Im Streit um Glaubensfragen soll der Hauptangeklagte, ein türkischer Konvertit, versucht haben, das Opfer zu erschießen. (…) Der Prozessbeginn wurde von einem „Halleluja“ singenden Damentrio, einem Schweizer Priester, der den Missbrauch des Glaubens durch die Angeklagten sieht, und einer Rangelei des Bruders des Hauptangeklagten begleitet.
hpd
Endlich: Politiker hören uns wieder zu!
Und zwar, ob wir wollen oder nicht:
Sprachassistenten wie Alexa oder Google Home, aber auch Fernseher und Kühlschränke, die mit dem Internet verbunden sind, sammeln permanent Daten, die nach Auffassung der Innenminister für Sicherheitsbehörden wertvoll sein könnten[.]
Warum genau stellen sich immer noch Menschen einen Spitzel ins Wohnzimmer – weil er auch den Lichtschalter bedient?
Höhlenmalerei kostet künftig vier Mammuts.
Die Haushalte in Deutschland gaben zuletzt immer weniger Geld für Porto aus – vor allem, weil sie immer weniger Briefe schreiben.
Lösung Quatsch:
Während in den vergangenen Jahren Portoerhöhungen fast ausschließlich den Standardbrief getroffen hatten, setzt die Post diesmal die Preise für alle Briefgrößen hoch.
Inflation hat bisher noch jedes wirtschaftliche Problem nachhaltig gelöst.
Lost in Kiev – Lifelooper®
Es ist Montag. In Hannover wurde ein Haus besetzt, augenscheinlich von Masochisten. Wer sonst möchte denn in einer Stadt wohnen, die aussieht wie Hannover und noch nicht mal über ein Pandagehege verfügt? Niemand, der in der EU wohnt!
EU ist, wenn das Ergebnis eines Volksentscheides, dass man künftig weniger Aufwand treiben soll, wegen Diskussionsbedarfs auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Da freut man sich doch über jede Demokratiereform. Weniger Freude gibt es im Parlament zu vermelden: Die SPD tauscht demnächst schon wieder ihre Vorsitzende aus. Ich habe allmählich den Verdacht, dass die Unbeliebtheit der Partei vielleicht gar nichts damit zu tun hat, wer ihren armenfeindlichen, aber kriegsfreundlichen Opportunismus derzeit personell repräsentiert. Olaf Scholz schließt eine weitere große Koalition aus, als würde die SPD für eine solche überhaupt noch gefragt werden.
Die SPD-geführte Stadt Kiel hat inzwischen in einem Anflug von Fatalismus den Klimanotstand ausgerufen, das Klima war nicht beeindruckt. Warum noch irgendjemand eine Partei wählt, deren Jugendorganisation den Sozialismus hochhält, erklärt ein Blick nach Venezuela: Sozialismus befriedet, denn Munition ist teuer. – Apropos Munition: Das skrupellose Unternehmen Google würde gern künftig noch mehr Geld damit verdienen, die Nutzung des Webs mit Reklame zu vergällen, und macht daher Entwicklern von Reklameblockaden das Leben schwer. Jemand sollte wirklich mal einen zweiten Browser programmieren.
Überrascht stellt das Internet fest, dass es auf Facebook keine Privatsphäre zu erwarten gibt. Was es hier und heute stattdessen zu erwarten gibt, ist Musik.
Guten Morgen.
Populismus einfach wegbezahlen
Endlich ist der Populismus so gut wie besiegt:
Mit einer Erhöhung des Rundfunkbeitrages könne man dem Populismus den Boden entziehen, meint der Vorsitzende des Rundfunkrats.
Wenig beugt einseitiger Berichterstattung besser vor als ein starker Volksempfänger.
Deutschland, deine Allegorien! (14)

Si vis pacem, para bellum. (5)
Es begrüßen die Vereinigten Staaten den anstehenden brexit:
Der Brexit biete Großbritannien die Chance, ein „starkes und unabhängiges Land“ zu werden, sagte der Trump-Berater.
Denn wofür eignet sich ein „starkes und unabhängiges Land“ besser als ein EU-Staat? Richtig:
Bolton fügte hinzu: „Ich denke, es wird uns besonders in der Nato helfen, effektiver zu sein, und das ist ein Plus.“
Das müssen dieser Friede und diese Demokratie sein, die „unsere“ westlichen Werte ausmachen. Was die Motivation zum Meucheln („Aufklärungsarbeit“) in anderen Staaten betrifft, so bleibt jedoch das deutsche Wesen das, an dem die Welt genesen möge. Wenige Staaten beherrschen die Gewinnung neuer Berufskrieger besser als das postschrödersche Deutschland:
Im März kündigte Volkswagen an, weitere 7000 Stellen abzubauen, im Wesentlichen in Wolfsburg. Ford zog nach und kündigte den Abbau von 5000 Stellen in Deutschland in Köln, Saarlouis und Aachen an. Offenbar sahen die PR-Strategen der Bundeswehr die Chance, den Menschen, die von Entlassung bedroht sind, die Alternative eines Jobs bei der Bundeswehr vorzugaukeln[.] In Wolfsburg: „Jetzt Job fürs Volk wagen! Mach, was wirklich zählt.“
Der ganze Krieg, schrieb Carl von Clausewitz, setze menschliche Schwäche voraus. Der verbissenste Kämpfer ist derjenige, der nichts mehr hat, was ihn am Leben festhalten lässt. Die Militaristen in politisch konservativen Kreisen haben der SPD vieles zu verdanken.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.
Liegengebliebenes vom 30. Mai 2019
Die überschätzte Popgruppe The Beatles wandte sich bekanntlich im letzten Drittel ihrer gemeinsamen Karriere – die Quarrymen großzügig eingerechnet – der weniger schlechten Rockmusik zu. Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe, einige von ihnen sind belegbar. Van Badham, natürlich Feministin, fauchte in den „Guardian“ einen weiteren hinein: Die Männer haben den Frauen Computer, Bier und die Beatles weggenommen.
Litauen ist eine funktionierende Demokratie. Deutschland nicht.
Hihi: „Eigentlich kann man zu diesem Thema aktuelle (sic) gar keine Blogpostings schreiben. Denn während man schreibt und dann online stellt, blamiert sich gleich der nächste CDU’ler.“
Bei Lucas Schoppe sind die Bildunterschriften fast noch lesenswerter als die Texte, aber dieser Text ist auch gut:
Andrea Nahles verspricht der Bewegung, mehr Tempo zu machen – als wüsste sie schon ganz genau, in welche Richtung sie denn losrennen will[.]
Tottwittern gegen den Jugendwahn
Während CDU-Altersdurchschnittsheber darüber mutmaßen, ob es der CDU nicht besser ginge, senkte man das Durchschnittsalter ihrer Mitglieder, trifft sich der Rest der Gerontokratie zu witzigen Konferenzen:
Themen der informellen Diskussionen seien unter anderem die Zukunft des Kapitalismus und Social Media als Waffe.
In den Händen der Falschen ist offenbar alles eine Waffe. Der erfolgreiche Banküberfall scheint zum Greifen nahe: Hände hoch oder ich schreibe einen Tweet! Dass aber die Annahme, niedriges Alter sorge für mehr Weitsicht, unwidersprochen ist, verwundert mich. Der junge Leut Luca Leitterstorf (früher Junge Union, heute AfD) besticht ebensowenig durch eine klassisch progressive Weltsicht wie Sebastian Kurz, während die Wegbereiter der liberalen, vernetzten Gesellschaft und damit die natürlichen politischen Gegner der CDU ihr 40. Lebensjahr längst weit hinter sich gelassen haben.
Ist dümmliche Politik denn eine bessere, wenn sie von Menschen gemacht wird, die ihre Zukunft noch selbst verderben können?
Standardpäderasten
Endlich tut mal einer was:
Ein neues Institut der katholischen Kirche in Deutschland soll einheitliche Standards bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs entwickeln. (…) „Als Kirche müssen wir unbedingt verlorenes Vertrauen nach den Missbrauchsfällen wiedergewinnen“, erklärte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki: „Dafür ist die Einführung von einheitlichen, hohen Standards im Bereich Prävention (…) in allen deutschen Bistümern wichtig.“
Der bisherige einheitliche Standard – der Penis ist nicht ungebeten in andere Menschen zu stecken – bedurfte offensichtlich dringend einer gründlichen Überarbeitung. Ihn einhalten zu wollen war ein sinnloses Unterfangen. Da ist es doch eine erfreuliche Nachricht, dass es endlich Gegenstandards geben soll. Man kann nie genug Standards haben.
CDU selbstkritisch: Man muss den Käse nur besser verkaufen.
Das überschaubar gute Ergebnis ihrer Partei bei der frisch zurückgelegten EU-Wahl analysiert Annegret Kramp-Karrenbauer mit gewohnter Schärfe: Man sei nicht etwa daran gescheitert, dass die Politik der Partei Aufklärung und digitalem Fortschritt aktiv widersprechender Schwachsinn aus den Fuffz’gern sei, sondern es seien Videos, Debatten und Kommunikation das Problem:
Ihre Partei habe es nicht geschafft, ihre Kernthemen in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu stellen. (…) Die „Serie der Unentschlossenheit“ im Umgang mit dem Klimaprotest von Schülern Fridays for Future und das CDU-kritische Video von YouTubern hätten zu einer Abkehr unter 30-jähriger Wählerinnen und Wähler geführt, ebenso wie die Debatte über Uploadfilter für das Internet.
Die blöden Wähler wissen einfach nicht, was gut für sie ist.
Boris – Huge // 90 Prozent gegen das Internet
Es ist Montag. Deutlich über 90 Prozent der deutschen Wähler haben sich, jedem atemlosen Gefuchtel in irgendwelchen Filmchen von Lügnern zum Trotz, gestern für ein weniger freies Internet ausgesprochen. Mit einem Höchstwahlalter wäre das nicht passiert. Mich überrascht, dass der Zustand der Breitbandversorgung angesichts dieser politischen Lage noch jemanden überrascht. Wolfgang Schäuble von der CDU, die sich mit lästigen Gegenmeinungen gar nicht unbedingt beschäftigen will, beklagte sich am vergangenen Freitag darüber, dass in diesem Internet sowieso jeder nur auf die Seinen höre statt auf ihn. Ich finde ja, jeder sollte nur noch auf Pandabären hören, oder hat schon mal jemand etwas von einer schlechten Entscheidung eines Pandabären gehört?
Vor einigen Jahren befand einer der Gründer von WhatsApp, Werbung beleidige die Intelligenz derer, denen sie angezeigt wird. Man entscheide selbst, was das über die Pläne von WhatsApp aussagt, demnächst Werbung anzuzeigen. – Neues inzwischen von den westlichen Werten: Die schwedische Regierung würde gern nordische Schrift verbieten, wegen Hitler. Ich finde, das geht noch nicht weit genug: Schweden sollte alle blauäugigen Blondinen zur Einfärbung verpflichten, um weiteren Rechtsrücken vorzubeugen. Wehret usw.! Immerhin gibt Deutschland endlich genug Geld für Krieg aus.
Wofür man keineswegs genug Geld ausgeben kann, ist Musik. Dem Anlass angemessen darf sie gern brüllen.
Guten Morgen.
„Sicherer als Windows“ des Tages (15)
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön euren Kernel!
Kapitalismussatire mit der „FAZ“
Die maximale Sättigung an Kapitalismus im Journalismus scheint erreicht zu sein:
- Die „FAZ“ – hier bewusst nicht direkt verlinkt (LSR) – veröffentlichte einen Artikel darüber, dass die finanziellen Interessen von zurzeit viel gelobten YouTube-Protagonisten deren Absichten „problematisch“ erscheinen ließen.
- Sie platzierte diesen Artikel hinter einer Bezahlschranke, was ihre Absichten wiederum für mich problematisch erscheinen lässt, aber „Journalismus“ kostet nun mal „Geld“.
- Für diejenigen, die Geld dafür ausgeben, diese Bezahlschranke nicht sehen zu müssen, wurde ein Werbeblockerblocker scharf geschaltet, denn Werbung sei nun mal eine wichtige Quelle für Geld und „Journalismus“ koste nun mal selbiges.
Das muss diese Leistung sein, die man mit Uploadfiltern und Zitatverbot rechtlich zu schützen gedenkt.
Kurz gefragt zur YouTube-Situation vor der Europawahl
Was sagt es eigentlich über den Zustand der Netzpolitik in Deutschland aus, dass sich unter den wachsamen Augen internationaler Presse rechtzeitig zur ersten Europawahl nach der verheerenden Durchwinkung von Uploadfiltern die wohl bekanntesten YouTube-„Influencer“ des Landes – bekannt geworden zwar nicht durch solide Kenntnisse in Physik oder Politik, jedoch unter anderem durch Schminken (Dagi Bee), Brustbesitz (Katja Krasavice) und Verschwörungstheorien (Simon Unge) – in einem Video zusammenfinden, um ihren Einfluss erstmals dazu zu nutzen, die netzfeindlichen Parteien CDU, CSU und SPD aufgrund ihrer von ihnen als falsch empfundenen Klimapolitik nicht zu wählen, und warum fühle ich mich angesichts der Wahl plötzlich bedeutend unwohler als noch gestern?








