Archiv für die Kategorie ‘Nerdkrams’.

Hier geht’s um Software – je nerdiger, desto besser.

Nerdkrams
„Sicherer als Windows“ des Tages (4)

Na, auch Linux statt Windows zu Hause?

Dann patcht mal schön eure bash!

In den NachrichtenNerdkramsPiratenpartei
Liegengebliebenes vom 23. September 2016

Was ist besser – Ruby oder Python? Das kommt ganz darauf an.


Google hat einen neuen Spionagemessenger veröffentlicht. Wir sind alle recht überrascht und ein Stück weit betroffen.


Ist das vom „Postillon“? Nein, von „SPIEGEL ONLINE“: Die SPD steckt im Umfragetief, Arbeitsministerin Nahles will nun verstärkt auf soziale Gerechtigkeit setzen.


Schönes Fundstück auch: Blitz und Donner dem Kapitalismus, besuchen Sie uns auf Facebook!


Deutsch/Medien, Medien/Deutsch: Der Rücktritt eines Landesparteivorsitzenden nach einer verlorenen Wahl heißt „Erosion“.


Drei Tage vor seinem Übertritt zu den Brandenburger Grünen tönte der ehemalige Vorsitzende der Berliner Piratenpartei, er sehe das Ausscheiden aus dem Abgeordnetenhaus als Chance, jetzt außerparlamentarisch noch bessere Piratenpolitik zu machen. Meinen herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an die Brandenburger Grünen zu ihrem moralisch integren Neuzugang. Selten habe ich einen geeigneteren Grünen gesehen.


Dazu auch und abschließend: Hadmut Danisch berichtet von Julia „Bomber Harris, Feuer frei!“ Schramms Facebookbeitrag, in dem sie die Piratenpartei als gefährlich für das menschliche Miteinander ihrer Mitglieder bezeichnet. Es ist schön, dass auch Julia Schramm – inzwischen, wie auch das Gros der ehemaligen Berliner Linkspiraten, bei der „Linken“ – eine humanistische Seite zu haben scheint, es ist nur etwas schade, dass sie die Transferleistung nicht erbringt.

In den NachrichtenNerdkrams
Über Technikverhinderungsprozessoren

Früher bedeutete eine neue Prozessorgeneration oft einen spürbaren Anstieg der gefühlten Leistung, ein quasi exponentielles Wachstum der Nennleistung bei gleichzeitig sinkenden Emissionen. Das ist lange her, Einzelkerngeschwindigkeiten von deutlich über drei Gigahertz sind physikalisch derzeit nicht mit vertretbarem Aufwand zu erreichen (wenn nicht gerade Stickstoffkühlung zum Standardmodell in einem PC oder gar Laptop wird). Werbekampagnen für neue Prozessoren müssen also irgendwie anders auffallen, um einen Neukauf zu rechtfertigen; der Wettbewerb um immer niedrigere Nanometerweiten verliert allmählich seinen Reiz.

Worauf also freut sich denn heute der geneigte Computerkäufer? Richtig: Bald schon gibt es viele neue Hardware mit Intels neuesten Prozessoren mit dem beknackten Codenamen „Kaby Lake“. Sie sollen aus gleichem Strom mehr von allem herausholen: Mehr Rechengeschwindigkeit, mehr Möglichkeiten, mehr Technikverhinderung:

Schließlich gibt es noch eine Erweiterung für Kaby Lake: einen neuen Medienverarbeitungskern. (…) Dieser Videokern erzwingt auch Anti-Piraterie-DRM-Schutz, wie er von den großen Studios vorausgesetzt wird. Hollywoodchefs wollten keine ultrahochauflösenden 4K-Filme aus der „Cloud“ streamen, ohne dass sicher gestellt ist, dass der gewöhnliche Mitschneider es schwer haben wird, und daher gab Intel den Unterhaltungsriesen, was sie wollten.

(Freie Übersetzung von mir.)

Wer sich in ein paar Monaten einen neuen Rechner kauft und nicht gerade auf AMD-Prozessoren zurückgreifen möchte, die in gehobenen Preisklassen durchaus recht selten geworden sind, der tauscht ein paar Cent Stromkosten im Wesentlichen gegen seine Freiheit ein, weil das Gerät, das vordergründig mit grandiosen Multimedialeistungen prahlt, tatsächlich nicht für ihn, sondern für Rechteverwerter gestaltet wurde, deren maßgebliches Interesse an neuer Hardware sich auf die Frage beschränkt, wie man deren Käufern möglichst viele Möglichkeiten nehmen kann, über die ihm zur Verfügung stehenden digitalen Medien frei zu verfügen.

Ohne diese Leute war das Internet irgendwie schöner.

Nerdkrams
Total vernetzt: Xanadus langer Atem

Im Jahr 2016 feiern nicht wenige Aktivisten ein Jubeljahr des Webs als technische Revolution, oft, weil sie sich gar nicht dessen bewusst sind, was für ein eigentlich nebensächlicher Aspekt des Internets das Web eigentlich ist, oft auch nur in dem Irrglauben, das Web sei im Gegensatz zum Usenet endlich und allein eine brauchbare Art, Informationen vernetzt dauerhaft darzustellen.

Dabei ist das Web eigentlich nicht viel mehr als ein spät geborener Krüppel, dem allein seine reichen Eltern zugute kommen.

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Nerdkrams
„Sicherer als Windows“ des Tages (3)

Na, auch Linux statt Windows zu Hause?

Dann habt ihr ein Problem.

Nerdkrams
Dynamische Single-Serving Sites mit OpenBSD-Bordmitteln erstellen

Unter „Single-Serving Sites“ versteht man gemeinhin Websites wie IsItChristmas.com, WhatIsMyIP.org und purple.com, die als Gegenentwurf zu informationsüberladenen Webportalen meist genau eine einzige Frage beantworten. Es gibt in der Regel keine Unterseiten, keine echte Interaktivität und auch sonst sind solche Websites sehr angenehm anzusehen.

Meist ist so eine Website schlicht in statischem HTML geschrieben worden, denn serverseitige Scripts sind ebenso überflüssig wie jQuery oder andere Perversionen des Modernen. Was aber, wenn man dem Besucher etwa abhängig von seiner Browsersprache oder per Zufallsalgorithmus eine andere Ansicht präsentieren will? Natürlich könnte man auf Javascript zurückgreifen; wer das aber nicht möchte, zum Beispiel, weil er sich nicht darauf verlassen möchte, dass der Besucher Javascript aktiviert hat und einen mit dem geschriebenen Code kompatiblen Browser benutzt, dem bleibt letztlich nur die Nutzung serverseitigen Codes, etwa Perl oder PHP, übrig.

Nun gilt für Server mehr noch als für einen Laptop oder PC, dass jede zusätzlich installierte Software wegen möglicher noch unentdeckter oder unkorrigierter Fehler ein potenzielles Sicherheitsrisiko birgt, wozu auch Skriptsprachen, Webserversoftware und sogar Texteditoren zählen. Dazu kommt der Ressourcenhunger, den mancher stack mit sich bringt: Benutzt man etwa die beliebte Kombination aus dem Webserver nginx und der Sprache PHP im FastCGI-Modus (php-fcgi), ist es keine Seltenheit, dass auch im Leerlauf diverse Prozesse an den Systemressourcen knabbern.

Lässt sich eine solche Webanwendung auch programmieren, ohne den Server unnötiger Last und Gefahren auszusetzen? Weiterlesen ‘Dynamische Single-Serving Sites mit OpenBSD-Bordmitteln erstellen’ »

NerdkramsPersönliches
Smartphoneblues

Seit ich im Jahr 2010 zufällig Androidnutzer wurde (ich berichtete), habe ich nur wenige Gedanken daran verschwendet, ob ich den eingeschlagenen Weg jemals verlassen würde. Klar, die Smartphones sind seitdem größer geworden, ihre CPUs und GPUs stärker und ihre Preise unverschämter, aber sonst ist doch alles fast wie früher.

Allein: Der derzeitige Smartphonemarkt ist geprägt von der Angst, interessant zu sein, fürchte ich.

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Nerdkrams
„Sicherer als Windows“ des Tages (2)

Na, auch Linux statt Windows zu Hause?

Dann patcht mal schön euren Kernel!

Nerdkrams
Der Tor fällt nicht weit vom Appelbaum

Alter Hut: Knallbunte Websites mit eigener Domain und Logo für Sicherheitslücken in Software.
Das neue große Ding: Knallbunte Websites mit eigener Domain (ob da wohl noch ein Logo kommt?) für private Fehden unter Open-Source-Entwicklern. Das muss dieser Geist des Open Source sein, von dem immer die Rede ist.

Worum es geht? Ein mittlerweile ehemaliges, allerdings recht engagiertes Mitglied der Tor-Kernentwicklergruppe hat blöderweise einen Nachnamen, der recht weit vorn im Alphabet steht, weshalb es seine Teamkollegen natürlich ganz besonders stört, wenn er, um niemandes Arbeit wichtiger erscheinen zu lassen als die eines Anderen, bei der Verschriftlichung um eine alphabetische Reihenfolge der Verantwortlichen bittet. „Der da hat einen Namen, der vor meinem erscheinen würde, das belästigt mich!“

Ach, nein – eigentlich geht es ja tatsächlich um Belästigung. Bei Tor scheint Homo- oder wenigstens Bisexualität ein wichtiges Thema zu sein, was auch schon die einzig nennenswerte Erkenntnis aus dem ganzen Bohei ist; ein Rosenkrieg zwischen Menschen, die verglichen damit, dass sie sich aufführen wie eine Horde pubertierender Teenager, zuvor offensichtlich für erschreckend erwachsen gehalten wurden.

Ein Opfer des Beschuldigten gibt etwa zu Protokoll:

I didn’t know until very recently that nonconsensual sex, by a friend, is rape. It is for this reason that I am writing this account.

Mit anderen Worten: Eigentlich hielt das Opfer einen offenbar sexuell motivierten Zwischenfall für nicht sonderlich schlimm oder auch nur bedeutsam, bis jemand ihm mitteilte, dass es unangemessen sei, sich darüber nicht zu viele Gedanken zu machen. Wer Kompromat sucht, ist über jeden, den er dazu überreden kann, glücklich.

Das Gros der Erfahrungsberichte allerdings befasst sich damit, dass der Täter ungefragt in kleinem Kreis über die Sexualität der Opfer sprach; darüber beklagen sich Letztere auf der Website, indem sie selbst darüber und über die seine sprechen, und zwar in einem weit größeren Rahmen als es zuvor je geschehen wäre. Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Schnell, schieß mir ins Gesicht!

(via @andreasdotorg)

In den NachrichtenMir wird geschlechtNerdkramsPolitik
Kurz verlinkt: Gewalt, Google, Schokolade und Quoten

Die klare Ansage des Tages kam gestern von „der Antifa“, deren Mitideologe Horst Schöppner medial klarstellen zu müssen meinte:

Gewalt wirkt. Egal, ob es einem gefällt oder nicht. Gewalt wirkt auch gegen Nazis. Vielleicht wirkt sogar nur Gewalt gegen Nazis.

Und zwar, weil:

Wenn Sie kein Rassist, Islamhasser oder Nazis sind, wenn Sie also die Parolen von PEGIDA oder AfD nicht gut finden, dann sind Sie für Ihr Gegenüber vermutlich automatisch: dumm, Antifa, Gutmensch, Neger, Lügenpresse, Schwuchtel, Staatsbüttel oder alles zusammen.

Erst mal davon ausgehen, dass der Gegenüber einen für dumm oder – eine offensichtlich noch weit schlimmere Beleidigung – Antifa (sic!) hält, um ihm präventiv auf’s Maul hauen zu dürfen, ist eine überaus elegante Lösung. Nie habe ich mir so sehr gewünscht, auch einmal für dumm gehalten zu werden. Herr Schöppner, wie wär’s?


Google findet, Passwörter seien keine für Android zukunftstaugliche Sicherheitsvorkehrung, und möchte stattdessen eure biometrischen Daten in der cloud (also auf den Rechnern überdies US-amerikanischer Fremder) speichern.

Kotz


2005: Dunkelhäutige Schokoladenmaskottchen sind rassistisch.
2016: Sich über dunkelhäutige Schokoladenmaskottchen aufzuregen ist rassistisch.

Langweilig wird es mit diesen Leuten zum Glück nie.


Der Feminismus hat uns nun jahrelang gelehrt, dass es nicht etwa ausbildungs- oder lebensstilbedingt, sondern allein eine Diskriminierungsfolge ist, als Frau nicht auf eine Führungsposition erhoben zu werden. Folglich gibt es für die Nachricht, dass hauptsächlich Westdeutsche ostdeutsche Führungspositionen innehaben, nur einen möglichen Grund. Ich erwarte Oben-ohne-Demonstrationen beschrifteter ostdeutscher Manager in allen größeren deutschen Städten.

NerdkramsProjekte
In eigener Sache: Der blödeste Projektname der Weltgeschichte.

Was hat der Welt denn noch gefehlt? Richtig: Ein weiterer statischer Bloggenerator, und zwar von mir. Verehrtes Publikum, ich präsentiere: BlogC++. Das passiert, wenn man mich mal mit einer Tastatur allein lässt.

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NerdkramsNetzfundstücke
💩

Das hatte ich völlig übersehen: Irgendwo in einem kleinen Raum mit, hoffentlich, Wänden aus Gummi arbeiten Forscher am nächsten großen Ding.

Emojis mit anpassbarem Geschlecht und änderbarer Haarfarbe.
Die nächste Generation der Emojis.

Falls noch jemand versehentlich den Menschen für die intelligenteste Spezies hielt: Tschuldigung!

In den NachrichtenNerdkramsSonstiges
Recht und Gesetz gegen Canonical und VG Wort

Die vermutlich Kriminellen des Tages sind die Herrschaften hinter Canonical, deren heute veröffentlichtes Ubuntu 16.04 (Symbolbild) mal eben absichtlich die GPL verletzt und somit qua Gesetz illegale Software ist. Welche Worte Linuxer dafür fänden, würde zum Beispiel Microsoft beim Lizenzbruch erwischt, möge sich der geneigte Leser an dieser Stelle selbst ausmalen.

Dicht gefolgt wird Canonical in der Rangliste von den in der VG Wort organisierten Verlegern, die offensichtlich jahrelang unrechtmäßig Geld, das Autoren zustand, in die eigene Tasche gesteckt haben. Schon liest man erste Kommentare, dass die nun zu erwartenden Rückforderungen das Ende des Verlagswesens besiegelten; und noch einige Jahre nach dem Beschluss des Leistungsschutzrechts wird mein Bedauern darüber überschattet von einer unbändigen Freude. Ich stelle schon mal den Whisky warm.


Nur im übertragenen Sinne kriminell ist bekanntlich die Doofheit gerade jugendlicher Smartphonenutzer; selbst mir passiert es immer häufiger, dass ich öde blondierten Mädchen begegne, die vor lauter Freude am Herumwischen auf ihrer Wanze für unterwegs ganze Grünphasen von Fußgängerampeln verpassen. Ich lache dann immer ein bisschen. Die Stadt Augsburg möchte mir den Spaß jetzt aber nehmen:

Die Stadtwerke Augsburg testen derzeit in Augsburg an zwei Straßenbahn-Haltestellen LED-Boden-Ampeln, die Handy-Nutzer vor Unfällen schützen sollen.

Gemeinheit.

In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 15. April 2016

Es war geradezu skandalös:

Beim diesjährigen Linz-Marathon, der am Wochenende über die Bühne ging, sorgten übermotivierte Eltern für ein empörendes Bild: Es zeigt, wie sie ihre heulenden Kinder an den Händen über die Ziellinie zerrten.

Aber keine Sorge – die Eltern haben daraus gelernt:

Die Eltern, die ihre weinenden Kinder beim Linzer Junior-Marathon ins Ziel gezerrt hatten, überraschten sie jetzt mit einem Ausflug ins Disneyland Paris als Wiedergutmachung. Vor Ort entbrannte jedoch ein Konkurrenzkampf unter den Eltern. Sie zerrten ihre weinenden Kinder stundenlang durch das Disneyland, um vor den anderen fertig zu sein.

(Rantnotiz, absichtlich mit „t“ geschrieben: Eltern, die ihr Kind an seinen Leistungen messen und ihm bei besseren oder schlechteren Sportergebnissen, Schulnoten oder Modelplatzierungen mehr oder weniger Zuneigung und Fürsorge entgegenbringen, haben es nicht verdient, Eltern genannt zu werden. Das Kind als Trophäe aufzuziehen, weil man in seinem eigenen Leben jämmerlich beim Versuch versagt hat, stolz auf sich selbst sein zu können, ist einer der erbärmlichsten Triebe, die die heutige Gesellschaft noch nicht generell zu einer Ächtung des Versagenden verleiten.)


Aus der beliebten Reihe „ich ernähre mich vegan, denn vegan ist gesund“:

Das „Veganz Hanfprotein-Pulver Rohkostqualität“ enthalte so viel Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), dass bei Kleinkindern die maximal empfohlene tägliche Aufnahme überschritten werden könne[.]

Die „Ernaehrungs Umschau“ (sic!) rät in ihrer aktuellen Ausgabe ja prinzipiell dazu, dass Veganer ihre Mangelernährung gelegentlich mal überprüfen lassen. Womöglich sollte außerdem ein Drogenberater anwesend sein.


Problem: Debian Linux liefert zu alte Software aus. Die offensichtliche Lösung: Den nervigen Hinweis darauf, dass es eine neuere Version gibt, einfach entfernen.


Als ich mich unlängst über Raser aufregte, hatte ich gar nicht bedacht, dass es für Leute, die wie Arschlöcher fahren, auch freundlichere Begriffe geben könnte. „SPIEGEL ONLINE“ schlägt „Temposünder“ vor, denn wenn jemand irgendwen totfährt, weil er zum Beispiel in einer verkehrsberuhigten Zone dringend auf’s Gas treten musste, dann reichen vier Vaterunsers und sieben Avemarias und dann ist alles wieder in bester Ordnung, denn im Gegensatz zu einer asozialen Straftat verzeiht der liebe Kreuzfahrergott kleine Sünden sofort. Lobet den Herrn.

In den NachrichtenNerdkrams
Warum „Ubuntu für Windows“ den plötzlichen Jubel nicht verdient

Nun, da die erste große Welle der Begeisterung abgeflacht ist und die beiden verfeindeten Lager sich nach Abertausenden von Kommentaren erschöpft zurückgezogen haben, um neue Kraft für das weitere Geschehen zu sammeln, möchte ich diese Meldung an dieser Stelle auch nicht unkommentiert lassen:

Microsoft hat ein Linux-Subsystem für Windows 10 entwickelt, mit dem sich Linux-Programme für die Kommandozeile direkt unter Windows ausführen lassen.

Was einen „Journalisten“ von „heise online“ geradezu vor Begeisterung auf die Tastatur speicheln lässt, ist für erfahrene Computernutzer ein alter Hut: Eine solche Abstraktionsschicht kennt man aus Systemen wie FreeBSD – dort heißt sie „Linuxulator“ – schon seit Jahren. Darum wurde aber merkwürdigerweise nie so ein Gewese gemacht wie um die faszinierende Neuigkeit, dass Microsofts anfangs noch für das Betriebssystem OS/2 geplanter NT-Kernel schon immer in der Lage war, verschiedene Subsysteme zu nutzen. Windows NT 3.1, die erste „NT-Version“ von Windows, wurde von vornherein neben dem Win32- auch mit einem POSIX- und einem OS/2-Subsystem ausgeliefert, es war also, wie man bei „heise online“ heutzutage wohl schreiben würde, drei Betriebssysteme in einem.

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