigent­lich grund­ver­schie­de­nen Ansich­ten der furcht­ba­ren Frau Klum und der wun­der­li­chen Frau Roche auf einen Nen­ner zu brin­gen ver­sucht:

Und war nicht auch der Bedarf an sol­chen Extrem-Rol­len­bil­dern immer da – vom nah­ba­ren Dok­tor­spiel-Nach­bars­mäd­chen bis zur unbe­rühr­ba­ren Beau­ty-Domi­na?

Indes, um eine all­ge­mein akzep­ta­ble Aus­sa­ge zu erge­ben, soll­te hier immer durch sagen­wir­mal seit der Ein­füh­rung von Medi­en­kra­wall in Maga­zi­ne wie den SPIEGEL ersetzt wer­den; denn immer gab’s kei­ne Beau­ty-Domi­nas – anzu­neh­men, es gäbe über­haupt die Kom­bi­na­ti­on aus beau­ty und Sado­ma­so­chis­mus auch für Men­schen mit eini­ger­ma­ßen gerad­li­ni­ger sexu­el­ler Aus­rich­tung, ist fast ein Inter­view auf arte, zumin­dest aber mit Frau Roche wert -, und Extrem-Rol­len­bil­der eben­falls nicht.

Wegen Roche wäscht sich sicher kei­ne auf­ge­klär­te Mit­tel­eu­ro­päe­rin nun unten­rum weni­ger. Und wegen Klum wird kei­ne zum Opfer der glo­ba­len Kos­me­tik­ma­fia.

Tja, nun, Herr Tho­mas Tuma c/o SPIEGEL, die jewei­li­gen Ziel­grup­pen wis­sen Fik­ti­on (Roma­ne) und Rea­li­tät (wie so genann­te „Top­mo­dels“ so leben und so) eben doch gut zu unter­schei­den.
Kaum jemand iden­ti­fi­ziert sich mit erfun­de­nen Figu­ren wie Micky Maus oder Roches Helen; Hei­di Klum aller­dings ist lei­der nur all­zu real. Und das haben wir nun davon.

Aber die­ser Ver­gleich kann natür­lich auch über­spitzt oder gar völ­lig kon­stru­iert sein. Es ist schließ­lich nur schwer vor­stell­bar, dass sich jun­ge Men­schen in Depres­sio­nen fal­len las­sen und/oder ein völ­lig unge­sun­des Leben anfan­gen, nur um spä­ter, kurz vor ihrem frü­hen Tod, stolz behaup­ten zu kön­nen, sie hät­ten wenig­stens etwas aus sich gemacht.

Wäre ja auch albern.

P. S. und apro­pos albern:
Ich bin kürz­lich auf einen tol­len Zwei­zei­ler gesto­ßen, der in Kra­kel­schrift eben­falls an oben abge­bil­de­ter roter Metall­wand zu lesen war:

Grün wie Gras, weiß wie Schnee,
das ist der SV Wer­der Bre­men.

Ist natür­lich auch nicht schlecht.

Sonstiges
Früh­lings­pa­ra­do­xien

Erst gehen einem die Men­schen wochen­lang mit ihrer schlecht­wet­ter­be­ding­ten Trüb­sal und dem ewi­gen „wann wird’s end­lich wie­der warm?“ auf den Sack Wecker, und dann ist es end­lich wie­der warm, und statt sich wün­schens­wer­ter­wei­se end­lich still und unauf­fäl­lig zu ver­hal­ten, drän­geln sie sich in rie­si­gen Trau­ben bzw. fast schon Melo­nen in den gleich­wie klei­nen Schat­ten­plät­zen und bekla­gen sich ob der gera­de­zu uner­war­tet ein­ge­tre­te­nen Schwei­ne­hit­ze (ein Begriff, der ange­sichts man­cher Indi­vi­du­en durch­aus wohl gewählt scheint).

Ich hof­fe, sol­che Vor­komm­nis­se erklä­ren mei­ne Mis­an­thro­pie zumin­dest im Ansatz.

In den Nachrichten
Das wird ein Vor­spiel haben!

Oh Graus, es ist gar furcht­ba­res gesche­hen!

Nein, dies­mal hat es nichts mit Eis­bä­ren oder ähn­lich sinn­lo­sem Getier zu tun:

In Mainz wur­de nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen 1992 ein [Pädophilie-]Verdächtiger zum Prie­ster geweiht. Kin­der­schüt­zer sind empört.

(Quel­le)

Das ist doch mal eine Mel­dung, die ein wahr­lich schau­ri­ges Bild unse­rer Gesell­schaft zeich­net und die wah­ren Miss­stän­de unse­rer Zeit auf­deckt!

Außen- und vor allem innen­po­li­tisch läuft bei uns doch alles bestens, und das Wort Hit­ler ist auch irgend­wann abge­nu­delt und aus­ge­lutscht, da wird es mal wie­der Zeit, die Pädo­phi­lie-Keu­le aus ihrem ver­staub­ten Spind zu holen und auf uralte Fel­le bzw. eben Fäl­le ein­zu­dre­schen, wenn die sonst all­ge­gen­wär­ti­ge BILD dies schon der­zeit nicht tut; sie hat ver­mut­lich bes­se­res zu tun ange­sichts all der ekli­gen Fell­vie­cher.

Viel­leicht soll­te indes der ver­ant­wort­li­che SPIE­GEL-Beauf­trag­te ein­mal einen Blick in die Wiki­pe­dia wer­fen, die ihm erklärt, war­um der Vor­wurf der Pädo­phi­lie, wenn doch im Arti­kel ledig­lich von Gymnasial‑, also eigent­lich schon zu alten Schü­lern (und außer­dem, wo wir gera­de beim Zer­pflücken sind, nur von Ver­dacht) die Rede ist, recht ein­sam im lee­ren Raum bzw. Redak­teurs­kopf steht. Aber sex sells sich offen­bar fan­ta­stisch. Scha­de um die Qua­li­tät.

Ist das Hirn zu kurz gekom­men, wird sehr gern Moral genom­men.
– Wiglaf Dro­ste

Recht pas­sa­bel bewie­sen wird dies stän­dig in den Medi­en, und zwar nicht aus­schließ­lich im Bou­le­vard, son­dern durch­aus auch im ver­se­hent­lich oft mit seriö­ser Unter­hal­tung ver­wech­sel­ten Fern­seh­ka­ba­rett.

Und eigent­lich ist es scha­de, dass aus­ge­rech­net heu­te die übli­chen Ver­däch­ti­gen, allen vor­an der inzwi­schen uner­träg­li­che Schei­ben­wi­scher, nicht auf Sen­dung sind, denn selbst mir fal­len der­ma­ßen zoti­ge Kalau­er ein:

Wie pas­send, das Schul­mas­sa­ker von Litt­le­ton und Ingo Appelt, haha! Haha­ha!
Und dann noch, haha­ha­ha, der Hit­ler! Apro­pos Hit­ler, ken­nen Sie den schon?

Ande­rer­seits bin ich über­zeugt, damit kei­nen all­zu gro­ßen Erfolg im Fern­se­hen zu haben. Wer Jeho­va Hit­ler sagt, ver­liert. Scha­de eigent­lich.

:)

In die­sem Sin­ne:
Alles Gute, Frau Elec­tra und Herr Port­noy!

Sonstiges
Das all­jähr­li­che Som­mer­pro­blem

Es wird Früh­ling. Schon zum zwei­ten Mal in die­sem Jahr.

Dies führt mit sich neben dem Drang, oft Hin­aus­po­saun­tes wie Früh­lings­ge­füh­le sind out und ähn­li­che anfangs erhei­tern­de, nach einer Wei­le aber nun eben doch arg abge­schmack­te Wit­ze­lei­en fast immer und über­all wie bzw. eben doch im Wort­sin­ne aus­wen­dig gelernt her­ab­zu­ra­s­seln und sich von der ver­hal­te­nen Reak­ti­on der Zuhö­rer- oder zumin­dest Leser­schaft unbe­ein­druckt zu zei­gen, auch die all­jähr­li­che Selbst­dar­stel­lung jener Mit­men­schen, zu deren bevor­zug­ten Tätig­kei­ten das Aus­glei­chen von Kör­per­form und Klei­dungs­stil nicht zu gehö­ren scheint.

Über­schmink­te Mäd­chen in gera­de paa­rungs­fä­hi­gem Alter, die das erfolg­rei­che Errei­chen des Ide­al­ge­wichts – augen­schein­lich meist irgend­wo zwi­schen 40 und 50 Kilo­gramm lie­gend – ästhe­tisch gepräg­ten Men­schen wie mir nicht höf­lich ver­schwei­gen, son­dern mit­tels debilerwei­se um die Tail­le geleg­ter Gür­tel auch noch beto­nen, gehö­ren nicht zu den schö­nen Sei­ten die­ses Wet­ters.
(Viel­leicht soll­te jemand den benann­ten Indi­vi­du­en bei­zei­ten ein­mal erklä­ren, dass ein drei Num­mern grö­ße­rer Gür­tel sich auch zum Fixie­ren der ohne­hin viel zu knap­pen Hosen eig­ne­te; dann wäre zumin­dest ein ande­res opti­sches Ärger­nis besei­tigt.)

Küh­les Lächeln ist out. (Memo: War­mes Grin­sen üben!)

In den Nachrichten
Ken­nen Sie den? Trifft ein Papst einen Prä­si­den­ten…

… und redet gar wun­der­li­che Din­ge, wor­in ihn allen­falls sein Gast­ge­ber zu über­tref­fen weiß:

„Wir sind eine Nati­on, die den Glau­ben öffent­lich lebt“, sagt er. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sei­en „ful­ly modern“, voll­kom­men modern, und zugleich gelei­tet von „alt­her­ge­brach­ter und ewi­ger Wahr­heit“.

Und das, wenn nicht sogar aus­schließ­lich das, ver­bin­det sie, die Ame­ri­ka­ner, mit ihr, der Ach­se des Bösen:
Öffent­lich geleb­ter Glau­be, basie­rend auf „alt­her­ge­brach­ter und ewi­ger Wahr­heit“, und alles, was man braucht, um als moder­ner Staat durch­zu­ge­hen; und sei es nur Fern­se­hen, McDonald’s und ein durch­ge­knall­ter Füh­rer Füh­rer.

Aber immer­hin:

in sei­ner Rede vor dem Wei­ßen Haus hat Papst Bene­dikt XVI. dem US-Prä­si­den­ten trotz­dem deut­lich ins Gewis­sen gespro­chen

Denn wer wüss­te bes­ser, wie man publi­kums­wirk­sam Mas­sen­mor­de durch das Abspu­len immer­glei­cher Phra­sen unter auf­bran­den­dem Jubel (wie immer der aus­se­hen mag) und ohne jeg­li­che Iro­nie zer­re­den kann, als aus­ge­rech­net das katho­li­sche Ober­haupt?

Dar­auf erst mal einen kal­ten Kaf­fee.