Archiv für die Kategorie ‘und so’.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Meniscus – Overhang

Selbstbild als...Es ist Montag. Das war keine besonders gute Idee, aber ist jetzt leider auch nicht mehr zu ändern. Wenn mein Leben einmal verfilmt wird, soll der Film bitteschön Montag heißen. Dann geht wenigstens niemand rein. (Auch: Wenn das Wetter eine Stadt wäre, wäre es Berlin.)

Gestern fand ich in der nie enden wollender Liste der eintreffenden Informationen einen Blogeintrag der Filmchenplattform PornHub, dessen Autor in ihm eine Statistik aufbereitete, die besagt, dass gerade Frauen in der ersten Jahreshälfte 2017 auffallend oft nach Pornos mit Fidget-Spinnern (das sind diese albernen Plastikhandkreisel, die gerade wieder einmal eine Renaissance erleben) suchten. Regel 34. Meinen herzlichen Dank dem Informationsgeber, jetzt habe ich vor noch mehr Menschen Angst als bisher. – Apropos Pornografie: Derjenige Teil des illiberalen Netzfeminismus, der einem provokanten Blogger seit Jahren das Leben schwer machte, weil jener sich gegen üble Nachrede zu wehren versuchte, wurde nun anscheinend zu wohltätigen Spenden verdonnert. Die neuen legislativen Bestrebungen zur Verfolgung von „Hassrede“ sind wohl doch nicht die beste Waffe gegen das Patriarchat.

Hübscher Vorschlag zu einem ganz anderen Thema: Die Energieeffizienz von Software deutlich kennzeichnen, damit Entwickler aufhören, schlechte Software zu entwerfen. Ich befürworte diese Idee.

Was ich ebenfalls befürworte: Musik.

Meniscus – Overhang (Music Video)

Guten Morgen.

In den Nachrichten
G20: Demonstranten mit Haltungsschäden

Heute fand in drei Ländern eine Menschenkette gegen Atomkraftwerke statt. Die Frage, was sozial Abgehängte mit ihrer vielen Freizeit so anzufangen wissen, erübrigt sich. Dem Vernehmen nach wurden für die Menschenkette, deren Planer sich sicherlich zuvor tiefgründige Gedanken über den politischen Nutzen des Händchenhaltens gemacht haben, unter anderem auch Flaggen der Piratenpartei missbraucht. Sollten hier Journalisten mitlesen: Als Mitglied der Piratenpartei distanziere ich mich ausdrücklich von jedem Protest gegen unschuldige Kernenergie und befürworte eine Züchtigung jedes Teilnehmers.

Aber darum soll es heute mal nicht gehen, stattdessen um Demonstrationen, die noch in der Zukunft liegen.

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In den NachrichtenPolitik
Eine notwendige, aber angemessen kurze Anmerkung zum #SPDbpt17

Ich habe jetzt einen Punkt erreicht, an dem ich mich von jedem SPD-Wähler durch seine Wahlentscheidung persönlich beleidigt fühle.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 23. Juni 2017

Moderner Feminismus scheint seine Protagonistinnen so einsam zu machen, dass sie um eine neue Errungenschaft nicht herumkamen: Sie heiraten sich jetzt selbst. :roll:


Geheimdienstüberraschung zum Ersten: Der deutsche Geheimdienst BND hat angeblich auch in den USA spioniert. Das konnte, impliziert man beim „SPIEGEL“, ja wohl niemand ahnen!


Geheimdienstüberraschung zum Zweiten: Es könnte sich zum allgemeinen Erstaunen herausgestellt haben, dass die Bundesregierung bei der Beschreibung der Zusammenarbeit mit der NSA gelogen haben könnte. Zum Glück haben wir einen Ausschuss, der das herausgefunden hat, sonst wäre das sicherlich niemandem auch nur eingefallen!


Für einen festen Monatsbetrag kann man bei Amazon jetzt eine kleine Auswahl an E-Books herunterladen, jubelt Daniel Berger auf „heise online“. Dieses laut Pressedarstellung aufregend neue Konzept sollte sich unbedingt einmal durchsetzen, um diese schmerzliche Marktlücke einer Art Videothek für Bücher zu füllen. Vielleicht sogar mit papiernen Büchern?


Das Schlimmste am neuen SPD-Spionagegesetz? Nein, nicht der Staatstrojaner, der wird aller Voraussicht nach ohnehin erstens abwehrbar (nein, „schab eh Linux“ wird nicht genügen) sein und dürfte zweitens vom BVerfG gekippt werden. Viel schlimmer: Zeugen einer vermuteten Straftat verlieren einen Großteil ihrer Bürgerrechte. Wer wählt so was?


Apropos Verbrecherparteien: Verfassungsfeindlichen Parteien soll künftig die Staatsfinanzierung entzogen werden; dass dieses Gesetz aller Voraussicht nach nur für programmatisch, nicht aber für tatsächlich verfassungsfeindliche Parteien wie die SPD gelten wird, ist beinahe das einzig Traurige daran.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
Porcupine Tree – Arriving Somewhere But Not Here

Montagsstimmung (Symboleule)Es ist Montag, doch die schwere Menschlichkeit des Wochenendes sitzt noch tief unter der Haut. Niveauvoller Unsinn in guter Gesellschaft und völlige Verwirrung durch sonst sicherlich Gewöhnliches; davon zehrt ein Menschenskeptiker für Wochen. Bloß nicht nachlassen und dann aber eben doch wieder an der eigenen Unzulänglichkeit fast ersticken. Hoch zu pokern verleidet einem nur das Schachspiel. Leben, du alte Knackwurst. Denken wir ratlos an Antalya und tun wir unbeeindruckt.

Gute Nachrichten: In Wien wird laut österreichischer Presse das erste Wohnhaus des Landes gebaut, in dem Menschen aller sexuellen Orientierungen gleichzeitig wohnen dürfen. Bis jetzt mussten Schwule in Österreich anscheinend außerhalb von Häusern wohnen.

Derweil auf „SPIEGEL ONLINE“: „Trump-Gegner feiern politische Ideen aus dem 19. Jahrhundert“, schreibt Benjamin Moldenhauer, als sei dies ein geradezu revolutionärer Schritt in einem Staatenbund, dessen Verfassung im 19. Jahrhundert schon alt war und der sich in Teilen auf ein politisches System aus dem vorchristlichen Athen beruft. Anderswo fliegen währenddessen Fußballtrainer raus, weil sie zu erfolgreich sind. Gegner muss man auch mal gewinnen lassen, nämlich. Sonst sind sie traurig.

Did you ever imagine the last thing you’d hear as you’re fading out was a song?

Porcupine Tree – Arriving Somewhere But Not Here (Live)

Guten Morgen.

In den NachrichtenWirtschaft
Hoffnung Dexit.

(Vorbemerkung: Wie üblich habe ich von Wirtschaft keine Ahnung und schreibe daher im Folgenden nur Quatsch.)

Die „Financial Times“ berichtete heute, dass „die EU“ harte Strafen gegen den Technikkonzern Alphabet erwägt, weil dieser es wage, innerhalb der eigenen Angebote die eigenen Produkte zu bevorzugen, was zumindest keine allzu falsche Annahme ist, denn mit Konzepten wie dem bei Nutzern eher unbeliebten AMP und der priorisierten Suche von YouTube-Videos ist die zu Alphabet gehörende Firma Google weit davon entfernt, ein neutraler Dienstleister zu sein.

Nun ist Google keine staatliche Firma, sondern Teil der „freien Wirtschaft“ und somit keineswegs dazu angehalten, seinen Mitbewerbern prominente Werbeplätze einzuräumen. Meines Wissens hat bisher selbst innerhalb der EU niemand Burger King darauf verklagt, künftig auch Produkte von McDonald’s im Sortiment zu führen, und auch Apple weigert sich so standhaft wie erfolgreich, seine Geräte optional mit Android oder Windows auszuliefern. Dagegen sollte die EU wirklich mal was tun!

Dass die EU zur eiligen Marktbereinigung sonst neigt, ist freilich keine Aufsehen erregende Feststellung (Gurkenkrümmung! Gemüsenamen! Glühbirnen! Geld!) und bedarf insofern keiner weiteren Ausführung. Über diese selektive Behinderung freien Warenverkehrs („der Wirtschaft“) hinaus hat die Europäische Union insgesamt politisch ungefähr Folgendes zu bieten:

Ich wage eine Behauptung aufzustellen: Ein Politiker, der sich als liberal und als Menschenfreund versteht, sollte aus genau diesen Gründen und in Erfüllung seiner Verantwortung gegenüber denen, deren Interessen er zu vertreten verpflichtet ist, alles daran setzen, ein baldiges Ende der Europäischen Union herbeizuführen.

Es ist nicht alles schlecht in Großbritannien.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Pontiak – Dialectic of Ignorance

Pontiak – wie die Band, nicht wie das Auto – sind seit Jahren ein Garant für mehr als bloß erträgliche Rockmusik. Auch mit ihrem diesjährigen Studioalbum „Dialectic of Ignorance“ wissen die drei Brüder aus Virginia wieder einmal zu beeindrucken, was insbesondere wenig verwundert, wenn man bedenkt, dass sie mit der Tradition, jährlich neue Aufnahmen zu veröffentlichen, für „Dialectic of Ignorance“ (Bandcamp.com, Amazon.de) gebrochen haben, da sie zwischendrin mit der Pen-Druid-Brauerei ein weiteres Standbein aufgestellt haben. Sollte es – möge dies noch in ferner Zukunft liegen! – mit der Musik einmal nicht mehr klappen, müssen sie zumindest nicht am Hunger- oder immerhin Bierdursttuch nagen.

Was mich indes annagt, ist die Neugier auf die Musik. Hören wir mal rein:

Pontiak – Ignorance Makes Me High (Official Music Video)

Aus den Elementen Stoner, Doom-Metal, Progmetal und Acid Rock rühren Pontiak einen magischen Trank an, der beim Genuss mit seinen monoton-repetitiven Mustern eine hypnotische Wirkung erzielt. Wirbelnde Gitarrensoli und harter Orgelanschlag werden auch und gerade durch ständiges Überschreiten radiokompatibler Liedlängen zu treibenden Kräften in dieser musikalischen Flut.

Ich höre mal Skeleton$, mal maudlin of the Well, mitunter etwas Colour Haze und eine Menge Pink Floyd, belegt mit einem Nebelschleier, immer wieder zerschnitten von einer wütenden Gitarre, stimmungsmäßig auf die Spitze getrieben vom hallenden, irgendwie entrückten Gesang.

Pontiak – Tomorrow Is Forgetting

Das letzte Stück auf „Dialectic of Ignorance“ trägt den Titel „We’ve Fucked This Up“. Fast möchte man ihnen zurufen: Nein, habt ihr nicht!
Gern noch etwas mehr davon.

ComputerIn den Nachrichten
Wenn JavaScript Menschen zu Letzten macht

In einem inhaltlich durchaus lesenswerten Artikel über die von den technisch Zuständigen maßgeblich mitignorierte Internetanbindung auf dem Dorf (namentlich: Schlamberg, Bayern) lässt Sophie Rohrmeier das Ehepaar Hubert und Birgit Heinrich sich über die verfügbare Netzanbindung beschweren:

Von 105.912 Personen in Deutschland, die in dieser Woche den Test gemacht haben, landet Huberts Internetanschluss auf Platz 100.984. Birgit Hubert fragt: „Wie kann das sein, in einem Land wie Deutschland?“

Ja, wie denn nun: Hubert? Birgit? Heinrich? Egal, darum soll es nicht gehen, sondern darum, wie es sein könne, dass man „in einem Land wie Deutschland“ (nämlich Deutschland) in einer Rangliste der Schnellsten weit unten steht? In Deutschland sollte es keine Menschen geben, die schneller in irgendetwas sind als man selbst, und zwar für niemanden!

Was für eine Internetleitung haben die Hubert-Heinrichs denn und was haben sie damit vor?

16.000 kbit schnell sollte das Netz sein – was ohnehin nicht viel ist. Tatsächlich sind es jedoch nur 1.400 bis 1.800. (…) Wenn das Netz es zuließe, könnte [Birgit H., A.d.V.] im Homeoffice arbeiten und so langsam wieder in den Beruf finden.

Beinahe DSL 2000 (von sowas hätten wir früher ja nicht mal zu träumen gewagt) sind zweifellos nicht unbedingt eine für irgendwelchen Multimediakram geeignete Geschwindigkeit, an dieser Stelle widerspreche ich nicht. Interessant ist jedoch die Annahme, das Netz sei in der gegebenen Geschwindigkeit für „Homeoffice“ (E-Mails lesen und versenden, im Web rumsurfen, Dateien auf irgendwelche Server laden und so weiter) nicht geeignet, denn das bedeutet, dass irgendwas im Web, wo die Leute heutzutage ihre E-Mails, Dokumente und so weiter rumliegen haben, weil ihnen niemand gesagt hat, dass es sinnvollere Protokolle als das HTTP dafür gibt, plötzlich langsamer geworden ist als früher, denn in den (teilweise bis heute) auslaufenden Neunzigern hat sich kaum jemand ernsthaft beschwert, dass man mit seiner gebündelten ISDN- oder ähnlichen Leitung gegenüber anderen Marktteilnehmern ernsthaft benachteiligt sei, weil man im Gegensatz zu diesen nicht schnell genug arbeiten könne.

Könnte es womöglich daran liegen, dass die durchschnittliche Website inzwischen über zwei Megabyte groß ist (das sind fast anderthalb Disketten), von diesen ominösen, für so etwas wie „Homeoffice“ im Jahr 2017 bedauerlicherweise üblich scheinenden „Webanwendungen“, für die Webbrowser von Arschlöchern als Ersatz für ein Betriebssystem missbraucht werden und die im Wesentlichen aus ignorant großem – hat ja jeder heute zig Megabit zu Hause – JavaScript bestehen, müssen wir da gar nicht erst gesondert anfangen? Könnte es daran liegen, dass dieser geballte JavaScript-Unfug längst vor allem sich selbst dient und dass es insofern eine grauenvolle Idee ist, einen Webbrowser statt einer auf den jeweiligen Anwendungsfall optimierten Desktopanwendung zum Arbeiten zu verwenden?

Das Problem mit dem Digitalstandort Deutschland ist es nicht vorrangig, dass die Internetverbindungen immer weniger für effizientes Arbeiten tauglich wären, sondern, dass für die Datenübertragung so instinktiv wie fälschlich zu einem Protokoll gegriffen wird, das dafür nicht gedacht ist, um mit einem Programm, das dafür nicht gedacht ist, eine Website aufzurufen, die die Probleme, die das falsche Programm im falschen Protokoll notwendigerweise bei der Umsetzung bereitet, auf eine Weise, die dafür ungeeignet ist, zu umgehen („beheben“) versucht.

Aber wer weiß 2017 schon noch so genau, was ein „Hypertext“ eigentlich sein soll?

In den NachrichtenPolitik
Berliner Kreuzritter

Thomas de Maizière erklärt Berliner Steuerzahlern, warum auf ihr olles Ersatzstadtschloss aller Säkularisierung zum Trotz ein Kreuz draufgeklebt werden soll:

Wer das Kreuz ablehnt, müsste dann auch dafür sein, dass die Fassade mit Putten und Engeln entfernt wird. Auch das sind christliche Symbole.

Ich bin ja kein Berliner, aber meines Dafürhaltens wäre das nicht etwa, wie Thomas de Maizière es darzustellen versucht, vollkommen überzogen, sondern nur konsequent. Gebäude, die überwiegend reichlich unchristliche Menschen bezahlt haben, sollten nicht ungefragt um des überkommenen Konzeptes des Christentums – Katholikenpack, beschämendes! – Willen, das dem geistigen Fortschritt der Menschheit bislang noch nicht besonders zuträglich war, zwecks Verzierung um ein antikes Folterinstrument erweitert werden dürfen.

Hätte ich in Berlin etwas zu sagen, würde ich noch weiter gehen; an regte ich nämlich nicht nur das Sichsparen christlicher Symbole an volkseigenen Neubauten, sondern überdies das nachträgliche Entfernen von religiösen Einflüssen im weltlich-rationalen Miteinander, wo immer dies ohne weiteren finanziellen Aufwand möglich ist.

Mit den sich als „christlich“ verstehenden Parteien, in einer aufgeklärten Gesellschaft, die funktionierte, schon thematisch eigentlich ohne Aussichten auf Gehör, würde ich anfangen wollen. Auch das „C“ ist ein christliches Symbol, selbst in seiner heutigen Rolle als Feigenblatt.

Die Welt verbessern wir nicht mit Beten.

In den NachrichtenNerdkrams
Linuxnutzer entsetzt: Von der NSA entwickelte Software ist überraschend unsicher!

Wikipedia (schon länger):

SELinux (…) ist eine Erweiterung des Linux-Kernels (…). SELinux wird maßgeblich von der NSA und von dem Linux-Distributor Red Hat entwickelt.

Nachrichten (gestern):

Das sudo-Kommando in Linux-Distributionen mit SELinux-Unterstützung enthält eine kritische Schwachstelle. Über diese können Anwender beliebige Daten auf dem System überschreiben und sich so mehr Rechte sichern, als ihnen eigentlich zustehen.

Die Einschläge kommen näher.

In den NachrichtenPolitik
Menschenrechtsextremistinnen

Die britische Premierministerin schrieb gestern:

Sofern Menschenrechte uns bei der Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus im Weg stehen, werden wir diese Rechte ändern, damit Briten sicher leben können.

(Frei übersetzt von mir.)

Dies ist offenkundig eine Reaktion auf die jüngsten Anschläge, zum Beispiel den in Manchester, zu dem sich der IS bekannt hat, der von Saudi-Arabien mit Waffen ausgerüstet wird, die wohl zu einem beträchtlichen Teil aus britischen Lieferungen stammen. Ja, Extremismus und Terrorismus bekämpft man gern, indem man den Agitatoren ein paar Waffen zur Verfügung stellt.

Die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt dazu:

Amtlich werden als Rechtsextremismus (…) Bestrebungen verstanden, die sich gegen die (…) fundamentale Gleichheit der Menschen richten und die universelle Geltung der Menschenrechte ablehnen.

Amtlich haben wir es bei Theresa May also mit einer Rechtsextremistin zu tun, die im Begriff ist, die Rechte, die sie einem Tier oder einem Kühlschrank weltweit voraus hat, einschränken („ändern“) zu wollen. Unklar bleibt, welchen Umgang mit solchen Extremistinnen die britische Regierung künftig rechtlich vorsehen wird – Kerker oder Auslieferung in den Jemen?

Es bleibt spannend.


In weiteren Nachrichten: Die Grünen wollen, dass im Onlinehandel, der sonntags meist unbesetzt ist, sonntags nicht gearbeitet wird.

Die Grünen wollten damit „den Sonntag verteidigen“.

Nehmt dies, ihr kaufwilligen Feinde des Sonntags!

In den NachrichtenMontagsmusik
Valerinne – Solastalgia // Bitte nicht mehr muslimisch aussehen!

Es einfach mal wie diese Eule machen und sich schlafen setzen.Es ist Montag. Weil in einer alten Erzählung davon zu hören ist, dass zu Pfingsten vor langer Zeit einige Menschen plötzlich in fremden Sprachen zu reden anfingen, wird heute trotzdem nur wenig gearbeitet. Das ist nur folgerichtig und sicherlich auch sinnvoll, denn sonst würde der Gesetzgeber, dem Arbeit bekanntlich nicht völlig unwichtig ist, ja sicherlich anders entscheiden, nicht wahr? – Wenn doch nur alles so leicht wäre!

Apropos Gesetze: Die Welt ist beruhigt, in London wurden die Bösen, wie es sich für einen Rechtsstaat gehört, zeitnah gemeuchelt beziehungsweise „ausgeschaltet“, wie es bei Lichtschaltern und in der einschlägigen Berichterstattung mit ihren Livetickern und Newsblogs (was nebenbei die Frage aufwirft, was, wenn kein „Newsblog“, die beteiligten Journalisten denn sonst so zu schreiben meinen) heißt. Über die Täter war schnell alles Notwendige bekannt, denn gemäß den Nachrichten (u.a. gestrige „Sat.1-Nachrichten“) handelte es sich um „muslimisch aussehende“ Männer, denn, wie gerade wir als Deutsche ja wissen, ist es zwar völlig unangebracht, die Religion eines Menschen an seinem Aussehen zu erkennen, aber bei den Moslems macht man da in der Terrorhysterie schon mal eine Ausnahme, denn die sehen ja alle gleich aus. Jemand sollte mal etwas gegen diese Bärtigen unternehmen.

Aus der Welt der großen Überraschungen: Wer seine Passwörter auf den Computern anderer Menschen („Cloud“) ablegt, dem gehen sie auch mal verloren. Der unbedachte Umgang der Menschen mit ihren Daten war irgendwann einmal ein treibendes Thema für eine aufstrebende deutsche Partei, diese jedoch sonnte sich am Wochenende lieber auf einer Sexualitätsparade. Ich wünschte, es würden sich auch nur annähernd so viele politisch aktive Menschen für ihre digitale Freiheit wie für Sexpolitik interessieren, aber ich bin natürlich auch ein bisschen merkwürdig.

Ebenfalls merkwürdig, klingt aber wenigstens gut: Musik.

Valerinne Solastalgia Live 2017 in Fabrica

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz notiert zum gestrigen Anschlag in London

Zum Glück hat London eine einjährige Vorratsdatenspeicherung und ganz viele Kameras, sonst wäre man da gar nicht mehr sicher.

(Zweitverwertet von mir selbst.)

In den NachrichtenPolitik
Dicke Luft in Washington

(Vorbemerkung: Eine Menge „SPIEGEL ONLINE“ in meinen Quellen heute – Allergiker mögen bitte geeignete Quellen selbst finden.)

Deutschland gedenkt seine Autobahnen an private Investoren zu verscherbeln. Die Großartigkeit der Privatisierung von Staatseigentum, letztlich also die Abwehr eines Sozialismus, für den nicht einmal Ostdeutschland noch überzeugend stehen kann, wurde mit Telekom und Deutscher Bahn ja bereits ausreichend erwiesen. Dass diese privaten Investoren ihr hineingestecktes Geld natürlich auch gern wieder herausholen würden, steht bis auf Weiteres außer Frage, und ich ahne für den weiteren Fernverkehr auf deutschen Straßen bis zum Beweis des Gegenteils schlimme Folgen.

Zum Glück lenken Terrorhysterie mit Sippenhaft einer- und „Klimakiller Trump“ („SPIEGEL ONLINE“, 30. Mai 2017) andererseits recht willkommen davon ab, was da eigentlich gerade passiert; gut gefüllt sind die Nachrichten mit Informationen zu irgendwelchen Poprockfesten und Fotos von Gewittern. Dieser rücksichtslose Präsident kündigt ein sanktionsfreies und redundantes Abkommen und deswegen wird unser Wetter schlecht!

Am Zerstören der Umwelt nämlich kann nur etwas geändert werden, indem der Kohlendioxidausstoß weltweit gesenkt wird, und während weitgehend kohlendioxidneutrale Kernkraftwerke dieses Problem elegant und nachhaltig lösen könnten, sind sie hierzulande im Gegensatz zu einigen unserer Nachbarländer nach energischer Einwirkung der Wind- und Sonnenenergielobby doch eher verpönt. Kann ja explodieren, so’n Teil. Außerdem ist es Atomenergie nicht grün-vegan genug und absichtlich nicht grün-vegan zu sein ist rechts und Nazi. Wollen wir nicht. Wir, andererseits, sind auch fein raus, denn für uns gilt das Abkommen auch weiterhin, denn wir sind gute Menschen. Natürlich machen wir als gute Menschen auch mal Fehler, denn das gehört zum Menschsein dazu:

Bereits vor zehn Jahren hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Damit wird sie krachend scheitern. Bislang sind es gerade einmal 28 Prozent.

Aber wir haben den anderen Teilnehmerstaaten des Abkommens versprochen, dass wir es besser machen wollen würden, und nur das zählt. Denn sonst wäre es doch geradezu absurd, wenn ausgerechnet wir den Ausstieg aus diesem Abkommen als naturfeindlich verurteilten.

In den Nachrichten
Anständige Anwohner gegen den Pfandterrorismus

Es ist noch ungeklärt, welche Art von Untat genau eines Tages unter die unsägliche und gemeinhin als illegal wahrgenommene Ausspähung des Lebens sämtlicher Einwohner dieses gebeutelten Landes („Vorratsdatenspeicherung“) fallen wird, nachdem die Hürde gemäß aktuellen Medienberichten beinahe wöchentlich gesenkt zu werden scheint.

Als sicher darf gelten: Gegen diese Rentner, die braven Bürgern zwecks Aufbesserung der zum Leben kaum mehr ausreichenden Rente einfach den Müll klauen, muss endlich mal wer was tun!

Anwohner hatten beobachtet wie der 64 Jahre alte Mann und seine 65 Jahre alte Frau mit Hilfe eines Greifarms 18 Pfandflaschen aus einem Container geholt hatten. Sie verständigten die Polizei.

Denn bei der ordentlichen Mülltrennung ist der Anwohner an sich penibel. Grünglas in Grüntonne, Braunglas in Brauntonne, Arme ins Armenhaus und nicht ans wertvolle Altglas. Geht ja mal gar nicht. Polizei! Schade, dass das mit dem Händeabhacken aus der Mode gekommen ist, nicht wahr?

Es sollte mehr Parkplätze vor Fenstern von so Anwohnern geben. Die würden sie erst einmal eine Weile beschäftigen.