Ein vermutlich bereits alter Witz, den ich gleichwohl erstmals auf Twitter gelesen hatte, geht ungefähr wie folgt: Zwei Menschen unterhalten sich, es fragt der eine: „Was machst du am Wochenende?“. Erschrocken fragt der andere: „Ich muss da was machen?“. Das ist lustig, weil es stimmt.
Ich muss gar nix außer schlafen, trinken, atmen und ficken
und so pünktlich, wie es geht, meine Steuer abschicken.
(Grossstadtgeflüster: Ich muss gar nix)
Selbst das morgendliche Aufstehen hat das Virus ja in einigen Branchen weitgehend zur Option hochgestuft. Man muss das Bett nicht mehr verlassen, um „im Büro“ zu sein, jedoch hat man dann statt eines oder mehrerer fantastischer anderer Personen nur sein Büro im Bett. Ob das nun unbedingt besser ist, möge selbst herausgefunden werden.
Weil dieses Twitter aber inzwischen völlig entkernt und geXt wird, „müsse“ man doch woanders angemeldet sein, teilt die Weltöffentlichkeit einander ungefragt mit und hängt zumeist die Information an, wo (und sowieso: unter Zuhilfenahme welcher Zugangsmittel) dieses „woanders“ denn derzeit stattzufinden habe. Ich empfinde es als ja gewöhnlich, dass Menschen eine Ernährung, ein Betriebssystem, eine Religion, eine Partei, eine Sexualität und/oder ein soziales Netzwerk haben, aber warum informieren sie einander darüber, ohne dass sie überhaupt danach gefragt wurden? – Es kann daran liegen, dass sie Gespräche nur noch als asynchrone Monologe verstehen. So funktioniert Kommunikation im Digitalen: Man plappert eben drauflos.















