Archiv für die Kategorie ‘Fotografie’.

Wann immer ich etwas fotografiere und das entstandene Foto für einen Artikel verwende, landet der Artikel hier. Vorsicht, ich bin ein wirklich sehr, sehr schlechter Fotograf.

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Hamburger Nächte

Frechheit, eigentlich:
Da halte ich mich am Wochenende zu Unterhaltungszwecken in Hamburg auf und verpasse ausgerechnet ein in einem anderen Stadtteil stattfindendes Straßenfest mit zahlreichen „Demonstranten“:

> … die Polizei hätte sich nicht zwischen die 600 Nazi-Gegner und die
> 90 NPD-Demonstranten stellen sollen. Der NPD-Spuk wäre schnell vorbei
> gewesen.

600 gewaltbereite Linke vs. 90 gewaltbereite Nazis – das zeigt ganz
klar: Wir haben ein Nazi-Problem. *kopfschüttel*

(heise.de-Forum)

Immerhin konnte ich am Bahnhof einige Vertreter des Karnevals der Kulturen bewundern und, damit einher gehend, wieder einmal feststellen, dass man in den interessanten Momenten des Lebens seine Kamera nicht griffbereit hat.

Manchmal allerdings schon:

Kakteen

(Tropenhaus im Naturpark Planten un Blomen, Eintritt frei, worauf wartet ihr noch?)


Amüsant übrigens ist auch das Hamburger Abendblatt. Die Titelseite der Ausgabe vom 6.9. zierte die Überschrift:

Hamburger Schüler interviewen Steinmeier: „Was finden Sie selbst an sich interessant?“

Schön, wenn eine Tageszeitung zur politischen Bildung ihrer Leser beiträgt.


Schön ist, wie ich meine, auch das Fundstück der Woche, von zahlreichen Weblogs und Twitter-Nutzern verbreitet und nun aus Gründen der Albernheit auch hier zu finden:
Kinderkreis TV, in den 80-ern produzierte Werbesendung, die, so weit mir bekannt ist, dummerweise auch noch völlig ernst gemeint ist. „Spitze!“

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Abenddämmerung

FotografiePersönliches
Impressionen: Romantische Betrachtung eines Morgens im August in Begleitung eines Haustiers (Versuch 2)

Nach einer eigentlich zu kurzen Nacht, der Sonnenaufgang war schneller als man selbst, verlässt man das Haus. Das ferne Zwitschern des frühen Vogels dringt durch die Stille der Kleinstadt wie durch Nebel. Der vierbeinige Begleiter begibt sich, gleichsam schweigend, auf die Suche nach vertrauten Gerüchen.

Die Sonne, die noch zwischen den Dächern schwebt, färbt die Bäume am Wegesrand leuchtend grün, deren Duft den Raum erfüllt, dessen Wegen man folgt. Als wäre es Lebensenergie, atmet man tief ein, um den Geruch des Sommermorgens, jeden seiner Bestandteile, in sich aufzunehmen. Inmitten dieser Szene hüpfen junge Vögel umher und begrüßen den Tag.

Guten Morgen.

All die Eindrücke, die so aufeinander treffen, lassen ein eigenartiges Gefühl entstehen. Etwas breitet sich im Inneren aus. Für einen kurzen Moment ist man allein mit sich selbst.

Gerade rechtzeitig kommt der Vierbeiner zurück, schaut erwartungsvoll und setzt auf ein kaum merkliches Zeichen hin seine Erkundungsreise fort.
Wie, denkt man dann, macht so ein Hund das eigentlich mit dem Glücklichsein?

Fotografie
Unschaf.

Flauschcontent:

Müde?

(Ohne Schaf, trotzdem flauschig.)

FotografieIn den NachrichtenNetzfundstücke
Medienkritik X: Keine Panik, ruhig Blut!

Gestern sprach ein potenziell Krawall machender Jugendlicher anlässlich der jährlichen Aufstände am 1. Mai in ein RTL-Mikrofon, um auszudrücken, dass ebendiese Aufstände einen praktischen Nutzen hätten, der da laute, der Wirtschaft resp. der Politik „die Meinung des Volkes“ angesichts der derzeitigen Finanzlage nahe zu bringen.
Warum stehen Wellensittiche eigentlich gern auf einem Bein? Amüsanter Anblick, aber rätselhaft.
Ob sich die Wirtschaft resp. die Politik nun sonderlich um die Gründe für die Zerstörungen scheren, ob sie die randalierenden Personengruppen überhaupt noch zur Kenntnis nehmen, ist offenbar eine Frage, die sich den Berichterstattern und ihren Befragten nicht stellt. Wenn Revolution zur Routine wird, verliert sie ihre Wirkung.

Nun haben die Deutschen es ja ohnehin nicht so mit der Revolution; wenn ihnen etwas nicht passt, versprechen sie, die nächste Wahl entsprechend durchzuführen, warten bis zum Wahltag und vergessen bis dahin wieder, was ihnen nicht gepasst hat. Einige Verwegene machen ihrem Unmut auch Luft, indem sie wütend in ein Mikrofon sprechen, wie es zum Beispiel der eingangs erwähnte Jugendliche tat, jedoch genügt es nie dazu, die Verursacher der Wut zu beeindrucken. Da ist Frankreich wesentlich weiter entwickelt, wie auch Oskar Lafontaine schon richtig feststellte:

„Wenn die französischen Arbeiter sauer sind, dann sperren sie Manager mal ein. Ich würde mir das hier auch mal wünschen, damit die mal merken, dass da Zorn ist, dass da Menschen um ihre Existenz fürchten“, sagte Lafontaine im WDR-Hörfunk.

Aber so wird vermutlich auch dieses Jahr nichts passieren, was ernsthafte Konsequenzen für das Land mit sich bringen wird, und wir können mit dem normalen Tagesablauf fortfahren.

Der Tag ist ohnehin bereits ausreichend gefüllt mit Ereignissen, über die zu berichten sich die Medien nur selten zu blöd sind. In den Niederlanden zum Beispiel wurde ein Anschlag verübt, zwar nicht mit brennenden Autos, aber doch immerhin mit einem Auto. So weit eigentlich vergleichsweise nebensächlich, wäre nicht auch hier die Berichterstattung eine wunderliche. Lukas schreibt:

Weil sich zumindest Teile dieses Unfalls in der direkten Nähe des königlichen Busses abspielten, wurden diese Bilder live im Fernsehen übertragen. Dass grausame Dinge on air passieren, gehört zu den Risiken einer Live-Übertragung. Die Frage ist, wie man in den nächsten Momenten damit umgeht.

Und tatsächlich konnte man sich auf die Blutgier der Verantwortlichen verlassen. Berichte über den Anschlag gibt es außerhalb des Rundfunks nicht unbebildert, vor allem nicht im Fernsehen und im Internet. Da muss das Blut spritzen, das weckt die Neugier der potenziellen Zuschauer. (Eigentlich ist’s nur wenig erstaunlich, dass die Zeitungsverlage über rückläufige Kundenzahlen klagen. Einen Eindruck vom wirklichen Leben bekommt man nur, wenn man schön nahe am Geschehen ist, insbesondere, wenn dieses Geschehen ein blutiges ist.)

Trash-Portale wie “Spiegel Online“, Bild.de, focus.de und stern.de, aber auch FAZ.net zeigen Bildergalerien, in denen man sich unter anderem darüber informieren kann, wie eigentlich schwere Kopfverletzungen oder Mund-zu-Mund-Beatmungen aussehen.

Der Mensch ist schon ein seltsames Wesen; in der Regel ist er stets darum bemüht, Schaden am eigenen Leib zu vermeiden, aber fremdes Leid zieht ihn auf wundersame Weise an.

Dies könnten auch Schweine feststellen, würden sie unsere Medien konsumieren; kaum verschwinden die Meldungen über die Finanzlage des Staates, schon gibt es Schweinegerippe Schweinegrippe und täglich neue Zahlen bezüglich der Verbreitung und der Anzahl der bisher Betroffenen. Das Wort „Pandemie“, in diesem Zusammenhang gern aufgegriffen, bedeutet übrigens lediglich, dass es sich um eine sich global ausbreitende Krankheit handelt, und sagt über die Zahl der Erkrankten nichts aus. Da dies aber nur wenig Panik schürt, lässt es sich auch umformulieren, zum Beispiel so:

Todes-Virus H1N1 wütet auf der ganzen Welt!

Das ist inhaltlich nicht falsch; tatsächlich ist es ein Virus, das tödlich sein kann und bereits auf mehreren Kontinenten zu finden ist. Lediglich die Wortwahl „wütet“ ist ein bisschen übertrieben.

Aber wer wird denn pingelig sein?

FotografieSonstiges
Um aus Fehlern zu lernen, muss man zunächst Fehler machen.

„Liebe, Liebe, Liebelei, morgen ist sie vielleicht vorbei“, so sang einst Tony Holiday.
Aber was kümmert’s das Herz, wenn der Kopf sich dessen bewusst ist?

Der Mensch, so scheint es, sucht stets nach Gleichgesinnten.
„Gegensätze ziehen sich an“? Mag sein, aber für Herzensdinge darf’s dann offenbar doch bevorzugt ein Spiegelbild der eigenen Person sein.
„Gleich und gleich gesellt sich gern“, ’nen Zehner ins Phrasenschwein und weiter geht’s:

Bloß keine Reibereien!
Der potenzielle Lebensabschnittspartner sollte einen ähnlichen Humor haben, ähnliche Musikstile mögen, ein ähnliches Lebensziel verfolgen, ähnliche Interessen besitzen, und die politische Richtung darf natürlich auch nicht abweichen von der eigenen (wenngleich man selbst die zeitweise kritisch sieht).

Und wenn man dann nach vielen Monaten, gar Jahren voller Gemeinsamkeiten erkennt, dass Dialoge, die im Wesentlichen gegenseitige Zustimmung ausdrücken, mitunter recht eintönig sind und die Basis für eine gemeinsame Zukunft dieser Eintönigkeit gewichen ist, lag’s meist daran, dass „die Chemie nicht gestimmt“ hat.

Die Suche nach dem potenziellen Nachfolger resultiert dann in einem solchen, der im Wesentlichen genau so ist wie der vorige Partner.

„Das Herz macht keine Fehler.“

Dies sollte man jedenfalls meinen.

FotografieIn den NachrichtenPolitik
Lebensqualität für Afrika!

Eine schnelle Versorgung der Bevölkerung in Afrika mit Computern und Internetanschlüssen hat die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi gefordert. Die digitale Kluft zwischen Nord und Süd müsse rasch geschlossen werden, sagte Ebadi am Montag zum Auftakt des „Global Media Forum“ der Deutschen Welle in Bonn.

(Quelle)

Es ist natürlich überaus bedauerlich, dass noch niemand zuvor auf diese Idee gekommen ist.
Wir Naiven haben doch tatsächlich geglaubt, den Afrikanern fehlt es im Wesentlichen an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung; nein, was ihnen fehlt, ist das Internet!
Das löst zwar wahrscheinlich das Hunger- und Krankheitsproblem nicht, aber immerhin können sie darüber bloggen. Wird sicher ein Erfolg.

Aber vermutlich bedarf es mit mindestens dem Friedensnobelpreis ausgezeichneter, folglich gesellschaftlich hochrangiger Persönlichkeiten, um solche Lösungen hervorzubringen, zumal auf einem solch wichtigen Kongress:

Anlass für den Kongress ist nach den Worten des Intendanten der Deutschen Welle, Erik Bettermann, die Erkenntnis, dass die Auseinandersetzung über Konfliktprävention und Friedensstiftung international geführt werden muss. Über Ländergrenzen, Kultur- und Sprachräume hinweg müssten alle Seiten und verschiedenen Perspektiven einbezogen werden.

Das heißt, weniger komplex, jedoch mehr gewagt formuliert, dass das Ende aller Kriege nur mithilfe globaler Diskussionen erreicht werden kann und eine Grundversorgung mit Internetanschlüssen der erste Schritt zum Frieden ist.
Was ja für die afrikanischen Völker höchste Priorität haben dürfte.

Wie viele Internetanschlüsse es zurzeit in den USA gibt, ist mir übrigens nicht bekannt.