Archiv für die Kategorie ‘In den Nachrichten’.

Wenn ich Nachrichten sehe, höre oder lese, muss ich darüber schreiben, sonst werde ich sauer.

In den NachrichtenPolitik
Neues aus der Piratenanstalt (Nachtrag): Der Hufschmied ist beschäftigt.

„Die Hufeisentheorie ist abzulehnen, weil!“ des Tages:

In Brandenburg ist erstmals ein AfD-Politiker zum Bürgermeister gewählt worden. (…) Der 53-Jährige bekam dafür auch die Stimmen von der CDU und der Linken.

Die Welt ist zu rund für ein schmales Weltbild.

ComputerIn den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Moderate Kürze / Moderate Gesellschaftsreform

Auf Twitter darf man seinen Nonsens jetzt in 280 statt 140 Zeichen verpacken. „SPIEGEL ONLINE“ hat dafür eine amüsante Formulierung gefunden:

Die Kürze soll auch zukünftig weiter bestehen bleiben, allerdings etwas moderater.

Das Verlagssterben sollte sich wirklich ein bisschen beeilen, allerdings etwas weniger moderat.


Auch der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, „Dr.“ Dietmar Bartsch, findet weniger moderate Lösungen für nicht gegebene Probleme ansonsten ganz annehmbar:

Differenzierten Blick auf #Oktoberrevolution werfen! Aber Fakt ist: Sie hat eine Chance gegeben, eine andere Gesellschaftsordnung aufzubauen

Mir fallen ohne langes Überlegen noch manche andere politische Großereignisse des 20. Jahrhunderts ein, die zu ein paar Millionen Toten, aber immerhin auch einer anderen Gesellschaftsordnung geführt haben, aber wenn ich ihretwegen um einen differenzierten Blick bäte, bekäme ich sicherlich manch unerfreuliche Zuschrift.

In den Nachrichten
Lob der Mördermeuchelfreiheit

Nicht Waffen, satirt es durch’s Web, sondern Menschen töten Menschen; und tatsächlich wird nach eigentlich jedem der längst gewohnten waffenbezogenen Zwischenfälle in den USA neben allerlei Gebeten – den Gott, der ganze Städte ausradierte, weil dort zu viele Ungläubige herumsaßen, und der zuletzt von der dramatischen Figur des George W. Bush gegen den Terror in den Krieg geführt wurde, werden diese Gebete sicherlich zu mehr Friedfertigkeit anregen – auch ein Eindämmen der Verbreitung von Geräten, die gebaut wurden, um damit Lebewesen einen Schaden zuzufügen, nicht bloß vorgeschlagen, sondern gefordert.

Der ungewöhnlich dumme „Titanic“-Redakteur Moritz Hürtgen twitterte ungewöhnlich dumm:

Wer die „Waffen-Narren aus den USA“ einfach nicht verstehen kann, der befasse sich 5 Minuten mit der deutschen Anti-Tempolimit-Besessenheit.

Denn wie auch in den USA die dortige Waffenlobby sich dafür einsetzt, dass jeder US-Amerikaner das Recht hat, sich mit einer Waffe gegen andere Kanaillen zu wehren, die ebenfalls eine Waffe tragen, setzen sich die Deutschen dafür ein, dass jeder Deutsche ein Auto besitzen darf, um sich damit gegen andere Autofahrer zu wehren. Ansonsten würde der Vergleich ja keinerlei Sinn ergeben, nicht wahr?

Dabei wird übersehen, dass all die Waffennarretei auch ihr Gutes hat, berichtet etwa die „Neue Zürcher Zeitung“, deren allgemeines Weltverständnis sich mit der dortigen „Leserdebatte“, wann Netzsperren gerechtfertigt seien, ganz gut zusammenfassen lässt:

Nach ersten Erkenntnissen der Behörden hörte ein Anwohner die Schüsse aus der Kirche, und schnappte sich seine eigene Waffe. Als der Täter die Kirche verliess, nahm er die Verfolgungsjagd auf. Der Verdächtige wurde wenig später tot in seinem Auto gefunden.

(Hervorhebungen von mir.)

In einem friedlichen Land wie Deutschland, in dem man nur dann eine Waffe mit sich herumtragen darf, wenn man nachweislich ein Arschloch ist, wäre das undenkbar. Wenn hierzulande jemand Schüsse in einer Kirche hörte, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass seine Möglichkeiten, dem Treiben ein Ende zu setzen und seinerseits irgendwen stante pede abzuknallen, eher begrenzt sind.

Notwehr ist, was man daraus macht.

In den NachrichtenMontagsmusik
Kettlespider – Evolution

Ein Eulchen sitzt im Händchen, ganz still und stummEs ist Montag, aber das zählt wahrscheinlich nur, wenn man nicht frei hat. Ist das Leben so blass oder wird es nur Winter? Bald ist Weihnachten, man kann nicht früh genug die Nase voll davon haben. Zwei Tage nach dem Vollmond ist man immer noch ganz mitgenommen, aber vielleicht ist man auch immer so. Man weiß genau, was fehlt.

Apropos Blässe: Es scheint insbesondere in den USA eine Art homöopathische Glaubensgemeinschaft zu geben, die Kindern Chlorbleiche gegen Krankheiten verabreicht. Dabei ist das gar nicht so lächerlich, wie es klingt: Nach ein paar Litern Chlorbleiche sind irgendwelche Krankheiten voraussichtlich das geringste Problem der Delinquenten. Wer seine Kinder wirksam schützen will, der überlässt sie dem Satanischen Tempel.

Hierzulande sind die Sorgen um den Nachwuchs geringer, so lange er nicht gerade Killerspiele spielt. Es soll nur niemand annehmen, das Gewese um Killerspiele sei überzogen: Wie sich herausstellte, gehörte zu den Killerspielern auch Osama bin Laden. – Neben Counter-Strike befanden sich in seiner Spielesammlung unter anderem auch Super Mario Bros. und Dragon Ball Z. Wahrscheinlich hat er heimlich geübt, wie man auf Schildkröten springt.

Zu niemandes Überraschung wurde kürzlich eine Aktualisierung des Tor-Browsers veröffentlicht, die nur für Linux und macOS existiert, weil die Windows-Version nicht so kaputt ist wie die anderen beiden. Zu jedenfalls meiner Überraschung hat derweil Martin Schulz (SPD, muss man nicht kennen) angemerkt, dass die Parteispitze künftig regulär von allen Mitgliedern statt, wie bisher, von wenigen Ausgesuchten ernannt werden könnte; es scheint, als wäre eine verlorene Wahl ein Geschenk für die Motivation der SPD. Es ist also offensichtlich empfehlenswert, ihr bei möglichst vielen Wahlen keine Stimme zu geben.

Offensichtlich empfehlenswert ist darüber hinaus: Musik.

Kettlespider – "Evolution". Live at Black Pearl.

Guten Morgen.

In den NachrichtenWirtschaft
Gehaltsmäßig völlig abgehoben.

„FINANCE Magazin“, 5. Mai 2017:

Air Berlins Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem CEO können sich bis Ende Januar 2021 auf maximal 4,5 Millionen Euro summieren. (…) Teuer war für Air Berlin auch der Abschied von Ex-CEO Stefan Pichler, wie sich jetzt zeigt: Ihm zahlte Air Berlin eine Gesamtabfindung von 1,45 Millionen Euro.

„ZEIT ONLINE“, 2. November 2017:

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat nach Aussage des Insolvenzverwalters wahrscheinlich zu wenig Geld, um den Überbrückungskredit der Bundesregierung zurückzuzahlen.

Möglicherweise ist es an der Zeit, statt einer Vergütung über eine Aufwandsentschädigung für Geschäftsführer und Markenchefs von Großunternehmen nachzudenken; mit Benzingeld und einem Stundenlohn im Rahmen jeweils branchenüblicher Tarife sollten bei einem vernünftigen Umgang mit dem Gehalt alle anfallenden Rechnungen gezahlt werden können.

In den NachrichtenNerdkrams
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt darin um.

Aus der beliebten Reihe „wer nutzt denn bitte 2017 noch Desktopanwendungen für seine Dokumente?“: Bei „Google Docs“, der bescheuerten Google-„Webanwendung“ zur Erstellung und Verwaltung von so Officekram in „der Cloud“, also auf den Computern anderer Leute, wurden aus Versehen Benutzern ihre Dokumente weggenommen, weil ein Filter, also eine vorsätzlich eingebaute Analysefunktion, der Meinung war, das Geschriebene sei ungeeignet für Google.

Welche Art von Texten diese Analysefunktion, sobald sie endlich wie gewünscht funktioniert, denn überhaupt zulassen oder nicht zulassen wird, bleibt angenehm undokumentiert. Es wäre ja auch langweilig, würde ein so genannter „Dienst“ eines „Dienstleisters“ wie Google einfach mal seinen Dienst verrichten. Zuverlässigkeit ist sooo 90er.

In den Nachrichten
Kurz notiert zur Arbeitsweise deutscher Medien nach Anschlägen

Wenn irgendwo auf der Welt am Gedenktag des Arschlochs Martin Luther – laut Angela Merkel von Freiheitsgedanken beseelt – ein Einzeltäter mit einem mittelgroßen Auto, wie üblich angeblich irgendwas über seinen eingebildeten, schrumpfenden Freund („Allah“) rufend, weil Anschläge, deren Verursacher beim Anschlagen einfach mal das Maul hält, aus Pressesicht viel zu langweilig wären, irgendwo reinfährt und dabei anscheinend absichtlich elf Menschen verletzt und acht tötet, dann ist es absehbar, dass deutsche Medien wie etwa ZEIT ONLINE nicht etwa „acht Tote bei Angriff mit Kleinlaster“ schreiben, sondern unter der Überschrift „Eine Deutsche bei Anschlag in New York verletzt“ – eine Deutsche! Verletzt! Unfassbar! – Sätze wie „Ein Kleinlaster ist in Manhattan in Fußgänger und Fahrradfahrer gefahren.“ publizieren, denn Angst, die medial immer gern gesehen wird, weil sie staatliche Maßnahmen gegen zu viele Bürgerrechte rechtfertigt, über die man dann ebenfalls für ausreichend viele Judasgroschen schreiben kann, sollte man nicht etwa vor religiösem Fanatismus haben (zumal gerade nicht an einem sonstwie heiligungswürdigen Tag der religiösen Idiotie), sondern vor Kleinlastern, die sich hinsichtlich der Eignung fürs Totfahren von Passanten nicht zum ersten Mal bewiesen haben.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 27. Oktober 2017

Politischer Diskurs (2017): Politiker wird aus Protest mit Flaggen beworfen.


Schlechte Nachrichten für t3n: Auch und gerade für geschäftliche Massenmails ist Reintext effizienter als unnötig kompliziert formatierte HTML-Vorlagen.


Auf „ZEIT ONLINE“ wird der bescheuerten Behauptung, Gendergedöns sollte Allgemeinbildung sein, widersprochen: „Genauso gut könnte man es peinlich nennen, wenn jemand nichts über Neurowissenschaften weiß.“


Apropos Diskriminierung, apropos „ZEIT ONLINE“:

Je sexualisierter die Lebenswelt wird, je pornografischer die Werbung, je exhibitionistischer die Selbstpräsentation des Erfolgs, desto verbohrter, kleingeistiger und prüder wird die Moral, die all die Schweineställe angeblich zusammenhält.


Das CERN hat herausgefunden, dass das Universum eigentlich gar nicht existieren kann. Schade.


„flatter“ benennt Freund und Feind im medialen Diskurs:

Zuletzt gab es eine „gemäßigte Opposition“ von „Rebellen“ in Syrien, die sich kurz nach dieser medienweiten Einheitsbezeichnung dabei haben erwischen lassen, wie sie einem Teenager gemäßigt den Kopf abgeschnitten haben.

Zum Glück keine Extremisten.

In den Nachrichten
Das Kapital des Überwachungsstaats ist die kurze Aufmerksamkeitsspanne seiner Bewohner.

„heise online“ berichtet:

Überwachungskameras, die Gesichter erkennen – das sorgte bei Datenschützern für Sorgenfalten. Nun sind knapp drei Monate verstrichen. Von Widerstand ist nicht mehr viel zu bemerken.

Denn wichtig ist nur, was Schlagzeile ist. Nach drei Monaten ist eine anhaltende Verdichtung der Passantenprofilierung keine Neuigkeit mehr, jeder hat sich aufgeregt, nun ist Achselzucken dran. Pah, Überwachung – wen interessiert das noch? Ist doch eh zu spät. Nichts zu verbergen, nichts zu befürchten.

Die Maschine läuft noch.

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusik
White Moth Black Butterfly – Tempest

Ich bin zu Eul für den Quatsch.Es ist Montag und genau so fühlt man sich auch. Zu alt für den Quatsch ist man jedes Jahr ein bisschen früher (bzw. später) und kann es, dem Hedonismus geschuldet, dann doch nicht lassen. Leben ist, wo Menschen und Pandabären sind, vielleicht ist Leben auch deshalb so unerfreulich. Das alles war schon mal einfacher.

Einfacher hatte es auch der Feminismus schon einmal (Allergikerwarnung: konservative Quelle): „Wir sind eine empfindliche Gesellschaft geworden, in der jeder seine persönlichen Befindlichkeiten als Anlass für die Notwendigkeit großer gesellschaftlicher Debatten nimmt.“ Ich zum Beispiel habe gerade Hunger und die Regierung tut nichts dagegen. Sie ist freilich auch ausreichend beschäftigt, sie muss das Darknet missverstehen: Ist es das neue Internet oder hat der Autor nur einfach das Internet konzeptionell nicht verstanden? Fragen über Fragen.

Das Internet ist ohnehin ein gefährlicher Ort. Über eine überschätzte Lücke im WPA2-Standard wurde so viel geschrieben, aber so wenig verstanden; als wäre WLAN jemals die großartigste Verbindungsart bei der Fernkontoführung gewesen! „Irgendwas an meinem Internet ist kaputt“ ist andererseits genau diejenige Schlagzeile, mit der fachfremde „Journalisten“ dank fachfremden Publikums ihr Gehalt verbessern können. „Russische Hacker“, im Zweifelsfall. Dass eine Sicherheitslücke heutzutage immer Logo und Website haben muss, um ernst genommen zu werden, kommt diesem Spiel natürlich gelegen. Vielleicht wäre es im Allgemeinen gut, würden solche Sicherheitsthemen künftig wieder nur noch in langweiligen technischen Texten behandelt, denn dann würden diejenigen, denen für so was ohnehin Interesse und Ahnung abkömmlich sind und die belogote Webseiten wie jene nur aus Sensationslust überhaupt besuchen, uns in Ruhe arbeiten lassen.

Apropos Arbeit: Arbeit bei Facebook gefunden? Kündigen! Die freie Zeit kann man ja dann anders füllen – zum Beispiel mit Musik.

White Moth Black Butterfly – Tempest (from Atone)

Guten Morgen.

In den NachrichtenNerdkrams
Bitkom: 11 Prozent der Jugendlichen computern irgendwie.

(Vorbemerkung: Ich empfehle vorab die Lektüre meiner Auffassung von Informatikunterricht.)

Der viel zu gesprächige Verein Bitkom, laut eigenen Angaben „der Digitalverband Deutschlands“, ist in der Vergangenheit nicht gerade dadurch aufgefallen, kluge Überlegungen bloßem Werberduktus vorzuziehen (cf. Kuhstall 4.0). Das leistet der Freude bei Kenntnisnahme einer neuen Pressemitteilung des Verbandes einigen Vorschub, denn man weiß schon vor dem Lesen: Ah, endlich wieder Gratisblödsinn.

Das war auch heute wieder richtig. Heute nämlich erschien unter der geradezu apokalyptischen Überschrift „Nur jeder zehnte Jugendliche kann programmieren“ eine Pressemitteilung („Presseinformation“), mit der Pressesprecher Bastian Pauly offensichtlich versucht hat, die Wette zu gewinnen, wer wohl unwidersprochen den größtmöglichen Quatsch auf der Verbandsseite veröffentlichen darf. Der Dateiname der Pressemitteilung – httpswwwhubberlinen.html, offensichtlich ein Bezug zu dieser zwielichtigen Website – ist dabei noch vergleichsweise harmlos, denn nach der Überschrift wird es nicht mehr besser.

Der größte Teil des Texts ist eine Werbung für die „Verdienste“ und Veranstaltungen des Bitkom e.V. selbst, in deren Rahmen der Verein Schülern „das Coden“ beibringen will; spannend ist jedoch dieser Absatz:

Programmierkenntnisse werden in der digitalen Welt immer wichtiger, aber nur wenige können schon im Jugendalter selbst coden: Gerade einmal jeder zehnte Jugendliche (11 Prozent) kann eigene Programme schreiben oder Webseiten erstellen, wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 10- bis 18-Jährigen ergab. „Smartphones und Tablets gehören für viele Kinder und Jugendliche wie selbstverständlich zum Alltag. Aber nur die wenigsten wissen, wie die Geräte eigentlich funktionieren“, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Christian Kulick.

Klar: Ist die Prämisse (nämlich: dass Programmieren – im Bitkomvokabular: „Coden“ – eine immer wichtigere Fähigkeit sei, als gäbe es immer noch nicht viel zu viele Programmierer im Land und als sei die Aufgabe von Computern einzig diejenige, programmiert zu werden) erst einmal falsch, ist ihre Folgerung eigentlich auch völlig egal, insofern wäre ich beinahe willens, das so stehen zu lassen, aber eben auch nur beinahe.

Dass „gerade einmal jeder zehnte Jugendliche“ und „11 Prozent der Jugendlichen“ eine unterschiedliche Bedeutung haben, weil 11 Prozent eben nicht „gerade einmal“, sondern „deutlich mehr als“ einer von zehn sind, sei verziehen. Mathematik lässt man als „Digitalverband“ vermutlich lieber den Computer machen und der rundet manchmal nicht so offensichtlich. Schwerer wiegt die ausbleibende Differenzierung zwischen Programmieren, Codeschreiben („Coden“), Webseitenerstellen und Smartphonesverstehen, denn nichts davon bedingt einander. Programmieren kann man einen Videorekorder ebenso wie einen gewöhnlichen Computer, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben; Code kann man bequem irgendwo rauskopieren oder abschreiben, ohne selbst etwas zu programmieren; eine Website kommt (gesetzt den Fall, dass man HTML wie auch zum Beispiel RTF, PDF oder Office XML, das Format von neueren Word-Dokumenten, nicht als Programmiersprache, sondern als Beschreibungssprache versteht, wessen ich mir bei Deutschlands nicht parteilichen Digitalexperten freilich nicht sicher sein kann) selbstredend ohne Programmieren aus; was schließlich das Verständnis der Funktionsweise von Smartphones und Tablets mit Programmieren zu tun hat, kann mir vermutlich nicht einmal Bitkom-Geschäftsleiter Christian Kulick sinnvoll beantworten.

Klar: Sind alles Computer, alles ein Brei. Nach dem Feierabend erst mal Strom in den Computer coden, die Anmeldedaten einprogrammieren und online ein paar virtuelle Monster ins Nichts hacken. Wird schon irgendwie passen. Du machst doch was mit Computern, kannst du nicht…? Ist ja alles Computer heute.

Hat eigentlich schon mal jemand eine solche repräsentative Umfrage unter der Bitkom-Belegschaft durchgeführt?

In den NachrichtenPolitik
Tortenpolitiker (3): Sahra Wagenknechts Verdienst

Sahra Wagenknecht, schrieb Max Goldt vor einigen Jahren, sei „der einzige regelmäßige Teilnehmer politischer Diskussionen, auf den sich das überreichlich gebrauchte Wort ‚Faszination‘ ausnahmsweise korrekt anwenden ließe“. Seitdem hat sich daran nur wenig geändert, nur die Unstrittigkeit ihrer Person hat im „Kleinklein“ (Martin Schulz in der heutigen „ZEIT“, allerdings über die SPD) der Parteiströmungen gelitten.

Mittlerweile nämlich ist die „Talkshow-Ikone“ („SPIEGEL ONLINE“) als eine der wenigen öffentlich agierenden Linken-Politikerinnen, denen Vernunft noch mehr bedeutet als kopfloser Klassenkampf, zum Sinnbild des diesen ersetzenden „Grabenkampfs“ (Quelle: Internet) zwischen Partei und Fraktion geworden, was zumindest lustig aussieht; aber trotz aller Bemühungen seitens irgendwelcher Kapuzenschlümpfe, sie aus dem Amt zu backen, bleiben ihre Gegner in der Unterzahl, woraus am gestrigen Abend schließlich eine Wiederwahl Frau Wagenknechts als Fraktionsvorsitzende erwuchs.

Empört über die fehlende „Solidarität“ (Adolf Hitler, Juni 1920, ganz anderer Zusammenhang) der blöden Mehrheit entschlossen sich antideutsche Kräfte aus Partei und Umfeld, ihr – der Partei – endlich mal von Nutzen zu sein und sich künftig von ihr fernzuhalten, denn dieser Kurs, dem zufolge stures Linkssein nicht vor Ratio gehen darf, ist mit emanzipatorischen Bestrebungen nur schwer in Einklang zu bringen. Vorwärts nimmer! Die gedankliche Evaluation des angeblichen Gastrechts, das selbst auf der designierten linken Paradiesinsel Kuba einigermaßen scharf geregelt ist, ist deutsch und damit mindestens 0,8 Gauland wert. Wie viel das in Lindner ist, weiß ich nicht.

Es ist sicherlich nur Zufall, dass diejenigen, die jetzt wütend ihre antisozialen Medien vollschreiben, weil sie nicht kriegen, was sie wollen, und dabei auch einen Schaden bei denjenigen Parteigliederungen und parteinahen Organisationen, die ihre Sache zu vertreten versuchten, in Kauf nehmen (denn wenn ein „Linker“ erst einmal etwas kaputtmacht, dann eben gerade auch das eigene Zuhause; Besitz ist Diebstahl, wissenschon), dem geneigten Popcornkonsumenten vor dem Bildschirm noch aus einer anderen Zeit bekannt sind, als sie noch bei der Piratenpartei völlig fehl am Platz waren und beim mittlerweile legendären Bundesparteitag letzterer Partei in Halle, als deren „linker“ Vorsitzender, in dessen näherem Umfeld seinerzeit auch die Julia Schramm fremde Luft wegatmete, mitsamt seinen Unterstützern, deren Versuch, das weniger radikale Führungspersonal zugunsten einer unter der „Antifa“-Flagge segelnden Partei durch eigene Funktionäre zu ersetzen, erfreulich nachhaltig fehlschlug, abgewählt und bald vergessen wurde, beim Versuch scheiterten, auf dem Flur vor dem Versammlungssaal böse guckend eine Parteispaltung in „die Guten“ und „die Nazis“ zu erzielen.

Sahra Wagenknecht jedenfalls ist zu verdanken, dass die karrieristische „Emanzipatorische Linke“ abermals krachend gescheitert ist; womit ihre Protagonisten freilich schon manche Erfahrungen gesammelt haben. Das Scheitern selbst ist Antrieb und Motiv der linken Sektierer, wie sich in ihren politischen Lebensläufen ebenso erkennen lässt wie in der Tatsache, dass ihr ständiges Dagegen mit keinem messbaren Dafür gewürzt wird. Kalt und dunkel ist das Feuer in ihnen und verwandelt ihren Holzweg in Glatteis. Verdammte Mehrheit immer, die sich von Beliebtheit statt von Parolen und geworfenem Backwerk ködern lässt.

Man könnte fast meinen, repressivem Gebrüll sei politisch kein Erfolg beschieden.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: McCain gegen munitionsunwürdige Völker

Soll ja keiner sagen, die US-amerikanischen Politiker seien aufgrund der ausufernden Waffengewalt nicht besorgt:

US-Senator John McCain, der auch dem Committee on Armed Services vorsteht, hat eine Erklärung herausgegeben, in der er sich darüber besorgt zeigt, dass irakische Streitkräfte US-amerikanische Waffen benutzen, um einen „wertvollen“ Partner der USA anzugreifen.

Meucheln ist ja nicht so schlimm, aber doch nur bitte nur in den wertlosen Ländern!

(übersetzt von mir, gefunden via @schreibrephorm)

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
The Dream Syndicate – 80 West

Oktober (Symboleule)Es ist Montag. Das Ausbleiben von Pelztieren verblüfft offensichtlich selbst die Natur, versehentlich bekäme man wetterbedingt beinahe Lust auf Strand und Getränke mit so einem albernen Schirmchen darin, besinnt sich aber schnell darauf, dass man Strände nur in homöopathischer Dosierung mag, denn oft sind dort rüpelhafte Touristen zugegen. Kauz müsste man sein.

Stattdessen wurde schon wieder gewählt, und zwar gleich mehrfach. Ganz schön langweilig auf Dauer, aber zum Glück ist jetzt erst einmal Ruhe. Christian Lindner, der einzige zeitgenössische deutsche Politiker ohne Vollmeise, begrüßte ungewohnt unbeholfen das österreichische Wahlergebnis, bei dem sich abermals herausstellte, dass junge Menschen nicht unbedingt mehr progressive Politik ins Land tragen; als wäre das per se wünschenswert. Auch die Landtagswahl in Niedersachsen, bei der diejenige Partei zweitstärkste Kraft wurde, die vorschlug, man solle WLAN-Access-Points auf Feuer testen, blieb ohne Befund, wie renommierte Experten sich reimender Namen ausführlich erklärten. Die Piratenpartei – nullkommazwei Prozent – kommt derweil vielleicht allmählich zu der Einsicht, dass Netzpolitik vielleicht doch irgendwie mehr Menschen begeistern kann als Geldverschenken fürs Nichtstun. Von anderen Politikern wünschte man sich indessen mehr Nichtstun: Offensichtlich hat Deutschland Israel zwecks Kriegs nicht nur U-Boote, sondern auch noch Geld verkauft. Jaja, diese Lage da in der Gegend, die ist wirklich beunruhigend. Champagner?

Herausgestellt hat sich auch, dass es offensichtlich eine lautstarke Teilmenge in der Pöblerszene gibt, die es für eine grandiose Idee hält, als Austragungsort für Scheingefechte zwischen linker und rechter Idiotie ausgerechnet die Frankfurter Buchmesse zu wählen, als wäre es nicht offensichtlich genug, dass sie beidseitig kein Buch der letzten fünfzig Jahre mehr gelesen haben. Der intellektuelle Marxismus ist eine ebensolche Farce (cf. Julia Schramm) wie sein literarischer Kontrahent, als Leitmotiv in toto jedenfalls denkbar ungeeignet.

Denkbar geeignet hingegen zu jeder Gelegenheit: Musik.

The Dream Syndicate – "80 West" (Full Album Stream)

Guten Morgen.

ComputerIn den Nachrichten
Kurz angemerkt zum Iwan des Tages: Ertappt!

Es wurde viel ertappt in den letzten Wochen, und die Zeit, in der noch unklar ist, wer der Allerertappteste von allen ist (aus Tradition: der Russe) und wer ihm heldenmutig das Handwerk gelegt hat (hier: nicht so leicht, denn USA und Israel sind moralisch gerade keine besonders überragenden Vorbilder, wie sich überraschend herausgestellt hat), würde ich einfach mal unverbindlich empfehlen wollen, einen größeren Vorrat an Lizenzen von Software von Kaspersky zu kaufen, und zwar nicht zwecks Installation, denn „Antivirensoftware“ ist den Ärger, den sie macht, unter keiner halbwegs rational vertretbaren Prämisse wert, sondern einfach, um den Amerikanern einen papiernen Schrecken einzujagen, denn wohl nur weniges hielte ihren Hochmut derzeit so sehr zurück wie ein Erstarken der russischen Binnen-, lies: EDV-Wirtschaft; weil: dem Iwan, dem elenden, ist der Patriot Act mitsamt seiner Legitimierung staatlicher Einbrüche in intimste virtuelle Lebensbereiche aus verdammt guten Gründen dermaßen egal, dass es eigentlich merkwürdig ist, dass überhaupt noch irgendjemand sich anstelle dieses zweitkleinsten Übels – wobei das kleinste nach wie vor „Finger weg von dem Blödsinn“ heißt – „Sicherheitssoftware“ aus anderen Ländern andrehen lässt.