MontagsmusikIn den NachrichtenWirtschaft
Jaz­ze­de­lics – Fire // Armut an die Front

ttaps!

Es ist Mon­tag. MariaDB, der zwei­te Ver­such des MySQL-Grün­ders, eine freie Daten­bank zu erschaf­fen, ist – wie sich das für freie Soft­ware eben so gehört – an der Bör­se und fast plei­te. Ich bin gespannt, wie die näch­ste Ite­ra­ti­on wohl hei­ßen wird, wenn MariaDB (wie zuvor MySQL) von einem Heu­schrecken­kon­zern weg­ge­kauft wird. Hof­fent­lich bringt bald mal jemand eine drit­te Daten­bank raus.

Beob­ach­tung in den „sozia­len Medi­en“: Ange­sichts der Ver­ve, mit denen der Rest der „Lin­ken“ (also der gleich­na­mi­gen Par­tei) sich an Sahra Wagen­knecht unbe­irrt abzu­ar­bei­ten fort­setzt, könn­te man mei­nen, das gesam­te Wahl­pro­gramm sel­bi­ger Par­tei bestehe kom­plett aus Sahra Wagen­knecht. So was kommt von so was. Die­sel­be Bla­se wirft auch immer noch mit Hit­ler­ver­glei­chen für den rus­si­schen Prä­si­den­ten um sich. Wer Putin aller­dings „den neu­en Hit­ler“ oder – noch beknack­ter – „schlim­mer als Hit­ler“ nennt, kün­digt damit letzt­lich die histo­ri­sche Sin­gu­la­ri­tät des Holo­causts ein­sei­tig auf. Kann man schon machen, ist dann halt nicht links.

Apro­pos, die Über­schrift der (ver­gan­ge­nen) Woche: Baer­bock for­dert bei G20-Tref­fen Frie­den, wäh­rend Deutsch­land auf­rü­stet. Krieg ist Frie­den. Vor­wärts­ver­tei­di­gung für das Gute. Wie, es gibt Armuts­be­trof­fe­ne, die kein Dach über dem Kopf haben? Sol­len die halt in einen Pan­zer zie­hen. – Das Sozi­al­sy­stem der Bun­des­wehr – im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört – unter­zu­ord­nen wird von Bun­des­mi­ni­stern längst auch offen (Archiv­ver­si­on) für eine gute Idee gehal­ten. Dass die für Hartz IV maß­geb­lich ver­ant­wort­li­chen Par­tei­en SPD und Grü­ne das eben­so offen anpran­gern, ist als Trep­pen­witz jeden­falls so groß­ar­tig, dass ein paar Sati­ri­ker ver­mut­lich gera­de ernst­haft über ihre Berufs­wahl nach­den­ken. Auf die Kir­che kön­nen die Armuts­be­trof­fe­nen dabei nicht hof­fen, die möch­te mit Frie­den jeden­falls in Bre­men auch nichts zu tun haben. Klar: Ohne Schwert kei­ne Mis­si­on, ohne Mis­si­on kei­ne Mone­ten. Amen.

Immer­hin haben die da oben jetzt die Schufa und das olle Gekif­fe lega­li­siert, also sowohl ein Unrecht als auch eine Opti­on, die­ses Unrecht zu ver­ges­sen. Fra­ge: War­um gibt es immer noch eine Liste der „nicht ver­kehrs­fä­hi­gen Betäu­bungs­mit­tel“ und war­um steht Tabak da noch nicht drauf, aber Koka­in, das weder die eige­ne Lun­ge noch die Umste­hen­den schä­digt, doch?

Nils Wischmey­er sug­ge­stiv­fragt unter­des­sen für die „Süd­deut­sche Zei­tung“: „Älte­re Men­schen leben oft allein in vier Zim­mern oder in Ein­fa­mi­li­en­häu­sern. Das ver­knappt den Markt für jun­ge Fami­li­en. Lässt sich das nicht bes­ser ver­tei­len?“ Klar: Jun­ge Fami­li­en ins Heim stecken und den alten Men­schen ihr hart erar­bei­te­tes Eigen­heim las­sen. Viel­leicht wird die Qua­li­tät in den Hei­men dann auch end­lich wie­der bes­ser.

Mehr als 70 Pro­zent der trans­se­xu­el­len Gefäng­nis­in­sas­sen in Groß­bri­tan­ni­en sei­en wegen sexu­el­ler Gewalt dort, infor­miert unge­fragt der „Tele­graph“. Völ­lig gewalt­frei sexua­li­sie­rend ist und bleibt unter­des­sen: Musik. War­um nicht mal etwas ande­re?

Fire

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Weni­ger Mehr dank der SPD

SPD.de, 18. Sep­tem­ber 2021:

In jedem Jahr sol­len bun­des­weit min­de­stens 400.000 Woh­nun­gen neu gebaut wer­den. Dar­un­ter soll­ten min­de­stens 100.000 öffent­lich geför­der­te Woh­nung [sic! A.d.V.] sein. (…) Mehr bezahl­ba­re Woh­nun­gen gibt es nur mit der SPD.

Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Woh­nen, seit Ende 2021:

Seit dem 8. Dezem­ber 2021 ist Kla­ra Gey­witz (SPD) Bun­des­mi­ni­ste­rin für Woh­nen, Stadt­ent­wick­lung und Bau­we­sen im Kabi­nett Scholz.

tagesschau.de, 20. Febru­ar 2024 (Archiv­ver­si­on):

„Vor allem wegen der stark gestie­ge­nen Bau- und Finan­zie­rungs­ko­sten ist der Woh­nungs­neu­bau in Deutsch­land oft­mals nicht mehr mög­lich. Die Poli­tik hat die Rah­men­be­din­gun­gen bis­lang nicht ent­schei­dend ver­bes­sert“, kri­ti­sier­te ifo-Bau­ex­per­te Lud­wig Dorf­f­mei­ster. (…) 2024 dürf­ten den Stu­di­en­au­toren zufol­ge nur etwa 265.000 neue Woh­nun­gen gebaut wer­den.

In die­sem Jahr fin­den meh­re­re Wah­len statt. Das hat alles nichts mit­ein­an­der zu tun.

NetzfundstückeNerdkrams
Kom­pli­zier­tes Makro­blog­ging

Auf Mast­o­don ent­wickel­te sich unlängst eine kur­ze Dis­kus­si­on dar­über, ob der Unter­schied zwi­schen Micro­blog­ging (Twit­ter, Mast­o­don, so was halt) und rich­ti­gen Blogs sich wirk­lich an der Zei­chen­zahl fest­ma­chen lie­ße oder ob man nicht auch ein zwölf­sei­ti­ges Essay in ein Micro­blog schrei­ben kön­nen soll­te, ohne dabei das Medi­um ad absur­dum zu füh­ren.

Mei­ner etwas ver­wun­der­ten Fra­ge, ob denn nicht die Exi­stenz­be­rech­ti­gung von „Micro­blog­ging“ dar­in begrün­det lie­ge, dass man sich kurz fas­sen müs­se, wur­de ent­geg­net, dass der gro­ße Unter­schied mit­nich­ten in der Län­ge (klar: ich habe auch schon Din­ge „gebloggt“, die pro­blem­los in eine SMS-Nach­richt gepasst hät­ten), son­dern im Medi­en­bruch zu fin­den sei. Beim Micro­blog­ging habe man das Ein­ga­be­feld jeder­zeit zur Hand, bei nor­ma­len Blogs sei­en mit einer Publi­ka­ti­on wei­te­re Spe­renz­chen ver­bun­den. Nun mag ich ja Spe­renz­chen beim Schrei­ben, aber das Argu­ment war den­noch über­zeu­gend: Wenn man in den stän­di­gen Strom von Gedan­ken ein­fach rein­brül­len kann, statt ihn unter­bre­chen zu müs­sen, um sich an ihm zu betei­li­gen, ist die Mit­mach­schwel­le ver­mut­lich deut­lich nied­ri­ger.

Im guten alten Mit­mach­in­ter­net, also in News­groups (für die Jün­ge­ren: das ist was ande­res als Face­book) und Mai­ling­li­sten, war und ist ein sol­cher nied­rig­schwel­li­ger Sprung zwi­schen Lesen und Schrei­ben bis heu­te Usus. In einem Fen­ster liest man, im ande­ren Fen­ster (gern auf dem­sel­ben Bild­schirm irgend­wo unter, über oder neben dem Lese­text) schreibt man. Natür­lich könn­te man das auch mit einem han­dels­üb­li­chen Blog nach­bil­den, wenn man einen gro­ßen (oder einen zwei­ten) Bild­schirm hat, aber der Fluss geht durch den Fen­ster­wech­sel den­noch ver­lo­ren. Stimmt schon.

Dass Blogs und Publi­ka­tio­nen wie die­se hier immer noch die bes­se­re (weil: im Best­fall län­ger­le­bi­ge) Form des Ins­in­ter­net­schrei­bens sind als Micro­blogs, möch­te ich auf kei­nen Fall als im Zwei­fel ste­hend for­mu­liert wis­sen. Rich­tig ist trotz­dem, dass in der schnelllebi­gen Zeit, in der zu leben wir das Miss­ver­gnü­gen haben, das klu­ge Aus­for­mu­lie­ren von Tex­ten auf Sen­der- und Emp­fän­ger­sei­te zuse­hends schwe­rer wird, weil der häpp­chen­wei­se Kon­sum, das Infor­ma­ti­ons-Fast­food, längst das nahr­haf­te, aber eben auch aus­gie­bi­ge Mahl ver­drängt hat. Die sich auf­lö­sen­den Struk­tu­ren auf Dis­kus­si­ons­platt­for­men tun hier ihr Übri­ges: Inspi­riert von Quatsch­por­ta­len wie eben Face­book haben die mei­sten Dis­kus­si­ons­fo­ren ihre Baum­struk­tu­ren auf­ge­ge­ben, was die gleich­zei­ti­ge Bespre­chung meh­re­rer The­men wie unge­ord­ne­tes Geschnat­ter wir­ken lässt. Zusam­men­hän­ge sind so 90er.

Ich weiß nicht, wie man das lösen kann. Das stört mich dar­an am mei­sten.

Persönliches
Minia­tu­ren (20.02.24)

Dass Poli­ti­ker, deren Auf­ga­be die Umset­zung der Inter­es­sen des Vol­kes ist, bewaff­ne­ten Per­so­nen­schutz gegen die­ses Volk haben, löst das fal­sche Pro­blem.


Ich den­ke dar­über nach, künf­tig wie­der häu­fi­ger eine Arm­band­uhr zu tra­gen. Mit einem Smart­phone als Arm­band­uhr­er­satz bekommt man eigent­lich jedes Mal, wenn man wis­sen will, wie spät es ist, erschreckend schlech­te Lau­ne und bei Ren­dez­vous und Vor­stel­lungs­ge­spräch über­dies einen Rüf­fel. Stil ist nun mal eine Kunst, aber – Beu­ys zum Trot­ze – nicht jeder ist ein Künst­ler.


Wenn man mit einem gebro­che­nen Arm in der Öffent­lich­keit auf­tritt, schei­nen die gesell­schaft­li­chen Gepflo­gen­hei­ten exakt zwei mög­li­che Reak­tio­nen zuzu­las­sen: auf­rich­tig klin­gen­des Bedau­ern oder ver­schäm­tes Weg­gucken. So zu tun, als wäre der Bebro­che­ne immer noch der­sel­be Mensch wie sonst, scheint den Rah­men des Zuläs­si­gen zu durch­bre­chen und tritt daher nicht auf. Scha­de, dass das bei gei­sti­gem Bruch nicht auch so ist.


Mor­gen schmei­ßen die Men­schen wie­der Müll (hier: Reste eines Erd­be­ob­ach­tungs­sa­tel­li­ten) ins Meer. Im Namen der Wis­sen­schaft. Viel­leicht soll­te jemand eine Wis­sen­schaft erfin­den, bei der man Pla­stik­tü­ten und/oder ‑trink­hal­me (buh!) ins Meer schmei­ßen muss. Und dann gucken wir mal, was pas­siert.


„Kriegs­tüch­tig“ ist ein trau­ri­ges Wort für den Wunsch, in eine Schie­ße­rei zu gera­ten.

Sonstiges
Caaaaaaarl.

Heu­te vor 15 Jah­ren wur­de die erste Epi­so­de der You­Tube-Serie „Llamas with Hats“ ver­öf­fent­licht. Ich ermu­ti­ge hier­mit jeden mei­ner Leser aus­drück­lich dazu, kei­nes­falls dar­über nach­zu­den­ken, was das für den Abgleich des eige­nen Alters mit dem gefühl­ten Alter bedeu­tet. Das tötet Men­schen.

In den NachrichtenWirtschaftMontagsmusik
Speck – Krau­to­bahn, unbe­grenzt // ChatGPT, aus­die­nend

Montag ist Pandatag

Es ist Mon­tag. Klein ist lecker. So ein­fach kann die Welt manch­mal sein.

Neu­es aus dem Föje­tong (Poli­tik ist das ja nun wirk­lich nicht): Der „Kreml-Kri­ti­ker“ („F.A.S.“) und mut­maß­li­che Depp Ale­xej Naval­ny ist mit­samt sei­nem „ein­sa­men Mut“ (ebd.) tot. Der „Deutsch­land­funk“ hat ein Foto (Archiv­ver­si­on) von einer damit ver­bun­de­nen Demon­stra­ti­on in Ber­lin. Ich fin­de das Dar­ge­bo­te­ne enorm tra­gi­ko­misch anzu­se­hen. Es erscheint mir im Übri­gen zumin­dest bemer­kens­wert, wie sym­pa­thisch den Deut­schen ein Herr mit frag­wür­di­gem Moral­kom­pass wird, sobald sich sel­bi­ger mit dem Bösen anlegt. Fra­ge: wie geht es eigent­lich Juli­an Assan­ge gera­de?

Die­sel­be „F.A.S.“ titelt bedeu­tungs­schwan­ger: „Pro­gram­mie­rer haben aus­ge­dient“. Das lie­ge dar­an, dass es heut­zu­ta­ge ja ChatGPT gebe. Alex­an­der Wul­fers, der Autor des Arti­kels, wird hier­mit von mir her­aus­ge­for­dert, mit ChatGPT feh­ler­frei­en Code in weni­ger Zeit zu „schrei­ben“ als ich ohne ChatGPT, und dann gucken wir mal, wer hier aus­ge­dient hat. (Aber, nur weni­ge Sei­ten spä­ter: „Inti­me Chat­bots sind nicht ver­trau­ens­wür­dig“; ach so.)

Wir blei­ben bei der Wirt­schaft: Deutsch­land sol­le ein „Wachs­tums­chan­cen­ge­setz“ bekom­men, ent­neh­me ich des Wei­te­ren den Wirt­schafts­nach­rich­ten. Davon haben die Kon­su­men­ten („Ver­brau­cher“) zwar immer noch nicht mehr Geld im Porte­mon­naie, um sich schö­ne Din­ge lei­sten zu kön­nen, aber wenig­stens kön­nen die Kon­zern­chefs sich einen neu­en Por­sche kau­fen. Der Aschen­be­cher im alten ist bald voll.

Die besten Din­ge im Leben kosten indes sowie­so nichts: Luft, Lie­be und Musik.

Krau­to­bahn, unbe­grenzt

Guten Mor­gen.

Persönliches
Ich möch­te nicht dau­ernd über Poli­tik reden.

Ich sol­le doch Stel­lung bezie­hen zu einem Krieg in einem fer­nen Land, zu einer sozia­len Unge­rech­tig­keit auf einem ande­ren Kon­ti­nent oder auch nur zu einem Wahl­er­geb­nis in einem Bun­des­land, in dem ich nicht woh­ne, sagen sie. Mache ich das nicht, dann machen sie das für mich, sagen sie. Es erscheint mir aber nicht erstre­bens­wert, ein­mal ein so lang­wei­li­ges Leben zu haben wie die­je­ni­gen Men­schen, die tag­ein, tag­aus über kaum ande­res reden als die Krie­ge ande­rer Leu­te, das Leid ande­rer Sozio­to­pe und die Toten ande­rer Län­der, von die­ser Publi­ka­ti­on hier ein­mal abge­se­hen.

Es gibt kein gerech­tes Leid. Die­ser Satz deckt sämt­li­che denk­ba­ren Fäl­le zwecks Stel­lungs­be­zug voll­kom­men ab. Die gewon­ne­ne Zeit kann genutzt wer­den, um, wäh­rend ande­re Leu­te sich auf­re­gen, statt­des­sen eine schö­ne Tas­se Tee zu trin­ken. Das Leben ist zu kurz, um dau­ernd eine Mei­nung haben zu müs­sen.

In den NachrichtenNerdkrams
</reddit> (2): Der frü­he Vogel bleibt unver­kauft.

Na, immer noch nicht das red­dit-Kon­to gelöscht? Es fehl­ten noch Anrei­ze, weil das API sowie­so immer egal war? Kein Pro­blem, red­dit lie­fert: Dem­nächst wer­den eure Bei­trä­ge an ein „KI“-Unternehmen ver­scher­belt und ihr seht kei­nen Cent davon.

Vie­le von denen, die letz­tes Jahr „jetzt aber wirk­lich“ nicht mehr auf red­dit sein woll­ten, sind selt­sa­mer­wei­se immer noch dort. Die Men­schen sind genüg­sam gewor­den.

Sonstiges
End­lich pres­se­re­le­vant.

In einer bizar­ren Pres­se­mit­tei­lung – hier aus dra­ma­tur­gi­schen Grün­den nicht ver­linkt – miss­ver­steht ein Kreis­ver­band der Grü­nen die Absicht hin­ter die­ser Publi­ka­ti­on:

Äuße­run­gen (…) auf sei­nem Blog „hirn­fick 2.0“ (…) las­sen einen nur den Kopf schüt­teln.

Alles rich­tig gemacht.

Nerdkrams
Kurz ange­merkt zum I Love Free Soft­ware Day

Einen Tag, an dem man Leu­ten wie mir, zu deren unge­sel­li­gen Hob­bys es zählt, ab und zu mal Pro­gramm­code unter einer wirk­lich frei­en Lizenz ins Inter­net zu wür­gen, obwohl es an schlech­tem Code, der kei­ne real exi­stie­ren­den Pro­ble­me löst, bereits kaum man­gelt, zwar kei­ne Blu­men und/oder Pra­li­nen, wohl aber schreck­li­che share­pics („Teil­bil­der“) mit dem eige­nen Kon­ter­fei „schenkt“ (also von mir aus müss­te das jetzt nicht sein), ist zumin­dest kul­tu­rell eini­ger­ma­ßen vor­teil­haft, aber ich hät­te bit­te trotz­dem gern statt­des­sen die Pra­li­nen.

PolitikIn den Nachrichten
Schmal­hans des Tages: Andre­as Schwarz, SPD.

Die­ser Arti­kel ist Teil 18 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Die „Sozia­le Poli­tik für Dich“-Partei, deren im Euro­päi­schen Par­la­ment end­ge­la­ger­tes Alt­per­so­nal neu­er­dings offen von einer eige­nen Atom­bom­be für die beste EU, die man mit Geld kau­fen kann, feucht­träu­men darf, ohne dass jemand hin­geht und den ange­mes­se­nen Satz Back­pfei­fen ver­teilt, ist wie­der in ihrem Ele­ment:

Der SPD-Haus­halts­po­li­ti­ker Andre­as Schwarz sag­te dem Blatt [der „Süd­deut­schen Zei­tung“, A.d.V.], die Aus­ga­ben für Ver­tei­di­gung und Zivil­schutz soll­ten (…) dau­er­haft von der Schul­den­brem­se im Grund­ge­setz aus­ge­nom­men wer­den.

Deutsch­land müs­se drin­gend in den Zivil- und Kata­stro­phen­schutz inve­stie­ren und brau­che viel mehr Cyber­ab­wehr, Bun­ker, mobi­le Ope­ra­ti­ons­sä­le und Laza­rett­ver­sor­gung.

Und bes­se­re Schul­bil­dung, bes­se­re Gesund­heits­ver­sor­gung, bes­se­re Bahn- und Inter­net­in­fra­struk­tur und nicht zuletzt bes­se­re Armuts­be­kämp­fung. Aber gut. Sol­len sie halt Bun­ker essen.

Auch in die­sem Jahr kann man die SPD übri­gens wie­der aus Par­la­men­ten raus­wäh­len. Ich sag’s ja nur.

MontagsmusikPersönlichesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Frust­wut – Absturz // Kran­ken­haus­be­ob­ach­tun­gen

Jemandem die Stange halten.

Es ist Mon­tag. Mei­nen Dank für die zahl­rei­chen Gene­sungs­wün­sche. Euch esse ich zuletzt.

Ich bin immer noch mehr­far­big und nicht völ­lig intakt, aber zumin­dest kurz nach dem Absen­den die­ses Bei­trags wie­der aus dem lästi­gen Kran­ken­haus raus. Alles war – jen­seits der offen­sicht­li­chen Klas­sen­un­ter­schie­de zwi­schen Pri­vat- und Kas­sen­pa­ti­en­ten (war­um eigent­lich?) – dort zwar nicht ange­nehm (zwei­fel­los ein sadi­sti­scher Wich­ser ist, wer sich ver­meint­lich in einem sog. „sozia­len Beruf“ enga­gie­ren möch­te, nur um in den Zim­mern der wegen Schmer­zen oder wegen der unge­wohn­ten Umge­bung oder wegen der son­sti­gen äuße­ren Umstän­de oder wenig­stens aus Prin­zip ohne­hin schlecht Schla­fen­den mornx um nicht-mal‑7 „GUTEN MORGEN“ brül­lend das Flut­licht ein­zu­schal­ten), aber wenig­stens akzep­ta­bel, bis ich einen Zim­mer­nach­barn bekam, dem Stil­le zuwi­der zu sein schien. Es ver­ging auch ohne mei­ne eige­ne Teil­nah­me kei­ne Minu­te ohne ein über das Atmen hin­aus­ge­hen­des Geräusch, vom Sin­gen (immer nur Rein­hard Mey oder Udo Jür­gens und immer nur das­sel­be Lied und immer nur die­sel­be Text­stel­le, latür­nich) über Pfei­fen und Selbst­ge­sprä­che bis hin zum Pusten und Schmat­zen. Lei­der hät­ten sämt­li­che mir zur Ver­fü­gung ste­hen­den Metho­den der mit­tel­fri­sti­gen Lin­de­rung die­ses Trei­bens die Geräusch­ku­lis­se nur geän­dert, aber nicht besei­tigt. Ich has­se Men­schen. – Ich ver­mu­te, bereits vor meh­re­ren Sät­zen habe ich sämt­li­che Leser unter 20 Jah­ren ver­lo­ren. Das ist in Ord­nung.

Fra­ge: Gibt es eigent­lich Rabatt auf Gehirn­chips, wenn man mit gele­gent­li­chen Wer­be­ein­blen­dun­gen ein­ver­stan­den ist? – Als wäre die EDV ohne sol­che Fra­gen noch nicht depri­mie­rend genug: Docker und ähn­li­chen „Container“systemen unge­se­hen zu ver­trau­en ist jetzt nicht mehr nur theo­re­tisch, son­dern auch prak­tisch eine nach­weis­lich dum­me Idee. Man­che Pro­ble­me löst man nicht mal mit sie­ben Pro­xys und mehr Fire­walls. Die „künst­li­che Intel­li­genz“ ist auch kei­ne beson­de­re Hil­fe mehr, seit man ihr dazu rät, ab und zu mal ein Nicker­chen zu machen. Ich per­sön­lich neh­me „künst­li­che Intel­li­genz“ ja erst ernst, wenn sie auch mal nach dem Sau­fen einen Kater hat.

Die bür­ger­li­che Pres­se hat kei­ne Ahnung von Arbeit. Dazu passt: Zur Fra­ge „was denkt Putin?“ auch mal Putin zu fra­gen, sei rechts­au­ßen (Archiv­ver­si­on), kol­por­tiert die Demo­kra­tie­ab­ga­be. Ja, wen denn sonst? Da den­ke ich über die Anschluss­fra­ge, seit wann man den Prä­si­den­ten nicht mehr dekli­niert („Carl­son inter­viewt Prä­si­dent“, roma­nes eunt domus), ja schon gar nicht mehr nach.

Einer von 20 Men­schen ist ein Sozio­path, und sie alle spie­len in der Öffent­lich­keit Musik direkt aus dem Laut­spre­cher ihres Tele­fons. Ich emp­feh­le hier­für inso­fern Kopf­hö­rer oder ein eige­nes Zuhau­se: Musik.

Absturz

Guten Mor­gen.