Archiv für die Kategorie ‘Musik’.

Liedzitate und Erinnerungen an gute Lieder säumen meine Artikel. Jedenfalls diejenigen in dieser Kategorie.

MontagsmusikNetzfundstücke
Googles eingebildetes Frauenproblem (Nachtrag)

Auf den Aufregertext eines mittlerweile gefeuerten Google-Mitarbeiters über die Probleme der bestehenden Diversitätspolitik innerhalb Googles hat der Feminismus eine prima Antwort gefunden:

Hören Sie auf, „Wissenschaft“ mit Wahrheit gleichzusetzen!

Wir haben immerhin 2017 und irgendwelche Männer glauben immer noch an diesen Wissenschaftsquark!

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Bask – Shake The Soot // Christian Lindners italienische Bewegung

Ob dort draußen wohl ein Panda ist?Es ist Montag. Penis! Was tut man nicht alles zur Stimmungsaufhellung an einem Tag wie diesem (nämlich: Montag)? Das Sommerloch ist da und es langweilt mich. Es geht mit großen Schritten auf diverse Wahlen zu und da redet man nicht mehr so gern über wichtige Themen, obwohl das Reden wahrlich fehlt (auch: synonym). Das Käuzchen verzweifelt leise.

Das ist auch wenig überraschend, die Verdrossenheit hat Gründe; welcher Automobilkonzern auch immer – in Niedersachsen voraussichtlich Volkswagen, wissen die unseriösen Journalisten von „SPIEGEL ONLINE“ – die nächsten paar Wahlen gewinnen wird, seine Partei macht sich sicherheitshalber schon vorher lächerlich. Berliner wissen nicht erst jetzt: SPD, Linke und Grüne sind ein Griff ins Klo.

Andere Parteien, andere Sitten: Nach der CDU, Italien und der EU spricht sich nun auch Christian Lindner dafür aus, dass Deutschland die europäische Flüchtlingspolitik anwendet. Postwendend fanden sich auf Twitter Schreihälse, die diese Forderung mit denen der „Identitären Bewegung“ gleichsetzten, versäumten dabei aber zu erklären, was sie en detail daran störe; klar: wenn die medial auserkorenen Bösewichte etwas gut finden, dann kann das, was sie gut finden, gar nicht gut sein. Niemals nicht.

Was aber unbestreitbar gut ist und bleibt: Musik.

Bask – Shake The Soot

Guten Morgen.

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Kurzkritik: OHHMS – The Fool

OHHMS - The FoolOHHMS! Endlich mal wieder eine Band, deren Musik so klingt, wie sie heißt.

Nach immerhin drei Jahren und einigen EPs veröffentlichte die britische Metalband OHHMS mit „The Fool“ (Bandcamp, Amazon.de) 2017 endlich ihr Debütalbum.

Die sechs enthaltenen Stücke sind bis zu 21 Minuten („The Hierophant“) lang, Radiohörer sind hier also nicht unbedingt die Zielgruppe. Zu hören gibt es das, was wohl anderswo „Sludge“ genannt wird, bei mir indes als ordentlich dröhnende psychedelische Doom-Musik („The Hierophant“) und angenehm entschlossener Hardrock („The World“) ankommt.

Ohhms – The Hierophant (Official audio)

Das aggressive, aber rhythmische Klanggewitter auf „The Fool“ wird von Paul Wallers durchaus variabler Stimme begleitet, zwischen lieblichem Säuseln („The Lovers“) und heftigem Niederschlag („The Hanged Man“) sind manche Graustufen auszumachen – immer nur zu dröhnen und zu poltern ließe „The Fool“ auch schnell langweilig werden.

Ohhms – The World (Official audio)

Zu diesem Album jedoch ist Langeweile keine gute Beilage, denn es reizt vielmehr zur Kanalisation von Wut; hört man „The Fool“, so kann man sich dabei hervorragend über die Welt aufregen. Es gibt solche Momente im Leben, und sie verlangen nach solcher Musik. Kein Narr ist, wer sie einmal hören möchte.

Nur zu!

MontagsmusikNetzfundstücke
Flash the Readies – Kris

Ist noch Sonne?Montag. Ich meine: Juhu, Montag! Der verrückte Feiersommer nimmt kein Ende, in den USA wird hierfür eigens Schlamm gekauft, damit man was hat, um sich darin vollzusauen. Wohl dem, der keine Sau ist; wohl dem, der zum Beispiel ein Pandabär ist und unerkannt in Bäumen herumsitzt.

Dann kann einen auch der Feminismus linkster Natur kalt lassen, der ansonsten gerade im Internet herumSPONt, dass der herrische Umgangston, der die Nazis bislang in die Schranken weisen sollte, womöglich überhaupt erst den Erfolg der Nazis befeuert hat; um dann, weil die Denkstrecke wieder einmal unüberwindbar lang war, doch schnell das Gespenst der feministischen Querfront in Gestalt von Alice Schwarzer als Schuldigen auszumachen. Bloß nichts ändern, man könnte ja mal aus Versehen etwas verbessern.

Ein Problem, das die kaputte Linuxwelt zweifellos nicht hat, denn dort verbessert man nichts: Der Pwnie Award für die lahmste Antwort eines Softwarevertriebs ging in diesem Jahr an Lennart Poettering, den verdienten Zerstörer des kümmerlichen Rests von Linux‘ irgendwann einmal leidlich gutem Ruf. Unter Windows ist man wenigstens nur mit Unternehmen wie EaseUS gestraft, mit denen man vermutlich auch lieber nichts zu tun haben möchte.

Mit einem jedoch etwas zu tun zu haben wird hoffentlich niemals enden, nämlich Musik.

Flash the Readies – Kris (live CRO session)

Guten Morgen.

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Kurzkritik: The Notwist – Neon Golden

Seltsame Umstände ließen ausgerechnet mich vor einigen Tagen das wundersame Album „Neon Golden“ der ehemaligen oberbayrischen Schrammelpunkband The Notwist kennenlernen. Es war gut.

Wie der geneigte Leser längst weiß, nahmen The Notwist einst Musik auf, die sich mit meinen hier mitunter kundgetanen Vorlieben keineswegs offensichtliche Überschneidungen aufwies, nämlich mit wenigen Ausnahmen (wie prima ich „Winter“ finde, erläutere ich vielleicht später einmal) erschreckend uninteressante Hardcoremusik. Das änderte sich mit jedem Album ein wenig mehr, besagter Hardcore wich allmählich – wohl auch Besetzungswechseln zum Dank – elektronisch orientiertem Artpop mit einem durchaus jazzähnlichen Einschlag. Mir soll es Recht sein.

The Notwist – Pick Up The Phone

Auf ihrem 2002 erschienenen sechsten Studioalbum „Neon Golden“, dem letzten mit Schlagzeuger Martin Messerschmidt, ist von der ungestümen Amateurband aus den Anfangsjahren entsprechend auch nicht mehr viel zu hören, stattdessen bietet das damalige Quartett eine Sondervorstellung in süßlichem Belle-and-Sebastian-Folkpop einer- und effektgestützter elektronischer Tanzmusik („Indietronic“, behauptet die Wikipedia, heiße das heute) andererseits, die mit gewaltiger Melancholie aus dem Kopfhörer und/oder Lautsprecher tropft.

The Notwist – This Room

Und dann hat diese Band auch noch die Chuzpe, dass das keineswegs klebrig oder bloß deprimierend, sondern insgesamt höchst angenehm klingt, wofür ich mich Sänger und Gitarrist Markus Acher ausdrücklich und daher separat zu danken geradezu verpflichtet fühle, denn müsste ich mir einmal eine am besten mit „schön“ zu beschreibende Sängerstimme aussuchen, ich wählte die seine.

Sicher: Nach dem Durchlauf von „Neon Golden“ wünscht man sich den sofortigen Beginn einer Feier, denn es bleibt schon etwas hängen vom transportierten Seufzen, jedoch ist der Weg dahin kein verregneter, sondern einer, den zu beschreiten die Lust auf eine Wiederholung (oder wenigstens den Rückweg) nicht nimmt.

Neongold scheint eine wunderbare Farbe zu sein.

In den NachrichtenMontagsmusik
Vespero – The Course of Abagaz

Wir haben dich erwartet.Es ist Montag, was sehr schade ist, denn es kennzeichnet ein weiteres vertanes Wochenende. Zum Glück sollte aufgestanden werden, denn Arbeit lässt vergessen. Arbeit macht frei und Freiheit ist alles, worauf es ankommt, nicht wahr?

Politische Freiheit hat es dieser Tage noch ein wenig schwerer als die persönliche. Vom Erfolg der Spätpiraten zu lernen heißt siegen zu lernen: Es gibt nun einen feministischen Flügel in der F.D.P., womit ein Ende ihrer viel beleuchteten Rückkehr absehbar ist. Das bewährte Auffangbecken für Karrieristen, die auf naivem Weg einen Fuß in die Tür der Politik bekommen haben, hat keinen Boden. Bis dahin sollte aber geklärt sein, was alle bewegt: Wie knuffig ist eigentlich Christian Lindner?

Gute Nachrichten gibt es derweil aus Budapest: Nachdem ein Achtzehnjähriger, der herausgefunden hatte, dass die zuständige Niederlassung des für sicherheitstechnischen Flächenbrand bekannten Unternehmens T-Systems auf der von ihr betreuten Website eines Verkehrsunternehmens einen geradezu peinlichen Programmierfehler übersehen hatte, als Strafe für das Melden dieses Fehlers vom Verkehrsunternehmen stolz angezeigt worden war, prasseln auf die Facebookseite besagten Unternehmens zahlreiche Negativbewertungen nieder, weil sehr wenige Menschen mit diesem Verständnis von Computersicherheit einverstanden sind. Es ist ja nicht alles schlecht in Budapest. Im deutschsprachigen Raum wird währenddessen ein Projekt herumgereicht, mittels dessen Twitternutzer sich selbst auf einer Landkarte eintragen können. Das ist nett, denn diese Daten machen das Erstellen von Personenprofilen viel einfacher.

Eigentlich wäre das zum Kotzen, aber zum Glück gibt es Musik. Musik macht vieles viel besser.

Vespero – The Course of Abagaz (Live 15.05.2015, STD ,Astrakhan, Russia)

Guten Morgen.

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Goldray – Rising // Doctress Who // Ramelows Präzision

Bitte zurück ins Nest bringen.Es ist Montag. Pünktlich zum Wochenendende hat sich auch der Kopfschmerz wieder beruhigt, auf dass man frohen Mutes zur immerhin bezahlten Tat schreiten kann. Pandabär in Berlin müsste man sein, dann bekäme man jetzt Eis mit Gemüse, aber stattdessen ist man weit von Berlin entfernt und denkt als bloßer Mensch über Pandas nach. So kann es gehen.

Und die Nachrichten so? Der seit 54 Jahren männliche Titelheld aus „Doctor Who“ ist ab Ende dieses Jahres eine Feministin, was der Serie, die in jüngerer Zeit neben dem erstmals weiblichen Antagonisten mit „Bill“ auch eine Nebendarstellerin („Companion“) bekommen hat, deren wesentliche Eigenschaft es war, eine lesbische Feministin zu sein, zwar eine gewisse Kontinuität verleiht, mich hingegen skeptisch mindestens eine Augenbraue heben lässt, denn, wenngleich die schauspielerische Leistung eines „Doctors“ bislang keineswegs geschlechtsbezogen zu beurteilen war, die Serienmacher scheinen in letzter Zeit das dringende Bedürfnis zu haben, dem verdammten Patriarchat überragend selbstsichere Frauenfiguren entgegenzustellen, die außer dem Frausein nichts wirklich gut können. Haben die „Ghostbusters“ verpasst?

Der aufgebrandete Jubel auf Twitter, endlich dürfe eine Frau mal einen sowieso unsterblichen Helden mit einer langen Vergangenheit und voraussichtlich Zukunft verkörpern, was unabhängig von der charakterlichen Entwicklung schon deshalb gut sei, weil sie kein Mann sei, ist jedenfalls ein schlechtes Zeichen, belegt er doch, dass viele der Zuschauer eine Fernsehserie nicht als Unterhaltung, sondern als politisches Mittel zur Machtverschiebung begreifen, als habe irgendeine Weltanschauung plötzlich gewonnen, nur, weil in einer Serie, in der das allerdings schon mehrfach passiert ist, eine Figur das Geschlecht wechselt. Dem Patriarchat dürfte das jedenfalls einigermaßen egal sein und den verbliebenen nicht rettungslos bescheuerten Zuschauern bleibt zu hoffen, dass es endlich mal wieder eine Neubesetzung in „Doctor Who“ gibt, die der Serie inhaltliche Tiefe zurückgibt. Apropos: In Berlin-Lichtenberg ist der antipatriarchalische Vorstoß der örtlichen „Grünen“, potenziellen Rednern im Bezirksparlament nach Geschlecht statt Inhalt das Wort zu erteilen, nun vorerst gescheitert. Wie viel wäre auf dieser Welt gewonnen, achtete man nur mehr auf die Qualität des Erbrachten statt auf das Geschlecht des Erbringers!

Während die ehemals qualitätsfokussierte Piratenpartei in Konstanz, München und Leipzig anlässlich der jeweiligen Christopher-Street-Day-Parade um netzpolitisch ebenso desinteressierte Unterstützer für die kommende Bundestagswahl warb, gingen unbemerkt zwei Nachrichten von letzter Woche fast verloren: Die CIA hackt völlig überraschend auch Linux, was ich hier nur verlinke, weil das Didi immer so schön herausfordert; schlimmer jedoch: es wurde die Nachfolgerin von Günther Oettinger, also die neue EU-Digitalkommissarin, vereidigt, die gern „schärfere Regeln gegen Hassäußerungen und Falschmeldungen“ („heise online“) durchsetzen lassen würde. In einer gesunden Gesellschaft würde sich zahlreicher Widerstand formieren, aber es ist Wahlkampf, da macht man nichts mit Politik.

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow („Linke“), der auch nichts mit Politik macht, hat gestern vorgeschlagen, man möge, um den Erfolg von landesansässigen „Rechtsrockkonzerten“ (als seien Schlager leichter zu ertragen) einzudämmen, das Versammlungsrecht, für Ostdeutsche bekanntlich keine Selbstverständlichkeit, doch bitte „präzisieren“; mit anderen Worten: Zu viele Dinge gehen derzeit als „Versammlung“ durch. Unklar bleibt, welche Art von Konzerten künftig noch als legitime Versammlung gelten darf. Hoffentlich nichts mit Phil Collins!

Här nix Ton, nix Musik.

Goldray – Rising [Official Video]

Guten Morgen.

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Kurzkritik: Ex Eye

Ex Eye (Coverbild)Fordern wir wieder einmal unseren Geist und hören wir ein wenig Musik.

Aus ausgerechnet den Vereinigten Staaten stammt das Quartett Ex Eye, dessen Schlagzeuger Greg Fox, den PopMatters mit John Bonham zu vergleichen sich nicht scheut, sich bereits bei Zs und Liturgy austoben durfte. Statt klassischer Rockbandbesetzung scharten Ex Eye, die sich selbst als Post-Alles-Band beschreiben, sich um den kanadischen Saxophonisten Colin Stetson, der bislang unter anderem mit Tom Waits, Fred Frith und Mats Gustafsson zusammengearbeitet hat und also durchaus weiß, wie gute Musik klingen sollte.

EX EYE – "Xenolith; The Anvil" (Official Music Video)

Beschreiben lässt sich das auf dem im Juni präsentierten Debütalbum Gehörte als instrumentaler Jazzmetal, mitunter lässt sich aber auch einmal New Artrock im Stile der unvergessenen Porcupine Tree ausmachen. Dass es keinen Gesang gibt, ist hier kaum ein auffälliges Kriterium, denn der würde wahrscheinlich auch nur stören.

Ex Eye — Anaitis Hymnal; The Arkose Disc

Ich bin durchaus angetan.

In den NachrichtenMontagsmusik
Ulver – So Falls the World

Wach wie ein PandaEs ist Montag. Die Welt findet zur gewohnten Bräsigkeit zurück und dieses eigenartige Gefühl, der bei Weitem Allerbräsigste zu sein, ist vorüber wie eines dieser schwer erträglichen Liebeslieder, die man sich ausdenkt, während man so über sein Leben sinniert. Leben ist Firlefanz, aber ein immerhin notwendiger, seufzt ein Käuzchen.

Zum nunmehr endlich vergangenen Wochenende bliebe noch manches anzumerken, aber da regte man sich dann doch wieder nur unnötig auf, was selbst der staubbedeckteste Bundespräsident der letzten paar Jahre, entsäkularisierter Dodo des Monats Juni und auch sonst stets für Geschwätz zu haben, kaum zu lindern vermag. Schweifen wir also lieber in die Ferne: Die NASA hat in den Weiten des Weltraums Dinge entdeckt, die die bisherigen Vorstellungen von den Anfängen „unseres“ Universums ein wenig korrigieren. Eine realistische Möglichkeit zur schnellen Anreise ist bisher allerdings nicht enthalten.

Apropos Zukunft: In den USA sind mehrfach bluetoothfähige Handkreisel („Fidget Spinner“) explodiert, was die Vermutung, zum langfristigen Überleben müsse man nicht nur stark, sondern auch einigermaßen schlau sein, selbst heute, da der Mensch sich als weitgehend dominante Rasse erwiesen hat, noch als bedeutsam kennzeichnet. Die „Neue Zürcher Zeitung“ fragt in eigentlich nicht ausschließlich diesem Zusammenhang, ob die moderne Gesellschaft zu doof für den Fortschritt geworden ist. Dass sie nicht von den Klügsten angeführt wird, mag als Argument nicht ausreichen, und so lange sie noch wunderbare Musik hervorbringt, ist jedenfalls das Wesentliche gesichert; zum Beispiel eben so:

Ulver – So Falls the World

Guten Morgen.

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Kurzkritik: Farflung – 5

Das englische Wort „far-flung“ bedeutet ungefähr „breitflächig“. Unter diesem sprechenden Namen wurde 1992 in Los Angeles eine Spacerockband gegründet, die aktuell als Trio musiziert und 2016 mit „5“ ihr aktuelles (nach meiner Zählung jedoch längst nicht mehr ihr fünftes) Studioalbum (Amazon.de, TIDAL) veröffentlichte.

Spacerock? Nehmen wir das mit den Genres mal lieber nicht so genau, denn was die Musik der drei Herren von Farflung ausmacht, ist nicht etwa der hundertste Aufguss von Hawkwind’schem Spiel, sondern es ist die gekonnte Einflechtung heterogenster Stile in ein von jedenfalls mir bislang noch ungehörtes musikalisches Rezept, aus dem Tanzmusik im besten Sinne entstand.

Das auf „5“ zu Hörende wird bei all seiner Heterogenität von flirrenden Klangeffekten in Form gehalten, die Musik prescht zügellos nach vorn und reißt dabei alles mit, was ihr im Weg liegt: Spacerock, Hardrock, Shoegaze, Americana, in „Being Boiled“ – hier mit besonders bemerkenswertem Bassspiel – darf es auch mal Doom sein. Das Repetitiv-Hypnotische auf „5“ ist mehr als nur Mittel zum Zweck. Das Star-Wars-Wüstencoverbild vermag das Ohr nicht zu trügen.

Ich habe keine Ahnung, was die einschlägigen Medien momentan als passendes Album zum Cocktail am Strand und/oder zum wilden Sitztanz empfiehlt. Gehört zu den üblichen Empfehlungen jedoch nicht „5“, so möchte ich es hiermit zu diesen hinzugefügt wissen.

ComputerMontagsmusikNetzfundstücke
Cosmic Fall – Haumea

Euli krank, Euli Bettchen.Es ist Montag. Juchhei! Es pocht der Kopfschmerz genüsslich im Takt, so musikalisch war man seit Jahren nicht gelaunt. Das Regenwetter als Symbol für das Wohlbefinden zu betrachten ist eines Zynikers würdig, also tun wir das und drehen geringfügig durch. Früher war mehr Dingens.

Eine Studie belegt, dass Solarenergie der Umwelt größeren Schaden zufügt als Kernenergie. Das hätte ja ruhig mal wer vorher sagen können! Aber die Mär von der „sauberen“ Energie der „Zukunft“ – als stürbe der Planet später, transportierte man die erplünderten Ressourcen nur noch mit Solarautos fort – hält ganze Industriezweige am Leben und Industriezweige sind für irgendetwas „wichtig“.

Mancher Menschen Idiotie betrifft wenigstens nur andere Leute: Linuxnutzer mit einer Null vorn in ihrem Anmeldenamen kriegen vom neuen großen Ding systemd volle Systemrechte geschenkt. Das sei kein Fehler, sagen die Entwickler, weil eine Null vorn gar nicht sein könne, und wenn doch, mache man was falsch, denn das sei so nicht gedacht. Mit dem Erfolg von Linux auf irgendwelchen Quatschsystemen hat technisch orientiertes Denken wohl leider nicht gerechnet.

Machen wir es zu unserem eigenen Schutz so wie die Entwickler von systemd und schalten erst einmal das Hirn ab – nur lieber mit ein wenig guter Musik.

Guten Morgen.

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Musik 06/2017 – Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 18 von 19 der Serie Jahresrückblick

Ach, wie haben sich die Leute doch gefreut, als das für Musiker erstaunlich tödliche Jahr 2016 ein Ende nahm. Ich wartete mit der musikalischen Jahresrückschau 2016 also sicherheitshalber bis Januar – und am Tag darauf wurde der Tod John Wettons vermeldet. Ebenso hat dieses Jahr bisher Chuck Berry, Allan Holdsworth und sicher noch ein paar bemerkenswerte Musiker sozusagen auf dem Gewissen. Das macht doch alles keinen Spaß mehr.

Und wie immer, wenn ich den Spaß zu verlieren meine, hilft – der Ironie bin ich mir bewusst – Musik, den rechten Pfad wiederzufinden. Es folgen konsequent die primasten Musikalben des ersten halben Jahres 2017 abzüglich der bereits zuvor thematisierten neuen Alben von Buckethead, Pontiak und All Them Witches. Ich empfehle alles Weitere den jeweiligen Artikeln zu entnehmen.

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In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Meniscus – Overhang

Selbstbild als...Es ist Montag. Das war keine besonders gute Idee, aber ist jetzt leider auch nicht mehr zu ändern. Wenn mein Leben einmal verfilmt wird, soll der Film bitteschön Montag heißen. Dann geht wenigstens niemand rein. (Auch: Wenn das Wetter eine Stadt wäre, wäre es Berlin.)

Gestern fand ich in der nie enden wollender Liste der eintreffenden Informationen einen Blogeintrag der Filmchenplattform PornHub, dessen Autor in ihm eine Statistik aufbereitete, die besagt, dass gerade Frauen in der ersten Jahreshälfte 2017 auffallend oft nach Pornos mit Fidget-Spinnern (das sind diese albernen Plastikhandkreisel, die gerade wieder einmal eine Renaissance erleben) suchten. Regel 34. Meinen herzlichen Dank dem Informationsgeber, jetzt habe ich vor noch mehr Menschen Angst als bisher. – Apropos Pornografie: Derjenige Teil des illiberalen Netzfeminismus, der einem provokanten Blogger seit Jahren das Leben schwer machte, weil jener sich gegen üble Nachrede zu wehren versuchte, wurde nun anscheinend zu wohltätigen Spenden verdonnert. Die neuen legislativen Bestrebungen zur Verfolgung von „Hassrede“ sind wohl doch nicht die beste Waffe gegen das Patriarchat.

Hübscher Vorschlag zu einem ganz anderen Thema: Die Energieeffizienz von Software deutlich kennzeichnen, damit Entwickler aufhören, schlechte Software zu entwerfen. Ich befürworte diese Idee.

Was ich ebenfalls befürworte: Musik.

Meniscus – Overhang (Music Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
Porcupine Tree – Arriving Somewhere But Not Here

Montagsstimmung (Symboleule)Es ist Montag, doch die schwere Menschlichkeit des Wochenendes sitzt noch tief unter der Haut. Niveauvoller Unsinn in guter Gesellschaft und völlige Verwirrung durch sonst sicherlich Gewöhnliches; davon zehrt ein Menschenskeptiker für Wochen. Bloß nicht nachlassen und dann aber eben doch wieder an der eigenen Unzulänglichkeit fast ersticken. Hoch zu pokern verleidet einem nur das Schachspiel. Leben, du alte Knackwurst. Denken wir ratlos an Antalya und tun wir unbeeindruckt.

Gute Nachrichten: In Wien wird laut österreichischer Presse das erste Wohnhaus des Landes gebaut, in dem Menschen aller sexuellen Orientierungen gleichzeitig wohnen dürfen. Bis jetzt mussten Schwule in Österreich anscheinend außerhalb von Häusern wohnen.

Derweil auf „SPIEGEL ONLINE“: „Trump-Gegner feiern politische Ideen aus dem 19. Jahrhundert“, schreibt Benjamin Moldenhauer, als sei dies ein geradezu revolutionärer Schritt in einem Staatenbund, dessen Verfassung im 19. Jahrhundert schon alt war und der sich in Teilen auf ein politisches System aus dem vorchristlichen Athen beruft. Anderswo fliegen währenddessen Fußballtrainer raus, weil sie zu erfolgreich sind. Gegner muss man auch mal gewinnen lassen, nämlich. Sonst sind sie traurig.

Did you ever imagine the last thing you’d hear as you’re fading out was a song?

Porcupine Tree – Arriving Somewhere But Not Here (Live)

Guten Morgen.

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Kurzkritik: Pontiak – Dialectic of Ignorance

Pontiak – wie die Band, nicht wie das Auto – sind seit Jahren ein Garant für mehr als bloß erträgliche Rockmusik. Auch mit ihrem diesjährigen Studioalbum „Dialectic of Ignorance“ wissen die drei Brüder aus Virginia wieder einmal zu beeindrucken, was insbesondere wenig verwundert, wenn man bedenkt, dass sie mit der Tradition, jährlich neue Aufnahmen zu veröffentlichen, für „Dialectic of Ignorance“ (Bandcamp.com, Amazon.de) gebrochen haben, da sie zwischendrin mit der Pen-Druid-Brauerei ein weiteres Standbein aufgestellt haben. Sollte es – möge dies noch in ferner Zukunft liegen! – mit der Musik einmal nicht mehr klappen, müssen sie zumindest nicht am Hunger- oder immerhin Bierdursttuch nagen.

Was mich indes annagt, ist die Neugier auf die Musik. Hören wir mal rein:

Pontiak – Ignorance Makes Me High (Official Music Video)

Aus den Elementen Stoner, Doom-Metal, Progmetal und Acid Rock rühren Pontiak einen magischen Trank an, der beim Genuss mit seinen monoton-repetitiven Mustern eine hypnotische Wirkung erzielt. Wirbelnde Gitarrensoli und harter Orgelanschlag werden auch und gerade durch ständiges Überschreiten radiokompatibler Liedlängen zu treibenden Kräften in dieser musikalischen Flut.

Ich höre mal Skeleton$, mal maudlin of the Well, mitunter etwas Colour Haze und eine Menge Pink Floyd, belegt mit einem Nebelschleier, immer wieder zerschnitten von einer wütenden Gitarre, stimmungsmäßig auf die Spitze getrieben vom hallenden, irgendwie entrückten Gesang.

Pontiak – Tomorrow Is Forgetting

Das letzte Stück auf „Dialectic of Ignorance“ trägt den Titel „We’ve Fucked This Up“. Fast möchte man ihnen zurufen: Nein, habt ihr nicht!
Gern noch etwas mehr davon.