Archiv für die Kategorie ‘Politik’.

Politik regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, muss ich schreiben, sonst gibt’s Tote.

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Pop, Nazis und Fußball

Hallo, liebe Leseratten!


[1] Korrektur
[2] Pop (bzw. Bushido)
[3] Nazis und Fußball
[4] Rezept der Woche
[5] Fußnoten :-)


[1] Gleich zu Beginn eine kleine Korrektur zum vorigen Blogeintag: MTV schrieb korrekterweise „Sound“ statt „Musik“, was ja auch viel besser passt.
 
[2] Jedenfalls apropos MTV: Im Videotext dieses Senders war kürzlich ein weiteres Abstraktum zu finden, das gerade mich als bekennenden Rockjünger aus der Mittelschicht betrifft. „Pop für die Unterschicht?“ fragte MTV am 19. Oktober dieses Jahres; und gab aber gleich selbst die Antwort:

Pop-Deutschland hört entweder Musik, die Schimpfwörter, Drohungen etc. aneinander reiht (Fler, Bushido (1), oder es geht so richtig kuschelig zu.

Dass der Schreiberling mit keinem Wort erwähnt, was das nun ausgerechnet mit den unseligen „Schichten“ Deutschlands zu tun hat, ist in Ordnung, weil von MTV nicht anders zu erwarten; nur so viel:

  1. Bushido/Fler („yoyo isch fick disch du Schlampe“) und Musik gehören nicht zusammen in einen Satz, eigentlich nicht einmal in einen Text.
  2. Zu schade, dass MTV vor lauter Pop – wie so oft – den Retrotrend übersieht; vor allem, da MTV sich seit neuestem als Abgrenzung zum Schwestersender VIVA „Rocksender“ schimpft.
  3. Und noch was: die „beste Girlband“ ist das Farin Urlaub Racing Team. Die Pussycat Dolls würde ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen.

[3] Aber mal was anderes: Fußball. Da haben sich DFL, DFB und UEFA endlich darauf geeinigt, den fremdenfeindlichen Zwischenrufen bei den Fußballspielen Einhalt zu gebieten. „Wie das?“, wird sich jetzt mancher Leser fragen; und richtig: Die aktuelle Aktion nennt sich passenderweise „Zeig‘ (2) dem Rassismus die Rote Karte“. Es ist geplant, dass die Stadionzuschauer während der gesamten Spieldauer mit roten Karten umherwedeln sollen, um ihre Geschlossenheit gegen Ausländerhass zu demonstrieren. Und ich persönlich muss sagen, das verspricht doch ein Bombenerfolg zu werden, ein bisschen wie Lichterketten. Ich bin sicher, die Antifa steht voll hinter euch, Jungs! :-)


[4] Brandneu und nur für kurze Zeit:
Das Original-TuxBlog-Rezept zum Selbermachen!
 
Diese Woche:
 
Meerschwein rot
Man nehme für 2 Personen:

  1. 1 Meerschwein
  2. 1-2 Gläser Rotkohl
  3. 1 gut gefülltes Gewürzregal
  4. Knödel oder Kartoffeln nach Belieben

Desweiteren wird benötigt:

  1. 1-2 Küchenmesser (scharf)

Anleitung:

Vorbereitung
Man nehme das Meerschwein aus dem Käfig und trenne mit dem Küchenmesser fein säuberlich den Kopf vom Rumpf. Anschließend das Meerschwein enthaaren (wenn nötig, hierfür zweites Küchenmesser benutzen, wegen Blut) und gründlich waschen.
Danach den Backofen auf ca. 250 Grad vorheizen.
 
Zubereitung
Wenn der Ofen gut vorgeheizt ist, das Meerschwein nach Belieben würzen (ich empfehle die Maggi-Würzmischung Nr. 1 oder eine ähnliche bratengeeignete Mischung), anschließend in ein ofenfestes Behältnis geben und in die Röhre schieben.
Die übrigen Zutaten wie gewohnt kochen.
Das Meerschwein ist servierfertig, wenn es eine knusprig-braune Farbe hat.
 
Tipps für Genießer
Zu diesem Menü passt hervorragend eine Flasche Rotwein sowie billige Bratensoße aus’m ALDI.
Wohl bekomm’s!


Haunse rein!
– euer Progrockfaschist
 
P.S., falls es jemand wissen möchte: Die Arbeit an eMule beba liegt derzeit auf Eis, mangels Zeit und Gelegenheit, zumal die nächste Version ohnehin einen hohen zeitlichen Aufwand benötigen wird, da mittlerweile eMule 0.47a alles andere als aktuell ist und beba leider immer noch einige schwere Fehler hat. Ich halte euch aber selbstverständlich auf dem Laufenden.
Stattdessen sitze ich in meiner spärlichen Freizeit gerade an einer Datenbank für Songtexte, als Open-Source und eigentlich nur zum Spaß… wenn es jemand ansehen möchte, bitte sehr!


[5] Fußnoten
(1) hahaha!
(2) sic!; aber lassen wir die Grammatik mal beiseite.

Politik
NPD, und sonst so?

Tach, liebe Leser!
 
Is‘ wieder viel passiert, z.B. ein paar Transrapidtote, über die sich die „Heimat des Mitleids“ (i.e. in diesem Fall Deutschland) wieder mal grämen kann, aber auch und vor allem: Die NPD ist wieder im Gespräch.
 
Fassen wir zusammen: Im September gab’s wieder mal Kommunalwahlen, z.B. in Niedersachsen (juhu!). Die Ergebnisse indes waren nicht sonderlich überraschend, lediglich drei große Buchstaben erregten tags darauf das Gemüt der Presse, als die NPD in Mecklenburg-Vorpommern auf weit über 7% der Stimmen kam.
(Da fragt man sich eigentlich, woher denn die vielen Stimmen kommen, wenn jeder aus tiefstem Herzen beteuert, nie im Leben NPD wählen zu würden, oder wie sich das nennt; man könnte meinen, das ist wie bei McDonald’s oder der BILD: Keiner mag’s, aber jeder kauft’s.)
 
– also jedenfalls die NPD hatte das Pech, ausgerechnet von der SPD (sic!; bei der ohnehin schwarzbraunen Hasel-CDU ist’s weit weniger überraschend) Wähler zu übernehmen, was, wohl auch bedingt durch die zuvor erfolge kostenlose Verteilung rechtspolitischer Musik an Jugendliche, auf Seiten der Linksfaschisten (i.e. Antifa bzw. so’lid) zu der unglaublich wirkungsvollen Aktion „Musik gegen Rechts“ führte – was hoffentlich nicht nur mich an ähnlich spannende Parolen wie „Kiffen gegen Rechts“, „Blödsein gegen Rechts“ oder auch „fuck for peace“ erinnert -; „kommt, Kinder, wir singen die NPD tot“ oder wie?; und jedenfalls von der Regierung wurde daraufhin das alte Thema NPD-Verbot wieder aufs Tapet gebracht. Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt stark nach Harald Schmidt klingt, als er noch besser war; aber eine Regierung, die anders gesinnte politische Parteien verbietet, sobald diese genug Stimmen hat, um ihr ernsthaft gefährlich zu werden, gab es doch 1933 und 1956 schon mal; n.f.c.
 
Und im Übrigen heißt es korrekt „wehret der Anfänge„, ihr Pfeifen.
 
Mit Stolz aufs Grundgesetz, das gerade im Libanon verheizt wird,
– euer Literat

In den NachrichtenMusikPolitik
Noch mal Nahost

[1] Atomwaffen, und sonst so?
[2] Österreich, Teil 2
[3] Herzlichen Glückwunsch, 5 Jahre Krieg!
[4] LaFee bzw. Videokritik
[5] Modekriminalromane


[1] Kaum hat sich der Libanon ein bisschen beruhigt, schon stürzen sich die Sicherheitsfanatiker auf ein neues (altes) Opfer, den Iran. Von „UN-Resolutionen“ ist plötzlich die Rede und davon, dass wir alle sehr besorgt sind, dass der Iran so gemein ist und Atomenergie erforscht und eventuell sogar so was wie Atomwaffen herstellen könnte etc.
 
Den Politikinteressierten dürfte das alles noch bekannt vorkommen: Auch ein gewisser Herr Hussein soll im Besitz von Atomwaffen gewesen sein und auch willens gewesen sein, sie einzusetzen. Da drängt sich mit einiger Sicherheit nicht nur mir die Frage auf: Fliegen demnächst Bomber über den Iran, auf der Suche nach dem Präsidenten, der sich derweil einen noch längeren, verlausten Bart wachsen lässt und in einem Erdloch versteckt hält?
 
Und eine noch viel interessantere Frage lautet doch wieder einmal:
Was geht’s uns an?
 
„Der Iran erforscht Atomenergie.“ Nun, das tut Deutschland ebenfalls, genau wie viele andere Länder. Warum sollte man (i.e. ausgerechnet wir) ein Problem damit haben?
„Aber der Iran könnte Atomwaffen herstellen und in einem Krieg verwenden!“ – behauptet bitte wer? Nur weil Ahmadenidschad über ein enormes Atompotenzial (lat. potesse -> können) verfügt, sind wir alle in Gefahr? Entschuldigt, wenn das jetzt naiv aussieht, aber ich für meinen Teil habe vor Bush weitaus mehr Angst als vor dem irren Iraner. Atomwaffen einsetzen, um irgendwo Krieg zu spielen – warum sollte der Iran so was tun? Für die USA hingegen gäbe es mehr als genug Gründe, den Iran zu zerbomben, zum Beispiel Erdöl, Erdöl oder wie wär’s mit Erdöl?
 
Doch, doch, liebe Skeptiker und BILD-Leser, genau so ist’s. Der Iran ist nun mal eine der wichtigsten Ölfördergebiete, und das ist dem Weißen Haus per se suspekt. Erdöl ist spätestens seit der Bushregierung ein nahezu perfekter Anlass, in der jeweiligen Region den, äh, Frieden zu sichern (nochmals: siehe Irak). Die Unterstützung der Bevölkerung ist mit Vermutungen wie „die haben Atomwaffen, die Schweine“ in den USA bedauerlicherweise fast mit vollständiger Sicherheit gewonnen (ich würde das pauschal als „Naivität“ bezeichnen), und mehr braucht’s nicht.
 
Gut, gut – von mir aus dürfen sich Bush und Ahmadenidings gegenseitig die Häuser wegpusten. Abgesehen von dem ethischen Aspekt aber bringen solche Kriege üblicherweise noch ein ganz anderes Problem mit sich, landläufig als „Friedensmission“ bezeichnet, siehe aktuell im Libanon. Ich würde gern wissen, wie man sich eine „Friedensmission“ mit Soldaten und Panzern denn vorzustellen hat. Oder ist der alte Traum von den Friedenspanzern, die Blumen statt Granaten schießen, endlich wahr geworden?


[2] An dieser Stelle noch ein Wort zu Frau Kampusch: Na fein, nun hat sie der Welt also auf RTL – wo sonst? – all das erzählt, was wir seit Tagen wussten. Aber nun wissen wir auch, wie sie aussieht. Welch eine Freude. Das hilft uns wirklich weiter. ;-)
(vor allem, weil man sie jetzt leichter erkennt, auf der Straße zum Beispiel, und den Rest ihres Lebens nicht in Ruhe lässt)
 
Aber immerhin ist sie ehrlich genug, zuzugeben, dass sie Geld aus ihrer Entführung schlagen will: ein Buch drüber schreiben, noch haufenweise Interviews geben und sich dumm und dämlich verdienen an der Sensationsgier der ebenso Dummen, was auch durch die angekündigte „Stiftung für Entführte“ nicht deutlich positiver zu werten ist. Mir indes fällt dazu nur ein: Siehste?
 
Mir als – tut mir ja Leid! – Mann fehlt leider bzw. schönerweise jegliches Mitgefühl für so eine Frau. Sie kann nichts dafür, dass sie entführt wurde, und die letzten Jahre waren der Horror für sie und so weiter und so fort; nun, so hilfebedürftig kam sie mir im Interview – das ich im Übrigen ohne Bild und nur aus dem Nebenzimmer verfolgte, aus Desinteresse zum Beispiel – gar nicht vor. Im Gegenteil, auf mich machte sie den Eindruck einer selbstständigen und (trotz österreichischer Gene, scnr) gebildeten Frau, die alles andere als verstört durch die Gegend geht und – siehe oben – sich nicht unbedingt dafür schämt, die bereits erwähnte Sensationsgier (ich nenne es i.d.R. „BILD-Syndrom“, weil erblich) der Unter- und Mittelschicht auszunutzen, zumal

  1. wir wirklich interessantere Probleme haben, z. B. die Arbeitsmarktsituation, und
  2. in Afrika und Lateinamerika auch ständig Kinder entführt, jahrelang gefoltert und in der Regel getötet (!) werden und uns das komischerweise einigermaßen am Gesäß vorbeigeht

was ich, nebenbei erwähnt, als Philanthrop ohnehin zum Brechen finde, und da frage ich mich doch, was Frau Kampusch zu einem besseren Menschen macht, und überhaupt q.e.d. und Punkt.


[3] Weiter im Text und apropos: Der 11. September feiert Geburtstag. Ich als Kalenderkenner und Teilzeit-Erbsenzähler halte es ohnehin für ein Unding, dass man ein Datum als feststehenden Begriff festlegt (oder wer redet von „der 6. Dezember“, wenn er den Nikolaustag meint?), zumal die Sprachpanscher eine ganz eigentümliche neue Regel gesetzt haben, die da lautet: „Nine-Eleven sowie 9/11 sind im deutschsprachigen Raum eingetragene Marken des Jahres 2001“ oder so ein Quark… ich jedenfalls streich mir den Tag regelmäßig rot an und geh feiern. Kaffee und Kuchen und so. Die Musik bring ich aber selbst mit!


[4] Und nochmals apropos, diesmal Musik bzw. Quark: Heute schon gelacht? Erst kürzlich hatte ich das Vergnügen (jawoll!), LaFee – m.W. nach eigenen Aussagen, aber zumindest unverhohlen stolz darauf, die Hauptschule (sic; vgl. Textpassagen wie „jeder Arsch will mit dir gehn“) zugunsten einer Musikkarriere (sic!) abgebrochen zu haben; „Kopp zu“ ist noch das Freundlichste, das mir dazu einfallen will – also diese LaFee jedenfalls von einer ganz neuen Seite kennenzulernen, nämlich der chaplinesken, slapstickhaften oder wahlweise auch choreographisch ausgefeilten. Wer teilhaben möchte an meinem Amusement, möge einfach warten, bis auf VIVA das im Übrigen ermüdende Liedchen „Prinzesschen“ von ebenjener ehemaligen Hauptschülerin läuft – was i.d.R. nicht lange dauert – und umgehend den Ton abdrehen.
 
Für die, bei denen VIVA Hausverbot hat, habe ich hier eine kleine Zusammenfassung der Choreographie des Hauptvideos (jenes, in welchem LaFee in Satanisten- respektive Nuttenkleidung im Wald rumsteht und doof guckt) vorbereitet:
Linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn, Pause, linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn, Pause, linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn usw. und das ganze Spiel so 3-4 Minuten lang immer wieder hin und her (was geschrieben weit weniger debil aussieht als ge-, äh, tanzt) – ich hoffe, das wird nicht der neue „trendy“ Sommertanz.
 
Ich, der ich stets einen möglichst großen Abstand zu allem Hiphopesken (… hieß früher Stottern und war heilbar … das nur nebenbei) zu halten bemüht bin, komme dennoch nicht umhin, hier Parallelen zu den spastischen Zuckungen von Bushido, Eko Fresh und wiesealleheißen festzustellen; letztendlich bleibt aber ein Gefühl der geistigen Überlegenheit zurück, bei allem Respekt, den man empfinden mag.


[5] Übrigens, Mode: Kürzlich fiel mir ein Kriminalroman in einer Frauenzeitschrift (welche im Übrigen nicht ich las) auf, der „Modekrimi“ betitelt war. „Modekrimi?“, fragt sich da so mancher (z.B. ich), „waren das nicht die 80-er?“ … oder was bitte soll man sich unter einem Modekrimi vorstellen?
 
„Der Einbrecher, gekleidet in edlen Pariser Samt mit blauen Applikationen (Lagerfeld, 500 Euro, gestohlen), brach in das Atelier des stattlichen Designers ein, der gerade in seinem kunstseidenen Mantel (Quelle, 39,95 Euro) durch sein nach Chanel duftendes Büro“ und so weiter… na danke.


Harren wir also besorgt der Dinge, die da kommen. Bis dahin blumige Grüße, vor allem an Steffi!
– euer Hobbypazifist


Übrigens, wieder ’ne neue eMule-Version von mir -> Klick!

In den NachrichtenMusikPolitik
Aktuelles zur Zeit

Huhu!
Bin kurz mal wieder da und habe doch tatsächlich eine Menge neuer Zeitkritik mitgebracht!

[1] Neues vom Sex
[2] Arbeitslosigkeit
[3] Ösis, Tiere, Sensationen
[4] Nahost a.k.a. „heul doch!“
[5] Wir kapitulieren!
[6] Jamba und „Musik“ im Fernsehen
[7] Surface – Unheimlicher Schwachsinn


Fangen wir mal harmlos an:
[1] Es gibt Neuigkeiten aus der Welt des Sex: Forschungen haben ergeben, dass Männer, die sich das Bett mit einer Frau teilen, am nächsten Morgen unter Gedächtnisverlust leiden. Das hat mit der unbewussten (soso, hm, aha?) ständigen Wahrnehmung des weiblichen Körpers oder so zu tun… würde jedenfalls einiges erklären.


[2] Apropos erklären: Seit neuestem erklärt die Regierung ja jeden, der alle ihm zustehenden sozialen Leistungen auch in Anspruch nimmt, gleichsam zum Schmarotzer oder dergleichen. Könnte mir evtl. irgendjemand erläutern, wo da der Sinn besteht? „So, jetzt können Sie Hartz IV beantragen. Aber wehe, Sie machen das, Sie Sozialschmarotzer!“… oder wie? Wofür gibt es dann die zahlreichen staatlichen Förderungen, wenn sie nicht beansprucht werden sollen? Werte Mitbürger, der Sozialstaat ist eine Lüge auf unsere Kosten! Wäre nett, wenn mal jemand was dagegen unternähme. „Wir werden so regiert, wie Heide Simonis getanzt hat“ (Urban Priol).


[3] Dann ist da noch was anderes passiert, was insbesondere die per se schreckhaften („o Gott ich bin zu fett“) Frauen bewegt haben dürfte: So’n Mädchen – 18 Jahre – im Land der Schluchtenscheißer (i.e. Ösiland) hat nach 8 Jahren der Entführtseiung* erfolgreich den Weg nach Hause wiedergefunden. So weit, so gut. Aber ich für meinen Teil schäme mich für mein Land und seine Medien! „Aus Rücksicht auf das Mädchen werden vorerst keine Befragungen durchgeführt“, aha, soso? Auf die Idee, aus Rücksicht auf das Mädchen einfach mal die paar hundert Journalisten aus dem Vorgarten zu entfernen und aufzuhören, 24 Stunden am Tag live vom Wohnhaus der Entführten zu berichten, kommt ihr also nicht, sensations- und quotengeile Deppen, die ihr seid? Würde mich auch überhaupt nicht stören, nach 8 Jahren des (vorgeblichen, siehe weiter unten) Martyriums Tag und Nacht nicht in Ruhe gelassen zu werden. Echt nicht.
Kann mir, nebenbei gefragt, an dieser Stelle jemand erklären, wie man einen Menschen, gleich ob Männlein oder Weiblein, eigentlich „sexuell missbrauchen“ kann? Wenn mich mein ausgeprägtes Gespür für hohle Phrasen nicht sehr in die Irre führt, kann man doch nur missbrauchen, was man andersherum auch gebrauchen kann – hm? Analog cf. „Drogenmissbrauch“ (was wäre denn, liebe Phrasendrescher, ein Kokaingebrauch im erlaubten Sinne?).

Aber zurück zum Thema Ösientführung: Ich finde es, gelinde ausgedrückt, „zum Brüll’n“ (R. Gernhardt), wie sich die „öffentliche Meinung“ wieder ein Bild zurechtrückt. Zusammenfassung der von mir gesichteten Berichterstattungen zu diesem Thema: Das Mädchen behauptet, es sei ihm bei dem Entführer gut gegangen, so realitätsfern ist es geworden. Anders ausgedrückt liest sich das so: Es ging dem Mädchen gut, das ist Mist, dann haben wir nichts, worüber wir uns aufregen können, tz, dieses perverse Schwein hat doch bestimmt usw. … Generation BILD, ich liebe dich!


[4] Solltet ihr übrigens, werte Leser, an dieser Stelle einen meiner gewohnt bissigen politischen Kommentare zum Thema Nahost (ja nun auch schon was älter) vermissen, so muss ich gestehen, dass mir nicht so recht was dazu einfallen will. Denn mal ganz im Ernst und im Vertrauen: Interessiert uns Israel wirklich, oder wollen wir – nach Afghanistan, Irak und Kongo – nur wieder einmal den USA beweisen, dass wir uns als Weltpolizei durchaus eignen? Ich für meinen Teil – die extremen Linken unter meinen Lesern mögen mir verzeihen – sehe es nicht einmal ein, den Staat Israel als gegebenes Politikum zu akzeptieren. Ist es nicht vielmehr so, dass Israel 1947 von Staaten, die das im Grunde gar nichts angeht, ungefragt mitten in die bereits jemand anderem gehörige Pampa gepflanzt wurde und wir Deutschen seitdem in all unserer Schuld und unserem vorgeblichen Unrechtsbewusstsein die umgangssprachlichen Füße stillhalten müssen, um im militärisch erzwungenen Bild von der heilen Welt (welch Ironie an dieser Stelle!) nicht aufzufallen; dass ebenso dieses Deutschland nach dem bisher letzten „offiziellen“ deutschen Krieg (vgl. Kongo etc.) selbst de facto von einer Militärregierung gelenkt und geleitet wurde, die auch nach dem Ende des Eisernen Vorhangs weiter ihre Fäden zieht, gleichsam dafür Sorge trägt, dass ausgerechnet im Land der Dichter und Denker unser durchaus berechtigter Nationalstolz (vgl. SPIEGEL 32/06, Seite 46 ff.) zum staatsfeindlichen Gedankengut diskreditiert wurde?

Und ist nicht eigentlich selbst dieses Deutschland anno 1949 nur als Provisorium erschaffen worden, als „letzte Barriere“ der abendländischen Kultur, für dessen Bestand indes es seit 1990 keine rechtliche Grundlage mehr gibt? Man erinnert sich: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag, der Deutschland in seiner heutigen Form zum Staat machte, wurde von einer Regierung geschlossen, die nach wie vor nur als Vertreter der de facto längst nicht mehr existierenden „Siegermächte“ handelten; desweiteren fehlt der Bundesrepublik seit ebenjenem Jahr ein zentraler Bestandteil ihrer Existenz, nämlich eine rechtskräftige Verfassung. Auch hier wird oft übersehen, dass das so genannte „Grundgesetz“ nur für die Dauer der Besatzung Bestand hatte und nur für die Grenzen von 1949 Gültigkeit besaß. Glasnost, Perestroika und Kohl – kleiner intellektueller Scherz an dieser Stelle – haben diese Tatsache bewusst verschwiegen, um die Vereinigung – eine „Wiedervereinigung“ gab es bisher nicht in der Geschichte der BRD; z.B. ein Deutschland in den Grenzen von 1939 wäre wieder vereinigt, aber die 1990 erschaffene Konstellation der deutschen Länder war und ist ein völliges Novum – möglichst schnell und unbemerkt durchzuführen, während eine rechtlich gesehen notwendige Volksabstimmung des „neuen“ Deutschlands über die Verfassung völlig unter den Tisch fiel.

Fazit: Die Deutschen in all ihrem vorgeblichen Freudentaumel sind seit 1990 verfassungs-, ergo staatenlos, folglich durchaus in einer israel-ähnlichen Situation. Und auch für jene, die „dieses politische Gefasel“ nicht interessiert, bleibt die Frage: Haben wir, in vielerlei Hinsicht längst auf einer Stufe mit einem Entwicklungsland, nicht weitaus wichtigere Sorgen als Atomreaktoren im Iran (und wer beschwert sich über die USA? Na?) oder tote Kinder in Osteuropa?


[5] Dass unsere Verfassung (siehe oben) von Anfang an festlegte, dass die Bundeswehr ausschließlich als Verteidigungsarmee benutzt werden soll, wird auch gern mal unter den Tisch gekehrt; schon ein gewisser Franz Josef Strauß schickte sie ins Ausland, und die späteren SPD-Regierungen machten es nicht viel besser. Auch dass seit dem Zerfall des „Feindes“ – sprich: des Ostblocks – in den 90-ern jeglicher Anlass zur Aufrechterhaltung einer Verteidigungsarmee fehlt, führte nicht zu entsprechenden Konsequenzen, sondern im Gegenteil zu der für Juristen und Bushfreunde interessanten These „wenn wir uns nicht mehr verteidigen müssen, sind wir für den Angriff bereit„.

Mal ganz davon abgesehen, dass wir uns von ganz allein immer verwundbarer zeigen, was spätestens seit den dänischen Mohammed-Karikaturen selbst dem Laien ersichtlich sein dürfte. Meiner persönlichen Ansicht nach ist auch dies eine Folge unseres verlorenen National- und Kulturbewusstseins. Henryk M. Broder drückt es im SPIEGEL 33/2006 meines Erachtens sehr passend aus:

Die Diskussion darüber, welche Provokationen WIR unterlassen sollten, damit SIE sich nicht gekränkt fühlen, führt zwangsläufig in das Reich des Absurden.
Dürfen fromme Juden von Nichtjuden den Verzicht auf Schweinefleisch verlangen? Und mit Sanktionen drohen, wenn ihre Forderung nicht erfüllt wird? Darf ein Hindu in Indien Amok laufen, weil die Niederländer die Heiligkeit und Unantastbarkeit der Kuh nicht anerkennen? Wer Muslimen das Recht einräumt, sich darüber zu empören, dass die Dänen sich nicht an ein islamisches Verbot halten, von dem nicht einmal feststeht, dass es tatsächlich existiert, muss solche Fragen mit einem klaren Ja beantworten. Und schließlich auch Analphabeten erlauben, Buchhandlungen zu verwüsten, denn in einer Welt, in der sich jeder gekränkt und gedemütigt fühlen darf, darf auch jeder entscheiden, welche Provokation er nicht hinnehmen mag.

Eine mögliche Lösung – die auch Broder kennt – hatte der dänische Fortschrittspartei-Politiker Mogens Glistrup schon 1972:

Um Steuern zu sparen, sollte die dänische Armee aufgelöst und im Verteidigungsministerium ein Anrufbeantworter geschaltet werden: „Wir kapitulieren!“

Gute Idee eigentlich.


[6] Würde es sich eigentlich lohnen, Jamba wegen Vorspiegelung falscher Tatsachen oder was-auch-immer zu verklagen angesichts der bekloppten „keine Coverversionen“-Werbung?
Kurze Auflistung:

  • Sergio Mendez feat. Black Eyed Peas: Mas que nada
    Cover von: Sergio Mendez: Mas que nada
  • Lumidee: Dance!
    Cover von: irgendso’ner 80er-Band
  • „Vogelgrippe“
    Cover von: einem uralten Kinderlied (voll trendy, wa?)

Habe die Reklame gerade nicht hier, will ich auch nicht unbedingt. Da war jedenfalls noch irgendein vierter hipper Coverklingelton dabei. Könnt ihr ja beizeiten selbst überprüfen, irgendwann und quasi jederzeit auf MTV (wofür stand das „M“ doch gleich?), wenn nicht gerade einer dieser Dating- oder Tuningsendungen kommt.

Apropos MTV (zur Orientierung: Das ist der Sender, auf dem die trendy Klingeltonwerbung nur gelegentlich vom Programm unterbrochen wird. Wie störend!): Die letzten brauchbaren Musiksendungen im deutschen Fernsehen sind der Rockpalast (WDR), Tracks (arte) und MTV Rockzone (doch, ehrlich). Nur meine Meinung.


[7] Als normalerweise eher klar denkender Mensch (der dies auch zu bleiben gedenkt) habe ich mich bis zur letzten Folge von „Surface“ erfolgreich davor bewahren können, mir dieses irrationale Machwerk anzusehen. Nun bin ich ja von Natur aus schadenfroh; vielleicht ist das der Grund, warum ich ebenjene letzte Folge angesehen habe, in der Hoffnung, dass die Charaktere abtreten oder was-auch-immer Schreckliches passiert (eine letzte Folge ist normalerweise nicht zum Spaß eine letzte Folge). Ich muss zugeben, dieses grüne Wesen (Nim oder wie es sich nennt) hat was Sehenswertes an sich (wenngleich ich deutliche Anleihen an E.T. erkennen kann). Über den Rest der Folge war ich allerdings bestürzt (wenn auch nicht sonderlich überrascht) angesichts der erstaunlich vielen Logikfehler in erstaunlich kurzer Zeit. Fassen wir die letzten Minütchen mal zusammen: Die scharfe Alte (Namen vergessen) telefoniert, legt das Handy „kurz zur Seite“ (wohin?), klettert handylos über einen engen Maschendrahtzaun und telefoniert auf der anderen Seite seelenruhig weiter. Da fragt man sich: Wie das?
Weiter geht’s: Es folgt eine Belehrung, dass der Raum, den die beiden Protagonisten betreten wollen, nicht biometrisch, sondern durch einen Retinascanner gesichert ist. Schade, hier wird Biometrie auf Fingerabdrücke etc. reduziert, aber außer Acht gelassen, dass die Retina (das Dings da in eurem Auge, liebe Leser) auch ein biometrisches Kriterium darstellt, übrigens weitaus fälschungssicherer als Fingerabdrücke.
Wie auch immer man es aber nennt, jene scharfe Alte (siehe oben) jedenfalls umgeht den „Augentest“ mit einem elektronischen (!) Bild (!!) von einem zugangsberechtigten Menschen. Freunde von Dan Browns Buch „Illuminati“ dürften wissen, dass kein Retinascanner der Welt etwas anderes zulässt als echte Augen, zumal kein gleichwie hoch auflösendes Bild alle kleinen Details der Retina abbilden kann, schon gar nicht ein derart flackerndes Computerbild wie in „Surface“. Für Interessierte empfehle ich Dan Burstein, „Die geheime Bruderschaft“, Seite 438 ff.
Über die Logik der Serie an sich verliere ich an dieser Stelle kein weiteres Wort, das erübrigt sich dann wohl… (Science-Fiction ist ein selbsterklärender Begriff, denke ich. Quark und Käse ebenfalls.)


(Wieso haben eigentlich derart überdurchschnittlich viele Indonesier die Vogelgrippe? Sodomie?)

Bis in ein paar Wochen dann. Vielleicht.
Meinjanur.
– euer Zyniker … np: Ostkreutz – Motor


Ach so, noch was… vor ’ner Weile im TV:
„Drück auf den grünen Knopf!“ „Wie sieht’n der aus?“ „Grün.“ (Sterben – aber richtig, Pro Sieben; nicht verwechseln mit einem ähnlichen Zitat aus Rambo III!). Find ich spaßig, hihi – wenn auch nicht ansatzweise so spaßig wie der gleichfalls schon einige Wochen alte literaturkritische Geschrieb* „Man schreibt Deutsh“ (sic!) von Stefan Gärtner (10,00 Euro, einfach im Buchhandel gucken), den ich nun, um diesen Eintrag zu beschließen, zumindest literarisch unbelasteten Tuxblog-Lesern ans Herz legen möchte (wenngleich, auch Freunde von Adorno und/oder Grünbein werden ihre Freude daran haben).


Ich weise nachtragsweise hiermit darauf hin, dass mit * gekennzeichnete Worte mein geistiges Eigentum sind. Wortklauer werden mit Böseangegucktfühlen* bestraft. Fies, wa?

In den NachrichtenPolitik
Die Welt trauert

Liebe Freunde der absurden Comedy,
traurige Überschrift, nech? Ja, die Welt trauert, und das ist ausnahmsweise nicht mal pessimistisch dargestellt.

Deutschland trauert spätestens seit Klinsmanns Rücktritt – das hat ja nicht lange gedauert mit der WM-Euphorie. Zu dumm für das Merkel, da hatte es gar keine Chance, die während der WM versaubeutelten „Reformen“ zu verstecken! Wenn Brecht das wüsste…

Und dann wären da noch einige „echte“ Todesfälle zu beklagen:

  • Robert Gernhardt („der Kragenbär, der holt sich munter / einen nach dem andern runter„)
    Welcher Banause hat eigentlich den Stuckrad-Barre dafür bezahlt, dessen Nachrufe zu verfassen? Peinlich, peinlich…
  • Rudi Carrell (Käse aus Holland, n.f.c.)
  • … und dann wäre da noch einer der kreativsten Musiker der letzten 40 Jahre, Mitgründer von Pink Floyd und Fastganzalleinverfasser von denen ihrer eigentlich ganz guten ersten Platte:
    Syd Barrett!
  • Das aber nur der Vollständigkeit wegen. Schlimm genug, dass die Medien sich auf den Carrell „eingeschossen“ haben und darüber den Barrett fast vergessen…

    Apropos Tote: Geht demnächst mal wieder ins Kino. Helge Schneider spielt Hitler – das kann nur ein Erfolg werden! ;-)

    Nun aber mal genug getrauert, Zeit für etwas Ablenkung. Heute keine schlechten Witze, dafür ist die Welt zu schlecht. Stattdessen noch ein paar Hinweise in eigener Sache:

  • Buchempfehlung: Robert Gernhardt: Gesammelte Werke (oder wie sich das nennt).
    Wer bisher nichts mit Lyrik zu tun haben wollte, wird hier schnell seine Meinung ändern. Ihr werdet euch in der ersten Hälfte krank und in der zweiten wieder gesund lachen (frei nach Erich Kästner) – versprochen!
  • CD-Empfehlung: The Gossip: Standing in the way of control. Laut, selten und völlig irre – also genau das Richtige für alle fleißigen Tuxblog-Leser. ;)

Schöne Ferien an alle Nichtversager, Topfkuchen und Rest der Welt! Viel Spaß mit euren School’s Out-Bekanntschaften (hehe)…
* Tuxi (gibt’s auch als Single-CD *gröl*)

P.S.: Zitat des Tages: „Sie sind festgenommen wegen ziellosen Herumschlenderns“ (RTL II, „Cops“). Schöne neue Welt!

Edit:
Los, kauft mir was! *sfg*

In den NachrichtenPolitik
Zum Thema Nationalstolz

Sers,
aus aktuellem Anlass (Thema „Abschaffung der Nationalhymne“) mal ein paar total tolle Fragen und Meinungen:

Erstens: Die Begründung „Nazihymne“ ist lächerlich. Wer Hoffmann von Fallerslebens restliche Werke kennt, weiß das. Davon mal abgesehen: Stichwort „Die Internationale“. Böse, böse Kommunisten. Wo bleibt der Verbotsantrag?
Zweitens: Die Begründung „deutschnational“ ist lächerlich. Es heißt nicht zum Spaß „Nationalhymne“. Und sowieso: Im Vergleich zu den Nationalhymnen von kulturellen Brennpunkten wie z.B. Frankreich oder (hehe) Togo ist das „Deutschlandlied“ harmloser als ein Kindergeburtstag. „Zu den Waffen!“…
Und sowieso: Verlogene Bande. Einerseits lassen „wir Deutschen“ keine Gelegenheit aus, den „American Way of Life“ zu leben, aber andererseits… Coca-Cola jederzeit, aber „Sterben für den Sieg“ auf keinen Fall. MTV sicher, Angriffskriege bloß nicht. Hip-Hop ja, Patriotismus nein. Nicht, dass ich gern einen deutschen Angriffskrieg miterleben würde, oller Pazifist, der ich bin – nur…
Habe ich schon erwähnt, dass die USA eingereiste Ausländer nicht länger als ein Jahr im Land dulden? Aber so was ist bei uns in weiter Ferne. Natürlich: Wer Einreisebeschränkungen fordert und dazu patriotische Flaggen schwenkt, ist ein böser, böser Hitlerfanatiker und gehört umgehend vergast. Nicht wahr, Herr Bush?

Es ist bedrückend, in dem Land der Dichter und Denker zu leben und sich dafür schämen zu müssen. Noch die dritte Nachkriegsgeneration soll gefälligst im Staub kriechen vor den allmächtigen Aliierten, als Entschuldigung für all das, was man in der Justiz „Erbschuld“ nennt und unter Hitler „Sippenhaft“ betitelt wurde. Hach ja, da kommt so ein spaßiger rassistischer (sic!, vgl. Martin Luther King) Narrenverein (USA) in Deutschland reinspaziert und drückt uns seine Gesetze auf…

Kleiner Denkanstoß: Die NSDAP-Regierung war de iure kein Verbrecherregime (wir dürfen das nicht nach unseren Maßstäben beurteilen – andere Gesellschaft, andere Verfassung!), da können sich die Lehrergewerkschaften aufregen, wie sie lustig sind. Nach welchen Maßstäben denn bitte? Etwa Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Menschenrechte (sofern man im Vergleich mit den USA dieses Wort überhaupt nennen darf –> Guantanamo) gab es in den 30-er Jahren faktisch nicht, auch nicht in Deutschland. Bürgerrechte gab es allerdings, auch in Deutschland – nur ist es damals wie heute Sache des Staates, zu bestimmen, wer Bürger sein darf und wer nicht.
(Nehmen wir einmal an, ich liege gewaltig daneben – wäre nicht das erste Mal! – und es gab doch grundlegende Menschenrechte in Deutschland. Was geht es die USA dann an, ob die Deutschen sie respektierten oder nicht?)

Die „Verbrechen“, die den Deutschen angelastet wurden und noch heute werden, waren keine: Die Judenvernichtung zum Beispiel, so unmenschlich sie erscheinen mag, war durchaus gesetzlich legitimiert. Dank der absoluten Mehrheit der vom Volk (!) gewählten NSDAP verlief all das politisch korrekt. Mal als Beispiel: Die Große Koalition z.B. hat eine ähnliche Entscheidungsgewalt, sie könnten die Verfassung ebenso nach Belieben ändern. Schön, dass wir keine radikalen Kräfte in der Regierung haben (ja, wer sponsert denn die Antifa? Huch!) – sonst wären wir arm dran. Ach so, sind wir ja…

Apropos Judenvernichtung: Seit dem Mittelalter werden Juden systematisch verfolgt. Schon vor Hitler mussten Juden in Deutschland (resp. im Kaiserreich) viele Einschränkungen in Kauf nehmen, z.B. was ihre Schulbildung und ihren Berufsweg betraf. Vergast oder nicht vergast, Verfolgung bleibt eben doch Verfolgung. Und wer käme denn auf die Idee, die christliche Kirche zu verbieten? Sie hat im 12. Jahrhundert auch einige sehr interessante Dinge in Jerusalem getrieben. Oder ist das, ups, schon verjährt? Wann verjährt Judenverfolgung eigentlich?

Ich bitte alle politisch informierten Leser darum, diese Fragen in den Kommentaren zu erläutern. Ich versteh’s nicht…
(nein, „Hitler war scheiße“ und „lol du Nazi“ ist keine Begründung, liebe Antifa)

Noch was zum Thema Nationalhymne:
Ich weise dezent darauf hin, dass während der Entstehung des „Deutschlandliedes“ ebenjenes „Deutschland“ kein einheitlicher Staat war, und ich bezweifle, dass die deutschen Könige und Herzöge eine solche Vereinheitlichung gleichwelcher Art irgendwie befürwortet hätten. „Deutschland, Deutschland über alles“… nun, man kann es durchaus als Einheitswunsch interpretieren. Oder eben auch nicht…

Grüße von eurem Lieblingssokratiker!

NACHTRAG:
Der Bär ist tot, es leben die Mörder! Ich hoffe, der Tierschutzverein hat wenigstens diesmal Erfolg…

Politik
Zur Lage der Nation

1) Die Regierung
2) Arbeitslosigkeit
3) Gesundheits“reform“
4) Was tun?

Werte Genossen-, Kameraden- und sonstige Schweine,
entgegen meiner üblichen Gewohnheiten richte ich heute ein ernstes Wort an euch, denn es gibt einfach Dinge, die raus müssen.

Was in dem Land der Dichter und Denker derzeit passiert, wirkt geradezu grotesk, wenn man zugleich beäugt, wie das sonst so vornehme Volk der Franzosen auf dasselbe Problem reagiert. Hierbei geht es weniger um die Lockerung des Kündigungsschutzes, sondern man muss das Übel an der Wurzel packen und an den Haaren ziehen: Es geht um Politik.

[ 1 ] Dabei war das alles so schön vorhersehbar: Die SPD wurde aus der Regierung gewählt, die CDU auch nicht wirklich hinein, und – hups! – beide regieren. Na, fällt was auf? Gut.

Diese Regierung nun, im Wesentlichen bestehend aus der Frau mit dem Gesicht, ließ gleich nach ihrer Nichtwahl erst mal eine der ältesten Strömungen Deutschlands, die Sozialdemokratie, bildlich gesprochen so tief wie nur irgendwie möglich beerdigen, um anschließend unter großem Tamtam und Trara das Problem anzugehen, das bei Regierungen schon immer die höchste Priorität hatte.

Die Arbeitslosigkeit? Weit gefehlt! Es geht um die Diäten der Politiker. Eine Diät ist, kurz zusammengefasst, das Geld, das ein Politiker von denen, die selbst nichts haben, dafür bekommt, dass er acht oder mehr Jahre lang dafür sorgt, dass noch mehr Menschen noch weniger haben. Nun sind unsere Politiker echt arme Schweine mit ihren Villen, Limousinen und Gehältern (von wem finanziert? Na, dämmert’s?); da geben sie sich so viel Mühe und kürzen so viele unnötige Leistungen, und trotzdem wird das Geld immer knapper. Wo das viele Geld hinfließt? Wer weiß?
[ 2 ] So ein Volk macht’s den Politikern aber auch nicht leicht: Immer mehr Firmen haben immer weniger Geld (ja, als Vorstandschef hat man eben auch gewisse Ansprüche, z.B. ein paar Mio. í¢“Å¡Ã‚¬) und müssen immer mehr Stellen streichen. Das hat eigentlich nur zwei Konsequenzen:

  1. Schulabgänger bekommen keine Jobs mehr, werden arbeitslos, stehen auf der Straße, saufen, kiffen und hören schlechte Musik (Aggro Berlin).
  2. Immer mehr Leute werden immer früher zum Rentner und wollen ihre verdiente Rente bekommen. Aber woher nehmen?

Nun, gegen beide Probleme hat die Regierung immerhin schon Lösungsansätze gefunden:
Dank Hartz IV ist „Sozialhilfeempfänger“ nun endlich zum allgemein anerkannten Beruf geworden („was soll’s, ich werd eh Hartz IV“ – vgl. SPIEGEL 14/06, S. 22ff); zwar am Existenzminimum, aber was soll’s? Die Bengels sollen froh sein, dass die Politik sich überhaupt herablässt, dem Möchtegernsouverän „Volk“ etwas von ihrem hart verdienten Geld abzugeben! Und sowieso, Sozialhilfeempfänger haben’s doch gut – die werden nicht entlassen.

[ 3 ] Aber was tun mit den verflixten Rentnern? Auch da hat sich die „Regierung Angie“ was Töftes einfallen lassen, nach altem Hausrezept: Man setze einfach die Altersgrenze höher – im Idealfall arbeiten die Rentner dann bis zum Umfallen und liegen dem Staat nicht mehr unnötig auf der Tache.
Um das mit dem Umfallen noch zu beschleunigen, haben sich die Strategen von CSPDU was Neues einfallen lassen, die Gesundheitsreform. Auch sie lässt sich kurz zusammenfassen: Es gehen weiterhin Beiträge „rein“, aber keine mehr „raus“. Das beugt gleich 2 großen Problemen vor: Erstens haben die armen Krankenkassen in ihren Palästen dann wieder schön viel Geld, das sie dem Staat geben können, und zweitens sinkt automatisch die Lebenserwartung alter und kranker – also arbeitsunfähiger – Menschen.
(bin ich der Einzige, der gerade an KZs denkt?)

[ 4 ] Für die Politiker bessert sich die Lage also wieder. Aber was ist mit dem Volk?
Arbeiten oder sterben, wir haben die Wahl. Abwählen geht leider nicht (siehe weiter oben), Demonstrieren wie in Frankreich bringt in Deutschland auch nicht viel (Politiker haben eben das dickere Sitzfleisch)… bleibt nur noch Auswandern. Wir Deutschen sterben ja sowieso langsam aus (wie unvorhersehbar!), da kommt es darauf auch nicht mehr an…

Just my 2 cents.

PS: „With no loving in our souls and no money in our coats you can’t say we’re satisfied“. Meinjanur. Danke, Angie!

Politik
USA: Anonymes „Flamen“ durch neues Gesetz illegal

Die Überschrift soll kein Witz sein, denn US-Präsident George W. Bush hat in letzten Woche tatsächlich ein Gesetz unterzeichnet, dass es verbietet im Internet anonym Texte zu verbreiten, oder E-Mails zu verschicken, die einen Anderen verärgern könnten, ohne seinen echten Namen anzugeben.

Quelle

Woraus wir zwei Dinge folgern dürfen:

1) Die Zahl der lästigen „lol rofl nuuuuuub“-Kiddies wird weiter sinken
2) Ich werde bald auf eine seeeehr lange Reise gehen…

In diesem Sinne, fickt euch alle!
– anonymous

MusikPolitik
Gedanken zur Zeit …

Wem immer Ihr für alles die Schuld gebt
Ich habe keine Angst vor ihm
Ich fürchte mich nicht vor Osama Bin Laden
Oder Saddam Hussein
Ich habe Angst vor dem Security Service
Der am Bahnhof die Leute schikaniert
Und die größte Gefahr geht aus von der Polizei
Die mich fast täglich kontrolliert

Und der 11. September war für mich
Ein wunderschöner Tag
Ich weiss noch genau dass die Sonne schien
Und die Vögel sangen im Park

(Mono für Alle: 11. September – anhören)

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Lust auf einen Cocktail?

Na dann prost!

Sind wir nicht alle ein bisschen Frankreich?

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Du bist Frankreich!

Du bist Frankreich

Ohne Worte :)

NetzfundstückePolitik
Wir tun was für Deutschland

Sie sind ein hoher Minister und planen einen Staatsbesuch in Fernost, wissen aber noch nicht, was Sie der Hoheit als Geschenk überreichen sollen?
Wie wäre es mal mit was Ausgefallenem? :)