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„Das schönste am Bloggen ist das Überschriftenausdenken“ / Populisten unter sich

In dem Video werden Bilder von Anschlägen radikaler Islamisten und des ermordeten niederländischen Regisseurs Theo van Gogh neben Koranszenen gezeigt. Die Stimmen von Opfern der Anschläge am 11. September 2001 kurz vor ihrem Tod sind zu hören, ebenso radikale Prediger, die zur Enthauptung der Juden aufrufen. Ein Mädchen ist zu sehen, das Juden als Schweine und Affen bezeichnet – ebenso Leichen von Terroropfern und Enthauptungsszenen aus dem Irak.

Verweist der zitierte Textausschnitt rein inhaltlich noch auf einen durchaus unterstützenswerten Film, der die durch radikalen Islamismus entstandenen Probleme unserer Zeit schonungslos aufdeckt, was immer das heißt, so schafft es der gerüchteweise SPD-nahe SPIEGEL doch immer wieder, aus Nachrichten durch bloße Formulierungen eine Privatfehde zu schmieden.

Denn der Film, um den es geht, stammt nicht von irgendwem und ist natürlich schon aus ethischen Gründen nicht als Zeitkritik zu verstehen, sondern:

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat seinen Koran-feindlichen Film […] ins Internet gestellt.

[…]

Seine rechtspopulistische Protestpartei PVV fordert unter anderem einen Einwanderungsstopp für Muslime und ein Verbot des Koran.

Seit mehr als vier Jahren fällt Wilders durch Hasstiraden und respektlose Bemerkungen in den Niederlanden auf […].

(Hervorhebungen von mir.)

Was aber nun, lieber Anonymus plö, c/o SPIEGEL.de, möchte diese Nachricht mitteilen?
Film gut, aber Autor Islamkritiker, also Nazi, also Film wiederum schlecht?

Da habe ich wohl etwas missverstanden.


(Das Zitat in der Überschrift stammt übrigens von einem weiteren Weblogger, um freundliche oder zumindest bemüht höfliche Beachtung wird gebeten.)