Archiv für die Kategorie ‘In den Nachrichten’.

Wenn ich Nachrichten sehe, höre oder lese, muss ich darüber schreiben, sonst werde ich sauer.

In den NachrichtenMontagsmusik
Mike Oldfield – Tubular Bells // Doof genug für’s BKA.

Huu!Es ist Montag und arschkalt; eine Kombination, der zumindest ein warmer Arbeitsplatz mit heißem Kaffee etwas Linderung zu verschaffen vermag, wenn die Bett- und Menschenwärme der letzten Nacht schon abzuklingen beginnt. Wie zum Trotz scheint die Sonne noch dazu, als versuchte sie ihre Autorität zu wahren; die gelbe Sau (PeterLicht, 2001 u.a.).

Wenn es schon um andere Bereiche des Lebens nicht so gut bestellt ist, Chartaschreiber (schönes Schimpfwort eigentlich) selbstredend mitgemeint; die andererseits auch gute Bundespolizisten wären, denn dort ist einfaches Textverständnis optional: Deutsch nich gutt? Einfach die Anforderungen senken. Nachdem ein Polizist schon nicht mehr besonders sportlich sein muss, weil es für eine angemessene Kondition nicht mehr reicht, kann er jetzt auch noch zu blöd für seine eigene Muttersprache sein. Verfolgungsjagden erledigt man ja im Auto und Schreiben tut man mip’m Computer, der macht das schon. Die Welt wird blöd und man selbst ist mittendrin. 

Da ist nicht mal Musik noch heilig: Spotify ist viel besser als Vinyl, sogar die Werbung funktioniert besser als erwartet. Ein typisches Produkt für Applekunden also? Nein, selbst die werden milde: „Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich Apples MacBook Pro eher an Anwender richtet, die ihre Tastatur betrachten, denn an Mac-Nutzer, die diese auch nutzen wollen.“ Eine späte, aber zumindest weise Beobachtung, immerhin.

Auch beobachtet: Montag ist’s. Zeit für etwas Musik.

Mike Oldfield 'Tubular Bells' Live at the BBC 1973 (high quality / remastered)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
„Europäische Werte“ des Tages

Apropos Charta: Dass die Türkei mit ihrem eigenwilligen Verständnis von Grundrechten in einer vordergründig freiheitsliebenden Gemeinschaft wie der Europäischen Union nichts zu suchen hat, steht wohl außer Frage. Vielleicht ist es aber Zeit, einmal darüber nachzudenken, ob diejenigen, die bereits drin sind, wirklich hineinpassen.

Auf heise online ist zu lesen:

Immer mehr Menschen werden in Frankreich zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie „regelmäßig Internetseiten mit Terror-Propaganda“ aufgesucht haben. (…) Wie Le Monde berichtet, wird zum Beispiel kritisiert, dass der Begriff „Terrorismus“ überhaupt nicht klar genug definiert sei.

Die Werte des freien Westens lassen sich erschreckend genau beziffern.

In den NachrichtenPolitik
Ramsteiner Recht

Der geneigte Leser möge sich nun setzen und/oder irgendwo festhalten, denn es ist Erschütterndes geschehen:

Die US-Regierung hat gegenüber dem Auswärtigen Amt erstmals bestätigt, dass ihre Militärbasis Ramstein als Relaisstation für Drohnenangriffe dient.

Wenn das doch nur jemand geahnt hätte!

Aber wir können natürlich beruhigt sein:

Alles erfolge aber im Rahmen des geltenden Rechts.

Weil:

Die USA hätten für Drohneneinsätze „konkrete, am Völkerrecht orientierte Regeln entwickelt“ und „uns gegenüber zum Ausdruck gebracht“, dass die einschlägigen internationalen Maßstäbe „selbstverständlich auch für sie gelten“.

Weil das Völkerrecht nämlich kein Problem damit hat, wenn zum Zwecke militärischer Überlegenheit (nicht auszudenken, ließe man potenziell brandgefährliche Zwölfjährige am Leben!) ein paar mutmaßliche Terroristen gemeuchelt werden, denn natürlich verstoßen Drohnenangriffe gegen das Grundgesetz und sonst noch ein paar Regeln, aufgestellt von europäischen Weicheiern, aber so ein US-Amerikaner, der ist nun mal kein Europäer. Da kann man schon mal in Deutschland rumsitzen und einem Computer im Ausland Bescheid geben, wo mal hingeschossen werden darf. Operationen unbemannter Luftfahrzeuge seien für die USA „kein völkerrechtlicher Vorgang“, weil eine Drohne eben keinem Volk angehört, sondern Weltbürger ist und als solcher gar kein Völkerrecht kennt. Dass demzufolge so ein Flugzeug, das wegen ausbleibender Pilotierung irgendwo drauffällt, auch keinen Verstoß gegen das Völkerrecht darstellen dürfte, stößt hingegen vermutlich nicht auf besonders viel Zustimmung in den USA.

Das geltende Recht (cf. Hinrichtungen in sog. „Unrechtsstaaten“) ist eben immer eine Frage des Standpunkts.

In den NachrichtenMontagsmusikPiratenpartei
New Order – Crystal // #lmvnds162

Es geht doch nichts über ein belebendes WochenendeEin Blick auf den Kalender schlägt für heute den Montag vor, dabei war doch gerade noch Donnerstag. Urplötzlich bricht die Gewissheit herein, dass reflektiert-reflexartiges Politikspiel, für die Seele wird gesorgt, seinen Reiz schon immer aus der Beschäftigung mit dem Dissens zog, weshalb es den Dissens erneut zur Maxime zu erheben galt. Bis einer heult oder wenigstens trinkt. Die Eulenspiegelei als Chance zu begreifen flößt, sláinte!, den Lebenssaft ein, als wäre es gestern gewesen. Wer liest schon Parteiprogramme? Wertdiskussionen zwischen Wertefreien können etwas Würze gelegentlich gebrauchen.

Wenn schon der Rest der Welt gleichermaßen mitspinnt: Elektroautos sollen Geräusche machen, damit doofe Fußgänger weniger oft überrascht und überfahren werden. Verpflichten wir sie doch auch gleich dazu, Benzin zu verbrauchen, damit ein fehlerhafter Akku weniger Schaden anrichtet! Man könnte es dann normales Auto nennen. Andererseits: Was ist schon noch normal? Eure Kopfhörer können euch belauschen, also redet besser künftig etwas leiser mit ihnen.

(Um nur nicht den „Ausgefidelt“-Witz zum aberdutzendsten Mal zu machen -) Eben noch quietschfidel, jetzt schon verklärt; oder aber auch: „Moralische Reinheit, dieses ewige Thema in diesem Spektrum, die kann man einem freundlicherweise auch nur andichten – denn die Realität erlaubt einem solche Kopfgeburten nicht.“

Beziehungsweise: New Order, weil man vor lauter Politik und Gedöns mal wieder das (meinten Sie: die?) Wichtigste, natürlich, vergessen hat.

New Order – Crystal [OFFICIAL MUSIC VIDEO]

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Und nun zum Sport.

Das Leben ist zu aufregend? ZEIT ONLINE hilft.

Der Schachweltmeister trägt an diesem Sonntag einen eng geschnittenen Anzug; die knappen Hosenbeine rutschen ihm etwas hoch, als er sich setzt, und geben den Blick auf seine Socken frei. Sie sind taubenblau. (…) Schließlich steht er im Nebenraum, stellt eine Einkaufstüte mit Sachen ab und – das ist nun sehr schön – eine Thermoskanne. Der Herausforderer des Schachweltmeisters bringt sich zu seiner Schachpartie etwas Warmes zu trinken mit (…). Karjakin, ein Mann des Volkes!

Das Rauschen, das ich höre – das wird der Jubel sein.

In den NachrichtenPolitik
Iwan des Tages: Frieden gegen Russland

„ZEIT ONLINE“, 15. November 2016:

Den Erkenntnissen zufolge sollen US-Soldaten vor allem in den Jahren 2003 und 2004 womöglich mindestens 61 Menschen gefoltert haben. Im selben Zeitraum sollen CIA-Mitarbeiter demnach mindestens 27 Gefangene in Geheimgefängnissen in Polen, Litauen und Rumänien misshandelt haben. (…) Laut Bensouda handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern offenbar um das Ergebnis einer vorsätzlich betriebenen Politik.

„ZEIT ONLINE“, 16. November 2016:

Russland zieht seine Unterschrift unter das Gründungsstatut des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag zurück. (…) Zur Begründung hieß es, der zur Verfolgung von Kriegsverbrechen eingerichtete Gerichtshof werde den Hoffnungen der internationalen Gemeinschaft nicht gerecht.

„Handelszeitung“, 17. November 2016:

Sowohl Obama als auch Merkel sprachen sich für einen Dialog mit Russland aus, aber auch für Härte, wenn die russische Führung internationale Normen verletze wie in der Ostukraine.

Genau – das Verletzen internationaler Normen, etwa des Völkerrechts, unterliegt zweifelsfrei dem Urheberrecht der USA, und beim Thema Urheberrecht verstehen die bekanntlich keinen Spaß.

Verdammter Putin immer.

In den NachrichtenMusikPiratenpartei
In aller Kürze: GEMA zu Hause, du alte Scheiße.

Da ganz Deutschland sich derzeit über den – mit etwas Pech – kommenden Bundespräsidenten Steineimer amüsiert, geht beinahe das wirklich Interessante im Rauschen unter: Die Bereicherung an geistigem Eigentum Dritter durch GEMA und Musikverlage ist illegal. Ich wiederhole: Die Bereicherung an geistigem Eigentum Dritter durch GEMA und Musikverlage ist illegal.

Nicht mal die Piratenpartei kann man mehr für unzurechnungsfähig halten. :motz:

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Jethro Tull – Sweet Dream

herbst-symbolbildEs ist Montag und prinzipiell sehr schön; draußen kühlt es und drinnen, jaja!, wärmt man einander an der Gewissheit, heute noch zu leben; warum dann nicht einfach beisammen? Eigentlich ist das alles ja ganz einfach, eigentlich ist man aber auch gelegentlich ein wenig zweckgebunden verstimmt, womöglich auch der trotzdem überraschenden Linderung wegen, die um so besser wird, je mehr man sie als solche wahrnimmt.

Anderswo pocht flatter auf die Solidarität („alles / was uns fehlt / ist die Solidarität“, schrummschrumm!), punktgenau pfeifen die immergleichen „Grünen“ auf alte Zöpfe und heißen den Klassenfeind herzlich willkommen: Dieter Zetsche („Daimler-Chef“, „SPIEGEL ONLINE“) sprach auf deren Parteitag und plötzlich erscheint eine Koalition der Billigen aus „Grünen“ und F.D.P. nicht mehr so abwegig wie noch vor wenigen Jahren. Tempora mutantur.

Andere Koalitionen hinterlassen nicht einmal mehr verstimmte Wähler: Während das bürgerliche Spießertum sich noch über die doofe Demokratie in den USA aufregte, nutzte die doofe Demokratie im Inland die Gelegenheit und beschloss abermals die weitere logistische Unterstützung der Zivilistenmeuchelei im Irak und in Syrien. Es ist wirklich unbegreiflich, wieso so viele Menschen dort entweichen wollen, überdies in das Land, das überhaupt erst manchen Fluchtgrund liefert. Ein gewisser Masochismus mag dem gemeinen Syrer zu eigen sein, andererseits: dann könnt‘ er auch gleich dort bleiben und sich meucheln lassen, wie sich das für einen guten Kollateralschaden gehört. Ganz schön undankbar.

Musik? Aber ja doch.

Jethro Tull – Sweet Dream / For a Thousand Mothers Live 1969 HD

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Abschließende Notizen zu Donald Trump

Er verspricht viel, hält aber nichts? Woher dann die Angst? Als Linker sollte man Donald Trump jedenfalls schätzen, nicht nur, weil er den Iwan nicht mehr als Klassenfeind begreift: Auch Israel ist angetan und spricht schon jetzt von Freundschaft, was nach acht Jahren mit dem eher israelkritischen Barack Obama zumindest eine Veränderung zeigt. Dass viele Leute erst jetzt Angst vor den Überwachungsmechanismen, schlimmer noch: den Atomsprengköpfen entwickeln, auf denen die USA seit Jahrzehnten schon abschussbereit sitzen, ist allerdings obskur; waren diese denn weniger gefährlich, als noch der Irre mit dem Intelligenzproblem den roten Knopf besaß? Immerhin gehen da gern mal welche verloren.

Ist die Wahl Donald Trumps nicht einfach nur ein Zeichen von dem Erstarken von Rechten? Nein, das Gegenteil ist der Fall, denn die waren schon länger da – die vermeintliche Lehre aber gilt auch und gerade in der Parallele zu Deutschland:

Ihr habt die Gesellschaft kaputt gemacht, Werte lächerlich gemacht, Menschen entsolidarisiert, Zusammenhalt geschleift, soziale Sicherheit aufgebohrt und das toxische Konkurrenzdenken in alle Bereiche des Lebens getragen, gefordert und gefördert, seit 25 Jahren macht ihr das. Jetzt kommt der Fickfinger. Eure Verantwortung. Eure Quittung. Fresst die Medizin. Schön schlucken. Lecker. Nicht?

Wäre Donald Trump ein deutscher Politiker, man schölte ihn vermutlich einen autonomen Anarchisten und Linke druckten sein Konterfei auf ihre T-Shirts aus Bangladesch. Eine Rebellion gegen die Elite muss nicht immer von außen kommen, die Idole der Klassenkämpfer waren und sind oft Gutsituierte aus belesenem Hause.

Nicht mal das kriegen die Sozialisten noch allein hin.


Möglicherweise ein völlig anderes Thema: Mozilla wurde von einem Troll gegründet.

Yes, I absolutely branded Mozilla.org the way for the subtext of „these free software people are all a bunch of commies.“ I was trolling.

:mrgreen:

In den NachrichtenPolitik
Kurz notiert zu den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika

Deutsche Journalisten und Politiker sind entsetzt: Jetzt haben diese verrückten US-Amerikaner doch tatsächlich die einmalige Chance verstreichen lassen, diejenige Frau, die noch keine Gelegenheit ausgelassen hat, um sich für mehr Krieg einzusetzen, erneut auf eine hohe politische Position zu hieven, damit sie dem Feminismus und der Rüstungsindustrie – nicht umsonst kam Ursula von der Leyen zu Wort – zu neuen Höhenflügen verhelfen möge. Zum Glück ist so etwas in Deutschland undenkbar.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Ernie wählt das Quietscheentchen.

Es drohe eine Zeit, in der die meisten klassischen Verlage mitsamt ihren digitalen Angeboten der Konkurrenz durch Blogs und sonstige private Berichterstattungen nicht mehr gewachsen seien, prophezeien die Digitalangebote der meisten klassischen Verlage in letzter Zeit merklich ängstlicher. Bei „SPIEGEL ONLINE“ weist man gar darauf hin, dass man als Gratisleser dieses Qualitätsmediums doch bitteschön seinen Werbeblockierer abschalten möge, um das Qualitätsangebot auch weiterhin kostenlos genießen zu können.

Heute zum Beispiel diese Qualitätsmeldung:

Die Clintons oder die Trumps – wer ist besser am Herd? Das Krümelmonster ist sich da sicher – und entscheidet sich für seine „alten Lieblingskekse“.

Ich blockiere Werbung auf „SPIEGEL ONLINE“ ja inzwischen nur noch aus Mitleid, damit der Todeskampf nicht mehr so lange dauert. :irre:

In den NachrichtenMontagsmusik
Alcest – Je suis d’ailleurs // Jeder und die.

Symbolbild: Busfahren.Es ist, um Himmels Willen!, Montag, aber wie gewohnt hat man es durch schiere Blödheit geschafft, dem Montag als Wendepunkt den Stachel zu nehmen. Memo: Blödheit ab und zu mal als Chance begreifen. Gender müsste man sein: Inklusion sofort! Stattdessen bleibt ein Kauz unter einem schwächer werdenden Mond. Der Winter kommt.

Dies auch im metaphorischen Sinne, versteht sich: Auf „heise online“ wurde investigativ enthüllt, dass Überwachung nicht nur jeden, sondern sogar Politiker treffen kann; eine journalistische Meisterleistung, die ihresgleichen vergeblich sucht und die diverse Preise verdient hätte, wären Preise nicht meist als Kompliment gemeint. Dabei kann man sich doch gegen Überwachung inzwischen vortrefflich schützen: Einfach eine hässliche Sonnenbrille aufsetzen. Vielleicht stellt sich demnächst heraus, dass diese Erfindung nur ein Trollversuch war, mittels dessen die Kreativen möglichst viele Leute dazu zu bringen versuchen, sich so ein Ding aufzusetzen. Ich nehm‘ gleich drei.

Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? Richtig: in Thermometer. Smarter Krempel für den Allerwertesten, ab Werk für’n Arsch.

Ihr seht, montags sind Stimmung und Niveau im Keller. Zumindest für die Stimmung lässt sich etwas tun, zum Beispiel mittels der wunderbaren Musik von Alcest.

Alcest – Je Suis D'ailleurs [taken from "Kodama"]

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Esst weniger Werbung!

Die Weltgesundheitsorganisation teilt via „heise online“ mit:

Werbung für ungesundes Essen in digitalen Medien fördert nach einem neuen Report Übergewicht bei Kindern.

Und ich dachte schon, die drolligen Bälger wären so dick, weil sie sich falsch ernährt haben, und nicht, weil zu wenig Werbung für Salat im Web zu sehen ist. Endlich erklärt mir das mal wer.

In den NachrichtenPolitik
Was Angela Merkel so alles alarmiert

Die Kanzlerin verschärfe die Kritik, heißt es aus Journalistenkreisen (u.a. „FAZ“, „Tiroler Tageszeitung“ bzw. eben Reuters), indem sie die Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei „in höchstem Maße alarmierend“ nannte. Nun kann man bei einer alarmierten Angela Merkel keinesfalls davon ausgehen, dass sie wie eine alarmierte Polizei oder eine alarmierte Feuerwehr Maßnahmen ergreifen wird, um die Ursache des Alarms wirkungsvoll zu bekämpfen, denn die Türkei ist ebenso wie Saudi-Arabien ein wertvoller Verbündeter beim Löschen wirtschaftsunfreundlicher Friedensherde. Das Feine an der Kanzlerschaft mag’s sein, dass man viel reden, aber nur wenig tun muss, um zu gefallen.

Und bewährte Rezepte kocht man eben doppelt so gern: Die humanitäre Lage in Nigeria sei „alarmierend“ (14. Oktober 2016); und wahrlich, sie tat was dagegen, lehnte zwar die Aufnahme vermuteter Wirtschaftsflüchtlinge aus Nigeria ab, aber Deutschland stellt zur Sicherheit noch eine Militärbasis daneben, denn nur dort kann ein Friede herrschen, wo man ihm den Weg freischießt; was indes in der Türkei völlig außer Frage steht, denn dort ist die humanitäre Lage eine großartige, wenn man nicht gerade Journalist, Politiker der Opposition, Kurde, Fernsehclown oder syrischer Flüchtling ist: „Flüchtlinge berichten von Misshandlungen und Schüssen auf Kinder“, aber die Tür in die EU bleibt selbstverständlich geöffnet, so lange es nicht offiziell Todesstrafe heißt, denn es ließ die Kanzlerin höchstselbst verkünden, dass die Gespräche über eine EU-Mitgliedschaft der Türkei enden würden, sollte das Land die Todesstrafe wieder einführen, bedauerliche Kollateralschäden selbstverständlich einmal ausgenommen.

Das Erschießen von Flüchtlingen ist im Frontex- und Waffenexportland Deutschland ja durchaus eine ökonomisch wertvolle Errungenschaft.

Ihre Fähigkeit zu herrschen basiert allein auf der Vernichtung des Bewusstseins.
„Sie leben!“, 1988


Die F.D.P. teilte in Gestalt ihres Bundesvorstands inzwischen mit, dass Volksabstimmungen prinzipiell gefährlich seien, denn das Volk könnte eine andere Meinung haben als seine Parlamentarier und damit wichtige Änderungen blockieren oder gar final verhindern.

Wär‘ ja noch schöner, wenn man dem Pöbel mal das Wort erteilt.

In den NachrichtenMontagsmusik
Ahkmed – Last Hour of Light // Friedenskrisen

nur-noch-eine-tasse-kaffeeEs ist später Montag als sonst, nur hat man es kaum bemerkt, weil die eingeschobene Stunde am Sonntag keine produktive war und Brückentage auch immer nur die Anderen betreffen. Moderner Technik wegen beschränkt sich die Umstellung der angezeigten Uhrzeit ohnehin längst meist darauf, dass man noch ein bisschen länger im Bett bleibt. Ob der Unsinn nicht ganz ausbleiben sollte, möge jemand mit legislativer Befugnis entscheiden, bedauerlicherweise ist bislang keine Änderung in Sicht. Russland hat die Zeitumstellerei schon vor Jahren unterbunden, und wer will schon wie der Iwan sein?

Andererseits: Deutschland stimmt gegen ein Verbot von Masssenvernichtungswaffen, vermutlich verkaufen die sich so gut. Wenig vernichtet man als deutscher Friedenspolitiker so ungern wie Exportgewinne. Wenn man nur lange genug wartet, werden aber offenbar auch die krudesten Parteiversuche rational: Auf dem „grünen“ Netzkongress etwa war Veganes unbeliebt. Bestimmt wurden bereits Krisensitzungen einberufen.

Krisen sind ja sowieso so ein Montagsding. Der so genannte „Journalismus“ steckt ebenso tief in derselben wie Politik, Gesellschaft und Kultur – hui, Brüste! – und natürlich man selbst, weil man sich und das alles und den Montag insbesondere nur ungern noch ertragen mochte, wäre da nicht die Musik, die so vieles besser macht.

Machen wir also einen kleinen Umweg, bevor der Montag beginnt.

ahkmed – last hour of light

Guten Morgen.