Archiv für die Kategorie ‘In den Nachrichten’.

Wenn ich Nachrichten sehe, höre oder lese, muss ich darüber schreiben, sonst werde ich sauer.

In den NachrichtenPolitik
Kurz notiert zu #le1212

Offensichtlich demonstrieren heute sog. „Neonazis“ in Leipzig für oder gegen irgendwas, Genaueres scheint sich der allgemeinen Berichterstattung zu entziehen. Natürlich nennt man das dann nicht Demonstration, sondern „Aufmarsch“, als bliebe das Wort „Demonstration“ denen vorbehalten, deren politische Forderungen und Ideale sich auf „wir sind gegen die“ beschränken; dafür sind ihre Eltern 1968 nicht auf die Straße gegangen, aber wer will schon sein wie seine Eltern?

Man mag ja fast nicht zuschauen:

Böller und Steine fliegen Richtung Nazis

Die Nazis haben ja offensichtlich diese Provokation bewusst gesucht, immerhin haben sie sich in antifaschistische Stadtteile (ob die Stadtteile das wissen?) begeben. Schuld trägt außerdem natürlich die Polizei, die die Demonstranten an größeren Schäden zu hindern versucht, ohne sie bliebe sicherlich alles friedlich.

Da sind Twitterrevolutionäre ja beinahe noch harmlos:

Es kann vorkommen dass ich hier Gewalt gegen Faschisten ausdrücklich befürworte.
Sport frei.

Wenn’s für Denksport eben nicht reicht.

In den Nachrichten
Aus dem „Ehrlichen Nachrichtenkanal“

„Es folgt die Sondersendung: Alles, was wir zum Thema ‚Anonymous‘ sicher wissen.“

Räusper, räusper.

Blätterrascheln.

Ein Schluck Wasser wird getrunken.

Weiteres Rascheln.

„Nichts.“

Tosender Beifall im Publikum.

In den NachrichtenPolitik
Medienkritik in Kürze: Von Türen und Toren

Die Medien haben sich gerade von dem Schock erholt, dass es nun wieder unschick ist, Frankreich zu sein, schon kriegen sie vor Begeisterung den Mund nicht mehr zu: Der Papst hat eine Tür aufgemacht. Ich habe auch schon mal feierlich eine Tür geöffnet, aber das hielt niemand für erwähnenswert. Ich finde das etwas schade.

Schon etwas interessanter vielleicht ist ausnahmsweise „SPIEGEL ONLINE“, wo man nicht nur einen weiteren Gauck’schen Ausbruch der Emotionen („Sie sehen mich hier einigermaßen bewegt“, ebd.) zu vermelden weiß, sondern auch weit Tiefergründiges:

Die Chef-Christdemokraten mögen sich noch so bieder geben, CDU-Funktionäre heizen den Hass gegen Andersdenkende und Flüchtlinge an. Und sie sitzen in den Ortsbeiräten, in den Kreistagen, missbrauchen die Demokratie für ihre Zwecke.

Hoppla, verlesen, das steht da gar nicht – natürlich wird auf „SPIEGEL ONLINE“ der Unterschied zwischen Regierungs- und Splitterparteien berücksichtigt, es ging natürlich um die NPD, die wieder einmal verboten werden soll, weil, wie jeder weiß, politisch Radikale sofort aufhören, radikal zu sein, wenn man einen ihrer öffentlichen Vereine auflöst:

Der Staat darf Hetze und Gewalt gegen Minderheiten nicht tolerieren, sondern muss eine Grenze setzen.

Zur allgemeinen Erbauung ist das Bundesverfassungsgericht als überparteiliches Organ nicht der Staat, denn nur wenig wäre fataler als die unheilige Koalition aus CDU/CSU und SPD zu höchsten Richtern über Recht und Unrecht entscheiden zu lassen; aber wer auf „SPIEGEL ONLINE“ über Politik schreibt, der braucht bekanntlich nicht viel Wissen über sein Ressort.

Dieser hanebüchene Quatsch ist in seiner Gesamtheit übrigens eine Antwort auf den Kommentar eines anderen Redakteurs von „SPIEGEL ONLINE“, der da schrieb:

Wie wehrhaft muss der freiheitliche Staat sich zeigen? Gerät er in der Not in Gefahr, seine eigenen Werte – Freiheit, Liberalität, Weltoffenheit – aus Angst vor der unheimlichen Bedrohung hintanzustellen? (…)

Während deutsche Kampfflugzeuge an der Seite einer internationalen Kriegskoalition über Syrien kreisen, Bomben und Raketen als letztes Mittel für den Schutz der freiheitlichen Ordnungen vor dem IS aufbieten, sitzen die deutschen Verfassunghüter (sic! A.d.V.) in ihrem Gehäuse beim Glasperlenspiel.

Da machen sie wenigstens nichts kaputt.

Nein, nein, keine Toleranz der Intoleranz; Verbote lösen bekanntlich Probleme, bekanntlich ist mit dem Verbot der KPD vor über sechzig Jahren auch jeder radikale Kommunismus aus Deutschland vertrieben worden, mit dem Verbot des Vertriebs von Software wie CloneCD jedes Musikkopierportal in der Versenkung verschwunden. Vielleicht sollte jemand anregen, Straftaten allgemein zu verbieten – jede Terrorgefahr wäre damit zweifelsohne aus der Welt geschafft.

Die einfachsten Lösungen sind oft die besten.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Dillinger Escape Plan – Milk Lizard

SchuuuhuuuuuiiiiiiMontag. Zusammen aufzuwachen wäre noch etwas grandioser, wenn da nur nicht dieses Vermissen danach wäre; aber wie könnte man seinen Montag ansonsten besser beginnen als mit Kaffee und zu zweit? Manchmal: Dankbar sein.

Ein jingle spielt. Die Nachrichten. Great Schrott. Kann man sich eigentlich auch totlachen? Das wäre mal ein humaner Krieg. Warum nicht gleich Krieg gegen Niederschläge in Form von Regen am Wochenende? Vielleicht sollte man Terrorismus einfach verbieten. Andererseits: Religion ist Krieg.

Das ist alles so deprimierend. Gucken wir ins Tierreich. – Das kann man ja mal verwechseln: „Ich dachte, die Frau in meinem Bett sei ein riesiger Panda.“ Die sehen sich aber auch immer alle so ähnlich.

Es ist ja nicht alles schlecht. Es gibt jetzt Klopapier mit Lebkuchengestank. Dann muss man das Zeug nicht erst essen und spart einen Weg. Aber ich will nicht klagen. Seid besinnlich, sonst…

The Dillinger Escape Plan – Milk Lizard – Live on Fearless Music

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Was wir am besten können

Die Bundesregierung will bis zu 1200 Soldaten in den Kampf gegen den IS schicken. (…) Es ist ein Kampfeinsatz, den Kanzlerin Angela Merkel und ihre Minister planen – mit Aufklärungstornados, Luftbetankung und einer Fregatte soll Frankreich im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) unterstützt werden. (…) Kurz vor der Entscheidung sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) der „Bild“-Zeitung: „Wir tun das, was militärisch gebraucht wird, wir am besten können und politisch verantworten können.“

Wenn wir Deutschen eins können, dann ja wohl Krieg!

(per SPON)

In den NachrichtenMontagsmusik
JPL – Invisible Death

Keine EuleMontag. Aufzuwachen von Geräuschen der besten aller Partnerinnen vermag manches zu erleichtern, auch die Uhrzeit. „Mistwetter statt Kaffee“ ist das neue „Brot statt Böller“. Das alte war auch doof.

Die Nachrichten überschlagen sich derweil: Günther Jauch hört mit Monologsmoderation auf. Doch, echt! Dann muss man ja wieder Fußball gucken, wenn man nicht schlafen kann. Wie anstrengend ist das denn‽ – Andererseits könnte es schlimmer sein. Man könnte mit Kind zur Arbeit gehen. Nix geben. Nix zeigen. Ich mag eh keine fremden Babys.

Und es war, ist und wird noch mehr Advent, Kinder werden umworben und indoktriniert. Die Infantilisierung und Indoktrination mit dem sparentflammten Geist der Weihnacht geht voran. Zum Glück zahlen wir Rundfunkgebühren, sonst wäre das Fernsehprogramm dieser Tage sicherlich nicht besonders spannend. Ab Ende Dezember dürft ihr Menschen wieder offen hassen. Das Christsein ist sowieso verbrannt, seit Christen sich politisieren.

Die Einschläge kommen näher. Niemand hält die Enten auf. Es wäre Zeit für die Jahresrückschau, aber unsereins ist ja faul und ein bisschen erkältet. Stattdessen also erst mal JPL. Eine gute Band, ein gutes Album (das aber anders heißt).

Guten Tag.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Dreimal kurz zitiert: Windows 10, Wohlfühlstudenten, Kassenklingeln

Microsofts kreative Versionierung:

This initial shipping version of Windows 10 can also be identified by a build number, 10240. Where the 10 stands for 10 and the 240 stands for absolutely nothing. Actually, the 10 doesn’t stand for 10 either: That’s just the 10,240th time Microsoft has built Windows. Except, of course, that it isn’t.

:lachtot:


Genderirrsinn an der Yale University:

It is not about creating an intellectual space! You understand that? It is about creating a home here! You are not doing that!

Naja, auch in den USA brauchen sie ja Leute, die später mal die Klos putzen.


Der Tod ist ein Kassenwart aus Deutschland:

Die Waffen, die vor zwei Wochen an die 130 Franzosen getötet haben, waren nun vielleicht doch nicht, wie vormals behauptet, von hier. Das meldeten die Nachrichten in allen Kanälen. Dass sie in Deutschland geordert wurden, war halt doch nur ein Gerücht von bösen Zungen. (…) Wieder ein wenig weniger Schuld auf den Schultern dieses Landes.

Die Schuld, die Schuld tragen zum Glück immer die Anderen (i.e. Gabriel, Sigmar).

In den Nachrichten
Medienkritik (extern) in Kürze: „Zeigt ja Zahl, misst ja Qualität.“

Es mag überraschen: Manchmal gucken sogar Journalisten nicht so genau hin. Konzertierte Anonymous-Aktion oder getrolltes Trolltrollen? Zivilistin oder zerfetzte Selbstmordattentäterin? Die sehen ja auch alle gleich aus:

Die angebliche Selbstmordattentäterin von Saint-Denis lebt ahnungslos in Marokko

Vorher ging natürlich ein, sagen wir, unvorteilhaftes Wannenfoto von ihr durch die Medien, natürlich nackich. Die Botschaft kommt an: Wir, der Westen, sind nicht prüde; wir, der Westen, mögen Nippel. Wir sind hier frei und ihr, die Terroristen, nicht. Frei von Besonnenheit, möchte man da hinzufügen, nicht aber frei von verqueren Weltbildern. Natürlich sind die Guten aber immer diejenigen, die das Richtige bejubeln, wie’s das Stimmungsbarometer auf der Website eines bekannten deutschen Drecksblatts dem Vernehmen nach gut widerspiegelt: Hier stirbt ein Rohling! Lachen, Weinen, Wut, Trauer?

Was das Richtige ist, wird mit den Füßen abgestimmt. Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier. Zumindest, so lange sie sehen können, wo die anderen Geier sind:

Drüben beim fratzenbuch gibts noch zähler in den so genannten “buttons”, die in wirklichkeit träcking-wanzen sind, die diese ganzen idjoten in ihre webseits reinbauen. Zeigt ja zahl, misst ja kwalität!

Bekloppt, alle bekloppt.

ComputerIn den Nachrichten
I got a hangover, whoa.

Erregung über Leute, die Kunstwerke und Konzerte nur noch zu besuchen scheinen, um sich selbst dort zu fotografieren, ist eigentlich auch mal wieder angemessen; auf die Generation derer, die auf Konzerten allein deshalb klatschen, um sich selbst dafür zu beglückwünschen, das jeweilige Lied zutreffend erkannt zu haben, folgt offenbar jene, deren Hineingeborene das digitale Spiegelbild zum Zentralgestirn des kulturellen Kosmos‘ erklärt haben. Für die virtuelle Ewigkeit konserviert wird heute der Moment der eigenen Zufriedenheit völlig ohne Einfangen des Moments selbst. Ob sie wohl auch auf Lesungen leicht neben dem Takt der Verse mitklatschen?

Dies nur, da mir unlängst eine Orchesterversion des Straßenfegers „Ghostbusters“ begegnete und das sich sonstwie klassisch gebärdende Publikum schief mitklatschte. Wenigstens sang es nur auf Zuruf einen Teil des Textes. Eigentlich aber lehnt sich mein „Kultur“-Realismus heute gegen die App namens Hannover Hangover auf:

Auf Partys entstehen manchmal Bilder, die man lieber nicht im Netz sehen möchte. Mit der „HangoverApp“ kann man sich schützen, verspricht der Hersteller. Sie zeigt die Aufnahmen nur, wenn alle Beteiligten zusammenkommen.

Das is‘ ja wie bei Snapchat, der Rubbelapp für Katholiken, nur geringfügig anders: Man könnte selbstverständlich darauf verzichten, über von Unbekannten betriebene ebenso unbekannte Server in einem unbekannten Land vor gar nicht allzu langer Zeit selfies von den eigenen Fortpflanzungsorganen miteinander auszutauschen, aber für irgendwas müssen diese hippen neuen Medien ja da sein, und wofür, wenn nicht als Amateurpornoquelle? Gibt’s ja im Internet sonst viel zu wenig. – Ab und zu schüttet Snapchat auch in guter, alter Kommunistenmanier seine Benutzerdatenbank aus, damit wieder Platz ist für neues Fleisch. Sieht ja keiner. Ist ja alles gleich gelöscht.

Und so ist das mit Feierfotos eben auch: Wer davon ausgeht, dass man just in diesem Moment umgeben ist von Leuten, die keineswegs verantwortungsvoller und zurechnungsfähiger sind als man selbst, und man sowieso schon davon ausgeht, dass das, was man hier und jetzt zu fotografieren beabsichtigt, die Öffentlichkeit besser nicht zu Gesicht bekommen sollte, der lässt seine Taschenknipse doch einfach mal in der Tasche und lebt im Augenblick. Nichts ist schlimmer als ein Moment, den man nur durch den Sucher erlebt hat. Aber was soll’s, es ist ja Platz, der Digitalfilm vergisst nicht. Alles sammeln, es sehen ja sowieso nur diejenigen, die auch selbst dabei sind und das mit dem Sucher auch nicht verstanden haben. Eines Tages kann man sich dann mit den Anderen, die den Moment auch verpasst haben, zusammensetzen und sich gemeinsam angucken, was man hätte erleben können, wenn man nicht so beschäftigt damit gewesen wäre, Erinnerungen zu verbildlichen, weil man sich sicher war, dass sie am nächsten Tag ohnehin allmählich verblassten.

Das Leben als Projektion, als sei es nur im Hochglanz etwas wert.

Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael /
Nun glaubt uns kein Mensch, wie schön’s hier wa-a-ar.
Nina Hagen


Real-Life-Hack des Tages: Erhalten Sie hier Ihren Gratisfalken!

In den NachrichtenMir wird geschlechtMusikNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 19. November 2015

Pünktlich zum heutigen internationalen Männertag habe ich mir die tödliche Männererkältung zugezogen. Meine verbleibende Lebenszeit ist daher wahrscheinlich kurz. Bevor ich also abtrete und der Nachwelt ein CDU-regiertes Deutschland hinterlasse, kann ich ein paar Nachrichten der letzten Tage trotzdem nicht unkommentiert lassen. Es gibt Schlimmeres.

Netzpolitik zum Beispiel mag „tot“ sein, aber sinnlos ist sie bei Weitem nicht: Ein US-Geheimdienstler findet, an Terrorismus seien allein Datenschützer schuld. Zum Glück haben wir in Deutschland ein paar Parteien, die sich trotzdem um eine lebenswerte Gesellschaft kümmern, zum Beispiel die „Grünen“, die endlich eine Möglichkeit gefunden haben, ihrem image als Partei der Waffennarren und erhobenen Zeigefinger eine neue Form der Beklopptheit zu geben:

„Um sicherzustellen, dass alle Menschen gleichermaßen genannt und dadurch mitgedacht werden, wird in unseren Beschlüssen ab jetzt der Gender-Star benutzt“, begründet der Bundesvorstand seinen Vorstoß.

Beziehungsweise eben der*die Bundesvorstand*in. Ich finde es übrigens durchaus angenehm bissig, bei der Sprachverhunzung dem Patriarchat weiterhin den Kern eines Wortes und den Frauen das überflüssige, aber immerhin letzte Wort („*in“) zu überlassen.

Da wir gerade bei Parteien sind: Laut „SPIEGEL ONLINE“ sei die AfD derzeit die drittstärkste Kraft im Bundestag. Wie praktisch, dann muss man nicht mehr wählen gehen, wenn der Wahlausgang Jahre zuvor rückwirkend per Umfrage festgelegt wird. Hunde, wollt ihr ewig leben? Manche jedenfalls nicht: Das Netz ist gespalten. Was wir jetzt brauchen, sind mehr traurige Menschen mit Zetteln, mehr Flaggenavatare auf Twitter und mehr Tonnenboys (m/w).

Apropos Tonnenboys bzw. och nei, du: Xavier Naidoo („Wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“, aus: „Wo sind sie jetzt?“), der wohl bekannteste Gefangene der Deutschland GmbH, darf 2016 im „Eurovision Song Contest“ für dieses schwer gebeutelte Land „singen“. Nun könnte man einwerfen, dass es ja ein Länder- und kein Musikerwettstreit sei, und dann hört man sich einmal die dort aufgeführten austauschbaren englischsprachigen Mitklatschschlager der vergangenen Jahre an und zieht seinen Einwand zurück. Seien wir doch ehrlich und geben zu, dass wir uns mindestens seit dem Jahr nach Nicole Ohnenachnamens erschreckend erfolgreichem „Ein bisschen Frieden“ nicht mehr mit den Auftritten identifizieren können und mit der Musik noch viel weniger. Dass aus Deutschland nicht viel gute Musik kommt, mag stimmen; dass aber der „Eurovision Song Contest“ ein medial aufgeblasener Schlagerwettstreit und kein ernst zu nehmendes künstlerisch bemerkenswertes Musikfestival ist und Xavier Naidoo mit seinem melodisch und textlich bestenfalls nur belanglosen Gejammer nicht einmal der lachhafteste mögliche Vertreter Deutschlands ist, wird vor lauter Politisierung viel zu sehr verdrängt.

„Leike Setteleit“ war auch nicht deshalb ein Erfolg, weil es so gut zu Deutschland passen würde.

Gute Besserung uns allen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Mono für Alle! – Gentrification

UuaaaahEs ist Montag. Ein Blick nach links und lächeln. Zumindest war es diesmal kein Traum. Das Käuzchen schweigt und genießt, das Leben kann beginnen.

Allmählich verdaut man dann auch, was letzte Woche außer den erneuten Anschlägen in Frankreich, unserem Nachbarland mit scharfer Vorratsdatenspeicherung zur effizienten Gewaltprävention, mitsamt dringend erforderlichen Belanglosigkeiten noch geschah. Endlich wurde wieder jemand getötet, damit das Töten aufhört. Der unbewaffnete neunjährige Autist hingegen, der unlängst von der US-amerikanischen Polizei erschossen wurde, war gar nicht bedrohlich. Hoppla! Aber solche Fehler können ja mal passieren in dieser verrohten Gesellschaft, die nach der Überwindung von Lesesucht, die im 19. Jahrhundert unser Miteinander gefährdete, und Fernsehen, das im 20. Jahrhundert unser Miteinander gefährdete, inzwischen durch Smombiefizierung gefährdet wird. Das Jugendwort des Jahres erkennt man ja normalerweise daran, dass es niemand benutzt.

Unverzeihlich ist es hingegen, wenn auf Müllermilch eine Dunkelhäutige prangt. Allein der Name schon – „Schoko“! Das heißt doch jetzt Farbigolade. Gegen einen muskulösen dunkelhäutigen Musiker hätte man aber wahrscheinlich nichts gehabt. Die werden ja nicht diskriminiert dadurch.

Man weiß schon gar nicht mehr, was man noch zeigen soll. Menschen jedenfalls nicht.

Dann eben Elektrodingsbums.

G-e~n*T-r-i^f.i.K.@.t#i+0N — [mono für alle]

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Deutschland, deine Allegorien! (8)

parken

(via)

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Kurz verlinkt: Christliche Sterbehilfe

Warum muss man für Sterbehilfe eigentlich in die Schweiz fahren? Ach so, richtig – weil derselben CDU, die ein Recht auf den Export schwerer Waffen in Kriegsgebiete wortreich einfordert, christliche Werte wichtig sind:

Auch wenn der christliche Glaube Menschen Hoffnung gibt, haben viele Angst vor einem langen Sterbeprozess oder vor Schmerzen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber betonte in Berlin: „Es darf kein Geschäft mit dem Tod geben. Künftig steht die geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe.“

Geschäftsmäßige Beihilfe zur Tötung Dritter hingegen kurbelt die Wirtschaft an. Aufschwung, wissenschon.

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Schmalhans des Tages: Angela Merkel, CDU.

Dieser Artikel ist Teil 12 von 14 der Serie Schmalhans des Tages

Was hatten wir denn lange nicht? Ach, richtig – einen Politiker, der Unsinn erzählt. Und wo sonst sollte er sitzen als in der CDU/CSU?

Dabei hatte diese unheilige Union ja durchaus begonnen, sich dem Neuland zu öffnen. Wieso sonst sollte ein CSU-Minister auf Bundes-, ein CDU-Politiker auf europäischer Ebene für das Internet zuständig sein? Und auch Angela Merkel, sonst nicht unbedingt für eine Meinung bekannt, besann sich laut Presse bereits im Mai 2014 darauf, dass es mittlerweile Menschen auch im Telekom-Deutschland gibt, die vom Internet leben müssen:

Kanzlerin Angela Merkel hat sich für einheitliche europäische Regeln im Urheberrecht, beim Datenschutz und für den Breitbandausbau stark gemacht.

So weit, so beängstigend. Zum Glück hatte sich diesbezüglich, wie gewohnt, sehr lange nichts getan, so dass man getrost vergessen konnte, dass so etwas überhaupt einmal zur Sprache gekommen war. Weiterlesen ‘Schmalhans des Tages: Angela Merkel, CDU.’ »

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Hooffoot (live)

Kalt draußenDas Internet freut sich: Die Website des größten deutschen Totholzverschwenders sperrt nun Leute aus, die ihren Rechner gern vor Kriminellen schützen möchten. Allerdings sind sie sogar dafür zu doof, denn die mobile Website (soll heißen: die, die man sieht, wenn man versehentlich mit einem smartphone draufgeht) lässt sich von Adguard zumindest unter Android nicht am Funktionieren hindern. Damit kann ja auch keiner rechnen.

In der Türkei steigt derweil ’ne Feier: Dem Erdoğan seine Partei hat die absolute Mehrheit zurückerobert, und wer bei Eroberungen an Kreuzzüge und blutige Gemetzel denkt, hat damit angesichts der dortigen Kurdenschlachterei vermutlich nicht Unrecht. Die OSZE beklagte den mit Gewalt geführten Wahlkampf, was die Bundesregierung natürlich brennend interessiert: „Regierungssprecher Steffen Seibert begrüßte am Montag den friedlichen Verlauf der Wahl“, man will ja den Großkunden nicht verlieren: Kurden nutzen deutsche Waffen gegen den IS, während die Türkei ihrerseits (über die NATO militärischer Verbündeter Deutschlands) Kurden bombardiert. Frieden schaffen, ihr Affen.

Apropos Affen: Apple lässt CCC-Apps auf Apple TV nicht zu, weil man im CCC naturgemäß auch Apples Betriebssysteme technisch analysiert. Vielleicht sollte der CCC auf dem anstehenden 32. Congress im Gegenzug Apple-Geräte vom Gelände verbannen.

Man könnte ja auch ganz andere Dinge tun, zum Beispiel Hooffoot hören.

Hooffoot — Burg Herzberg Festival 2015

Guten Morgen (n.V.).