Archiv für die Kategorie ‘Politik’.

Politik regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, muss ich schreiben, sonst gibt’s Tote.

In den NachrichtenPolitik
Volle Drohnung: Alles Gute kommt von oben!

Artikel 2 des Vertrags über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland vom 12. September 1990 („Zwei-plus-Vier-Vertrag“):

Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen, daß von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird. Nach der Verfassung des vereinten Deutschland sind Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, verfassungswidrig und strafbar.

§ 80 StGB:

Wer einen Angriffskrieg (…), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.

N24.de, 30. Oktober 2013:

Das Oberkommando des US-Militärs für Afrika (AFRICOM) wurde 2007/2008 in Stuttgart neu eingerichtet. (…) Im rheinland-pfälzischen Ramstein (…) befindet sich eine Flugleitzentrale mit bis zu 650 Mitarbeitern, die auch den afrikanischen Luftraum überwachen.

Die Einheiten in Stuttgart und Ramstein sind nach eigenen Angaben für Luftoperationen „in drei Kontinenten“ und in „105 unabhängigen Staaten mit mehr als einem Viertel der Weltbevölkerung“ verantwortlich.

New York Times, 26. Januar 2014:

A missile suspected to have been fired by a drone killed a member of the militant group Shabab on Sunday, a rebel commander said, blaming the United States for the strike. (…) Two American military officials confirmed that there was a missile strike against a senior Shabab leader in Somalia.

CDUCSU.de, 2. September 2013, zu einem ganz anderen Thema:

Deutschland steht vor der Wahl, ob es zu den Fehlern der Vergangenheit zurückkehren will oder ob wir unser Land gemeinsam weiter voranbringen, schreibt Volker Kauder in seinem Bericht. (…) Das deutsche Beispiel beflügelt unsere europäischen Freunde und Nachbarn und trägt dazu bei, dass es in Europa nach langer Zeit endlich wieder aufwärts geht.

Politik. Schlimm, das. Hauptsache, Larissa bleibt im Dschungelcamp. Dreht einfach den Fernseher lauter.

Es ist alles in Ordnung.

PolitikSonstiges
Medienkritik in aller Kürze: Der Ströbele, der Kornblum, der Reichelt und der Jauch.

Bis vor wenigen Minuten saßen im „Ersten“ diverse geistige Lichtgestalten, darunter BILD-„Chefreporter“ Julian Reichelt, der ehemalige US-amerikanische Botschafter John Kornblum und der schwammige Inzestbefürworter Hans-Christian Ströbele von der ehemaligen Friedenspartei „Bündnis 90/Die Grünen“ bei Günther Jauch herum und tauschten sich darüber aus, ob die NSA jetzt irgendetwas falsch gemacht habe oder nicht. Auf Twitter wird bejubelt, wie elegant das Team USA (Reichelt und Kornblum) argumentativ zerlegt wurde, natürlich insbesondere von der schönen Piratin Marina Weisband, wie etwa @nadnoennas befindet:

„Und wenn wir gar nichts davon hätten, wir sollten es tun, weil es richtig ist.“ @afelia sagt, wofür es sich zu kämpfen lohnt. #jauch

Ja, die Deutschen kämpfen; was man eben so Kampf nennt. Deutsche ohne tatsächliche politische Entscheidungsgewalt unterhalten sich im Fernsehen mit US-Amerikanern ohne Entscheidungsgewalt über das Handeln von Institutionen, die von einem Sender namens „Das Erste“ vielleicht noch nichts gehört haben. So, Frau Weisband, kämpft’s sich eben leicht.

Im Anschluss an das Wortgefecht sendet „Das Erste“ jetzt ein Interview mit Edward Snowden, Berieselung für die Menge. Nach diesem Fernsehabend gehen alle Beteiligten zu Bett, morgen reden sie dann wieder über irgendwelche Dschungelsendungen und das Wetter. Ja, es lohnt sich zu kämpfen. Und warum versauert ihr vor dem Fernseher?

Der Mann mit der Mütze geht nach Haus‘
und uns’re Achtung nimmt er mit und unseren Applaus.
Udo Jürgens: Der Mann mit der Mütze

In den NachrichtenPolitik
Ein Spaß für die ganze Familie!

Kinderpornografie: Ganz schlechte Idee. Frau von der Leyen, die sich – wenn schon sonst mit nicht vielem – zumindest mit Kindern auskennt, findet das auch, ihren Spitznamen „Zensursula“ hat sie sich immerhin hart erkämpft.

Dass sie jetzt in ihrem neuen Ministerium („Verteidigungsministerium“, obwohl „Auswärtiges Amt“ natürlich auch passen würde) nicht mehr für Familien oder Arbeitnehmer, sondern für bewaffnete Söldner so tun soll, als würde sie etwas tun, scheint ihr nicht so recht zu gefallen; also wandelt sie stattdessen das Verteidigungs- in ein kombiniertes Arbeits- und Familienministerium um:

Mein Ziel ist es, die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland zu machen. [Die Truppe muss] Dienst- und Familienzeiten besser aufeinander abstimmen.
Ursula von der Leyen, Anfang Januar 2014

Für Familien mit beinahe erwachsenen Kindern wurde bereits vor Beginn ihrer Amtszeit vorgesorgt:

Allein im Jahr 2013 wurden 1032 17-Jährige eingestellt. (…) „Sie werden an der Waffe ausgebildet, aber nicht an der Waffe eingesetzt“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Damit sie schon mal auf den Ernst des Lebens vorbereitet sind, nehme ich an:

Es gehe darum, Jugendliche für den freiwilligen Dienst als Soldatin (sic! wegen der Frauenquote, nehme ich an. A.d.V.) oder Soldat zu werben, die sich in der Berufsfindungsphase befänden.

So als Jugendlicher muss man ja was haben für später. Ahnung vom Leutetotschießen oder ein Jodeldiplom zum Beispiel, beides ist bei der Arbeitsplatzsuche vermutlich ähnlich hilfreich. (Andererseits: Mit dem Einstieg in das Soldatentum ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich noch mal irgendwo bewerben muss, schnell mit dem Neueinsteiger zusammen in alle Winde zerstreut.)

Lassen sich Rutschautos eigentlich zu effizienten Panzern umrüsten?

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Pleiten, Pech und Pannenstatistik: Weltknall vom 20. Januar 2014

Die Drohnensache ist noch längst nicht ausdiskutiert, da hat Amazon schon wieder neue Pläne: Womöglich werden demnächst Pakete schon geliefert, die man noch gar nicht bestellt hat. Angesichts meiner Amazonempfehlungen macht mir das ein bisschen Sorge.


OHMEINGOTTOHMEINGOTTOHMEINGOOOOOOTT:

Der Automobilclub hat Betrug beim Autopreis Gelber Engel zugegeben. (…) Die Zahl der abgegeben (sic! A.d.V.) Stimmen für den Publikumspreis Lieblingsauto sei geschönt worden, nicht aber die Reihenfolge der Ergebnisse[.]

„Publikumspreis Lieblingsauto“. Deutschland in 27 Buchstaben.


Die „Wissenschaftsredaktion“ von „SPIEGEL ONLINE“ versucht es derweil mit Qualitätsjournalismus (bin ich eigentlich der Einzige, der „Rosetta“ für einen unglücklich gewählten Namen für eine Sonde hält?):

„Rosetta“ ist auf dem Weg zum 1969 entdeckten Kometen Tschurjumow-Gerasimenko. Wer den Namen zu sperrig findet, kann gern auch „Tschuri“ sagen.

Jö, Christoph „Chrisi Seidi“ Seidler, sperrig finde ich auch Ihren Humor, aber den muss ich ja hinterher auch nicht wegräumen.


Apropos Sprachfehler; Luise „F.“ Pusch, Sprachwissenschaftlerin, Autorin und prominente Mitbegründerin der feministischen Linguistik in Deutschland, hat mal wieder ein Buch geschrieben, angesichts dessen Caroline Fetscher (wiederum „ZEIT ONLINE“) beinahe ins Internet reinejakuliert:

Genussvoll knackt die Kritikerin alte Sprachnüsse und präsentiert deren brüchigen Inhalt. (…) Warum, stichelt Pusch, kennen wir eine „Kanzlergattin“ aber keinen „Kanzlerinnengatten“?

Nun, vielleicht, weil „wir“ (also die Frauen Pusch und Fetscher) weder Cicero noch Süddeutsche.de (11. September 2007) noch Stern.de noch die Sächsische Zeitung (15. Oktober 2005) noch FAZ.net (22. September 2013) noch die Berliner Morgenpost (14. Juli 2006) lesen. Es muss langweilig zugehen am Pusch’schen Frühstückstisch.


Und weil wir gerade bei Wirrköpfen waren, noch eine lustige Anekdote: Wisst ihr, wer so gut wie pleite ist? Richtig: Die Humboldt-Universität. Das war die hier.

In den NachrichtenPolitik
Vernunft statt F.D.P.!

Letzte Woche fand in Bonn ein Parteitag der F.D.P. statt. Oberfreidemokrat Christian Lindner habe dort, so lässt’s die „FAZ“ verlauten, mitgeteilt, man könne „stolz sein“ auf „das Erreichte, auf die Schuldenbremse, die Euro-Rettungspolitik“. Gerade letztere hat bekanntlich wunderbar funktioniert. Konsequent hat man sich wie schon 2009 die Kanzlerin für Europa ausgesprochen:

Für seine Zukunft braucht Europa weder Skepsis, (sic! A.d.V.) noch Romantik. Europa braucht mehr Realismus und Bürgernähe, um Zukunft zu haben.

Europa brauche den Liberalismus die F.D.P. – und zwar für welche Position? Das hat Christian Lindner schon im November erklärt:

Die FDP als Partei von wirtschaftlicher Vernunft (…) wird aber gebraucht. (…) Es ist bedauerlich, dass wir unser marktwirtschaftliches Profil nicht schon im Wahlkampf an einem großen Thema geschärft haben.

Von Liberalismus ist schon gar nicht mehr die Rede. Mehr Europa, mehr Marktwirtschaft!

Wenn schon nicht in Deutschland, dann wenigstens in Europa, wo der Euro herkommt. Unheil richtet man eben am Besten an der Wurzel an.

In den NachrichtenPolitik
Rosa Luxemburg würde sich schämen.

Heute vor 95 Jahren wurden, wie mehrere Quellen berichten, die früheren SPD-Mitglieder Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die sich im Januar 1919 als Revolutionäre im Verlauf des Januaraufstands für den „Klassenkampf“ – in Karl Liebknechts Fall ausdrücklich auch bewaffnet – einsetzten, im Auftrag des SPD-Politikers und späteren Reichswehrministers Gustav Noske mit Billigung des SPD-Reichspräsidenten Friedrich Ebert erschossen. Provokant formuliert bedeutet das: Die Wiege der „linksextremen Gewalt“ sowie gleichzeitig die der „Gewalt gegen links“ war die frühe Sozialdemokratie.

Dass Rosa Luxemburg später Zitatgeberin für die „Rote Armee Fraktion“ wurde, hat sie sich sicherlich nicht ausgesucht, aber dass sie in der DDR im Gegenteil zwar verehrt, aber nicht zitiert werden durfte, ist eine zumindest erzählenswerte Anekdote. Die SPD hatte in den ersten Jahren des Ersten Weltkriegs eben noch eine kritischere Anhängerschar als heute.

Erst 1917 spaltete sich die ursprünglich sozialistische SPD in einen bürgerlichen (MSPD) und einen kommunistisch-sozialistischen Flügel (USPD), dem sich auch die Revolutionäre anschlossen, die ihn aber bald wieder verließen und 1918, nach der abwechselnden Ausrufung der Demokratie durch Philipp Scheidemann (MSPD) und der sozialistischen Republik durch Karl Liebknecht (USPD), schließlich die KPD gründeten. Eine solche Aufspaltung hat die SPD erst 2004 wieder erfahren, als sich der Arbeiterflügel der Partei als WASG selbstständig zu machen begann. Geschichte wiederholt sich.

Ein Sprung ins Jahr 2014: Die SPD-Regierung des Stadtstaats Hamburg hat Gefahrengebiete eingerichtet, in denen Passanten, die irgendwie links aussehen, präventiv einen Platzverweis bekommen, egal, wie alt oder gefährlich sie sind. Tatsächlich gibt es auch linksradikale Gewalttäter in Deutschland, das steht außer Frage; die Verhältnis- und Rechtmäßigkeit der angeordneten Sanktionen ist allerdings etwas, womit sich dieser Tage ja allerlei gute und weniger gute Berichterstatter beschäftigen. Die SPD als selbsternannte Partei des Volkes möchte aber wider Erwarten nicht, dass man ihr Handeln als blinden Eifer gegen eben dieses Volk interpretiert, und ruft die übrigen Hamburger Parteien, Bürger und Institutionen zur Demonstration gegen linke Gewalt auf. (Noch während ich dies schreibe, ist aus der Demonstration eine Kundgebung geworden. Die SPD ist dieser Tage erstaunlich flexibel.)

Die Reaktionen auf diesen Aufruf sind verschieden, sie reichen von „Was ist von einer Regierungspartei zu halten, die Demonstrationen plant?“ – tja nun, je nachdem, was mit der Demonstration bezweckt werden soll – bis zu Bonmots wie diesem:

Cool! Die #SPD will die erfolgte Abschaffung der Sozialdemokratie jetzt öffentlich und festlich zelebrieren: hamburg1.de/aktuell/Demo_gegen_linke_Gewalt_geplant-19615.html

Wie oben erläutert, zeigt der Schreiber trotz seiner Sympathien für die „Antifa“ hier vor allem seine Unkenntnis von der Geschichte der SPD. Vorgehen gegen linke Gewalt ist kein Zeichen von Abschaffung der Sozialdemokratie; ich würde es vielmehr Traditionspflege nennen. Die gutbürgerliche SPD als Fels, der die Arbeiter vor der Brandung in Form eines feindseligen Staates schützt? Wo lebt ihr denn?

Könnte Rosa Luxemburg noch lesen, wie der Blick in ihre Zeit und auf ihre ehemalige Partei heute verklärt wird, sie würde sich vermutlich schämen.

Es hat die Fee doch sehr gequält, dass ihr der linke Flügel fehlt.
Ich sprach: „Da geht’s dir wie der SPD!“
Wise Guys – Kaiser Franz

In den NachrichtenPolitik
Überraschung: Geheimdienste operierten im Geheimen! (2)

ZEIT.de, 7. November 2013:

„Wir reden nicht über ein allgemeines No-Spy-Abkommen“, zitierte die New York Times jedoch einen ranghohen Mitarbeiter der US-Regierung.

ZEIT.de, 17. Dezember 2013:

Die USA verweigern Deutschland laut New York Times den Abschluss eines sogenannten Anti-Spionage-Abkommens.

ZEIT.de, 13. Januar 2014:

Immer mehr Informationen deuten darauf hin, dass das geplante No-Spy-Abkommen der Bundesrepublik mit den USA zu scheitern droht.

Es bleibt spannend.


Oh, USA – richtig. Ihr kennt das: Ihr wollt in aller Ruhe einen schönen entspannenden Kriegsfilm mit vielen schönen Leichen angucken, da geräuscht euch einer in den Film rein. Da gibt’s nur eine Lösung!

Weil ihn die Tippgeräusche auf dem Handy störten, hat ein Mann in einem Kino in Florida einen anderen Besucher erschossen. Der soll noch vor dem Beginn des Kriegsfilms „Lone Survivor“ eine SMS geschickt haben.

(Hoffentlich hat er wenigstens einen Schalldämpfer verwendet.) :irre:

In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstückePiratenpartei
Kurz verlinkt: Antifa, Kernkraft, Minimalismus

Sind in der Piratenpartei jetzt (ich berichtete) nur noch Verrückte? Aber nein! Vielmehr ist es eine radikale Minderheit, die den „normalen Piraten“ (Don Alphonso) die Arbeit unnötig erschwert. Teil dieser radikalen Minderheit ist auch Julia Schramm (das war die hier), die sich diese Woche mal als linksradikale Marxistin positioniert. Mal gucken, wo sie nächste Woche steht.

Beachtenswert ist auch, dass Christopher Lauer sich von derlei Umtrieben öffentlich distanziert. Sollte es in nächster Zeit wieder ruhiger um ihn werden, wäre das also nicht besonders überraschend.


Diese Meldung ist schon etwas älter, aber immer noch lesenswert: Kanada verbietet Kohlekraftwerke, um die Luft sauber zu halten; in Deutschland steigt die Braunkohleverheizung derweil auf neue Spitzenwerte, um den Energieverlust aufgrund des Ausstiegs aus der Kernkraft aufzufangen. Deutschland: Wo saubere Luft der Homöopathie geopfert wird.

(via @Nuklearia)


Ich bin ja nicht nur Musikfreund und politischer Agitator, sondern mache manchmal auch was mit Computern. In dieser Eigenschaft pries ich im Juni 2010 die Vorzüge eines minimalistischen Windows mit tastaturgesteuerter Fensterverwaltung. Unter Unix und seinen Nachbauten ist letztere nun schon seit vielen Jahren nichts Neues mehr, abseits von Gnome, KDE und Openbox gibt es eine Vielzahl an Fensterverwaltern, die die Arbeit im Vollbild wie auch mit mehreren Fenstern nebeneinander deutlich vereinfachen. Im Zusammenspiel mit dem Statistikwerkzeug conky lassen sich so flexible und vielseitig anpassbare Arbeitsumgebungen schaffen (alle drei Konfigurationen zeigen awesome mit conky in der „Haupt“- oder einer eigenen Leiste), in denen man zwischen Vollbild- und gekachelten Anwendungen sowie virtuellen Desktops (auch mehreren gleichzeitig) per Tastenkürzel (unter awesome frei konfigurierbar, standardmäßig dient die Windowstaste als „Modifikator“) wechseln kann. Spart Bildschirmplatz, erhöht die Produktivität. Im Forum von #! Linux gibt es einen mehr oder weniger ausführlichen Test (mit Bildern) von über 30 mal „kachelnden“, mal (wie KDE, Mac OS X und Windows) „schwebenden“ Fensterverwaltern abseits der „großen“ Desktopumgebungen, den ich jetzt einfach mal als Einstieg empfehle.

Piratenpartei
Nachtrag: Die Piraten zur Europawahl (2)

Während sich auf Twitter „die Piraten“ und „die Antifa“ und „die Feministinnen“ – siehe auch hier und hier und hier – mit „den Medien“ (man lese mal spaßeshalber die aktuellen Gespräche von Don Alphonso und verzweifle anschließend ein bisschen) verbal darum prügeln, welche der beteiligten Gruppen als heterogenster aller Zusammenschlüsse wohl die größten Anführungszeichen verdient hat, machen die anderen Piraten übrigens Wahlkampf.

Ich schrieb zur Aufstellungsversammlung für die Europawahl:

Dabei hätte es die Piratenpartei eigentlich ziemlich leicht; als Partei, die nicht aus Deutschland nach Europa exportiert werden musste, sondern die selbst in ihrem deutschen Ableger ein europäisches Produkt ist, muss sie das mit Europa nicht erst lernen, sondern kann sich auf ihre politischen Inhalte konzentrieren. Gerade in Europa wären die Kernthemen der Piratenpartei – strikte Ablehnung jeglicher Urheberrechtsverschärfungen zum Nachteil des Konsumenten, Kampf gegen den Patentwahnsinn, freie Bildung für alle und so weiter – eine höchst willkommene Alternative zu den gegenseitigen Versprechen für mehr Terrorbekämpfung, mehr Bürokratie und so weiter.

Die möglichen Themenschwerpunkte für die Europawahl sind nun gesetzt: „Demokratie-Upgrade“ (mehr Transparenz, mehr Mitbestimmung), Urheberrecht (vertreten durch Bruno Gert Kramm, dessen Reden ihr euch beizeiten mal anhören solltet, denn sie sind sehr gut) und Asylpolitik stehen auf der Agenda, letzteres dem Umstand geschuldet, dass die Piratenpartei Europa als Ganzes begreift. (Warum man mit dem „Tandem nach Brüssel“ ins Europäische Parlament nach Straßburg fahren möchte, ist mir nicht so ganz klar; aber darum soll es gerade mal nicht gehen. Immerhin schreibt auch das „Qualitätsmedium“ taz, die Piraten seien auf dem Weg nach Brüssel. Ist ja auch ganz hübsch dort.)

Die Kandidaten der Piratenpartei möchten also für Europa nicht wieder den gleichen Fehler machen wie anlässlich der Bundestagswahl 2013, sondern es ausnahmsweise mal wieder mit einem eigenen Profil versuchen; mit Themen, von denen sie Ahnung haben und die an das einstige image als progressive Partei anknüpfen, und nicht mit den üblichen Gemeinplätzen, die die anderen Parteien ebenfalls vertreten.

Gibt es schon innerparteiliche Kommentare zu diesem Themenplan? Klar; „stefan.pirat“ kommentierte:

Allerdings sollten wir auch im Blick haben, welches Thema “massenkompatibel” ist, damit wir auch potenzielle Wähler ansprechen, die nicht so ganz direkt in unserem derzeitigen Dunstkreis unterwegs sind.

Aber Massenkompatibilität ist genau das, was die Piratenpartei jetzt nicht braucht. Bloß nicht auffallen, bloß nicht anecken, bloß nicht anders sein? Zwar braucht man als Partei nur drei statt fünf Prozent, um die Europawahl erfolgreich zu gewinnen, aber warum dann die Piratenpartei? Weil wir uns so toll für Umwelt und Bildung einsetzen und weil wir irgendwas mit sozial im Programm haben? Nein, eine Reduktion auf die Kernthemen ist das Beste, was „die Piraten“ jetzt beschließen können.

„Die Piraten werden ja doch noch vernünftig?!“, fragt ihr jetzt vielleicht erstaunt. Nein, keine Sorge, das werden sie nicht. Menschlichkeit ist alles andere als Vernunft. Zumindest aber werden „die Piraten“ wieder eine Partei mit einer progressiven Agenda. Wenn die mit der Flagge sich nicht ein bisschen anstrengen, könnte man fast darüber nachzudenken, sie wieder zu wählen.

So weit ist es gekommen.

Piratenpartei
Blindgänger entschärft: Die Piraten zur Europawahl

Am 25. Mai 2014 wird zum achten Mal das Europäische Parlament gewählt. Natürlich hofft auch die Piratenpartei Deutschland auf die Möglichkeit zur Entsendung von Vertretern in selbiges, weshalb sie heute und morgen in Bochum eine entsprechende Liste zusammenwählt.

Dabei hätte es die Piratenpartei eigentlich ziemlich leicht; als Partei, die nicht aus Deutschland nach Europa exportiert werden musste, sondern die selbst in ihrem deutschen Ableger ein europäisches Produkt ist, muss sie das mit Europa nicht erst lernen, sondern kann sich auf ihre politischen Inhalte konzentrieren. Gerade in Europa wären die Kernthemen der Piratenpartei – strikte Ablehnung jeglicher Urheberrechtsverschärfungen zum Nachteil des Konsumenten, Kampf gegen den Patentwahnsinn, freie Bildung für alle und so weiter – eine höchst willkommene Alternative zu den gegenseitigen Versprechen für mehr Terrorbekämpfung, mehr Bürokratie und so weiter.

Sie könnte den Wähler eigentlich mit Themen überzeugen, die ihn im Jahr 1 nach Snowden wirklich bewegen, statt auf den Gemeinplätzen herumzureiten, die von kleinen Splittergruppen der Partei vehement verteidigt werden und die außerhalb Deutschlands noch weniger Relevanz besitzen als im Inland. Sie könnte die Schlagkraft einer europäischen Sammelbewegung von Wutbürgern demonstrieren, die die Piratenpartei ins Leben gerufen hatten, weil sie nicht mehr Bittsteller sein, sondern nicht weniger als die Welt ändern wollten.

Eigentlich.

Antifa-Flagge auf dem #bpt141

(leise weinend ab)

Im Grunde ist eine Fahne als Symbol des Anarchismus ein Widerspruch zum Aufstellen einer Liste für ein Parlament, oder?
Birgit Rydlewski

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Wie sich die „Femen“ einmal von der katholischen Kirche trollen ließen

MeisnerfaceUnd da wir gerade bei Spinnern waren, läuft mir hier die neueste Protestaktion der „Femen“ über den Ticker:

Eine erst seit Juni 2013 nicht mehr inhaftierte „Femen“-Aktivistin nutzte die Weihnachtsfeier im Kölner Dom für überaus kreativen Protest, indem sie sich in der unheiligsten aller Sprachen „I am God“ – „ich bin Gott“ – auf die Brüste schrieb und vor dem Kardinal (Meisner, das war der hier) fast nackt auf den Altar sprang. Mal abgesehen von der Offenbarung, die die Botschaft, man halte sich in seiner Rolle als körperfixierte Aktivistin für einen Gott, mit sich bringt: Wie muss man sich die Planung einer solchen Tat eigentlich vorstellen? Nein, anders: Wie kommt man auf den Quatsch?

Protest gegen die katholische Kirche kann ich verstehen, kreativen solchen finde ich normalerweise besonders löblich. Sich mitten in einer Messe aber selbst „nackt“ – mir scheint, für die Medien sei „nackt“ inzwischen identisch mit „hat obenrum nur Buchstaben an“, was ich insbesondere aus sprachlichen Gründen als bedauernswert empfinde – zum Gott zu erklären gehört nun eher nicht zu den Aktionen, die ich für einen wirkungsvollen Protest halte.

Hat ja auch nur bedingt geholfen:

Einem Bericht des „Kölner Stadtanzeiger“ zufolge segnete Meisner den Altar nach dem Vorfall mit einem kurzen Ritual neu ein und führte den Gottesdienst fort. (…) Am Ende des Gottesdienstes schloss er die Aktivistin in sein Gebet mit ein.

Die Identität des neuen Gottes kühl ignorierend die Entweihung des Tempels aufheben, während die verwirrte „Nackte“ (SPIEGEL ONLINE) wieder der weltlichen Macht übergeben wird, die obendrein nicht ungeschoren davonkommt, sondern für die auch noch vor dem Gott, gegen den sie antrat, um Gnade gebeten wird; das zeugt von, pardon!, Eiern. So schwer’s mir auch fällt: Respekt!

Ich salutiere den gelehrten Herrn!
Mephistopheles, „Faust“, Kap. 6

In den NachrichtenPolitik
„Wie geplant.“

Sätze, die tief blicken lassen:

Damit kann Angela Merkel am Dienstag wie geplant zum dritten Mal zur Kanzlerin gewählt werden.

(Hervorhebung von mir.)

Aber keine Sorge:

Um zu verhindern, dass die Partei zerreißt, hatte Gabriel das Mitgliedervotum vorgeschlagen.

Die Austritte aus der SPD werden sich erfahrungsgemäß in Grenzen halten. Mitgefangen, mitgehangen. Man will ja keinen Ärger. Wer hat die noch mal gewählt?

In den NachrichtenWirtschaft
Fluchhafenpingpong

Unter der Aufsicht von Klaus Wowereit wird der Berliner Flughafen nicht fertig. Klaus Wowereit tritt zurück.

Matthias Platzeck übernimmt. Der Flughafen wird immer noch nicht fertig. Matthias Platzeck wird krank und tritt zurück.

Was tun? Richtig:

Nach Informationen des Tagesspiegel wird Klaus Wowereit morgen an die Spitze des BER-Aufsichtsrates zurückkehren.

(Andererseits: Immerhin macht’s nicht der Hoeneß.)

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Die Lage der Nation (Stand: 11. Dezember 2013)

Ich könnte mich jetzt darüber lustig machen, dass ganz Twitter heute von einem Thema dominiert wurde, das keines ist: „Oh nein, heute werden viele von uns zum letzten Mal in ihrem Leben drei aufeinander folgende Zahlen im Datum erleben!“ (Oder eben auch: „OMGROFLMAO es ist der 11.12.13 um 14:15:16 Uhr und ich bin 17 Jahre alt, LOOOL.“)

Immer wen ich 11.12.13 i minere TL gsehne. Klatscht irgendwo uf dere Welt eh Chindergärtnerin vor stolz.
@MCKS237

Ich könnte mich darüber lustig machen, dass auf dem kommenden 30c3 mittels irgendwelcher Pappkarten („hab gewixt“) ein etwaiger Diskurs mit Zeigefingern statt Worten ausgetragen werden soll. Klar, so ein Nerd versucht den Kontakt mit anderen Menschen, die womöglich auch noch atmen, meist zu meiden. Was kann da schon schiefgehen?

Ein Mann wird verwarnt, weil er einer Frau die Tür aufhält. Eine Frau wird verwarnt, weil sie in Gegenwart von Männern eine Banane ißt.

Ich könnte mich darüber lustig machen, dass Ursula von der Leyen, die während ihrer Tätigkeit als Bundesfamilienministerin 2008 und 2009 den Aufstieg der Piratenpartei Deutschland maßgeblich gefördert hatte, indem sie sich für gesetzliche Zerstörung des freien Internets („Zugangserschwerungsgesetz“, vulgo „Kinderpornosperren“) einsetzte, in der kommenden Regierung nicht nur mal wieder das Ministerium wechseln (bald hat sie wohl die meisten relevanten Ministerien mal ausprobiert), sondern gleich ein ganz neues Ministerium bekommen könnte, das ihr wie auf den Leib geschneidert ist:

Demnach soll die derzeitige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ins Bildungs- und Forschungsressort wechseln und den neuen Bereich „Internet und Digitales“ dazu erhalten.

Aber eigentlich ist das alles zum Heulen.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Medienkritik in Kürze: Wie Sigmar Gabriel einmal log und die „taz“ es nicht bemerkte

560 Schriftsteller so:

WIR FORDERN DAHER, dass jeder Bürger das Recht haben muss mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem; dass er das Recht hat, zu erfahren, wo und zu welchem Zweck seine Daten gesammelt werden; und dass er sie löschen lassen kann, falls sie illegal gesammelt und gespeichert wurden.

Sigmar „Vorratsdatenspeicherung“ Gabriel so (Unterstreichung von mir):

Ein solcher Aufruf darf in der Politik nicht ungehört bleiben!

Seid ihr auch schon so gespannt auf die Internetpolitik der SPD wie ich, sofern die Koalition mit der „Union“ zustande kommt?


Die „taz“ so:

Verlogen? Genau! – Große Internetkonzerne wie Google oder Facebook starten eine Kampagne gegen Spionage. Selbst wollen sie auf das Datensammeln aber nicht verzichten.

Die „taz“ aber andererseits so: 8 „Tracker“ beim Seitenaufruf, unter anderem von Google Adsense und DoubleClick, das inzwischen Google gehört.

Verlogen? Genau!