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Musik 12/2009 — Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 4 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

Fast hätte ich es vergessen: Ein weit­eres Kalen­der­jahr ist bald vor­bei, und das bedeutet außer arschkaltem Wet­ter und aufgewärmtem Bil­lig­fusel auf so genan­nten “Wei­h­nachtsmärk­ten” auch, dass ich wie üblich die for­mi­da­bel­sten Ton­träger des Jahres — jeden­falls die unter ihnen, die nicht zum Hal­b­jahr schon Erwäh­nung fan­den — in Kürze vorstelle.

Und es waren so viele! — So sehr man eine solche Liste auch kürzen möchte, man wird immer das Gefühl nicht los, dass ein Album, das man rauswer­fen möchte, eigentlich doch ganz wun­der­bar gewor­den ist. Also mussten andere Kri­te­rien her. So fiel der Kürzung zum Beispiel das Album The Inci­dent von Por­cu­pine Tree zum Opfer, weil ich mich nur ungern wieder­holen wollte.

Auch dies­mal möchte ich neben aktuellen Alben anhand zeit­los­er Klas­sik­er auch ein wenig Musikgeschichte der let­zten 40 Jahre betreiben und einige Ton­träger auf­führen, die trotz zahlre­ich­er guter Kri­tiken meine per­sön­lichen Qual­ität­skri­te­rien lei­der nicht erfüllen kon­nten.

Ich hoffe, dass dies nicht zu all­ge­mein­er Ver­ach­tung führt, und wün­sche fro­hes Stöbern:

Teil 1: Fut­ter für die Plat­ten­samm­lung.

  1. Astra — The Weird­ing
    “All the blind sight kills the white light” (The Weird­ing)
     
    Das Cover­bild deutet es schon an: Astra erschaf­fen Traumwel­ten. Psy­che­delis­ch­er Pro­gres­sive Rock mit Hardrock-Ein­sprengseln ste­ht auf dem Speise­plan. Sobald der Gesang — zum Beispiel in dem über 15-minüti­gen Titel­stück — ein­set­zt, wird die Nähe zu Yes offen­sichtlich, aber auch The Bea­t­les und Rush lassen grüßen, wilde Impro­vi­sa­tio­nen (etwa in Ouroboros) fügen eine Dosis King Crim­son hinzu. Hin und wieder ist auch ein Mel­lotron zu hören.

    Einzelne Stücke auf “The Weird­ing” stam­men wiederum aus völ­lig anderen Rich­tun­gen (so etwa das an eine Melange aus Europe und instru­men­tal­en Van der Graaf Gen­er­a­tor erin­nernde Beyond To Slight The Maze). “The Weird­ing” ist viel­seit­ig, vielle­icht gar eins der abwech­slungsre­ich­sten Alben des Jahres.

    “The Weird­ing” ist ein ver­ton­ter Dro­gen­trip. Nicht nur LSD, nicht nur Haschisch und nicht nur Kokain, ein biss­chen von allem. Alles, was die späten 60-er und frühen 70-er Jahre musikalisch aus­gemacht hat, wird hier kom­prim­iert, ohne nur bere­its vielfach Gehörtes zu wieder­holen.
    Die beste Umge­bung, um dieses Album zu hören: Licht gedämmt, Augen geschlossen und Kopfhör­er aufge­set­zt.

    Hör­proben sind immer zu kurz, um einen aus­sagekräfti­gen Ein­blick in ein Album wie dieses gewin­nen zu kön­nen. Wer jedoch den Blind­kauf scheut, der find­et die üblichen 30-sekündi­gen Auss­chnitte auf Amazon.de. Gegen­wär­tig (3. Dezem­ber 2009) ist das voll­ständi­ge Album außer­dem auf YouTube zu find­en.

  2. Gargamel — Descend­ing
    “Sud­den­ly the silence cov­ers the sea, dis­ap­pears with the wind, it seems like a dream” (Pre­vail)
     
    Lange Zeit hielt man Van der Graaf Gen­er­a­tor für nur schw­er zu imi­tieren, auch wegen des ein­ma­li­gen Gesangs von Peter Ham­mill. Gargamel kom­men dem aber schon recht nahe.

    Zwar verzicht­en sie auf ihrem Zweitling neben eini­gen King-Crim­son-Ein­flüssen (zum Beispiel in Trap) weit­ge­hend auf die Mod­i­fika­tion dessen, was Van der Graaf Gen­er­a­tor mit Alben wie “H To He Who Am The Only One” vorgelegt haben, aber das muss ja auch nicht sein. Stattdessen gibt es hier all das zu hören, was das Orig­i­nal ohne David Jack­son schmer­zlich ver­mis­sen lässt: Über 47 Minuten, verteilt auf ger­ade ein­mal vier Titel, ertö­nen Gitarre, Flöte, Sax­o­fon und Gesang von Tom Ugle­bakken, den seine vier Mit­musik­er nach Kräften unter­stützen. Dazu gesellen sich mehrere Gast­musik­er.

    Und wem der Band­name bekan­nt vorkommt: Gargamel, in der Fernsehserie auch Gurgel­hals, ist der böse Zauber­er aus den Die-Schlümpfe-Comics. Ich grat­uliere dem­jeni­gen (also nicht dem Zauber­er) zu sein­er jugend­kul­turellen Bil­dung.

    Eine schlechte Nachricht allerd­ings noch: Hör­proben kon­nte ich nicht find­en. Wer Van der Graaf Gen­er­a­tor schätzt, liegt mit Gargamel jeden­falls sich­er nicht falsch. Allen anderen sei ein Probe­hören im Plat­tengeschäft emp­fohlen; der expres­sive Gesang ist sich­er nicht jed­er­manns Sache. Irgend­wie dann aber auch gut so.

  3. The Dead Weath­er — Hore­hound
    “Play dumb, play dead, try­ing to manip­u­late” (Treat Me Like Your Moth­er)
     
    Jack White, seines Zeichens Musik­er bei The White Stripes und The Racon­teurs, ist mit seinen bish­eri­gen Pro­jek­ten offen­bar noch nicht aus­ge­lastet, und so rief er seine dritte “The”-Band ins Leben. The Dead Weath­er ist eine Alter­na­tive-Rock-Super­group, also eine Band, die aus Mit­gliedern mehrerer bere­its bekan­nter Bands beste­ht. Neben Jack White, der hier aus­nahm­sweise das Schlagzeug und nur sel­ten das Mikro­fon bedi­ent, sind Ali­son Mosshart, Sän­gerin des mein­er­seits bere­its im vorigen Jahr aus­re­ichend gewürdigten Duos The Kills, Gitar­rist Dean Fer­ti­ta von den Queens of the Stone Age und der Racon­teurs-Bassist Jack Lawrence mit von der Par­tie.

    “Hore­hound” — Andorn also — ist der Titel des bis­lang einzi­gen Albums dieser For­ma­tion. Nicht, dass das ein schlecht­es Zeichen wäre: Das Album klingt nach Jack White, aber ist hör­bar energiege­laden­er als alles, was er vorher gemacht hat. Rhyth­mus­getrieben­er Blues- und Funkrock gibt die Rich­tung vor, ein solides Fun­da­ment aus Bass und Schlagzeug treibt die Stücke voran, und der selb­st in den ruhigeren Pas­sagen hek­tisch wirk­ende Gesang tut ein übriges.

    (Kurze Zwis­chenbe­merkung zum Gesang: Ali­son Mosshart ver­stellt sich nicht. Ihre Stimme ist sich­er nicht die ein­er Rock­röhre, und die ver­sucht sie hier auch nicht darzustellen. Um so inter­es­san­ter ist es, ihrem son­st in ganz anderem Umfeld zu hören­den Gesang mal in einem solchen Kon­text zu lauschen. Das Ergeb­nis klingt bess­er als viele andere, gezwun­gen wirk­ende Ver­suche, ein­er Rock­band weib­lichen Gesang beizufü­gen.)

    Zwis­chen krautigem Min­i­mal­is­mus (3 Birds) und Bad-Seeds-arti­gen Gitar­reneska­paden (Bone House) ist viel Platz, und er wird genutzt. Keine Sekunde wird mit Belan­glosem ver­schwen­det, es darf gehüpft wer­den. Musik zum Auf­drehen und Durch­drehen.

    Hör- und Durch­dreh­proben:
    Amazon.de hat Auss­chnitte aus dem Album zu bieten, auf YouTube kann man unter anderen das Video zu Treat Me Like Your Moth­er in voller Länge betra­cht­en.

  4. Argos — Argos
    “ ‘Car­a­van’ and ‘Soft Machine’ and ‘Hat­field and the North’ ” (Young Per­sons Guide To Argos)
     
    Kurz­fas­sung:
    Diese Scheibe ist ein Witz. Und zwar ein guter.

    Lang­fas­sung:
    Argos wurde 2005 von Thomas Klar­mann gegrün­det, der den Can­ter­bury Sound der 70-er Jahre verehrte und zu Beginn sämtliche Instru­mente allein spielte. Bis 2008 erweit­erte sich die Beset­zung zum mul­ti­in­stru­men­tal­en Trio, das neben Gitar­ren, Bass und Schlagzeug auch Flöte und Key­boards ver­wen­det.

    Musikalisch bewegt man sich auf alt­bekan­nten Pfaden: Eine abwech­slungsre­iche Melange aus Retro-Prog und Can­ter­bury, wobei mir beson­ders Car­a­van sowie Hat­field and the North als Ein­flüsse aufge­fall­en sind, ist zu hören. Während über weite Streck­en des Albums die Inspi­ra­tion durch Can­ter­bury über­wiegt, gibt es auch Titel wie Black Cat, die sich bei Retro-Prog-Bands wie The Flower Kings und The Tan­gent, die ja ihrer­seits deut­lich vom Can­ter­bury Sound bee­in­flusst sind, bedi­enen. Sel­ten (beispiel­sweise in Time For Love und Killer) ist auch eine Prise Gen­e­sis (als sie noch gut waren), Van der Graaf Gen­er­a­tor (als sie noch jung waren) und The Bea­t­les (als sie noch ständig unter Dro­gen standen) auszu­machen.

    Und über­haupt, die Titel: “Argos” ist Pro­gres­sive-Rock-typ­isch in drei Stücke (“parts”) aufgeteilt, die wiederum aus jew­eils vier bis fünf “Kapiteln” beste­hen. Die Namen dieser drei Stücke (etwa Part 3: From Liv­er­pool To Out­er Space) geben bere­its vor dem Hören Auf­schluss darüber, wem hier Trib­ut gezollt wer­den soll.

    “Argos” ist eine Ver­beu­gung vor gemein­samen musikalis­chen Vor­bildern, qua­si eine Hom­mage, und will auch gar nichts anderes sein. Die Texte (wer, wie ich, auch darauf achtet, muss sich bisweilen arg zusam­men­reißen, um nicht vor Lachen vom Sofa zu rollen) bekräfti­gen diesen Ein­druck.

    Wer immer nur nach Inno­va­tion und neuen Ideen sucht, wird hier sich­er nicht glück­lich. Wer aber den Can­ter­bury Sound und den ihm eige­nen Gesangsstil mag, dem wird hier über fast 53 Minuten Länge viel geboten. Argos machen kon­se­quent da weit­er, wo The Tan­gent aufhören. Zu hof­fen ist, dass dies nicht das let­zte Album sein­er Art bleiben wird.

    Hör­proben:
    Zwar wird man bei Amazon.de nicht fündig, jedoch hat die Band ein infor­ma­tives MySpace-Pro­fil, wo sie auch Demostücke zum Anhören bere­it­stellt. Wärm­stens emp­fohlen!

  5. Ahkmed — Dis­tance
     
    “Schon wieder fast instru­men­taler Postrock?!”, höre ich Leser schon stöh­nen, bevor ich diesen Abschnitt über­haupt been­det habe.
    Ja, genau das ist es. Fast instru­men­taler Postrock, auf dem ordentlich gebret­tert wird. Fol­gerichtig nahm sich das Online-Mag­a­zin metal.de des Albums “Dis­tance” der aus­tralis­chen Band Ahkmed an, und man liest dort fol­gen­des:

    Geboten wird mit “Dis­tance” ein langes Album für eben­solange Win­ter­abende mit größ­ten­teils instru­men­tal­en Klang­land­schaften voller wirren Riffs, selt­samen Rhyth­men und jed­er Menge spaciger Atmo­sphäre.

    Und so braucht man sich auch nicht zu wun­dern, wenn selb­st ein Lied, das knapp an der Zehn-Minuten-Gren­ze kratzt, let­z­tendlich doch nur aus höch­stens anderthalb Riffs beste­ht. Viele Vari­a­tio­nen, der Gebrauch von weiträu­mi­gen Flan­ger­ef­fek­ten und das fil­igrane Spiel von Dynamik und Span­nung sor­gen jedoch dafür, dass “Dis­tance” nicht lang­weilig wird.

    Nein, lang­weilig ist “Dis­tance” sich­er nicht. Ein Album von Ahkmed klingt ent­fer­nt wie ein Album von Mog­wai, nur irgend­wie rauer und psy­che­delis­ch­er. Gitar­ren­wände und selt­sam flir­rende, elek­tro­n­is­che Klänge begleit­en die Rhyth­mussek­tion, hin und wieder ertönt auch mit viel Hall verse­hen­er, hyp­no­tis­ch­er Gesang (etwa in Caldera). Ein­schal­ten zum Abschal­ten. Gar nicht übel.

    Hör­proben:
    Unter anderem Caldera, meinen derzeit­i­gen Favoriten vom Album, gibt es auf MySpace zum Gratishören.

  6. The War­locks — The Mir­ror Explodes
     
    Die kali­for­nische Band The War­locks (“die Hex­en­meis­ter”) hat ihren Namen sich­er nicht nur zufäl­lig gewählt. Auch The Vel­vet Under­ground trat­en in ihrer Anfangsphase unter diesem Namen auf, und mit diesen verbindet sie mehr als nur die US-amerikanis­che Herkun­ft.

    Das, was The Raveonettes (siehe auch weit­er unten) auf ihrem aktuellen Album schmer­zlich ver­mis­sen lassen, machen The War­locks wieder wett: 43 Minuten lang murmelt Bob­by Heck­sh­er kaum ver­ständliche Texte zu end­los wirk­en­dem Lo-Fi-Gitar­ren­feed­back. Ver­gle­ich­bares ist jeden­falls mir in den let­zten Jahren nur von Dark­er My Love und The Black Angels aufge­fall­en, Ergänzun­gen sind jed­erzeit willkom­men.

    Ideen holt sich das Quin­tett bevorzugt aus den VU-Alben “The Vel­vet Under­ground & Nico” und “White Light/White Heat”; sich­er nicht die schlecht­esten Quellen für kreative Musik. Die Inter­pre­ta­tion geht in punc­to Bass- und Schlagzeu­gar­beit auch dur­chaus über das bloße Kopieren hin­aus: Während The Vel­vet Under­ground eher die Gitarre beton­ten und das Schlagzeug metrono­mar­tig einge­set­zt wurde, ist let­zteres bei The War­locks als eine treibende Kraft mehr im Vorder­grund zu hören, was den immer­hin schon über 40 Jahre alten (trotz­dem kaum geal­terten) zugrunde liegen­den Konzepten einen mod­er­nen Anstrich ver­lei­ht.

    Und, wie heute üblich, die Band stellt auch Hör­proben zur Ver­fü­gung:
    In ihr bish­eriges Schaf­fen kann man auf ihrer MySpace-Seite hinein­hören, außer­dem hat Amazon.de wieder kurze Auss­chnitte aus dem Album im Ange­bot.

  7. Tor­toise — Bea­cons Of Ances­tor­ship
     
    Von den Vor­bildern von gestern zu den Inno­va­toren von heute:
    Auch die Chica­go­er Instru­men­tal­band Tor­toise, die man zu Unrecht immer wieder gern in die allzu pauschale Kat­e­gorie “Postrock” steckt, legte 2009 nach fünf Jahren (wenn man das 2006 erschienene Cov­er­al­bum “The Brave and the Bold” nicht mitzählt) endlich wieder ein reg­uläres Stu­dioal­bum vor und spal­tete die Rezensen­ten­welt erwartungs­gemäß in die, die es für ein Meis­ter­w­erk hal­ten, und die, die es aus den ver­schieden­sten Grün­den nicht ausste­hen kön­nen.

    Das Cov­er deutet es schon an: Auch im 18. Jahr ihres Beste­hens als Tor­toise wid­met sich das Quin­tett dem exper­i­mentellen Min­i­mal­is­mus, ohne, wie zum Beispiel die Ein­stürzen­den Neubaut­en es tat­en, vol­lends in das Avant­gardis­tis­che abzu­driften. Und wie immer wer­den hier die Gen­res wild ver­mis­cht: Gigantes mit seinem merk­würdig ver­schleppten Rhyth­mus etwa wird von lateinamerikanis­ch­er Perkus­sion begleit­et, während Pre­pare Your Cof­fin von Muse-ähn­lichen Key­boards lebt. Der etwas umständlich klin­gende Titel Yinx­i­anghechengqi lässt Gitar­ren und elek­tro­n­is­che Klang­ef­fek­te krachen.

    Immer wieder — an den Stellen, an denen man es nicht erwartet — endet ein Liedteil abrupt, und ein ander­er, meist kon­trär­er set­zt ein. Refrains oder wenig­stens wiederkehrende Muster sucht man hier vergebens.

    Die Hör­proben kann man daher auch tat­säch­lich nur als solche betra­cht­en: Ken­nt man eins, ken­nt man noch lange nicht alles andere.
    Bei Amazon.de gibt es nur die üblichen Schnipsel, dafür hat das MySpace-Pro­fil der Band zurzeit unter anderem Pre­pare Your Cof­fin im Reper­toire.

  8. Gong — 2032
    “We come from an alien nation to the city of self fas­ci­na­tion” (City of Self Fas­ci­na­tion)
     
    Gong? Die gibt es immer noch?”
    Nein, genau genom­men gibt es sie wieder. Seit Dae­v­id Allen und seine dama­lige Lebens­ge­fährtin Gilli Smyth im Jahr 1969 die Psy­che­del­ic-/Space­rock-Band Gong ins Leben riefen, ist die Geschichte der For­ma­tion durch Umbe­set­zun­gen und Kol­lab­o­ra­tio­nen sowie durch den Wech­sel der Stil­rich­tung von Space­rock zu Jaz­zrock und wieder zurück gekennze­ich­net. Zwis­chen­durch hat­te sich der mit­tler­weile ver­stor­bene Schlagzeuger Pierre Moerlen mit eige­nen Inkar­na­tio­nen von Gong (Pierre Moerlen’s Gong und Gongzil­la) selb­st­ständig gemacht, und auch Dae­v­id Allen war nicht untätig, so dass es bis heute neben der Haupt­band unge­fähr zehn andere Gongs gab und zum Teil auch noch gibt.

    Ebendiese Haupt­band hat sich dazu entschlossen, zum 40. Jubiläum des Jaz­zfestes von Amou­gies, auf dem Gong erst­mals nen­nenswerte Aufmerk­samkeit bekam, wieder ein neues Album einzus­pie­len. Die Beset­zung sowohl des Albums als auch der beglei­t­en­den Tour entspricht weit­ge­hend der von 1973; so ist erst­mals seit 1975 auch Steve Hillage (son­st unter anderem bei Arzachel und Sys­tem 7 sowie solo aktiv) wieder an Bord.

    Erfreulicher­weise klingt “2032” auch so. Nach eini­gen Jahren des durch die Zusam­me­nar­beit mit Acid Moth­ers Tem­ple ent­stande­nen japanisch-aus­ge­flippten psy­che­delis­chen Krautrocks hat Dae­v­id Allen wieder Lust auf Space­rock bekom­men, und auch Gilli Smyth ist wieder Mit­glied des Ensem­bles. Let­ztere ist erneut auf dem gesamten Album nur als “Space Whis­per”, also als selt­sam verz­er­rtes Flüstern, zu hören, ein Stilmit­tel, das auch die frühen Gong-Alben geprägt hat. Bisweilen, etwa in Por­tal, wird auch her­rlich gerockt; nicht schlecht, immer­hin ist Dae­v­id Allen in diesem Jahr schon 71 Jahre alt gewor­den.

    Wenn schon Alther­ren­musik, dann doch bitte so!

    Nach all der Lob­hudelei, so berechtigt sie auch sein mag, noch ein paar Hör­proben:
    Das MySpace-Pro­fil von Gong ist nur wenig hil­fre­ich, aus­nahm­sweise empfehle ich daher, die Auss­chnitte auf Amazon.de vorzuziehen. Auf YouTube ist außer­dem unter anderem City of Self Fas­ci­na­tion voll­ständig zu hören.

  9. Dream The­ater — Black Clouds & Sil­ver Lin­ings
    “That where there is despair, I may bring hope” (The Shat­tered Fortress)
     
    Hin­ter all den Anspruch hän­gen wir mal wieder ein wenig Kopf­schüt­tel­musik (beja­hen­des Schüt­teln, kein bemitlei­den­des, ver­ste­ht sich). Dream The­ater, die ver­mut­lich zu Recht bekan­nteste Pro­gres­sive-Met­al-Band min­destens des ganzen Plan­eten mit einem der umstrit­ten­sten Pro­gres­sive-Met­al-Sänger min­destens des ganzen Plan­eten, lässt mit “Black Clouds & Sil­ver Lin­ings” mal wieder von sich hören.

    Für die direk­ten Vorgänger­al­ben fan­den Rezensen­ten meist nur wenig warme Worte; zu unkreativ schien der Ver­such, Dream The­ater durch Zitate aus mehreren Jahrzehn­ten Pro­gres­sive-Rock-Geschichte neu zu definieren, und zu erfol­g­los blieb er dann auch; Dream The­ater bleiben eben Dream The­ater, und als Dream The­ater sind sie einzi­gar­tig.

    Das haben sie jet­zt wohl auch einge­se­hen, und so ist “Black Clouds & Sil­ver Lin­ings” eine Plat­te gewor­den, die wieder so klingt, wie man es von Dream The­ater erwartet: Der Bass poltert, die Gitar­ren jaulen, die Key­boards unter­stützen jedes Instru­ment, wo sie es kön­nen, und James LaBrie intoniert von John Petruc­ci und Mike Port­noy geschriebene Texte, die nach wie vor sehr per­sön­lich gefärbt sind, was bis zu Kind­heit­serin­nerun­gen der Band­mit­glieder reicht (das Ein­stiegsstück A Night­mare To Remem­ber han­delt ange­blich von einem Autoun­fall, den Gitar­rist Petruc­ci als Kind miter­lebt hat­te).

    Sich­er sind die Texte oft auch nur belan­g­los, aber der Qual­ität des Albums schadet das nicht auf­fal­l­end. Ich gehe so weit, an dieser Stelle zu behaupten, dass “Black Clouds & Sil­ver Lin­ings” das beste Dream-The­ater-Album seit dem über­ra­gen­den Konzep­tal­bum “Metrop­o­lis Pt. II — Scenes From A Mem­o­ry” (1999) gewor­den ist. Gut Ding will manch­mal eben doch Weile haben.

    Hör­proben:
    Auf YouTube gibt es unter anderem das feine A Rite of Pas­sage zu hören, auch das MySpace-Pro­fil der Band ist sehens- und hörenswert. Das voll­ständi­ge Album kann man im Schnell­durch­lauf, wie gewohnt, auch auf Amazon.de kon­sum­ieren.

  10. Friska Viljor — For New Begin­nings
    “A heart is much big­ger than a mind that’s upset” (Daj Daj Die)
     
    Friska Viljor ist ange­blich eine schwedis­che Indiefolk­band. “Wie geht das, Indie und Folk?”, fra­gen sich nun vielle­icht einige mein­er Leser. Nun, ich weiß es auch nicht, aber ich möchte es mir auch nicht her­aus­nehmen, selb­st eine Kat­e­gorisierung find­en zu müssen. Dass Gen­reschubladen nur sel­ten zutr­e­f­fen, zeigt sich am Beispiel dieses Duos.

    Was sie so genau machen, ist tat­säch­lich mit Worten nur schw­er einzu­gren­zen. Bewegt man sich im eröff­nen­den Daj Daj Die bere­its zwis­chen den Stilen — eine Folk­melodie mit einem Refrain, der eben­sogut aus dem let­zten Sig­ur-Rós-Albums stam­men kön­nte, und ein­er zer­brech­lichen Gesangsstimme, die man so son­st nur von Indie­rock-Bands ken­nt -, so gibt man den Ver­such des Schubladen­denkens spätestens beim Anhören eines zweit­en Stück­es auf. Lied Num­mer 7, Peo­ple Are Get­ting Old, ist zum Beispiel ein ver­i­ta­bler Indie­rock­song, der auch im Reper­toire der Kaiser Chiefs Platz fände.

    Folk wäre aber wahrschein­lich auch eine höchst unpassende Schublade für Lieder, die Titel wie Sun­ny Day tra­gen und von der Freude am Leben (oder doch am Tod?) han­deln. Nicht umson­st klingt so manch­es Lied auf dem Album wie ein Trin­klied, ohne dass man dafür den Text beacht­en müsste. Eine Art Selb­st­ther­a­pie, so liest man allerorts, sollte die Band Friska Viljor darstellen. Liebeskum­mer in Alko­hol und Gedanken über das Leben zu ertränken ist immer­hin eine alt­be­währte Meth­ode, mit ihm fer­tig zu wer­den.

    Die Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung klingt, in Worten beschrieben, dann unge­fähr so:

    Ja, alle anderen bauen Häuser und grün­den Fam­i­lien, und Friska Viljor touren im klap­pri­gen Bus durch die Welt­geschichte und schreiben im Wald trau­rige Lieder über das Leben. Lieder, die Titel wie Daj Daj Die oder If I Die Now tra­gen und sich vor allem damit befassen, wer und wo man eigentlich sein möchte.

    Das klingt rät­sel­haft und bedarf einiger Hör­proben zur Erk­lärung. Die wiederum find­et der inter­essierte Leser dieser Zeilen im MySpace-Pro­fil der Band sowie in aller Kürze auch auf Amazon.de.
    Ich wün­sche entspan­ntes Sin­nieren.

  11. Nihiling — M[e]iosis
    “Words I say won’t reach you” (Cap­tives)
     
    Nihiling darf natür­lich in dieser Liste nicht fehlen, nach­dem ich mich vorigen Monat von ihrem Konz­ert mit Her­melin, deren Debü­tal­bum ich let­ztes Jahr an dieser Stelle schon aus­führlich gelobt hat­te, her­rlich unter­hal­ten ließ. Die Energie eines Konz­erts kann natür­lich ein Ton­träger niemals wiedergeben, zumal kein im Stu­dio aufgenommen­er. Den­noch bleibt “M[e]iosis” eine feine Scheibe.

    Wer Nihiling noch nie gehört hat, für den möchte ich hier ein wenig name-drop­ping betreiben: Ocean­size. Isis. Tool.

    Natür­lich kön­nte ich jet­zt auch hier eine lange Lobrede for­mulieren, aber ich würde mich wahrschein­lich nur wieder­holen. Dafür ist mir inzwis­chen endlich eine total schlagfer­tige Reak­tion ähn­lichen Niveaus einge­fall­en:

    Was kommt her­aus, wenn man Nihiling einpflanzt?
    Eine Gorke. Bra­ha­ha.

    Genug davon; nicht, dass ich mir hier noch Feinde fürs Leben mache. Musik sollte Men­schen zusam­men­brin­gen und nicht dazu ein­laden, gegen den Grund­satz der Witzemach­er (“keine Witze über Namen!”) zu ver­stoßen. Wird nicht wieder vorkom­men, ver­sprochen.

    Zurück zur Musik also: Solche wie die von Nihiling ist nur unzure­ichend in bloßem Text zu beschreiben. Peter hat’s ver­sucht:

    Nihiling ist eine Gitar­ren­band (der Trend geht ein­deutig zum Drittgi­tar­ris­ten), eine Rock­band, die es richtig krachen lässt, sich aber die Zeit zum Aus­ruhen nimmt. Irgend­wo zwis­chen Ocean­size und Mog­wai. Irgend­wo zwis­chen Pro­gres­sive, Met­al und Post-Rock ((ziem­lich unpräzis­er Begriff)). Die Präzi­son und Schärfe in eini­gen Songs erin­nert den geneigten Hör­er auch an Tool. Aus­fälle gibt es auf dem Album nicht zu ver­melden. Auf höch­sten Niveau voll­brin­gen Nihiling den Spa­gat zwis­chen all dessem, was mir in der Rock­musik gut und wichtig ist. Das Spiel zwis­chen Pro­gres­sive und Post-Rock, mal Instru­men­tal (“Diaphanous Gate” ), mal mit Gesang und nicht unfröh­lich (“Cap­tives”, “Nascent” ), traumhafte Melo­di­en (“The World Ends With Me”), dann wieder eher ambi­ent und entspan­nend oder im wohlbekan­ntem Leise- Laut­spiel (“Not Even Close To Your Under­stand­ing Of…”). All das wird von den Ham­burg­ern traumhaft umge­set­zt und Nihiling erre­ichen gle­ich mit ihrem ersten Album eine sichere Umlauf­bahn um den Post-Rock-Plan­eten, auf dem alle Men­schen glück­lich sind.

    Hör­proben:
    Ein Live­v­ideo des von der Band selb­st nicht son­der­lich geschätzten Stück­es Moth Gate und einige Lieder aus bish­eri­gen Veröf­fentlichun­gen (zwei EPs und ein Album) gibt es auf MySpace.com zum kosten­freien Gutfind­en. Wer es eilig hat, kann auch auf Amazon.de kurz in das Album hinein­hören; aber Eile ist hier nicht ange­bracht. Dieses Album braucht, wie vieles andere aus der großen Postrock­kiste, vor allem Zeit und Geduld. Wer bei­des auf­bringt, wird garantiert belohnt. Und wenn Nihiling irgend­wann in eur­er Nähe auftreten: Geht hin! Ihr werdet es nicht bereuen.

  12. The Void’s Last Stand — A Sun By Ris­ing Set
    “Six bod­ies burst through the out­er­most gate” (Under The Ardent Sun)
     
    Noch ein wenig anstren­gende Musik zum Ausklang. Die Aach­en­er Band The Void’s Last Stand musiziert wirr. Das Album “A Sun By Ris­ing Set” beste­ht aus zwei Stück­en von jew­eils etwas über 25 Minuten Länge und grasen dabei so ziem­lich jeden Musik­stil ab, der ihnen beim Kom­ponieren ger­ade zwis­chen die Fin­ger gekom­men ist.

    Sänger Jonas Win­gens wurde offen­bar von Mag­ma, Damo Suzu­ki und zahlre­ichen weit­eren Musik­ern inspiri­ert, seine Mit­stre­it­er wech­seln der­weil alle paar Minuten das Genre. Moth­er Sun And The Oth­er Sun (Part I) kön­nte eben­sogut aus Demoauf­nah­men ein­er Zusam­me­nar­beit von Can und Ruins stam­men, wären da nicht die Blues­rock­ele­mente und der beina­he radio­taugliche, popin­spiri­erte Schluss. Under The Ardent Sun klingt eigentlich genau so.

    Nik Brück­n­er nan­nte dieses Album “erfrischend unblöd” — ein völ­lig zutr­e­f­fend­es Adjek­tiv. Nie wird die Musik, die diese Band spielt, ein­tönig oder artet in sinnlosen Lärm aus. Wenn man sie unbe­d­ingt als “die neuen Wer-auch-immer” beze­ich­nen möchte, dann schlage ich “die neuen (und besseren) The Mars Vol­ta” vor. Und kaufen kann man das Ding für vier Euro (plus Por­to) direkt bei der Band, also kann man hier dur­chaus auch mal einen Blind­kauf wagen. Blind kön­nte man lei­der auch vom Book­let wer­den, in dem die Texte abge­druckt sind; aber das ist ein, wie ich meine, recht kleines Manko.

    Hör­proben:
    Wer aus welchem Grund auch immer nicht die Katze im Sack kaufen möchte, der find­et im MySpace-Pro­fil von The Void’s Last Stand das gesamte Album zum Probe­hören. Bei­de Stücke wur­den hier­für (und eigentlich auch, nur nicht sep­a­rat aufgeteilt, auf dem Album) in durch­num­merierte Kapi­tel aufgeteilt. Das hil­ft zwar auch nicht, die Zusam­menset­zung des Albums zu ver­ste­hen, aber es ist inter­es­sant zu lesen.

Teil 2: Deutsche Texte mit Ver­stand.

  1. Ramm­stein — Liebe ist für alle da
    “Blitzkrieg mit dem Fleis­chgewehr” (Pussy)

    Wie ich voll des Lobes schon zu erwäh­nen wusste: Ramm­stein ist zurück, und es wird wieder auf die Pauke gehauen. Seit Mitte Novem­ber ist der Titel “Ich tu dir weh” wegen ein­er all­seits bekan­nten, absur­den Entschei­dung der BPjM nur noch als indizierte Ver­sion auf dem Album zu find­en, das tut der Freude aber keinen Abbruch.

    Ich zitiere mich mal wieder:

    “Liebe ist für alle da” ist ein dur­chaus mit Bedacht gewählter Titel für das Album; mit Aus­nahme des Ramm­lieds han­deln tat­säch­lich alle Titel von Liebe in seel­is­ch­er oder rein kör­per­lich­er Form – natür­lich, in Ramm­stein-Manier, mit sado­masochis­tis­chen Zügen inklu­sive ein­er Schilderung des Inzest­falls von Amstet­ten, all dies unter­malt von Musik der härteren Gan­gart, wie sie zulet­zt auf “Herzeleid” und “Sehn­sucht” so ausufer­nd zu hören war. Dazu schre­it und singt Till Lin­de­mann, der seine Stimme um gle­ich mehrere Nuan­cen erweit­ert zu haben scheint, mit ein­er Kraft, dass es eine wahre Freude ist. Schön, dass sie wieder zu ihrer alten Form gefun­den haben. Jet­zt bitte so bleiben!

    Mir bleibt nun nur, dies mit Hör­proben zu unter­mauern. Die gibt es als 30-Sekun­den-Schnipsel auf Amazon.de, das so genan­nte Skan­dalvideo zur ersten Sin­gle Pussy indes ist inzwis­chen auf Redtube.com zu find­en.

    Und apro­pos “so bleiben”:

  2. Die Gold­e­nen Zitro­nen — Die Entste­hung der Nacht
    “Denk mal an die Möglichkeit­en, komm mir nicht mit Arbeit­szeit­en” (Lied der Medi­en­part­ner)

    Die ehe­ma­lige Punkband Die Gold­e­nen Zitro­nen, die ich vor einem Jahr noch als ver­mutete Inspi­ra­tion für 1000 Rob­o­ta erwäh­nte, war noch nie dafür bekan­nt, Erwartun­gen zu erfüllen, und sie bleibt sich treu. “Die Entste­hung der Nacht” ist, so gese­hen, die logis­che Fort­set­zung des Vorgänger­al­bums “Lenin” als Kri­tik an der Gesellschaft des aus­ge­hen­den Jahrzehnts. Musikalisch über­wiegt die Elek­tron­ik, aber hin und wieder wird auch, wie noch auf “Schafott zum Fahrstuhl”, dem Alter­na­tive Rock gefrönt (Lied der Medi­en­part­ner) bis zum Tode Jörg Haiders (Der Lan­deshaupt­manns let­zter Weg) alles, was die Gesellschaft son­st hin­ter vorge­hal­tener Hand zu raunen pflegt, in seine Bestandteile zer­legt und über­dreht wieder zusam­menge­fügt.

    Die ständig wach­sende Viel­seit­igkeit der Gold­e­nen Zitro­nen wird auch in anderen Titeln deut­lich; so ist Der Flötist an den Toren der Däm­merung nicht nur im Titel eine Ver­beu­gung vor Pink Floyd, das von Michaela Mélian gesun­gene Beau­ti­ful Peo­ple kön­nte eben­so von Nico stam­men.

    Ein Album der Gold­e­nen Zitro­nen ist immer auch ein Stück Avant­garde, dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man sich auf sie ein­lässt. Sie konzen­tri­eren das, was pop­kul­turell rel­e­vante Medi­en als Pop­kul­tur beze­ich­nen, und dabei haben sie mit Pop (also pop­u­lar music) noch nie etwas zu tun haben wollen, geschweige denn solchen gespielt. Die Gen­reschubladen bleiben versper­rt.

    Und wer es mir nicht glaubt, der möge sich an den Hör­proben erfreuen:
    Auf Amazon.de gibt es die üblichen 30-Sekun­den-Schnipsel aus dem Album zu hören, YouTube hat mit Mila immer­hin eins mein­er Favoriten von “Lenin” in ein­er klan­glich feinen und bildlich lei­der unguten Livev­er­sion im Ange­bot.

    Klan­glich fein ist auch das, was wiederum eine ganz andere Band vorzuweisen hat:

  3. Jen­nifer Ros­tock — Der Film
    “Die Welt um uns wird alt, aber wir bleiben jung und schön” (Jung und schön)

    Auch auf die Gefahr hin, mit schrä­gen Blick­en gemustert zu wer­den und neue Leser aus skur­rilen Eck­en zu bekom­men:
    Ich mag dieses Album.

    Jen­nifer Ros­tock wirft man im All­ge­meinen mit der Liebeslieder­com­bo Sil­ber­mond in einen Topf, aber das passt nicht zusam­men. Die Musik von Jen­nifer Ros­tock ist grund­sät­zlich vielmehr das Gegen­stück: Die Pro­tag­o­nistin (ich nehme nicht an, dass die Texte immer allzu auto­bi­ografisch sind) ist keine Roman­tik­erin und das Lied ist keine Bal­lade.

    Natür­lich geht es in den Tex­ten auch um zwis­chen­men­schliche Beziehun­gen, aber es geht härter zur Sache. Es geht um gemein­same Nächte, Betrü­gen und Ego­is­mus, vorge­bracht mit ein­er Inbrun­st, von der sich andere Sän­gerin­nen noch eine Scheibe abschnei­den kön­nten, kom­biniert mit ein­er Por­tion Schram­mel­rock (in den besseren Momenten) oder Gitar­ren­pop (in den schlechteren). Obwohl die Band ein Massen­pub­likum anspricht, hat ihre Front­frau eine Stimme, die man auch als solche beze­ich­nen kann.

    Und damit sich der geneigte Leser so unge­fähr vorstellen kann, was ich mit Inbrun­st meine, ver­weise ich als Hör­probe auf ins­beson­dere die let­zte Minute des Liedes Nenn mich nicht Jen­ny. Jau!

    Immer noch nicht überzeugt? Ihr mögt keinen Frauenge­sang oder hal­tet nicht viel von Poprock, selb­st wenn er gut gemacht ist?
    Dann hätte ich noch einen Vorschlag zu machen:

  4. Bela B — Code B
    “Ihr habt Ver­ständ­nis, logo, wenn ich jet­zt mal aufs Klo go” (Bob­otanz)

    Ich hat­te nach dem Kon­sum des Solode­büts “Bin­go!” die Hoff­nung ver­wor­fen, von Bela B, der derzeit offen­bar ohne Punkt geschrieben wird, noch mal Solo­ma­te­r­i­al hören zu dür­fen, das seinen Beiträ­gen zum Werk der Die Ärzte gerecht wird; sich­er, während let­ztere sich ins­ge­samt selb­st nicht so ganz ernst nehmen, sind ihre drei Mit­glieder den­noch ambi­tion­ierte Musik­er, und es wäre nicht kon­se­quent, wür­den sie in ihrem Solow­erk nicht andere Wege beschre­it­en.

    Nun, Herr B ist, wie er selb­st mehrfach ver­laut­en ließ, Vater gewor­den. Das ist in der Regel ein Erleb­nis, das den Men­schen verän­dert, und es macht sich in “Code B” bemerk­bar; nicht nur, weil er seinem Nach­wuchs eigens ein Schlaflied (Dein Schlaflied) wid­met, son­dern auch, weil das Album tat­säch­lich viel weniger verkrampft als “Bin­go!” wirkt und Spaß macht, selb­st in den Liedern, die eigentlich gar nicht so offen­sichtlich witzig gemeint sind wie zum Beispiel der Bob­otanz.

    Ach, ja, der Bob­otanz: Ange­blich als Satire auf irgen­dein Lied von Olli Schulz, von dem wiederum ich bis heute noch nichts kenne, geschrieben ist dieses Stück Musik eins der spaßigeren Lieder. Des Weit­eren hat “Code B” auch zynis­ches (Hilf dir selb­st) und Stücke über das für Bela nach wie vor typ­is­che The­ma Liebe (Altes Arschloch Liebe) in allen For­men (Nin­jababy­pow­pow) im Reper­toire, das oblig­a­torische Vam­pir­lied (Rock­u­la) muss schon gar nicht mehr erwäh­nt wer­den.

    Nicht, dass falsche Erwartun­gen keimen: Bela B klingt auch auf “Code B” wie Bela B, er ver­sucht nicht, sich anzu­biedern, und er definiert sich auch nicht neu. Er hat ein Album aufgenom­men, mit dem er nie­man­dem mehr etwas beweisen muss, und das klingt so lock­er wie seit Jahren nicht mehr.

    Leute, die mit dieser Art von Musik noch nie etwas anfan­gen kon­nten, werde ich trotz aller Worte nicht überzeu­gen kön­nen, also lasse ich die Hör­proben sprechen:
    Amazon.de hat die üblichen kurzen Auss­chnitte im Ange­bot.

Von dem Man­gel an guter deutschsprachiger Musik bekommt man fast schlechte Laune. Schon schade, dass das Ange­bot an sel­biger offen­bar jährlich abn­immt.
Schnell also ein anderes The­ma:

Teil 3: Bil­lig will ich.

Das Inter­net set­zt sich endlich als Ver­trieb­sweg durch: Mod­erne Lizen­zen wie die Cre­ative-Com­mons-Lizenz by-nc-sa ermöglichen es den Kün­stlern, ihre Werke einem inter­essierten Pub­likum kosten­los bekan­nt zu machen, ohne Ver­luste durch Pri­vatkopi­en einz­u­fahren. Hier­bei reicht die Band­bre­ite von völ­lig kosten­losem Verteilen bis zur Zahlung ein­er frei wählbaren Gebühr, sozusagen als Beloh­nung für eine frei­willige Spende.

Drei dieser Alben, alle­samt bei den Schall­gren­zen ent­deckt, fol­gen:

  1. Her Name is Calla — The Her­itage

    Die Band Her Name is Calla kommt aus Großbri­tan­nien und macht tief­trau­rige Musik mit Postrock- und New-Wave-Ein­flüssen; das klingt also, anders aus­ge­drückt, unge­fähr so, als hät­ten sich die Tin­der­sticks mit durch Rauschmit­tel in Trance geset­zten The Cure zusam­menge­tan, nur ganz anders. Im Hin­ter­grund passiert eine Menge, von dem man nichts mit­bekommt, wenn man den Fehler macht und sich auf den Gesang konzen­tri­ert, und das Gegen­teil führt natür­lich zu einem ähn­lichen Ergeb­nis. “The Her­itage” ist spitze, und man ent­deckt immer wieder neue Nuan­cen. Es passiert nicht viel, und ger­ade das ist das Reizvolle an dieser Art von Musik. Der Expres­sion­is­mus hat ein Sprachrohr gefun­den. Drin­gend emp­fohlen: Vorher tief dur­chat­men.

    Kon­sum:
    Als Stream ste­ht das voll­ständi­ge Album auf Denovali.com zum kosten­losen Anhören und Mitschnei­den bere­it; wer Ton­träger bevorzugt, kann die CD bei Den­o­vali Records für wenig Geld käu­flich erste­hen.

  2. atlantis — San Dia­blo EP

    Ich gebe es zu: Dieser Ton­träger hat mich dig­i­tal entjungfert.
    Will sagen: Ich bin, wie einige von euch wis­sen, ein Fre­und von physis­chen Ton­trägern und habe an öden Bits ohne art­work nur sel­ten Freude.Nun aber ist der/die/das “San Dia­blo EP” von atlantis auss­chließlich als “DigiBuy” erhältlich, also für ein wenig Klein­geld erhält man einen Coupon, mit dem man die Musik herun­ter­laden kann, wahlweise im MP3- oder in einem ver­lust­freien For­mat und, so weit ich das sehen kann, ohne störende DRM- oder son­stige Beschränkun­gen.

    Und die Musik geht gut ab: Ambi­ent-artige Klangstruk­turen (Mon­goose vs. Cobra) tre­f­fen auf Noise- und Postrock­wände, selb­st die Nine Inch Nails (Wel­come home San Dia­blo) sind nicht fern. Lei­der dauert das Vergnü­gen nur wenig mehr als 24 Minuten, aber das ist für eine/einen/ein EP, wie ich meine, dur­chaus zu ver­schmerzen.

    Kon­sum:
    Zu einem frei wählbaren Preis ab 2 Euro ist der Coupon hier erhältlich.

  3. Masske — The Earth That Breathed

    Drit­tens und schließlich dann noch etwas abge­drehtere postrockar­tige Musik von Masske, wiederum aus Großbri­tan­nien. Der Eigenbeschrei­bung (“Dense­ly lay­ered gui­tar form rhyth­mic psy­che­delia that is at once fran­tic and pre­med­i­tat­ed.”) ist eigentlich nichts hinzuzufü­gen, ich zitiere trotz­dem mal:

    Die Ver­to­nung der Apoc­a­lypse mit Hil­fe von Gitarre, Effek­ten und Syn­thies. (…) Fette Beats und eine Menge düstere Effek­te fräsen sich in das Ohr des Ver­schwörungs­the­o­retik­ers. Hört mal rein, lohnt sich für Fre­unde von Mas­sive Attack , NIN und Kon­sorten.

    Neugierig gewor­den?

    Kon­sum:
    “The Earth That Breathed” ist auf der Inter­net­präsenz von Wise Owl Records und natür­lich auch via eMule zu beziehen.

Neben obi­gen grandiosen Werken gab es im Jahr 2009 auch schon eini­gen Murks, der von ver­schiede­nen Musik­blogs und ihren Kom­men­ta­toren aus für mich per­sön­lich völ­lig unver­ständlichen Grün­den in die Liste der besten Alben 2009 gewählt wurde. Vier Vertreter dieser Gat­tung, die mich trotz der all­ge­gen­wär­ti­gen Lobeshym­nen besten­falls gelang­weilt haben, fol­gen zur Abschreck­ung:

Teil 4: Mit­bringsel für ungeliebte Bekan­nte.

  1. Eels — Hom­bre Lobo
    Ein­töniges Geschram­mel und ein­schläfer­n­der Gesang mit nerviger Stimme. Ist das heute “in”? Na, danke.
  2. Por­tu­gal. The Man — The Satan­ic Satanist
    Ich höre Stag­na­tion. War der Vorgänger “Cen­sored Col­ors” noch lobenswert, so ist “The Satan­ic Satanist” deut­lich zu kurz und lässt dem Hör­er viel zu wenig Zeit. Als EP zu “Cen­sored Col­ors” hätte es mir vielle­icht sog­ar eine pos­i­tive Wer­tung abrin­gen kön­nen, aber außer dem gle­ich­falls viel zu kurzen Sit Back and Dream ist dieses Album schlicht über­flüs­sig. (Vielle­icht das schlimm­ste Attrib­ut, das man einem Album anheften kann.)
  3. Muse — The Resis­tance
    Aua! Weg­machen, schnell! Fort mit der Scheibe! Aspirin! Hil­fe!
  4. The Raveonettes — In And Out Of Con­trol
    Was ist das denn? The Raveonettes haben mehrfach erfreuliche Alben mit Anspruch veröf­fentlicht, und jet­zt ärg­ern sie mich mit so einem radiokom­pat­i­blen Mist. Schade drum, gibt keine Kaufempfehlung.

Zum Abschluss, bevor mir noch der Schaum vom Mund tropft, steigen wir lieber noch mal in unsere Zeit­mas­chine und schauen, wie es in den let­zten 40 Jahren in der Musik­welt aus­sah. Was hat­ten die Jahrzehnte zu bieten?

Teil 5: Neues von gestern.

  • Vor 40 Jahren:
    Van der Graaf Gen­er­a­tor — The Aerosol Grey Machine
    Im Jahr 1969 wagte man noch Exper­i­mente. Die New York­er Band The Koala, die, um skur­ril­er zu wirken, ihren Namen bewusst aus­tralisch klin­gen ließ, nahm ihr selb­st­betiteltes Album, das ihr einziges bleiben sollte, auf und legte so einen Grund­stein für viele spätere Ston­er-Rock-Bands wie Colour Haze, in München spielte die von Dro­gen befeuerte Kün­stlerkom­mune Amon Düül hin und wieder gemein­sam psy­che­delis­che Musik, die später “Krautrock” genan­nt wer­den sollte, und die neu gegrün­dete Stu­den­ten­band Van der Graaf Gen­er­a­tor war auf der Suche nach ihrer Iden­tität. Schon das im Fol­ge­jahr erscheinende “The Least We Can Do Is Wave to Each Oth­er” hat nichts mehr mit der blu­mi­gen Hip­pie-Atmo­sphäre gemein, die “The Aerosol Grey Machine” aus­macht und dieses Album so aus dem übri­gen Werk der Band abhebt. Der junge Peter Ham­mill sang über ver­flossene Liebe und Hoff­nung. After­wards bleibt mit sein­er Orgelun­ter­malung und seinem dezen­ten Schlagzeugein­satz bis heute eins der schön­sten Stücke von Van der Graaf Gen­er­a­tor.
  • Vor 35 Jahren:
    King Crim­son — Red
    Nach fünf Jahren andauern­der Beset­zungswech­sel und sechs Stu­dioal­ben beschloss Robert Fripp, den karmesin­roten König erst ein­mal schlafen zu leg­en. Zum Abschluss gab es mit “Red” das wohl kraftvoll­ste Werk der nach ein­hel­liger Mei­n­ung besten King-Crim­son-Beset­zung, das einen unge­fähren Ein­druck vom Poten­zial des Trios und sein­er zahlre­ichen Gast­musik­er — darunter Mel Collins, der später für Har­ald Schmidt ins Sax­o­fon blies — ver­mit­telte. Das sah auch Steven Wil­son (Por­cu­pine Tree) so, der, während ich diese Zeilen schreibe, gemein­sam mit Robert Fripp alle Alben bis “Three Of A Per­fect Pair” (1984) dig­i­tal entstaubt und nach und nach veröf­fentlicht. “Red” ist eines der ersten drei, die schon erschienen sind. Nach “Red” kam lange nichts mehr, was den Namen King Crim­son ver­di­ent hätte. Schade eigentlich.
  • Vor 25 Jahren:
    Univers Zero — Uzed
    Sich­er waren die 80-er Jahre ein Jahrzehnt, auf das die Musik­welt im Nach­hinein auch gut hätte verzicht­en kön­nen; abseits vom Plas­tik-Main­stream stand fast nur noch die Avant­garde. Mit Univers Zero schick­te sie aber dur­chaus starke Vertreter ins Ren­nen, die sich nicht schlecht macht­en. Bee­in­flusst von Zeuhl- und Free­jazz-Bands wie Mag­ma und Art Zoyd veröf­fentlicht­en sie 1984 eine Plat­te, die den­noch eine große Eigen­ständigkeit besitzt. Instru­men­taler, von Bass und Schlagzeug getrieben­er Free­jazz frisst sich ins Ohr des Hör­ers und bleibt dort nicht lange haften, das wäre ein Zeichen für Ein­tönigkeit; nein, hin­ter jedem Takt, den Univers Zero spie­len, kann die näch­ste Über­raschung warten. Psy­che­delisch, elegisch, dann wieder druck­voll und fröh­lich — so viel Abwech­slung hat­te der Free­jazz seit King Crim­sons “Lizard” nicht mehr zu bieten.
  • Vor 20 Jahren:
    Can — Rite Time
    Gegen Ende des Plas­tik­jahrzehnts besann man sich in der Musik­welt wieder auf alte Werte. Man hat­te endlich auch selb­st die Nase voll von den Syn­thie- und Key­board­klän­gen, die aus jedem Lied trieften, nur Robert Fripp, der King Crim­son ger­ade wieder ein­mal auf Eis gelegt hat­te, schwamm wie gewohnt gegen den Strom und veröf­fentlichte Neuau­fla­gen sein­er 1980 und 1981 gemein­sam mit The League of Gen­tle­men und Gast­musik­ern wie David Byrne (Talk­ing Heads) einge­spiel­ten Dis­coplat­ten. Die Pix­ies ließen die Massen zu ihrem Über­w­erk Doolit­tle die Köpfe schüt­teln, und in Köln fand sich die Krautrock­band Can wieder in der Urbe­set­zung zusam­men. Nach­dem man gegen Ende der 70-er Jahre mit dem Ausstieg von Damo Suzu­ki (1974) und Hol­ger Czukay (1978) der musikalis­chen Avant­garde abgeschworen hat­te und sich unter der Obhut der Plat­ten­fir­ma EMI vergebens den kom­merziellen Erfolg zu erre­ichen suchte, hat­te man es gegen Mitte der 80-er Jahre satt, Däum­chen zu drehen, und so fand sich erst­mals seit 1970 das Grün­derquin­tett mit Sänger Mal­colm Mooney zu ein­er ein­ma­li­gen Reunion zusam­men. Her­aus kam das let­zte avant­gardis­tis­che Krautrock-Album des 20. Jahrhun­derts, das anschließend unerr­e­icht bleiben sollte. Michael Karoli ver­starb 2001.
  • Vor 10 Jahren:
    dEUS — The Ide­al Crash
    Die 90-er Jahre waren — auch “dank” Oasis und Blur — das Jahrzehnt des Indie-Poprock. Aus der Masse der immer ähn­lich klin­gen­den Kopier­bands eine her­auszupick­en, die ein­er beson­deren Erwäh­nung bedürfte, ist nicht leicht, also erweit­ere ich den Suchkreis und werde fündig: Die bel­gis­che Band dEUS veröf­fentlichte 1999 ihr drittes Album “The Ide­al Crash”, das schw­er zu beschreiben ist. Anders als viele andere Indiebands zur gle­ichen Zeit bedi­en­ten sie sich nicht bei den Bea­t­les, son­dern entwick­el­ten ihren eige­nen Stil, der sich aus Stilele­menten der späten The Vel­vet Under­ground, Place­bo und The Verve zusam­menset­zt. Wenn man heute die Neun­ziger kopieren möchte, dann doch bitte so!

Und schon sind wir wieder am Ende.
Vielle­icht ist eini­gen von euch, liebe Leser, diese Liste wieder ein Kau­fan­reiz oder zumin­d­est eine Inspi­ra­tion, vielle­icht geht sie auch ein­fach unbeachtet an euch vor­bei; mir jeden­falls hat es Spaß gemacht, ein wenig in den Archiv­en zu wühlen.
Die Fort­set­zung fol­gt, wie gewohnt, im Som­mer 2010, falls bis dahin die Welt nicht schon wieder unterge­ht.

Danke fürs Lesen!

Jahresrückblick

Musik 06/2009 — Favoriten und Analyse Musik 06/2010 — Favoriten und Analyse
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Senfecke:

  1. So, jet­zt habe ich alles durchge­le­sen. Hut ab. Ein sehr schön­er und lesenswert­er Beitrag zum Ende des Jahres. Und der erste auf diesem Blog, den ich halb­wegs ver­standen habe, ohne bunte Pillen einzuschmeis­sen. Abge­se­hen von Teil 2 (finde ich alle­samt richtig Scheisse) eine sehr inter­es­sante und infor­ma­tive Rückschau. Respekt, mein Lieber.

  2. ja! noch bevor ich eine einzige zeile gele­sen habe, weiß ich schon jet­zt, dass ich mich nun mit ein­er kri­tik beschäfti­gen werde, bei der sich das lesen lohnt. ich freue mich darauf. auf geht’s!

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