Archiv für die Kategorie ‘Nerdkrams’.

Hier geht’s um Software – je nerdiger, desto besser.

MontagsmusikNerdkramsNetzfundstücke
Faust (live) // Total verchromt / Ampeln für Anfänger

Huh?Man soll den Montag nicht vor dem nächsten Montag loben. Nicht alles ist entbehrlich. Manchmal sind Menschen ja auch furchtbar dumm. Sogar in Metropolen:

Die Signalfarbe “Gelb” wird in Deutschland für Fußgängerampeln in aller Regel nicht genutzt. Ausnahme hierbei ist die Stadt Düsseldorf, die über “Rot-Gelb-Grün”-Signale für Fußgänger verfügt. Einige Menschen sind irritiert über diese Gelbphase, weshalb die Stadt Düsseldorf eine achtseitige Broschüre verteilte. Thema war: So gehen Sie in Düsseldorf über die Straße.

Natürlich ist diese Broschüre in ziemlich leichter Sprache verfasst. Wer schon von einer dreifarbig leuchtenden Ampel überfordert ist, dem mutet man lieber auch keine komplizierten Sätze zu. Vielleicht hätte es aber auch ein Bilderbuch getan.

Was es übrigens keinesfalls tut, ist Chromium, der Browser, auf dem Google Chrome, Vivaldi, Opera und sicher noch viele weitere basieren. Dieser Tage stellte sich heraus, dass all diese Browser nicht nur ein Hintertürchen (Vorsicht: Link auf Google Plus) besitzen, das es ermöglicht, Zwangserweiterungen mit vollen Zugriffsrechten zu installieren, sondern auch einen defekten Zufallszahlengenerator hat. „Der Browser ist weiterhin ein verwirrender und gefährlicher Ort“ (ebd.), aber man muss ja mit der Zeit gehen. Sicherheit ist so 2010.

Popmusik zum Glück auch.

Kläng, dingelding.

Faust live at Festival BBmix 2014

Guten Morgen.

Nerdkrams
Mit feed43 gegen Webmüll

(Vorbemerkung: Es folgt nach längerer Zeit ein weiterer langweiliger Text über Computerkram, der eigentlich nur den Zweck erfüllt, die überfällige Musikrückschau zu prokrastinieren. Wie ärgerlich.)

Vor einigen Jahren hoffte ich, dass die Mutmaßung, das RSS-Format sei nicht mehr zeitgemäß, bis auf Weiteres nicht zutreffen würde. Ich beginne zu fürchten, dass ich da vielleicht zu optimistisch war.

Denn: Webmüll verstopft das Netz. Man ruft Websites auf und bekommt eine Menge zu sehen, nur der eigentliche Inhalt wird immer besser versteckt. Hier, eine Werbefläche! Hier, 34 weitere Schlagzeilen zu ganz anderen Themen! Abonnier‘ uns doch! Und guck‘ mal, wie schön unsere sozialen widgets leuchten! – Das Web als Informationsmedium versagt, weil seine Gestalter versagen.

Selbst, wenn man sich von werbeträchtigen Quatschseiten wie taz.de und „SPIEGEL ONLINE“ fernhält, wird es zusehends schwieriger, sich effizient zu informieren, weil RSS als einheitlicher Standard sich trotzdem nicht so recht durchzusetzen vermag.

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In den NachrichtenNerdkrams
Kurz notiert zum „Relaunch“ von „ZEIT ONLINE“

Soso, ZEIT ONLINE hat sich ein neues, hässliches Gesicht gegeben: Die Website ist jetzt „responsive“, das bedeutet, dass die grotesk überdimensionierte Werbung, die den eigentliche Seiteninhalt einrahmt und bei Einsatz eines Werbeblockers auf leidlich modernen Bildschirmen unfein aussehende Seitenränder hinterlässt, jetzt mit der Browsergröße wächst. Ich habe ein kleines Userscript (getestet unter Firefox mit Greasemonkey) geschrieben, das die schlimmsten Schmerzen wenigstens oberflächlich zu beseitigen versucht.

Noch ärgerlicher allerdings ist dieser Satz:

Das so genannte mobile Internet, so glauben wir, IST in Zukunft das Internet.

Dass „das Internet“ mit „dem Web“ identisch sein soll, lässt mich aufstoßen. Dafür, dass Usenet, Filesharing, E-Mail, Gopher und „WWW“ in einen Topf geworfen werden, sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen! – Obwohl sicherlich verschiedene Vertreter der Industrie und Wirtschaft ins gleiche Horn stoßen: Mobile Geräte taugen, allen Klapptastaturen zum Trotz, allenfalls zum Konsum von so genanntem content, das Verfassen von Texten aber macht darauf noch immer nicht besonders viel Spaß. Dass es in Zukunft eine quasi strikte Teilung zwischen Lese- und Schreibweb geben wird, steht zwar zu befürchten, aber eine Gleichsetzung wäre übertrieben.

Dass die „ZEIT“ hier mit der Zeit geht, ist zwar kaum von der Hand zu weisen, aber bedrückend allemal.

In den NachrichtenNerdkrams
Google: Nepper, Schlepper, Apper (die Abkürzung ist Zufall)

Heißa, was ist das wieder für ein Rummel: Zuerst hat der US-amerikanische Technologiekonzern Google einen Herrn Sundar Pichai, der wohl seit Jahren darauf gewartet hat, zum Firmenchef gemacht, die Firma Google allerdings etwa zur gleichen Zeit einem noch größeren Konzern untergeordnet (wäre ich Herr Pichai, ich hätte ja den Eindruck, man wolle mich verarschen), der mit „Alphabet“ einen keineswegs tiefsinnigeren Namen trägt, sich dann ein grauenvolles neues Logo (das allerdings zumindest konsequent ist) zugelegt und den stets um unaufgeregte Sachlichkeit bemühten Journalisten dieser Welt dann keineswegs eine Atempause gelassen, denn auch die Seitenrangliste wird mal wieder überarbeitet:

Starting November 1, sites that show app install ads that hide “a significant amount of content on the transition from the search result page” will be penalized by losing their “mobile-friendly” status.

Websites, die also Besuchern auf dem Smartphone oder Tablet statt des gewünschten Inhalts erst mal einen ganzseitigen Werbebanner für die app zur Website einblenden, werden künftig schlechter bewertet und somit von Google-Nutzern nicht mehr so schnell gefunden.

Websites wie, ähm …

Google Interstitials

Google Plus Interstitial

:aufsmaul:

Nerdkrams
Ressourcen schonen: µMatrix statt µBlock und NoScript

Eins der Probleme mit heutigen Webbrowsern ist die enorme Ressourcenlast, die notwendig ist, um die Darstellung von „Webanwendungen“ zu ermöglichen. Durch diese featuritis bedingt müssen auch die Schutzmechanismen gegen „Bösewichte“ (Darkwing Duck) immer ausgereifter und damit größer werden. Die beliebte Firefoxerweiterung NoScript, eine Art Rundumschutz gegen Trackingwanzen, JavaScript-Malware und Sicherheitslücken, treibt den Ressourcenverbrauch noch mehr in die Höhe, ebenso filterbasierte Werbeblocker wie das beliebte Adblock Plus oder µBlock.

Mit dem für Firefox, Chrome und Opera verfügbaren µMatrix, dem Nachfolger der Erweiterung „HTTPS Switchboard“, gibt es eine Alternative, die deutlich weniger arbeitsspeicherlastig (dafür geringfügig CPU-lastiger) ist und Erweiterungen wie NoScript, Ghostery, Self-Destructing Cookies, Disconnect sowie die meisten Werbeblocker beinahe ohne jeden Funktionsverlust ersetzen kann.

Während NoScript einem sehr engen Regelkorsett folgt (etwas ist erlaubt, wenn es nicht explizit überall verboten ist; etwas ist verboten, wenn es nicht explizit überall erlaubt ist), das manchen genügen mag, fügt µMatrix eine weitere Dimension hinzu – so ist es etwa möglich, das Einbinden von JavaScripts von jQuery.com nur auf einer bestimmten Website zu verbieten, die aber weiterhin Grafiken von jQuery.com benutzen darf.

µMatrix unter Firefox

Ein Klick auf den Domainnamen oben links ermöglicht es, das Ziel auszuwählen: Möchte man im Beispiel allen Websites erlauben, Frames von github.com einzubinden, ist das Ziel „*“ (alle Websites) auszuwählen und die entsprechende Zelle in der Matrix zu aktivieren. Zwar ist der Import bestehender NoScript-Regeln möglich, allerdings empfehle ich einen Neubeginn, da NoScript die filigranen Einstellungen von µMatrix fehlen. Als Werbeblocker – in den Einstellungen sind ähnlich wie in µBlock (vom gleichen Entwickler) Filterlisten verfügbar, die auch automatisch aktualisiert werden können – funktioniert µMatrix auch erstaunlich gut, wenn auch nur mit der Einschränkung, dass es ausschließlich auf Domainbasis arbeitet, also keine komplexen Filterregeln möglich sind. Wem das nicht genügt, der kann µMatrix in Verbindung mit seinem bislang bevorzugten Werbeblocker einsetzen, sogar in Chrome.

Man kann nicht vorsichtig genug sein.

NerdkramsNetzfundstücke
Verqueere Entwicklerlogik

Open Source scheitert regelmäßig auch daran, dass seine Entwickler nur Menschen sind. Dass Linus Torvalds und Theo de Raadt nicht unbedingt zu den besonnensten Diskutanten gehören, ist bekannt; man muss ja auch weder OpenBSD noch Linux nutzen, wenn man lieber Software von Menschen nutzen möchte, denen Sanftheit aus jeder Silbe quillt. Mir persönlich ist es bei einer Software übrigens eigentlich ausschließlich wichtig, wie gut sie den von mir gewünschten Zweck erfüllt, weshalb ich mich auch nicht auf ein System festlege und auch Systeme von Unsympathen nicht zu nutzen ausschließe, wenn sie funktionieren.

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Nerdkrams
Das soziale Netzwerk, das dein Privatleben achtet

Bei Mozilla ist man trotz des Beharrens auf die Umsetzung von DRM – sonst müssten die Leute ihren gehypten Streamingscheiß ja über Chrome laufen lassen, und Firefox soll sich ja schon optisch nicht mehr von Chrome unterscheiden lassen – stolz auf seinen vermeintlichen Einsatz für ein freies, offenes Netz.

So stolz, dass die Firefox-Startseite mittlerweile dazu auffordert, auch allen Freunden davon zu erzählen, dass man so viel Wert auf Datenschutz und Privatsphäre legt, dass man sogar Firefox nutzt.

Zum Beispiel auf Facebook.

Privatleben

:roll:

NerdkramsNetzfundstückeProjekte
FOAAS

Ihr kennt das: Euch geht irgendein Idiot per Onlinedienst auf die Nerven, ihn aber auf Distanz zu halten würde Energie kosten.

Das Internet der Automatisierung hat die Lösung für euch: FOAAS (Fuck Off As A Service) stellt ein API zur Verfügung, das diese unangenehme Aufgabe übernimmt.

(via BITblokes.de)


Nachtrag vom 5. Juni: Ich habe eine entsprechende Erweiterung für Thunderbird und SeaMonkey veröffentlicht.

In den NachrichtenMusikNerdkramsPolitikWirtschaft
Nachrichtenüberblick, 23. Mai 2015

Die Friedensoffensive der Bundesregierung geht weiter: Auch das neue Leutetotschießgerät der Bundeswehr funktioniert nicht.


Mozilla sei wichtig für „unser offenes Netz“, heißt es. Wie offen? So offen:

Mozilla möchte (…) beweisen, dass relevante Werbung auch dann möglich sei, wenn die Privatsphäre der Nutzer geachtet werde (…).

Ungefragt als williger Empfänger von Produktinformationen, als Kunde statt als Nutzer angesehen zu werden fühlt sich natürlich gleich viel besser an, wenn niemand erfährt, dass man es wird.


Andererseits sind entrechtende Konzerne gerade wieder einmal im Aufwind: Der augenscheinlich Kunden verachtende Scheißkonzern Sony (der mit den Internetsperren und den Trojanern auf an Kunden ausgelieferten Tonträgern) hatte mit dem Eigentum ablehnenden Unternehmen Spotify einen zumindest von 2011 bis 2014 gültigen Vertrag abgeschlossen, dem zufolge nicht nur – wie in Firefox – vielfach Werbefläche vermietet werden sollte, sondern auch Einnahmen abgetreten werden mussten:

Als eigentliche Tantiemen musste Spotify mindestens 60 Prozent seines Bruttoumsatzes an die Label ausschütten. (…) Dabei wurden 0,225 bis 0,25 Dollar-Cent je werbefinanziertem Stream, plus drei Dollar pro Monat und normalem Abonnenten, plus sechs Dollar und Monat je Premium-Abonnenten veranschlagt. Diese Sätze galten auch dann, wenn ein Abonnent Spotify in einem Monat überhaupt nicht genutzt hatte.

Die niedrige anbieterseitige Entlohnung von Musikern, über deren Höhe seit Jahren geschimpft wird, ist also nicht einmal unbedingt primär die Schuld derer, die sich in solche Knebelverträge fügen müssen, um ihr Angebot erweitern zu können. Nichtsdestotrotz ist der tatsächliche Besitz von Musik auch aus diesem Grund eine gute Idee – es sieht nicht nur schöner im Regal aus, man trägt zudem weniger zur Ausbeutung der Interpreten bei.


Deutschland fiebert mit: Heute Abend werden wir alle wieder einmal durch einen herz- und belanglosen englischsprachigen Schlager im Ausland vertreten. Freut ihr euch auch schon so sehr wie ich?

In den NachrichtenNerdkrams
Abgeguc’t

1974: Das Betriebssystem Multiple Virtual Storage (MVS) für IBM-Großrechner bringt mit SMP/E eine modulare Paketverwaltung für das System mit, mit der eine Aktualisierung jeder Systemkomponente möglich ist.

1983: Das Magazin „c’t“ wird zunächst als Zeitschrift für technikbegeisterte Bastler gegründet.

1984: Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T, Inhaber aller Rechte am Betriebssystem Unix, veröffentlicht eine frühe Version von pkgadd.

1993: Der freie Unix-Abkömmling FreeBSD erscheint in der Version 1.0, bereits einige Wochen zuvor hatte Jordan Hubbard den Grundstein für die im August 1994 begonnene „FreeBSD Ports Collection“ – eine Art quellcodebasierte Paketverwaltung – gelegt. Bereits diese erste Version lässt sich mittels einfacher Patches aktualisieren.

1994: Das im Vorjahr gegründete Debian-Projekt erhält mit dpkg erstmals eine eigene Paketverwaltung, Debian Linux springt somit auf den bereits in voller Fahrt befindlichen Zug auf.

1998: Windows 98, das erste Microsoft-Betriebssystem mit Windows Update, erscheint.

2000: Das Magazin „c’t“ hat seinen Fokus in den letzten paar Jahren vom Nerd- auf den Massenmarkt verlegt. Endnutzerthemen wie Office 2000, Freemailer und das MP3-Format zieren die Heftrücken.

2003: Microsoft stellt sein Updatesystem auf den Monatszyklus um, der „Patch Tuesday“, also ein monatlicher Dienstag, an dem Windows-Updates verteilt werden, wird eingeführt.

2010: Mit NuGet erscheint erstmals eine Windows-Paketverwaltung von Microsoft. Noch arbeitet diese nur auf Anwendungsebene. Zu den bekanntesten Paketverwaltungen für Windows gehört vier Jahre später – 2014 – neben NuGet das darauf aufsetzende chocolatey.

2015: Microsoft Windows 10 soll noch dieses Jahr erscheinen und erstmals die neue Paketverwaltung „OneGet“ an Bord haben, auch soll der monatliche „Patch-Day“ durch sofortige Sicherheitsupdates ersetzt, der Updateturnus also eigentlich auf den Stand von 1998 zurückgesetzt werden. Das Nachrichtenportal „heise online“ veröffentlicht hierzu einen Kommentar eines Redakteurs des inzwischen linuxdurchsetzten Magazins „c’t“, in dem es heißt:

Microsoft kupfert Update-Technik bei Linux ab

Nun ja; knapp daneben.


Woran erkennt man eigentlich Asylbewerber? Ganz einfach:

Diese “tragen meistens Kleidung aus zweiter Hand und sprechen nicht gut Deutsch”.

Ach so.

InternesNerdkrams
In eigener Sache: WordPress 4.2 und das mit den Smileys

Während ich noch an der Umstellung auf Pelican feile (aktuelle Ausrede: es gibt kein brauchbares Kommentarsystem für statische Seiten, das auch ohne JavaScript funktioniert), habe ich das immer noch existente WordPress auf Version 4.2 aktualisiert.

WordPress 4.2 kann jetzt auch Emojis darstellen, eine Funktion, die hoffentlich niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, ernsthaft vermisst hat. Man könnte ja darauf verzichten, sie einzusetzen, sagt ihr? Ja, das mag sein, aber WordPress bringt im Code einige Änderungen hierfür mit sich, die hier unangenehme Konsequenzen haben.

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In den NachrichtenNerdkrams
Eine Schneise mit dem Mobeil

Wer mit einem mobilen Gerät – gemeint sind primär diese touch-Dinger, die sich allenfalls zum Medienkonsum, nicht aber zur täglichen Benutzung „eignen“ – die grauenhafte „Suchmaschine“ Google nutzt, dem ist vielleicht schon einmal die Kennzeichnung „für Mobilgeräte“ aufgefallen:

Für Mobilgeräte geeignet

Diese Kennzeichnung bedeutet im Wesentlichen, dass Googles mitunter aggressive Prüfmechanismen festgestellt haben, dass die jeweilige Website auf kleine Bildschirme angepasst wurde, man also nicht damit rechnen muss, plötzlich drei Bildschirmseiten nach rechts scrollen zu müssen, weil der Webgestalter es versäumt hat, verschiedene Auflösungen zu berücksichtigen. So weit, so praktisch, obwohl Google natürlich ansonsten zu meiden ist, qualitativ und ethisch ist das dortige Suchangebot ja eher mau.

Nun hat Google vor einer Weile eine Änderung angekündigt, die heute in Kraft getreten ist und frei übersetzt etwa wie folgt lautet:

Ab dem 21. April erweitern wir die Relevanz einer mobilen Ansicht für die Seitenbewertung. Diese Änderung betrifft mobile Suchen in allen Sprachen weltweit und wird sich deutlich auf die Suchergebnisse auswirken. Infolgedessen werden Benutzer einfacher relevante, hochqualitative Suchergebnisse erhalten, die auf ihre Geräte abgestimmt sind.

(Hervorhebung von mir.)

"Mobile First" (Symbolbild)Mancherlei Website hat diese Hervorhebung richtig erfasst, einige andere Nachrichtenwebsites verwirren Leser mit der zumindest unvorsichtigen Behauptung, „nicht optimierte Websites“ rutschten künftig in „der Ergebnisliste“ nach unten. Zeter, mordio; nutzlose Arschlöcher, die irgendwelche „SEO“-Klitschen betreiben, sehen ihr Intelligenz verachtendes „Geschäftsmodell“, Websites für irgendwelche Computer interessanter zu machen als für potenzielle menschliche Besucher, wieder einmal und hoffentlich endlich zu Recht in Gefahr.

„Mobile first“, „mobil zuerst“, lautet derzeit das Mantra vieler EDV-Firmen, was ja gut und richtig erscheinen mag, wenn man sich an bloße Konsumenten richtet, die sich wegen sinkender Aufmerksamkeitsspannen von immer kürzeren Texten auf immer kleineren Bildschirmen berieseln lassen, aber das sind eben nach wie vor nicht alle. So lange man sich eine bessere Googleplatzierung einfach erkaufen kann, sollte sich wirklich niemand Gedanken darüber machen, ob man nicht noch mehr Geld in noch mehr „SEO“ stecken sollte. Ich mach‘ auch nahezu kein „SEO“ und schon gar nicht gegen Geld, trotzdem habt ihr mich irgendwie gefunden – mein Kompliment hierfür übrigens.

Interessant ist an der Neuigkeit indes das Verständnis davon, was aus der Sicht eines Suchmaschinenbetreibers „relevante Inhalte“ sind. Natürlich: Wenn ich eine kommerziell orientierte Website betreibe, ist für mich das „relevant“, was mir das meiste Geld bringt, wenn ich im Web Informationen suche, dann ist das „relevant“, was mich Wichtiges lehrt. Für Google aber scheint der wichtigste Faktor die Darstellung auf Schrumpfbildschirmen zu sein; „Lookismus!“ höre ich hier meine wenigen verbliebenen feministischen Leser aufschreien und möchte beinahe traurig nicken. Es wäre noch verzeihlich, würde die „Mobiltauglichkeit“ eine untergeordnete Rolle hinter der sonstigen Attraktivität einer Website für wirkliche Besucher spielen, aber hier ist es eher umgekehrt: Google lockt mehr Besucher auf eine Website, die auf mobilen Geräten „besser“ aussieht. Es geht Google hier nicht darum, dass Menschen für sie relevantere Inhalte finden sollen, denn Menschen können auch nicht allzu gut „angepasste“ Websites meist ganz gut auf einem mobilen Gerät bedienen, sofern sie eines besitzen, es geht allenfalls um einen größeren Einfluss darauf, wie „das Web“ funktioniert; vielleicht auch, um die „Plattform“ Android subtil als alltagstauglich zu bewerben.

Es dauert wohl nicht mehr allzu lange, bis das vom Mitmach- zum Konsumentenweb degradierte „Internet“ (wie man auf Zeitungsdeutsch zum World Wide Web sagt) zu einem bedeutsamen Anteil aus computergenerierten, bis zur Untauglichkeit „mobil optimierten“ Websites besteht, deren einziger Zweck es ist, für ihre einzigen Besucher – die ungezählten Suchmaschinencrawler – attraktiver zu sein als alle anderen ebensolchen Websites. Das führerlose Auto scheint trotz Erprobung noch immer Zukunftsmusik zu sein, vor dem menschenlosen Internet aber solltet ihr euch fürchten.

Piep.

In den NachrichtenNerdkramsPolitik
iNetzpolitik / kboard

Kennt ihr eigentlich Netzpolitik.org? Netzpolitik.org, selbsternanntes Sprachrohr der Netzgemeinde und in letzter Zeit durch selbstgerechtes Geschwafel und aufdringliches Gebettel, man möge doch bitte per Dauerauftrag dabei helfen, den Betrieb der Website zu finanzieren, aufgefallen, hat – hier aus ethischen Gründen nicht verlinkt – mal wieder einen auf Twitter und anderswo hämisch begleiteten „Coup“ gelandet:

Letzten Monat berichtete der Spiegel über „interne E-Mails“ zwischen „Innenministerium und Interessenvertretern bei der EU-Datenschutzreform“. Die Redaktion erhielt diese „mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes des Bundes“. Diese E-Mails haben wir auch angefragt. (…) Das Innenministerium schickt uns eine CD mit einer EXE-Datei, die wir ausführen sollen. Aha. Das würden wir nach den Enthüllungen zum Staatstrojaner ja nicht mal mehr vom BSI akzeptieren.

Außerdem haben wir in unserem Büro gar keinen Windows-Rechner.

Eine CD? Was war das noch mal?

(Für die Jüngeren unter den Leser/innen (sic! A.d.V.): Das ist ein optisches Speichermedium aus dem letzten Jahrtausend. Euer iDevice hat dafür gar kein Lesegerät mehr.)

Für die Älteren unter euch: Offensichtlich ist die EDV-Ausstattung bei Netzpolitik.org auf Geräte der Firma Apple beschränkt, die für eine Kombination aus wenigen Funktionen (es fehlt mittlerweile anscheinend auch eine Möglichkeit, Musik-CDs wiederzugeben oder auch nur ins Gehäuse zu stecken) und irrwitzig hohem Preis bekannt sind.

Man verstehe mich nicht falsch: Natürlich darf sich ein jeder, dem der Sinn danach steht, in Datenschutz- und Netzpolitik-Fragen von jemandem vertreten lassen, der eine US-amerikanische, mit der NSA kooperierende Firma als seinen einzigen Hardwarelieferanten bekanntgibt. Ich meinerseits beginne zu verstehen, was mit den Spenden so passiert: Papa braucht einen neuen iPod. Aber, haha, die vom Innenministerium, hihi, schicken vertrauliche Daten auf einem nur lesbaren Datenträger. Hahaha. Hahahaha!

Ich bin nur mäßig erstaunt, wie leicht es der NSA gefallen ist, Sicherheitsmaßnahmen mancher Rechner zu umgehen.


Auch schön: kboard vereinfacht einsilbige Kommunikation unter Android. Nie wieder selbst „k.“ schreiben!

In den NachrichtenNerdkramsPolitik
Wenn ein Administrator im Basketball versagt

Ich wedle feministisch mit den Händen vor meinem Gesicht herum, denn Simon Hurtz – hurz! – triumphiert auf Golem.de:

Weil ein automatisches Windows-Update länger dauert als gedacht, beginnt ein Heimspiel der Paderborner Basketballer mit Verspätung. Die Liga reagiert mit Punktabzug – der vermutlich den Abstieg der Paderborner besiegelt.

Groß ist die Häme in den einschlägigen Vorschulforen: Hahaha, Windoof! Macht einfach Updates! Mit Linux/Mac OS X/Stift und Papier wär‘ das und so weiter. – Nun könnte man allerdings auch davon ausgehen, dass so ein wichtiges System wie das betroffene gelegentlich auch einmal gewartet und nicht nur den Dingen freier Lauf gelassen wird. Versagt hat hier nicht, hahaha, Windoof, sondern derjenige, der für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur zuständig ist. Ein Administrator, der ein Windowssystem so einrichtet, dass so etwas überhaupt passiert, ist nicht nur ein Versager in seinem Beruf, sondern offensichtlich auch ein Feigling, wenn er den Spekulationen darum, dass, hahaha, Windoof schuld an den Folgen seines Tuns sei, kein Eingeständnis entgegenstellt.

Andererseits: Wer würde sonst über Paderborner Basketball berichten? Linuxfreundliche deutsche Medien sind dankbare Bühnenbildner.


Zu diesen linuxfreundlichen Medien gehört bekanntlich auch „SPIEGEL ONLINE“, wo, wenn nicht gerade ein kläglicher Versuch passiert, über Technik berichten zu wollen, zumindest manchmal Lesenswertes über Politik publiziert wird, darunter aktuell diese Meldung:

Im Juli 2013 hatte das europäische Parlament einheitliche Strafen für kriminelle Hacker beschlossen. Nun ist die Bundesregierung dabei, die EU-Richtlinie in nationales Recht zu überführen. Am Donnerstag wird der Entwurf für das Gesetz zur Bekämpfung der Korruption in zweiter Lesung im Bundestag verhandelt. Darin enthalten: Für unter Paragraf 202c fallende kriminelle Hackeraktivitäten soll bald eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren verhängt werden können.

§ 202c StGB („Paragraf 202c“, genauer will es ein SPIEGEL-ONLINE-Leser wahrscheinlich selten wissen) bezieht sich hierbei insbesondere auf § 202b StGB, in dem es heißt:

Wer unbefugt sich oder einem anderen unter Anwendung von technischen Mitteln nicht für ihn bestimmte Daten (…) verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

Der „Paragraf 202c“ bestimmt, dass jemand, der „Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist, herstellt, sich oder einem anderen verschafft, verkauft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, (…) mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft“ wird; was eben zum Beispiel auch für die meisten aktuellen Linuxdistributionen gilt, die das 1337-h4xX0r-Werkzeug nmap zur Installation anbieten, was bereits 2009 Thema beim Bundesverfassungsgericht war. Wenn ich das damalige Urteil richtig verstehe, so gilt ein Betriebssystem, auf dem nmap installiert ist, nur dann nicht als Hackersoftware gemäß § 202c StGB, wenn es ausdrücklich der Sicherheit des eigenen Systems dient. Wer – wie ich – zum Beispiel ein bestimmtes Betriebssystem dieser Art nur deshalb einsetzt, weil es besser funktioniert als andere Systeme, der könnte sich, je nach Wohlwollen des Gerichts, möglicherweise strafbar machen. Insofern sind die Paderborner Basketballer vermutlich mit Windows, auf dem nmap selten installiert oder direkt installationsbereit ist, nicht schlecht beraten.

Ich bin etwas skeptisch, was die Zuversicht betrifft, dass eine Verlängerung der Haftstrafe auf zwei Jahre für die meisten Menschen, die Linux installieren (obwohl das einige andere Probleme lösen würde), dazu geeignet ist, die NSA davon abzuhalten, unsere private Kommunikation zu analysieren, aber ich bin vielleicht einfach nicht sozialdemokratisch genug, um dieses Gesetz zu verstehen. Snowden ist schon wieder zu lange her, es interessiert den Michel nicht mehr. So lange es gegen den Iwan (Putin, Wladimir) hilft, sind unsere ärgsten Gegner noch unsere Freunde. Das Recht auf Informationsfreiheit mag vielleicht nicht so wichtig sein, wenn man nicht weiß, wie man morgen seine Miete bezahlen kann, aber es ohne einen Mehrwert für Volk oder Demokratie beständig zu unterminieren ist nicht unbedingt eine logische Konsequenz.

Ich hab‘ die nicht gewählt!


Wer übrigens auch etwas für die Demokratie tut: Ehemalige Mitglieder der Piratenpartei. Endlich müssen Schwimmer ihr Becken nicht mehr mit Menschen ohne eindeutiges Geschlecht teilen!

In den NachrichtenNerdkrams
Einfalt und Vielfalt (2): Das Phantom / der Opera

Gelegentlich beklagte ich bereits hier und anderswo die fehlende Diversität auf dem hart umkämpften Browsermarkt. Während sich Firefox, Chromium/Chrome und Internet Explorer optisch und funktional – was bedeutet, dass Firefox immer weniger kann – einander immer weiter angleichen, stechen nur noch wenige Sonderlinge wie SeaMonkey und uzbl aus der Masse optisch wie technisch heraus; wobei das ja auch schon wieder nicht stimmt, denn uzbl basiert wie viele andere Browser auf der WebKit-Rendering-Engine. Der immer gleiche Wein in immer neuen Gläsern. Irgendwann schmeckt’s fad.

Den letzten einigermaßen bekannten anderen Browser Opera hat ebenfalls WebKit dahingerafft, siehe zum Beispiel hier und hier und hier und hier und hier. Zu aufwändig sei es gewesen, mit den Entwicklungen Schritt zu halten, und für ein Nischenprodukt sei man nicht mehr bereit, verkündete man aus dem Hause Opera Software. Die Masse macht’s.

Mit dem bedrückenden Ergebnis, dass die Bewohner der Nische, die Opera bis einschließlich der Version 12 besetzte, gegen ihren neuen Glücklichmacher revoltieren und plötzlich von so großer Zahl sind, dass es für immer neue Browser reicht. Das schäbige Geschäftsmodell „Wir bauen, weil wir so unfassbar kreativ sind, Opera 12 auf Chromium-Basis nach“ wirft rege Triebe.

Der Otter Browser, ein freier Opera-12-Nachbau, der irgendwann auch E-Mail und andere Browserengines als WebKit unterstützen können soll, hatte dabei gute Chancen, trotz der Konkurrenz durch Fifth (u.a.) dauerhaft zu bestehen. Immerhin steckte der Entwickler viele Ressourcen in die stetige Weiterentwicklung.

Bis Dienstag, denn Dienstag geschah dies:

Vivaldi Technologies AS hat gerade den Browser Vivaldi herausgebracht.

Vivaldi Technologies wurde von Jón von Tetzchner gegründet, nachdem er Opera ASA Norwegen verließ. (…) Jón von Tetzchner hatte angekündigt einen eigenen Browser herauszubringen, der ein vollwertiger Ersatz für den von Opera ASA vernachlässigten und vor über einem Jahr in der Entwicklung aufgegebenen Browser Opera 12 sein sollte.

Bei Vivaldi Technologies handelt es sich – wie bei Opera Software ASA – bereits jetzt um ein gewinnorientiertes Unternehmen mit einigen wohl bezahlten Mitarbeitern, der Browser ist zumindest nicht – wie Otter – ein Hobbyprojekt von Bastlern, sondern soll vermutlich früher oder später auch kommerziell vermarktet werden.

Die erste öffentliche Vorabversion zeigt neben dem gewohnten Trend zur Verflachung bereits einige Funktionen, die man am alten Opera, wie es heißt, durchaus zu schätzen wusste, darunter die mehrteilige Seitenleiste („Panel“, leider nicht mehr so schön wie damals als „Paneele“ übersetzt). Es lasse sich täuschen, wer will: Auch Vivaldi basiert auf Blink, der Opera-/Chrome-Version von WebKit. Ein weiteres Glas für die abgestandene Flasche. Natürlich wird’s trotzdem gefeiert, denn, hui, ein neuer WebKit-Browser, der aussieht wie ein alter Nicht-WebKit-Browser, das gibt es nicht so oft. Auch diese Inkarnation der Opera-Idee kommt ohne sinnvollen Werbefilter oder Lesezeichenleiste daher, aber der Trend geht zur Verknappung von Grundfunktionen. (Dass man unter Android meist nicht mal mehr eine Option zum Abschalten von JavaScript auf Websites findet, spiegelt diesen erschreckenden Trend sehr eindrucksvoll wider. – Allerdings ist Vivaldi momentan noch sehr desktopfokussiert.)

Ich habe Opern ja noch nie gemocht.