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Kov­lo – Suez // Watt ihr Volt

Nichtflix und Chill

Es ist Mon­tag. Bir­ken­stock sei jetzt im Trend, ent­neh­me ich fas­sungs­los den „Flie­gen­den Bret­tern“. Hof­fent­lich geht’s den scheuß­li­chen „Schu­hen“ damit bald wie Bubble Tea: man sieht sie jah­re­lang nicht mehr im öffent­li­chen Raum und danach nur noch ver­schämt in irgend­ei­ner dunk­len Ecke.

Kapi­ta­lis­mus im End­sta­di­um: „n‑tv“ berich­tet sicht­bar atem­los, ein oller Pul­li von Dia­na (der Dia­na) wer­de ver­stei­gert, und zwar für wesent­lich mehr Geld als ange­nom­men. Ich habe den Beruf ver­fehlt. Dia­na hät­te ich wer­den sol­len. – Klei­dung ist sowie­so ein umstrit­te­nes The­ma: „Unse­rer Autorin fällt es schwer, auf Klei­dung­su­che nicht kom­plett durch­zu­dre­hen“; und dann wun­dern sich die Leu­te, dass unser­eins seit der spä­ten Jugend sei­nen All­tags­klei­dungs­stil nicht mehr nen­nens­wert geän­dert hat. Ein­zig der ver­krampft geho­be­ne Stil für so Anläs­se kam seit­her hin­zu, aber da dreht man ja nur durch, wenn man die Schu­he anzu­zie­hen ver­sucht. Das Aus­su­chen geht eigent­lich.

Ein ehe­ma­li­ges Mit­glied des nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­vor­stands von Volt, einer sich vor allem an ein jun­ges Publi­kum rich­ten­de Par­tei, die ihre gan­ze Exi­stenz von der Pira­ten­par­tei abge­schrie­ben hat („pan­eu­ro­päi­sches“ Selbst­ver­ständ­nis ein­ge­schlos­sen), hat, ent­neh­me ich einem Video, anschei­nend den Holo­caust rela­ti­viert, um eine Frau­en­quo­te durch­zu­set­zen. Es war eine unglaub­lich dum­me Idee, jun­ge Naiv­lin­ge für die Par­tei­po­li­tik begei­stern zu wol­len. (Apro­pos: Ist es eigent­lich grund­sätz­lich noch legal, ohne Smart­phone in einen Zug zu stei­gen?)

Kapi­ta­li­sten, die was auf sich hal­ten, machen einen gro­ßen Bogen um Net­to, sonst wäre die­se Mel­dung (All­er­gi­ker­war­nung: „Golem.de“) ein wei­te­res Apro­pos wert: Ein­kaufs­wa­gen las­sen sich dort dem­nächst viel­leicht „ganz ein­fach“ mit dem Smart­phone ent­sper­ren. So hält man Omas von der Kas­se fern. Das Unter­neh­men hin­ter die­ser tol­len Erfin­dung heißt unge­fähr Wan­ze. Das reicht ja auch schon zur Erklä­rung.

Das „Wall Street Jour­nal“ erläu­tert (Archiv­ver­si­on mit ohne Bezahl­schran­ke), dass Musik­strea­ming – und allen vor­an der Platz­hirsch Spo­ti­fy – nicht nur die Hör­ge­wohn­hei­ten der Kun­den („Benut­zer“) per­ver­tiert hat, son­dern auch die Wer­ke selbst des­sent­we­gen aus der Form gera­ten: Alben wer­den län­ger, Lie­der dafür kür­zer. Dem gilt es ener­gisch ent­ge­gen­zu­wir­ken. Das aktu­el­le Album von Nǽnøcÿb­bŒrg Vbërr­Holö­käävsT ist über 44 Stun­den lang, was ein guter Ansatz ist.

Für heu­te jedoch sol­len acht Minu­ten genü­gen.

KOVLO – SUEZ

Guten Mor­gen.