Archiv für die Kategorie ‘und so’.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Polizei findet Terrorautos in Barcelona

Auf „ZEIT ONLINE“ gibt Karsten Polke-Majewski – prima Name eigentlich – anlässlich der kürzlich erfolgten Anschläge in Barcelona anderthalb gesicherte Fakten bekannt:

Ein (…) Lieferwagen ist (…) in die Fußgängerzone La Rambla in Barcelona gefahren und hat mindestens 13 Menschen getötet. (…) Die Polizei soll zudem ein weiteres Auto gefunden haben, vielleicht sollte es als Fluchtwagen dienen.

Erst fährt ein Lieferwagen von ganz allein irgendwo rein und dann steht irgendwo in Barcelona auch noch ein zweites Auto herum, das vielleicht dem Lieferwagen als Fluchtwagen dienen sollte und vielleicht auch nicht. Die Automobilindustrie schreckt auch vor nichts mehr zurück.

(via @MarvinWendland1)

ComputerIn den Nachrichten
Das Internet ist kaputt und kein Nazi trägt daran die Schuld.

Waffennarretei und Einwanderungskritik, ließ dieser Tage das Essensportal Instagram seine Benutzer wissen, seien selbstredend gern gesehen, aber Fotos fetter Igel würden keineswegs geduldet und ihre Verbreitung führe versehentlich zum sofortigen Ausschluss des Verursachers.

Ob es insofern eine besonders gute Idee ist, Algorithmen statt Menschen über richtig und falsch, über legal und illegal, über den Unterschied zwischen Igelfotos und zum Beispiel Kinderpornografie entscheiden zu lassen, ist eine Frage, die sich unkritisch technikhörige, weil klickhungrige Massenmedien bedauerlicherweise viel zu selten stellen, was nicht nur Unsinn wie Instagram betrifft, sondern auch viel weiter reichende Auswirkungen hat, was wir nicht erst seit den Gesetz gewordenen Denkfehlern von Heiko Maas wissen. Bis zur endgültigen moralischen Klärung dieses Problems verbleiben immerhin noch Menschen an den Schalthebeln, denen der Konsens, der so etwas wie eine weltweite Vernetzung überhaupt erst sinnvoll machte, nicht ganz so wichtig ist wie ihr eigener moralischer Standpunkt, weshalb sie ohne Not auch schon mal an den Grundpfeilern des Internets rütteln, um das Böse angemessen zu besiegen.

„ZEIT ONLINE“ (unisono mit anderen zeitgenössischen Publikationen) berichtet heute etwa vom Kampf „des Internets“ gegen „die Nazis“:

Wer sich als Websitebetreiber von einem (…) Unternehmen benachteiligt fühlt, kann theoretisch einfach zu einem anderen gehen. Doch faktisch werden viele dieser acht Ebenen von sehr wenigen, sehr mächtigen Unternehmen kontrolliert. Wer ihre Dienste nicht nutzen kann, ist im Netz unsichtbar, schwer erreichbar, angreifbar, geschäftsunfähig.

Der Hintergrund des Artikels ist, dass der verschlüsselungskritische Netzdienstbetreiber Cloudflare, der noch 2015 so tat, als sei ihm wichtig, dass Domänensperrungen allenfalls auf judikatives Urteil hin erfolgen müssten, auf die Eskalation der US-amerikanischen Scharmützel zwischen alternativen Rechten und regressiven Linken (irgendwas mit einem Auto) dergestalt reagierte, dass er die reißerische Website „Daily Stormer“ aus der öffentlichen Erreichbarkeit entfernte. Derjenige, der diese Entscheidung getroffen hatte, nämlich der Vorstandsvorsitzende von Cloudflare, verteidigte sie zunächst mit der Begründung, dass er die Autoren des „Daily Stormer“ für Arschlöcher halte, veröffentlichte jedoch außerdem einen doppelzüngigen Blogartikel, in dem er zwar zugab, dass Cloudflare hier eingegriffen hatte, um den Verdacht, das Unternehmen unterstütze heimlich Neonazis, zu zerstreuen, es gleichzeitig aber bedauerte, dass Cloudflare das überhaupt könne; als sei der Vorwurf, dass ein für die Neutralität des Internets nicht völlig unwichtiges Unternehmen sich nicht für die richtige politische Seite entscheidet, ein Anlass, ebendiese Neutralität über den Haufen zu werfen.

Ob man nun die Meinungsfreiheit weit genug auslegt, um ihre Ausübung auch „den Nazis“ zuzugestehen, oder nicht, spielt bei der Bewertung des bedeutsamsten Problems in dieser Sache jedenfalls keine Rolle, das da nämlich lautet: Je intensiver „die Nazis“ (oder wer auch immer die aktuell meistverachtete Gruppierung sein mag) weggelöscht werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie irgendwann eine ausreichend große Schlagkraft entwickelt haben, um ihr eigenes unzensiertes Gegennetz aufzubauen; womit sie, „die Nazis“, letztlich gewonnen hätten, denn dem gesundkonsolidierten Wohlfühlinternet, in dem es Einhornkotze und Nutella regnet, stünde ihr Abgrund entgegen, der sicherlich seine Ecken und Kanten haben dürfte, was den Humanismus betrifft, aber nichtsdestotrotz frei wäre. Anders gesagt: Unternehmen wie Cloudflare werden, wenn sich die Netzpolitik in bestehender Weise weiter entwickelt, die Schuld daran tragen, dass die Letzten, die sich noch über ein freies Internet freuen dürfen, irgendwann „die Nazis“ sein werden, während hierzulande in enger Zusammenarbeit mit Übersee die SPD, der bescheuerte Axel-Springer-Verlag und GitHub ihr bedauerlicherweise Bestes tun, um einen schon in der bloßen Theorie fatalen Kompromiss aus globaler Freiheit und kleingärtnerischem Verständnis von Recht und Unrecht zu finden und zu etablieren, notfalls mit juristischer Gewalt. Kann, wem jedes Mittel gegen das Böse Recht ist, noch der Gute sein?

Ins Darknet kann man ja auch nicht mehr. Da sind jetzt auch eure Eltern.

ComputerIn den Nachrichten
Kurz verlinkt: Empörend: Öffentliche Dateiablage dient der öffentlichen Dateiablage!

Applekunden in New York sind erbost:

In New York missbrauchen offenbar Exhibitionisten das AirDrop-Feature und schicken wahllos iPhone-Nutzern im Zug Penis-Fotos. (…) Um den modernen Exhibitionisten zum Opfer zu fallen, muss AirDrop so eingestellt sein, dass man Daten von jedem Nutzer empfangen kann.

Früher war ein „Opfer“ ja noch jemand, der einen tatsächlichen Schaden davontrug, und niemand, dem Fremde in einen Ordner, den er absichtlich für die ganze Welt zum Schreiben freigegeben hat, irgendwelche Bilddateien legen, aber früher hatten unsere Telefone auch noch Schnur und Scheibe.

In den NachrichtenMontagsmusik
North Sea Radio Orchestra – Vishnu Schist

Hellwach (Symbolbild)Es ist Montag, ein Tag voller Ungemach. Pandabären sind fantastisch, jedoch noch nicht ausreichend verbreitet; ein Zustand, den zu ändern es gilt, so lange das Leben noch schwelt. Zunächst jedoch ist Müdigkeit Dominanz. In der Ferne ein Schweif.

Was in der Ferne, nämlich an den USA, dem Staatenbund mit den smarten Haustüren, völlig unverständlich ist, sind ja auch die Nachrichten. Fox News zum Beispiel zeigt auf YouTube ein Video, auf dem zu sehen ist, dass ein Auto in eine Menschenmenge fährt, was also offensichtlich nicht so schlimm ist – der Ausruf „Fuck!“ hingegen, den ein Passant angemessenerweise tätigt, wurde überpiept. Tote sind schade, aber Fluchen ist tabu!

Zur gestrigen Feier des Jahrestags des Mauerbaus gab das Auswärtige Amt auf Twitter bekannt, dass es froh sei, dass wir in der EU heute ohne Mauern auskämen, und hat damit nicht einmal Unrecht, denn die Außengrenzen der EU bestehen vor allem aus Wasser und hohen Zäunen. So fortschrittlich war die DDR nicht.

Die „Frankfurter Allgemeine Woche“ titelte unlängst, keine Droge werde so sehr verharmlost wie Cannabis. Während sich die folgenden Diskutanten weitgehend darüber einig waren, dass die eigentlich furchtbarste verharmloste Droge Alkohol sei, saß ich total high mit der einzigen Droge herum, deren Glücksgefühl schon ab der Geburt legal zu erzielen ist: Musik.

North Sea Radio Orchestra: Vishnu Schist [Official Video]

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Hundredth – Rare

Zu den angenehmen Überraschungen des Jahres 2017 zählt nunmehr auch das neueste Studioalbum „Rare“ des US-amerikanischen Shoegaze-Quartetts Hundredth (Amazon.de). Im Klanggewand der 80-er Jahre entfaltet sich eine erfreulich breitwandige musikalische Landschaft, auf der das Gras nicht bloß grün, sondern auch noch voller wild sitztanzender, vielfarbener Kühe ist.

Das ist so natürlich Quatsch, geschrieben im Überschwang. Fest steht aber, dass die mir bisher unbekannten Hundredth, sich laut Internet mit „Rare“ musikalisch neu erfindend, das Kunststück schaffen, grauenhafte – ich höre tatsächlich Placebo und die Pet Shop Boys heraus – Einflüsse zu im positiven Sinne bemerkenswerter Musik zu kombinieren.

Hundredth – Youth (Visual)

Das kann daran liegen, dass die dekadenüblichen Spielzeugkeyboards auf „Rare“ keine nennenswerte Rolle spielen, denn stattdessen gibt es mal aggressive, mal überzeugt hüpfende, oft mehrschichtige Gitarrenklänge zu kraft- und damit druckvollem Rhythmus aus selbstsicherem Bass und erfreulich wenig zurückhaltendem Schlagzeug; post-hardcore nennt sich das in den einschlägigen Werbetexten und post ist oft gut. Post-Punk und New Wave kreisen hier neugierig in immer engeren Kreisen umeinander, die Stimmung ist eigenartig; die Dichte fördert Melancholie, die Darbietung jedoch animiert verschiedene Körperteile des Konsumenten zur autarken Bewegung. Kann man bedrückt sitztanzen? Ich versuche es einfach mal.

Hundredth – Neurotic (Official Music Video)

„Rare“ ist ein fraglos im dunklen Jahrzehnt verwurzeltes Album, das trotzdem modern klingt und Spaß macht – wahrlich: so was ist selten. Und deswegen ist es gut.

In den Nachrichten
Braunschweiger Neuland

Das Digitalisierungsunternehmen Deutsche Telekom macht sich um die Zukunft der Telefonzellen kaum Sorgen, denn diese haben gegenüber diesen neumodischen Mitnahmetelefonen einen wesentlichen Vorteil, wie die heutige „Braunschweiger Zeitung“ berichtet:

„Immer mehr Menschen benutzen statt Telefonzellen ihr Handy. Gerade im ländlichen Bereich verlieren viele Telefonzellen deshalb an Bedeutung“, erklärt Telekom-Sprecher McKinney. Dabei kann so eine Telefonzelle mehr als gedacht: „Unsere Münzetelefone (sic) akzeptieren noch D-Mark-Münzen.“

(via @freshmango)

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Googles eingebildetes Frauenproblem

In der Reihe der Technikorganisationen, in denen ein zersetzendes Klima herrscht, seit Krawallfeministen allerlei Geschlechts die Ansicht durchzuboxen versuchen, ein kuscheliges Miteinander sei in der EDV mindestens genau so wichtig wie, vermutlich aber noch weitaus wichtiger als Produktivität (denn gegenseitiges Verständnis dafür, wenn man sich heute geschlechtsmäßig als Apache-Kampfhubschrauber fühlt, hat einem Unternehmen gefälligst mehr zu bedeuten als dass man deswegen heute leider nicht produktiv arbeiten kann #aufschrei), steht nach dem Tor-Projekt und GitHub jetzt, wie man liest, auch Google.

Google, eines dieser Unternehmen, die stolz einen „Code of Conduct“ vor sich hertragen und natürlich eine eigens für Diversität zuständige Vizepräsidentin überbezahlen, als sei Geschäftserfolg zweitrangig, versucht gerade einen Sturm im Wasserglas zu überwinden, nachdem einer seiner Angestellten, der in einem internen Schreiben die Ansicht vertrat, dass Frauen in der EDV nicht völlig grundlos unterrepräsentiert sind, sondern womöglich einfach naturgemäß andere Interessen haben, womit der Wunsch Googles, Frauen aktiv zu fördern, letztlich Männer diskriminiere, als Beweis dafür, dass er damit völlig Recht hatte, der Arbeitslosigkeit übergeben wurde.

Ich meinerseits halte ja – anders, als der Feminismus, den andererseits eine Unterrepräsentierung in mies bezahlten Handwerksberufen augenscheinlich keineswegs zu interessieren scheint, denn „Geschlechtergerechtigkeit“, also leistungsunabhängig hohes Gehalt, soll es bitteschön nur dort geben, wo genug Nettogeld reinkommt, es gern hätte – nach wie vor sehr viel vom Verdienstprinzip. Wer scheiße programmiert, der ist auch dann jemand, der scheiße programmiert, wenn er ein gefälligst wertzuschätzendes Geschlecht hat und/oder zu haben glaubt. Daran ändert auch ein Verhaltenskodex bemerkenswert wenig. Ein Geschlecht zu haben ist noch kein sinnvoller Beitrag für die Gesellschaft. Selbstredend ist die mediale Rezeption seitens fachferner Autoren eine andere: Im „Tagesspiegel“ zum Beispiel behauptet Oliver Voss von vornherein, Informatik sei einst Frauensache gewesen, als bestehe zwischen dem Umstand, dass für das Programmieren von Computern in deren Frühzeit, also in den 1940-er Jahren, kaum lebendige, nicht gefangene und nicht anderweitig beschäftigte Männer zu finden waren, und dem Fakt, dass gerade ein Weltkrieg stattfand, keinerlei Zusammenhang. Frauen hatten eben nicht besonders viel zu tun und waren auch eher ungern an der Front.

Dabei scheint der ursprüngliche Fehler, der bei Google (und so weiter) gemacht wurde, allein der zu sein, das Geschlecht überhaupt zu einem entscheidenden Kriterium für irgendetwas gemacht zu haben. In einer Welt, die Geschlechtergrenzen einreißen soll (es gebe, sagt man, sowieso unzählbar viele Geschlechter), ist der Versuch, ein bestimmtes Geschlecht stärker aktiv einzubinden als ein anderes, ein moralischer Rückschritt, der sich ins linksregressive Narrativ der Zeit zwar harmonisch einfügt, dessen Folgeschäden jedoch unabsehbar bleiben.

In den Nachrichten
Westliche Werte des Tages

Dickere US-Amerikaner asiatischer Abstammung werden von ihren Mitbürgern eher für „echte Amerikaner“ gehalten als dünnere, ergab eine Studie[.]

(derStandard.at)

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Bask – Shake The Soot // Christian Lindners italienische Bewegung

Ob dort draußen wohl ein Panda ist?Es ist Montag. Penis! Was tut man nicht alles zur Stimmungsaufhellung an einem Tag wie diesem (nämlich: Montag)? Das Sommerloch ist da und es langweilt mich. Es geht mit großen Schritten auf diverse Wahlen zu und da redet man nicht mehr so gern über wichtige Themen, obwohl das Reden wahrlich fehlt (auch: synonym). Das Käuzchen verzweifelt leise.

Das ist auch wenig überraschend, die Verdrossenheit hat Gründe; welcher Automobilkonzern auch immer – in Niedersachsen voraussichtlich Volkswagen, wissen die unseriösen Journalisten von „SPIEGEL ONLINE“ – die nächsten paar Wahlen gewinnen wird, seine Partei macht sich sicherheitshalber schon vorher lächerlich. Berliner wissen nicht erst jetzt: SPD, Linke und Grüne sind ein Griff ins Klo.

Andere Parteien, andere Sitten: Nach der CDU, Italien und der EU spricht sich nun auch Christian Lindner dafür aus, dass Deutschland die europäische Flüchtlingspolitik anwendet. Postwendend fanden sich auf Twitter Schreihälse, die diese Forderung mit denen der „Identitären Bewegung“ gleichsetzten, versäumten dabei aber zu erklären, was sie en detail daran störe; klar: wenn die medial auserkorenen Bösewichte etwas gut finden, dann kann das, was sie gut finden, gar nicht gut sein. Niemals nicht.

Was aber unbestreitbar gut ist und bleibt: Musik.

Bask – Shake The Soot

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: OHHMS – The Fool

OHHMS - The FoolOHHMS! Endlich mal wieder eine Band, deren Musik so klingt, wie sie heißt.

Nach immerhin drei Jahren und einigen EPs veröffentlichte die britische Metalband OHHMS mit „The Fool“ (Bandcamp, Amazon.de) 2017 endlich ihr Debütalbum.

Die sechs enthaltenen Stücke sind bis zu 21 Minuten („The Hierophant“) lang, Radiohörer sind hier also nicht unbedingt die Zielgruppe. Zu hören gibt es das, was wohl anderswo „Sludge“ genannt wird, bei mir indes als ordentlich dröhnende psychedelische Doom-Musik („The Hierophant“) und angenehm entschlossener Hardrock („The World“) ankommt.

Ohhms – The Hierophant (Official audio)

Das aggressive, aber rhythmische Klanggewitter auf „The Fool“ wird von Paul Wallers durchaus variabler Stimme begleitet, zwischen lieblichem Säuseln („The Lovers“) und heftigem Niederschlag („The Hanged Man“) sind manche Graustufen auszumachen – immer nur zu dröhnen und zu poltern ließe „The Fool“ auch schnell langweilig werden.

Ohhms – The World (Official audio)

Zu diesem Album jedoch ist Langeweile keine gute Beilage, denn es reizt vielmehr zur Kanalisation von Wut; hört man „The Fool“, so kann man sich dabei hervorragend über die Welt aufregen. Es gibt solche Momente im Leben, und sie verlangen nach solcher Musik. Kein Narr ist, wer sie einmal hören möchte.

Nur zu!

In den NachrichtenSonstiges
Eier sind nur in den gekennzeichneten Eierbereichen gestattet.

Diverse Supermärkte, melden diverse Medien, nehmen Eier vorübergehend aus dem Sortiment, weil diese gegebenenfalls gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten könnten und so was natürlich in einem Supermarkt gar nicht gern gesehen ist.

Außer, man schreibt es dran. Hier mein Vorschlag:

Eier sind nur in den gekennzeichneten Eierbereichen gestattet (Eierkarton orig. CC-BY-SA Frank C. Müller)

Bitteschön!

In den NachrichtenNerdkrams
Der menschliche Android-Trojaner

In den frühen 1990er Jahren machte sich im Usenet – für die Jüngeren: wie Chat, nur ohne Emojis, dafür mit richtiger Grammatik – der zur damaligen Zeit noch als Ausdruck von Kreativität geltende „Signaturvirus“ breit, der darin bestand, dass man zwecks dessen Ausbreitung einen Text, der übersetzt ungefähr „ich bin ein manueller Virus, bitte kopieren Sie mich“ lautete, in seine eigene Signatur übernehmen sollte. Wie die meisten einigermaßen amüsanten Meme aus der damaligen Zeit schaffte auch dieser „Signaturvirus“ per Mutation die Ausbreitung ins Web und tauchte in den folgenden Jahren – oft erweitert um „bitte löschen Sie eine oder mehrere Dateien“, denn das Web war von Anfang an reich an Benutzern, die feinsinnigen Humor lieber mit dem Holzhammer eingeprügelt bekommen wollten – als afghanischer, elbonischer, irischer, albanischer, schwedischer, polnischer, mexikanischer oder sonstwoher stammender „Virus“ immer mal wieder auf.

Es ist schön, dass diese Tradition nicht vergessen wird:

Eine (…) Variante das Banking-Trojaners Svpeng hat es auf Android-Geräte abgesehen und soll seit Juli auf der Jagd nach Banking- und Kreditkarten-Daten sein. (…) Eine Infektion ist nicht ohne weiteres möglich: Svpeng lauert als Flash Player getarnt auf Webseiten. Ein Opfer muss demzufolge gezielt eine derartige Seite aufrufen, den Schädling herunterladen und installieren. Anschließend muss es sogar noch den Zugriff auf die Accessibility Services des Android-Systems erlauben. (…) Erst wenn das alles erfüllt ist, kann Svpeng Daten abgreifen.

27 Prozent der erkannten Infektionen, heißt es, seien in Deutschland gefunden worden, was wieder einmal dafür spricht, dass es eine ziemlich bescheuerte Idee ist, hierzulande jedem ohne vorherige Reifeprüfung einen Internetzugang zu verkaufen.

Vielleicht sollten wir einfach abwarten, bis die Evolution dieses Problem gelöst hat.

ComputerIn den NachrichtenSonstiges
Liegengebliebenes vom 2. August 2017

Der weltgrößte Anbieter unerwünschter Reklame testet „ab sofort“ die Blockade unerwünschter Reklame aus anderer Hand als der eigenen. Große Freude ist im Publikum zu hören, denn wer würde nicht seinem Reklameanbieter vertrauen?


Was hat uns allen denn noch dringend gefehlt? Richtig: Ein Atomkrieg, schreibt die „FAZ“.


Das Brandenburger Oberlandesnudelgericht hat beschlossen, dass die dämliche „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ keine Religionsgemeinschaft sei, weil „sie keine gemeinsame Sicht auf die Welt habe, aus der sie Werte ableite“, was im Umkehrschluss bedauerlicherweise jede Partei zu einer potenziellen Religion erklärt. Hoffentlich will die SPD nicht auch noch Kirchensteuern von Geringverdienern haben.


Es gibt tatsächlich Einundzwanzigjährige unter uns, die gegen die Überwachung Unschuldiger nichts einzuwenden haben, weil sie neue Überwachungstechniken so spannend finden. Wo bleibt die verdammte Apokalypse?


Überraschung des Tages: Internetfähiges Gerät mit Mikrofon drin könnte zur Übertragung von Gesprächen ins Internet genutzt werden,wundert man sich beim „Standard“.


💩, aber im Kino.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Peta verklagt Makaken!

Laura Hertreiter („Süddeutsche Zeitung“, möchte nicht verlinkt werden) schreibt über aktuelle Vorgänge zum vor inzwischen drei Jahren berühmt gewordenen selfie eines Makaken:

Der Fotograf hinter dem berühmten Affen-Selfie bereut das Bild inzwischen und ist offenbar pleite, weil ihn die Tierschutzorganisation Peta verklagt.

Das hätte ich ja nicht von Peta gedacht, dass die mal Geld von einem Affen haben wollen.

In den NachrichtenWirtschaft
Abschließend angemerkt zum Abgasskandälchen und seinen Folgen

So bescheuert, als Reaktion darauf, dass sich überraschend herausgestellt hat, dass die eigene Annahme, ein Auto mit Auspuff hinten dran gehe vergleichsweise schonend mit der Umwelt um, völlig hirnrissig war, nicht etwa über sein Verhältnis zu Autos und/oder der Umwelt, sondern darüber, wen man nun wie für diesen Hirnriss verklagen kann, nachzudenken, muss man ja auch erst mal sein.