Archiv für die Kategorie ‘Projekte’.

Ausreichenden Müßiggang kompensiere ich, indem ich mich unter anderem der Entwicklung von Software widme. Neuigkeiten hierzu gibt es in dieser Kategorie zu lesen.

NerdkramsProjekte
Neues Projekt: Tabbed Plaintext (TTXT) – Hilfe gesucht.

Woran ich, außer natürlich an TinyTodo und eMule beba, gerade so arbeite, wenn es, kurz vor den Klausuren des Wintersemesters, Zeit und Lust zulassen, ist ein neues Dateiformat, das ich ersann, während ich die aktuelle Halbjahresrückschau in Form brachte, und erstmals im Forum von DonationCoder.com einem nicht unerfreuten Publikum präsentierte.

Ich nenne es „Tabbed Plaintext“, getabbten Reintext also, kurz „TTXT“, und die Idee dahinter ist so simpel, dass ich recht erstaunt bin, dass ich sie bisher noch nicht in Aktion gesehen habe:

Der Nachteil einer in Reintext (meist auf .txt endend) verfassten Notizdatei ist, dass man sie nicht in „Kapitel“ aufteilen kann. Will man etwa unterschiedliche Aspekte des gleichen Themas visuell voneinander abgrenzen, so muss man bislang darauf zurückgreifen, separate Dateien zu erstellen, was auf Dauer recht unübersichtlich werden kann, oder etwa mit einer Textverarbeitung mehrseitige Dokumente erstellen, die dann natürlich auch nur mit dieser Textverarbeitung vollständig kompatibel sind und obendrein unnötig Speicherplatz belegen, da man all die tollen Formatierungsmöglichkeiten oft schlicht nicht benötigt.

Der Ansatz von TTXT ist also, dass man in einer einzigen Datei beliebig viele „Kapitel“ platzieren und visuell voneinander abgrenzen kann, ohne die größtmögliche Kompatibilität mit gängigen Texteditoren zu verlieren. Eine Datei in diesem Format lässt sich mit einem beliebigen Texteditor bearbeiten. Jedes „Kapitel“ soll, wenn die Datei in einem noch zu entwickelnden TTXT-Editor geöffnet wird, dann als eigener Tab dargestellt werden.

Eine TTXT-formatierte Datei, „testdatei.ttxt“, sieht etwa so aus:

TTXT VERSION 1

-------------

Dieser Text steht auf Seite 1.
Und er kann auch mehrzeilig sein.

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Seite 2 und somit der letzte Teil des Beispiels
beginnt und endet hier.  :-) 

Die Darstellung erfolgt dann im Optimalfall so:

Eine einigermaßen vollständige Dokumentation des TTXT-Formats (auf Englisch) habe ich auf einer gesonderten Internetseite platziert. So weit die Theorie.

Nun allerdings benötige ich eure Hilfe, denn für die praktische Umsetzung der Idee fehlen mir die Fähigkeiten.
Wer gern etwas beisteuern möchte, ist eingeladen, sich im Forum oder im IRC – oder einfach hier per Kommentarfeld – zu melden. Auch Ideen allgemeiner Art sind willkommen.

Ich danke im Voraus. :-)

In den NachrichtenMusikNerdkramsNetzfundstückeProjekte
Grußlos.

Gemäß einer impliziten Empfehlung der Europäischen Kommission und unverändert beeindruckt von der schlichten Phrase „Wir in Europa“, die Dr. Angela Merkel im vorigen Jahr einem Kampfschrei gleich ertönen ließ, verzichte ich als europäischer Weltbürger auch in diesem Jahr auf die Unsitte digitaler Weihnachts- oder Chanukkagrüße an meine Leserschar. Stattdessen freue ich mich, auch in diesem Jahr erfolgreich von allein aus kalendarischen Zwängen gekauften und essenziell bedeutsamen Geschenken aktiv wie passiv Abstand genommen haben zu können, und verweise fürs spätere Feiern auf die hierzulande weniger bekannten Gedenktage.

Direkt nach Weihnachten nämlich, am 28. Dezember, begeht die römisch-katholische Kirche, das ist die hier, den Tag der unschuldigen Kinder. Diese Konstellation ist eigentlich überaus erheiternd.

(Apropos „unschuldige Kinder“, Kinder in den USA wachsen offenbar mit einem erschütternden Selbstverständnis auf, wie das „Lied“ Respect And Obey belegt. „Respektiert die Obrigkeit! Gehorcht der Obrigkeit!“: So eine Kindheit stelle ich mir nicht sonderlich angenehm vor. Und das „Lied“ ist auch wirklich sehr, sehr schlecht.)


Ansonsten eventuell bemerkenswert ist, dass ich neulich beim Aufräumen meines seit einigen Jahren verwaisten ehemaligen Projektarchivs ein PHP-Skript gefunden habe, das bisher unveröffentlicht blieb; der Font-Lister (herunterzuladen hier) bietet eine Vorschau für alle auf dem (Windows-)Rechner installierten Schriftarten bzw. versucht es. Man übergebe ihm eine Verzeichnisliste des Schriften-Verzeichnisses, er erledigt den Rest. Vielleicht ist das für irgendwen aus irgendwelchen Gründen noch von Interesse, für mich nicht mehr.

In den NachrichtenPolitikProjekteSonstiges
Terror: Keine Überraschung!

Wir werden übrigens allesamt in Bälde eines grausigen Todes sterben, weil verdächtig aussehende Menschen wie dieser hier nur wegen der ausgesetzten Vorratsdatenspeicherung in Deutschland Anschläge begehen werden können, zumindest höchstwahrscheinlich, denn:

Dafür, dass Kashmiri im Moment an Anschlagsplänen für Europa feilt, gibt es zwar keine Bestätigung. (…) Sicherheitsbehörden wären jedoch keineswegs überrascht, sollte sich herausstellen, dass der Pakistaner solche Operationen plant.

Gleich in die Luft sprengen, das ganze Terrorland!
(Also Pakistan jetzt, nicht die USA.)


In eigener Sache (1): Während ich gemeinsam mit Mike® daran arbeitete, das hier verwendete theme ein bisschen besser weniger schlecht zu gestalten, fiel mir auf, dass anstelle der blauen Hintergrundfläche das Einfügen eines Hintergrundbildes womöglich eine sinnvolle Änderung wäre.

Hierfür nehme ich gern Anregungen entgegen. :)


In eigener Sache (2): Heute vor 10 Jahren wurde die erste Version von Gamers.IRC veröffentlicht, mehr dazu kann der geneigte Leser auf gamersirc.net erfahren. Obwohl ich selbst erst seit 2003 Mitglied der Entwicklergemeinschaft bin, so möchte ich dieses Projekt doch jedem Windowsnutzer ans Herz legen. Im IRC selbst empfehle ich den Kanal #La-Familia im QuakeNet, dessen herrlich absurde Diskussionen mich in den vergangenen Jahren nicht selten lachen machten.

Projekte
TinyTodo build 20101112 (für Ungeduldige)

Didi mag es eine „ewige Baustelle“ nennen, und es sieht mitunter, zugegeben, auch so aus, als würde die Entwicklung schlicht nicht mehr weitergehen; aber ich habe es nun doch geschafft, den Anzeigefehler von TinyTodo bei mir zu beheben. Die Schuld trug gdipp, das sich manchmal ein wenig merkwürdig verhält. Flugs eine Ausnahme für die AIR-Bibliotheken eingetragen und es konnte weitergehen.

Und so präsentiere ich heute mit geschwollener Brust und mindestens ebensolchem Kopf, Kopfweh sei’s gedankt, eine neue Testversion von TinyTodo.

Herunterladen könnt ihr, werte Leser, den ganzen Krempel wie üblich per Klick auf den Screenshot. Neu ist vor allem die (angekündigte) Auf- und Zuklappfunktion für Kategorien, wie auf dem Bild zu sehen. Die (gleichfalls angekündigte) Onlineanbindung allerdings wird noch ein wenig länger dauern.

Ich wünsche dennoch viel Spaß.

Nachtrag 1: Voraussichtlich in der kommenden Version werden die Pfeile für auf- und zugeklappte Kategorien miteinander vertauscht, um dem allgemeinen Verständnis, etwa in Dateimanagern und Texteditoren, die gleichfalls Unicodesymbole für diesen Zweck verwenden, ein wenig entgegenzukommen.

Nachtrag 2: In der aktuellen TinyTodo-Version wird wiederum eine vorbefüllte Datenbank mitgeliefert, die die vorhandene Datenbank überschreibt. Ich empfehle, die vorhandene Datenbank (im Programmverzeichnis als TinyTodo.db gespeichert) zu sichern und nach erfolgter Aktualisierung zurückzukopieren. Gleichfalls werde ich dies jedoch für die kommende Version ändern. Damit steht einer praktischen Nutzung auch über Aktualisierungen hinweg künftig nichts mehr im Weg.

In den NachrichtenProjekte
Es lebe das Maultier!

(Aus aktuellem Anlass folgt ein etwas längerer, aufgrund meiner Arbeit an eMule beba durchaus auch parteiischer Text über BitTorrent, Gnutella und eMule. Wer „mit der Scheiße“ „eh“ „aufgehört“ hat, der ist herzlich dazu eingeladen, ihn nicht weitergehend zur Kenntnis zu nehmen.)

Während der vergangenen Stunden wurde die Meldung verbreitet, mit LimeWire sei eine der dienstältesten P2P-Plattformen nun auch der RIAA zum Opfer gefallen.

„Lime-was?“

LimeWire – die jüngeren Internetnutzer aus der Generation nach Napster und Audiogalaxy kennen das vermutlich gar nicht mehr – war, ähnlich wie zur gleichen Zeit auch KaZaA, eine für das Tauschen von Musikdateien optimierte Tauschbörse, die im Gnutella-Netzwerk heimisch war, wo unter anderem auch die noch immer aktiven Programme Shareaza und FrostWire (ein werbefreier, codeoffener Nachbau von LimeWire) zu finden sind.

LimeWire sieht ungefähr so aus:

Das Ende von LimeWire bedeutet keinesfalls den Tod des Gnutella-Netzwerks, zumal unter anderem mit FrostWire und Shareaza einige vorzügliche Alternativen zur Verfügung stehen. Ist dies nun also tatsächlich ein weiterer Schritt zum Ende jeglichen Filesharings? Ich meine: Nein.

Abgesehen von Napster, Audiogalaxy und FastTrack (KaZaA, KaZaA Lite, später K-Lite) ist innerhalb des letzten Jahrzehnts kein nennenswertes Tauschnetzwerk quasi ausgestorben; und diese drei stellten sozusagen die Pioniere dar. Bis heute aktiv ist neben den recht alten Netzen Gnutella (als „Gnutella 2“ in unter anderem Shareaza nochmals verbessert) und Soulseek (verbreitet gerade für unbekanntere Musikstücke) auch und gerade die Kombination aus eD2K (ehemals eDonkey2000) und Overnet (als Kademlia) in dem noch immer aktiv weiterentwickelten Tauschprogramm eMule, letzteres auch als Teil von BitTorrent („DHT“).

Nun, BitTorrent ist ein eigentlich ziemlich wurstig konzipiertes Protokoll und sicher nicht als „Ersatz“ für eMule, Gnutella et al. geeignet.

Filesharing ist kein Filetrading!

BitTorrent ist kein Filesharing-Protokoll. Das Konzept des Filesharings, das die anderen genannten Netzwerke überhaupt bis heute am Leben hält, besagt, dass auf dem Verteilen von Dateien („sharing files“, wie der Franzose sagt) das Hauptaugenmerk des Benutzers liegt. Letztlich ist ein eventuelles Herunterladen, womöglich gar im Verhältnis 1:1 oder höher, nur eine nette Nebenerscheinung, wichtig ist es, dass man sich als Teil eines großen Netzes begreift, dessen primäres Ziel es ist, möglichst viele Dateien möglichst lange am Leben zu erhalten. Mit eMule funktioniert das bis heute wunderbar, die durchschnittliche Dateilebensdauer übertrifft die in anderen Tauschbörsen bei weitem.

Ganz anders dagegen BitTorrent. BitTorrent-Tracker werben mit der hohen Geschwindigkeit, die man auf ihnen erreichen kann. Und hier sind ein Denkfehler und ein großer Nachteil von BitTorrent versteckt, denn auch BitTorrent kann nur so schnell herunterladen wie die Netzteilnehmer hinaufladen. Wenn ich eine Datei herunterladen möchte, die nur von drei Leuten mit einfacher DSL-Geschwindigkeit angeboten wird, dann kann ich sie weder via eMule noch via BitTorrent-Client mit „voller Geschwindigkeit“ herunterladen. Schlimmer noch: Der vermeintliche Geschwindigkeitsvorteil gegenüber anderen Tauschbörsen, der in der Praxis in der Regel keiner ist, wird erkauft mit geringerer Dateilebensdauer und weniger Netzteilnehmern.

Geschwindigkeit ist nicht alles.

Verbreitet sind derzeit so genannte „Anti-Leech-Tracker“ (kurz „ALT“), die ein gewisses Upload-Download-Verhältnis auf Seiten ihrer Nutzer zu forcieren versuchen und mit vermeintlicher Sicherheit werben, weil man für die Teilnahme an ihnen „angemeldet“ sein muss; dazu weiter unten mehr. Diese aufgrund der benötigten (meist nicht offenen) Anmeldung eher nutzerarmen „Tracker“, zentrale Anlaufstellen zum Auffinden von Dateien (dazu ebenfalls weiter unten mehr), haben natürlich auch weniger Dateien im Angebot. Weniger Benutzer, die gleichzeitig weniger Dateien herunterladen möchten, verursachen natürlich auch weniger Leitungsauslastung bei den Gegenübern, das bedeutet, sie können diese wenigen Dateien auch schneller herunterladen. Ob das wirklich uneingeschränkt als Vorteil gewertet werden kann?

Mehr noch: Auf der Jagd nach immer den neuesten Dateien haben „alte“ Dateien im BitTorrent-System oft das Nachsehen. Übertrieben dargestellt: Ein Kinofilm, der bereits nicht mehr in den „Top 10“ ist, wird aus dem Netz entfernt, „will eh keiner mehr haben“, und die frei gewordene Bandbreite steht den neuesten Veröffentlichungen zur Verfügung. Der interessierte Nutzer steht dann vor 0 Quellen („Seedern“) und darf auf dem jeweiligen Tracker betteln („requesten“) gehen, damit die Datei – für eine kurze Zeit – wieder zur Verfügung steht.

Das mit der Geschwindigkeit ist ohnehin so eine Sache. Oft geworben wird auch mit „Seedboxen“ oder „Webseeds“, also parallelem Herunterladen von schnell angebundenen Web- und speziellen BitTorrent-Servern, die in irgendeinem Rechenzentrum stehen. Nun ist diese Technik nicht neu und schon gar kein herausragendes Kriterium von BitTorrent, denn zum Beispiel eMule beherrscht das Herunterladen von Webservern und einzugebenden IP-Adressen, etwa einem in einem Rechenzentrum herumstehenden Server mit aMule, schon lange; diese Quellen können in beliebiger Zahl Teil des ed2k-Links sein oder während der Laufzeit manuell hinzugefügt werden.

Sicher ist sicher.

Ich erwähnte im vorigen Abschnitt kurz die vermeintliche Sicherheit von „ALT“. Man sei ja unter sich, heißt es aus BitTorrent-Nutzerkreisen. „Unter sich“?
Bei der Anmeldung auf einem solchen „ALT“ wird selten die Identität des sich Anmeldenden überprüft. Dass bislang offenbar kein Rechtsanwalt von unangenehmen Konzernen wie etwa Sony von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht hat, bedeutet nicht, dass dies auch zukünftig nicht passieren wird. Natürlich: BitTorrent war nie dafür gemacht, Schwarzkopien zu verteilen; eMule allerdings ebenso wenig.

Zumal BitTorrent zwar verteilt, aber doch zentralisiert arbeitet, denn die Tracker, die die initialen Quellenlisten oder auch nur die Magnet-Links bereithalten, sind abschaltbar. Schaltet man einen solchen Tracker also ab und hat nicht das Glück, dass auf ihm rückverfolgbare Spuren von Nutzern zu finden sind (so ein „ALT“ speichert auch die Uploadrate eines Teilnehmers, wie praktisch für potenzielle Abmahner!), so hat man doch zumindest viele Dateien vorerst entfernt, und viele Nutzer gucken erst einmal in die Röhre und müssen sich nach einer anderen Quelle umsehen. Ähnlich verhielt es sich früher mit eMule und den eDonkey2000-Servern; seit eMule jedoch mit Kademlia ein vollständig dezentrales Netz unterstützt, das ohne jegliche Unterstützung eines zentralen Servers mit anderen Benutzern kommunizieren kann, ist dieses Problem hier ebenfalls nicht von Bedeutung.

Wer jedenfalls die „Sicherheit“ eines Systems, das im Wesentlichen darauf basiert, dass man sich gegenseitig über die weltweit eindeutige Anschlusskennung, eben die IP-Adresse, identifiziert, in Relation zu einem anderen System setzt, das ebenfalls so arbeitet, der ist zumindest als naiv anzusehen. Übrigens funktioniert das Herunterladen von Webservern auch nicht anders: Sofern sie nicht, wie ich, ihre Besucher anonymisieren, haben die Betreiber von Downloadportalen wie etwa RapidShare jederzeit Zugriff auf die eindeutige Kennung, die benutzt wurde, um eine Datei mit nachvollziehbarem Namen zu einem nachvollziehbaren Zeitpunkt herunterzuladen, was meines Wissens bisher indes noch nicht vorkam (ausgenommen hiervon die Fälle, in denen Personen, die Dateien dort veröffentlicht haben, rechtlich belangt wurden, was immerhin zeigt, dass dies nicht ausgeschlossen ist). (Schwachsinn ist es vor diesem Hintergrund auch, sich unter Angabe seiner Realdaten, unter anderem der Bankverbindung, einen so genannten „Premiumaccount“ bei einem dieser Anbieter zu besorgen, um sich so einfacher die heiße Ware beschaffen zu können. Solche Leute würden wohl auch bewaffnet in eine Bank spazieren und unter Vorlage ihres Personalausweises die Herausgabe der Kasse verlangen; aber ich schweife ab.)

Möchte man an der schönen Tauschwelt teilhaben, ohne seine Identität preiszugeben, bleibt letztlich nur die Identitätsverschleierung mittels VPN (Virtual Private Network, mehr dazu in der Wikipedia). Derart anonymisiert steht einem die Welt für jegliche Schandtaten offen. Warum nicht auch für eMule? (Eine umfassende bebilderte Anleitung, wie man eMule auf absehbare Zeit selbst mit nur wenig Ahnung von der Materie abmahnsicher betreiben kann, habe ich vor nicht langer Zeit im gulli:board verfasst.)

Wer suchet, der findet.

Was übrigens haben Gnutella-Clients und eMule, was BitTorrent bis heute fehlt und wohl auch weiterhin fehlen wird?
Oben im Bild ist es zu sehen: Sie bieten die Möglichkeit an, nach Dateien direkt aus der Programmoberfläche heraus zu suchen.

Die unzulänglich dezentralisierte Struktur von BitTorrent bringt es mit sich, dass es keine zentrale Anlaufstelle gibt, die nach Dateien und Quellen befragt werden kann. Sind es bei Gnutella und eD2K die Server, so ist es bei Kademlia die verteilte Suchanfrage via Weiterleitung über die einzelnen Netzteilnehmer. BitTorrent erlaubt dies mittels DHT ebenfalls, bleibt allerdings auf den jeweiligen Tracker beschränkt. Will man via BitTorrent eine Datei herunterladen, so ist zunächst eine Suche in den einschlägigen Foren und auf verschiedenen Trackern nötig; und wird man fündig, so ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass man auf den Hinweis „0 Seeder“ stößt. Dies ist, wie ich meine, das größte Manko von BitTorrent; denn Dateien, die ich nicht finde, kann ich nicht herunterladen, völlig unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit ich sie herunterladen könnte, fände ich sie denn. Die Wichtigkeit des Konzepts Filesharing wird hier wieder deutlich.

Ein wenig polemisierend schrieb ich als Kommentar zu der eingangs erwähnten Nachricht, eMule habe nunmehr ein weiteres Tauschbörsenprogramm überlebt. Ich bin mir sicher, es wird nicht das letzte bleiben.

Und das mit gutem Grund.

(Oder hat schon einmal jemand von euch, liebe Leser, ein Plüschbittorrent gesehen?)

FotografieNerdkramsPersönlichesProjekte
Wellness-Tipps, Teil II: Kaltes, klares Wasser.

Ich wünschte, ich könnte etwas Befriedigendes über die aktuelle Entwicklung von TinyTodo berichten. Es verhält sich jedoch gerade folgendermaßen:

Als ich gerade dabei war, einen halbwegs akzeptablen Code für das Ein- und Ausklappen von Kategorien zusammenzustricken, fiel mir auf: Mein AIR ist offenbar defekt.

(Im Bild „gut“ zu sehen: Das Ausklappsymbol links neben dem Kategoriennamen.)

Hat einer von euch, um mich mal eines für mich eher unüblichen Kosewortes zu bedienen, Schnuffis einen Tipp parat, wie ich diese Unschönheit möglichst schmerzlos reparieren kann?

Bis dahin habe ich nach Jahren endlich Teil 2 der bislang wegen nachhaltiger Infantilie meines damaligen Selbst zu Recht unbeachteten Reihe „Wellness-Tipps“ parat, nicht nur geistig, sondern auch an Erfahrungen gereift, und präsentiere dies:

Gerade in einer hektischen, sich quasi pausenlos ändernden Welt wie der unsrigen ist es mitunter nicht unwichtig, auch einmal zur Ruhe zu kommen. Vor vielen Jahren hat mich mein Großvater auf die Methode hingewiesen, von der ich in solchen Momenten auch heute noch Gebrauch mache:

An einem beliebigen, gemächlich daherplätschernden Fluss, wie er in beinahe allen größeren und kleineren Siedlungen zu finden ist, bleibt man stehen, schließt die Augen, atmet langsam ein und aus, öffnet die Augen wieder und verfolgt das Spiel des Windes im Wasser. Das sanfte Geräusch des Wassers legt sich wie ein warmes Fell um die harten, kalten Gedanken. Man lässt sich treiben und vergisst Ort und Zeit…

…, bis ein eilender Mitmensch geräuschvoll die Realität zurückbringt.
Für einen Moment hört man den eigenen Puls, zählt langsam bis 10 und geht seiner Wege, den unliebsamen Störenfried stumm verfluchend.

Die Hektik dieser Tage ist, ich erwähnte es bereits, zum Verrücktwerden.

KaufbefehleMusikkritikProjekte
Project:KOMAKINO – The Struggle for Utopia

Wer mich kennt, der weiß, dass Kaffee und Musik zwei essenzielle Bestandteile meines morgendlichen Erwachensritus‘ sind. Während mir also gestern die neuesten Werke von The Boiler und Harmful die Ohren quasi wegbliesen (mehr dazu traditionsgemäß am Jahresende), begann mein Tag heute mit einem eigentlich völlig anderen Album.

Das Album nennt sich „The Struggle for Utopia“, zu Deutsch also „Der Kampf um Utopia„, und wurde nach meinen Informationen bereits Ende 2009 von der britischen Musikgruppe Project: KOMAKINO veröffentlicht. (Jetzt wollte ich noch irgendwo einen geschickt platzierten Verweis auf die Schallgrenzen reinschmuggeln, dann ist mir aufgefallen, dass ich offenbar den Hinweis auf diese Band sogar ursprünglich dort fand. Prima, dann muss ich weniger schummeln.)

„The Struggle for Utopia“ ist ein vielschichtiges Album. Man könnte auf den Zug derer aufspringen, die es in Schubladen zu stecken versuchen, aber das wäre allzu banal. Nicht nämlich vertritt es eine Stilrichtung, sondern erschafft eine eigene Melange aus mehreren Genres, die nach etwas klingt, was man zwar schon mal gehört hat, aber noch nicht in dieser Intensität.

Es beginnt mit wabernden Synthesizer- und Gitarrenklängen, dazu ein wenig dezenter Rhythmus. Psychedelischer Spacerock, irgendwo zwischen Gong und den frühen Pink Floyd. Gemächlich drehen die Musiker die Spannung auf; blitzt da eine Prise Mogwai hervor? Ja, sie tut’s.

Und kaum hat man sich also in das psychedelische Netz fallen lassen, das das Quintett gespannt hat, entreißt es es dem ahnungslosen Zuhörer, nur um gleich wieder ein neues zu flicken. New-Wave-artige Strophen (The Cure fallen mir da ein) mit gelegentlichen erneuten Spacerock-Ausflügen untermalen den Gesang, der auch den Sisters of Mercy, als sie noch gut waren (dann eben doch!), gehören könnte. Auf „In the temple of love…“ warte ich, obwohl das vorletzte Stück „Temple“ heißt, jedoch vergebens, stattdessen gibt es Resignation und Weltschmerz zu hören. Things are happening, they’re always happening to me.

Musik (auch) für laue Nächte auf der Veranda. (Als hätte ich eine Veranda.)
Komakino? Kopfkino!

(So ungefähr sieht es übrigens aus, wenn man einem unvorbelasteten Leser dieses Album beschreiben will, verehrte Schreiberlinge in den Redaktionen dieses Landes; nicht aber so, wie ihr es laut der von mir bevorzugten Suchmaschine übereinstimmend tut: „Klingt wie Joy Division. Nächstes Album bitte.“ Banausen.)

Übrigens, für die Arbeit an TinyTodo fehlt mir derzeit, studienbedingt, die rechte Inspiration. Aber ich verspreche, es wird weitergehen.

Projekte
TinyTodo build 20100905 (für Ungeduldige)

Auch, wenn es derzeit nicht danach aussieht: Die Arbeit an TinyTodo wird unverändert fortgesetzt.

Die neue Version 20100905, zu finden nach einem Klick auf das Bild unten, hat immer noch keine schönere Bedienoberfläche, aber immerhin schon mal eine Editieren-Funktion für Aufgaben und Kategorien zu bieten; hierfür genügt ein Doppelklick auf eine Kategorie oder eine Aufgabe. (Der Einfachheit halber werden geänderte Aufgaben derzeit noch komplett neu angelegt, weil das nach meinem derzeitigen Kenntnisstand weniger SQLite-Anweisungen benötigt als das direkte Ändern. Eventuell wird das später noch verbessert.)

Da mir seit Tagen die Neuigkeiten rund um ähnliche Projekte wie Remember The Milk im Feedleser auf die Nerven gehen, hatte ich gestern obendrein die Idee, TinyTodo eine Art Weboberfläche zu spendieren, dass man quasi seine Aufgaben via Internet mit jeder anderen TinyTodo-Installation der Welt abgleichen kann, Benutzername und Passwort vorausgesetzt. Hierfür bräuchte ich vor allem Serverkapazität und viel Langeweile, und da beides knapp ist, frage ich mal direkt drauflos:

Bestünde überhaupt ein Interesse an derlei Spielereien, oder soll ich mich darauf konzentrieren, die Kernfunktionen in den Griff zu bekommen?

Ich bedanke mich schon mal für jede Rückmeldung. :)

Nachtrag von 18:17 Uhr:
Aus Testgründen hat die hier verlinkte Version anders als die vorige Version vom 11. August bereits die oben angezeigten Einträge in der Datenbank. Ihr dürft sie natürlich gern löschen und/oder editieren. (Ob eine Mitnahme der bestehenden Daten funktioniert, habe ich bisher nicht getestet, da Kompatibilität mit Vorversionen noch keine Priorität hat. Die Struktur der Datenbank wird voraussichtlich ohnehin in Bälde nochmals geändert.)

Projekte
TinyTodo build 20100811 (für Ungeduldige)

Nachdem ich mehrfach darauf angesprochen wurde:

Ja, TinyTodo wird immer noch weiterentwickelt; allerdings nicht so schnell wie erhofft. Nichtsdestotrotz ist es weit genug fortgeschritten, um euch heute in einer halbwegs öffentlichkeitstauglichen Version präsentiert zu werden.

Und zwar nach einem Klick auf das Bildschirmfoto:

Vorausgesetzt wird eine Installation des AIR-Frameworks ab Version 2; das sollte aber bei den meisten meiner Leser ohnehin der Fall sein. Native Binärpakete folgen eventuell später.

Was schon geht:
Das Hinzufügen und Löschen von Kategorien und Aufgaben, das Markieren als „erledigt“, brandneu auch das Definieren von „Deadlines“, „heutige“ Termine werden zum Beispiel als „fällig“ markiert.

Was noch fehlt:
Eine Editierfunktion für Kategorien und Aufgaben (workaround: Löschen und neu anlegen), grafischer Schnickschnack (TinyTodo sieht im Moment noch ziemlich beschämend aus), Anzeige zukünftiger Termine, Popup-Benachrichtigungen, Animationen, Klänge und ähnliches. Geduldet euch, kommt noch alles.

Dies nur als Zwischenstand. Rückmeldung nehme ich trotzdem gern entgegen.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitikProjekte
Schockierend: Mitglied einer legitimen Partei darf Sportverein trainieren!

(Im Voraus der übliche Hinweis; muss man ja heute immer dranschreiben, wenn man sich dummes Geschwätz von Ewiggestrigen ersparen möchte: Ich bin unverändert Pirat und habe nicht vor, zum Antisemitismus überzutreten.)

Unfassbar dann auch ein Artikel wie dieser:

In Sachsen-Anhalts kleiner Ortschaft Laucha hat die NPD bei der vergangenen Kommunalwahl 13,5 % bekommen. Eines ihrer Mitglieder trainiert seit langem die Jugendmannschaft des lokalen Fußballvereins.

Im April hat nun einer der von ihm trainierten Jugendlichen einen Israeli (apropos und würg auch Israel) tätlich angegriffen, und schon springen Landessportbund und Journalisten entrüstet auf; es dürfe nicht sein, dass ein NPD-Mitglied einen Sportverein repräsentiert, weil die NPD nämlich voll blöd sei, und überhaupt:

LSB-Chef Andreas Silbersack hat jetzt angekündigt, auf der nächsten Sitzung des Gremiums im August eine Satzungsänderung vorzulegen, nach der Vereine, die rechtsextreme Trainer beschäftigen, aus dem Sportbund ausgeschlossen werden können. Auch Fördergelder würden ihnen in einem solchen Fall gestrichen.

Künftige Trainer in Sachsen-Anhalt müssen also womöglich erst nachweisen, in den letzten vier oder fünf Legislaturperioden keine Sympathie mit rechtsgerichteten Parteien gezeigt zu haben, womit wir dann irgendwie doch wieder da wären, wo Sachsen-Anhalt vor zwei Dekaden eigentlich schon nicht mehr sein sollte: Links oder Feind?

Ach, und selbstverständlich nicht nur die Trainer, sondern auch die Trainierten sind eine potenziell hochgefährliche Spezies:

Der Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt hat schon im Februar auf das Beispiel des ASG Vorwärts Dessau verwiesen. Im Verein seien Spieler aktiv, die „klar der rechten Szene zuzuordnen sind, zum Teil auch freien Kameradschaften“, wie Verfassungsschützer Hilmar Steffen damals erklärte.

Und da haben wir doch auch schon den eigentlich interessanten Punkt gefunden.

Die Logik von Presse und Sportbund geht ungefähr so:
Ein Jugendlicher verprügelt einen Ausländer, klar, daran ist der Trainer schuld, raus mit dem Kerl! Weil halt: NPD.

Das deckt sich – was Wunder – dann auch mit den Ansichten des Rechtsextremismus-Experten (wie wird man das eigentlich?) Thomas Hahnel:

Sein Ratschlag: „Am effektivsten wäre es, die Eltern würden ihre Kinder einfach nicht mehr zum Training bei Battke schicken und somit deutlich zeigen, dass sie eine solche Person nicht akzeptieren.“

Es ist bezaubernd, für wie naiv die politisch korrekten Geiferer ihr Publikum halten; aber, Herr Hahnel, haben Sie mal drüber nachgedacht, dass nicht alle Eltern beim Thema Rechtsextremismus den Verstand in den Leerlauf schalten, sondern erst einmal selbst nachdenken, bevor sie undifferenziert in die Gesänge einstimmen? Was haben Sie denen eigentlich als Anlass genannt, den Trainer, der angeblich nicht einmal schlechte Arbeit leistet, entfernen lassen zu wollen? Ebenfalls „weil NPD“?

Einmal ganz abgesehen davon, dass eine Formulierung wie „eine solche Person“ überaus widerwärtig ist und von Ihnen, käme Sie von, sagen wir mal, einem Antisemiten, sicher auch nicht akzeptiert würde.

(Auch hübsch, nebenbei bemerkt, ist die Emotion Markup Language. Möge sie eine weite Verbreitung finden und grottigen Unfug wie Q___Q und T___T für immer aus dem Internet vertreiben! (via))


Die Arbeit an TinyTodo ist heute schon ein wenig vorangeschritten:

Aktuell sind noch 11 Punkte auf der Liste der Dinge, die ich noch zu implementieren gedenke, offen. Einen Zeitrahmen für die Veröffentlichung spare ich mir zu setzen. Lassen wir uns überraschen!

Danke an Didi für die Stiltipps und das Testen.

NerdkramsNetzfundstückeProjekte
Neues Projekt: TinyTodo

Als Freund plattformunabhängiger, prima dokumentierter Anwendungssoftware – etwa Vim – bin ich in letzter Zeit vermehrt auf Programme aufmerksam geworden, die auf dem Adobe-AIR-Framework aufsetzen, vorrangig Twitter-Clients wie etwa DestroyTwitter, jedoch hatte ich nie die Muße, mich damit näher zu befassen.

Nun hatte ich neulich dringenden Bedarf nach einer einigermaßen brauchbaren, schlichten Aufgabenliste als Ergänzung zu dem von mir verwendeten Notizenkatalog KeyNote-NF, um beim Systemstart die wichtigsten anfallenden Aufgaben im Blick zu haben, und wurde dank Nils fündig: MiniTask trifft genau meine Anforderungen und ist ausgerechnet eine AIR-Anwendung.

Allerdings hat es einige Unschönheiten, zum Beispiel geht mir die offenbar nicht abschaltbare Animation beim Auf- und Zuklappen der Kategorien schon ein wenig auf den Wecker. Und damit es nicht immer nur heißt, Informatikstudenten seien unabhängig von eventuellen Ferien eh nur faule Säcke, habe ich beschlossen, mich auch mal an einem solchen Programm zu versuchen. Eigentlich wollte ich hierfür das gute, alte Visual Studio verwenden, aber da die Gestaltungsmöglichkeiten von Oberflächen dort doch vergleichsweise beschränkt sind und da ich meine irssi-Distribution bis auf Weiteres eingestampft und somit wieder Kapazitäten frei habe, nutze ich diese Gelegenheit, selbst einmal eine AIR-Anwendung zu entwickeln. (Kenne deinen Feind!)

Das Ergebnis einer Nacht, die größtenteils damit verbracht wurde, sich mit der Implementierung von AIR auseinanderzusetzen, sieht bisher so aus:

An Ideen mangelt es nicht, das Aussehen ist ebenfalls noch lange nicht fertig durchdacht. Wenn ich alles umgesetzt bekomme, was ich umzusetzen plane, kann MiniTask einpacken. Aber wo wären wir ohne die Vielfalt?

Ich halte euch, wenn gewünscht, über die Entwicklung selbstverständlich auf dem Laufenden. Über Anregungen bin ich schon jetzt dankbar; einfach in den Kommentarbereich senfen.

(War einer von euch in den letzten Wochen mal in einem dieser modernen „Supermärkte“? Die Auswirkungen des verdienten Versagens bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 sind noch immer spürbar. Deutschland ist im Ausverkauf, Nationalstolz für den Grabbeltisch. Bis zur nächsten EM. Es ist zum Kotzen.)

In den NachrichtenMusikProjekte
„Me, you, fuck, fuck“

Dies und „me, you, kiss“ soll Cristiano Ronaldo, recht bekannter Fußballtyp, geäußert haben, um eine Kellnerin herumzubekommen; und er hatte Erfolg mit dieser Methode.

Nun zerpflückt der Boulevard genüsslich sein (C. Ronaldos) miserables Englisch und seine vorgeblich schlechten Manieren, aber dieser Ansatz ist in meinen Augen falsch. Natürlich ist der Wunsch nach gemeinsamem Beischlaf mit einem Menschen, der die eigene Muttersprache vermutlich nicht spricht, diesem gegenüber nur schwerlich auszudrücken, ohne auf Intimvokabular (zum Beispiel eben „fuck“) zurückzugreifen, aber als Gentleman schob er immerhin noch „me, you, kiss“ hinterher. Herrschaften, dieser Mensch, Cristiano Ronaldo, hatte nicht vor, eine ernsthafte Liaison mit dem Objekt der Begierde einzugehen, denn dann wäre das wohl tatsächlich ein eher fragwürdiger Ansatz. Ihm aber ging es um bloßen, animalischen Sex, und den hat er bekommen.

Womit wir wiederum beim eigentlich interessanten Aspekt dieser Meldung wären, nämlich, dass „me, you, fuck, fuck“ eine erfolgreiche Methode ist, neue Bekanntschaften zum Geschlechtsverkehr mit dem Sprecher dieser Worte zu bewegen, jedenfalls, wenn man zufällig Cristiano Ronaldo ist. Nicht das Verhalten des Herrn Ronaldo ist hier bemerkenswert, sondern das der Kellnerin. Auch wenn sich nun vermutlich wieder die Frauenrechtlerinnen, Emanzinnen und sonstige Sektierer zusammenrotten und gemeinsam zum Boykott meiner Texte aufrufen werden: Eine Frau, die Cristiano Ronaldo nach einer Anrede wie der bereits zitierten willig ins Netz geht, ist nicht etwa das Opfer anachronistischen Machotums, sondern eine oberflächliche, dumme Kuh.

Sicher erscheint es reizvoll, aufgrund bloßer Oberflächlichkeiten Erfolg bei einer nun gleichfalls nicht allzu grausig aussehenden Person mit gut und regelmäßig befülltem Bankkonto und annähernd weltweiter Bekanntheit zu haben, wie auch immer man als Handelnder selbst diesen Erfolg definiert. Man muss sich dann als Handelnder (bei einvernehmlichem Geschlechtsakt gibt es keine Passivität, so gern sie sich der Boulevard auch herbeifantasiert) aber auch die Frage gefallen lassen, was dazu bewog, auf die niederen Gelüste des Gegenübers einzugehen.

„You know that we are living in the material world, and I am a material girl“ sang Madonna 1984, und wurden diese Worte damals vielleicht als schamlose Provokation gedeutet, so zeigt sich doch immer wieder, dass in den Augen moderner Frauen der erotischste Körperteil an einem Mann sein Bankkonto ist. Da braucht es weder Stil noch Ausstrahlung, noch Eloquenz. Der Lebensweg ist nicht von Bedeutung; Fußballer, Musiker oder Schauspieler, was darf’s sein? Ein Cristiano Ronaldo, ein Johnny Depp oder ein Lenny Kravitz jedenfalls kämen, dessen bin ich mir sicher, auch mit einem schlichten „Äh, du hast Haare!“ ans Ziel. Beneidenswert eigentlich.

(Und es muss natürlich „You, me, fuck, fuck“ heißen, zefix.)

Die Idee zu diesem Text basiert auf diesem Artikel von Bettina Weber, gefunden im Spreeblick. Für dreist von dort geklaute Witze übernehme ich keine inhaltliche Haftung.

(Nachtrag für Interessierte: Gamers.IRC 5.32 ist fertig.)

ProjekteSonstiges
Medienkritik XXXI: Der Reiz des Verbotenen (Ghetto, yo)

Auf der Suche nach Erfrischung eigentlich eher körperlicher Natur verharrte mein Blick heute auf dem Titelblatt der aktuellen Ausgabe des Klatsch- und Sexheftchens BRAVO. Abgebildet war ein mir zunächst unbekannter Zeitgenosse, der mit „Menowin“ beschriftet worden war. Menowin, das wusste ich aus Erzählungen mir leider nahe stehender Personen, hatte unlängst an ausgerechnet Dieter Bohlens vergeblicher Talentsuche teilgenommen und dabei irgendeinen Platz errungen. Genauer weiß ich es nicht, was letztendlich vermutlich für mich spricht.

Dieser Menowin jedenfalls war offenbar mindestens einmal Insasse einer Justizvollzugsanstalt, und so lautete der begleitende Textaufdruck der BRAVO wie folgt:

Mein geheimes Knast-Tagebuch: Das ging in Menowins Gefängnis wirklich ab

(Hervorhebung wie Wortwahl im Original ebenso.)

Selbst, wenn man das Nonsens-Adjektiv „geheim“ gedanklich streicht (wie sonst nennt die BRAVO dann etwas, was sie eben nicht Millionen von fehlgeleiteten Lesern öffentlich mitteilt; womöglich „supergeheim“?): Was soll das?

Ist es wieder im Trend, sich nach der Seife zu bücken, gar ein Statussymbol? Seht her, Kinder, so ein Knast ist voll doof und so, aber, hey, ich bin voll berühmt deswegen weil ich besser singen kann als manch anderer, was natürlich gar nichts mit meiner Lebensgeschichte, die seitdem wöchentlich die Prekariatspresse ziert, zu tun hat! Ihr wollt doch sicher auch so werden wie ich!

Das Gangstatum wird wieder salonfähig, mit der Ära 50 Cents, in der sich die Anzahl an überlebten Schießereien noch zum Prahlen eignete, war es noch längst nicht vorüber. Ghetto, Alter. Yo. Nur für echte Schießereien sind sie zu feige, man könnte ja versehentlich verlieren, und dann steht man da bzw. eben nicht mehr, also bleibt ihnen ihre Vorgeschichte, die ihnen so unglaublich peinlich zu sein scheint, dass sie, wie erwähnt, nahezu wöchentlich immer wieder darauf zu sprechen kommen. So richtig abschreckend wirkt das ja nun nicht gerade. „Boah, der war im Knast, cool!“

Meine Jugendidole waren nie so. Gute, alte Zeit.

(Erklärung: Auf den Kauf der BRAVO habe ich aus Niveaugründen verzichtet, sollte im inhaltlichen Teil also etwas anderes stehen als von mir angedeutet, so bitte ich um Nachsicht.)

Apropos Niveau: eMule beba 2.61 ist da. Holt es euch, so lange es noch frisch ist!

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HiFi für Fortgeschrittene

Ab und zu kommt es vor, dass mir im ÖPNV Personen den Freiraum nehmen, die sich in keine der drei Hauptkategorien eindeutig einordnen lassen; die sprichwörtlichen Ausnahmen von der Regel sozusagen. Heute machte ich Bekanntheit mit einer auch mir noch unbekannten Spezies.

Der Jungmensch, augenscheinlich weiblich und etwa 17 Jahre alt, war schon zu hören, bevor er eingestiegen war. Möglich machte dies die offene Konstruktion der beiden Ohrhörer, mittels derer er, wie deutlich vernommen werden konnte, elektronische Tanzmusik in ungesunder Lautstärke konsumierte. Nun gehört es ja zu einem unschätzbaren Vorteil dieses Typs Schallausgabe, dass man seine Mitmenschen nicht mit seinen eigenen musikalischen Vorlieben konfrontieren muss, der sich prompt verflüchtigt, entscheidet man sich für die offene Variante; es ist schon erstaunlich, wie hochqualitativ Musik heutzutage aus diesen Geräten erschallen kann, nur leider auf der falschen Seite. Und man kann ja auch nur schwerlich etwas dagegen unternehmen (wollen), Musikgenuss ist jedem freigestellt. Den Jungmenschen darauf anzusprechen ist im einigermaßen voll besetzten Verkehrsmittel und zumal quasi als Gegenreiz zur noch immer in eindrucksvoller Lautstärke flirrenden Tonabfolge auch nur wenig Erfolg versprechend erschienen; so blieb, wie üblich, nur tapferes Augenrollen, stets bedenkend, ob man selbst sich von Dritten vom ungestörten Musikgenuss abbringen lassen würde, also eben nicht. Ich benötige unbedingt wieder brauchbare Kopfhörer. Mift.

(Abgesehen davon gehörte der Jungmensch übrigens der zweiten Kategorie an.)

Apropos sprichwörtlich: Jemand sollte den Besitzern der auch nach Jahren noch immer häufig neu eröffnenden Geschäfte, deren Namen mit „Mc“ oder „Mac“ beginnen, einmal zu verstehen geben, dass schottische Namen sprichwörtlich zwar auf eine gewisse Sparsamkeit hindeuten, dass es allerdings für die potenziellen Kunden eines sparsamen Schotten nur wenig einladend ist, wenn er sich schon vor dem ersten Betreten des Geschäfts als Geizhals zu erkennen gibt. (Da doch „McDonald’s“ auch mehr für sparsame Qualität als für preiswertes Angebot steht, wie längst bekannt sein dürfte; aber was soll’s.)

Eine beachtenswerte Fußnote: eMule beba 2.60 ist fertig.

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Kurz verlinkt XI: Es ist ein Kreuz!

Dieser Tage, in denen sich Kirchenvertreter durch eher unchristliche Werte hervortun, sind Scherze über das Christentum fast omnipräsent. Dabei ist gerade in dieser Gesellschaft ein wenig christliche Lehre dringend nötig!

Diese Firefox-Erweiterung zum Beispiel hilft redlichen Christen, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden, indem sie darauf hinweist, dass das Betrachten von Pornografie gemäß 1 Kor 6,18 einer erneuten Kreuzigung von Jesus gleichkommt:

Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib.

Amen.


In, mehr oder weniger, eigener Sache: eMule 0.50a, das einige prima Verbesserungen mit sich bringt, ist in der Betaphase, was bedeutet, dass sich die nächste Version von eMule beba sich noch ein bisschen hinauszögern wird. Wer mir beim Testen helfen möchte, ist herzlich eingeladen.


Apropos Sünde noch mal: Sind euch auch schon die Plakate aufgefallen, die in Städten die Jugend dazu auffordern, ihr Limit zu kennen (heißt: sich zu besaufen und es so herauszufinden)?

Ist natürlich auch nicht schlecht.