Stellt euch vor, ihr wärt eine Aktivistengruppe, die Infrastruktur zerstören möchte (als bräuchte Berlin dabei noch Hilfe!), um es irgendwem mal so richtig zu zeigen, und dann glauben euch andere Aktivistengruppen das aber nicht und ihr müsst einen Anhang zum Bekennerschreiben veröffentlichen (und das klappt dann immer noch nicht). Würde mich ja irgendwie frustrieren.
Dazu auch: Deutschland muss stromversorgungstüchtig werden.
Auf dem abgelaufenen (hier könnte ein Witz über Verfallsdatümme stehen) 39. „Hacker“-„Congress“ habe eine Blödkuh – anlassgerecht generisches Femininum – unter dem Applaus der Publikums gegen die Hackerethik verstoßen, indem sie in den Daten anderer Leute mit allzu nationalistischen Ansichten herumgemüllt habe, erfuhr ich ein paar Tage später in den Nachrichten des Auslands. Menschlich ist das möglicherweise verständlich, wenn auch ohne jeden Mehrwert für eine bessere Gesellschaft (schlechte Menschen werden nicht gut, indem man ihre Sachen kaputtmacht, und weniger feindselig gleich zweimal nicht), aber mich ärgert, dass mit so einem Unfug das Hacken wieder einen sauren Beigeschmack im Kopf derer bekommt, die man nur mit einiger Mühe und vereinten Kräften davon überzeugen konnte, dass Hacker Menschen, die Digitales zerstören, für bestenfalls, nun ja, Blödkühe halten und ohnehin gemeinhin eine Grenze zwischen sich und den eigens so genannten „Crackern“ ziehen.
Ich will ja nicht immer nur meckern, daher hier mein konstruktiver Vorschlag für zwei letzte Punkte im bisherigen Konsens, die die bisherigen Punkte dann wohl aufgrund geschaffener Fakten ablösen dürften:
- Mülle nicht in den Daten von guten Menschen.
- Schlechte Menschen haben keine privaten Daten.
Meine Güte. Und dann echauffieren sie sich, dass die Rechten in mindestens den USA auch so vorgehen wie sie. Nur halt gegen sie.
Vor wenigen Jahren las ich mal einen gelungenen Vorschlag für einen Verhaltenskodex in Open-Source-Projekten: Ein einziger Satz möge reichen, der im Wesentlichen „Sei kein Mistkerl.“ lautet. Ich beginne zu verstehen, warum dieser Vorschlag sich nicht so recht durchsetzen konnte.
Für Fernseharchäologen: Es gibt anscheinend einen MTV-Simulator.
Das Juramagazin „taz“ konstatiert: Frau flirtet, Mann schuldig. Übriges, Bewertungen eingeschlossen, überlasse ich dem dortigen Kommentariat.