Archiv für die Kategorie ‘Persönliches’.

Ich rede nicht gern über mich, aber manchmal schreibe ich. Und dann schreibe ich das hier.

MusikkritikPersönliches
Umfassende Konzertkritik: King Crimson (3. Oktober 2016, Hamburg)

Alter.

Cirkus! Epitaph! Starless!

Einfach nur: Alter.

King Crimson – Starless

(Abb. ähnlich)

PersönlichesPolitik
Warum ich die PARTEI nicht wähle

Seit ihrem Bestehen hat die Partei „Die PARTEI“, die es mittlerweile bis ins Europäische Parlament geschafft hat, eine treue und noch wachsende Anhängerschar sogar unter vermeintlich Linken, die mich seit ebenso langer Zeit von der Großartigkeit dieser Partei zu überzeugen versucht. Warum ich sie wählen sollte? Nun, sie sei – ich zitiere – „sehr (!) gut“, das eingeklammerte Ausrufezeichen gehört offensichtlich zum Schlachtruf.

Ich nehme mir jetzt die Zeit, einmal darzulegen, warum das eine unfassbar dämliche Idee von mir wäre, und möchte danach nie wieder etwas davon hören.

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PersönlichesPiratenpartei
#bpt162

Was macht eigentlich die Piratenpartei?

AG Single Malt

NetzfundstückePersönliches
Anzüglichkeiten

(Vorbemerkung: Ich sehe im Anzug scheiße aus und trage trotzdem gern mal einen, und zwar aus freien Stücken.)

Im Unterblog kommentierte Dr. Horst Lüning, hauptberuflich Whiskytrinker und -verkäufer, vor einer Weile sein Verhältnis zu Herrenanzügen sinngemäß dergestalt, dass er nichts von ihnen halte, weil ihm ein Smoking für die meisten Anlässe zu förmlich erscheine; weil’s zwischen Polohemd und Smoking oder Frack anscheinend keine nennenswerten Abstufungen gibt.

Es dauerte selbstredend nicht lange, bis die ersten zustimmenden Kommentare zu lesen waren:

wer anzug trägt hat die kontrolle über sein leben verloren

Dabei hat, wer sich nicht nur einen Anzug leisten kann, sondern auch noch eine Gelegenheit findet, ihn zu angemessenem Anlass zu tragen, keineswegs die Kontrolle verloren; im Gegenteil: es bedarf einiger Lebenskontrolle, um an diesen Punkt zu gelangen und dort zu bleiben. Ein Anzug ist oft Resultat, nicht Auslöser, und längst nicht immer Ausdruck ausdrücklicher Bekleidungsvorschriften. Kleider machen Leute ist eben auch nur so halbrichtig, das Gegenteil ist das entscheidende Aber.

Aber so ganz ernst zu nehmen sind derlei Flapsigkeiten ja nur bedingt, springen wir also amüsiert zum nächsten bemerkenswerten und geringfügig durchdachteren Kommentar:

Krawatten tragen heute doch nur noch Vertreter (Vertreterschal) und verfilzte Politiker. Kenne kaum noch gestandene GF die sich diese Folter antun.

Nun, der Vorwurf der Verfilztheit ist ein beliebter, impliziert er doch, dass das, was die der Verfilztheit beschuldigte Person repräsentiert, regressiv und nicht mehr zeitgemäß sei, in diesem Fall also, dass jemand, der vom Volk gewählt wurde, damit gefälligst aufzuhören habe, weil das sooo letztes Jahrhundert sei; aber Mode allein nach Trends zu bewerten (dazu gleich noch mehr) ist doch etwas kurzsichtig. Wer sieht schon gern wie eine Vagina aus? – Es gilt, die zeitlose Mode zu finden, und dazu gehören zweifellos auch Anzüge, zumindest die normal und nicht trendig geschnittenen, gefärbten und sonstwie gefertigten.

Weiter: „Gestandene GF“ (Geschäftsführer, nicht Girlfriends, nehme ich an) tun sich also die „Folter“ einer Krawatte nicht mehr an. Leider verschweigt der Kommentator, woran man einen „gestandenen“ Geschäftsführer erkennt (vielleicht an der löchrigen Jeans?) und wie eng man seine Krawatte wohl binden muss, um sie als Folter auszumachen. Es gibt tatsächlich auch Mode, die ich als Folter empfinde, versehentlich bauchfreie Oberteile und Phil-Collins-Fanshirts gehören dazu. Ansonsten bin ich davon überzeugt, dass es eine Menge Dinge gibt, die auch körperlich mehr foltern als eine Krawatte: Nasenringe; Tätowierungen; Ohrentunnel, durch die man durchgucken kann; …

Eine Krawatte ist da doch deutlich ästhetischer. Vor allem eine mit Entchen drauf.

Was haben wir noch? Ach ja, einen Kommentator namens „AsgaiaMetal“, offenbar eine ganze Band voller mitteljunger Herren in schwarzen Shirts, was die Individualität der Bandmitglieder vermutlich gerade auf der Bühne auch optisch unterstreichen soll:

Im Anzug ist man ein grauschwarzes nichts. Unifomiert, der Individualiät, der Persönlichkeit beraubt.

Monty Python das Leben des Brian Individualität

Beziehungsweise (gleicher Autor):

Anzug sieht allgemein nicht gut aus. Es ist letztendlich Altherrenkleidung, die häßliche alte fette Körper kaschieren sollen.

Unabhängig von der Frage, ob ein Mädchen in einem dieser Länder, das als Schuluniform so was Ähnliches wie einen Anzug zu tragen hat, dadurch nun zu einem hässlichen alten fetten Altherrn wird: Das nehme ich als zumindest nicht übermäßig dicker Mann jetzt doch ein bisschen persönlich.

Dabei ist man in einem Anzug, wenn schon kein Nichts, nicht mal unbedingt grauschwarz. Dass man schwarze Anzüge nur als Kellner, Trauergast oder Zyniker tragen sollte, vermögen wenige Minuten Webrecherche einleuchtend zu erläutern; aber wie einfallslos muss man sein, um sich beim Anzugkauf ausgerechnet einen grauen auszusuchen? Natürlich gibt es Vorkommnisse wie die furchtbare PARTEI, deren gemeinsame Uniform nun mal ein billiger grauer Anzug ist, aber an Farb- und Stilauswahl mangelt es in der Anzugwelt wahrlich nicht.

Seine individuelle Persönlichkeit zeigt man durch den Einkauf von Massenware allerdings nur unzureichend, das gilt für Anzüge ebenso wie für schwarze Shirts, hoodies, bunte Haarfarbe vom Rossmann oder DM an der nächsten Straßenecke und für das iPhone in einer von vier Farben. Wer sich nur durch Dinge, die er kaufen muss, von seinen Mitmenschen abzuheben weiß, der hat vielleicht auch einfach einen entscheidenden Punkt nicht so richtig verstanden; den nämlich, dass Kleider zwar Leute machen, dass aber, wer überhaupt gemacht werden muss, in jedem Kleid nur ein graues, schwitzendes Nichts bleibt.

Es sind die Details.

(In T-Shirt und dreckiger Hose von der Stange geschrieben.)

NerdkramsPersönliches
Smartphoneblues

Seit ich im Jahr 2010 zufällig Androidnutzer wurde (ich berichtete), habe ich nur wenige Gedanken daran verschwendet, ob ich den eingeschlagenen Weg jemals verlassen würde. Klar, die Smartphones sind seitdem größer geworden, ihre CPUs und GPUs stärker und ihre Preise unverschämter, aber sonst ist doch alles fast wie früher.

Allein: Der derzeitige Smartphonemarkt ist geprägt von der Angst, interessant zu sein, fürchte ich.

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In den NachrichtenPersönliches
Neues vom Anfasszwang

Den Brauch, einander die Hand zu reichen, um einander zu beweisen, dass man zumindest in einer Hand keine Waffe trägt, kann ich zumindest historisch verstehen, wenngleich ich es aus hygienischen Gründen (ich fasse die meisten Menschen nur ungern an) selbst so häufig zu vermeiden versuche wie möglich, ihm nachzukommen. Selten traf ich bei begründet verweigerter Entgegennahme der so lax wie künstlich entgegengestreckten schweißnassen Hand auf Unverständnis, niemals allerdings traf ich bislang auf Spießer wie diese Lehrerin:

Vier Mal soll die Pädagogin der Schule in Berlin-Pankow den Geistlichen unter Hinweis auf deutsche Gebräuche nachdrücklich aufgefordert haben, ihr die Hand zu reichen. Der Imam legte stattdessen die Hand aufs Herz – dies sei die höchste in seiner Religion mögliche Respektbezeugung bei der Begrüßung einer Frau. Das habe der Lehrerin jedoch nicht ausgereicht, sie habe daraufhin das Gespräch abgebrochen.

Wer einander anzufassen sich weigert, verhalte sich frauenfeindlich, lautet die Argumentation; was in einer Zeit, in der der Feminismus gewohnt laut krakeelend versucht, nicht explizit genehmigte Berührungen zur Beinahevergewaltigung umzudefinieren, so manches aussagt. Wer eine Lehrerin nicht anfassen will, der verwirkt dadurch sein Recht darauf, dass sie ihren Pflichten nachkommt. Ist schließlich Deutschland hier. Hier wird gefälligst konservativ gewählt, Trottelsport bejubelt und einander bei jeder sich bietenden Gelegenheit angefasst. Da muss man sich schon integrieren oder man fliegt raus aus der Gesellschaft. So geht das ja nun nicht.

Bei Bonobos ist es übrigens Teil des sozial erwünschten Verhaltens, Spannungen durch Penisfechten abzubauen. Wir können viel von Bonobos lernen.


Apropos Beknackte: Nach der Räumung eines widerrechtlich besetzten Gebäudes zur Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge haben Linksextreme in Berlin mehrere Autos in Brand gesteckt. Das hat die Polizei jetzt davon.

Persönliches
Kurz angemerkt zur diesjährigen Europameisterschaft im Männerfußball

Bei allem Zynismus, den ich bei Themen wie diesem zur Schau zu stellen pflege: Mein Wunsch nach frühzeitigem – hihi – Ausscheiden der Mannschaft, die unsere Fußballfreunde zum Sieg grölen zu wollen scheinen, hat nicht im Geringsten etwas damit zu tun, dass ich deren hobby nicht teile. Ich teile auch das hobby des Musikmachens nicht und wünsche einigen meiner favorisierten Musiker dennoch noch eine lange weitere Karriere. Mein Wunsch hat vielmehr mit dieser Regelung zu tun:

Die Ordnungsämter wägen (…) für jeden Einzelfall zwischen dem besonderen öffentlichen Interesse an den Fußballspielen und dem Schutz der Nachtruhe ab.

Die Freizeitgestaltung einer bedauerlicherweise viel zu lauten Minderheit bekommt somit einen rechtlichen Sonderstatus, der es dieser Minderheit erlaubt, entgegen jedem Anstandsgebot Unbeteiligten nach Herzenslust – im Rahmen der Gesetze und sonstigen Verordnungen abzüglich des Grölverbots – aus Frust (Spiel verloren), Freude (Spiel gewonnen) oder sonstiger Stimmung (Alkohol) in ihrem persönlichen Lebensbereich (nicht schalldichte Wohnung) auch zur Schlafenszeit auf die Nerven zu gehen. Wenn das alle machen würden! Stundenlange Autokorsos mit Hupkonzerten nach gewonnenen Schachturnieren. Vielstimmige „Poooooooost!“-Chöre aus betrunkenen Kehlen auf nahezu allen inländischen Fernsehkanälen bei Erscheinen einer neuen Sonderbriefmarke. Dämliches Glockengebimmel im ganzen Ort, weil das heilige Buch einer kleinen Gruppe sektierender Spinner vorschreibt, dass sie bitteschön jetzt ihrem Herrn für die Ermordung seines Sohnes danken sollen. Moment, entschuldigt – ich bin in der Zeile verrutscht.

Mir wurde mitgeteilt, es sei asozial von mir, den Sportsfreunden den ausgelebten Spaß an ihrem gemeinsamen Interesse nicht zu gönnen. Aber das ist nicht wahr, eine solche Freude gönne ich jedem. Was ich aber nicht jedem gönne, ist es, mir mit seinem Nischeninteresse nachhaltig die Ruhe zu nehmen. Ich finde Fußball mindestens überflüssig, das macht mich aber noch nicht asozial; sobald ich mich einer größeren Menschengruppe anschließe und mit dieser gemeinsam mit der Straßenbahn fahre, beim Zusteigen von Fußballfans „Fußball ist scheiße“ brülle und dazu völlig taktfremd klatsche, während einer aus der Gruppe ihnen vor die Füße kotzt, dann können wir über das mit der Asozialität gern noch einmal sprechen.

Das hobby der meisten Menschen ist mir egal. Meinetwegen können sie, bei aller Tierliebe, in ihrer Freizeit Schweinen die Haut abziehen und eine Sexpuppe daraus nähen. Ich kann nur ganz gut darauf verzichten, dass sie nachts vor meinem Fenster laut und schief „Sex mit Schweinehaut, schalalalala!“ singen. Nicht, weil ich sexuelle Merkwürdigkeiten aus konservativen Erwägungen heraus doof fände, sondern, weil ich es für eine Tugend halte, ab und zu auch mal die Fresse zu halten, und Menschen, die diese ihnen fehlende Tugend überkompensieren, nicht zu den mir liebsten zählen.

Der Fußball, die Verbände, die Mannschaften und die Meisterschaft an sich sind mir herzlich egal. Es ist die Aura an menschlicher Debilität, die sie umgibt, die sich ohne merkliche Einbußen an Lebensqualität entbehren ließe.

Freut euch leise, ihr Pflaumen.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönlichesPolitik
Anekdoten – Shooting Star // Der Gauland und die Leute

Montag, hicksEs ist Montag; ein Montag, der die ausgelassene Fröhlichkeit, die den Sonnabend einläutete, nur minder zu beeinträchtigen vermag. Ist das nicht wundervoll? („Nein, ist es nicht!“, ruft eine gesichtslose Stimme, wohl wissend, wie anders doch ein Montag sein kann, wenn nur der Sonntag ein gemeinsamer war. „Ach“, ruft man der Stimme zu, „du hast ja Recht.“) Vielleicht werde ich auch allmählich ein bisschen sentimental.

Klingeling, tüdeldüt, die Nachrichten, frisch aus dem sich abzeichnenden Sommerloch. 105’5 Spreeradio, Christian Teevs („SPIEGEL ONLINE“), Armin Laschet und Bernd Riexinger erklären es unisono wahlweise für Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit, dass der nun nicht unbedingt für kluge gesellschaftliche Analysen bekannte Alexander Gauland („AfD-Vize“, denn mehr als zwei Silben pro Wortteil, etwa in „stellvertretender Vorsitzender“ oder wenigstens das immer noch sackblöde, aber wenigstens erträglich sinnhafte „Vizevorstand“, möchte der Journalismus seinen Lesern lieber nicht mehr zumuten) angeblich suggerierte, „die Leute“ ständen einer möglichen Nachbarschaft zu Jérôme Boateng (Fußballspieler, deutsche Nationalmannschaft) eher kritisch gegenüber, versäumen es dabei jedoch, dem Publikum zu erklären, welcher Rasse oder Fremde dieser denn angehöre, denn die Voraussetzung für Rassen- oder Fremdenfeindlichkeit ist zunächst einmal deren Vorhandensein.

Sigmar Gabriel, designierter Insolvenzverwalter der SPD, sprach immer noch, aber anders falsch von „Deutschenfeindlichkeit“. Die Mehrheit der Befragten ist sich also einig, dass die postulierte Feststellung Alexander Gaulands, man (hier: „die Leute“) wolle Jérôme Boateng keinesfalls als Nachbarn wissen, so gar nicht gehe, unklar bleibt es dem Anschein nach aber, wogegen sie nun im Konsens eigentlich genau verstößt. Ich zum Beispiel gehe noch einen Schritt weiter und möchte keinesfalls neben irgendeinem Fußballspieler wohnen, denn aus Interviews mit Fußballspielern weiß ich, dass sie zu halbwegs vernünftigen Gesprächen samt und sonders nicht fähig scheinen. Vielleicht sollte man auch einfach die lästige Angewohnheit, jedem Hanswurst zu jeder denkbaren Gelegenheit ohne tagespolitisch relevanten Anlass ein Mikrofon unter die Nase zu halten, einmal kritisch zur Diskussion stellen.

Gibt es auch noch gute Nachrichten? Aber ja: Käpt’n Offensichtlich hat herausgefunden, dass Kameraüberwachung keine Straftaten verhindert. Wenn das doch nur jemand geahnt hätte!

Musik, zwei, drei, vier.

Anekdoten – Shooting Star (Until All The Ghosts Are Gone 2015)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstückePersönliches
Van der Graaf Generator – Darkness (11/11)

Blergh.Es ist Montag. Ihr kennt das. – Etwas aber ist neu: Die Sonne ist da. Menschen in der Straßenbahn sind jetzt nicht nur laut und dumm, sie fangen endlich auch wieder an, anstrengend zu riechen. Wie längst gewohnt war das Wochenende dennoch beherrscht vom riesigen Schatten, den man selbst nachgesagt bekommt, und allerlei Geseufz. Kaum hat man den Kopf frei, denkt man ja doch nur wieder über sein Leben nach. Eine schrecklich ansteckende Witzigkeit ist und bleibt noch immer die beste Tarnung für den nagenden Selbstzweifel. Frühling ist, wenn man vermisst.

Und die Menschen lernen nichts, damit ist man wenigstens nicht allein. „t3n“ bewirbt ein Programm, das nach einer einstellbaren Zeitspanne Programme beendet, die von der Arbeit ablenken, nachdem man sie zuvor gestartet hat. Manchmal fehlt mir das Gerät, das über’s Internet Ohrfeigen verteilt, doch immens. Es darf auch gern ein großes sein; einmal per Knopfdruck jedem Dummen links und rechts eine klatschen, was zwar voraussichtlich nicht gegen dessen Dummheit hilft, aber gegen diese elende Anspannung, wenn man so etwas liest: Wissenschaftler notiert Differenzialgleichungen, US-Amerikanerin äußert Terrorverdacht. Wenn alles, was ein Dummer nicht versteht, bereits ein valider Anlass zu einer Terrorwarnung ist, dann habe ich ein paar schlechte Nachrichten für euch.

Andere Völker sind wenigstens nur liebenswert verklemmt: China untersagt erotisches Bananenessen in Livestreams. Reinschieben scheint weiterhin erlaubt zu bleiben, zumindest ist im Artikel nicht vom Gegenteil die Rede.

Dutzende Flüchtlinge lassen sich taufen. Damit erhöhen sie auch ihre Chance auf Asyl. Wenn wir eins dringend brauchen, dann ja wohl mehr Religion! Und Geld, Geld könnte helfen: Geld macht Männer attraktiver, und kaufen können sie sich dann auch ab und zu mal was.

Zum Beispiel ein gutes Musikalbum.

Van Der Graaf Generator – Darkness (11/11) – Live Rockpalast 2005

I did not choose it, I did not choose it,
I did not, no, no, I did not, I truly did not choose it.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
Sunn O))) (live) // #emonichtblog

Sei wachsam. Sie wird kommen.Befund: Montag. Ursache: Unklar. Therapie: Vielleicht hilft es, einfach ein bisschen zu schreien. Ein Tag, so hässlich wie Hannover. – Montag ist ja auch: sich fühlen wie Dilbert, nur mit noch weniger Menschen. Mit Menschen hält man es ja doch nicht lange aus. (Was sie wohl gerade tut?) Gibt es eigentlich ein passenderes Wort als Nostalgie für die Sehnsucht nach früher? Damals, bei Camel und Meer.

Die Männer leiden am meisten darunter. Männer sind gefühlsduseliger. Weiß ein beliebiger Geier, wieso das immer montags passiert; außer natürlich, weil ein Sonntag schon aus dem Gewohnheitsrecht heraus und insbesondere wegen blöder Herzscheiße nicht so enden sollte und man es doch allmähliich doch satt hat, wie ein Teenager auf seine Lämpchen zu starren. These vintage years.

Palim-palim, die Nachrichten. Wir sind wieder wer.

Die Bundesregierung jedenfalls hat dem amerikanischen Ansinnen nachgegeben und sich bereit erklärt, aufgrund des subjektiven Bedrohungsgefühls erstmal 1000 Soldaten mit an die litauisch-russische Grenze zu schicken.

Die Vorwärtsverteidigung wird siegen, keine Gnade dem Aggressor. Wir wollen ja nur helfen; wie damals, als der Iwan der DDR nur helfen wollte, jedenfalls dabei, wiederum der Sowjetunion zu helfen. Für ein Kriegsheer vor der eigenen Grenze hätte also ganz offensichtlich niemand mehr Verständnis als Putin. Von deutschem Boden geht kein Krieg aus, wenn der Boden in Litauen liegt.

Montag, du unflätiges Wort. Es hilft, vielleicht, Musik. Musik, so schwarz wie etwas anderes, das auch schwarz ist. Eloquenz hab‘ ich voll drauf.

SUNN O))) live at Southwest Terror Fest III, Oct. 18th, 2014 (FULL SET)

Schon besser.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
Rod Stewart – Baby Jane

Irgendwas ist komisch heuteEin Montag, an dem kaum noch etwas ist, wie es war. Wenn sonntags das kleine pelzige Wesen kommt, scheint montags die Sonne; so oder so ähnlich heißt es bei Paul Maar, aber draußen ist es heute eigentlich nur leer und verbraucht, als lauerten die Zeitfresser nur noch darauf, dass man aufgibt. Kein Seufzen, ein Stöhnen allemal, vom Montag mit dem Zielfernrohr mitten ins Gemächt getroffen. Paulchen Panda hat die Uhr versteckt.

Ah, ein klarer Gedanke. Ab in die Nachrichten! – Dass der unglaublich dämliche Digitalcourage e.V. sich allenfalls zur Fremdscham eignet, ist keine Neuigkeit; überraschenderweise aber hat derweil die Potemkinisierung Hannovers nicht zu unbegrenzter Liebe zu ausländischen Staatsoberhäuptern geführt: Das Obama-Fieber ist vorbei, als wäre so ein Fieber etwas, was man unbedingt behalten möchte.

Und sonst so? Das Arschloch 2016 war wieder auf Kneipentour und hat einen dieser lästigen Popmusiker geholt, aber allmählich hat man dann doch auch genug von diesem gierigen Jahr. Apropos genug: Wissenschaftler haben versehentlich offenbar unbegrenzt oft aufladbare Batterien erfunden. (Vieles wirkt so endgültig in dieser Zeit, aber wie oft kann es das schon sein? Wie lang ist eine Ewigkeit? Wie oft ist das letzte Mal auch das nächste, bevor es nur noch das letzte war?)

Und warum müssen meine Leser das eigentlich immer ausbaden?

Rod Stewart – Baby Jane

Guten Morgen.

Mir wird geschlechtPersönlichesPiratenpartei
Für den Seelenfrieden: 140 Zeichen Diskussionskultur

(Vorbemerkung: Aus aktuellem Anlass muss ich mich leider doch noch mal über das Verhalten von Mitgliedern der Piratenpartei wundern. Pardon!)

Manchmal bin ich doch überrascht von mir selbst.

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In den NachrichtenMontagsmusikPersönlichesPolitik
Kein Fragment (Klammern). // Bryan Ferry – Bitter-Sweet

Käuzchen in mondloser Nacht(… und dann ist Montag und man hat wieder einmal versagt, weil man es oder wenigstens sich selbst nicht abwarten konnte und man vor Sichgutfühlen manchmal eben doch die Lage verkennt und zeigt, was man für mühsam unter Kontrolle bekommen hielt, weil man einfach nicht verstehen kann, was man hat und warum man es hat und dass nichts, aber auch gar nichts ein Zufall ist. Man bekommt, was man verdient.

Es ist Montag und man weiß genau, was daran falsch ist.

Bryan Ferry – Bitter-Sweet

Es ist immer zu früh, um einander verloren zu geben, und doch: man ahnt, wie sich ein Käuzchen fühlt; und schreit.)


Derweil kollabiert die Welt. Drei Bundesländer haben mit böser Miene Quatsch gewählt („Landtagswahlen sind eine Art kleine Bundestagswahl“, Hannelore Crolly, c/o „WELT ONLINE“) und Keith Emerson ist tot; Freitod, sagen sie und meinen wahrscheinlich nicht die drei Bundesländer. Weiter möchte man die Nachrichten auch gar nicht lesen und tut es dann doch. Die Märkte gehen durch die Decke, die Bosse tanzen Samba, alles flüchtet in Immobilien, der Makler reibt Hände ohne Ende, nur deine Lebensversicherung ist leider total im Arsch, Papi.

Die Kassen stimmen. Mittelstand, Geringverdiener? Das hat sich Erhard, seiner Partei zum Trotz, wahrscheinlich auch anders vorgestellt. Geht doch nach drüben. Uns geht es gut. Wir schaffen das, vor allem schaffen wir uns. Das gefällt nicht? Das macht nichts. Seht euch das Elend an und dann wählt etwas anderes. Die dehydrierten Greise, deren Verfall vom Gesundheitssystem in so enge Bahnen gelenkt wurde, dass es für ein Kreuzchen bei Scheißparteien alle zwei Jahre noch ausreicht, damit als Dankeschön mehr Geld zwecks Verprassens von ihrer Rente gestrichen werden kann, sind eure eigene Zukunft.

Diejenigen Wahlkreise in Sachsen-Anhalt, in denen die AfD nicht zur Wahl stand, gingen allesamt an die CDU; von der man aber auch genau das erwartet hätte. Die Politik von CDU und SPD wird keine bessere, wenn sie stattdessen von Grünen und AfD gemacht wird. Die Idiokratie frisst ihre Kinder.

Tief durchatmen. Sie werden kommen.

Guten Morgen.

ComputerPersönliches
Smartes Gucken im Aktivfernsehen

Dass der Mehrwert des Fernsehens für das tägliche Leben mit dem nach wie vor anhaltenden Anstieg an privat geführten Fernsehsendern nicht unbedingt gleichermaßen gestiegen ist, setze ich als bekannt voraus. Den Wettlauf um die schnellsten Informationen hat bis auf Weiteres das Echtzeitmedium Twitter – jetzt auch mit Schminkgesicht – gewonnen, was schon konzeptionell bedingt ist; wenn alle dreißig Minuten eine neue Nachrichtensendung produziert wird, passiert für irgendjemanden Spannendes eben gern auch mal dazwischen.

Die Lücken zwischen den Nachrichten vom Vortag füllen meist eher unspannende Sendungen, die irgendwas mit casting zu tun haben und in denen neue „Talente“ zum späteren Einsingen von Altenheimen und Möbelhäusern gekürt werden sollen, mitunter unterbrochen von wenigen Lichtblicken wie den „Simpsons“, die ich (allem Schlechterwerden zum Trotz) noch immer mag, wobei ich allerdings bisher nicht das Bedürfnis verspürte, mir für solche Ausnahmen ein eigenes Fernsehgerät zuzulegen; die Gefahr, zum falschen Zeitpunkt das Gerät einzuschalten und fortan in ein Delirium zu verfallen, wie Menschen, die fernsehaffine Verwandte und/oder Bekannte haben, es sicherlich bereits kennen, während das Hirn allmählich eine breiig-käsige Bewusstseinsform annimmt, ist gerade für uns Kopfarbeiter zu groß.

Mit dem Auftrieb von so genannten „Smart-TVs“, prinzipiell also Fernsehgeräten mit dauernd aktivierter Wohnzimmerkamera, die sich, weil es geht, mit euren Kühlschränken, Tresoren, Glühbirnen, Uhren und insbesondere mit ihrem Hersteller unterhalten können, hat die Fernsehtechnik sich zwar inzwischen auf so absurde Größen aufblasen lassen, dass man das schlimme Gesicht, das jeweils gerade dummes Zeug im laufenden Programm von sich zu geben überbezahlt wird, um ein Vielfaches vergrößert ertragen darf, allein: die Qualität hat sich nicht verbessert. Da aber die Geräte nicht nur Daten über’s Netz senden, sondern auch empfangen können, lassen sie es zumindest zu, dass man statt einer Dauerwerbesendung, die nur selten von zudem von offensichtlich intelligenzverachtenden Entscheidern entworfenem „Programm“ unterbrochen werden, auch Sendungen aus dem Internet beziehen kann, gern in Verbindung mit einem Abonnement von „Entertain“, „Netflix“ (das es zu meiner Überraschung auch einzeln, also ohne beigepacktes Chillen, zu geben scheint) oder ähnlichen Diensten, bei denen Serien zu mieten mir ähnlich ratsam erscheint wie meine Plattensammlung durch ein Spotify- oder TIDAL-Abonnement zu ersetzen statt sie allenfalls gelegentlich zu ergänzen, nämlich nicht im Geringsten. Dieses streaming aber verringert gerade auch, nachdem der Videotext vom Fernsehen auf andere Geräte umgezogen ist, gegebenenfalls den noch von früheren Generationen gelebten Brauch, ein allzu langweiliges Programm nicht etwa auszuschalten, um wieder am richtigen (gar: Familien-)Leben teilzunehmen, sondern zu zappen, also so lange die immer größer werdende Anzahl an Sendern auf ihren Gehalt zu überprüfen, bis etwas zu sehen war, was zumindest für einige Minuten nicht zu offensichtliche Langeweile verhieß. Beim „smarten“ Fernsehen sind die Gestaltungsmöglichkeiten etwas größer, man kann sich also eigentlich recht lange ohne nennenswerte Unterbrechung, sofern man das denn möchte, berieseln lassen.

Eigentlich.

Mein Fernseher hat sich gerade abgeschaltet, weil seit 4 Stunden keine Interaktion stattgefunden hat.

Es mag „abschaltbar“ sein, aber die Prämisse scheint unmissverständlich: Wer vier Stunden lang einfach nur fernsieht, ohne eigentlich anlasslos auf der Fernbedienung herumzudrücken, der wird von smarten Geräten für zumindest eingeschlafen gehalten, was über das Vertrauen derer, die solche Geräte herstellen, in das, was sie zeigen, mehr als das Nötigste aussagt, und wer sich mit einem smarten Fernseher über Stunden hinweg nicht knöpfchendrückend beschäftigt, der macht sich verdächtig. Interaktives Fernsehen mit Mitmachfaktor ist Gebot, nicht bloß Angebot. Wenn ich es auch als angenehm empfinde, wenn die Technik sanft darauf aufmerksam macht, dass Menschen, die mehr als vier Stunden am Stück quasi apathisch den ungesunden Müll in sich aufnehmen, der sich Fernsehprogramm nennen lässt, dringend etwas ändern sollten, was in einer weniger romantischen Darstellungsvariante auch einfach nur irgendwas mit Energieeffizienz (diese modernen Kernkraftersatzplacebos liefern eben nicht mehr genug Energie, um sie nach Herzenslust zu vergeuden) zu tun haben könnte, so bleibt doch die irritierende Erkenntnis, dass man sich, wollte man interagieren und nicht einfach glotzen, lieber eine Minibar als einen Fernseher gekauft hätte.

Die Rundfunkgebühr sollte Schmerzenssteuer heißen.

Mir wird geschlechtPersönlichesPiratenpartei
Der Zusammenbruch der Hackerkultur durch den Siegeszug des Twitterfeminismus

(Vorbemerkung: Ich bin zurzeit Mitglied von CCC und Piratenpartei, hoffe aber, deswegen nicht an irgendwas die Schuld zu tragen. Es folgt, da mich einige Geschehnisse der letzten Jahre nicht ganz unbewegt lassen, ein idealistisch motivierter Aufregtext, der keinesfalls zu einer sachlichen Diskussion beitragen soll.)

Felix „Fefe“ von Leitner ist aus dem Chaos Computer Club ausgetreten. Um zu verstehen, warum das ein schlechtes Zeichen ist, ist es ratsam, die Geschichte der Hackerkultur in Deutschland einmal genauer zu betrachten.

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