ProjekteNerdkrams
In eige­ner Sache: Datei­en mit yymmdd_ prä­fi­gie­ren per Drag&Drop

Die Geschich­te der Ver­si­ons­kon­troll­sy­ste­me ist eine Geschich­te vol­ler Miss­ver­ständ­nis­se. Eines die­ser Miss­ver­ständ­nis­se ist, dass man für das Ver­sio­nie­ren von Doku­men­ten zwin­gend ein kom­pli­zier­tes System benö­tigt, des­sen unnö­tig unlo­gi­sche Bedie­nung nicht nur ein Hand­buch, son­dern auch das Lesen von zwöl­fund­vier­zig „Tuto­ri­als“ auf win­di­gen Web­sites vor­aus­setzt, um über­haupt die Grund­la­gen eini­ger­ma­ßen auf die Ket­te zu krie­gen.

Am ande­ren Ende des Kom­ple­xi­täts­spek­trums sit­zen frei­lich Fir­men, deren Ver­si­ons­kon­trol­le dar­in besteht, dass sie der jeweils aktu­el­len Aus­füh­rung eines Doku­ments das jeweils aktu­el­le Datum im Datei­na­men vor­an­stel­len. Das indes emp­fiehlt sogar die Biblio­thek der Har­vard-Uni­ver­si­tät, wo man häu­fi­ger mal mit Doku­men­ten arbei­tet, habe ich gehört. Wenn man aber ein Doku­ment von gestern hat und es für heu­te neu ver­sio­nie­ren möch­te, dann muss man es umständ­lich kopie­ren, die Umbe­nen­nen-Taste drücken, das alte Datum aus dem Namen löschen und das neue Datum in den Namen rein­ko­pie­ren.

Das fin­de ich albern.

Und weil ich alber­ne Com­pu­ter­pro­ble­me gern löse, habe ich ein klei­nes Pro­gramm geschrie­ben, das die­se Schrit­te kom­plett dadurch ersetzt, dass man es star­tet und dann belie­big vie­le Datei­en in sein Fen­ster hin­ein­zieht, die dann ent­spre­chend kopiert und ver­sio­niert wer­den. ‘In eige­ner Sache: Datei­en mit yymmdd_ prä­fi­gie­ren per Drag&Drop’ wei­ter­le­sen »

PersönlichesMusikNetzfundstückeMontagsmusik
Lust­mord – Their Souls Asun­der // Näch­ster Schritt: Ganz­jah­res­me­lan­cho­lie

BOOOORN IN THE USA

Es ist Mon­tag. Bei The Ver­ge beklagt sich jemand, dass ein von ihm gete­ste­ter Lap­top über 92 °C heiß wird, wenn er einen Web­brow­ser benutzt. Von der lustig gemein­ten Fra­ge mei­ner­seits, was das wahl­wei­se über das Wort „Lap­top“ oder über den Schoß des Autors aus­sagt, abge­se­hen könn­te man dar­aus etwas über die Fehl­ent­wick­lung des Webs und/oder der Web­brow­ser fol­gern. (Dass sie näm­lich ein ein­zi­ger Graus ist.)

Apro­pos Web, ein musi­ka­li­scher Exkurs: Mei­ne musi­ka­li­sche Ent­deckung des Wochen­en­des waren DG 307 (cf.), aber natür­lich habe ich von denen auch mal wie­der viel zu spät erfah­ren. Manch­mal fra­gen mich so Leu­te, wo ich eigent­lich immer sol­che obsku­re Musik fin­de, und für obsku­re Musik ist, neben den ein­schlä­gi­gen Musik­ma­ga­zi­nen vom Bahn­hofs­ki­osk, das Inter­net (Such­be­grif­fe: „music“, „reviews“, even­tu­ell ergänzt um eine unge­fäh­re Rich­tung, dort dann stö­bern; Music-Map ist für das Auf­fin­den „ähn­li­cher Künst­ler“ aber auch erstaun­lich gut geeig­net) eine fan­ta­sti­sche Anlauf­stel­le. Fast immer fand ich Gutes dort ohne all­zu viel eige­nes Zutun. Es liegt am Stra­ßen­rand, man muss es nur auf­sam­meln.

(Es gibt ja Men­schen, die im Herbst melan­cho­lisch wer­den und im Som­mer das blü­hen­de, schweiß­nas­se Leben sind. Ich glau­be, ich habe inzwi­schen die Som­mer­me­lan­cho­lie per­fek­tio­niert. Näch­ster Schritt: Ganz­jah­res­me­lan­cho­lie. Da ist die Musik dann auch bes­ser als bei der stän­di­gen Depres­si­on, die sich nur mit Post­punk und Doom Metal noch halb­wegs weg­bla­sen lässt. Heiti­tei, die Psy­che brennt.)

Reden wir über was Hei­te­res, reden wir über Poli­tik: Anna­le­na Baer­bock möch­te nicht wie ein Toten­grä­ber aus­se­hen. Ich weiß nicht, was Anna­le­na Baer­bock gegen Toten­grä­ber hat, wür­de mir aber wün­schen, dass die Ver­tre­ter des Vol­kes mehr für gute Poli­tik und weni­ger für die foto­gra­fi­sche Abbil­dung ihrer Scho­ko­la­den­sei­te (auch so’n Wort) tun wür­den. Unter­ge­gan­ge­ne Kul­tur­tech­nik, wie mir scheint: Sich etwas bei etwas den­ken.

Blei­ben­de Kul­tur­tech­nik der­weil: Musik (fröh­lich).

Their Souls Asun­der

Guten Mor­gen.

ComputerIn den NachrichtenNetzfundstückePersönliches
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 28. Juni 2024

Freun­de des Pi Days, tre­tet zur Sei­te: Heu­te ist Tau Day.


Neu­es aus der Rei­he „Com­pu­ter waren eine dum­me Idee“: Kopf­hö­rer krie­gen ein Sicher­heits­up­date (via). Also mei­ne nicht. Die haben ja nicht mal eine Soft­ware drauf. Son­dern ein Kabel. Ich wer­de die Sache mit dem Sicher­heits­up­date als Argu­ment bereit­hal­ten, wenn wie­der jemand fragt, war­um ich nicht „end­lich“ (als gin­ge das irgend­wen über­haupt was an) auf kabel­lo­se Kopf­hö­rer umstei­ge. Habe ich nicht vor. Din­ge, die Bat­te­rien brau­chen, die über­dies nicht mal drei län­ge­re Musikal­ben am Stück durch­hal­ten, sind ein wit­zi­ges Spiel­zeug, aber als Kopf­hö­rer unge­eig­net. Wer will es mir ver­übeln?


Dar­aus, dass wäh­rend der daten­schutz­agno­sti­schen Frau­en­fuß­ball­eu­ro­pa­mei­ster­schaft der Män­ner – ich habe, das nur neben­bei ange­merkt, schon weni­ger Erbärm­lich­keit erlebt als die der­je­ni­gen Men­schen mit „soli­da­ri­scher“ ukrai­ni­scher Natio­nal­flag­ge im Pro­fil­na­men, die sich trotz­dem über die all­ge­gen­wär­ti­gen ech­ten Natio­nal­flag­gen wäh­rend einer inter­na­tio­na­len Sport­mei­ster­schaft echauf­fie­ren – selbst das Aus­land sich über die Qua­li­tät der Deut­schen Bahn auf­regt, zieht die Bun­des­re­gie­rung end­lich erste Kon­se­quen­zen: „Die Bun­des­re­gie­rung plant, eine Mil­li­ar­de an Inve­sti­ti­ons­mit­teln für 2025 von der Schie­ne auf die Stra­ße zu ver­la­gern.“ Hup hup!


Die Washing­ton Post (Archiv­ver­si­on) erläu­tert, war­um die Men­schen für nicht poly­amor oder wenig­stens offen geführ­te Bezie­hun­gen offen­sicht­lich unge­eig­net sind: Als „Micro-Chea­ting“, also Kleinst­be­trug, kön­ne es ver­stan­den wer­den, wenn der jewei­li­ge Part­ner in einem sozia­len Medi­um einen Bei­trag einer mög­li­chen Kon­kur­renz posi­tiv bewer­tet. Per­sön­lich ver­tre­te ich die Ansicht, dass jemand, der so wenig Ver­trau­en in eine Bezie­hung ein­bringt, dass „Micro-Chea­ting“ sei­ne tat­säch­li­che Sor­ge ist, so etwas wirk­lich nicht ver­dient hat. Also so etwas wie eine Bezie­hung.

Ich kann mich durch­aus in eine eifer­süch­ti­ge Per­son hin­ein­ver­set­zen, ich war ja selbst mal eine. Wenn man aller­dings erst ein­mal ver­stan­den hat, dass Eifer­sucht letzt­lich nichts ist als ein Aus­druck feh­len­den Ver­trau­ens, dann ist ein gesun­der Umgang damit (dor­nig, aber) erlern­bar. Wer ver­steht, dass, wer zu tei­len bereit ist, dadurch nicht ver­liert, son­dern das Band noch stärkt, der kann das Damo­kles­schwert zer­bre­chen; aber auch eine Bezie­hung, die Lie­be mit Exklu­siv­an­sprü­chen gleich­setzt, kann funk­tio­nie­ren, wenn damit kei­ne Besitz­ver­hält­nis­se ver­bun­den sind. Sonst ist es kei­ne Bezie­hung. Son­dern Skla­ve­rei.


Poli­zei­ar­beit des Tages: Die Zahl in der Mail­adres­se des Täters ent­spricht nicht dem Alter des Beschul­dig­ten? Ein­deu­tig unschul­dig! (Erin­nert mich bit­te dar­an, mir eine Mail­adres­se mit „104“ drin zuzu­le­gen. Wenn ich jemals 104 Jah­re alt wer­den soll­te, dann hat­te ich bis dahin wenig­stens ein vor Straf­ver­fol­gung geschütz­tes Leben.)


Durch die Welt der Mail­an­bie­ter tobt ein Sturm im Was­ser­glas: Fast­mail hat Gewerk­schaf­tern gekün­digt. Die häu­fig­ste Dis­kus­si­on dreht sich um die Fra­ge, wel­chem ande­ren Unter­neh­men man künf­tig sei­ne pri­va­te Kor­re­spon­denz anver­trau­en soll­te. Mein Vor­schlag wäre ja: Nur sich selbst. Aber dann ist man selbst schuld und ver­ant­wort­lich, wenn etwas schief­geht. (Was ein zu ver­schmer­zen­der Nach­teil ist.)

MontagsmusikComputerIn den Nachrichten
Hokr – Kara­báč // Sexy: Mur­mel­tier­män­ner

Ja moin

Es ist Mon­tag. Schnurr­ma­schi­ne gefäl­lig?

Vor­ge­stern habe ich end­lich her­aus­ge­fun­den, wie man im „Fedi­ver­se“ Bei­trä­ge so for­ma­tiert, dass sie auch außer­halb der eige­nen Tech­nik­bla­se, vul­go „Platt­form“ (d.h. Mast­o­don auf Mast­o­don geht natür­lich, Honk auf Lem­my ist nicht ganz so offen­sicht­lich), funk­tio­nie­ren. Jetzt muss ich nur noch her­aus­fin­den, wofür man das über­haupt sinn­voll benut­zen kann.

Fra­ge der Woche: „Sicher, dass du lebst?“ Einer­seits: Nein. Ande­rer­seits hät­te ich dann vom Tin­der­trend des Jah­res nichts mit­be­kom­men: „Die Gene­ra­ti­on Z hat angeb­lich ein neu­es Sex­sym­bol: Män­ner, die wie Nage­tie­re aus­se­hen“ (FAZ); womit das Pro­blem der Über­be­völ­ke­rung sich bei­zei­ten ja auch erle­digt haben soll­te.

Wäh­rend der Euro­pa­mei­ster­schaft sei­en Obdach­lo­se noch weni­ger gern gese­hen als sonst, erfah­re ich im Gegen­teil der FAZ. Mein Vor­schlag wäre ja, ihnen eine Woh­nung zu geben. Aber wer bin ich schon?

Was ich jeden­falls bin: Ein Freund guter Musik. Die­ser hier zum Bei­spiel. (Kei­ne Ahnung, wor­um es in dem Text geht. Aber es klingt gut.)

Hokr ► Kara­báč [HQ Audio] Hokro­va Vila, 2004

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Das Kas­pers­ky der Ande­ren

Guter Anfang (Archiv­ver­si­on):

Die US-Behör­den haben das Anti­vi­ren­pro­gramm der rus­si­schen Fir­ma Kas­pers­ky ver­bo­ten. (…) Grund für das Ver­bot sind dem­nach die Cyber­an­griffs-Fähig­kei­ten der rus­si­schen Regie­rung und deren Mög­lich­kei­ten, Akti­vi­tä­ten von Kas­pers­ky zu beein­flus­sen. Die Soft­ware der Fir­ma sei in der Lage, Infor­ma­tio­nen von US-Unter­neh­men und Bür­gern zu sam­meln, die von der rus­si­schen Regie­rung miss­braucht wer­den könn­ten, warn­te die Behör­de.

Aber mal so aus Inter­es­se gefragt: Wann steht das­sel­be für US-Soft­ware auf der Tages­ord­nung?

NetzfundstückeNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 20. Juni 2024

Es wird einen zwei­ten Teil von Space­balls geben. Lei­der ohne Möter.


Mozil­la ist jetzt auch offi­zi­ell ein Rekla­me­un­ter­neh­men. Hof­fent­lich bringt bald mal jemand einen Brow­ser ohne kom­mer­zi­el­len Hin­ter­grund raus. Gemein­nüt­zig oder so. War­um ist eigent­lich noch nie jemand auf die­se Idee gekom­men?


Groß­ar­ti­ge Zusam­men­fas­sung der der­zei­ti­gen Dis­kre­panz zwi­schen Unter­neh­men, die „künst­li­che Intel­li­genz“ nut­zen, und sol­chen, die „künst­li­che Intel­li­genz“ nut­zen soll­ten: „I Will Fuck­ing Piledri­ve You If You Men­ti­on AI Again“.


xkcd, 2017: Haha, wäre es nicht lustig, könn­te man jedes Emo­ji zu einem kot­zen­den Emo­ji machen?

Apple, 2024: Gute Idee!


Sport­fans auf­ge­passt: Es sind – auf den Tag genau – nur noch fünf Mona­te bis zur Welt­mei­ster­schaft!

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Press F to pay respects

Schon jetzt mein Lieb­lings­fe­mi­nis­mus des Monats ist die Sport­schau F, deren aus­weis­li­ches Ziel es ist, zusätz­lich zu belieb­ten Men­schen­sport­ar­ten wie Einen-Ball-Tre­ten, Im-Kreis-Ren­nen und Schnell­fah­ren auch Sport für ande­re Lebe­we­sen wie zum Bei­spiel Frau­en wenig­stens am Ran­de zu strei­fen. Natür­lich läuft das nicht im Fern­se­hen, weil sich nor­ma­le Men­schen nicht für Frau­en­sport inter­es­sie­ren, son­dern in dem carolin­taug­li­chen Bla­sen­me­di­um Insta­gram.

Wo bleibt eigent­lich die Sport­schau D?

PersönlichesIn den NachrichtenMontagsmusik
Fon­tai­nes D.C. – A Lucid Dream // and it’s all coming back

Frühstück!

Es ist Mon­tag und ich den­ke über die Unsterb­lich­keit der Krab­be nach. Ganz schlim­mer Witz aus dem Inter­net: „Ich will mehr sein als nur ihr Brief­freund: Brief­mann.“ Ich wer­de nie wie­der auf­hö­ren zu kichern.

Krieg sei schlecht für’s Kli­ma, ver­kün­det aber­mals ein Bericht. Hier bit­te einen ent­spre­chen­den Kom­men­tar zu der Außen­po­li­tik eines Staa­tes eurer Wahl ein­ge­fügt vor­stel­len. (Mit­mach­in­ter­net kann ich.) Das Fern­se­hen sei vom Inter­net mitt­ler­wei­le „als wich­tig­ste Nach­rich­ten­quel­le“ abge­löst wor­den, lese ich in einer schwie­ri­gen Nach­rich­ten­quel­le. Unklar: Mei­nen die Fuß­ball­live­ticker?

(Was ja auch erstaun­lich oft, d.h. min­de­stens zwei­mal, pas­siert in letz­ter Zeit: Dass die Ver­gan­gen­heit mich ein­holt und in Form Ver­flos­sen­ge­glaub­ter dort auf­sucht, wo ich sie am wenig­sten brau­chen kann erwar­tet hät­te; und weil nicht mal mein Hirn ein Com­pu­ter ist, bricht alles wie­der auf und raus und ich bin wie­der voll drin im Damals; und ich ler­ne nichts dar­aus, denn als neu­r­a­les Netz­werk wäre ich auch eine Nie­te. Man soll Momen­te fest­hal­ten, sagen sie und ver­ste­hen nicht, war­um damit oft eine Spi­ra­le beginnt. Es war nicht alles schlecht, son­dern vie­les war sogar ziem­lich gut, aber es ist ja nicht das Was, das Furcht berei­tet, son­dern es ist das War­um. Man sieht sich immer min­de­stens zwei­mal im Leben, sagt der Volks­mund, aber das erste Mal ist oft die Far­ce. Das sagt er nicht.)

And it’s all coming back.

Fon­tai­nes D.C. – A Lucid Dream (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.