Archiv für die Kategorie ‘und so’.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

ComputerIn den NachrichtenPolitik
Liegengebliebenes vom 17. Mai 2016

Soll ja keiner sagen, die da oben – die Schwatten und der Sichma – tragen zum Aufbau des Sozialstaats nichts bei. Im Gegenteil, sie tun sogar was gegen Arbeitslosigkeit: Hartz-IV-Bezieher mit geringen Jobaussichten sollen länger in Ein-Euro-Jobs arbeiten und leichter in Frührente geschickt werden können. Das haben sie dann davon, sollen sie doch arbeiten, wenn ihnen das nicht passt.


„Linux ist sicher“ des Tages: The real „hard truth“ about Linux kernel security is that there’s no such thing as a free lunch.


Internettoaster? Ein batteriebetriebenes Skateboard? Alter Hut! Wisst ihr, wo unbedingt mehr Internet rein muss? In eure Vagina!

Ich wär‘ auch gerne so bekloppt.
SpongeBob Schwammkopf


Das Bild der Deutschen im Ausland, heute mal aus journalistischer Perspektive, beleuchtet die Neue Zürcher Zeitung:

Dem Wutbürger im Internet tritt in manchen Leitmedien ein Wutjournalismus gegenüber, der Schimpfen, Weghören und Kommunikationsverweigerung zu Tugenden erklärt. Eine rhetorische Hau-drauf-Mentalität gegen den Feind von rechts gilt nicht nur in Kreisen von habituellen Krawall-Kolumnisten, wie sie der «Spiegel» beschäftigt, als Gebot der Stunde.

„Wutjournalismus“. Find‘ ich gut.

Sonstiges
Kenne dein Publikum!

Wer bisher noch keinen Anreiz hatte, die „Braunschweiger Zeitung“ zu abonnieren: Neuabonnenten erhalten als Willkommensgeschenk nun das wichtigste Utensil für jeden typischen Zeitungsleser.

Fatboy

Man beachte insbesondere auch die geradezu wie die Faust auf’s Auge passende Bezeichnung des Utensils. Ein Chapeau dem Werbetexter!

:irre:

In den NachrichtenPolitik
„Europäische Lösung“ des Tages

Man dürfe Erdoğan ja nicht zu sehr verärgern, denn wir brauchen sein Wohlwollen; lassen wir weniger Türken nach Deutschland, lässt er mehr Syrer nach Deutschland, und wenn Deutschland die Wahl zwischen mehr Syrern und mehr Türken habe, dann – das ist impliziert – sei die Entscheidung doch wohl klar. Weniger Platzprobleme in Deutschland, weniger Syrer in Europa, keine Kurden mehr in der Türkei.

Was, wer brüllt da dazwischen, man könne Flüchtlinge auch einfach erschießen? Das verbittet sich die Bundesregierung doch entschieden, Deutschland ist ein weltoffenes Land. War das etwa schon wieder so ein rechtsradikaler Rechtspopulistennazi von der rechtspopulistischen Rechtspopulismusnazi-AfD? Kein Fußbreit, dafür müssen wir Sorge tragen! – Moment, ich kriege gerade eine Eilmeldung:

Drei syrische Flüchtlinge und ein Schlepper seien im März und April von türkischen Grenzschützern erschossen worden, berichtet HRW. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach im März gar von 16 Toten.

Ach, hm, ähm. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass –

ZDF-Störung

Seht mal, zwei Exfreundinnen von Justin Bieber haben beef miteinander!

In den NachrichtenPolitik
Die überflüssige Armee

Auf „ZEIT ONLINE“ beklagt Hauke Friederichs heute unter der ach-so-dramatischen Überschrift „Die überforderte Armee“, dass die Bundeswehr nicht ausreichend auf eine anständige Runde Realkillerspiele vorbereitet ist:

Der Wehretat wird bis 2019 von 33 auf 35 Milliarden Euro erhöht, darauf hat sich das Kabinett bereits geeinigt. Doch die größten Probleme der Streitkräfte sind damit nicht gelöst: Ihre Einsätze werden immer brisanter, die Ausrüstung dennoch immer älter. Die Bundeswehr werde überfordert, warnen Bundeswehrverband und der Wehrbeauftragte des Bundestages. (…) Zwar soll die Bundeswehr nun mehr Geld erhalten – doch die Zahl ihrer Aufträge dürfte weiterhin deutlich stärker steigen als die Mittel.

Das Erteilen von Aufträgen an Gruppen von Leuten, die zur Erfüllung dieser Aufträge bewaffnet sein müssen, nannte man früher ja noch ganz anders, aber Sprache ändert sich eben. Schlagen wir doch mal eben im Sprachkompendium „ZEIT ONLINE“ (gleicher Artikel) nach, wie man das heute so nennt, wenn ein Staat bewaffnete Milizen irgendwo, wo sie nichts zu suchen haben, hinschickt, worauf sie dort mit etwas Glück wenigstens von Bomben zerfetzt werden, bevor sie jemandem wehtun können:

„In den nördlichen Landesteilen Malis ist die Bedrohungsstufe erheblich“, sagte Staatssekretär Markus Ederer aus dem Auswärtigen Amt im Bundestag. (…) „Jüngste Vorfälle, (sic! A.d.V.) wie der Angriff auf das Hotel Radisson Blu in Bamako am 20. November 2015 zeigen, dass radikale Kräfte weiterhin versuchen, den eingeleiteten Aussöhnungsprozesses zu untergraben.“

Ach, richtig: Aussöhnungsprozess.

Das Problem der Bundeswehr ist nicht, dass sie zu wenig Geld hat.

Das Problem der Bundeswehr ist, dass sie noch immer existiert.

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstückePersönliches
Van der Graaf Generator – Darkness (11/11)

Blergh.Es ist Montag. Ihr kennt das. – Etwas aber ist neu: Die Sonne ist da. Menschen in der Straßenbahn sind jetzt nicht nur laut und dumm, sie fangen endlich auch wieder an, anstrengend zu riechen. Wie längst gewohnt war das Wochenende dennoch beherrscht vom riesigen Schatten, den man selbst nachgesagt bekommt, und allerlei Geseufz. Kaum hat man den Kopf frei, denkt man ja doch nur wieder über sein Leben nach. Eine schrecklich ansteckende Witzigkeit ist und bleibt noch immer die beste Tarnung für den nagenden Selbstzweifel. Frühling ist, wenn man vermisst.

Und die Menschen lernen nichts, damit ist man wenigstens nicht allein. „t3n“ bewirbt ein Programm, das nach einer einstellbaren Zeitspanne Programme beendet, die von der Arbeit ablenken, nachdem man sie zuvor gestartet hat. Manchmal fehlt mir das Gerät, das über’s Internet Ohrfeigen verteilt, doch immens. Es darf auch gern ein großes sein; einmal per Knopfdruck jedem Dummen links und rechts eine klatschen, was zwar voraussichtlich nicht gegen dessen Dummheit hilft, aber gegen diese elende Anspannung, wenn man so etwas liest: Wissenschaftler notiert Differenzialgleichungen, US-Amerikanerin äußert Terrorverdacht. Wenn alles, was ein Dummer nicht versteht, bereits ein valider Anlass zu einer Terrorwarnung ist, dann habe ich ein paar schlechte Nachrichten für euch.

Andere Völker sind wenigstens nur liebenswert verklemmt: China untersagt erotisches Bananenessen in Livestreams. Reinschieben scheint weiterhin erlaubt zu bleiben, zumindest ist im Artikel nicht vom Gegenteil die Rede.

Dutzende Flüchtlinge lassen sich taufen. Damit erhöhen sie auch ihre Chance auf Asyl. Wenn wir eins dringend brauchen, dann ja wohl mehr Religion! Und Geld, Geld könnte helfen: Geld macht Männer attraktiver, und kaufen können sie sich dann auch ab und zu mal was.

Zum Beispiel ein gutes Musikalbum.

Van Der Graaf Generator – Darkness (11/11) – Live Rockpalast 2005

I did not choose it, I did not choose it,
I did not, no, no, I did not, I truly did not choose it.

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Hookworms – The Hum

Hookworms - The HumTief in meiner Musikkiste habe ich Hakenwürmer gefunden.

Hookworms sind eine britische Band, die 2010 gegründet wurde und gelegentlich mit den hier schon angepriesenen Wooden Shjips zu den „Neo-Psychedelic“-Bands gezählt wird. Die fünf Herren nennen sich JN, SS, MJ, MB und JW und auch sonst gilt es bei dieser Band, sich auf die Musik zu konzentrieren. 2014 erschien ihr viertes und bis heute aktuelles Studioalbum „The Hum“. In Großbritannien erreichte es Platz 22 der Albenhitparade, was über Großbritannien sicherlich manches aussagt.

„The Hum“. Das Summen. Hmm, hmm, schepper! Hier wird gerockt (Stoner, Indie) und gepunkt (Post), aber nicht gerollt. Obwohl es mit elektronischem Wabern und Schlagzeug beginnt, als hätte man es hier mit einer dieser schrecklichen Teenagerkapellen zu tun, aber das trügt, denn schnell setzt der ziemlich einmalige Gesang von „MB“ ein, bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und kräftig hallend, angeblich, um die eigene Unsicherheit zu überspielen, aber tatsächlich wohl auch der Effekte wegen, was ich ausdrücklich gutzuheißen beabsichtige. Psychedelia in Hochform.

Hookworms – The Impasse (Official Audio)

Ich neige ja dazu, überall Musikgruppen sozusagen wiederzuerkennen, die ich sehr schätze, und auf „The Hum“ habe ich ständig die Frage im Kopf, ob die grandiosen Velvet Underground wohl heute so ähnlich klängen, wenn sie heute noch klängen und dabei von einer dieser neuen Retro-Psychedelic-Bands (ich würde Vibravoid empfehlen) gecovert, begleitet oder sonstwas würden. Das folgende orgelklanglastige „On Leaving“ setzt das insofern fort, als mir sofort Vergleiche mit den Raveonettes und ähnlichen Bands einfallen.

Bemerkenswert sind im Übrigen die drei instrumentalen Übergangsstücke „iv“, „v“ und „vi“, die das Äquivalent zu „i“, „ii“ und „iii“ vom ebenso überzeugenden Vorgängeralbum „Pearl Mystic“ (2013) bilden und im Wesentlichen aus Drones bestehen, sozusagen als Ruhe zwischen dem Sturm. Das hohe Niveau halten Hookworms bis zum letzten, nochmals druckvollen Stück „Retreat“ durch, Langeweile kommt hier nicht auf.

Hookworms – Retreat

Ihr seht mich erfreut.

The Hum. Kann man mal hören.

In den NachrichtenMusik
Vinyl <3 (3): Datenverlust ist das neue "Das muss so sein".

Was ernten Leute wie ich, die lieber ihren Wohnplatz mit tonträgerbefüllten Regalen vollstellen als das viel bessere, weil vermeintlich portablere und damit flexiblere, Musikstreaming zum Nonplusultra zu erklären und alles wegzuwerfen, was anfassbare Musik ist, nicht immer wieder für ungläubiges Kopfschütteln: Streaming nehme einem doch nichts weg!

Klar, wenn man eben 15 Jahre alt ist und sich mit den nur wenig besseren Furzgeräuschen im Radio zufrieden zeigt, dann mag das stimmen, und es gibt auf so Plattformen ja durchaus auch ein paar erträgliche Musikgruppen. Einige wenige aber, darunter King Crimson, weigern sich standhaft, den mühsam erarbeiteten kreativen output durch Qualitätsreduktion quasi zerstören zu lassen, wiederum andere sind noch gar nicht von einer großen Plattenfirma, die entsprechende Verträge schließen würde, aufgenommen worden. Natürlich könnte man das ja parallel betreiben, es gibt ja inzwischen viele Neuveröffentlichungen auch als so genannten „MP3-Download“, man könnte also seine auch haptisch wertvolle Plattensammlung durch gefühllosen MP3- und Streaming-Quatsch ersetzen und hätte ein viel einfacheres Leben, so erzählte man mir erst vor einigen Tagen wieder.

Derjenige, der solcherlei sprach, ist treuer Applekunde, weil Apple einfach alles richtig mache.

Außer natürlich, man versucht Apple Music zu nutzen, das absichtlich – das muss so – nach erfolgter Anmeldung jede Musikdatei auf der Festplatte mit dem eigenen Datenbestand abgleicht, assimiliert und von der Festplatte löscht. Man kann sich die Musik ja danach einfach wieder anhören, nur eben über Apple Music (also im Zweifel kaputtkomprimiert), und vielleicht findet es sogar die gleiche Aufnahme; Pech, wer bisher seltene Bootlegaufnahmen populärer Lieder besaß.

For about ten years, I’ve been warning people, “hang onto your media. One day, you won’t buy a movie. You’ll buy the right to watch a movie, and that movie will be served to you. If the companies serving the movie don’t want you to see it, or they want to change something, they will have the power to do so. They can alter history, and they can make you keep paying for things that you formerly could have bought. Information will be a utility rather than a possession. Even information that you yourself have created will require unending, recurring payments just to access.”

Manchmal ist es beunruhigend, Recht zu haben.


Nachtrag vom 15. Mai 2016: Apple weiß nicht, wieso iTunes Dateien löscht. Da lohnt sich doch der Umstieg gleich doppelt.

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Liegengebliebenes vom 5. Mai 2016

Der Feminismus war erschreckend still in letzter Zeit. Jetzt stellt sich heraus: Er hat nur Kräfte gesammelt. Der Doppelschlag:

  1. Virtuelles Manspreading. Das heißt: Wenn ihr irgendwo im Web (zum Beispiel: hier unten drunter) einen Kommentar hinterlasst, ohne darauf zu achten, dass es an der gleichen Stelle bereits recht viele Kommentare von Männern gibt, aber selbst keine Frau seid, tragt ihr dazu bei, dass Frauen dort unterrepräsentiert sind, was frauenfeindlich, rüpelhaft und mindestens so schlimm wie Hitler ist.
  2. Was eine Partei im (erneuten) Aufwind – vgl. Piratenpartei um 2011 herum – unbedingt braucht, sind ja solche Ideen: Feministische Liberale fordert Frauenquote in der F.D.P., und so langsam können wir uns von der F.D.P. dann wohl auch wieder verabschieden.

Immer nur Drogen sind ja auch langweilig: Polizei greift jungen Mann mit Drogen und 3.000 Pfandetiketten auf.


Abschließend kurz notiert zur re:publica: Eine Szene, die sich von Sascha Lobo anführen lässt, wird immer nur zu lange Texte schreiben, aber niemals was verändern.


Apropos „kein Geld haben“: Die Steuern, die griechische Bürger retten sollen, haben stattdessen griechische Banken gerettet. Das ist natürlich jetzt eine große Überraschung.


Ganz Deutschland beklagt die baldige Abschaffung großer Geldscheine, ohne jemals einen besessen zu haben. Dabei gibt es gute Gründe, das Bargeld auch mit großen Nennwerten für ein Sicherheitsnetz zu halten: Studentin bekommt aus Versehen einen Millionenkredit und verpulvert ihn. Mit 500-Euro-Scheinen wäre das nicht passiert!

In den NachrichtenPolitik
Ausnahmsweise kurz notiert zu den TTIP-Veröffentlichungen

Auf der diesjährigen „re:publica“, der Kreiswichsveranstaltung für selbst ernannte Blogjournalisten, hat ausgerechnet Greenpeace offenbar die Hälfte von TTIP veröffentlicht, was in der Folge unter anderem Horst Seehofer dazu veranlasste, sich vorerst von TTIP zu distanzieren. So weit ist es schon gekommen, dass man hochrangige CSU-Politiker für ihre Haltung loben muss. Die Medien machen sich derweil einen Spaß daraus, ihrerseits in eine Art Blogsimulation zu verfallen, indem sie die spärlichen Informationen in allerlei Kolumnen und Kommentare gießen, die ein bequemes Feigenblatt dafür sind, den journalistischen Grundsatz, man solle sich nicht mit einer Sache gemein machen, endlich auch offiziell ignorieren zu dürfen. Einfach nur sachlich informiert zu werden hält so ein durchschnittlicher Konsument ja auch nicht aus.

(Falls noch jemand sich fragt, warum ausgerechnet ich mich hier zu TTIP weitgehend zurückhalte: Massenthemen sind nicht die meinen.)

Die Verhandlungsführer aus den USA seien jedenfalls nicht beunruhigt, heißt es, denn so lange die deutsche Bundesregierung darauf bedacht ist, das Abkommen baldmöglichst zu unterzeichnen, sind Haltung und Aufklärung des Pöbels von geringer Relevanz.

Ich hab‘ die nicht gewählt.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
Sunn O))) (live) // #emonichtblog

Sei wachsam. Sie wird kommen.Befund: Montag. Ursache: Unklar. Therapie: Vielleicht hilft es, einfach ein bisschen zu schreien. Ein Tag, so hässlich wie Hannover. – Montag ist ja auch: sich fühlen wie Dilbert, nur mit noch weniger Menschen. Mit Menschen hält man es ja doch nicht lange aus. (Was sie wohl gerade tut?) Gibt es eigentlich ein passenderes Wort als Nostalgie für die Sehnsucht nach früher? Damals, bei Camel und Meer.

Die Männer leiden am meisten darunter. Männer sind gefühlsduseliger. Weiß ein beliebiger Geier, wieso das immer montags passiert; außer natürlich, weil ein Sonntag schon aus dem Gewohnheitsrecht heraus und insbesondere wegen blöder Herzscheiße nicht so enden sollte und man es doch allmähliich doch satt hat, wie ein Teenager auf seine Lämpchen zu starren. These vintage years.

Palim-palim, die Nachrichten. Wir sind wieder wer.

Die Bundesregierung jedenfalls hat dem amerikanischen Ansinnen nachgegeben und sich bereit erklärt, aufgrund des subjektiven Bedrohungsgefühls erstmal 1000 Soldaten mit an die litauisch-russische Grenze zu schicken.

Die Vorwärtsverteidigung wird siegen, keine Gnade dem Aggressor. Wir wollen ja nur helfen; wie damals, als der Iwan der DDR nur helfen wollte, jedenfalls dabei, wiederum der Sowjetunion zu helfen. Für ein Kriegsheer vor der eigenen Grenze hätte also ganz offensichtlich niemand mehr Verständnis als Putin. Von deutschem Boden geht kein Krieg aus, wenn der Boden in Litauen liegt.

Montag, du unflätiges Wort. Es hilft, vielleicht, Musik. Musik, so schwarz wie etwas anderes, das auch schwarz ist. Eloquenz hab‘ ich voll drauf.

SUNN O))) live at Southwest Terror Fest III, Oct. 18th, 2014 (FULL SET)

Schon besser.

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz notiert zum Gewese um den AfD-Parteitag

Es findet offensichtlich zurzeit ein Parteitag der AfD statt. Stets um einen friedlichen Diskurs bemühte Demokraten liefen in Friedensmontur auf, um zu verhindern, dass dieses Pack (von Menschen zu sprechen wäre fatal, denn Menschen gehört bekanntlich das Recht auf eine ungestörte Versammlung gewährt) auf gewohntem Wege an seiner Veranstaltung teilnehmen kann.

Ausdrücklich ungeachtet der Frage, was man als politische Partei in Deutschland eigentlich alles befürworten darf und was nicht: Wenn ich das jetzt also richtig verstehe, dann gibt es spätestens morgen keinerlei politischen Extremismus mehr in Deutschland, denn die Kombination aus dem überwältigend überzeugenden Argument „Ihr seid kacke!“, der kontinuierlichen Ruhestörung auch der Anwohner und der Blockade der Zufahrt zu ihrer angemeldeten Versammlung hat sie alle zu vernünftigen Menschen gemacht, die – bekanntlich befolgt ein typischer Wähler die Empfehlung, eine linke Partei zu wählen, wenn man ihn vorher nur genug beschimpft und seine Intelligenz beleidigt – nur noch harmlose Parteien wie die SPD wählen, richtig?

Sonst war das doch eine total dämliche Aktion.


Wieder ein uninteressanter Beruf mehr: Penispillen sind kein Arbeitsmittel für Polizisten.

Sonstiges
Medienkritik XCVIII: Schöner ficken

Entgegen landläufiger Meinung ist es beim Bumsen – sagt man das noch, „bumsen“? – übrigens gar nicht das wichtigste Kriterium, dass es allen Beteiligten ausreichend viel Freude bereitet; offensichtlich viel bedeutsamer ist es, dabei sexy, nicht etwa wie ein schwitzender Ochse, auszusehen. Wer fernab von Spiegel und Schminktäschchen miteinander vögelt, dem entgeht Entscheidendes.

Dies suggerieren jedenfalls die verblüffend gut miteinander harmonierenden Titelbilder der noch aktuellen Ausgaben von „JOY“ und „Cosmopolitan“ (letztere zur Abwechslung mal mit Jessica Alba auf dem Titelbild; „warum Hollywood mehr Frauen wie sie braucht“ fragt so schelmisch wie rhetorisch das Inhaltsverzeichnis, und ich ergänze: damit es nicht mehr nur zwei Motive für das Titelbild von Frauenzeitschriften gibt):

Cosmopolitan Mai 2016 JOY Mai 2016

Nackt gut auszusehen ist also nur die halbe Miete, man muss sich auch gut bewegen können. Wie, ihr konzentriert euch beim Sex nicht auf euer Aussehen? Das ist aber ungewöhnlich. Warum? Das lassen wir uns heute mal von zwei klugen und weltmännischen Frauenzeitschriften erklären.

Film ab!

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Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Alte Männer treffen junge Frauen aus Vermont

Achtung – es folgt ein kleines Quiz. Macht mal kurz die Bildersuche zu, ihr Ferkel, und schickt eure Eltern mal einkaufen. Geschummelt wird jetzt nicht.

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In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
Rod Stewart – Baby Jane

Irgendwas ist komisch heuteEin Montag, an dem kaum noch etwas ist, wie es war. Wenn sonntags das kleine pelzige Wesen kommt, scheint montags die Sonne; so oder so ähnlich heißt es bei Paul Maar, aber draußen ist es heute eigentlich nur leer und verbraucht, als lauerten die Zeitfresser nur noch darauf, dass man aufgibt. Kein Seufzen, ein Stöhnen allemal, vom Montag mit dem Zielfernrohr mitten ins Gemächt getroffen. Paulchen Panda hat die Uhr versteckt.

Ah, ein klarer Gedanke. Ab in die Nachrichten! – Dass der unglaublich dämliche Digitalcourage e.V. sich allenfalls zur Fremdscham eignet, ist keine Neuigkeit; überraschenderweise aber hat derweil die Potemkinisierung Hannovers nicht zu unbegrenzter Liebe zu ausländischen Staatsoberhäuptern geführt: Das Obama-Fieber ist vorbei, als wäre so ein Fieber etwas, was man unbedingt behalten möchte.

Und sonst so? Das Arschloch 2016 war wieder auf Kneipentour und hat einen dieser lästigen Popmusiker geholt, aber allmählich hat man dann doch auch genug von diesem gierigen Jahr. Apropos genug: Wissenschaftler haben versehentlich offenbar unbegrenzt oft aufladbare Batterien erfunden. (Vieles wirkt so endgültig in dieser Zeit, aber wie oft kann es das schon sein? Wie lang ist eine Ewigkeit? Wie oft ist das letzte Mal auch das nächste, bevor es nur noch das letzte war?)

Und warum müssen meine Leser das eigentlich immer ausbaden?

Rod Stewart – Baby Jane

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Sonntags in Hannover-Güstrow

Heute trifft sich Barack Obama mit Angela Merkel und Vertretern der Wirtschaft, um ein wenig über TTIP zu plaudern, denn nur diejenigen sind als Diskussionspartner erwünscht, die nicht durch bloße Anwesenheit eine Gefahr für Leib und Leben des Irren aus Washington – so heißen Präsidenten doch in der medialen Darstellung heute, oder? – darstellen. Die ebenfalls stattfindende Demonstration gegen dieses Abkommen wird jedenfalls wohlweislich dort stattfinden, wo die Verhandlungspartner nichts davon mitbekommen, was den Sinn hinter dieser Demonstration zumindest in Frage stellt.

Dass, dass Bürger nicht erwünscht sind, keineswegs eine übermäßig überspitzte Formulierung ist, wird sich morgen in (ausgerechnet!) Hannover zeigen, wo (ausgerechnet!) Barack Obama die Hannover-Messe zu eröffnen beabsichtigt, denn nichts ist so eng mit der Hannover-Messe verbunden wie der Kriegsherr der Vereinigten Staaten; und in dieser Rolle wird er immerhin selbst auftreten:

Bereits mittags wird er auf dem Flughafen Langenhagen bei Hannover erwartet und dort mit „militärischen Ehren“ empfangen.

Aber ist das nicht brandgefährlich? Doch, doch; darum werden Maßnahmen ergriffen:

Im engeren Sicherheitsbereich gelten ab 14 Uhr nochmal verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Die Anwohner dürfen dann bis mindestens 20 Uhr ihre eigenen Balkons oder Gärten nicht betreten. Es herrscht quasi Ausgangssperre. (…) Die Sicherheitsvorkehrungen seien sogar zum Vorteil der Anwohner. (…) Obama sei schließlich die gefährdetste Person der Welt.

Wenn ein Staatspräsident, der ein fremdes Land besucht, vor den Einwohnern einer Stadt, in der er auftritt, in Sicherheit gebracht werden muss, dann könnte das Ursachen haben, die mit dem vorübergehenden Wegschließen derer, die dort wohnen, nur schwerlich zu bekämpfen sind. Es ist jedoch nur zum Vorteil der Anwohner. Klar: Wer in Hannover sein Haus nicht mehr verlassen darf, der muss wenigstens Hannover nicht sehen. Darüber hinaus ist das Errichten eines potemkischen Dorfes sicherlich nicht die klügste Taktik, wenn man nicht nur Zorn auf sich ziehen möchte, denn friedfertiger wird man nicht dadurch, dass man Bewegungsbeschränkungen auferlegt bekommt.

Ich halte den Hinweis, „Obama sei schließlich die gefährdetste Person der Welt“, allerdings auch für einen Tippfehler, denn vielmehr haben wir es hier mit der gefährlichsten Person der Welt zu tun. Die „gefährdetste Person der Welt“ ist jeder, der in einem Land, das von der Armee Barack Obamas oder seinen Verbündeten aus Saudi-Arabien bombardiert und besetzt wird, seinen Bunker verlässt, um zum Beispiel einzukaufen – das ist schnell tödlich. Gefährdeter als Barack Obama sind selbst die Einwohner des Hannoveraner Sperrbezirks, denn wenn sie es trotz erfolgter Warnung wagen sollten, während der Sperrzeit aus dem Fenster zu sehen, gelten mindestens unangenehme Befragungen als sicher. Diese Terroristen tun immer so harmlos.

Der Besuch des US-Präsidenten sei ein wichtiges Ereignis für die Stadt, deshalb bitte er währenddessen alle Einwohner um Geduld, appellierte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) im Vorhinein.

Ist ja sonst nie was los in Hannover.