Neues, gleichwohl Gutes, heute aber nur Kurzes aus den USA: Der unterschätzte Googlekonkurrent Kagi, bisher nur Hersteller eines erbaulich werbefreien, weil kostenpflichtigen Pakets aus einer großartigen Suchmaschine, eines immer noch sehr guten Webbrowsers, eines konkurrenzfähigen Onlineübersetzers und eines flexiblen „KI“-Chatbots für die, die zu faul für Wissen sind, hat einen schon jetzt erstaunlich brauchbaren Nachrichtenzusammenfasser rausgebracht. Dort gibt es noch die Kategorien „Deutschland“ und „Deutschland | Hessen“. Das ist lustig.
Braunkohlebagger – Partyzeit // Blaue Jugend mit der Gabel
Es ist Montag. Morgen schaltet AOL, zu dem sich die Existenz von Taschentelefonen dann jetzt auch herumgesprochen hat, das Einwahlinternet ab. Schade eigentlich. Tüdeldüt-krrrrccchh allerseits!
Neues von eurer Rente: Die Jugend futtert Pudding mit der Gabel (Archivversion) und schluckt Anämiebeförderer (abermals Archivversion), weil man davon so eine schöne blaue Zunge bekommt. Ich warte ja noch auf den TikTok-Trend, bei dem man sich eine Plastiktüte auf den Kopf setzt und unten zuschnürt. Davon wird man so schön lila.
Hihihi: „CSU als linksextremistische Terrorgruppe eingestuft“. Deutlich weniger hihihi (Allergikerwarnung: „heise online“): In den Vereinigten Staaten von Amerika kann man sich neuerdings dafür bezahlen lassen, die Exklusivrechte an privaten Telefongesprächen an eine „KI“-Firma abzutreten. Diese verspricht, dass persönliche Details nicht Teil des Datensatzes sind. Sind sie es doch, dann sind sie es doch. Ich würde gern „haha, diese US-Amerikaner, hahaha“ schreiben, aber ich beobachte das einfach schon zu lange. (Nachtrag vom 30. September: Das ging schnell!)
Beobachte ich sogar noch länger: Musik.
Guten Morgen.
(Action, Psycho-Horror)
Kurz verlinkt: macOS rückwärts
Das ist lustig (und englischsprachig) und wird geliked gelikt gedäumchenhocht: macOS werde zusehends besser, je weiter man in der Versionsgeschichte zurückgehe. (Ich behaupte: das ist in jedem Betriebssystem so. Je einsteigerfreundlicher man werden möchte, desto schwerer zu ertragen wird’s für den Profi.)
Liegengebliebenes vom 23. September 2025
Ich neige ja (auch, wenn es mich angesichts der momentan zahlreichen Linuxreklameartikel sehr, aber bisher immerhin zufriedenstellend unterdrückbar in den Fingern juckt, mal wieder ein paar Silben zu vernünftigen Alternativen zu verlieren) nicht dazu, anderen Leuten ungefragt Programme, die ich nutze, als Empfehlung in den Posteingang zu spülen, daher halte ich meinen momentanen Frühjahrsputz auf dem Desktop bewusst vage: Mir ist aufgefallen, dass mein seit bald dreißig Jahren mit großer Freude ausgeübtes Hobby „Dateimanager ausprobieren“ inzwischen an einem Punkt angelangt ist, an dem ich mit der absoluten Grundmenge an Funktionen eigentlich völlig zufrieden bin. (Das, was Apple und Microsoft einem als „Grundmenge an Funktionen“ verkaufen wollen und eigentlich „Grundmenge an grafischem Schnickschnack“ heißen sollte, ist allerdings eine Frechheit.) Wenn sich jetzt noch herausstellt, dass ich eigentlich gar keinen komplizierten Texteditor bräuchte, gerate ich in eine ernstzunehmende Lebenskrise, fürchte ich.
Messerverbotszonen laufen gut so weit. (via)
Was passiert eigentlich, wenn in den Vereinigten Staaten von Amerika jemand einen Menschen in der Bahn umbringt? Richtig: Es gibt mehr Fahrkartenkontrollen.
Die sonderbar scheinende Regelmäßigkeit, mit der Parteien nach einer Wahl genau das Gegenteil von dem machen, was ihre Wähler von ihnen infolge launiger Wahlkampfsprüche erwartet haben und es spätestens übernächstes Mal dann doch wieder versuchen, lässt sich offenbar, mit Blick in die sozialen Medien während der entsprechenden Vorkommnisse in Nordrhein-Westfalen, mittlerweile wohl nur noch mit einer geradezu pawlowschen Konditionierung dieser Wähler erklären: Zwar ist das parlamentarische System als solches eine dornige Chance, soweit es die Mitbestimmung des Bürgers betrifft, aber das auch nur vorsichtig anklingen zu lassen katapultiert den solches Sprechenden stante pede aus dem Diskurs, der insofern keiner ist. Das notwendige Übel ist nun mal noch immer ein Übel und das geringste ist es nicht minder.
Über den sozialen Stand entscheidet in Gesprächskreisen im Digitalen nicht Herkunft und auch nicht Rückgrat, sondern die persönliche Vereinsmeierei. Wer seinen Teller nicht aufisst, der wird am Folgetag beregnet, und wer falsch wählt, der bekommt die Schuld. Wer jedoch nicht falsch gewählt hat, der erhält seinen Ablass der Schuld an dem, was die da oben treiben, bis zur nächsten Wahl. Die Frage, warum man selbst unbedingt unten sein möchte und überhaupt an der behaupteten demokratischen Notwendigkeit der Existenz von oben und unten festhält, verbietet sich natürlich. Deutschland ist ein Land der Innovationen, und Innovativeres als staatstragende vermeintlich Linke, weil grundsätzliche (nicht zwingend parteipolitische) Opposition nur der Opposition hülfe, sah ich selten.
Wenn schon Partei, dann wenigstens eine mit Charme. So hielt ich es stets und so empfehle ich es weiter. Das aber wäre erst der zweite Schritt, der erste ist das Weshalb.
Eine Firma mit dem im vorliegenden Kontext ausgesprochen unterhaltsamen Namen Anthropic habe wie einst Google, berichtet „Ars Technica“, einige Millionen gedruckte Bücher zwecks „Trainings“ irgendwelcher neuronaler Netzwerke eingescannt und dann vernichtet. Ich kommentiere das nicht, ich gebe die Information nur weiter. (via)
Annette Walter, „Jahrgang 1978, (…) interessiert sich besonders für britische Popkultur“, denn denke ich an Feminismus, dann denke ich an britische Popkultur, finde Craftbier nicht gut, trinke aber „natürlich“ Bier, teilt sie dem wehrlosen „Deutschlandfunk“ mit (Archivversion), und zwar aus emanzipatorischen Gründen, weil das Patriarchat das nicht so wolle. Als Teil des Patriarchats qua Geburt möchte ich an dieser Stelle verkünden, dass ich Frauen, die gar kein Bier trinken, wesentlich einfacher zu respektieren imstande bin als Frauen, die sich einen anlöten, um es den Männern mal so richtig zu zeigen. Ich hoffe, mit dieser Bekanntgabe ernstliche gesundheitliche Schäden von mancher Frau fernhalten zu können. Da nicht für. (via)
(Unter „Mehr zum Thema“ ist das Bild eines Induktionskochfeldes beziehungsweise dessen Bedienelements zu sehen. Das ist witzig.)
Architects – Chandelier // Browser gegen den Weltfrieden
Es ist Montag. Für Freunde der angewandten Computerarchäologie: SciTECO hat eine neue Website. Ich freue mich über die Existenz des Projekts und verlinke daher dorthin. Andere Projekte haben es nicht ganz so leicht: Annas Archiv für Bücher und wissenschaftliche Aufsätze wird, glaubt man tarnkappe.info (will nicht mehr verlinkt werden, verwendet einen Werbeblockerblocker), derzeit von der „Clearingstelle Urheberrecht im Internet“ eher nicht so gern gesehen. Das ist wiederum eine sehr schöne Werbung für das Projekt und darum verlinke ich auch dorthin. (Schlimm, diese Staaten, die das Internet zensieren. Russland. China. Deutschland. Da sollte mal jemand Demokratie hinbringen.)
Apropos: Das „Deutschlandticket“, dessen Name in seiner Beknacktheit nur knapp geschlagen wird von des Einzelhandels „Deutschlandcard“, als würden Reklamemachern die Eier abfaulen, wenn sie mal aus Versehen drei Wörter am Stück reden, ohne dabei ins Englische zu verfallen (nicht, dass das jetzt eine allzu üble Aussicht wäre), wird aufgrund der politischen Entscheidungen von CDU/CSU, SPD und Grünen, also der Autolobby in den Landesregierungen, schon wieder teurer. Meiner daraufhin getroffenen Überlegung, wie viel teurer es wohl noch werden könne, bevor es niemand mehr nutzen möchte, kommt „FRI:DAY“ entgegen: „Ein Auto kostet durchschnittlich 300 Euro pro Monat“ – da geht also noch was!
Vor etwas mehr als 30 Jahren wurde Netscape 2.0 mit den neuen, aber unvorteilhaften Funktionen HTML-Mail und JavaScript veröffentlicht, freut sich einer, der damals dabei war. Viele Webbrowser sind ja mittlerweile eher zu ChatGPT-Bedienmaschinen mutiert, und das läuft genau so gut wie erwartet: Menschen lassen sich scheiden, weil sie ChatGPT statt Herz nutzen, belustigt mich das Internet. Ich wünschte, die Einwohner der USA würden weniger versuchen, in einer South-Park-Episode zu leben. Ich wünschte aber ganz allgemein vieles und bekomme es dann nicht; den Weltfrieden zum Beispiel.
Um den es ohnehin gerade nicht zum Besten steht: Drüben in Staatsraisonland werden unter dem Applaus von Journalisten andere Journalisten zerfetzt, klagt zu Recht Fabian Goldmann. Das geht mittlerweile sogar den sonst jede Menge Ungerechtigkeiten weitgehend still ertragen habenden Partnern des Tötungskonzerns Spotify dermaßen auf den Wecker, dass es nun zu Konsequenzen kommt: „Die britische Band Massive Attack hat angekündigt, ihre gesamte Musik von Spotify entfernen zu lassen. Außerdem fordert sie einen musikalischen Boykott Israels gemeinsam mit 400 weiteren britischen Künstlern“, was wiederum der Redaktion von „Tonspion.de“ nicht so recht zu gefallen weiß. Die ebenso der Kriegführung überdrüssigen und auch sonst ziemlich empfehlenswerten King Gizzard & The Lizard Wizard gehen einen Schritt weiter und verscherbeln ihr Œuvre bei Bandcamp, was ihnen immer noch lieber ist als sich weiter mit Spotify in der Öffentlichkeit sehen zu lassen.
Niemals peinlich (außer vielleicht derjenigen von Phil Collins): Musik.
Guten Morgen.
Gesundheit auf Bayrisch
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich mit einem erneuten Appell zur Einrichtung von Drogenkonsumräumen auch in Bayern an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gewandt. (…) Die Stadt sehe sich immer wieder Forderungen von Anwohnern und Gewerbetreibenden gegenüber, dem Drogenkonsum in Hausgängen, Höfen, Tiefgaragen und auf offener Straße Einhalt zu gebieten.
Das Oktoberfest ist weltberühmt: Millionenbesucher strömen jedes Jahr auf die Theresienwiese, um dort gemeinsam zu feiern – und anzustoßen. (…) Am Samstag war es gegen 16 Uhr, rund vier Stunden nach Anstich, so weit, die erste “Alkoholleiche” musste von den Sanitätern behandelt werden.
Geht doch.
Medienkritik in Kürze: Grundsätze der Spaltung
In einem offenen Brief haben sich laut Welt fast 250 Mitarbeiter des Senders [NDR, A.d.V.] von „Klar“ distanziert. In diesem soll der Vorwurf erhoben werden, die Sendung über Migration verletzte „in unseren Augen eine Reihe von Grundsätzen unserer journalistischen Arbeit und kommt unserem öffentlich-rechtlichen Auftrag gemäß NDR-Staatsvertrag nicht nach“. Weiterhin wolle das Format „offenbar spalten, das wird auch in der Moderation deutlich formuliert“.
Kennen die fast 250 Mitarbeiter der ARD-Anstalt NDR eigentlich „Funk“?
X – Nausea (live) // Altersarbeit (gut)
Es ist Montag. In den USA wurde letzte Woche eine Flitzpiepe ihres Lebens beraubt, erfahre ich in den einschlägigen Medien. Erschreckend ist daran der Jubel, die „Pointe“, dass ein Befürworter von Waffengewalt erschossen wurde, was ihm, hahaha, bestimmt selbst gefallen hätte, zum Wesen habend, auch deutschsprachiger Insinternetreinschreiber. Ist das die Antwort auf die Frage, wie wir unsere gesellschaftlichen Konflikte künftig lösen möchten? Welche relevante Autorität außer natürlich der Kirche bestimmt darüber, wer dringend umgebracht werden sollte und wer auf keinen Fall? Werden noch Freiwillige gesucht?
(Heute schon über den Überphallus geredet?)
Ich habe dieser Tage übrigens mal nachgesehen, was meine Rundfunkgebühren so machen, und sehe mich mit „fassungslos“ noch deutlich unzureichend zusammengefasst. Vielleicht so viel: Kennt noch jemand das sprechende Pferd aus Ren & Stimpy? – Lustiger: Microsoft findet, seine Mitarbeiter sollten wieder häufiger im Büro arbeiten, weil Teams für die Teamarbeit ungeeignet sei. Ich stimme diesbezüglich uneingeschränkt zu. Die Arbeit als solche hat’s ohnehin längst zerlegt: Junge Leute nutzen ChatGPT, um ihre Bewerbungen zu schreiben, die Personalabteilung nutzt „KI“, um sie zu lesen, niemand wird eingestellt. Die Politik braucht noch ein bisschen, um die Tragweite zu verstehen, fordert aber sicherheitshalber mehr Wohlstand für irgendwen; und sei’s nur für die Hersteller von „KI“. (Manfred Weber hätte gern eine „Auto-Universität“. Wird man da Diplom-Pkw oder schon Masterkombi?)
Fundstück zum quasi gleichen Thema, also Arbeiten im Alter: Dieser Herr hat zwei Tage nach seinem 100. Geburtstag sein Debütalbum unter eigenem Namen aufgenommen. Gut, er hat geschummelt, war er doch seit 1958 für das Sun Ra Arkestra tätig, von dem einige Musiker ihm auch hier aushalfen. Wenn ich mal 100 Jahre alt werden sollte, möchte ich auch ein richtiges Instrument beherrschen. Momentan reicht es nur für Rhythmusgitarre und schiefen Gesang und beides ist zwar skurril, darüberhinaus aber nicht interessant.
Und weil wir gerade dabei sind: Musik.
(Gibt’s ja auch nicht mehr. Schade eigentlich.)
Guten Morgen.
Vinyl <3 (16): Plagiate jetzt auch in HD
Dafür räumt Spotify nun den Hörern ein, Remixes von Liedern anzufertigen, die Künstler hochgeladen haben. Und die Musiker haben nicht mal Mitspracherecht.
Spotify hat offiziell verlustfreies Streaming für alle Premium-Abonnenten eingeführt – ohne Aufpreis.
Seit einigen Jahren verfolge ich bei Gesprächen über Musikstreaming-„Dienste“ diejenige Strategie, dass ich die Meinung äußere, dass Menschen, um Spotify zu nutzen, Musik und ihre Komponisten wirklich außerordentlich verachten müssen. Das wird weitgehend als unzulässige Überspitzung betrachtet, als bloßes Gezeter. Mittlerweile sollte ich offensichtlich anfangen, eine Liste von Links beizufügen, scanbar per QR-Code und/oder zusammengefasst von irgendeiner „KI“.
Dass Spotify als ungefähr allerletzter dieser „Dienste“ jetzt die von irgendeinem Computer zusammengebastelte, dem Künstler entschädigungslos enteignete oder neuerdings schlicht urheberrechtsignorant umetikettierte Funktionsmusik (denn gute Musik verkauft sich traditionell schlecht) jetzt auch „verlustfrei“ (was freilich vom Endgerät abhängt, „verlustfreies Bluetooth“ existiert zum Beispiel nicht) ins Ohr schmettert, mag für manche, etwa die meisten Kommentatoren unter Nachricht 2, einem Wunder gleichkommen, das zu preisen fortan Lebenszweck sein wird; mir bleibt festzustellen, dass meine vor einigen Jahren getroffene Entscheidung, gute Musik ausschließlich per Konzertbesuch und Vinylkauf zu unterstützen, zwar kaum mehr sein mag als ein Tropfen im Sand, aber dieser Tropfen möge zumindest der immer kräftigeren Dürre ein Schnippchen schlagen.
Zwar bin ich mit manchem Nutzer von Spotify nicht schlecht befreundet; aber es ist dann doch eher trotzdem und nicht deshalb.
Deutschland, beleibt
Deutschland sei ohne Autos eine „Dame ohne Unterleib“, söderte es wie einst bei Kurt Beck (SPD, beides bei Bedarf bitte nachschlagen) aus des bayrischen Ministerpräsidenten Oberleib heraus. Verstehe ich nicht: Ein prestigeträchtiges Kuriosum, frei von Ausblutung und Beschwerden auch?
Was man sonst in seinem Unterleib aufbewahrt, passt andererseits auch ganz gut zur Metapher. Darauf ’ne Wurst.
Ranges – Idolator (live) // Hühnchen 95
Es ist Montag. Hihi: Stolze Patrioten malten aus Liebe zu England eine dänische Flagge irgendwohin. Gibt es eigentlich schon deutsche Wirre mit Belgische-Flagge-Tätowierung?
Auch hihi (Archivversion): Ein Hühnerhof in Düsseldorf sowie weitere Höfe anderswo sind für ihr Tagesgeschäft auf Windows 95 angewiesen. Mich überrascht, dass da noch nicht die in sozialen Medien (viel zu) laut für Linux trommelnden EDV-Aktivisten vorstellig geworden zu sein scheinen. Man könnte fast meinen, die Anschaffungskosten für ein Betriebssystem („aber es kostet doch gar nichts!“) seien gar nicht immer das nennenswerte Hauptproblem; oder auch: Ich mochte Windows 95 gleichfalls sehr, so sehr ich es auch bedaure, dass es OS/2 schnell vom Markt verdrängt hatte, und rate grundsätzlich jedem, der darüber nachdenkt, was für einen Computer er künftig zu brauchen vorhat, dazu, sich zu vergegenwärtigen, was damals mit ein paar Megabyte RAM alles möglich war. „Braucht“ man denn heute wirklich so viel Gedöns?
Nicht hihi jedoch: In Köln wurde, so heißt es, eine Friedensdemonstration unfriedlich beendet, indem die Polizei energischer vorging als zwingend erforderlich. Das muss diese Zeitenwende sein. Ich war nun nicht selbst anwesend und kann daher selbst keine vernünftige Einschätzung der Situation mitliefern, neige jedoch zu der Feststellung, dass eine Demonstration für mehr Gewaltfreiheit, der man mit Gewalt beizukommen versucht, offensichtlich zumindest eine gewisse argumentative Grundlage auf ihrer Seite sehen darf.
Keinesfalls hihi, wohl aber yeahyeah: Musik.
Guten Morgen.
„… von MEINEN Gebühren!“ (12)
Ein Flugzeug mit Ursula von der Leyen an Bord wurde aufgrund von GPS-Problemen an der einfachen Landung gehindert. Die kriegsheulende „tagesschau“ ließ eine kriegsheulende Sprecherin der Europäischen Kommission daraufhin Schlagzeilenmaterial (Archivversion) ins Mikrofon schluchzen:
“Wir können bestätigen, dass es GPS-Jamming gab”, sagte eine Sprecherin der Europäischen Kommission in Brüssel über den Vorfall in Bulgarien. (…) Bulgarische Behörden hätten die Vermutung geäußert, dass die Störung “auf eine unverhohlene Einmischung Russlands zurückzuführen ist”, sagte die Sprecherin. (…) Sie sagte aber allgemein, die EU-Kommission sei sich bewusst, dass Drohungen und Einschüchterungen ein regelmäßiger Bestandteil von Russlands feindlichem Vorgehen seien. Vorfälle wie dieser stärkten allerdings nur die Entschlossenheit, die Verteidigungsfähigkeiten auszubauen und die Unterstützung für die Ukraine zu verstärken.
Schade aber (im Original auf Englisch):
Am Donnerstagmorgen erklärte der bulgarische Ministerpräsident Rosen Zhelyazkov vor dem Parlament, dass das Flugzeug des Kommissionspräsidenten nicht gestört worden sei, sondern lediglich eine teilweise Signalunterbrechung erlebt habe, wie sie typischerweise in dicht besiedelten Gebieten auftritt.
Dieses entschlossene Vorgehen der deutschen Behörden gegen Websites, die gefährliche fake news verbreiten: wann geht das jetzt eigentlich los?
Bierige Entschneuligung
Schade (Zitat aus einem Originalbeitrag auf Facebook, aber dorthin verlinke ich nur, wenn es sich partout nicht vermeiden lässt): Die von mir hochgeschätzte Berliner Bierbrauerei Schneeeule, die ich grundsätzlich „Schneule“ nenne, weil ich sonst mit den vielen „E“ durcheinanderkomme, streicht zum kommenden Monatsende die Segel. Bier in Berlin müsse „billig“ sein (was ich nach allem, was ich bisher in Berlin erlebt habe, gern glaube), aber der Schneeeeeule Stärke war nie das Billig, sondern das Gut. Ich trank aus den dort abgefüllten Flaschen bereits Vorzügliches, gehöre aber auch zu der Minderheit an Menschen, die lieber wenig gutes Bier für vergleichsweise viel Geld als mieses, dafür mehr Bier für wenig Geld sich achtarmig reinzuorgeln pflegen.
(Wobei das natürlich wieder eine relative Definition ist. Mehr als eine Bierflasche in meiner Historie kostete einen größeren zweistelligen Betrag, die „kleinen“ Schneulen im 0,33-Liter-Format liegen deutlich darunter. Aber sicher: Wer den Kasten für zwölf Euro zu Hause stehen hat, der zahlt ungern für einen Liter dasselbe.)
Man behalte dieses Verhältnis der Deutschen zu den Kosten eines Bieres im Hinterkopf, wenn irgendwelche Nonsensmedien abermals über die Besucher- und insbesondere Trinkerzahlen beim Oktoberfest berichten. Die Schneeeule hätte den Liter günstiger gehabt.
Medienkritik in Kürze: Heute RT und morgen die WELT
Stefanie Markert vom MDR für die „tagesschau“ (Archivversion):
In Russland ist die Internetsuche nach “extremistischen Inhalten” ab heute strafbar. Dazu gehören Recherchen zu LGBTQI, Beiträge zur Opposition oder das Abspielen bestimmter Musik. Die Meinungsfreiheit wird damit weiter eingeschränkt. (…) Russlands Bevölkerung sieht sich einem neuen Gesetz gegenüber, das Willkür Tür und Tor öffnet und von anderen Inhalten und Meinungen abkapselt. Ein praktischer Hebel mehr für Putins Regime.
Praktisch, solche Hebel. Ich frage mich ja, ob dazu auch was bei „Russia Today“ steht.













