Archiv für die Kategorie ‘Computer’.

Alles, was eher die computeraffine Klientel interessieren könnte, wird hier abgelegt.

Nerdkrams
„Ja oder Ja?“

Wer glaubt, allzu schräge Programmtexte seien stets die Schuld eines Übersetzers, der könnte zum Beispiel die Android-app STweaks als Gegenbeispiel nehmen:

STweaks

„Es wird festgelegt, wie man mit I/O-Anfragen umgeht und wie man mit ihnen umgeht.“

Beides! Praktisch!

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz verlinkt CLXIX: Eine Frist für die Frist!

Google gefällt das:

Seit Monaten drohen europäische Datenschützer mit Sanktionen – doch bisher hat Google nichts an der Sammlung seiner Nutzerdaten verändert. Nun gibt es erneut eine Frist, das Super-Profil an europäisches Recht anzupassen.

„Und wenn’s wieder nicht klappt, dann eben mit der nächsten.“
— Hausmarke: Mädchen No. 1

Netzfundstücke
Kurz verlinkt CLXVIII: „Platsch!“

Ist ja klasse, „Nachtwächter“, dass du ein wachsames Auge auf die Internetfähigkeit der deutschen Politiker wirfst:

Helfer, die von der Adresszeile in den Twitterclient kopieren…

Nur:

"Platsch!"

„Platsch!“

In den NachrichtenNerdkrams
„Und plötzlich merkt ihr, dass man sich an einem Messer ja verletzen kann.“

Vielleicht hätte man es ja wissen können. Schon 2011 erkannten auch eher langsame Medien wie SPIEGEL ONLINE, dass Richard Stallman Recht hat, wenn er schreibt, dass die cloud vor allem Enteignung bedeutet.

Wer seine Daten, wie öffentlich und belanglos sie auch sein mögen, auf einen fremden Server hochlädt, der gibt damit die Herrschaft über diese Daten ab. Wie kann ein Nutzer der cloud prüfen, was der Serverbetreiber mit den Daten anstellt? Aber es ist doch so praktisch, sein digitales Leben auf Google und Facebook – nicht nur bei fremden Anbietern, sondern auch in einem fremden Land – zu verteilen, man hat ja nichts zu verbergen.

Und trotzdem muss erst PRISM, ein Überwachungsszenario, das von Geheimdiensten schon seit Jahren – von der Öffentlichkeit nicht weiter zur Kenntnis genommen und für Hirngespinste von Aluhüten, also Datenschützern, gehalten – auch im Inland praktiziert wird, daherkommen, bis deutsche Blogger aus allen Wolken (eben aus der cloud) fallen:

Lange war sich die Netzwirtschaft einig: Daten und Rechenprozesse sind in der Cloud am besten aufgehoben. Doch im Lichte der US-Internetüberwachung erscheint das Konzept plötzlich wie eine ziemlich dumme Idee.

Was die Wirtschaft sagt, wird schon stimmen. Natürlich kann man es auch überleben, wenn man russisches Roulette spielt. Dass erst jemand auf die eine Kugel im Lauf hinweisen muss, bevor die Mitspieler merken, dass da irgendetwas gefährlich sein könnte, ist allerdings ein bisschen bedenklich. Wie unfassbar naiv seid ihr eigentlich, ihr Martin Weigerts und ihr Netzwirtschaftler dieses Landes, dass ihr glaubt, der lächelnde Mann im Anzug mit dem Geldkoffer, dem ihr zufällig an der Bushaltestelle begegnet, sei vertrauenswürdig genug, dass ihr ihm eure Passwörter und euer Leben anvertrauen könnt, falls ihr beides mal verloren haben solltet?

Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären paranoid gewesen.

Netzfundstücke
Kurz verlinkt CLXVI: „Warum haben Sie sich dafür entschieden, Ausländer zu sein?“

Supi-Fragestellung übrigens, „Deutschlandstiftung Integration“, die ihr da habt, wenn sich jemand bei euch für euer Stipendienprogramm „Geh‘ deinen Weg“ bewerben möchte:

Erzählen Sie uns bitte kurz (150 Wörter), warum Sie einen Migrationshintergrund haben.

„Na ja, ich wurde im Ausland geboren und meine Familie auch“ scheint als Anforderung nicht zu genügen. Vielleicht wird eine Antwort wie diese, diese, diese oder diese erwartet.

Ich habe einen Migrationshintergrund, weil ich mir das so ausgesucht habe. Er macht mich exotisch und somit interessant für Arbeitgeber.

rotfl

(via @KatiKuersch)

Nerdkrams
Todo.txt und Orgmode: Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht?

Zu den Dingen, die den durchschnittlichen Benutzer mehrerer Computer (etwa Laptop und Smartphone und Spiel-PC) trotz (oder wegen) all des Webzweinullquatsches immer noch zu überfordern scheinen, gehört es offenbar, eine Liste zu erledigender Dinge anzufertigen, die auf allen benutzten Systemen gleichermaßen zur Verfügung steht. Wie sonst ist es zu erklären, dass immer wieder neue Varianten des Konzepts „Liste von Dingen mit Datumsangabe“ als neues kommendes Ding angepriesen werden?

All die Wunderlists, Toodledos und Astrids haben jedenfalls eines gemeinsam: Sie machen es zu kompliziert.

Früher, bevor der Computer Dinge verkomplizierte, bestanden solche Listen noch aus reinem Text, wichtige deadlines wurden gelegentlich auch in papiernen Kalendern notiert. Besondere Speicherformate waren nicht notwendig, auch keine Dechiffriermethoden: Benötigt wurden lediglich Lese- und Schreibkenntnisse.

Im Jahr 2003 entstand mit dem orgmode ein erstaunlich später Versuch, dieses einfache Konzept in digitaler Form nachzubilden. Die entstehenden Dateien enthalten Prioritäten, Datumsangaben und auch sonst allerlei Informationen, die man für ein todo benötigen könnte. Der essenzielle Vorteil gegenüber oben genannten Alternativen: Die .org-Dateien sind reine Textdateien ohne besondere Formatanweisungen – sie lassen sich in jedem Texteditor fehlerlos und einfach bearbeiten. Mit MobileOrg gibt es auch eine Android-app inklusive einer Möglichkeit, die .org-Dateien per Internet freizugeben, was für uns Mehrgerätenutzer ein deutliches Plus ist. (Ob diese app ein widget zur schnellen Übersicht noch zu erledigender Aufgaben besitzt, weiß ich leider nicht.)

Doof am orgmode ist es, dass man mehr oder weniger an Emacs gebunden ist. Einige weitere Texteditoren neben Emacs, der die Referenzimplementierung des orgmodes bis heute beherbergt, haben inzwischen auch Syntaxhighlighting und weitere Unterstützung für das orgmode-Format als Plugin erhalten; stets aktuell ist jedoch nur die Originalversion, Inkompatibilitäten nicht ausgeschlossen. Außerdem hat die Aufteilung in mehrere Dateien zwar strukturelle Vorteile, aber den Nachteil, dass es komplizierter wird, alle Aufgaben im Blick zu behalten.

Die von mir zurzeit bevorzugte Alternative ist Todo.txt. Dieses Format folgt ähnlichen Zielsetzungen wie der orgmode, ist jedoch frei von den erwähnten Nachteilen: Zum Einen gibt es keinen Standardeditor für das Format (es ist nicht einmal ein offizielles Plugin vorhanden), zum Anderen beschränkt sich das Format auf eine einzige Datei (eben die Datei Todo.txt), was nicht nur die Übersicht, sondern auch das Synchronisieren erleichtert. (Offiziell wird zurzeit nur Dropbox unterstützt, natürlich funktioniert aber auch jeder andere ähnliche cloud-Dienst.) Dafür ist es möglich, für jeden Eintrag eine Priorität, Anfangs- und Enddatum, einen „Kontext“ und ein „Projekt“ festzulegen. Es gilt: Jede Aufgabe entspricht einer Zeile.

Ein Beispiel:

Diese Zeile besagt: Die höchstpriorisierte („(A)“) Aufgabe – Teil des Projekts „nichtblog“ im Kontext „online“ – wurde am 4. Juni 2013 geplant. Hierbei sind fast alle Angaben optional – valide wäre also auch einfach:

Eine ausführliche Formatbeschreibung (englischsprachig) ist im Projektwiki zu finden.

Es gibt diverse Desktopeditoren für Todo.txt, unter anderem für Windows und Linux. Einige von ihnen sind auf der Projektwebsite verlinkt. Ich meinerseits benutze in der Regel den von mir bereits 2011 gepriesenen Editor Sublime Text für diese Aufgabe – immerhin handelt es sich bekanntlich um „normale“ Textdateien. Um mir das trotzdem ein bisschen zu vereinfachen, entwickle ich gelegentlich ein Syntax-Highlighting-Plugin für Sublime Text, das Farbkodierungen für die einzelnen Elemente hinzufügt.

Außer dem recht mächtigen Kommandozeilenskript „Todo.txt CLI“ gibt es von der Entwicklerin auch eine mobile app für iOS und Android, die ein Dropboxkonto zwar zwingend voraussetzt, aber alles Nötige mitbringt. Auch ein widget ist verfügbar:

Todo.txt-Widget (Screenshot von Gina Trapani, lizenziert unter by-nc-sa)

Natürlich ist das alles weniger cool als die umfangreich gestaltete Hype-app der Wahl zu benutzen. Andersherum betrachtet aber: Todo.txt und .org-Dateien werden noch verfüg- und benutzbar sein, wenn die kleinen Unternehmen, die für die Alternativen verantwortlich sind, längst nicht mehr existieren.

Man kann es auch übertreiben mit dem vermeintlichen Komfort.

Netzfundstücke
Gute Laune dank Bahn-App!

Als gelegentlicher Bahnreisender werde ich häufig Zeuge der Qualitätsoffensive der Deutschen Bahn. Aktuell spülte mir diese Offensive eine Umfrage zu den diversen Diensten der Deutschen Bahn ins Postfach, die zweifelsohne ihresgleichen sucht.

„Ihre Schaffner sind unfreundlich, Ihre Preise zu hoch und Ihre Fahrpläne nicht mal als Klopapier tauglich“ lautete leider keine Auswahlmöglichkeit; stattdessen fragte man mich unter anderem nach meinen Erfahrungen mit den mobilen apps der Deutschen Bahn. Ach, die Funktionalität? Weit gefehlt!

Bahnumfrage

„Jede Zelle meines Körpers ist glücklich, jede Körperzelle fühlt sich wohl.“
— aus bekanntem Video mir unbekannten Ursprungs


Apropos glücklich: Drüben auf Geraspora erklärte ich abermals, warum der Zauber der Piratenpartei verflogen scheint.

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: FOCUS ist nicht mehr cool.

Tja nun, FOCUS Online:

FOCUS und Facebook

Tja nun.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Kurz verlinkt CLX: Uns geht’s doch gut!

Die (nach eigenen Angaben) „Qualitätsjournalisten“ von SPIEGEL ONLINE (das waren die hier) sind immerhin gelegentlich doch noch im positiven Sinne belustigend.

Der Schlussteil des heute kurz nach Mitternacht veröffentlichten Artikels „Neue Umfrage: Europäer trauen Europa nicht mehr“ (regelmäßige Leser meiner Texte rufen nun vielleicht verwundert „Ach?!“) etwa ist ein humoreskes Bonmot sondergleichen:

Befragt zu Stereotypen über andere EU-Länder, halten die Bürger in sechs der acht Umfrage-Staaten Deutsche für am wenigsten mitfühlend, in fünf von acht Nationen für am arrogantesten. Bundesbürger können derlei Ressentiments nicht verstehen: Nach ihrem Urteil ist Deutschland die vertrauenswürdigste, mitfühlendste und am wenigsten arrogante EU-Nation.

Echt jetzt; die Banausen da unten haben nur keine Ahnung!

Netzfundstücke
Stupssex

„Warum bin ich immer noch Single?“ hört man vielerorten junge und nicht mehr ganz so junge Mädchen verzweifelt rufen. Nun, vielleicht liegt das daran, dass sie es potenziellen Bewerbern nicht leicht machen, überhaupt als jemand zu erscheinen, der das ändern möchte.

Ein anschauliches Beispiel wurde mir gerade wieder in meine Twitter-timeline gespült. Auf Facebook gibt es bekanntlich die Funktion „Anstupsen“, die wahrscheinlich so was ist wie „Gruscheln“ auf StudiVZ. Offenbar ist die Benutzung dieser Funktion inzwischen eine Kurzform für „hallo, ich bin total interessiert an Sex mit dir“ oder ähnliches.

Twitternutzerin @_kleines__ gab nämlich bekannt:

Mich in FB anschreiben und beste Freundin anstupsen.

Männer denken wohl, wir reden nicht.

Ohne Kennenlernchance geblockt.

Warum diese Haltung? Nun, das ist doch offensichtlich: Wenn ein (womöglich schüchterner und) an Frau @_kleines__ interessierter Mann sich nämlich endlich aus der Deckung traut und selbige endlich anschreibt (wobei unklar ist, ob mehr als nur eine Begrüßung im Anschrieb stand), dann verpflichtet er sich damit selbstverständlich sofort, jedwelche positiven Kontakte zu ihren Geschlechtspartnerinnen zu unterlassen.

„Ich habe mich tierisch in dich verliebt und kann nur noch an dich denken“ wird wirkungslos, sobald man eine andere Frau anstupst – Anstupsen ist bereits der erste Schritt zur späteren Untreue!!1. Wieder was gelernt.

Tja – warum sind manche Frauen nur immer noch Single?

Spaß mit Spam
mm..hi)

mm…Spam) in meinem Posteingang! Eine gewisse „Mila“ (mit Anführungszeichen) schreibt mir ohne grundlegendes Verständnis von Textformatierung, nämlich ohne Zeilenumbrüche, dies:

Hi how a u??My name is Herda.

Guten Tag, Frau „Mila“-Herda. Ich bin belustigt.

I have a great desire to find a mate and soul mate.

Also einen für’s Bett und einen für’s Sofa quasi. Müssen die beiden voneinander wissen?

I am 29 years old. I am gentle and affectionate girl. I want to find a permanent mate.

Also einen mate, einen soul mate und einen permanent mate. Zum Ohrwurm fehlt nur noch der funk soul brother. Aber warum sollten sich diese Herren für Sie, Frau „Mila“-Herda, interessieren?

Nun, dafür gibt es Gründe:

For this, I have all the features. I like to create comfort me nice when the house is beautiful and clean. I think that serious relationship is a responsibility. But just as they are full of romance and feelings.

Ich übersetze frei: „Hierfür (für die Partnerschaft jedwelcher Art, A.d.V.) bringe ich alle nötigen Voraussetzungen mit: Ich mag es, wenn das Haus sauber ist. Ich halte ernsthafte Beziehung für Verantwortung, sofern sie voller Romantik und Gefühle ist“.

Hm.

Kurz gesagt: Frau „Mila“-Herda würde sich gern als Putze andienen und wäre damit überaus glücklich. Nun, dank der Emanzipadings kann eine Frau heutzutage ihre Stellung in der Beziehung ja selbst nach Belieben definieren. Wer wäre ich, dass ich ihr da reinreden würde?

Our dreams are the same?

Nee, ich mag nicht putzen und halte Putzen auch nicht für einen essenziellen Bestandteil einer romantischen Zweisamkeit.

I’m from Berlin !!!

Zum Glück schrieb sie mir auf Englisch; Berliner versteh‘ ich immer so schlecht.

Vielleicht sollte ich ihr mal schreiben.

Spaß mit Spam
Benzin ist gerast: „Chubbly 87 will es mit Ihnen machen!“

Folgende Spam lasse ich mal auf den Betrachter wirken:

Benzin ist gerast

Leser rast mit.

In den NachrichtenNerdkramsPolitik
Kurz verlinkt CLIX: Das BKA und der Markenrechtstrojaner

Nachdem vor einigen Jahren ein erster „Bundestrojaner“, also ein mit illegalen Methoden arbeitendes Werkzeug zur mehr oder weniger unbemerkten Onlineüberwachung vermeintlicher Straftäter, eher weniger regelkonform war, hat das Bundesinnenministerium nun nachgebessert:

Das Bundesinnenministerium hat zehn Lizenzen des FinSpy-Trojaners für die „Quellen-Telekommunikationsüberwachung“ (Quellen-TKÜ) erworben. (…) Das BKA will den eingekauften Trojaner übergangsweise einsetzen, bis die Behörde eine Überwachungssoftware in Eigenregie entwickelt hat.

Dass auch bei diesem neuen Trojaner nicht alles regelkonform abläuft, steht außer Frage. Der Konzern hinter „FinSpy“ beziehungsweise „FinFisher“, Gamma International, sieht sich bereits mit der ersten Klage konfrontiert; nicht jedoch wegen der Entwicklung illegal verwendbarer Anwendungssoftware, sondern aus markenrechtlichen Gründen:

Mozilla hat die Firma Gamma International abgemahnt, welche die Überwachungs-Software FinFisher, auch bekannt als Staats-Trojaner, herstellt. Der Grund: Diese Software gibt sich als Firefox aus und begeht damit einen Missbrauch der Mozilla-Marke.

Dabei ist zur Erklärung erwähnenswert, dass der Trojaner nicht so tut, als sei er ein Browser:

Gammas Software ist komplett eigenständig und benutzt lediglich Mozillas Markenzeichen um sich als Firefox und damit als vertrauenswürdiges Programm zu tarnen. Der Spionage-Trojaner gibt sich als Firefox.exe aus und beinhaltet die dazugehörigen Hersteller-Informationen wie die Versionsnummer von Firefox und Copyright-Hinweise von Mozilla. In den Quellcode wurde außerdem das “Assembly Manifest” von Firefox wortwörtlich eingebunden.

Die Zuständigen bei Gamma International können allerdings froh sein, dass sie ihr Produkt nicht davidbowie.exe genannt haben. Der GEMA traue ich inzwischen alles zu.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitikWirtschaft
Mehr Hartz IV für alle!

Heute wird wie jedes Jahr der Kampftag der Arbeiterklasse zelebriert. Während einige Leute diesen Tag nutzen, um geräuschreich die NPD zu kritisieren, und andere der Ansicht sind, eine polizeilich genehmigte Kundgebung sei total revolutionär, haben zumindest die Gewerkschaftler und einige Parteien auch den früheren Sinn dieses Tages, nämlich die Vertretung der Rechte einfacher Arbeitnehmer, nicht vergessen.

Zum Beispiel die SPD.

Die Gewerkschaften wollen durch Mitbestimmung und Tarifpolitik die Lage der arbeitenden Menschen verbessern. (…) Denn nur gute Arbeit sichert gute Renten.

Deshalb fordern SPD und Gewerkschaften unter anderem dies:

  • einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro – flächendeckend, in allen Branchen, in Ost und West
  • die Verhinderung des Missbrauchs von Werkverträgen
  • die Abschaffung der Möglichkeit, befristete Arbeitsverträge ohne Sachgrund abzuschließen

Dass die „8,50 Euro“ laut DGB, auf den die SPD sich hier stolz beruft, zu einem Einkommen unter der Armutsgrenze führen würden, sei mal gnädig verschwiegen, immerhin war von mindestens 8,50 Euro die Rede. (Gut, die SPD spricht ausdrücklich von „guter Arbeit für alle“, nicht von „gut bezahlter Arbeit für alle“, insofern kann man es ihr ohnehin nicht begründet vorwerfen.)

Dass die Agenda 2010 einen Reallohnverlust von etwa neun Prozent mit sich brachte, wie der dortige Kommentator „Garfield“ anmerkte, setzt den Forderungen von SPD und Gewerkschaften allerdings die Eselsmütze auf. Die Hartz-IV-Gesetzgebung machte die Verhinderung des Missbrauchs von Werkverträgen ebenso schwieriger wie die Abschaffung der Möglichkeit, befristete Arbeitsverträge ohne Sachgrund abzuschließen. Im Wesentlichen ruft also die SPD dieses Jahr dazu auf, gegen die Politik der SPD zu demonstrieren.

Nicht, dass wir das nicht sowieso tun sollten.

NetzfundstückeSonstiges
Warum Text, wenn man auch ein Bild benutzen kann?

Ein ziemlich merkwürdiges Phänomen zieht sich durch die so genannten „sozialen Netzwerke“.

Dort ist es, sei es nun per „Pinnwand“, „Gästebuch“ oder „Zeitachse“, möglich, jemandem (Einzelpersonen oder einer ganzen Personengruppe) kurze Nachrichten, aber auch Bilder zu hinterlassen. Während kurze Texte als Bildunterschrift durchaus gelegentlich Sinn ergeben (etwa für (De-)Motivational Posters), stammt die etwa im Blog „Sheng Fui“ praktizierte Eigenart, ganze Texte als Grafik einzubinden, noch aus der Zeit, als Webfonts (also vom Webdesigner bereitgestellte Schriftarten) noch nicht verbreitet waren, es jedoch gelegentlich nötig war, einen Text auf jedem System in identischer Formatierung anzuzeigen. (Dass auch vergleichsweise kleine .gif-Grafiken in einer Zeit der analogen Modems im Vergleich zu reinem Text nicht gerade schnell geladen und angezeigt wurden, hinterfragt die damaligen Angewohnheiten insbesondere.)

Vorhin stieß ich über allerlei verworrene Umwege auf den hier aus datenschutzrelevanten Gründen nicht verlinkten (immerhin jedoch öffentlich einsehbaren) Facebook-Account „Mein Kopfkino ist der reinste Pornoschuppen“. Hierbei scheint es sich um ein reines Spaßkonto zu handeln, dessen Aktivitäten darauf beschränkt sind, unfassbar dumme Sprüche (ähnlich wie „Mein Kopfkino ist der reinste Pornoschuppen“) in Bildform zu publizieren.

Dort finden sich zum Beispiel folgende witzige Bildchen:

Was Hand und Fuß hat Geblickfickt

Nicht erst in der Vergrößerung gut zu erkennen sind die JPEG-Artefakte, die der Sinnlosigkeit des Vorhabens, eine geringe Textmenge in eine Grafik einzubinden, die keinen qualitativen oder pointenbezogenen Mehrwert mit sich bringt, eine weitere Nuance hinzufügen. Falls hier einer derjenigen, die diesem Facebookaccount gelegentlich ihre Aufmerksamkeit schenken, mitliest: Was soll der Quatsch?

Selbst, wenn man dem barrierefreien Web keinen Vorschub leisten möchte (Bilder können halt nicht vorgelesen werden), ist derlei Tun höchst absurd. Der einzige erkennbare „Vorteil“ der Verwendung eines Bildes ist, dass es sich optisch von reinem Text abhebt. Dumme Sprüche wie „Hast du mich gerade geblickfickt?“ (siehe oben) würden auch in einen Tweet passen, jedoch unter Umständen im allgemeinen Rauschen sofort untergehen. Warum man allerdings wollen sollte, dass solche (nicht mal besonders amüsanten) Klowandsprüche besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist mir ein Rätsel.

Anders ausgedrückt: Hört auf damit. Ihr habt das Internet nicht verstanden.

(Und ja, ich habe tatsächlich kurz darüber nachgedacht, diesen Text als Bild einzufügen.)