Archiv für die Kategorie ‘und so’.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: The Brian Jonestown Massacre – Don’t Get Lost

The Brian Jonestown Massacre - Don't Get LostDas US-amerikanische Septett The Brian Jonestown Massacre – ein nicht unkluges Wortspiel unter Einbeziehung von Brian und Jim Jones – ist seit Jahren[/url] eine feste Instanz, wenn es um die musikalische (wenn auch nicht kulturelle) Nachfolge der unvergesslichen Velvet Underground geht. Außer schlechter Musik ist ihnen aber auch eine Pause fremd: 2017 erschien schon wieder ein Studioalbum von ihnen. Wer erwartet hat, dass ihnen wenigstens dieses misslungen sein könnte, der irrt.

Schleppenden Psychedelic Rock („Dropping Bombs On The Sun“) und Krautiges („Throbbing Gristle“, vermutlich benannt nach der leider aufgelösten Band gleichen Namens) gibt es auf „Don’t Get Lost“ (Amazon.de, TIDAL), eine Aufforderung, deren Befolgung angesichts des Coverbildes und der Liedtitel keine leichte Aufgabe ist, ebenso zu hören wie Shoegaze und den guten, alten Lo-Fi-Garagenpunk („Nothing New To Trash Like You“).

Dropping Bombs On The Sun

Auf die schlimme Früh-90er-Tanzmusik „Acid 2 Me Is No Worse Than War“ hätte die Band meinetwegen gern verzichten können, jedoch stimmt der Ausklang des Albums, „Ich bin Klang“, wieder versöhnlich: „Am Anfang war Ton“ erzählt eine in sich selbst verschränkte Frauenstimme, unterlegt mit schwappender 60er- und 80er-Elektronik, und dass die schönsten Muster die Musik male.

Wie wahr.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 25. April 2018

Bande benutzt den Finger eines toten Mannes, um dessen Smartphone zu entsperren.


Andreas Kemper „erklärt“, was Männerrechtler mit der NPD zu tun haben:

Und da gibt es ganz deutlich NPD-Positionen. Dazu gehört (…) ein illegaler Internet-Auftritt ohne gültiges Impressum usw.

Kein gültiges Impressum zu haben ist rechts! :hitler:


Die unfassbare PETA findet, dass man in Meuchelspielen angeln kann, sei Tierquälerei.


Andere Länder, andere Sitten: In Kanada wurde ein Amokfahrer von einem Polizisten zur Aufgabe gequatscht, weil dieser ihn nicht erschießen wollte.


Paul Ingedaay merkt zur Auflösung der Eta im Feuilleton der „FAZ“ (möchte wegen LSR nicht verlinkt werden) an:

Besonders zynisch ist die Unterscheidung zwischen zufälligen Todesopfern und denen, auf die Eta-Attentate tatsächlich zielten. Deren Angehörige werden nämlich nicht um Verzeihung gebeten, denn in den Augen der Terroristen richtete sich der „bewaffnete Kampf“ ja völlig zu Recht gegen die Urheber des „politischen Konflikts“.

Nur ein noch besondererer Zyniker würde ergänzen wollen, dass sich das ja eigentlich auch nicht wesentlich von der Vorgehensweise der Scheiß-NATO unterscheidet, deren „Krieg gegen den Terror“ ja auch das Umbringen der Urheber des „politischen Konflikts“ zum Ziel hat und manchmal halt aus Versehen Kollateralschäden anrichtet. Selbstverständlich ist dieser Vergleich aber unangemessen: Die sind, wissen Qualitätsmedien, nun mal „böse“.


In bayrischen Behörden sollen künftig noch mehr Kreuze hängen als bisher. Das soll wahrscheinlich die Begeisterung der dortigen Beamten für einen langen, schmerzhaften Leidensweg signalisieren.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Royal mit Käse.

Der Wirbel (Vorsicht: Google!) um die scheinbar bedeutsame Geburt des dritten Kindes eines monarchistischen Britenpärchens nebst ausführlicher Würdigung der dortigen Nahrungskette lässt zwar nicht nur, aber durchaus auch den Schluss zu, dass die Sehnsucht nach einem starken, jungen, charismatischen Führer auch ein Jahrhundert nach dem Ende des bislang letzten deutschen Kaiserreichs noch mehrheitstauglich ist, so lange nur die Regenbogenpresse (u.a. „WELT“ und „Süddeutsche Zeitung“) hinreichend entzückt von ihm berichtet.

In den NachrichtenMontagsmusik
Shob – Except I’m 65 // Eine Partei wie ein Unfall.

Heute mal nur eine kurze.Es ist Montag. Dem Internet sei es gedankt, dass der Weg hierher gesäumt war von Musik, die miteinander zu teilen letztlich alles ist, was bleibt. Klang gewordenes Glück ist die zweitbeste Art von Glück, die beste jedoch trägt zweifarbiges Fell.

Völlig internet- wie glücksfern hingegen sind ganz andere Gestalten: Den gestrigen SPD-Parteitag, in dessen Verlauf zwecks „Erneuerung“ der Partei eine alte Funktionärin an die Spitze gewählt wurde, was allein deshalb bereits als ein gutes Zeichen gilt, weil sie keinen Penis, sondern eine Vagina trägt, haben zu viele Menschen in meinem Umfeld aktiv verfolgt; die gleichen Leute regen sich über Gaffer bei einem Autounfall auf, obwohl ein Autounfall doch noch weniger Schaden anrichtet.

Am vergangenen Dienstag sabbelte Hannes Stein für das Medium „WELT ONLINE“ ins Web hinein, dass „die Medien“ sich mit den Pulitzer-Preisen selbst „feiern“, und zwar „zu Recht“. So reflektiert muss man ja auch erst mal sein. Noch weniger reflektiert allerdings der Betreiber eines anderen großen Webportals, der Facebook heißt und auf den öffentlichkeitswirksamen „Datenskandal“ folgendermaßen reagiert: Das soziale Netzwerk hat jetzt eine automatische Gesichtserkennung. – In einem wiederum anderen Medium empfahl der als „Erfinder des iPods“ (laut „heise online“ aber auch einfach nur des iPod) gescholtene Tony Fadell der Firma Apple, künftig etwas mehr dagegen zu tun, dass iPhones so viel benutzt würden. Eine Reaktion von Apple ist nicht überliefert, vermutlich lachen sie immer noch. Auch etwas zu lachen hatte ein unbekannter Bankkunde – die Deutsche Bank hatte ihm aus Versehen 28 Milliarden Euro irgendwohin überwiesen. Das sind Fehler, die unsereins gar nicht machen kann. Ich weiß aber noch nicht, ob mich das freuen sollte.

Beim Osterhasen und/oder beim Meucheln von Predigern handelt es sich, glaubt man dem „Christlichen Medienverbund KEP“, um einen Glaubensinhalt, über den man sich nicht lustig machen dürfe. Es bleibt unklar, warum sich ein vermeintlich aufgeklärtes Land noch immer eine Steuer zugunsten dieser fröhlichen Gesellen leistet. Man könnte das Geld doch viel sinnvoller anlegen, zum Beispiel in gute Musik.

Wie wäre es mit dieser hier?

SHOB – Except i'm 65 (feat Laurène P Magnani)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Sperrklauselfantasie

Wäre es im Schein der Pläne, abermals bestimmten Parteien aufgrund einer willkürlich gezogenen Grenze die Wahrnehmung ihres Wählerauftrags zu verwehren, nicht eigentlich ratsam, diese willkürlich gezogene Grenze nicht etwa auf zwei bis fünf, sondern auf fünfzig Prozent der erhaltenen Stimmen festzusetzen, woraufhin wenigstens eine einzige Partei sich darum bemühen müsste, die meisten Bürger inhaltlich zu überzeugen?

Sonstiges
Außer, wenn Fuß weg!

Fahr Rad!

(Abt.: Spaß muss sein.)

In den NachrichtenPolitik
Gefasel lesen gegen Rechts!

Was haben die SPD und der Axel-Springer-Verlag eigentlich außer einer Vergangenheit mit Christopher „Knaller“ Lauer noch gemeinsam? Darüber geben die heutigen Nachrichten Aufschluss.

Die eyeo GmbH nämlich, die auf ihrer Website gegenwärtig einen Graffiti sprühenden Ninja zeigt und damit offensichtlich zum Ausdruck bringen möchte, dass sie die coole Firma ist, die ungefragt bunte Bildchen auf fremde Wände schmiert, hat vom Bundesgerichtshof bestätigt bekommen, dass es im Ermessen der Nutzer liegt, ob sie Werbung sehen möchten oder nicht. Der Dadaverlag Axel Springer hat daraufhin eine Verfassungsbeschwerde angekündigt, da „Programme wie Adblock Plus die freiheitliche Medienordnung gefährdeten“, als zwinge eine „freiheitliche Medienordnung“ den Konsumenten zu bestimmtem Konsum und nicht etwa den Anbieter zu einem bestimmten Angebot.

Geht es nach Katarina Barley, Nachfolgerin Heiko Maas‘ im Justizministerium und zugleich eines meiner lebenden Lieblingsargumente gegen die Frauenquote, dann ist eine solche „Medienordnung“, wenn ich sie gerade nicht völlig falsch verstehe, schon bald Gesetz: Um die Bildung von „Filterblasen“, in denen Menschen nur noch mit Nachrichten umgeben sind, die sie auch interessieren, zu erschweren, sollen „soziale Netzwerke“ wie Facebook dazu angehalten werden, pluralistisch zu agieren, indem es seine „Programme“ (hier wohl: Algorithmen) anpasst, denn diese sollten „nicht allein darauf ausgerichtet sein, was einem gefällt“. Als führte es unvermeidlich zu einer Radikalisierung des Volkes, wenn es keine Wahl mehr hat, ob es mit Nachrichten über Sport, Phil Collins oder zum Beispiel die SPD beschallt werden möchte! Dabei hat mich politisch bisher kaum etwas so nachdrücklich bewegt wie die Ergüsse von Ministern aus dem Analogland.

In jüngeren Umfragen gewinnt die SPD im Übrigen wieder neuen Zuspruch. Wäre ich AfD-Mitglied, auch ich würde in diesen Umfragen angeben, dass ich natürlich die SPD wähle. Eine bessere Werbung als deren Personalentscheidungen könnte ich selbst für die Oppositionsführerin niemals machen.

Immer noch tönten die frei erfundenen Statistiken aus dem Televisor. Im Vergleich zum vergangenen Jahr gab es mehr zu essen, mehr Kleidung, mehr Hauser, mehr Möbel, mehr Kochtöpfe, mehr Heizmaterial, mehr Schiffe, mehr Flugzeuge, mehr Bücher, mehr Neugeborene – mehr von allem außer Krankheit, Verbrechen und Wahnsinn.
George Orwell: 1984

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Was man noch sagen darf.

In der medialen Diskussion über den MDR Sachsen, der gestern eine Diskussionsrunde über „politische Korrektheit“ – also das vermeintliche Schönformulieren von grobem Unfug – abhalten wollte, scheint es einen Konsens zu geben, der mit dem erfolgreichen Wegbrüllen der Sendung seine endgültige Form erreicht zu haben scheint. Dieser Konsens lautet offenbar, dass man selbstverständlich „Neger“ nicht mehr sagen dürfe, weil sich davon unter Umständen irgendein Anwesender verletzt fühlen könnte.

Nun leben wir in einer Zeit, in der eine größer werdende Gruppe eine ständige Verletztheit zum Lebensstil erhoben hat und diese, von US-amerikanischen Hochschulen ausgehend, auch in Deutschland zu kultivieren versucht, was vor nicht allzu langer Zeit einen sehr anstrengenden Streit über ein Gedicht an einer Wand anfeuerte, der mit der Entfernung des Gedichts endete und viele Menschen als erschreckend dumm entlarvte. Insofern scheint es nicht immer die richtige Entscheidung zu sein, in jeden Sprechakt möglicherweise verletzte Gefühle einzubeziehen; zumal die Empörung oft eine Stellvertreterempörung ist: Dem MDR Sachsen wurde eine gewaltige Welle an Aufregung entgegengespült, weil man doch „Neger“ nicht sagen dürfe, weil dunkelhäutige Mitmenschen das bestimmt nicht gut finden. Keiner der Aufgeregten war selbst betroffen. Der Volkssport des vertretenden Beleidigtseins erscheint mir gegenüber den angeblich Betroffenen unverschämt, weil entmündigend, und ist damit eine Herabwürdigung dieser angeblich Betroffenen, die doch gerade angeprangert werden sollte.

Ansonsten ist die Frage falsch formuliert: Selbstverständlich darf man „Neger“ sagen und sogar schreiben, wie ich es hier gerade erst getan habe, und „Zigeuner“ sowie „Fettwanst“, der Fett-ist-schön-„Bewegung“ (als ginge es ihnen um Bewegung!) zum Trotz, ebenso. Kein Gesetz verbietet die Verwendung von einzelnen Wörtern unter allen Umständen, was gut und richtig so ist. Man darf auch Phil Collins hören, was wahrscheinlich niemanden unglücklicher macht als mich. Nicht alles, was man darf, ist jedoch auch empfehlenswert, und sobald eine nicht allzu persönlich vertraute und nicht unsympathische Person der Adressat ist, ist ein gewisses Grundniveau empfohlen. Es besteht ein nicht nur oberflächlicher Unterschied zwischen der Anrede eines alten Schulfreunds und eines Fremden als „du Neger“. Man darf also, wenngleich mit begründeter Ausnahme des ollen Hitlergrußes, beinahe alles sagen, nur nicht zu jedem.

Aber das passt so natürlich nicht in einen Tweet.

In den NachrichtenMusik
Der Antimusikpreis

Man stelle sich eine Auszeichnung vor, die all jenen erteilt wird, die nicht etwa musikalisch oder wenigstens textlich bedeutsame Werke mit Tiefgang und von überragender Kreativität und Qualität hervorbringen, sondern die das Geschäft, in dem es darum geht, mit möglichst wenig eigener Leistung, indem man sich zum Beispiel von Dieter Bohlen oder einem der ungezählten Hilfsschreiber der Industrie Melodie und Text vorgeben lässt und dann nur noch, wegen mangelnden Könnens stark verfremdet, einen klinisch rein tönenden Computer begleitet, möglichst viel kurzfristigen Erfolg (engl. „airplay“) zu erzielen, verstanden haben und zu nutzen wissen.

Im Rahmen einer möglichen Gala, die unter ausschließlicher Berücksichtigung von möglichen Reizen zur Lockerung des Portemonnaies um diese Auszeichnung herum geschneidert würde, könnten dann zum Beispiel irgendwelche Kinderstars auftreten und, um diesen Auftritt wenigstens semantisch zu begründen, ein Kinderliedchen singen oder ein Gedicht, lyrics also, aufsagen („rappen“). Im Vorfeld geäußerte Bedenken gegen dieses Gedicht würden sicherstellen, dass die Gala viel gut bezahlte Aufmerksamkeit verschafft. Auch schlecht gelaunte Zuschauer sind Zuschauer. Dass derjenige Preisträger, der – ganz Punk – die lautesten Bedenken gegen das undeutlich Erzählte äußert, diese Auszeichnung dennoch als Ehre begreift, wäre dabei selbstverständlich, denn die Auszeichnung könnte ja nichts dafür, dass man sie nicht für Qualität erhält. Ein vernünftiger Künstler würde sich durch eine solche Auszeichnung beleidigt fühlen, darum würden vernünftige Künstler gar nicht erst nominiert.

Man stelle sich vor, diesen Unsinn nennte man dann einen Musik- und nicht etwa einen Konsumpreis, obwohl das für seine Existenz Wesentliche doch der Konsum und nicht das Konsumierte ist. Unter etwas anderen Umständen wäre diese Vorstellung wohl eine Mediensatire, jedoch heißt sie in Deutschland schlicht „Echo“ und beschäftigt die Medien und deren Empfänger seit Tagen, als wäre die Auszeichnung von minderqualitativem Murks ein Symptom eines Problems und nicht etwa der Kern des Konzepts „Echo“.

Eine lebenswerte Gesellschaft etablierte „Vorsicht: Echo-Gewinner!“ als Warnschild auf einschlägigen Tonträgern, auf dass dem neugierigen Käufer schon im Voraus klar sein möge, dass er es hier mit Funktionsmusik zu tun haben wird, deren wesentliche Fähigkeit es ist, Lebenszeit zu verschwenden. Eine Gesellschaft andererseits, die sich überhaupt einen solchen Antimusikpreis leistet, wird so lebenswert niemals sein.


Nachtrag vom 18. April 2018: „Wer so redet, versteht Hip-Hop nicht.“

In den NachrichtenMontagsmusik
Sammal – Ylistys ja kumarrus

Die Detonation steht unmittelbar bevor.Es ist Montag. Das ist ziemlich schade, denn montags gilt es aufzustehen und etwas für die Wirtschaft zu tun, denn sie muss brummen wie sonst nur ein Pandabär und/oder der Schädel nach einer durchzechten Nacht, die man brauchte, um sich mental auf den Montag vorzubereiten. Der Mensch ist sein Laster.

Apropos Laster: Der Iwan wird auch medial in Syrien bekämpft. Dem Schurkenstaat Israel sowie der deutschen Kanzlerin gefällt das. Die Welt, teilte Boris Johnson mit, sei „vereint in ihrer Empörung über den Gebrauch von chemischen Waffen“, jedoch verschwieg er, dass die Welt Angriffskrieg auch gegen die Bösen oft nicht so gut findet. Bomben gegen Tode! Da weiß man, was man an den Medien hat; woher sonst sollte man seine ausreichend aufgeheizte Stimmung noch beziehen?

Wir bleiben bei Volltrotteln: Bernd Riexinger von den Berliner „Linken“ möchte, wie „Linke“ das eben so machen, Vermieter enteignen lassen. Alles wie früher in Berlin. Es war ja nicht alles schlecht. Passend dazu komme, jubelt schwer leitartikelnd der „musikexpress“, die Audiokassette zurück. Ob es wohl im Sommer auch wieder Prilblumen geben wird?

Alles Schlechte kommt von oben, zum Beispiel Viren. Die Woche aber beginnen wir lieber, indem wir mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und stattdessen erdige Musik hören, etwa solche aus Finnland.

Sammal: Ylistys ja kumarrus (Official Music Video)

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Sounds Of New Soma – Moebius Tunnel

Sounds Of New Soma - Moebius TunnelWas verbindet man mit Krefeld?

Was auch immer hier die erste Antwort gewesen sein mag, sie lautete wahrscheinlich nicht „Krautrock“. Genau solchen aber bringt seit einigen Jahren das Krefelder Duo Sounds Of New Soma („Klänge des neuen Körpers“ o.s.ä.) hervor. Das 2016 veröffentlichte Album „Moebius Tunnel“ (Bandcamp.com, Amazon.de) legt hierüber ein Zeugnis ab, das kaum überhört werden kann. Die Eckdaten versprechen schon Freude: Gemastert wurde „Moebius Tunnel“ von Eroc, dem früheren Schlagzeuger und späteren Nachlassverwalter der Hagener Krautrockmeister Grobschnitt.

Die Titel allein sprechen eigentlich bereits für sich: Das erste Stück heißt „Lysergdelfin“ und klingt auch genau so.

Sounds Of New Soma – Lysergdelfin

Ansonsten dominieren vor allem Space- und Psychedelic Rock: Das folgende „Kosmonautenglück“, das „Lysergdelfin“ klanglich in den Weltraum verfrachtet, stimmt den Hörer auf „Subraumverzerrung“ ein, das sich mit seinem treubenden Rhythmus den grandiosen Hawkwind und deren Weggefährten weiter annähert. „Stech/Apfel“ ergänzt Geräusche, die mich an eine Sitar erinnern, allerdings kann ich die fernöstlichen Instrumente bislang noch nicht immer zuverlässig auseinanderhalten.

Im Überelfminüter „Morgengebet“, für Religionsallergiker mit erfreulich fehlendem spirituellen Bezug, wird aus einem elektronischen Blubbern eine ausgedehnte Gedankenreise, auf der man sich plötzlich und überraschend wiederfindet. Mit „Neuland“ – es war 2016, da ging das noch – klingt das Album leise und wiederum mit fernöstlichem touch aus.

Hat man das alles schon mal irgendwo gehört? Na klar! Ist es deshalb schlecht? Natürlich nicht! „Moebius Tunnel“ gefällt und entspannt; und ist das nicht alles, was zählt?

In den NachrichtenPolitik
Maschinen-Mensch

Da die zusehends seniler werdende EU bis auf Weiteres ein nicht von allein erledigtes Problem bleibt, gilt es von ihr verursachte Fragen noch zu kläre: Dürfen elektronische Personen eigentlich wählen gehen?


Politisch interessantes Persönlichkeitsrecht auch: Strafe wegen versuchten Betruges zum Nachteil des Islamischen Staates.

In den NachrichtenPolitik
Guter Krebs, schlechter Krebs

Medien 2014: Jedes Jahr sterben 110.000 Deutsche an den Folgen des Rauchens.
Politik 2014: Machen wir halt Aufkleber drauf.

Medien 2018: Acrylamid könnte gesundheitsschädlich sein.
Politik 2018: Heißes Frittieren ist verboten!

Und dann wundern die sich über EU-Skeptiker. :irre:

Siehe auch.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Maus mit Speck bedroht (2): Brüste gegen Castingcouch

Wohlüberlegte Protestform des Tages: Um dagegen zu protestieren, dass indische Schauspielerinnen zusehends nach ihrer sexuellen Offenheit bewertet zu werden scheinen, zog sich Sri Reddy in Hyderabad öffentlich aus. Das haben die Verantwortlichen jetzt davon.

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz angemerkt zur lästigen „ver.di“-Gewerkschaft

Unter dem Eindruck des zweifellos gegebenen Umstands, dass unsereins von der Gewerkschaft „ver.di“ medial nur dann etwas mitbekommt, wenn diese wieder einmal Menschen, die eine anständige Ausbildung bekommen haben und sich daher bei Gehaltsknappheit nicht etwa aus Protest ganze Städte einen Tag lang zu entwirtschaften erblöden, auf dass diese entwirtschafteten Städte plötzlich mehr Geld aus dem Hut zaubern, sondern einfach den Arbeitgeber wechseln, mittels Blockade öffentlicher Einrichtungen wie etwa des Nahverkehrs daran hindert, einer geregelten Arbeit nachzugehen, mit der letztendlich auch die anscheinend immer noch überhöhten Gehälter der pfeifenden Pfeifen bezahlt würden, kann ich mich der Vermutung nur noch schwer erwehren, dass die baldige Überflüssigmachung von Gewerkschaften mithilfe von die bisherigen Arbeitsplätze der Streikhammel besetzenden Robotern, die einfach ihre Arbeit verrichten und die Fresse halten, statt ihre Stellung zu missbrauchen, um vernünftig Gebildeten finanziell zu schaden, eine Aussicht ist, die mir erstaunlich große Freude bereiten wird.