3. Die Schulleitung des Angell-Gymnasiums in Freiburg.
(Teil 1)
„katholisch.de“, das „Nachrichtenportal der katholischen Kirche in Deutschland“ („katholisch.de“ über „katholisch.de“), warnt:
Der Weltverband der Exorzisten hat vor Halloween gewarnt und es als konsumorientiertes und irrationales Fest bezeichnet. (…) In Wirklichkeit handele es sich um die Wiederbelebung eines heidnischen religiösen Festes, bei dem magische Rituale mit Tier- und sogar Menschenopfern durchgeführt worden seien. (…) Unter Exorzismus wird die rituelle Vertreibung böser Mächte und Geister aus Personen, Lebewesen oder Gegenständen verstanden. Solche Praktiken gibt es in vielen Kulturen und sollen der ganzheitlichen Reinigung und Heilung dienen.
Vergessene Kulturtechnik: Es noch selber merken.
Gute Nachrichten: Die Slowakei hat eine Lösung für die Autounfälle mit „touchierten“ Fußgängern gefunden. Eigentlich wollte ich mich an dieser Stelle noch etwas ausgiebiger darüber amüsieren, aber dann geriet ich auf Twitter in eine Diskussion, in der jemand behauptete, diese Meldung sei eine Ente. Auf die Frage, wie er darauf komme, entgegnete er:
Muss mich korrigieren. Hatte zunächst über ChatGPT nach einer Quellenangabe gesucht und dabei keine gefunden – was aber dran lag, dass ich versehentlich in Tschechien statt Slowenien gesucht habe.
Ist ja nicht so, dass nicht beides falsch wäre.
Ich möchte nicht immer wie der alte Kulturpessimist wirken, der ich blöderweise bin, und schreibe daher jetzt nichts über von mir frei erfundene Zusammenhänge zwischen der Nutzung von ChatGPT und dem Rückgang der Lese- und Schreibkompetenz der Menschen, daher schreibe ich stattdessen: Mich beruhigt, dass im Jahr 2025 die Menschen Google nicht mehr für eine für das Auffinden von Inhalten im Web geeignete Suchmaschine halten. Mich beunruhigt, dass sie stattdessen ChatGPT…
Ach, was red’ ich? Natürlich gefällt mir das sehr gut. Zwar stellte ich schon vor einigen Jahren fest, dass die Hersteller von Tablets ein Zweiklasseninternet erschaffen haben, indem es eigens Geräte gibt, auf denen man nicht vernünftig arbeiten, sondern nur glotzen kann, womit die Schar der Internetnutzer gespalten ist in die Kreativen (die mit einer richtigen Tastatur) und die Übrigen (die mit Wischbildschirmen), aber selbst die wenigen, die sich noch für beides hielten, werden jetzt gespalten in die, die Gebrauch von ihrer Schulbildung machen, und die, die ChatGPT nutzen.
Dieser ganze Firlefanz macht Profis (Programmierer, Künstler und anscheinend Leute, die mit einer Suchmaschine umgehen können) wohl nicht arbeitslos, vielmehr wird er dafür sorgen, dass menschliche Leistung immer seltener und damit immer wertvoller wird. Gut für den Gehaltsspiegel, behaupte ich.
ChatGPT. Wie kann man… (murmelnd ab)
Neues aus der Wissenschaft: Das ZDF beendet bis auf Weiteres (Archivversion) die Zusammenarbeit mit einem Verstorbenen.
Es ist Montag. Emojivorschlag: Gurke. Hierzu keine weiteren Fragen.
Mehr Neues aus der EDV: Wer nicht für das Produkt bezahlt, der ist selbst das Produkt, aber sonst eher nicht, so weit die Binse. Geht es nach Apple, hat sich das bald erledigt: Man plant dort Reklame in der Karten-app, entnehme ich dem Internet. (Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? Genau: In Matratzen!) Ich werde manchmal gefragt, wieso ich als Nutzer eines iPhones nicht viel von den mitgelieferten Programmen halte und zum Beispiel ausgerechnet OpenStreetMap verwende. Mich freut, dass ich auch für die Antwort auf diese Frage künftig nur noch einen Link verteilen muss.
(Nabelschau: Ich habe am jüngst vergangenen Wochenende aufgrund technischer Notwendigkeiten ein weniger schlimmes Linux auf einem neuen Server installiert. Bin ich damit jetzt eigentlich wieder in irgendeinem Trend?)
Schöne Idee: „Bitte nicht mit dem Busfahrer sprechen“-Schild zum Friseur mitnehmen. Nachteil: Da müsste man Busfahrer sein. Das Kommunikationsbedürfnis der Menschen ist aber in der Tat wieder gestiegen, möchte mir scheinen. Es gibt auch in meinem Umfeld wieder zusehends mehr Menschen, die panische Angst davor zu haben scheinen, mal fünf Minuten lang den Sabbel halten zu müssen. Besonders ärgerlich ist es, wenn man diesen Menschen seine Telefonnummer gibt. Ich las neulich irgendwo, wenn es wichtig sei, dann werde es bestimmt später noch mal versucht, und wenn es dann noch mal versucht werde, ein drittes Mal gar, und dann geht man ran und am anderen Ende ist weder jemand mit einem zeitkritischen Notfall, dessen umgehende Erledigung allein das Schicksal von mindestens drei Planeten zum Positiven ändern kann, noch Natalie Portman, die mich endlich heiraten will (das habe ich jetzt zum Gelesenen dazuerfunden, aber es ist in der Tat eine Ausnahme, die sogar ich machen würde), dann gebe es mindestens ein paar geharnischte Worte dem Anrufer mitzuteilen, wenn nicht Schlimmeres. Ich stimme zu und empfehle weiter.
Die auf immer wieder andere Weise erheiternde Bundes-CDU möchte einem schlechten Stadtbild, aller Statistik zur Zweckfreiheit zum Trotze, mehr Videokameras entgegensetzen. Als wären die kein Problem fürs Stadtbild!
Ist tatsächlich kein Problem fürs Stadtbild: Musik.
Guten Morgen.
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Es gibt Lieder, die hört man und denkt: Hä? Und dann denkt man: Das ist so furchtbar, das muss ich anderen Leuten auch zur Kenntnis geben; so auch dieses. Aber darum soll es heute nicht gehen. Gehen soll es um Musikalben, die hört man und denkt: Das ist so großartig, das muss ich anderen Leuten auch zur Kenntnis geben; so auch dieses. Es handelt sich um „Nalepa“ des in Berlin beheimateten kanadischen Duos Nadja (TIDAL, Bandcamp.com, LP mit CD) und es gefällt mir sehr.
Verstärkt werden die beiden Musiker hier ausnahmsweise von einer richtigen Schlagzeugerin, die an die Stelle des wohl vorher rein elektronisch erzeugten Schlagzeugs gerückt ist und auf dem im gleichen Jahr, also 2022, erschienenen Nachfolger „Labyrinthine“, das tatsächlich mein Einstieg in die Musik von Nadja war, auch schon wieder nicht mehr dabei ist. Ihre Leistung, um das vorwegzunehmen, vermag mich als einen Freund der krautigen Motorik zum mentalen Applaus zu verleiten. Dass hier und da, wenn auch nur kurz, auch die Rhythmik der frühen Velvet-Underground-Scheiben aufblitzt, mindert meinen inneren Jubel im Übrigen keinesfalls. Drumherum strickt das Kernduo – man hört es wie auch auf den besseren Alben von Boris kaum, aber die Besetzung auf dieser Version von „Nalepa“ ist wohl tatsächlich die klassische Rockbesetzung aus Gitarre, Schlagzeug und Bass – eine dichte Decke aus allerlei Shoegaze‑, Noise‑, Drone- und gelegentlichen Ambientklängen. Das Internet schwätzt was von „Dream Doom“, aber solche Träume habe ja nicht mal ich.
Schade eigentlich.
Irgendwo begegnete mir der Gedanke, es gebe David-Lynch- oder wenigstens David-Firth-Musik, und so muss man „Nalepa“ wohl auch betrachten. Verlassene Fabrikhallen neben einer Rennstrecke, indische Raumschiffe (beides allein in „Funkspiel V“), ein Hufschmied bei der Arbeit und dazwischen der Hörer, hier also: ich. Warum auch nicht?
Die sechs Stücke heißen „Funkspiel I“ bis „Funkspiel VI“, was vermutlich etwas mit dem Aufnahmeraum im Berliner Funkhaus zu tun hat, und sind (wenn auch nicht viel) unter einer Stunde lang. Das macht nichts, Nadja machen sich mit neuen Veröffentlichungen ja auch nicht eben rar. Das nächste Album, „cut“, wird bereits übermorgen veröffentlicht worden sein, aber das habe ich auch noch nicht gehört.
Erst mal also „Nalepa“. Das beschäftigt so einen Verstand ja auch eine Weile.
Man kann über die von der CDU sowie Vertretern abrahamitischer Religionen unterstützte lustige Idee, das, was in der Landesverfassung von Schleswig-Holstein noch dringend gefehlt habe, sei ein Gottesbezug (Archivversion), in völliger Opposition natürlich bloß – wenig konstruktiv – atheistisch-säkulare Witze machen, immerhin sind ja selbst in Schleswig-Holstein mittlerweile Hexen- und Judenverfolgung eher verpönt und angeblich darf man sogar die Bibel vielerorts in Zweifel ziehen, aber mich würde ohne allzu viel Ironie doch hinreichend interessieren, wie eine „Formulierung, die niemanden ausgrenzt und so gestaltet ist, dass Menschen in aller Unterschiedlichkeit in sie einstimmen können“ (ebd.), unter Berücksichtigung sowohl poly- als auch atheistischer Überzeugungen wohl aussehen soll, dass ich (zugegeben: ich wohne momentan nicht in Schleswig-Holstein) mich für die im Ergebnis dann wohl doch unabsichtlich brüllend komische Umsetzung – Vorschlag meinerseits auf Grundlage der derzeitigen Präambel: „Der Landtag hat (…) im Bewusstsein der eigenen Geschichte und seiner Verantwortung vor keinem Gott, dem einen Gott oder allen Göttinnen und Göttern (Unzutreffendes bitte streichen) (…) diese Verfassung beschlossen“ – grundsätzlich doch erwärmen könnte.
Es hat ja alles auch immer seine witzige Seite; diese Meldung etwa …
Zahlreiche Plattformen haben am Montagvormittag mit Ausfällen zu kämpfen. Zu diesen Diensten gehören der Messenger Signal, der Social-Media-Dienst Snapchat und das mobile Spiel Clash of Clans. (…) Vermutlich ist ein Problem beim Server-Anbieter Amazon Web Services (AWS) für die Ausfälle verantwortlich.
… hat diese witzige Seite:
Hallo ich bin @herrbett und ich kann meine smarte Heizung nicht aus dem Urlaubsmodus holen, weil aws-us-east‑1 kaputt ist. 😭
Zwar wird sich jetzt in denjenigen sozialen Medien, die noch funktionieren, darüber ausgetauscht, dass das mit Matrix oder anderen Alternativen nicht passiert wäre, was nur so lange richtig ist, wie kein Teil der jeweiligen Serverinfrastruktur in der „Cloud“ liegt (und ab einer gewissen Größe wird das zusehends unwahrscheinlicher), aber aus den Ausfällen langfristige persönliche Konsequenzen zu ziehen wird absehbar doch dem vermeintlichen Komfort geopfert werden. Das lief bisher so, das wird sich wohl kaum bessern.
Lieber frieren als selbst am Knopf drehen zu müssen. Diejenigen, deren maßgebliches Einkommen darin besteht, den Menschen möglichst viel digitale Souveränität zu nehmen, indem sie ihnen eine „Cloud“ aufschwatzen, dürften feixen. Der Jahresbonus ist gesichert.
Es ist Montag. Eine freischwingend gelagerte Masse habe einen Friedenspreis gewonnen, las ich anderswo. Für dieses feine Sezieren von Wortunsinn verlinke ich auch mal in fremde Kommentarecken. In meinem Stadtbild habe ich übrigens selbiges außerordentlich störende Reklametafeln gesehen. Hilfe, Herr Bundeskanzler!
Womit ich auch schon mittendrin wäre in den Nachrichten. Der Deutschlandfunk (Archivversion) informiert, in Brandenburg sei die AfD zweimal nicht Bürgermeisterpartei geworden. Für die Aussage, welche Partei stattdessen jeweils gewonnen hat, muss man mehr lesen als die Überschrift. Ist ja auch nicht so wichtig. Das journalistische Textformat „Was heute nicht passiert ist“ war mir aber immerhin neu und damit irgendwie interessant, aber könnte man es bitte wieder einstellen? Vielen Dank.
In den Vereinigten Staaten, ausweislich sozialer Medien neuerdings auch auf Deutsche (na gut, zumindest Berliner) abfärbend, wird unter dem Motto „Keine Könige“ – „No Kings“ – für mehr Demokratie gegen herrschende Oligarchen demonstriert. Keineswegs damit verbunden ist jedoch die überfällige Diskussion über die etwaige Notwendigkeit oder wenigstens Vorteile der direkten Demokratie (monarchistische Grundstruktur optional), deren fan ich zusehends energischer werde, je länger ich mir angucken muss, was sonst so passiert. Auf keinen Fall aber möchte ich hierfür die Regierung stürzen. Ich halte momentan mehr von sanfter Überzeugung als von radikaler Umwälzung. Eine solche spülte immer nur so unhöfliche Gestalten nach vorn. – Zum gleichen Thema: Gunnar Hinck, beruflich laut Autorenhinweistäfelchen Meinunghaber bei der „taz“, blödelt für ebenjene, Monarchien „abzuschaffen“ (eine wenigstens sprechende Wortwahl) habe nur Nachteile für „alle Seiten“: die „Bevölkerungen“ etwa „könnten ihre Spitze endlich wählen und abwählen“. Ganz schön EU-kommissions- und bundespräsidentenkritisch. Die da oben halten vielleicht Akten geheim und vielleicht auch nicht, mutmaßt die staatsfeindlicher Umtriebe bisher weitgehend unverdächtige Website „Abgeordnetenwatch“. An Informationen gerät man dennoch, man frage einfach einen Satelliten. Die globalisierte Digitalisierung läuft genau so hervorragend wie erwartet.
Und da wir sozusagen gerade beim Thema EDV sind: Da sich Bluesky für niemanden überraschend mittlerweile auch international als „da sollte man nicht sein“ herausgestellt hat, aber einige Menschen trotzdem irgendwo sein „müssen“, lese ich auf Mastodon wieder immer öfter die Idee, man solle doch dort wieder aktiver werden. Für den Fall, dass es auch dort bald zur Implosion kommt (obwohl das wirklich spät wäre), ist mir letzte Woche mit Org Social eine nerdig-nischige Alternative untergekommen: Jeder Account ist eine Textdatei auf einem selbstgewählten Server, der Standardclient (wobei es natürlich auch Alternativen gibt) ist GNU Emacs. Ich behalte das mal im Auge.
Behalte ich stattdessen im Ohr: Musik.
(Da! Er hört schon wieder Jazz statt kaputtem Metalcore! Jetzt ist er endgültig komisch geworden!)
Guten Morgen.
Ein „Sprech“ sei es also, was aus dem CDU-Vorsitzenden unter zustimmendem Nicken eines Herrn von der SPD herauspurzelte, nämlich ein „Nazisprech“, tönt es aus und in den sozialen Medien. Nun hatte Dieter Hildebrandt zu dem oft in gleichem Kontext ausgespienen Wort „Hetze“ schon alles Nötige gesagt: dass man nämlich, wenn man aus der „Hetzerei“ oder auch dem „Hetzen“ eine „Hetze“ mit Auslaut-e-Schwa macht, dabei ziemlich blöd aussieht; dass aber aus der Sprache ein „Sprech“ werde und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis aus dem Gedanken ein „Denk“ geworden sein wird, wobei man zwar nicht blöd aussieht, aber sich blöd anhört, hatte auch er wohl nicht geahnt.
Der Glückliche, erleben muss er’s ja nicht mehr.
Wenn sich die Politik, zu deren ärgerlichsten Eigenschaften es gehört, dass das, was sie beschließt, großteils die betrifft, die sie nicht gestalten dürfen, nun also auf ein Losverfahren (Archivversion), das ich nur unter Protest nicht mit einer englischen Silbe anlauten lasse, für die Bestimmung derer, deren Leben ihr weniger wert sein soll als andere, geeinigt hat: wäre es da nicht passenderweise mit russischem Roulette getan?
Es ist Montag. Tausende Deutsche, las ich, haben bereits den Kriegsdienst verweigert. Frage dazu: hat das Venndiagramm derer, die es noch nicht getan haben, derer, die wegen Alter und/oder Geschlecht sowieso fein raus sind (ein Hoch auf die Gleichstellung, aber wo bleibt sie?), und derer mit leiser Hoffnung darauf, dass Stalingrad gerächt werden könne, wirklich drei Kreise?
Neulich erfuhr ich, dass Menschen, die statt an der Front für ihr angebliches Vaterland etwas weniger ehrlos im Hospiz zu sterben gedenken, „Gäste“ heißen. Was schreibt man da eigentlich in die Bewertung? „5/5 Sterne, hier stirbt man gerne“? – Bewertung in einem anderen Sinne: Bitcoin, das „Geld der Zukunft“, „sicher“ vor „den Märkten“, ist pünktlich zum Wochenende mal wieder abgestürzt. Jump you fuckers.
Apropos „fuckers“: Natürlich in Berlin haben schwule Lehrer im Umgang mit manchen muslimischen Schülern ein Problem, ihre Autorität durchzusetzen (die Diskussion über die Notwendigkeit einer Autorität mal beiseitegelassen), erfahre ich beim Humanistischen Pressedienst. Man kann nach Begutachtung der dort geschilderten Situation dem fanatischen Ableger des Islams zumindest attestieren (wenn auch keineswegs zugutehalten, was schon der versprühte Eifer mitsamt der aus ihm folgenden Gewalt nachdrücklich verbieten sollte), dass er das Betragen der christlichen Missionare, die in weiten Teilen der Welt, Kontinentaleuropa eingeschlossen, zulasten der Nichtchristen gewütet haben wie sonst nur wenig vor und nach ihnen, sozialpsychologisch wertvoll spiegelt; die Implikation, dass das, was in Zukunft zu erwarten sein solle, noch mehr Religion sein soll, halte ich aber für kaum wünschenswert. Religion und Glaube, zwei zwar weitgehend disjunkte Dinge, die jedoch zu meiner ungeminderten Verblüffung nur von wenigen, die sich als mit wenigstens einem davon ausgestattet begreifen, als solche verstanden werden, sind kaum brauchbare Triebfedern eines funktionierenden Sozialgefüges, sobald sie sich über andere zu erheben beabsichtigen. Eine Weltanschauung, die dieser Form von Reklame bedarf, ist eine Weltanschauung, die gescheitert ist.
Immer noch zum gleichen Thema, also Fuckers: Vor fast einem Jahr schrieb ich, der Staat bestrafe die Staatsbürgerschaft mit regelmäßiger Zahlungsaufforderung über 37 Euro. Mich freut, dass meiner Kritik jetzt endlich Taten folgen: Der Personalausweis, den man bezahlen muss, weil man einen solchen (oder wenigstens einen Reisepass, der freilich noch mehr kostet) haben muss, soll künftig teurer werden (Archivversion). Nachweisbar deutsch zu sein muss man sich ja auch erst mal leisten können.
Es gibt, wie ich letzte Woche herausfand, mit JustDeleteMe wenigstens einen Webdienst, der tatsächlich die Eigenschaft „Dienst“ erfüllt, indem er eine Liste diverser Websites und sonstiger „Angebote“ vorhält, bei denen man mithilfe ebendieses Dienstes sein etwaiges Nutzerkonto entfernen kann. Ich finde wenigstens dieses Angebot gut und empfehle es weiter.
Alles Nötige zu „künstlicher Intelligenz“ in der „Kunst“ hat derweil Matthew Inman zusammengefasst. Ehrliche Kunst hingegen: Musik.
Guten Morgen.
Ich hatte eine lustige Idee, mit der man bestimmt viele Menschen ärgern kann: Man stelle sich vor, es gebe eine möglichst frustrierende Möglichkeit, Dateien zu löschen, die aber auch irgendwie Spaß macht. Zum Beispiel, indem jede Datei ein Block eines Breakoutspiels ist. Diese Idee hatte ich mal auf dem Klo oder so und sie musste raus.

Das wäre dann so weit erledigt.
Das Ärgerlichste an der Überschrift „Verhandlungen zu ‚Chatkontrolle‘ vorerst gescheitert“ (ORF) ist das Vorerst.
Ich habe dieser Tage im Supermarkt mehrere Sorten „Scheuermilch“ gesehen. Ist das auch so ein Ersatzprodukt?
„Kaffeemaschinen brauchen anders als Handfilter regelmäßige Zugabe von Entkalker, sonst funktionieren sie nicht mehr“ bemängelte er, der anders als Handfilter regelmäßige Zugabe von Koffein brauchte, sonst funktionierte er nicht mehr.
(Will man das, so als Mensch: funktionieren?)
Heute las ich aus irgendeinem Grund eine Hitlerrede von 1941, in der es um (also: gegen) Russland ging. Kurz dachte ich, ich sei bei der Tagesschau gelandet.
Das neue Album von Augn tut mir im Kopf weh. Das ist aber vermutlich genau diejenige Bewertung, die den Musikern vorschwebt. Ich respektiere das.