MusikPolitikIn den NachrichtenKaufbefehle
Bären, Bill und Medi­en­kri­tik II

Hol­la, welch ereig­nis­rei­che Tage lie­gen hin­ter uns und krüm­men sich vor Schmer­zen.

Fan­gen wir mit dem an, was die Men­schen wohl zur­zeit am mei­sten bewegt, von dem ich jedoch auf­grund mei­nes nahe­zu inak­ti­ven Medi­en­kon­sums nur ver­se­hent­lich in Kennt­nis gesetzt wur­de. Nein, nicht so irrele­van­ter Käse wie der syste­ma­ti­sche Mas­sen­mord in der Gegend um (T)Chi­na (dazu spä­ter mehr), son­dern weit bou­le­var­deske­res, das jedes Leid der Welt mühe­los, so scheint es, in den Schat­ten zu stel­len weiß:

BILD-Deutsch­land hat einen neu­en Bärenskan­dal.

Es ist schon ein Unding, dass ein Bär, der in einem mit­tel­eu­ro­päi­schen Zoo der­art umsorgt wird, dass er sei­ne natür­li­che Umge­bung längst ver­drängt zu haben schien, sich plötz­lich sei­ner ani­ma­li­schen Instink­te besinnt und die sein Gehe­ge säu­bern­den Tie­re, mit­hin also sei­ne Raum­rei­ni­gungs­fach­kräf­te f.k.a. Putz­fi­sche, ver­speist.
Da es sich m. W. immer­hin um inlän­di­sche Fische han­delt, könn­te man, hät­te man die not­wen­di­ge Chuz­pe, gar behaup­ten, der einst­mals nied­li­che süße Knut sei eine Gefahr für jeden deut­schen Fisch, und von dort ist’s bekannt­lich nicht weit zu einer Gefahr für die öffent­li­che Sicher­heit.

Indes bin ich der törich­ten Ansicht, der Abschuss eines wei­te­ren Bären erzeug­te in die­sem Land kein all­zu gro­ßes Medi­en­echo mehr, zumal sich Bären mit alber­nen Namen in die­sem Land ja nahe­zu infla­tio­när ver­meh­ren. „Bru­no, Knut und Flocke“; soll­te ich einst durch eine wie auch immer gear­te­te Fügung des Schick­sals mich Roman­au­tor nen­nen dür­fen und die Nach­fol­ger der Drei ??? oder auch nur TKKG kre­ieren wol­len, so sind dies schon jetzt ein­präg­sa­me und kin­der­buch­ge­rech­te Namen für die Prot­ago­ni­sten. Fein, fein, kei­ne Fra­ge.

Eine hin­ge­gen über­aus berech­tig­te Fra­ge ist’s, wer oder was den Bären an sich nun der­art ins Zen­trum des öffent­li­chen Inter­es­ses zu rücken weiß. Die oft als Argu­ment miss­brauch­ten Knopf- bzw. lei­der eben nur knopf­ähn­li­chen Augen der Jung­tie­re sind schon seit min­de­stens 24 Jah­ren nicht mehr über­ra­schend, und in jun­gen Jah­ren ist, mit Aus­nah­me des Men­schen, eigent­lich jedes Tier eini­ger­ma­ßen süß; vor allem Pin­gui­ne, deren inter­es­san­tes Äuße­res, den Kino­fil­men ver­gan­ge­ner Jah­re zufol­ge, das öffent­li­che Bewusst­sein allem Anschein nach bereits erreicht zu haben schien.


Wo Deutsch­land sich ja zur Ablen­kung von den stän­di­gen schlech­ten Nach­rich­ten (Steu­er­erhö­hun­gen, Krieg et.al.) ohne­hin gern mit Sym­bol­fi­gu­ren um- bzw. ein­gibt, und sei es nur der so genann­te Sän­ger der Mäd­chen­rockträ­gergrup­pe Tokio Hotel, bei des­sen Vokal­dis­har­mo­nien ich per­sön­lich mit­un­ter den Wohl­klang des durch­aus umstrit­te­nen Gesangs von Dag­mar Krau­se erst so rich­tig zu schät­zen begin­ne; über Musik­ge­schmack (sie­he auch wei­ter unten) lässt sich bekannt­lich mit­un­ter treff­lich strei­ten.

Und die­ser Bill ist doch nun wirk­lich zum Knud­deln. Hilf­los wie ein Eis­bär liegt er da und lässt sich sei­ne Stim­me ent­feh­lern, total süß umringt von sei­nen lie­ben­den Ven­ti­la­to­ren, und damit er die sprach­lo­se Zeit min­de­stens so gut zu über­ste­hen weiß wie bspw. ich, gibt er zuvor diver­sen ande­ren Klatsch- und Tratsch­hei­nis münd­li­che und im Anschluss der renom­mier­ten Fach­zeit­schrift Vani­ty Fair ein schrift­li­ches Inter­view, in dem er der Welt all das mit­teilt, was BILD und BRAVO ihm bis­lang nicht zu ent­locken wuss­ten, unter ande­rem eben, dass er von Grou­pies nicht viel hält („Grou­pie-Sex ekelt mich an“ und ver­mut­lich vice ver­sa); und ich kom­men­tie­re eini­ge Aus­zü­ge des­sel­ben nun­mehr wie folgt:

Ich war nicht jemand, der sich mel­det und dann lei­se erzählt. Ich war immer am Rum­schrei­en.

Eini­ge schlech­te Eigen­schaf­ten aus frü­her Kind­heit legt ein Mensch zeit sei­nes Lebens nicht mehr ab, heißt es.

Ich wuss­te immer, dass ich die Schu­le nicht brau­che, weil ich Sän­ger wer­de.

Frei über­setzt scheint dies eine wert­vol­le, bereits dut­zend­fach erfolg­reich erprob­te Regel für jeden ange­hen­den Pro­mi­nen­ten zu sein:
Haupt­sa­che reich und berühmt, Bil­dung wäre dem Erfolg nur hin­der­lich.

Ich hat­te im Sin­gen immer schlech­te Noten, weil ich irgend­wel­che Volks­lie­der sin­gen muss­te.

Rich­ti­ges Ein­ge­ständ­nis, aber fal­scher Schluss. Scha­de!

Manch­mal gucken wir uns an und müs­sen lachen, weil wir uns nicht vor­stel­len kön­nen, dass jemand ein Poster von einem von uns im Zim­mer hat.

Das geht mir übri­gens ähn­lich.

Indes, mit 1½ Sät­zen schaff­te es der Befrag­te in mei­nem Anse­hen wider Erwar­ten deut­lich zu stei­gen, wes­halb ich die­sen Teil des heu­ti­gen Ein­trags auch mit ihnen been­de:

VF: Haben Sie schon mal zu einem Mäd­chen gesagt: „Ich lie­be dich“?
B.K.: Ja. Habe ich aber nicht so gemeint.


Es wird also, wie man sieht, in der Tat Zeit, dass Deutsch­land sich nach neu­en süßen Sym­bol­fi­gu­ren umschaut; ana­log zu Eis­bär „Flocke“ wür­de sich der Bou­le­vard sicher auch für Haar­reh „Krisch­na“* bren­nend inter­es­sie­ren, allein schon wegen des bescheu­er­ten Namens.
Soll­te sich nun­mehr aber eine For­scher­see­le dar­an machen, ein eben­sol­ches Haar­reh (Nackt­re­he sind ver­mut­lich nicht all­zu foto­gen) tat­säch­lich zu züch­ten, so erbit­te ich zumin­dest, dass es mehr kann als nur däm­lich im Gehe­ge kau­ern und Fla­schen­milch sau­fen.

Wie wäre es zum Bei­spiel mit einer Ände­rung der Gang­art? Nicht immer die­ses drö­ge Reh­ge­hop­se; ein etwas unbe­hol­fe­ner Wackel­lauf sieht doch viel süßer aus. So ein rich­tig schön hilfs­be­dürf­ti­ges, leicht debi­les Säu­ge­tier wie auch eben­je­ner Bill – ein Traum.

Zumal in dem von jeder anstän­di­gen Welt­po­li­zei glo­ba­li­sier­ten Demo­kra­tie min­de­stens ver­hass­ten Chi­na der dies­jäh­ri­ge Wackel‑, äh, Fackel­lauf gro­ße glo­ba­le Krei­se zu zie­hen ver­mag.

Dabei sein ist alles, heißt es in Bezug auf die mit Olym­pia eigent­lich nur noch nament­lich ver­wand­ten moder­nen Olym­pi­schen Spie­le auch heut­zu­ta­ge, in einer Zeit der Gewin­ner, mit Blick auf das offen­bar all­ge­gen­wär­ti­ge doping in fast per­ver­ser Wei­se leit­spruch­ar­tig. Wen küm­mert da schon Tibet? Das Weni­ge, was uns an Tibet fas­zi­niert, ist ohne­hin in einer fast lebens­lan­gen Wan­der­aus­stel­lung stän­dig auch hier­zu­lan­de zu sehen. Oder?

Wie tön­ten schon einst Die Gol­de­nen Zitro­nen so tref­fend?
„Hier wur­de nie­mand aus­ge­grenzt im Wett­be­werb der Leuch­ten.“


Übri­gens und apro­pos „tönen“ wird es, trotz oder aber auch wegen all des obi­gen Wort­schwalls betreffs unsäg­li­cher popu­lar music, tat­säch­lich mal wie­der Zeit für eine Musik­emp­feh­lung. Doch wel­che?
Nun, auf­merk­sa­men Lesern könn­te mei­ne neu­er­li­che Affi­ni­tät zu der lei­der weit­hin unbe­kann­ten deut­schen bay­ri­schen Pro­gres­si­ve-Metal-Grup­pe High Wheel bereits auf­ge­fal­len sein.

Tat­säch­lich lau­tet mei­ne diesmo­na­ti­ge Emp­feh­lung wie folgt:
Kauft das Album Back from the void die­ser unglaub­lich fas­zi­nie­ren­den Musik­grup­pe, sobald ihr es irgend­wo fin­det!

Freun­de aktu­el­ler Por­cupi­ne-Tree-Ver­öf­fent­li­chun­gen, aber auch der frü­hen Van-der-Graaf-Gene­ra­tor- und Yes-Wer­ke, die oben­drein von Gesangs­chö­ren ähn­lich Gent­le Giant ange­tan sind (ins­be­son­de­re das Lied Void hat sel­bi­ge zu bie­ten), soll­ten einen Blind­kauf wagen; die­je­ni­gen unter euch, lie­be Leser, denen das mal so abso­lut nichts sagt und die dies auch nicht zu ändern geden­ken, wer­den nach dem unver­bind­li­chen Rein­hö­ren noch immer ihre vor­schnel­le Ent­schei­dung gege­be­nen­falls zu revi­die­ren fähig sein.

Ich mei­ner­seits, wäh­rend der ver­gan­ge­nen Tage stets von anspruchs­vol­ler Musik umge­ben, benö­ti­ge nun erst ein­mal ein wenig seich­ten Pop­scheiß, um wie­der auf­nah­me­be­reit zu sein. Take on me!

PolitikIn den Nachrichten
„Das schön­ste am Blog­gen ist das Über­schrif­ten­aus­den­ken“ / Popu­li­sten unter sich

In dem Video wer­den Bil­der von Anschlä­gen radi­ka­ler Isla­mi­sten und des ermor­de­ten nie­der­län­di­schen Regis­seurs Theo van Gogh neben Koran­sze­nen gezeigt. Die Stim­men von Opfern der Anschlä­ge am 11. Sep­tem­ber 2001 kurz vor ihrem Tod sind zu hören, eben­so radi­ka­le Pre­di­ger, die zur Ent­haup­tung der Juden auf­ru­fen. Ein Mäd­chen ist zu sehen, das Juden als Schwei­ne und Affen bezeich­net – eben­so Lei­chen von Ter­ror­op­fern und Ent­haup­tungs­sze­nen aus dem Irak.

Ver­weist der zitier­te Textaus­schnitt rein inhalt­lich noch auf einen durch­aus unter­stüt­zens­wer­ten Film, der die durch radi­ka­len Isla­mis­mus ent­stan­de­nen Pro­ble­me unse­rer Zeit scho­nungs­los auf­deckt, was immer das heißt, so schafft es der gerüch­te­wei­se SPD-nahe SPIEGEL doch immer wie­der, aus Nach­rich­ten durch blo­ße For­mu­lie­run­gen eine Pri­vat­feh­de zu schmie­den.

Denn der Film, um den es geht, stammt nicht von irgend­wem und ist natür­lich schon aus ethi­schen Grün­den nicht als Zeit­kri­tik zu ver­ste­hen, son­dern:

Der nie­der­län­di­sche Rechts­po­pu­list Geert Wil­ders hat sei­nen Koran-feind­li­chen Film […] ins Inter­net gestellt.

[…]

Sei­ne rechts­po­pu­li­sti­sche Pro­test­par­tei PVV for­dert unter ande­rem einen Ein­wan­de­rungs­stopp für Mus­li­me und ein Ver­bot des Koran.

Seit mehr als vier Jah­ren fällt Wil­ders durch Hass­ti­ra­den und respekt­lo­se Bemer­kun­gen in den Nie­der­lan­den auf […].

(Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Was aber nun, lie­ber Anony­mus plö, c/o SPIEGEL.de, möch­te die­se Nach­richt mit­tei­len?
Film gut, aber Autor Islam­kri­ti­ker, also Nazi, also Film wie­der­um schlecht?

Da habe ich wohl etwas miss­ver­stan­den.


(Das Zitat in der Über­schrift stammt übri­gens von einem wei­te­ren Web­log­ger, um freund­li­che oder zumin­dest bemüht höf­li­che Beach­tung wird gebe­ten.)

Netzfundstücke
Und aber­mals, Welt­geist!

Am kom­men­den Diens­tag, den 25.03.08 wird Bushi­do in der Talk­show „Johan­nes B. Ker­ner“ zu Gast sein, um u.a. über das The­ma „Die deut­sche Spra­che“ zu reden. Wir sind dar­auf schon jetzt sehr gespannt und wün­schen wie immer gute Unter­hal­tung.

Dass das Inter­net vol­ler ver­werf­li­cher Inhal­te steckt, ist wohl alt­be­kannt; nicht ver­ges­sen soll­te man aller­dings, dass auch sie oft wah­re Mei­ster­lei­stun­gen des oft beschwo­re­nen Welt­geists offen­ba­ren; die besten Komö­di­en schreibt lei­der nicht mehr das Leben selbst, son­dern aus­ge­rech­net der Ker­ner.

Mei­ner­seits habe ich die Sen­dung lei­der ver­passt; daher erneut:
Wie war’s?

(Ka-na-da: India­ni­sches Wort für „nie­mand zu Hau­se“. Na ja.)

MusikSonstiges
Spen­den­auf­ruf im Namen aller Musik­freun­de :-)

In Zei­ten wie die­sen, in denen das, was in den an sich gar nicht mal so schlech­ten 60-er Jah­ren min­de­stens eine untrag­ba­re Lärm­be­lä­sti­gung genannt wur­de, die wer­weiß­wie rele­van­ten Charts hin­auf­steigt, ist es Tag für Tag ein Trost, gar ein Hoff­nungs­schim­mer, dass irgend­wo da drau­ßen Men­schen sich aus­zu­tau­schen pfle­gen, deren lieb­stes hob­by die Musik ist, und damit ist nicht die viel zitier­te muzak (das Gedu­del eben) gemeint, son­dern die Musik selbst in all ihren Fas­set­ten, ein­ge­schlos­sen selbst die oft auf­wän­dig pro­du­zier­ten book­lets, die bei ande­ren Musikhörern unan­ge­ta­stet im Regal ver­stau­ben und irgend­wann zer­fal­len – und auch der freie Tausch eben­die­ser Musik.

Ein Por­tal, wo Spe­zi­es die­ser Affi­ni­tät sich eben­so wie die Musik selbst aus­tau­schen kön­nen, hat sich mit den Jah­ren als füh­ren­des erwie­sen:
Auf HQshare.net gel­ten stren­ge Regeln. Min­der­qua­li­ta­ti­ves wie MP3 und OGG ist dort ver­pönt (was heißt das eigent­lich genau?), ver­lust­freie Kom­pres­si­on ist das Zau­ber­wort (hex-hex!), und das gilt auch für die dort digi­ta­li­sier­ten und den getausch­ten Wer­ken bei­geleg­ten CD-Cover.

Nun aller­dings ist HQs­ha­re in Bedräng­nis gera­ten:
Das Land, in dem die Sei­te geho­stet (oje) wird, sieht eD2K-Tausch­por­ta­le die­ser Art als das Urhe­ber­recht ver­let­zen­de Sei­ten an, da schon der Ver­weis zu einer in eben­die­sem Netz­werk lie­gen­den Datei den Ver­weis zu einer wider­recht­lich ange­fer­tig­ten Kopie dar­stellt oder so.

Der Umzug in ein ande­res Land indes kostet Zeit und Geld.

Daher mein Anlie­gen:
Helft und spen­det. Jeder Dol­lar zählt.

Besten Dank!


Nach­trag vom 27.04.08:
Mitt­ler­wei­le ist der Umzug erle­digt. Spen­den wer­den den­noch immer gern gese­hen.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Neu­es aus der Schein- und Wör­ter­welt (inkl. Medi­en­kri­tik 1½)

Das kapi­ta­li­sti­sche Wirt­schafts­sy­stem ist den staat­li­chen und sozia­len Lebens­in­ter­es­sen des deut­schen Vol­kes nicht gerecht gewor­den. (…) Inhalt und Ziel die­ser sozia­len und wirt­schaft­li­chen Neu­ord­nung kann nicht mehr als das kapi­ta­li­sti­sche Gewinn- und Macht­stre­ben, son­dern nur das Wohl­erge­hen unse­res Vol­kes sein. Durch eine gemein­wirt­schaft­li­che Ord­nung soll das deut­sche Volk eine Wirt­schafts- und Sozi­al­ver­fas­sung erhal­ten, die dem Recht und der Wür­de des Men­schen ent­spricht, dem gei­sti­gen und mate­ri­el­len Auf­bau unse­res Vol­kes dient und den inne­ren und äuße­ren Frie­den sichert.

Na, von wem mag’s sein?

Ja, auch die CDU hat­te mal gute Ideen. Lei­der blieb es bei der Idee. Wesent­lich ein­la­den­der als eine star­ke Ver­fas­sung auf­zu­bau­en scheint es zu sein, sie zu zer­stö­ren; das wird Herr Schäub­le (bekann­te Ver­stö­ße u. a. gegen Art. 3, 6, 11 MRK, § 261 StPO und Art. 13, 103 (u. v. m.) GG) indes sicher nur ungern bestä­ti­gen, sei­ne poli­ti­schen Geg­ner (das waren noch Zei­ten!) hin­ge­gen jeder­zeit; poli­ti­sche Geg­ner, die der „aller­ein­zi­ge“ (WDR Poet­ry Slam vom 24. Febru­ar) SPIEGEL, der nicht unbe­dingt für sei­ne neu­tra­le Bericht­erstat­tung bekannt ist, trotz noch immer zweit­größ­ter Wäh­ler­schar zer­setzt, gar in Trüm­mern wähnt.

(Ob man nun ein Nach­rich­ten­ma­ga­zin, das sich zwi­schen Äqua­tor und Ecua­dor nicht ent­schei­den kann und den nahe lie­gen­den Kom­pro­miss Equa­dor letzt­lich meh­re­re Minu­ten lang durch die News­ticker rat­tern lässt, ernst neh­men soll­te, sei ein­mal dahin­ge­stellt.)

Und wäh­rend man bei hei­se Far­ben stei­gert, knurrt­ki­chert (spex #313) der immer­wäh­ren­de Zen­tral­rat der Juden sich ein­mal mehr den Unter­gang Deutsch­lands her­bei; ’s ist schon ein (Eiser­nes) Kreuz mit all den Nazis und ihrer Schwarz-Rot-Gol­de­nen Sym­bo­lik.

Apro­pos:
160 Jah­re Schwarz-Rot-Gold. Nicht alles wird bes­ser mit den Jah­ren.

Sonstiges
Der Neid der Besit­zen­den

„Der Früh­ling kommt, die Son­ne lacht“ (Die Ärz­te), und mit ihr lachen sie, die Pär­chen bzw. teil­wei­se schon aus­ge­wach­se­nen Paa­re. Es ist gleich­sam zum Aus­wach­sen.

Wer schon immer ein­mal eine inne­re Lee­re ver­spü­ren woll­te, wie es lt. Joan­ne K. Row­ling der Kuss eines Demen­tors mit sich führt, dem sei gera­de im Früh­ling anzu­ra­ten, sich zwecks gemein­sa­mer Unter­neh­mun­gen auf die Suche nach ihnen zu bege­ben.

Es gibt nur schwer­lich ein Ent­rin­nen. Die Anwe­sen­heit Ver­lieb­ter nimmt dem­je­ni­gen, der die Sze­ne betritt, all sei­ne Hoff­nun­gen und Träu­me, reißt ihn unsanft aus sei­nen Gedan­ken und beför­dert ihn mit­hin ins Aus. Schwar­ze Löcher der Exi­stenz. Man ist schlicht nicht vor­han­den. Und man steht neben ihnen, neben sich mit offe­nen Augen und offe­nem Mund, und man weiß end­lich, was Sehn­sucht bedeu­tet.

Love is like Oxy­gen. Zwei Euro ins Phra­sen­schwein.

PolitikIn den Nachrichten
Online­durch­su­chun­gen

Kurz nach der Ent­schei­dung (die spa­ßi­ger­wei­se auch irgend­was mit Big Brot­her zu tun hat) ließ sich die für den gei­sti­gen Unrat ver­ant­wort­li­che Par­tei nicht neh­men, eine Pres­se­er­klä­rung abzu­ge­ben, deren augen­schein­li­chen Kern­satz ich hier unkom­men­tiert wie­der­ge­ben möch­te:

Es war rich­tig, dass Wolf­gang Schäub­le die rechts­staat­lich frag­wür­di­ge Pra­xis Otto Schi­lys, die Online-Durch­su­chung per Ver­ord­nung, aus­ge­setzt hat. Ein­mal mehr wird deut­lich: Die CDU ist die Par­tei der inne­ren Sicher­heit und des Rechts­staa­tes.

Nun ja.

MusikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Und aber­mals die immer glei­che Indu­strie!

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat die Mit­glie­der der Euro­päi­schen Uni­on dazu auf­ge­for­dert, einen Plan zur Kri­mi­na­li­sie­rung von Urhe­ber­rechts­ver­stö­ßen vor­an­zu­trei­ben.

(Quel­le)

Weil näm­lich:

Der aktiv­ste Unter­stüt­zer der Geset­zes­vor­la­ge ist der Ita­lie­ner Nico­la Zin­ga­ret­ti. „Orga­ni­sier­tes Ver­bre­chen fin­det man welt­weit und nimmt kei­ne Rück­sicht auf Gren­zen. Wir wol­len sicher­stel­len, dass Fäl­scher inner­halb der EU bestraft wer­den kön­nen“, sag­te Zin­ga­ret­ti in einer Stel­lung­nah­me.

Er beton­te, dass man mit dem Gesetz orga­ni­sier­tes Ver­bre­chen im Sti­le der Mafia bekämp­fen will. Es soll nicht dar­um gehen, Kin­der für das Her­un­ter­la­den von Musik zu bestra­fen.

(Alle Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Dann doch mal eins nach dem ande­ren:
Ein Ita­lie­ner möch­te EU-weit gegen orga­ni­sier­tes, erst noch gesetz­lich defi­nier­ba­res Kopi­erver­bre­chen „im Sti­le der Mafia“ vor­ge­hen?

So weit, so gut. Das lässt, so rein von der For­mu­lie­rung her und so, zwei Inter­pre­ta­tio­nen zu:

  1. Er möch­te gegen mas­sen­haf­te Ver­brei­tung ille­ga­ler Kopien vor­ge­hen und benutzt hier­bei die lusti­ger­wei­se eben­falls ita­lie­ni­sche Mafia als Ver­gleich. Gegen die man in sei­nem Land, glaubt man der Wiki­pe­dia, seit sagen­wir­mal 150 Jah­ren schon ver­geb­lich vor­zu­ge­hen ver­sucht, was aber regel­mä­ßig an der Kor­rup­ti­on im Land geschei­tert ist.
    Ein hüb­scher Ver­gleich, ja.
     
  2. Eigent­lich völ­lig albern, nur des schö­nen Wort­spiels wegen:
    Er möch­te, dass man im Stil der Mafia gegen Raub­ko­pie­rer vor­geht. So rich­tig mit Bestechung, Bedro­hung und allem Drum und Dran.
    Aber wofür braucht man da ein neu­es Gesetz?

Und aber immer­hin ist’s beru­hi­gend, dass man mit dem geplan­ten Gesetz nicht gegen klei­ne Fische resp. Kin­der vor­zu­ge­hen gedenkt. Für ein paar lächer­li­che Musik­stücke wür­de man doch nie­mals das Leben des Täters für die näch­sten paar Deka­den im Vor­aus rui­nie­ren. Nein, hier wird es wei­ter­hin bei ange­mes­se­nen Geld­stra­fen blei­ben. Sagen wir: 2.500 Euro pro so genann­tem Lied (ihr wisst schon, Mark Mat­lock und wie sie alle hei­ßen)?

Immer gesetzt den Fall, man ist aus­rei­chend des­in­for­miert, natür­lich.

Owei, owei!


Nach­trag:
Eigent­lich ist es erschüt­ternd, aber dann habe ich doch dar­über gelacht. Man muss nur den Ton weg­las­sen, sobald der Pocher erscheint.