Archiv für die Kategorie ‘und so’.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

In den Nachrichten
Westliche Werte des Tages

Dickere US-Amerikaner asiatischer Abstammung werden von ihren Mitbürgern eher für „echte Amerikaner“ gehalten als dünnere, ergab eine Studie[.]

(derStandard.at)

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Bask – Shake The Soot // Christian Lindners italienische Bewegung

Ob dort draußen wohl ein Panda ist?Es ist Montag. Penis! Was tut man nicht alles zur Stimmungsaufhellung an einem Tag wie diesem (nämlich: Montag)? Das Sommerloch ist da und es langweilt mich. Es geht mit großen Schritten auf diverse Wahlen zu und da redet man nicht mehr so gern über wichtige Themen, obwohl das Reden wahrlich fehlt (auch: synonym). Das Käuzchen verzweifelt leise.

Das ist auch wenig überraschend, die Verdrossenheit hat Gründe; welcher Automobilkonzern auch immer – in Niedersachsen voraussichtlich Volkswagen, wissen die unseriösen Journalisten von „SPIEGEL ONLINE“ – die nächsten paar Wahlen gewinnen wird, seine Partei macht sich sicherheitshalber schon vorher lächerlich. Berliner wissen nicht erst jetzt: SPD, Linke und Grüne sind ein Griff ins Klo.

Andere Parteien, andere Sitten: Nach der CDU, Italien und der EU spricht sich nun auch Christian Lindner dafür aus, dass Deutschland die europäische Flüchtlingspolitik anwendet. Postwendend fanden sich auf Twitter Schreihälse, die diese Forderung mit denen der „Identitären Bewegung“ gleichsetzten, versäumten dabei aber zu erklären, was sie en detail daran störe; klar: wenn die medial auserkorenen Bösewichte etwas gut finden, dann kann das, was sie gut finden, gar nicht gut sein. Niemals nicht.

Was aber unbestreitbar gut ist und bleibt: Musik.

Bask – Shake The Soot

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: OHHMS – The Fool

OHHMS - The FoolOHHMS! Endlich mal wieder eine Band, deren Musik so klingt, wie sie heißt.

Nach immerhin drei Jahren und einigen EPs veröffentlichte die britische Metalband OHHMS mit „The Fool“ (Bandcamp, Amazon.de) 2017 endlich ihr Debütalbum.

Die sechs enthaltenen Stücke sind bis zu 21 Minuten („The Hierophant“) lang, Radiohörer sind hier also nicht unbedingt die Zielgruppe. Zu hören gibt es das, was wohl anderswo „Sludge“ genannt wird, bei mir indes als ordentlich dröhnende psychedelische Doom-Musik („The Hierophant“) und angenehm entschlossener Hardrock („The World“) ankommt.

Ohhms – The Hierophant (Official audio)

Das aggressive, aber rhythmische Klanggewitter auf „The Fool“ wird von Paul Wallers durchaus variabler Stimme begleitet, zwischen lieblichem Säuseln („The Lovers“) und heftigem Niederschlag („The Hanged Man“) sind manche Graustufen auszumachen – immer nur zu dröhnen und zu poltern ließe „The Fool“ auch schnell langweilig werden.

Ohhms – The World (Official audio)

Zu diesem Album jedoch ist Langeweile keine gute Beilage, denn es reizt vielmehr zur Kanalisation von Wut; hört man „The Fool“, so kann man sich dabei hervorragend über die Welt aufregen. Es gibt solche Momente im Leben, und sie verlangen nach solcher Musik. Kein Narr ist, wer sie einmal hören möchte.

Nur zu!

In den NachrichtenSonstiges
Eier sind nur in den gekennzeichneten Eierbereichen gestattet.

Diverse Supermärkte, melden diverse Medien, nehmen Eier vorübergehend aus dem Sortiment, weil diese gegebenenfalls gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten könnten und so was natürlich in einem Supermarkt gar nicht gern gesehen ist.

Außer, man schreibt es dran. Hier mein Vorschlag:

Eier sind nur in den gekennzeichneten Eierbereichen gestattet (Eierkarton orig. CC-BY-SA Frank C. Müller)

Bitteschön!

In den NachrichtenNerdkrams
Der menschliche Android-Trojaner

In den frühen 1990er Jahren machte sich im Usenet – für die Jüngeren: wie Chat, nur ohne Emojis, dafür mit richtiger Grammatik – der zur damaligen Zeit noch als Ausdruck von Kreativität geltende „Signaturvirus“ breit, der darin bestand, dass man zwecks dessen Ausbreitung einen Text, der übersetzt ungefähr „ich bin ein manueller Virus, bitte kopieren Sie mich“ lautete, in seine eigene Signatur übernehmen sollte. Wie die meisten einigermaßen amüsanten Meme aus der damaligen Zeit schaffte auch dieser „Signaturvirus“ per Mutation die Ausbreitung ins Web und tauchte in den folgenden Jahren – oft erweitert um „bitte löschen Sie eine oder mehrere Dateien“, denn das Web war von Anfang an reich an Benutzern, die feinsinnigen Humor lieber mit dem Holzhammer eingeprügelt bekommen wollten – als afghanischer, elbonischer, irischer, albanischer, schwedischer, polnischer, mexikanischer oder sonstwoher stammender „Virus“ immer mal wieder auf.

Es ist schön, dass diese Tradition nicht vergessen wird:

Eine (…) Variante das Banking-Trojaners Svpeng hat es auf Android-Geräte abgesehen und soll seit Juli auf der Jagd nach Banking- und Kreditkarten-Daten sein. (…) Eine Infektion ist nicht ohne weiteres möglich: Svpeng lauert als Flash Player getarnt auf Webseiten. Ein Opfer muss demzufolge gezielt eine derartige Seite aufrufen, den Schädling herunterladen und installieren. Anschließend muss es sogar noch den Zugriff auf die Accessibility Services des Android-Systems erlauben. (…) Erst wenn das alles erfüllt ist, kann Svpeng Daten abgreifen.

27 Prozent der erkannten Infektionen, heißt es, seien in Deutschland gefunden worden, was wieder einmal dafür spricht, dass es eine ziemlich bescheuerte Idee ist, hierzulande jedem ohne vorherige Reifeprüfung einen Internetzugang zu verkaufen.

Vielleicht sollten wir einfach abwarten, bis die Evolution dieses Problem gelöst hat.

ComputerIn den NachrichtenSonstiges
Liegengebliebenes vom 2. August 2017

Der weltgrößte Anbieter unerwünschter Reklame testet „ab sofort“ die Blockade unerwünschter Reklame aus anderer Hand als der eigenen. Große Freude ist im Publikum zu hören, denn wer würde nicht seinem Reklameanbieter vertrauen?


Was hat uns allen denn noch dringend gefehlt? Richtig: Ein Atomkrieg, schreibt die „FAZ“.


Das Brandenburger Oberlandesnudelgericht hat beschlossen, dass die dämliche „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ keine Religionsgemeinschaft sei, weil „sie keine gemeinsame Sicht auf die Welt habe, aus der sie Werte ableite“, was im Umkehrschluss bedauerlicherweise jede Partei zu einer potenziellen Religion erklärt. Hoffentlich will die SPD nicht auch noch Kirchensteuern von Geringverdienern haben.


Es gibt tatsächlich Einundzwanzigjährige unter uns, die gegen die Überwachung Unschuldiger nichts einzuwenden haben, weil sie neue Überwachungstechniken so spannend finden. Wo bleibt die verdammte Apokalypse?


Überraschung des Tages: Internetfähiges Gerät mit Mikrofon drin könnte zur Übertragung von Gesprächen ins Internet genutzt werden,wundert man sich beim „Standard“.


💩, aber im Kino.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Peta verklagt Makaken!

Laura Hertreiter („Süddeutsche Zeitung“, möchte nicht verlinkt werden) schreibt über aktuelle Vorgänge zum vor inzwischen drei Jahren berühmt gewordenen selfie eines Makaken:

Der Fotograf hinter dem berühmten Affen-Selfie bereut das Bild inzwischen und ist offenbar pleite, weil ihn die Tierschutzorganisation Peta verklagt.

Das hätte ich ja nicht von Peta gedacht, dass die mal Geld von einem Affen haben wollen.

In den NachrichtenWirtschaft
Abschließend angemerkt zum Abgasskandälchen und seinen Folgen

So bescheuert, als Reaktion darauf, dass sich überraschend herausgestellt hat, dass die eigene Annahme, ein Auto mit Auspuff hinten dran gehe vergleichsweise schonend mit der Umwelt um, völlig hirnrissig war, nicht etwa über sein Verhältnis zu Autos und/oder der Umwelt, sondern darüber, wen man nun wie für diesen Hirnriss verklagen kann, nachzudenken, muss man ja auch erst mal sein.

Mir wird geschlechtSonstiges
Medienkritik CVI: Si tacuisses…

Das Magazin „Hohe Luft“ – Untertitel: „Für alle, die Lust am Denken haben“ – gehört zu den wenigen Magazinen, deren Erscheinungen ich regelmäßig zumindest inhaltlich zur Kenntnis nehme. Das wesentliche Thema des Magazins ist die Philosophie, und während Adorno und Altgriechen in der Redaktion offenbar als gesetzt gelten, hat doch jede einzelne Ausgabe ein anderes Hauptthema. Wie auch in der vor vielen Jahren noch grundsätzlich lesenswerten „c’t“, die irgendwann um 2014 herum zum Linux-Fanmagazin verkommen ist, nehme ich jedoch auch in der „Hohen Luft“ allmählich einen qualitativen Verfall wahr.

Normalerweise geht es an dieser Stelle um Frauenmagazine und ihr merkwürdiges Bild von Männern. So ähnlich ist es auch heute, denn die Redaktion der „Hohen Luft“ hat eine recht hohe Frauenquote. Selten aber war das so offensichtlich wie diesmal.

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KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: The Notwist – Neon Golden

Seltsame Umstände ließen ausgerechnet mich vor einigen Tagen das wundersame Album „Neon Golden“ der ehemaligen oberbayrischen Schrammelpunkband The Notwist kennenlernen. Es war gut.

Wie der geneigte Leser längst weiß, nahmen The Notwist einst Musik auf, die sich mit meinen hier mitunter kundgetanen Vorlieben keineswegs offensichtliche Überschneidungen aufwies, nämlich mit wenigen Ausnahmen (wie prima ich „Winter“ finde, erläutere ich vielleicht später einmal) erschreckend uninteressante Hardcoremusik. Das änderte sich mit jedem Album ein wenig mehr, besagter Hardcore wich allmählich – wohl auch Besetzungswechseln zum Dank – elektronisch orientiertem Artpop mit einem durchaus jazzähnlichen Einschlag. Mir soll es Recht sein.

The Notwist – Pick Up The Phone

Auf ihrem 2002 erschienenen sechsten Studioalbum „Neon Golden“, dem letzten mit Schlagzeuger Martin Messerschmidt, ist von der ungestümen Amateurband aus den Anfangsjahren entsprechend auch nicht mehr viel zu hören, stattdessen bietet das damalige Quartett eine Sondervorstellung in süßlichem Belle-and-Sebastian-Folkpop einer- und effektgestützter elektronischer Tanzmusik („Indietronic“, behauptet die Wikipedia, heiße das heute) andererseits, die mit gewaltiger Melancholie aus dem Kopfhörer und/oder Lautsprecher tropft.

The Notwist – This Room

Und dann hat diese Band auch noch die Chuzpe, dass das keineswegs klebrig oder bloß deprimierend, sondern insgesamt höchst angenehm klingt, wofür ich mich Sänger und Gitarrist Markus Acher ausdrücklich und daher separat zu danken geradezu verpflichtet fühle, denn müsste ich mir einmal eine am besten mit „schön“ zu beschreibende Sängerstimme aussuchen, ich wählte die seine.

Sicher: Nach dem Durchlauf von „Neon Golden“ wünscht man sich den sofortigen Beginn einer Feier, denn es bleibt schon etwas hängen vom transportierten Seufzen, jedoch ist der Weg dahin kein verregneter, sondern einer, den zu beschreiten die Lust auf eine Wiederholung (oder wenigstens den Rückweg) nicht nimmt.

Neongold scheint eine wunderbare Farbe zu sein.

ComputerIn den Nachrichten
Kurz verlinkt: Nicht mal Zukunft kann dieses Paint!

Auf ausgerechnet „ZEIT ONLINE“ lästerte Eike Kühl am vergangenen Dienstag über das untote Bildbearbeitungsprogramm Microsoft Paint:

Erst mit Windows 98 gab es überhaupt standardmäßig die Option, Bilder als JPG oder GIF zu speichern.

Während natürlich all die Konkurrenzprogramme, die schon „Mitte der neunziger Jahre“ (ebd.) so viel besser waren als dieses „für anspruchsvolle Bildbearbeitung (…) nicht zu gebrauchende“ (dto.) Paint, das Dateiformat JFIF, das im November 1996 als Trägerformat für JPEG-Daten spezifiziert wurde, schon mindestens unter Windows 95, ach was!, Windows 3.11 unterstützten und nicht erst unter Windows 98, dessen erste Vorabversion im Dezember 1996 erschien.

Was macht Eike Kühl eigentlich beruflich?

In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 25. Juli 2017: Der Webcomics Rettung und anderes.

Gute Neuigkeiten: Zwar wird Microsoft Paint aus Windows 10 demnächst entfernt, jedoch war der Aufruhr so groß, dass es weiterhin zumindest angeboten werden wird. Die Szene der absichtlich laienhaft gestalteten Webcomics (man verstehe dies keineswegs ausnahmslos als Qualitätskritik) und ihrer Abonnenten ist eine durchsetzungskräftige, wie es scheint. Politische Parteien wären gut beraten, ließen sie in Wahlkampfdingen häufiger einmal langjährige Paintnutzer ihre Vorschläge einbringen.


Als stolzer Linux-Desktop-Nutzer – natürlich mit einer dieser Klickibunti-systemd-Distributionen ausgerüstet – hat man sein Portemonnaie gezückt, um ein Netflix-Abonnement abzuschließen, weil man sonst nichts mit seiner Freizeit anzufangen weiß? Dann wünsche ich viel Glück beim Streamen.


Endlich nie wieder in der eigenen Wohnung verlaufen! Der „Roomba“-Staubsauger verscherbelt künftig Raumpläne seiner „Besitzer“.


Ganz ohne Politik würde hier doch etwas fehlen: Was ist eigentlich ein Populist? Wer sich an das Grundgesetz halten möchte, sei ein Populist, behaupten die Fragesteller einer populären Bertelsmannstudie.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Kurz gefragt (3): Peter Altmaier!

Herr Altmaier,

in Ihrer Funktion als Kanzleramtschef quatschten Sie einem Boulevardblatt (im Folgenden wiedergegeben von „Epoch Times“) hiermit vermutlich eine Seite voll:

Frauen seien auch in Deutschland noch nicht komplett gleichberechtigt, beklagte er: „Im Parlament sitzen deutlich mehr Männer, in den Chefetagen der großen Firmen gibt es fast keine Frauen.“

Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen der Gleichberechtigung zweier Geschlechter und der Berücksichtigung des Geschlechts bei der Beförderung?

Die Kritik, dass die CDU nicht gerade als „Frauenpartei“ bekannt ist, wies Altmaier zurück. Immerhin stelle sie die erste Bundeskanzlerin.

Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen einer „Frauenpartei“ und einer Partei, deren rechtlich höchste Repräsentantin eine Frau ist?

Auch als Sommerurlaubslektüre hat sich Altmaier das Thema Frauenrechte vorgenommen.

Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen Frauen- und Menschenrechten?

U. A. w. g.!

In den NachrichtenMontagsmusik
Vespero – The Course of Abagaz

Wir haben dich erwartet.Es ist Montag, was sehr schade ist, denn es kennzeichnet ein weiteres vertanes Wochenende. Zum Glück sollte aufgestanden werden, denn Arbeit lässt vergessen. Arbeit macht frei und Freiheit ist alles, worauf es ankommt, nicht wahr?

Politische Freiheit hat es dieser Tage noch ein wenig schwerer als die persönliche. Vom Erfolg der Spätpiraten zu lernen heißt siegen zu lernen: Es gibt nun einen feministischen Flügel in der F.D.P., womit ein Ende ihrer viel beleuchteten Rückkehr absehbar ist. Das bewährte Auffangbecken für Karrieristen, die auf naivem Weg einen Fuß in die Tür der Politik bekommen haben, hat keinen Boden. Bis dahin sollte aber geklärt sein, was alle bewegt: Wie knuffig ist eigentlich Christian Lindner?

Gute Nachrichten gibt es derweil aus Budapest: Nachdem ein Achtzehnjähriger, der herausgefunden hatte, dass die zuständige Niederlassung des für sicherheitstechnischen Flächenbrand bekannten Unternehmens T-Systems auf der von ihr betreuten Website eines Verkehrsunternehmens einen geradezu peinlichen Programmierfehler übersehen hatte, als Strafe für das Melden dieses Fehlers vom Verkehrsunternehmen stolz angezeigt worden war, prasseln auf die Facebookseite besagten Unternehmens zahlreiche Negativbewertungen nieder, weil sehr wenige Menschen mit diesem Verständnis von Computersicherheit einverstanden sind. Es ist ja nicht alles schlecht in Budapest. Im deutschsprachigen Raum wird währenddessen ein Projekt herumgereicht, mittels dessen Twitternutzer sich selbst auf einer Landkarte eintragen können. Das ist nett, denn diese Daten machen das Erstellen von Personenprofilen viel einfacher.

Eigentlich wäre das zum Kotzen, aber zum Glück gibt es Musik. Musik macht vieles viel besser.

Vespero – The Course of Abagaz (Live 15.05.2015, STD ,Astrakhan, Russia)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz notiert zum parteilichen Engagement anlässlich der Paraden zum „CSD“ in Berlin

Die diesjährigen Paraden zum „Christopher Street Day“ in Berlin, traditionell Ausdrucksform von sexueller und damit maximal persönlicher Freiheit, wurden flankiert von der wie gewohnt langweiligen Berliner SPD und der örtlichen „Linken“, die sogleich befand, man sollte irgendeine Liebe „gleichstellen“, sowie Vertretern des ethisch abtrünnigen Berliner Landesverbandes der Piratenpartei, der sich davon überzeugt gab, die sexuelle Ausrichtung ihrer „Doppelspitze“ – allein das Wort schon – sei ein Wahlanreiz für irgendwen außer ihm selbst, womit parteiübergreifend der Wunsch nach Politisierung der Liebe festzustellen ist, als handele es sich bei der Tiefe der Zuneigung zu einem oder beliebig vielen Menschen oder Gegenständen um ein Thema, das sich in einem Satz mit Bundeswehreinsätzen, Rentenkassen oder Importbeschränkungen semantisch wohl fühlte, denn was gerade in jedem dieser unsäglichen Wahljahre gern missachtet wird, ist, dass nicht jeder Lebensbereich einer ist, in dem ein starker Staat etwas zu suchen hat, und jede Partei, die sich zwecks bloßer Werbung für den Fluss von mehr bundesgeförderten Wahlkampfmittel (d.h. Kohle) in die eigene Kasse dazu herablässt, die Entscheidung darüber, wer („alle“) mit wem („allen“) eine Beziehung führen darf, zu einer politischen und damit auch eigenen zu erklären, sollte jede einzige Stimme derer, um die sie so lautstark werben, moralisch auf Jahre hinweg verspielt haben und nie wieder auch nur in der finanziellen Lage sein können, sich noch einmal mit lautem Getöse zum Entscheider über sexuelle Freiheit zu erklären.