Archiv für die Kategorie ‘Computer’.

Alles, was eher die computeraffine Klientel interessieren könnte, wird hier abgelegt.

Netzfundstücke
Hengameh Yaghoobifarah abschaffen!

Unter dem Namen „NO HATE SPEECH“ betreibt eine internationale „Bewegung“ in Deutschland eine geradezu schmerzhaft bunte (gibt es eigentlich „visuelle Hassrede“?) Website, auf der „für gegen“ (ebd.) unfreundliche soziale Interaktion im Netz kampagniert wird. Es gibt zudem einen zugehörigen Twitteraccount, der unter anderem mit solchen Weisheiten Bytes verschwendet und so (mittels der Nebenwirkungen des EDV-„Zeitalters“) Bäume tötet:

Wir denken, dass #HateSpeech sich vor allem gegen bereits gesellschaftlich Benachteiligte richtet.

„Wir“, das tapfer anonyme Häuflein, zu dessen „Unterstützern“ laut Website auch die SPD-Noch-Ministerin Katarina Barley gehört, brachten damit zum Ausdruck, dass eine „Hassrede“ nur gegen diejenigen eine „Hassrede“ sein kann, die vom System schlechter behandelt werden als andere Menschen. Der zitierte Tweet war eine Antwort auf die Anfrage eines anderen Twitter-Teilnehmers, ob eine Kolumne auf „taz.de“, der Hasswebsite, auf der 2011 auch Deniz Yücel (zurzeit in etwas Besserem als Deutschland wohnhaft) die bemerkenswerte Vermutung, etwas Besseres als Deutschland finde sich allemal, aufgestellt hat, nicht womöglich die notwendigen Kriterien für „Hassrede“ erfülle.

Die inkriminierte Kolumne unter dem bescheuerten Namen „Habibitus“ – früher hatte ein „habibi“ ja noch etwas mit Freunden und nicht viel mit Menschenhass zu tun – stammt von der in Kiel geborenen und natürlich in Berlin lebenden, somit ziemlich deutschen und laut gängiger Definition gesellschaftlich bevorteilten freien Autorin Hengameh Yaghoobifarah, die ihren geradezu einladend selbstverleugnend als „Deutsche, schafft Euch ab!“ überschriebenen Text mit einem Absatz einleitet, der zum Glück weit davon entfernt ist, irgendeine „Hassrede“ darzustellen, und in dem sie einen konkurrierenden Texteschreiber erst mal so richtig durchbeleidigt:

Dass Sarrazin ein rechter Lauch ist, der gerne viel Scheiße labert, wenn der Tag lang genug ist, wissen wir bereits.

Mit Gemüse scheint es Frau Yaghoobifarah allgemein sehr liberal zu halten, denn in ihrer kottriefenden Schmähschrift nennt sie ihre Landsleute fast durchgehend inkonsequent „Kartoffeln“, ein Gemüse, das ursprünglich aus der Gegend um Peru stammt. Wer damit rechnet, dass sich das Niveau noch einmal verbessern würde, der unterschätzt den rassischen Hass, den das urdeutsche Fallobst mit dem dämlichen Namen („Hengameh“) in sich trägt:

Der deutsche Hass auf Muslim_innen und die Paranoia vor einer (…) Islamisierung der deutschen (wortwörtlich) Dreckskultur hält Kartoffeln davon ab, ein schöneres Leben zu führen.

Nun kann man es sich natürlich leicht machen und „den Deutschen“ vorwerfen, „die Moslems“ mitsamt ihrer „(wortwörtlich) Dreckskultur“ (ebd.) allesamt und ohne jede Nuancierung „zu hassen“, um sich hinterher darüber zu ärgern, dass man für dieses niveaulose Gerotze keinen Zuspruch seitens der Berotzten („random Almans“) bekommt, aber schlau ist man dann natürlich nicht unbedingt. Ich zum Beispiel war bis zum Lesen dieses faschistoiden Mülls nicht einmal auf die Idee gekommen, dass ich die Autorin vielleicht „hassen“ könnte, jetzt hingegen habe ich das dringende Bedürfnis, irgendwann einmal ihr Grab, wo immer es dereinst liegen wird, zu besuchen und ihm mit geradezu entweihendem Gesichtsausdruck beide Mittelfinger zuzuwenden, wofür ihre Religion, sofern sie mit „Muslim_innen“ auch sich selbst meint, nicht einmal irgendetwas kann. Scheiße sein kann man auch und gerade konfessionsübergreifend.

Worauf die geschmacklose Kolumnistin eigentlich hinaus will, lässt sie zwischen diversen Kommafehlern und Eigentoren („[w]eder aus den Fehlern anderer, noch aus ihren eigenen können und wollen sie lernen“, sic!) zumindest schwach durchscheinen: Die Deutschen wollen nicht, dass jede Religion ihre eigenen Feiertage bekommt, sonst wäre der Kalender ziemlich grau.

Lieber einen Tag mehr arbeiten als ein muslimischer Feiertag im Kalender.

Ich als jemand, der auch noch nie außerhalb eines Urlaubs anderswo als in Deutschland gewohnt hat, verstehe das Problem nicht: Ich möchte gar keine religiösen Feiertage in meinem Kalender haben, Religion zeichnet sich nämlich in jedem mir bekannten Fall durch einen Schwund an Ratio aus und neigt historisch eher nicht zu unterstützenswerten Errungenschaften. Wahrscheinlich ist dieser Fall in der Kartoffellogik im Quatschkopf von Frau Yaghoobifarah aber schlicht nicht vorgesehen: Wer aus Deutschland kommt, der muss Weihnachten und den anderen pseudoreligiösen Kalenderstuss für wichtig halten, weil Christentum und so weiter und so fort. Im Umkehrschluss bedeutete das freilich, dass sie selbst als aus Deutschland Kommende das Christentum als die einzig richtige Religion anerkennen sollte, was allerdings keineswegs erfolgt zu sein scheint. Merkwürdig!

Der erbärmliche Schwachsinn streift dabei immerhin noch die rhetorische Frage, was denn eigentlich „deutsch“ sei:

In ihren liebsten griechischen Restaurants oder Döner-Buden modifizieren die Köch_innen ihre originalen Gewürzpaletten auf die deutschen Geschmäcker hin, damit es den Kartoffeln schmeckt. Aber wehe, jemand wagt es, deutsche Gewohnheiten und Traditionen in Frage zu stellen.

Auf die Idee, dass „die Deutschen“, wenn sie „griechisch“ oder „türkisch“ essen möchten, womöglich zu einem bedeutenden Teil gar kein Interesse daran haben, dort ohne gesonderte Kennzeichnung etwas vorgesetzt zu bekommen, was „auf die deutschen Geschmäcker hin“ angepasst wurde, was auch immer ein „deutscher Geschmack“ jetzt genau sein soll, kommt sie natürlich nicht, denn rassistische Vorurteile sind ohne Verstand viel leichter zu halten.

Aus falschen Annahmen kann man sicherlich auch irgendwelche Schlüsse ziehen, die Autorin jedenfalls diesen:

Sarrazin hat auf 464 Seiten Verantwortliche für die Abschaffung Deutschlands gesucht, aber die größte Problemkindergruppe vergessen: die Deutschen selbst. Sie schaffen sich selber ab. Ich hoffe, sie beeilen sich.

Wo bleibt das verdammte Verlagssterben?

Netzfundstücke
„Schade.“

Es bedauert Chan-jo Jun, „Rechtsanwalt“, auf Twitter bei zumindest manchem Zuspruch:

Der CCC ist gemeinsam mit der AfD gegen das #Netzdg. Schade.

Denn ein aufrechter antifaschistischer Demokrat weiß: nur, was der AfD zuwider ist, kann gut sein. Diesem rüpelhaften Computerclub muss Einhalt geboten werden. Anfänge. Wehren. Wissenschon.

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusik
White Moth Black Butterfly – Tempest

Ich bin zu Eul für den Quatsch.Es ist Montag und genau so fühlt man sich auch. Zu alt für den Quatsch ist man jedes Jahr ein bisschen früher (bzw. später) und kann es, dem Hedonismus geschuldet, dann doch nicht lassen. Leben ist, wo Menschen und Pandabären sind, vielleicht ist Leben auch deshalb so unerfreulich. Das alles war schon mal einfacher.

Einfacher hatte es auch der Feminismus schon einmal (Allergikerwarnung: konservative Quelle): „Wir sind eine empfindliche Gesellschaft geworden, in der jeder seine persönlichen Befindlichkeiten als Anlass für die Notwendigkeit großer gesellschaftlicher Debatten nimmt.“ Ich zum Beispiel habe gerade Hunger und die Regierung tut nichts dagegen. Sie ist freilich auch ausreichend beschäftigt, sie muss das Darknet missverstehen: Ist es das neue Internet oder hat der Autor nur einfach das Internet konzeptionell nicht verstanden? Fragen über Fragen.

Das Internet ist ohnehin ein gefährlicher Ort. Über eine überschätzte Lücke im WPA2-Standard wurde so viel geschrieben, aber so wenig verstanden; als wäre WLAN jemals die großartigste Verbindungsart bei der Fernkontoführung gewesen! „Irgendwas an meinem Internet ist kaputt“ ist andererseits genau diejenige Schlagzeile, mit der fachfremde „Journalisten“ dank fachfremden Publikums ihr Gehalt verbessern können. „Russische Hacker“, im Zweifelsfall. Dass eine Sicherheitslücke heutzutage immer Logo und Website haben muss, um ernst genommen zu werden, kommt diesem Spiel natürlich gelegen. Vielleicht wäre es im Allgemeinen gut, würden solche Sicherheitsthemen künftig wieder nur noch in langweiligen technischen Texten behandelt, denn dann würden diejenigen, denen für so was ohnehin Interesse und Ahnung abkömmlich sind und die belogote Webseiten wie jene nur aus Sensationslust überhaupt besuchen, uns in Ruhe arbeiten lassen.

Apropos Arbeit: Arbeit bei Facebook gefunden? Kündigen! Die freie Zeit kann man ja dann anders füllen – zum Beispiel mit Musik.

White Moth Black Butterfly – Tempest (from Atone)

Guten Morgen.

In den NachrichtenNerdkrams
Bitkom: 11 Prozent der Jugendlichen computern irgendwie.

(Vorbemerkung: Ich empfehle vorab die Lektüre meiner Auffassung von Informatikunterricht.)

Der viel zu gesprächige Verein Bitkom, laut eigenen Angaben „der Digitalverband Deutschlands“, ist in der Vergangenheit nicht gerade dadurch aufgefallen, kluge Überlegungen bloßem Werberduktus vorzuziehen (cf. Kuhstall 4.0). Das leistet der Freude bei Kenntnisnahme einer neuen Pressemitteilung des Verbandes einigen Vorschub, denn man weiß schon vor dem Lesen: Ah, endlich wieder Gratisblödsinn.

Das war auch heute wieder richtig. Heute nämlich erschien unter der geradezu apokalyptischen Überschrift „Nur jeder zehnte Jugendliche kann programmieren“ eine Pressemitteilung („Presseinformation“), mit der Pressesprecher Bastian Pauly offensichtlich versucht hat, die Wette zu gewinnen, wer wohl unwidersprochen den größtmöglichen Quatsch auf der Verbandsseite veröffentlichen darf. Der Dateiname der Pressemitteilung – httpswwwhubberlinen.html, offensichtlich ein Bezug zu dieser zwielichtigen Website – ist dabei noch vergleichsweise harmlos, denn nach der Überschrift wird es nicht mehr besser.

Der größte Teil des Texts ist eine Werbung für die „Verdienste“ und Veranstaltungen des Bitkom e.V. selbst, in deren Rahmen der Verein Schülern „das Coden“ beibringen will; spannend ist jedoch dieser Absatz:

Programmierkenntnisse werden in der digitalen Welt immer wichtiger, aber nur wenige können schon im Jugendalter selbst coden: Gerade einmal jeder zehnte Jugendliche (11 Prozent) kann eigene Programme schreiben oder Webseiten erstellen, wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 10- bis 18-Jährigen ergab. „Smartphones und Tablets gehören für viele Kinder und Jugendliche wie selbstverständlich zum Alltag. Aber nur die wenigsten wissen, wie die Geräte eigentlich funktionieren“, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Christian Kulick.

Klar: Ist die Prämisse (nämlich: dass Programmieren – im Bitkomvokabular: „Coden“ – eine immer wichtigere Fähigkeit sei, als gäbe es immer noch nicht viel zu viele Programmierer im Land und als sei die Aufgabe von Computern einzig diejenige, programmiert zu werden) erst einmal falsch, ist ihre Folgerung eigentlich auch völlig egal, insofern wäre ich beinahe willens, das so stehen zu lassen, aber eben auch nur beinahe.

Dass „gerade einmal jeder zehnte Jugendliche“ und „11 Prozent der Jugendlichen“ eine unterschiedliche Bedeutung haben, weil 11 Prozent eben nicht „gerade einmal“, sondern „deutlich mehr als“ einer von zehn sind, sei verziehen. Mathematik lässt man als „Digitalverband“ vermutlich lieber den Computer machen und der rundet manchmal nicht so offensichtlich. Schwerer wiegt die ausbleibende Differenzierung zwischen Programmieren, Codeschreiben („Coden“), Webseitenerstellen und Smartphonesverstehen, denn nichts davon bedingt einander. Programmieren kann man einen Videorekorder ebenso wie einen gewöhnlichen Computer, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben; Code kann man bequem irgendwo rauskopieren oder abschreiben, ohne selbst etwas zu programmieren; eine Website kommt (gesetzt den Fall, dass man HTML wie auch zum Beispiel RTF, PDF oder Office XML, das Format von neueren Word-Dokumenten, nicht als Programmiersprache, sondern als Beschreibungssprache versteht, wessen ich mir bei Deutschlands nicht parteilichen Digitalexperten freilich nicht sicher sein kann) selbstredend ohne Programmieren aus; was schließlich das Verständnis der Funktionsweise von Smartphones und Tablets mit Programmieren zu tun hat, kann mir vermutlich nicht einmal Bitkom-Geschäftsleiter Christian Kulick sinnvoll beantworten.

Klar: Sind alles Computer, alles ein Brei. Nach dem Feierabend erst mal Strom in den Computer coden, die Anmeldedaten einprogrammieren und online ein paar virtuelle Monster ins Nichts hacken. Wird schon irgendwie passen. Du machst doch was mit Computern, kannst du nicht…? Ist ja alles Computer heute.

Hat eigentlich schon mal jemand eine solche repräsentative Umfrage unter der Bitkom-Belegschaft durchgeführt?

Netzfundstücke
Wasser im Kopf

Müsste ich drei Dinge aufzählen, die typisch weiblich sind, ich zählte ein geradezu manisches Faible für eine esoterische Ernährung dazu. Neben der altbekannten Homöopathie, also seelischer Reinigung bei Krankheiten wie Krebs oder abfallenden Gliedmaßen durch Beschwörungstänze und Zuckerzusätze, zählt dazu, wie der geneigte Leser von Frauenzeitschriften längst weiß, auch Ayurveda, die „indische Heilkunst“ (Quelle: Internet), die die drei Typen Vata, Pitta und Kapha kennt, für die es insgesamt drei verschiedene Arten vorsieht, Wasser zu kochen; je nach Typ werden aus zwei Litern Wasser zwischen 1 und 1,75 Liter, indem man es länger oder weniger lange kocht.

Der Sinn dahinter sei es, die „Zirkulationskanäle“ in ihrer „Ausscheidung anzuregen“; klar: wer mehr Wasser trinkt, mit Limettensaft oder nicht, muss häufiger aufs Klo, und wer derweil weniger isst, der nimmt dabei auch noch ab und fühlt sich wohler, weil ihm irgendwer gesagt hat, dass Dicksein nicht so gut ist. Mir ist wirklich unklar, wieso Männer viel häufiger als Frauen irgendwelche Vorstandsposten bekommen.

Eine etwas, haha, eingekochte Beschreibung dieser Wasserbehandlung fand dieser Tage der Twitternutzer @waldenmonk, dessen Fundstück sogleich zu einem Erfolg wurde und sogar in ausländischen Medien zitiert wurde. Nicht jedem aber war es vergönnt, die Entdeckung zu würdigen, denn manchen ist der Bote noch immer wichtiger als die Botschaft:

Der Typ, dessen homöopathiekritischen-Tweet über gekochtes Wasser ihr grade alle fleißig teilt, ist AfDler und Antifeminist.

(Rechtschreibung wie im Original.)

32 Herzchen (früher, als Twitter noch nicht bescheuert war, „Favoritensterne“) hat dieser Tweet zur Stunde bekommen, es sind also, sofern es sich nicht um Mehrfachkonten handelt, mindestens 32 Personen, darunter mehrere, die sich selbst als der „Anarchie“, dem „Queersein“ und/oder dem Veganismus nahe stehend beschreiben, ausreichend dankbar für diese Information, denn ohne sie hätten sie versehentlich beinahe noch über den Ursprungstweet gelacht. Als sollte nur gelesen werden, was in der eigenen „Filterblase“ vor sich geht! – Gleichzeitig werfen Menschen aus ähnlichen oder gar identischen Dunstkreisen US-amerikanischen Politikern vor, selbst in einer „Filterblase“ zu leben, denn überraschenderweise sind sie fähig, diese dort als eher schädlich zu erkennen, wo es sie nicht selbst betrifft. Mit Nazis lacht man nicht und wer ein „Nazi“ ist, bestimmen hier immer noch wir.

Und so ähnlich ist das bei Ayurveda auch.

ComputerIn den Nachrichten
Kurz angemerkt zum Iwan des Tages: Ertappt!

Es wurde viel ertappt in den letzten Wochen, und die Zeit, in der noch unklar ist, wer der Allerertappteste von allen ist (aus Tradition: der Russe) und wer ihm heldenmutig das Handwerk gelegt hat (hier: nicht so leicht, denn USA und Israel sind moralisch gerade keine besonders überragenden Vorbilder, wie sich überraschend herausgestellt hat), würde ich einfach mal unverbindlich empfehlen wollen, einen größeren Vorrat an Lizenzen von Software von Kaspersky zu kaufen, und zwar nicht zwecks Installation, denn „Antivirensoftware“ ist den Ärger, den sie macht, unter keiner halbwegs rational vertretbaren Prämisse wert, sondern einfach, um den Amerikanern einen papiernen Schrecken einzujagen, denn wohl nur weniges hielte ihren Hochmut derzeit so sehr zurück wie ein Erstarken der russischen Binnen-, lies: EDV-Wirtschaft; weil: dem Iwan, dem elenden, ist der Patriot Act mitsamt seiner Legitimierung staatlicher Einbrüche in intimste virtuelle Lebensbereiche aus verdammt guten Gründen dermaßen egal, dass es eigentlich merkwürdig ist, dass überhaupt noch irgendjemand sich anstelle dieses zweitkleinsten Übels – wobei das kleinste nach wie vor „Finger weg von dem Blödsinn“ heißt – „Sicherheitssoftware“ aus anderen Ländern andrehen lässt.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Dreimal kurz verlinkt: Gotteskrieger, Hollywood und Tod durch den Wetterbericht

Der Herr gibt es den Seinen im Schlaf (Psalm 127,2): US-amerikanische Kirche verlost Sturmgewehre.


Schlimmer, freilich, wären Filme aus Hollywood und/oder Videospiele, denn die, verkündete der oberste Waffenprediger desselben Landes, seien schuld an Massenmorden, nicht etwa Waffen und ihre lautstarken Befürworter.


Es ist ja nicht alles schlecht; was wenigstens im Inland noch tödlicher ist als Hollywoodfilme, ist der Wetterbericht.

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusikPolitik
King Gizzard & The Lizard Wizard – Rattlesnake

Was fehltEs ist Montag. Kaum herbstet es zwei Wochen, ist die Schwermut schon am Siedepunkt. Bei welcher Temperatur Schwermut genau siedet, möchte man da lieber auch nicht mehr herausfinden; gefühlt jedenfalls: Eiskalt, gerade auch drinnen. Natürlich kann es schlimmer kommen und das wird es dann eben auch. Ich weiß, was zu tun ist, ich hab ein Buch gelesen („SpongeBob Schwammkopf“). Jeder nur ein Argh.

Nachrichten, Naaachrichten, als wäre die Welt dann eine bessere, aber Abtauchen in etwas, was eben auch nicht besser ist, befreit vielleicht und eventuell den Geist, also mal auf „heise online“ nachgesehen: Firefox kommt jetzt mit einer Überraschung in jedem siebten Ei beziehungsweise hundertsten Download, denn wenn eins noch dringend reinmusste in den „Browser“, dann ja wohl Aktivitätsauswertung durch deutsche Verlage. Mozilla kann gar nicht noch tiefer fallen? Ha – Herausforderung angenommen! Selbstbild als Mozilla. Die meisten Menschen möchten gar nicht verdatet und ausgewertet werden, fand eine Umfrage heraus, aber wenn Umfragen eine Rolle spielten, lebten wir nicht in einem Rechtsstaat, sondern im Einhornwunderland. Wen interessiert schon das Geschwätz des Käuferpöbels?

Andere sind über diesen Punkt längst hinweg: Die hessischen „Grünen“ sind jetzt auch Trojanerpartei. Ist die Partei erst etabliert, regiert’s sich gänzlich ungeniert. Arschlöcher, mit Verlaub.

Hat all das einen Sinn? Vermutlich nicht, Enttrübung jedenfalls fand nicht statt. Was aber, der Technik sei’s gedankt, noch immer über sonstwie herbstige Tage half: Musik.

King Gizzard & The Lizard Wizard – Rattlesnake (Official Video)

Guten Morgen.

Nerdkrams
Bescheuertes aus der Welt der Aluhüte: Keyboard Privacy

Wir müssen, fürchte ich, einmal kritisch über Datenschutz sprechen.

In einer Diskussionsgruppe für den ganz guten Webbrowser Vivaldi stellte heute einer der „Sopranos“, wie die Betatester dort offiziell heißen (Oper, nicht Mafia), folgende Frage:

Hat noch irgendjemand bemerkt, dass die aktuelle Testversion beim Tippen äußerst langsam reagiert?

(Wie auch im Folgenden schlecht übersetzt von mir.)

Angehängt ist ein Video, in dem zu sehen ist, dass das Eingabefeld auf einer Website eingegebenen Text tatsächlich nur mit merklicher Verzögerung anzeigt, was sich in „Sprüngen“ bemerkbar macht.

Nur drei Minuten später zog der „Soprano“ die Frage zurück:

Entschuldigt die Aufregung, ich glaube, ich weiß es. Sehr klug von mir, zu vergessen, dass ich Keyboard Privacy installiert habe.

Keyboard Privacy – gibt es natürlich auch für Firefox – ist eine Erweiterung (Vorsicht: Verweis auf google.com) für Chrome-kompatible Browser, die laut Eigenbeschreibung der Erstellung von Verhaltensprofilen vorbeugt, indem sie die Geschwindigkeit, in der eingegebene Zeichen eine Website erreichen, zufällig verzögert. Dadurch soll anscheinend die zumindest belegte eindeutige Identifizierung von Benutzern anhand ihrer Tippgeschwindigkeit erschwert werden.

Nun ist das technisch gesehen natürlich eine fragwürdige Lösung, denn, während es allzu naiv wäre, immer noch davon auszugehen, dass datenschutzfeindliche Maßnahmen dieser Art nur in unrealistischen Szenarien eine Rolle spielen, ist der Gewinn vermutlich überschaubar, weil das Ergebnis offensichtlich erstens ungewöhnlich anstrengend für den Datenschützer selbst ist und zweitens das größere zweifache Problem beim Datenschutz auf Websites, nämlich die Browseridentifikation einerseits und die Erkennung von bestimmten sprachlichen Marotten andererseits, nicht behebt, was besonders dann komisch ist, wenn man diese Erweiterung benutzt, um zum Beispiel in irgendwelchen zwielichten Webforen nicht erkennbar zu sein. Eine einfachere Lösung für das Problem der Tippgeschwindigkeitserkennung wäre das Abschalten von JavaScript, denn ohne aktiviertes JavaScript können Websites nach gegenwärtigem Stand der Technik nicht unauffällig das Benutzerverhalten ohne Verzögerung protokollieren. Aber ich verstehe schon: JavaScript ist wichtig, weil man ohne JavaScript seine wichtigen Webanwendungen, die man nur nutzt, weil man zu blöde für die Bedienung von richtiger E-Mail-, Tabellen- und sonstiger Software ist, nicht mehr benutzen kann. Sicherheit ist nicht wichtiger als Komfort, nämlich! – Wie man dann auf die bescheuerte Idee kommen kann, stattdessen das Komfort behindernde Keyboard Privacy zu installieren, bleibt unklar.

Wenn man aber unkomfortable Lösungen und aktiviertes JavaScript gleichzeitig haben möchte, dann möchte ich dem solches Annehmenden anlässlich der Identifizierbarkeit anhand sprachlicher Marotten zusätzlich vorschlagen, das, was man gern schreiben möchte, vorher von Drunk Eliza oder einem sonstwie zufälligen Textwürfler verschleiern zu lassen oder das Internet – das sowieso weit über den Umfang eines Webbrowsers hinausgeht – nur noch unter angemessenem Drogeneinfluss zu bedienen; oder sich einfach nicht in jedem zwielichtigen Portal, das nicht schnell genug weglaufen kann, anzumelden und dort aktiv herumzutippen. Wenn ich einer Website so sehr misstraue, dass ich bereit bin, meinen eigenen Komfort zu opfern, nur, um mich dort sorgenarm schreibend hervortun zu können, ist vielleicht der Punkt erreicht, an dem ich meine Beteiligung an der dortigen Gemeinschaft im Allgemeinen einmal in Frage stellen sollte; oder mich halt für einen Vorzeigedatenschützer halten, weil ich vor der Fahrt über eine Straße voller Schlaglöcher einfach ein Messer in meinen Arm ramme, damit es vergleichsweise weniger am Hintern weh tut.

Natürlich gibt es auch im keineswegs esoterischen Feld des Datenschutzes, in dem jede Vorsicht geboten ist, falsche Lösungen. Keyboard Privacy scheint eine davon zu sein.

Nerdkrams
Chromefox 57 (Symbolbild)

Jaja, viel besser als Chrome, ist jetzt nämlich schneller und so. Denn das ist alles, worauf es ankommt: Schnelligkeit.

Chromefox 57

(Siehe auch.)

Spaß mit Spam
Sie suchen nach einem „billigen“ Kredit

Wenn du schon so „nett“ fragst, Spammer:

"Toller" Betreff

Aber „sicher“!

In den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 24. September 2017

Genau mein Humor: Ein hochrangiger Kirchenvertreter findet, man solle die Wirklichkeit nicht verzerren.


Jungs sind besser in Physik, weil sie häufiger einen Penis anfassen. Das klingt, als könnte man das soziale Gefälle hier ziemlich einfach begradigen.


Eilmeldung des Tages: Konkurrenz macht den Penis länger. Allerdings bei Enten.


„Corey Doctorow slowly beings to realize that the internet, like everything else, exists at the convenience of people with money.“


Formel 1 zu leise? Hilfe ist unterwegs!

NetzfundstückeSonstiges
Medienkritik in Kürze: Großmaul fickt gut.

Die „Cosmopolitan“, das fröhliche Magazin, auf dessen Oktoberausgabe schon wieder Jessica Alba zu sehen ist, was über die „Cosmopolitan“ freilich mehr aussagt als über Jessica Alba, enttäuscht den Freund absurder Textkombinationen nur selten.

Auch diesmal nicht:

Denn neben der Befassung mit den typischen Problemen, die man als Frau so hat („Macht Smog Falten?“) wird einerseits für Smartsein geworben [1], denn Smartsein mache besseren Sex, gleichzeitig aber davor gewarnt, dass es Leute gibt, die sich smarterweise für eine Wohnung mit Sex bezahlen lassen möchten [2] (sind wohl auch „Cosmopolitan“-Leser); es werden Anleitungen gegeben, „Großmäulern“ aufgrund deren Seitenhieben „elegant den Mund zu stopfen“ [3], gleichzeitig aber auch solche, selbst großmäulig Seitenhiebe zu verteilen [4]. Ob es einen Zusammenhang zwischen der „Kunst, Seitenhiebe wortlos zu kontern“, und der Frage, ob man als „Traumjob“ nicht vielleicht doch lieber „Influencer“ sein (also sein Geld statt im Team stattdessen damit verdienen, allein im heimischen Keller irgendwelche Dinge in so Netzwerken zu verteilen) sollte, gibt, kann ich leider nur raten.


Spektralnetzwerke und ihre Tücken: Auf „Golem“ wies Tobias Költzsch gestern einen halben Artikel lang merklich ungehalten darauf hin, dass das Mikroblognetz Gab.ai „Figuren vom rechten Rand“ (für „Naziärsche“ war wohl doch noch zu viel Restjournalismus da) ein „Spektrum“ biete, wie auch immer man „ein Spektrum bieten“ kann; als sollte ein Internetdienst grundsätzlich immer und bitteschön genau wie die Figur vom Golem-Rand werten, statt neutral zu sein; es sei, versteht sich, denn, man (hier: Költzsch) versteht unter Netzneutralität nur schnelles Herunterladen von schlechter Musik und nicht etwa, dass die Freiheit des Netzes eine linkspolitische zu sein hat, denn dann ist seine fehlende Haltung sicherlich zwar immer noch beknackt, aber wenigstens begründet.

NerdkramsNetzfundstücke
„Programmierer“ (2)

„Ja, ich habe viele Fehler in meinem Code, aber das liegt nicht an meinem Code oder auch nur an mir, sondern daran, dass, äh, C zu kompliziert ist, weil, andere machen solche Fehler auch in C!“

:wallbash:

MontagsmusikNetzfundstückePolitik
Anakdota – Different Views

A-Nak-dota?Es ist Montag. Mit dem Freitag noch immer in den Knochen und im Hals ist der Wochenbeginn, als würde er gar nicht stattfinden, was in diese verrückte Zeit ansonsten prima passt. Dennoch: Wie üblich kein Fell, außer eben im Kopf. Bitte etwas leiser brennen, wir wollen uns hier konzentrieren.

Keine Sorge, bald ist Krieg, es geht gegen den Terror und dagegen hat ja wohl niemand etwas, der nichts zu verbergen hat. Leider sind „Hacker“ so lange damit beschäftigt, Stuss zu reden und sich in „Qualitätsmedien“ über kurze Passwörter zu beömmeln. Haha, diese Trottel! Eine eigene, fehlerfreie Lösung hat der Chaos Computer Club hierbei natürlich nicht anzubieten. Das wird lustig auf der diesjährigen Studenten-CeBIT in Leipzig.

Die Politik macht aber auch alles falsch, was für die kommende Wahl zwischen Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb aber nicht entscheidend sein wird. Die ehemalige Bürgerrechts-Piratenpartei hat derweil, beflügelt vom „Erfolg“ – Umfragen sprechen von erstaunlichen zwei Prozent und früher wäre der Piratenpartei das wenigstens noch peinlich gewesen – der PARTEI (es geht zwar nicht um den Bundestag, aber um Geld, da sind Ideale eben auch mal zweitrangig), satirisch dazu aufgerufen, die Privatsphäre von Regierungspolitikern zu missachten. Ich fürchte, die Kristallkugel sagt ihnen trotzdem ein schlechtes Ergebnis voraus.

Nachrichten von gestern (Quatsch: von letzter Woche): Der Betreiber von StudiVZ ist insolvent. Vielleicht ist dies ein guter Zeitpunkt, nochmals daran zu erinnern, dass Myspace noch wohlauf ist und sich augenscheinlich noch immer als Musiknetzwerk durchsetzen möchte, was ich sehr begrüße, denn Musik ist wundervoll.

Zum Beispiel diese:

Anakdota – Different Views

Guten Morgen.