Archiv für die Kategorie ‘Musik’.

Liedzitate und Erinnerungen an gute Lieder säumen meine Artikel. Jedenfalls diejenigen in dieser Kategorie.

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Ulver – So Falls the World

Wach wie ein PandaEs ist Montag. Die Welt findet zur gewohnten Bräsigkeit zurück und dieses eigenartige Gefühl, der bei Weitem Allerbräsigste zu sein, ist vorüber wie eines dieser schwer erträglichen Liebeslieder, die man sich ausdenkt, während man so über sein Leben sinniert. Leben ist Firlefanz, aber ein immerhin notwendiger, seufzt ein Käuzchen.

Zum nunmehr endlich vergangenen Wochenende bliebe noch manches anzumerken, aber da regte man sich dann doch wieder nur unnötig auf, was selbst der staubbedeckteste Bundespräsident der letzten paar Jahre, entsäkularisierter Dodo des Monats Juni und auch sonst stets für Geschwätz zu haben, kaum zu lindern vermag. Schweifen wir also lieber in die Ferne: Die NASA hat in den Weiten des Weltraums Dinge entdeckt, die die bisherigen Vorstellungen von den Anfängen „unseres“ Universums ein wenig korrigieren. Eine realistische Möglichkeit zur schnellen Anreise ist bisher allerdings nicht enthalten.

Apropos Zukunft: In den USA sind mehrfach bluetoothfähige Handkreisel („Fidget Spinner“) explodiert, was die Vermutung, zum langfristigen Überleben müsse man nicht nur stark, sondern auch einigermaßen schlau sein, selbst heute, da der Mensch sich als weitgehend dominante Rasse erwiesen hat, noch als bedeutsam kennzeichnet. Die „Neue Zürcher Zeitung“ fragt in eigentlich nicht ausschließlich diesem Zusammenhang, ob die moderne Gesellschaft zu doof für den Fortschritt geworden ist. Dass sie nicht von den Klügsten angeführt wird, mag als Argument nicht ausreichen, und so lange sie noch wunderbare Musik hervorbringt, ist jedenfalls das Wesentliche gesichert; zum Beispiel eben so:

Ulver – So Falls the World

Guten Morgen.

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Kurzkritik: Farflung – 5

Das englische Wort „far-flung“ bedeutet ungefähr „breitflächig“. Unter diesem sprechenden Namen wurde 1992 in Los Angeles eine Spacerockband gegründet, die aktuell als Trio musiziert und 2016 mit „5“ ihr aktuelles (nach meiner Zählung jedoch längst nicht mehr ihr fünftes) Studioalbum (Amazon.de, TIDAL) veröffentlichte.

Spacerock? Nehmen wir das mit den Genres mal lieber nicht so genau, denn was die Musik der drei Herren von Farflung ausmacht, ist nicht etwa der hundertste Aufguss von Hawkwind’schem Spiel, sondern es ist die gekonnte Einflechtung heterogenster Stile in ein von jedenfalls mir bislang noch ungehörtes musikalisches Rezept, aus dem Tanzmusik im besten Sinne entstand.

Das auf „5“ zu Hörende wird bei all seiner Heterogenität von flirrenden Klangeffekten in Form gehalten, die Musik prescht zügellos nach vorn und reißt dabei alles mit, was ihr im Weg liegt: Spacerock, Hardrock, Shoegaze, Americana, in „Being Boiled“ – hier mit besonders bemerkenswertem Bassspiel – darf es auch mal Doom sein. Das Repetitiv-Hypnotische auf „5“ ist mehr als nur Mittel zum Zweck. Das Star-Wars-Wüstencoverbild vermag das Ohr nicht zu trügen.

Ich habe keine Ahnung, was die einschlägigen Medien momentan als passendes Album zum Cocktail am Strand und/oder zum wilden Sitztanz empfiehlt. Gehört zu den üblichen Empfehlungen jedoch nicht „5“, so möchte ich es hiermit zu diesen hinzugefügt wissen.

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Cosmic Fall – Haumea

Euli krank, Euli Bettchen.Es ist Montag. Juchhei! Es pocht der Kopfschmerz genüsslich im Takt, so musikalisch war man seit Jahren nicht gelaunt. Das Regenwetter als Symbol für das Wohlbefinden zu betrachten ist eines Zynikers würdig, also tun wir das und drehen geringfügig durch. Früher war mehr Dingens.

Eine Studie belegt, dass Solarenergie der Umwelt größeren Schaden zufügt als Kernenergie. Das hätte ja ruhig mal wer vorher sagen können! Aber die Mär von der „sauberen“ Energie der „Zukunft“ – als stürbe der Planet später, transportierte man die erplünderten Ressourcen nur noch mit Solarautos fort – hält ganze Industriezweige am Leben und Industriezweige sind für irgendetwas „wichtig“.

Mancher Menschen Idiotie betrifft wenigstens nur andere Leute: Linuxnutzer mit einer Null vorn in ihrem Anmeldenamen kriegen vom neuen großen Ding systemd volle Systemrechte geschenkt. Das sei kein Fehler, sagen die Entwickler, weil eine Null vorn gar nicht sein könne, und wenn doch, mache man was falsch, denn das sei so nicht gedacht. Mit dem Erfolg von Linux auf irgendwelchen Quatschsystemen hat technisch orientiertes Denken wohl leider nicht gerechnet.

Machen wir es zu unserem eigenen Schutz so wie die Entwickler von systemd und schalten erst einmal das Hirn ab – nur lieber mit ein wenig guter Musik.

Guten Morgen.

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Musik 06/2017 – Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 18 von 18 der Serie Jahresrückblick

Ach, wie haben sich die Leute doch gefreut, als das für Musiker erstaunlich tödliche Jahr 2016 ein Ende nahm. Ich wartete mit der musikalischen Jahresrückschau 2016 also sicherheitshalber bis Januar – und am Tag darauf wurde der Tod John Wettons vermeldet. Ebenso hat dieses Jahr bisher Chuck Berry, Allan Holdsworth und sicher noch ein paar bemerkenswerte Musiker sozusagen auf dem Gewissen. Das macht doch alles keinen Spaß mehr.

Und wie immer, wenn ich den Spaß zu verlieren meine, hilft – der Ironie bin ich mir bewusst – Musik, den rechten Pfad wiederzufinden. Es folgen konsequent die primasten Musikalben des ersten halben Jahres 2017 abzüglich der bereits zuvor thematisierten neuen Alben von Buckethead, Pontiak und All Them Witches. Ich empfehle alles Weitere den jeweiligen Artikeln zu entnehmen.

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Meniscus – Overhang

Selbstbild als...Es ist Montag. Das war keine besonders gute Idee, aber ist jetzt leider auch nicht mehr zu ändern. Wenn mein Leben einmal verfilmt wird, soll der Film bitteschön Montag heißen. Dann geht wenigstens niemand rein. (Auch: Wenn das Wetter eine Stadt wäre, wäre es Berlin.)

Gestern fand ich in der nie enden wollender Liste der eintreffenden Informationen einen Blogeintrag der Filmchenplattform PornHub, dessen Autor in ihm eine Statistik aufbereitete, die besagt, dass gerade Frauen in der ersten Jahreshälfte 2017 auffallend oft nach Pornos mit Fidget-Spinnern (das sind diese albernen Plastikhandkreisel, die gerade wieder einmal eine Renaissance erleben) suchten. Regel 34. Meinen herzlichen Dank dem Informationsgeber, jetzt habe ich vor noch mehr Menschen Angst als bisher. – Apropos Pornografie: Derjenige Teil des illiberalen Netzfeminismus, der einem provokanten Blogger seit Jahren das Leben schwer machte, weil jener sich gegen üble Nachrede zu wehren versuchte, wurde nun anscheinend zu wohltätigen Spenden verdonnert. Die neuen legislativen Bestrebungen zur Verfolgung von „Hassrede“ sind wohl doch nicht die beste Waffe gegen das Patriarchat.

Hübscher Vorschlag zu einem ganz anderen Thema: Die Energieeffizienz von Software deutlich kennzeichnen, damit Entwickler aufhören, schlechte Software zu entwerfen. Ich befürworte diese Idee.

Was ich ebenfalls befürworte: Musik.

Meniscus – Overhang (Music Video)

Guten Morgen.

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Porcupine Tree – Arriving Somewhere But Not Here

Montagsstimmung (Symboleule)Es ist Montag, doch die schwere Menschlichkeit des Wochenendes sitzt noch tief unter der Haut. Niveauvoller Unsinn in guter Gesellschaft und völlige Verwirrung durch sonst sicherlich Gewöhnliches; davon zehrt ein Menschenskeptiker für Wochen. Bloß nicht nachlassen und dann aber eben doch wieder an der eigenen Unzulänglichkeit fast ersticken. Hoch zu pokern verleidet einem nur das Schachspiel. Leben, du alte Knackwurst. Denken wir ratlos an Antalya und tun wir unbeeindruckt.

Gute Nachrichten: In Wien wird laut österreichischer Presse das erste Wohnhaus des Landes gebaut, in dem Menschen aller sexuellen Orientierungen gleichzeitig wohnen dürfen. Bis jetzt mussten Schwule in Österreich anscheinend außerhalb von Häusern wohnen.

Derweil auf „SPIEGEL ONLINE“: „Trump-Gegner feiern politische Ideen aus dem 19. Jahrhundert“, schreibt Benjamin Moldenhauer, als sei dies ein geradezu revolutionärer Schritt in einem Staatenbund, dessen Verfassung im 19. Jahrhundert schon alt war und der sich in Teilen auf ein politisches System aus dem vorchristlichen Athen beruft. Anderswo fliegen währenddessen Fußballtrainer raus, weil sie zu erfolgreich sind. Gegner muss man auch mal gewinnen lassen, nämlich. Sonst sind sie traurig.

Did you ever imagine the last thing you’d hear as you’re fading out was a song?

Porcupine Tree – Arriving Somewhere But Not Here (Live)

Guten Morgen.

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Kurzkritik: Pontiak – Dialectic of Ignorance

Pontiak – wie die Band, nicht wie das Auto – sind seit Jahren ein Garant für mehr als bloß erträgliche Rockmusik. Auch mit ihrem diesjährigen Studioalbum „Dialectic of Ignorance“ wissen die drei Brüder aus Virginia wieder einmal zu beeindrucken, was insbesondere wenig verwundert, wenn man bedenkt, dass sie mit der Tradition, jährlich neue Aufnahmen zu veröffentlichen, für „Dialectic of Ignorance“ (Bandcamp.com, Amazon.de) gebrochen haben, da sie zwischendrin mit der Pen-Druid-Brauerei ein weiteres Standbein aufgestellt haben. Sollte es – möge dies noch in ferner Zukunft liegen! – mit der Musik einmal nicht mehr klappen, müssen sie zumindest nicht am Hunger- oder immerhin Bierdursttuch nagen.

Was mich indes annagt, ist die Neugier auf die Musik. Hören wir mal rein:

Pontiak – Ignorance Makes Me High (Official Music Video)

Aus den Elementen Stoner, Doom-Metal, Progmetal und Acid Rock rühren Pontiak einen magischen Trank an, der beim Genuss mit seinen monoton-repetitiven Mustern eine hypnotische Wirkung erzielt. Wirbelnde Gitarrensoli und harter Orgelanschlag werden auch und gerade durch ständiges Überschreiten radiokompatibler Liedlängen zu treibenden Kräften in dieser musikalischen Flut.

Ich höre mal Skeleton$, mal maudlin of the Well, mitunter etwas Colour Haze und eine Menge Pink Floyd, belegt mit einem Nebelschleier, immer wieder zerschnitten von einer wütenden Gitarre, stimmungsmäßig auf die Spitze getrieben vom hallenden, irgendwie entrückten Gesang.

Pontiak – Tomorrow Is Forgetting

Das letzte Stück auf „Dialectic of Ignorance“ trägt den Titel „We’ve Fucked This Up“. Fast möchte man ihnen zurufen: Nein, habt ihr nicht!
Gern noch etwas mehr davon.

MontagsmusikNetzfundstücke
Jimi Hendrix – Hey Joe // Freiheit ist auch das Recht, Unrecht zu haben.

Es ist Montag?!Es ist Montag. Der Sommer scheint vorüber, zumindest herbstet es sehr. Die Betrübnis, die sich einstellt, auf das Wetter zu schieben wäre nicht angemessen, denn ein Blick auf den Kalender offenbart mehr. Menschlichkeit ist eine Schwäche der Evolution und sehr ärgerlich. Käuzchenwort des Tages: Ungemach.

Gegen eine etwas andere Art von Ungemach will die staatlich finanzierte Aktion „DoppelEinhorn“ (natürlich unter Missachtung geltender Schreibweisen) etwas tun, die, bebildert mit einer nicht mal ironisch interessanten und respektlos duzenden Comicfigur, zum Beispiel suggeriert, es gebe kein „Grundrecht auf Scheißelabern“, als sei nur von der Meinungsfreiheit gedeckt, was erstens wahr ist und zweitens von niemandem kritisiert wird, denn so ein Grundrecht wäre keines. Nun ist es im besten Sinne fraglich, ab welchem Beklopptheitsgrad Meinungsfreiheit aus staatlicher Sicht zum „Scheißelabern“ wird und ob es letztendlich überhaupt zielführend ist, das Reden von Stuss unter Strafe stellen zu wollen, so lange nicht klar ist, wo die Grenze zwischen erlaubter Meinung und illegalem Stuss liegt: Bei positiven Rezensionen von Musik von Phil Collins oder erst bei der Leugnung des Holocausts – und warum?

Gute Nachrichten derweil: Wissenschaftsleugnung ist jetzt ein Freiburger Studienfach. Sobald ausgependelt werden konnte, welche Sternenkonstellation daran schuld ist, wird es sicherlich eine entsprechende Onlinedemonstration geben.

Bis dahin: Musik.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Valerinne – Solastalgia // Bitte nicht mehr muslimisch aussehen!

Es einfach mal wie diese Eule machen und sich schlafen setzen.Es ist Montag. Weil in einer alten Erzählung davon zu hören ist, dass zu Pfingsten vor langer Zeit einige Menschen plötzlich in fremden Sprachen zu reden anfingen, wird heute trotzdem nur wenig gearbeitet. Das ist nur folgerichtig und sicherlich auch sinnvoll, denn sonst würde der Gesetzgeber, dem Arbeit bekanntlich nicht völlig unwichtig ist, ja sicherlich anders entscheiden, nicht wahr? – Wenn doch nur alles so leicht wäre!

Apropos Gesetze: Die Welt ist beruhigt, in London wurden die Bösen, wie es sich für einen Rechtsstaat gehört, zeitnah gemeuchelt beziehungsweise „ausgeschaltet“, wie es bei Lichtschaltern und in der einschlägigen Berichterstattung mit ihren Livetickern und Newsblogs (was nebenbei die Frage aufwirft, was, wenn kein „Newsblog“, die beteiligten Journalisten denn sonst so zu schreiben meinen) heißt. Über die Täter war schnell alles Notwendige bekannt, denn gemäß den Nachrichten (u.a. gestrige „Sat.1-Nachrichten“) handelte es sich um „muslimisch aussehende“ Männer, denn, wie gerade wir als Deutsche ja wissen, ist es zwar völlig unangebracht, die Religion eines Menschen an seinem Aussehen zu erkennen, aber bei den Moslems macht man da in der Terrorhysterie schon mal eine Ausnahme, denn die sehen ja alle gleich aus. Jemand sollte mal etwas gegen diese Bärtigen unternehmen.

Aus der Welt der großen Überraschungen: Wer seine Passwörter auf den Computern anderer Menschen („Cloud“) ablegt, dem gehen sie auch mal verloren. Der unbedachte Umgang der Menschen mit ihren Daten war irgendwann einmal ein treibendes Thema für eine aufstrebende deutsche Partei, diese jedoch sonnte sich am Wochenende lieber auf einer Sexualitätsparade. Ich wünschte, es würden sich auch nur annähernd so viele politisch aktive Menschen für ihre digitale Freiheit wie für Sexpolitik interessieren, aber ich bin natürlich auch ein bisschen merkwürdig.

Ebenfalls merkwürdig, klingt aber wenigstens gut: Musik.

Valerinne Solastalgia Live 2017 in Fabrica

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusik
Fußball und Kommerz

Am vergangenen Wochenende erhielt „Deutschlands größter Musikstar“, wie es heißt, nämlich Helene Fischer, eine vielstimmige Rückmeldung hinsichtlich seines Auftritts mitten in einem Fußballspiel; von einer plötzlichen Kommerzialisierung des geliebten Brüllballs ist die Rede, als wäre angesichts der Millionengehälter von Fußballfunktionären und -spielern der Auftritt einer sowieso schon längst quälend oft gehörten „Trällertrulla“ (Twitter über Helene Fischer) ein Symptom für ein unerwartetes Umdenken, die diejenigen, die für jedes Spiel, dem sie direkt beiwohnen, sozusagen ihren Wochenlohn opfern, auf dass der Verein sich weitere Repräsentanten, die für diverse Millionen Euro anderthalb Stunden lang ein wenig herumlaufen, leisten kann, nicht mittragen wollen, denn Fußball ist bekanntlich weit davon entfernt, mehr mit Geld als mit sportlicher Leistung etwas zu tun haben zu wollen.

Sollen sie halt Fußball essen.

In den NachrichtenMontagsmusik
sleepmakeswaves – Emergent // Danke, Donald!

Es wird warm. Auch das noch!Es ist Montag. Ab schweifen Gedanken wie Pandabären, vom Brückentag hatte man als anständiger Mensch ja auch nicht viel außer den sicheren Hohn derer, die ihn nutzten. Jede Ausrede ist willkommen, um dem Wirtschaftsgedanken eine Pause zu verordnen, jedoch keine genug, um sich noch zu schätzen zu wissen. Über den Wolken, nur eben: allein.

Keineswegs zu schätzen wissen auch die Leute unverändert den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, obwohl wir ihm vieles zu verdanken haben. Vertreter der rechtspopulistischen SPD etwa erwägen seinetwegen eine Reduktion des „Austauschs“ (ebd.) mit dessen (D. Trumps) Geheimdiensten, womit berechtigt als gesichert angenommen werden kann, dass die Präsidentschaft Donald Trumps die allumfassende globale Überwachung zu unseren Gunsten verändert. Sehen die Leute aber nicht und verstehen sie nicht.

Das könnte natürlich an der Berichterstattung liegen, deren Neutralität (vergleiche hierzu einschlägige Nachrichtenformate), bezogen auf das Staatsoberhaupt fremder Länder, mitunter zu wünschen übrig lässt. Tendenzjournalismus ist eben kein Journalismus, auch wenn die Ansprüche sinken: Das ist wie aus anderer Leute Mülleimer zu fressen. Es ist schwer, noch etwas zu glauben, was man liest. Die mediale Totalversorgung ist getrieben vom Mitteilungsdrang der Lautesten, mich selbst einfach provisorisch einmal eingeschlossen. Wenigstens wollen sie selbst dafür angemessen beschimpft werden.

Über jeden Zweifel erhaben bleibt jedoch: Musik.

sleepmakeswaves – Emergent – Audiotree Live (2 of 4)

Guten Morgen.

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Kurzkritik: Free Salamander Exhibit – Undestroyed

Etwas – wenn auch nicht viel – ernster als letztes Mal geht es bei Free Salamander Exhibit zu.

Die Musikgruppe Sleepytime Gorilla Museum, 1999 aus Idiot Flesh hervorgegangen und bis 2011 aktiv, war eine höchst seltsame Combo, deren Stil sich vielleicht am ehesten als Experimentalmetal mit Dada-Einfluss beschreiben lässt, womit sie zeitweise (cf. u.a. Sebkha-Chott und uneXpect) nicht allein waren. Unter den zahlreichen Abkömmlingen von Sleepytime Gorilla Museum fällt die Band Free Salamander Exhibit nicht nur durch einen recht ähnlichen Namen (der Weg zur Salamanderausstellung vom Gorillamuseum ist kein weiter), sondern insbesondere auch durch eine hohe Übereinstimmung der personellen Besetzung – leider gegenwärtig ohne Carla Kihlstedt – auf, so dass ich es einfach mal wage, Free Salamander Exhibit als jüngste Quasi-Reunion von Sleepytime Gorilla Museum zu benennen.

Im Jahr 2016 erschien nun also das Album „Undestroyed“. Wir sind noch nicht zerstört. Passt, denn zerstören tun sie lieber selbst.

Free Salamander Exhibit – Time Master

„Undestroyed“ – wenn auch bei Weitem nicht so durchgeknallt wie frühere Alben aus dem Bandumfeld – wird beherrscht von vielfältigen Rhythmen, stilistisch bewegt man sich zwischen Mathrock und Metal mit dem altbekannten Growling, aber auch Canterbury ist dem Quintett nicht fremd, wie „The Keep“ herausragend beweist:

Free Salamander Exhibit – 02. The Keep

Derzeit befindet sich die Band mit illustren Zeitgenossen wie Cheer-Accident auf einer ausgedehnten Tournee, es geht also hoffentlich noch weiter. „Undestroyed“ ist jedenfalls ein willkommenes Lebenszeichen einer reformierten Band, deren Fortbestand unbedingt wünschenswert ist.

Musikkritik
Ausführliche und ausgewogene Rezension zu Spike Jones‘ 1959er Meisterwerk „In Stereo“

Hä?

Everything Happens To Me – A Spooktacular in Screaming Sound! (1959) Spike Jones

Versteh‘ ich nicht.

I Was A Teenage Brain Surgeon Spike Jones

:-?

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Grusom – The Journey

Wieder nur Eulen im SPIEGEL.Es ist Montag. Zwar zu nass, aber wenigstens auch zu warm. Dem Ziel, endlich anzukommen, wurde abermals nicht näher gekommen, überraschenderweise löst Untätigkeit Probleme eher selten. Die Forschung indes findet immer wieder einen neuen Sinn im Leben. Dieser Tage wurden Forschungsergebnisse publik, die das Laden einer Batterie mit Lebensenergie für wahrscheinlich erachten. Eine wandelnde Ladestation zu sein ist ja auch irgendwie ein Sinn, auch, wenn es bei vielen potenziellen Anwendern eben an der Lebensenergie fehlen wird. Die Zukunft wird wunderbar.

Kurz die Kotze abwischen und weiter im Text. – Der olle „SPIEGEL“, der den Unterschied zwischen einer Debatte und einem Duell nicht mal im Ansatz verstanden hat, titelt diese Woche falsch: „Wie Hacker die Welt attackieren. Wie wir uns schützen können.“ Die Antwort darauf lautet zum Beispiel nicht: indem man Hacker, die längst den letzten Schutzwall zwischen übergriffigen Geheimdiensten und Regierung auf der einen sowie uns auf der anderen Seite bilden, zum Problem erklärt; aber Ahnung von dem, worüber man da gerade zu schreiben versucht, ist beim „SPIEGEL“ selten ein Anlass zur Beförderung.

Völlig furchtbar auch: Die schlimmsten Dinge, die man im Web kaufen kann, als täglich aktualisierter Blog.

Ziemlich gut hingegen: Musik.

GRUSOM – The Journey (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMusikNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 17. Mai 2017

Ich bin mir nicht sicher, ab welcher Schwere der Vergehen einer Regierung gemäß Art. 20 Abs. 4 GG ein Widerstand geleistet werden darf, aber ich bin durchaus gewillt, diese Option gegen die schlimme SPD zumindest in Erwägung zu ziehen: Hassminister Heiko Maas würde gern das offensichtlich verfassungswidrige Netzwerkdurchsetzungsgesetz noch diese Woche beschließen lassen. Der Rechtsstaat, das sind die anderen.


„Linux ist sicher“ des Tages: Über eine der unzähligen Sicherheitslücken in Ubuntu – mein Mitleid mit seinen oft verächtlich auf Windows hinabblickenden Nutzern hält sich in sehr engen Grenzen – war es möglich, den störenden Anmeldezwang, um auf die Dateien eines anderen Benutzers zuzugreifen, einfach zu umgehen.

(via Schwerdtfegr)


Eine erschreckende Vermutung, die alles, was wir bisher über Musik zu wissen meinten, in Frage stellt: Werden Texte in der Popmusik immer repetitiver?


Wenn Blinde über Farben reden, werden sie irgendwann Computerjournalist bei der Tagesschau:

IP-Adressen sind aus dem Internet nicht mehr wegzudenken.

Siehe auch:

Ja wahrlich, telefonieren ohne Telefonnummern, das gibt es praktisch nicht mehr. Selbst die Postzustellung ohne Anschrift gehört der Vergangenheit an.

Wir leben in erstaunlichen Zeiten.


Hihi:

Auf dem Fußboden bleibt die ominöse Buchstabenfolge “FCK ARN” zurück. Nach einigem Gerätsel lässt sich das wohl nur als hastiger Beginn der Worte “FICKT ARNE HOFFMANN” interpretieren, was immerhin mal eine feministische Forderung wäre, der ich zustimmen kann, auch wenn ich bisher nicht auf den Gedanken kam, sie auf Trottoirs zu sprühen. War der ganze Pick-up-Kram also doch zu etwas gut …

:lachtot: