Netzfundstücke⁠Mir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 21. Mai 2025

Über­ra­schung: Man über­zeugt Men­schen gar sel­ten mit Argu­men­ten. Die Über­schrift gefällt mir gut.


Gedan­ke: An den stren­gen Geset­zen in Deutsch­land, den Umgang mit Toten betref­fend, stört mich am mei­sten die Aus­sicht dar­auf, nach mei­nem Able­ben womög­lich mit so Leu­ten am sel­ben Ort zu „ruhen“.


2022 hat­te die kana­di­sche Restau­rant­ket­te Gabby’s unter all­ge­mei­nem Bei­fall beschlos­sen, Mos­cow Mules künf­tig „Kyiv Mule“ zu nen­nen, um es dem Rus­sen mal so rich­tig zu zei­gen. Ich habe heu­te mal spa­ßes­hal­ber nach­ge­se­hen, was dar­aus gewor­den ist: Inzwi­schen nen­nen sie das Getränk „Tra­di­tio­nal Mule“ und es kommt schwe­di­scher Wod­ka hin­ein. Ganz schön unso­li­da­risch.


Lusti­ge Nach­rich­ten aus einem ande­ren Nord­land: In Schwe­den ist es künf­tig ver­bo­ten, Por­no­bild­chen zu kau­fen. Haha, die­se Schwe­den. Müs­sen Por­nos künf­tig gra­tis gucken, so will es das Gesetz. Schwer haben sie es. So schwer.


Amü­sant-bizar­re Anmer­kung der Woche:

Es muss jedem Mann bewusst sein, dass er män­ner­bün­di­sche Struk­tu­ren repro­du­ziert, wenn er immer nur mit männ­li­chen Freun­den in die Knei­pe geht.

Unklar ist, ob man als Mann jetzt ein Anrecht auf weib­li­che Freun­de hat. Wenn ja: Bekommt man die­se nach Männ­lich­keits­nach­weis auto­ma­tisch gestellt oder muss man ihre Bereit­stel­lung bean­tra­gen? Muss man dafür gemein­sa­me Inter­es­sen fin­den oder reicht schon das Vor­han­den­sein ver­schie­de­ner Geschlechts­tei­le? Muss ich die jeweils zuge­wie­se­ne weib­li­che Freun­din akzep­tie­ren oder gibt es ein Umtausch­recht?


Das „Köt­zer­chen“ (Quel­le u.a.: Reim­le­xi­kon, hier schei­ternd) der Woche gleich hin­ter­her: Der Nürn­ber­ger Zoo möch­te ein paar Pavia­ne abknal­len, weil sel­bi­ge ein­fach zu zahl­reich sind. Inter­es­se­hal­ber – schon aus ethi­schen Grün­den – gefragt: Wo zieht man hin­sicht­lich der Grup­pe „Lebe­we­sen, deren Zahl zu groß scheint“ eigent­lich die Gren­ze zwi­schen „darf man umbrin­gen“ und „darf man nicht umbrin­gen“ und war­um?

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Divide and Dissolve – Withholding // Kabel, Brudi!

Wer kein Smartphone hat, der muss halt Rohre auf dem Klo lesen

Trig­ger­war­nung: Es ist Mon­tag. Letz­te Woche wun­der­te ich mich dar­über, dass es preis­gün­sti­ger ist, ein Paket von Dela­ware nach Deutsch­land zu beför­dern, als ein Paket von Kali­for­ni­en nach Dela­ware zu beför­dern. Zum Glück infor­mier­te mich infol­ge­des­sen jemand über die Exi­stenz des Welt­post­ver­eins und seit­dem möch­te ich gern bre­chen. Auch mal schön.

Schlech­te Nach­rich­ten für Men­schen wie mich, die bis­her dach­ten, Ham­burg sei eine lebens­wer­te Stadt: Die dort bereits Woh­nen­den hät­ten mehr­heit­lich gern auch wei­ter­hin Rekla­me (Archiv­ver­si­on) im öffent­li­chen Raum. Ich fin­de ja, es reicht jetzt mit dem mün­di­gen Bür­ger. Der mün­di­ge Bür­ger macht nur Unsinn.

Apro­pos Unsinn: Für die „F.A.Z.“ (will nicht direkt ver­linkt wer­den, LSR) wun­dert sich Volon­tä­rin Anna Nowac­zyk, dass die „Gene­ra­ti­on Z“ – ich war­te noch dar­auf, dass end­lich das kyril­li­sche Alpha­bet dran ist – die drol­li­ge Ansicht ver­tritt, dass Kabel­kopf­hö­rer weni­ger erbärm­lich sind (hier mei­ner­seits nicht: sei­en) als ihre kabel­lo­sen Pen­dants. Die­se jun­gen Leu­te und ihre deut­lich bes­se­re Ton­qua­li­tät und ihr aus­blei­ben­der Bock, dau­ernd irgend­was an Steck­do­sen hän­gen zu müs­sen. Haha. Eine „hef­ti­ge Aura“ sol­len Kabel­kopf­hö­rer haben, man sei gar mit „Kabel­über­le­gen­heit“ geseg­net. Man möch­te fast „Dig­ga“ ergän­zen. Shee­sh Bru­di. Crin­ge as fuck.

(Da steht „fuck“, das gibt doch wie­der inter­es­san­te Such­ergeb­nis­se dem­nächst.)

Auch irgend­wie geil: Musik.

Divi­de and Dis­sol­ve – With­hol­ding (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten⁠Politik
Wer 1933 nicht will, muss 1924 verhindern

Die inzwi­schen zur Volks­weis­heit avan­cier­te Fest­stel­lung, Geschich­te wie­der­ho­le sich, mit den Kriegs­kre­di­ten der SPD und deren ver­hee­ren­den Fol­gen zu bele­gen wird sogar mir irgend­wann lang­wei­lig, daher erwäh­ne ich heu­te statt­des­sen mal dies: Wer in sozia­len Medi­en fort­wäh­rend 1933 her­auf­zie­hen sieht, der kann damit Recht haben, denn die Vor­aus­set­zun­gen sind geschaf­fen.

Die Bun­des­re­gie­rung wer­de der Bun­des­wehr alle finan­zi­el­len Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die sie brau­che, „um kon­ven­tio­nell zur stärk­sten Armee Euro­pas zu wer­den“.

Der näch­ste deut­sche Dik­ta­tor kann den demo­kra­ti­schen Regie­run­gen aus der Mit­te für alles, was sie ihm hin­ter­las­sen haben, gar nicht genug dan­ken.

Musik⁠In den Nachrichten
Deutsche Songs mit deutschen Rhymes

Eigent­lich woll­te ich die­ses Jahr nichts Wei­te­res zum Euro­vi­si­on Song Con­test (den alten Namen fand ich schö­ner) schrei­ben, was vor allem dem Umstand geschul­det ist, dass ich eigent­lich die­ses Jahr kei­ne ein­zi­ge Sekun­de mei­ner Zeit mit dem abseh­bar bescheu­er­ten Gedu­del ver­brin­gen woll­te, das im Rah­men der Ver­an­stal­tung „für Deutsch­land“ auf­ge­führt wird, doch dann las ich bei der „taz“ ver­meint­lich gute Neu­ig­kei­ten:

Mit „Bal­ler“ von Abor & Tyn­na tritt Deutsch­land beim dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­test das erste Mal seit vie­len Jah­ren mit einem deutsch­spra­chi­gen Song an.

Abge­se­hen von der fei­nen Nuan­ce, dass ein „Song“ vor allem ein Lied ist (aber gut, „taz“ und Spra­che sind ein­an­der oft nicht die besten Freun­de), hielt ich das unge­fähr drei­ßig Sekun­den lang für eine gute Idee. In die­sen drei­ßig Sekun­den hör­te ich erst­mals in das Lied rein, das aus­zugs­wei­se zum Lied­text ein­ge­blen­det wird. Ich rate drin­gend davon ab, es mir gleich­zu­tun: Dump­fer Bums­beat (gibt es dafür eigent­lich ein pas­sen­des deut­sches Wort?) in schlich­tem Takt mag genü­gen, um damit bei offe­nem Fen­ster an der Ampel zu ste­hen, aber als Reprä­sen­tant zeit­ge­nös­si­schen deut­schen Lied­guts vor den Augen der Welt ist zumin­dest mir das Lied eher unan­ge­nehm.

Zumal das Deutsch­spra­chi­ge auch da endet, wo die Spra­che wich­tig wäre, wie der Lied­text im Vor­re­frain beredt bezeugt:

Ha, ich glaub’, das war’s, I shoot for the stars

Für Rei­me mit „Mars“, „las“, „Gas“, „Lars“ oder mei­net­we­gen „SARS“ hat es sprach­lich nicht gereicht, welch Far­ce!

Bonu­s­poin­te aus dem Inter­net:

Abor & Tyn­na sind ein öster­rei­chi­sches Musik­duo[.]

Öster­reich tritt wäh­rend­des­sen mit irgend­ei­nem eng­lisch­spra­chi­gen Unfug, den in drei­ßig Sekun­den pro­be­zu­hö­ren ich mich par­tout wei­ge­re, zum Wett­be­werb an. Ver­mut­lich wäre es denk­bar, aber unan­ge­bracht, dar­aus einen poli­ti­schen Witz zu kon­stru­ie­ren.

Netzfundstücke⁠Wirtschaft
Medienkritik in Kürze: Bombencola mit Reis

Aus aus­ge­rech­net Oer-Erken­sch­wick, wor­über ich dann jetzt end­lich auch mal wenig­stens irgend­et­was weiß, kommt aus­weis­lich des Web­siteim­pres­sums die Pal­e­sti­ne Cola, die nicht nur „vol­ler (…) Geschich­ten aus Palä­sti­na“ (ebd.) stecke und also ver­mut­lich nach Leid und Tod schmeckt, son­dern über­dies ein selt­sa­mes Wer­be­vi­deo (Archiv­ver­si­on) zur Sei­te gestellt bekam, das wohl aus­sa­gen soll, dass, wer die Cola trinkt, palä­sti­nen­si­schen Kin­dern etwas, das wie Reis aus­sieht, zu essen zu beschaf­fen hilft, tat­säch­lich aber aus­sagt, dass, wer die Cola trinkt, palä­sti­nen­si­schen Kin­dern in die Hin­ter­hö­fe außer Bom­ben und Rake­ten auch noch Wer­be­pla­ka­te eines west­li­chen Kom­merz­un­ter­neh­mens hängt;

Victory!

was ja mehr als nur eine Situa­ti­on zusam­men­fasst.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Bruit ≤ – Ephemeral // Schachpunks verbieten

We have joy, we have fun, we have Bambus in the sun

Es ist Mon­tag. Hat eigent­lich schon jemand vor­ge­schla­gen, auf­grund der aku­ten Gesund­heits­ge­fähr­dung Fuß­ball zu ver­bie­ten (Archiv­ver­si­on)? (Mei­nen Glück­wunsch den Spie­lern des HSV, mein herz­li­ches Hihi dem Drum­her­um.)

Wei­te­re gute Nach­rich­ten: ChatGPTs Ant­wor­ten wer­den immer absur­der. Man ver­sprach mir, wegen ChatGPT künf­tig even­tu­ell mei­nen Arbeits­platz über­flüs­sig zu machen. Könn­te sein: Absur­de Ant­wor­ten zu geben klingt nach einem Traum­be­ruf. Schö­ner Bild­un­ter­ti­tel dazu bei xkcd: Reduc­tio ad absur­dum funk­tio­niert nicht, wenn die Wirk­lich­keit absurd ist. – Der Über­wa­chungs­ka­me­ra­her­stel­ler Arlo hat jetzt eine Schrei­er­kennungs­funk­ti­on. Alles Wei­te­re kostet 7,99 US-Dol­lar im Monat. Kei­ne Ahnung, was die Kame­ra macht, wenn man das Abon­ne­ment nicht bezahlt und jemand schreit. Viel­leicht hilft sie dann dem Räu­ber statt dem Besit­zer. Als Ver­kaufs­stra­te­gie.

Apro­pos absurd: In Deutsch­land klau­en anschei­nend Men­schen Kar­ten­le­se­ge­rä­te. Viel­leicht war es ja ein Lon­do­ner Bett­ler, das wür­de sogar ich ver­zei­hen. Unver­zeih­lich aber ist es offen­bar, als Teil der young peo­p­le in Afgha­ni­stan ein Täss­chen Tee zum Schach zu trin­ken. Schach ist böse. Zu mei­ner Zeit hätt’s das nicht gege­ben, da haben sich die young peo­p­le (außer mir natür­lich) noch nicht mal in die Nähe eines Schach­bretts gewagt.

Weil sie sonst mit dem Kopf in den Müll­ei­mer gesteckt wor­den wären.

Gehört in den Kopf auch der young peo­p­le: Musik.

BRUIT ≤ EPHEMERAL – MUSIC VIDEO -

Guten Mor­gen.

Persönliches⁠Musik
(Amrum, nebenan.)

Ganz, ganz sel­ten kommt mei­ne so genann­te Jugend (viel zu früh bis viel zu spät) wie­der hoch. Manch­mal sind benach­bar­te Blog­ger (GaLie­Grü) dar­an nicht ganz unschul­dig. Mei­ne Güte, war ich anstren­gend damals. Und was ich damals für bescheu­er­te Idea­le hat­te! Und was für erbärm­li­che Inter­es­sen ich damals hat­te! Und was für fürch­ter­li­che Musik ich damals gehört habe!

Unto­ten – Licht­brin­ger

Und was sie halt immer noch mit mir macht.

Wenn die Lie­be dich zer­reißt, will ich dich zum Hass ver­lei­ten.

Der Mensch. Er ist ein Dings­bums. (Es hört nicht auf. Es hört nie auf.)

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Noch nie (außer bis neulich).

Sinn­ge­mäß „WELT.de“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR), eben­so sinn­ge­mäß „Tiro­ler Tages­zei­tung“ und wört­lich, wenn auch auf Eng­lisch, min­de­stens NBC (Archiv­ver­si­on) so:

Noch nie­mals in der Geschich­te der römisch-katho­li­schen Kir­che hat es einen ame­ri­ka­ni­schen Papst gege­ben.

Hof­fent­lich wird es irgend­wann mal ein Argen­ti­ni­er. Damit die­se Unge­rech­tig­keit ein Ende hat.

(Gibt es jetzt eigent­lich Zöl­le auf nicht­ame­ri­ka­ni­sche Päp­ste?)

Politik
Vor 80 Jahren kam niemand zu Hilfe.

Völ­lig zu Recht ver­zich­tet Deutsch­land auch in die­sem Jahr dar­auf, die­je­ni­gen zu ehren, die heu­te vor 80 Jah­ren gewon­nen haben. Der alte Klas­sen­feind ist wie­der da. Wer den Krieg gewon­nen hat, das bestimmt ja wohl hier immer noch Deutsch­land.

die geson­der­te ver­ab­schie­dung der rus­si­schen streit­kräf­te war eine stil­le kriegs­er­klä­rung an ruß­land. die west­al­li­ier­ten, die im 2. welt­krieg zögernd die zwei­te front eröff­net hat­ten, sind im 3. auf deut­scher sei­te.
Vol­ker Braun, 1994

Die Leug­nung der eige­nen Rol­le als Staat, dem man nach­drück­lich bei­gebracht hat­te, dass sein all­zu for­sches außen­po­li­ti­sches Auf­tre­ten nach­tei­li­ge Kon­se­quen­zen haben kann, hat­te das Deut­sche Reich schon ab 1921 geübt. Man hät­te dar­aus etwas ler­nen kön­nen. Dies­mal aber wird bestimmt alles anders. Dies­mal ist man ja Teil der Guten.

Politik⁠In den Nachrichten
Kurz angemerkt zur Merz-noch-nicht-Wahl

Demo­kra­tie, das lernt man dann ver­mut­lich in künf­ti­gen Schü­ler­ge­nera­tio­nen, ist es, wenn Medi­en und Zitat­ge­ber im gan­zen Land es als „Dra­ma“ und „Deba­kel“ (WELT.de) oder gar „Don­ner­schlag“ (Rena­te Kün­ast auf Phoe­nix) begrei­fen und sogar Bodo Rame­low „ziem­lich sau­er“ (ebd.) dar­über ist, dass Abge­ord­ne­te, allein ihrem Gewis­sen ver­pflich­tet, in einer gehei­men Abstim­mung, in der sie, vom Volk mit Mehr­heit gewählt, als ver­meint­li­che Ver­tre­ter die­ses Vol­kes, das natür­lich nicht selbst „fol­gen­den Kanz­ler hät­ten wir gern“ auf dem Stimm­zet­tel hat­te, Gebrauch davon machen, dass man bei einer Wahl auch eine Wahl haben soll­te, denn was die Mehr­heit gern hät­te, das – so will es die Gepflo­gen­heit – ent­schei­det im Westen nicht etwa die­se Mehr­heit, son­dern die „Par­tei­en­olig­ar­chie“ (Karl Jas­pers), weil nur eine vor­her­be­stimm­te und damit minu­ti­ös plan­ba­re Demo­kra­tie eine gute Demo­kra­tie ist; alles Übri­ge nützt nur Putin.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Monteceneri – Heimweh // Der Gott der drei Willkürlichen

Oh! Da ist ja Bambus!

Es ist Mon­tag. In der Titel­ge­schich­te der aktu­el­len Sonntags-„FAZ“, in deren Vor­wort es heißt, die Abhän­gig­keit von US-Soft­ware sei „seit Trump“ eine Gefahr, als hät­te Edward Snow­den nie etwas Bedeut­sa­mes getan, kommt der üble Axel Voss, der 2018 höchst­per­sön­lich das deut­sche Inter­net zer­stört hat, dahin­ge­hend zu Wort, dass er sich um die „tech­ni­sche Sou­ve­rä­ni­tät“ der EU-Staa­ten sorgt. Falls noch jemand zeit­ge­nös­si­sche Sati­re ver­misst hat: da ist sie.

Hier, zwei Enten.*

Gera­de ist die Oster­zeit vor­bei und der krie­ge­ri­sche (Archiv­ver­si­on) Kir­chen­tag, so evan­ge­lisch wie sonst nur Kat­rin Göring-Eckardt, in aus­ge­rech­net Han­no­ver (ande­rer­seits: „oh Gott!“ passt da ganz gut) auch, die Schwin­gun­gen aber schwin­gen noch. Das lässt sogar die Ersatz­re­li­gi­on Fuß­ball nicht kalt: Drei der­je­ni­gen Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, die sich mit­ein­an­der wenig­stens auf einen Gott eini­gen kön­nen (war­um eigent­lich nur die­se drei?), tra­fen sich zwecks Absin­gens irgend­wel­cher Ver­eins­hym­nen pas­sen­der­wei­se in einer Kir­che, bevor sel­bi­ger Ver­ein ein paar Stun­den spä­ter auf die Glocke bekam. Ich ver­mu­te, der Gott der drei Will­kür­li­chen hat­te schlicht kei­nen Bock. Ab über­mor­gen wird ein neu­er Papst gewählt, das ken­ne ich aus mei­ner Schul­zeit. Ich den­ke mir das ja auch nicht aus.

End­lich tot ohne Chan­ce zur Auf­er­ste­hung ist wohl schon dem­nächst der Zom­bie Fire­fox. Quick­le­ben­dig ist, bleibt und macht hin­ge­gen: Musik.

MONTECENERI – Heim­weh – (Offi­ci­al Music Video)

(* Nur die Lie­be und das Wet­ter hören nim­mer, nim­mer auf.)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten⁠Nerdkrams
Service für den Portnummernüberwachungsstaat

Beknack­te For­de­rung des Tages, schon weil ich auch Tausch­bör­sen auf einem Web­port betrei­ben könn­te:

Anbie­ter öffent­lich zugäng­li­cher Inter­net­zu­gangs­dien­ste für End­nut­zer sol­len künf­tig IP-Adres­sen und Port­num­mern drei Mona­te lang spei­chern müs­sen.

Mei­ne hier ist 443. Das ändert sich auch in den näch­sten Jah­ren nicht ohne Wei­te­res. Bit­te – ich hel­fe gern.

(Was machen die, die so was for­dern, eigent­lich beruf­lich?)

Montagsmusik⁠Netzfundstücke
Level Pi – Nachtfahrt // 1234

Der Denker

Es ist Mon­tag. Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de habe ich kurz nach der Staats­rai­son gese­hen und es hat mir nicht gefal­len.

Wie geht es eigent­lich der Arbei­ter­klas­se? Wenn ich die zeit­ge­nös­si­sche Bericht­erstat­tung rich­tig ver­ste­he, so gedeiht sie präch­tig, doch ihre Auf­ga­be ist redu­ziert auf Knöpf­chen­drücken. So hat Marx sich das nicht vor­ge­stellt. – Ande­rer­seits ist Knöpf­chen­drücken schwe­rer als man mei­nen soll­te: „1234“ ist auch für Ampeln kein siche­res Pass­wort. Zumal ja „Sicher­heits­soft­ware“ oft die fal­schen Pro­ble­me löst, denn einen Angrei­fer, der schon im System ist, braucht man nicht mehr zu bekämp­fen. Sicher­heit fin­det vor­her statt.

(Sicher­heit in der EDV, ande­rer­seits: „Nur ich“ kann mei­ne Num­mer sehen; ich und das System, das mei­ne Num­mer kennt.)

Rand­be­mer­kung: 1998 schrieb Dani­el Chand­ler mal auf, dass „per­sön­li­che Home­pages“ dem Zweck dien­ten, dass man sich selbst dar­stel­le. Das war über ein Jahr­zehnt, bevor alle sich selbst im Inter­net dar­stel­len woll­ten. Und ich Idi­ot ver­schwen­de das aus­ge­rech­net mit Links zu irgend­ei­ner Com­pu­ter­schei­ße. Auch mal schön.

Und natür­lich mit: Musik.

Level Pi – Nacht­fahrt

Guten Mor­gen.