Archiv für die Kategorie ‘Computer’.

Alles, was eher die computeraffine Klientel interessieren könnte, wird hier abgelegt.

MontagsmusikNetzfundstücke
Ben Levin Group – Freak Machine

Erst mal aufräumenMontag. Ich meine: MONTAG! Das Wochenende, so sangen die Wise Guys einst, war mal wieder süß und zart, montags gibt es dafür einen Tritt mit Anlauf; und den hat man dann auch noch verdient. Wenigstens hält sich das brüllende gelbe Biest am Himmel wenigstens heute vornehm zurück.

Und trotzdem fehlst du mir.
Die Ärzte: Sommer, Palmen, Sonnenschein

Es gibt aber auch nicht mehr viel zu lachen auf der Welt. Schon wieder nahmen ausgerechnet diejenigen Leute am diesjährigen 1. April teil, die bisher nicht mit ihrer herausragenden Witzigkeit auffielen. Es ist also bemerkenswert, dass der wohl amüsanteste Aprilscherz dieses Jahres von Comiczeichnern stammt, die sich einen gemeinsamen Witz ausgedacht haben, dessen Pointe es ist, dass er nicht mal besonders lustig ist. Das trifft meinen Humor vorzüglich.

Vielleicht sollten wir einfach alle durchdrehen.

Freak Machine Music Video – Ben Levin Group

Guten Morgen.

In den NachrichtenNerdkrams
Warum „Ubuntu für Windows“ den plötzlichen Jubel nicht verdient

Nun, da die erste große Welle der Begeisterung abgeflacht ist und die beiden verfeindeten Lager sich nach Abertausenden von Kommentaren erschöpft zurückgezogen haben, um neue Kraft für das weitere Geschehen zu sammeln, möchte ich diese Meldung an dieser Stelle auch nicht unkommentiert lassen:

Microsoft hat ein Linux-Subsystem für Windows 10 entwickelt, mit dem sich Linux-Programme für die Kommandozeile direkt unter Windows ausführen lassen.

Was einen „Journalisten“ von „heise online“ geradezu vor Begeisterung auf die Tastatur speicheln lässt, ist für erfahrene Computernutzer ein alter Hut: Eine solche Abstraktionsschicht kennt man aus Systemen wie FreeBSD – dort heißt sie „Linuxulator“ – schon seit Jahren. Darum wurde aber merkwürdigerweise nie so ein Gewese gemacht wie um die faszinierende Neuigkeit, dass Microsofts anfangs noch für das Betriebssystem OS/2 geplanter NT-Kernel schon immer in der Lage war, verschiedene Subsysteme zu nutzen. Windows NT 3.1, die erste „NT-Version“ von Windows, wurde von vornherein neben dem Win32- auch mit einem POSIX- und einem OS/2-Subsystem ausgeliefert, es war also, wie man bei „heise online“ heutzutage wohl schreiben würde, drei Betriebssysteme in einem.

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Netzfundstücke
Hey, Marc Röhlig!

Anlässlich der gestern im deutschen Fernsehen gesendeten Folge „Die Braut des Grauens“ der seltsamen Fernsehserie „Sherlock“ fragen Sie Ihre wahlweise jovial oder respektlos geduzten Leser auf „bento“, der noch hässlicheren kleinen Schwester von „SPIEGEL ONLINE“:

Sex macht doof

Möchte man die volle Punktzahl für das Ergebnis, man sei „so schlau wie Sherlock“ und ebenso unbeliebt, was also offensichtlich von Ihnen als erstrebenswert – volle Punktzahl! – erachtet wird, erreichen, so muss man Fragen wie die abgebildete möglichst schlau beantworten.

Aber welche der drei Antworten ist die beste? Leider haben Sie keine Auflösung beigelegt, allerdings habe ich zumindest schon herausgefunden, dass Sie „Unnötig.“ als akzeptable Antwort gelten lassen. Jetzt mal so dumm wie Dr. Watson gefragt: Heißt das, dass das Befürworten von sexuellem Austausch automatisch wertvolle Punkte auf der Schlauheitsskala kostet, oder ist man dann einfach nur normal schlau, aber nicht mehr so schlau?

Mögen Sie vielleicht einfach nur keinen Sex?

Kommste nich drauf klar.
Marc Röhlig in anderem Zusammenhang

NerdkramsProjekte
Mit Common Lisp gegen Webmüll

Im November 2015 schrieb ich, der kostenlose Webdienst feed43 sei zum Entmüllen von Websites mittels RSS prinzipiell geeignet, verschlucke sich aber gelegentlich. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend. Außerdem besteht wie bei allen kostenlosen Webdiensten die Gefahr, dass ich eines Tages ohne ihn auskommen muss. Ich habe mir also selbst eine Alternative entwickelt, die auf einem meiner Server läuft und deren korrekte Funktionsweise ich im Zweifelsfall also selbst sicherstellen kann.

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NerdkramsNetzfundstücke
Nope.js

(Vorbemerkung: Meine persönlichen Erfahrungen mit Node.js beschränken sich außer der testweisen Installation von Etherpad Lite auf den zumindest erfolgreichen Versuch, eine Desktopanwendung mit Electron zu schreiben. Diese Anwendung wird allerdings zunächst in einer anständigen Sprache neu implementiert, bevor ich sie für hier veröffentlichungstauglich halte; auch, weil Node.js eine schlicht unbrauchbare Programmierumgebung ist.)

Dieser Tage geht das NPM-Debakel durch deutsche Technikmedien, das sich etwa folgendermaßen zusammenfassen lässt: Der Entwickler einer bekannten und viel genutzten JavaScript-Bibliothek, die aus einem Zufall heraus genau so heißt wie einer der zahlreichen ICQ-Klone, wird von den Machern dieses ICQ-Klons darum gebeten, den Namen zur eigenen Verwendung freizugeben; er bietet ihnen kulant an, dass sie ihm den Namen abkaufen können, sie lehnen ab und drohen stattdessen den Machern von „npm“, einem großen Verzeichnis von JavaScript-Bibliotheken, mit rechtlichen Schritten, wenn sie den Namen für ihre geplante Bibliothek nicht freigegeben bekommen. Der Entwickler der eingangs erwähnten Bibliothek bekommt also „seinen“ Namen von Dritten entzogen und zieht daraufhin verständlicherweise erbost all seine Projekte aus dem Verzeichnis zurück, woraufhin offensichtlich ein bedeutsamer Teil der dort aufgeführten Projekte, darunter große Frameworks wie React.js, plötzlich nicht mehr funktionierte, weil sie ihrerseits für triviale Aufgaben (dazu komme ich gleich) auf seinen Code zurückgegriffen haben.

Nun könnte man darüber spekulieren, wer hier eigentlich „die Schuld“ trägt und ob der Kapitalismus nicht dringend abgeschafft werden sollte, um solche Streitigkeiten um Markenrechte künftig nicht mehr zu lukrativen Nebeneinnahmen machen zu können. Dabei liegt das Problem viel näher – das Problem heißt Node.js.

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Mir wird geschlechtNetzfundstückePolitik
Genitalverstümmelung muss deutsch bleiben!

Ronald Düker („ZEIT ONLINE“) wirkt ehrlich begeistert, dass ihm, äh, den Flüchtlingen endlich mal wer erklärt, wie Ficken geht:

Das Aufklärungsportal „Zanzu – Mein Körper in Wort und Bild“ richtet sich an Migranten. „Vor allem zu uns geflüchtete Menschen“, heißt es in einer amtlichen Mitteilung, „die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten hier einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich.“

Man lernt dort: Sex ist ganz in Ordnung, wenn alle Beteiligten Spaß daran haben und niemandem etwas zustößt. Dabei gibt der Verantwortliche für das Schnackselportal, das Bundesministerium für Gesundheit, den väterlichen Ratgeber, verzichtet jedoch leider darauf, das mit den Gesetzen allzu genau zu nehmen:

Nur am Rande dräut Ärger durch Überschreitungen, die den Flüchtlingen dann doch zugetraut werden. Eigene Abteilung: Genitalverstümmelung, die „ist in Deutschland gesetzlich verboten“.

So weit, so Quatsch.

Ende Dezember 2012 hat die damalige Bundesregierung das gesetzliche Verbot von Genitalverstümmelung durch den Erlass von § 1631d BGB gelockert, in dem es heißt:

(1) Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll. Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.

Das heißt: Ein sorgeberechtigter Vormund, zum Beispiel eine nur heimlich geistesgestörte Mutter, hat hochoffiziös das Recht, aus nicht nennenswerten Gründen die Genitalien ihrer Söhne – natürlich nicht der Töchter, dieses Privileg steht in einem anständigen Patriarchat gefälligst nur Söhnen zu – verstümmeln zu lassen (denn was, wenn nicht Verstümmelung, ist das Abschneiden kleiner Körperteile wie Ohrläppchen, Fingerkuppen oder Vorhäuten?), so lange es jemand tut, der nachweislich ärztliche Kunst zu vollziehen vermag, und sei sie auch noch so abstrakt.

Es kommt noch schlimmer:

(2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.

So genau muss man es mit der ärztlichen Kunst nicht nehmen: Ein für das Befassen mit Kindergenitalien besonders ausgebildeter (zum Beispiel katholischer) „dazu vorgesehener“ Heilsbringer darf – von notwendiger Einwilligung der Sorgeberechtigten spricht das Gesetz hier interessanterweise nicht – im ersten halben Lebensjahr dem Kind (lies: dem männlichen Kind) das Fortpflanzungsorgan zerschneiden. Ein paar Kunstfehler fallen in der Statistik kaum auf.

Man kann nur hoffen, dass diejenigen Flüchtlinge, die hier bleiben wollen, möglichst gottlose und anständige Eltern haben.

MontagsmusikNetzfundstücke
Leonard Cohen – Store Room

Flügel schonend fliegen.Montag, du Wochentag gewordener ausgestreckter Mittelfinger. Wenn die Aufteilung der Woche Menschenwerk ist, ist die bloße Beschaffenheit des Montags ein weiterer Grund zur Misanthropie.

Zumal doch schon Leute, die einem nicht montags begegnen, an der Sinnhaftigkeit menschlichen Daseins zweifeln lassen: Heterotopie auf der Toilette, die Selbsterniedrigung durch Imitation ist in der Bildchengesellschaft mit beängstigend wenig Schamgefühl verbunden. Ich bin ja nicht konservativ, aber ein wenig weniger Gaga wäre der zugeknöpften Zeit wirklich angemessen. Apropos Erniedrigung; ein Blick nach links. Sprachverhunzer, Twittertrolle, Kapuzenheinis, Gendersprallos. Ist das ‚links‘? Kann man das „vereinen“? Will das irgendwer? Ist das Kunst oder kann das weg?

Grandiose Idee des Monats: WLAN in Herzschrittmachern, weil ein Gerät ohne WLAN kein gutes Gerät sein kann. Was kann schon schiefgehen? – Aber es heißt ja, ein Mensch sollte niemals die Mode ignorieren, auch nicht in der Küche. Für „SPIEGEL ONLINE“ ermittelte man, dass die Mode gerade autotherapeutisches Erkenntnisbacken umfasst. Ich backe verbrannten Kuchen, schon der Farbe wegen.

Erwähnte ich, dass Montag ist?

Leonard Cohen – Store Room (1967)

There’s nothing left to choose and there is so much more to lose.

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Nom.

Was hat uns allen denn noch gefehlt? Richtig:

Jessie ist Foodbloggerin und seit kurzem auch zu sehen bei Nom, einem neuen Streamingdienst für Essensvideos des YouTube-Gründers Steve Chen.

Vielleicht gründe ich nächste Woche „Klatsch“, einen neuen Streamingdienst für Videos, in denen sich Leute mit der flachen Hand ins Gesicht schlagen. Kostenlose Werbung dafür machen die Anderen schon jetzt.

In den NachrichtenNerdkrams
Smartes Gucken (Nachtrag): Kopf aus, Licht an

Was übrigens auch dringend smart gemacht werden muss, indem man Android drauf installiert:

Lichtschalter.

Was kann schon schiefgehen?

ComputerPersönliches
Smartes Gucken im Aktivfernsehen

Dass der Mehrwert des Fernsehens für das tägliche Leben mit dem nach wie vor anhaltenden Anstieg an privat geführten Fernsehsendern nicht unbedingt gleichermaßen gestiegen ist, setze ich als bekannt voraus. Den Wettlauf um die schnellsten Informationen hat bis auf Weiteres das Echtzeitmedium Twitter – jetzt auch mit Schminkgesicht – gewonnen, was schon konzeptionell bedingt ist; wenn alle dreißig Minuten eine neue Nachrichtensendung produziert wird, passiert für irgendjemanden Spannendes eben gern auch mal dazwischen.

Die Lücken zwischen den Nachrichten vom Vortag füllen meist eher unspannende Sendungen, die irgendwas mit casting zu tun haben und in denen neue „Talente“ zum späteren Einsingen von Altenheimen und Möbelhäusern gekürt werden sollen, mitunter unterbrochen von wenigen Lichtblicken wie den „Simpsons“, die ich (allem Schlechterwerden zum Trotz) noch immer mag, wobei ich allerdings bisher nicht das Bedürfnis verspürte, mir für solche Ausnahmen ein eigenes Fernsehgerät zuzulegen; die Gefahr, zum falschen Zeitpunkt das Gerät einzuschalten und fortan in ein Delirium zu verfallen, wie Menschen, die fernsehaffine Verwandte und/oder Bekannte haben, es sicherlich bereits kennen, während das Hirn allmählich eine breiig-käsige Bewusstseinsform annimmt, ist gerade für uns Kopfarbeiter zu groß.

Mit dem Auftrieb von so genannten „Smart-TVs“, prinzipiell also Fernsehgeräten mit dauernd aktivierter Wohnzimmerkamera, die sich, weil es geht, mit euren Kühlschränken, Tresoren, Glühbirnen, Uhren und insbesondere mit ihrem Hersteller unterhalten können, hat die Fernsehtechnik sich zwar inzwischen auf so absurde Größen aufblasen lassen, dass man das schlimme Gesicht, das jeweils gerade dummes Zeug im laufenden Programm von sich zu geben überbezahlt wird, um ein Vielfaches vergrößert ertragen darf, allein: die Qualität hat sich nicht verbessert. Da aber die Geräte nicht nur Daten über’s Netz senden, sondern auch empfangen können, lassen sie es zumindest zu, dass man statt einer Dauerwerbesendung, die nur selten von zudem von offensichtlich intelligenzverachtenden Entscheidern entworfenem „Programm“ unterbrochen werden, auch Sendungen aus dem Internet beziehen kann, gern in Verbindung mit einem Abonnement von „Entertain“, „Netflix“ (das es zu meiner Überraschung auch einzeln, also ohne beigepacktes Chillen, zu geben scheint) oder ähnlichen Diensten, bei denen Serien zu mieten mir ähnlich ratsam erscheint wie meine Plattensammlung durch ein Spotify- oder TIDAL-Abonnement zu ersetzen statt sie allenfalls gelegentlich zu ergänzen, nämlich nicht im Geringsten. Dieses streaming aber verringert gerade auch, nachdem der Videotext vom Fernsehen auf andere Geräte umgezogen ist, gegebenenfalls den noch von früheren Generationen gelebten Brauch, ein allzu langweiliges Programm nicht etwa auszuschalten, um wieder am richtigen (gar: Familien-)Leben teilzunehmen, sondern zu zappen, also so lange die immer größer werdende Anzahl an Sendern auf ihren Gehalt zu überprüfen, bis etwas zu sehen war, was zumindest für einige Minuten nicht zu offensichtliche Langeweile verhieß. Beim „smarten“ Fernsehen sind die Gestaltungsmöglichkeiten etwas größer, man kann sich also eigentlich recht lange ohne nennenswerte Unterbrechung, sofern man das denn möchte, berieseln lassen.

Eigentlich.

Mein Fernseher hat sich gerade abgeschaltet, weil seit 4 Stunden keine Interaktion stattgefunden hat.

Es mag „abschaltbar“ sein, aber die Prämisse scheint unmissverständlich: Wer vier Stunden lang einfach nur fernsieht, ohne eigentlich anlasslos auf der Fernbedienung herumzudrücken, der wird von smarten Geräten für zumindest eingeschlafen gehalten, was über das Vertrauen derer, die solche Geräte herstellen, in das, was sie zeigen, mehr als das Nötigste aussagt, und wer sich mit einem smarten Fernseher über Stunden hinweg nicht knöpfchendrückend beschäftigt, der macht sich verdächtig. Interaktives Fernsehen mit Mitmachfaktor ist Gebot, nicht bloß Angebot. Wenn ich es auch als angenehm empfinde, wenn die Technik sanft darauf aufmerksam macht, dass Menschen, die mehr als vier Stunden am Stück quasi apathisch den ungesunden Müll in sich aufnehmen, der sich Fernsehprogramm nennen lässt, dringend etwas ändern sollten, was in einer weniger romantischen Darstellungsvariante auch einfach nur irgendwas mit Energieeffizienz (diese modernen Kernkraftersatzplacebos liefern eben nicht mehr genug Energie, um sie nach Herzenslust zu vergeuden) zu tun haben könnte, so bleibt doch die irritierende Erkenntnis, dass man sich, wollte man interagieren und nicht einfach glotzen, lieber eine Minibar als einen Fernseher gekauft hätte.

Die Rundfunkgebühr sollte Schmerzenssteuer heißen.

NetzfundstückePolitik
In Wort und Verschrift

Hier, CDU Hessen,

Vorher raussetzen (Quelle: CDU-Kommunalwahlprogramm 2016)

was habt ihr eigentlich gegen Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit?

In den NachrichtenNetzfundstückePolitikSonstiges
Liegengebliebenes vom 4. März 2016

Das Recht auf Waffenbesitz sei ein essenzieller Bestandteil der Freiheit jedes US-Amerikaners, heißt es aus einschlägigen Kreisen. Ich vertrete ja schon seit längerer Zeit die Meinung, dass Waffenbesitz Doofheit gleichzeitig voraussetzt und fördert. Beweisstück G:

Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Washington wollte ein paar Fotos mit Waffe von sich machen. Beim letzten Selfie schoss er sich versehentlich in den Kopf.

Mit etwas mehr Bildung wäre das vielleicht nicht passiert; oder mit mehr Schlaf:

Ein 16-Jähriger hat im US-Bundesstaat Tennessee mehrfach auf seine Familie geschossen, als er von seiner Mutter geweckt wurde. Der Grund: Er war sauer, weil er nicht aufstehen und in die Schule gehen wollte.

:irre:

(unter anderem via Schwerdtfegr)


Ihr habt eine Vollmeise und wollt sie euch versilbern lassen, aber die Gender-Studies-Studiengänge sind leider schon voll? Keine Panik – es gibt nun auch einen Bachelorstudiengang für vegane Ernährung mitsamt dazu passender Stiftungsprofessur, damit aus euch doch noch was werden kann.


Zur Causa Volker Beck – nachdem selbst Hanfpflanzenbesitzer Cem Özdemir dessen Drogenkonsum als eines Grünen unwürdig beschrieb, was nach der Pädophiliegeschichte zumindest eine ziemlich niedrige Messlatte ist – sei allenfalls noch die „taz“ in falschem Kontext zitiert: Wo die Grünen regieren, ist es mit ihrer Moral nicht weit her.


Wenn es doch nur eine Schale für das Innere von Orangen gäbe! (Allergikerwarnung: Verweis geht zu Google+.)

ComputerIn den Nachrichten
Differenzierte Reaktionen

2014:

Bei Facebook haben auch Nutzer aus Deutschland nun 60 Möglichkeiten, Angaben zu ihrem Geschlecht zu machen – zum Beispiel „geschlechtslos“, „intersexuell“ oder „genderqueer“. (…) „Für viele ist es extrem wichtig, ihre Identität darzustellen“, erklärt Facebook-Sprecherin Tina Kulow die neue Funktion in einem „Welt“-Interview.

2016:

Ab sofort können [Facebook-]User nicht nur ihre Zustimmung, sondern auch Zuneigung, Erstaunen, Belustigung, Trauer oder Wut zu den Posts ihrer Freunde per Mausklick ausdrücken.

Denn wer hat schon mehr als sechs Emotionen?

ComputerIn den Nachrichten
Hacker, Cracker, Bauernfänger: Mein Freund, der Baum.

Eine schnelle Recherche in meinen eigenen Archiven ergab, dass ich bereits 2010 den „Bundestrojaner“ für unprima hielt; der dann aber auch bald verschwand, was mich seitdem immer wieder rhetorisch fragen ließ, was eigentlich die für ihn Verantwortlichen heute machen.

Inzwischen weiß ich es: Er ist wieder da, und wie durch einen merkwürdigen Zufall erschien gleichzeitig auch Gerhart Baum (F.D.P.; fragt mal eure Eltern) wieder im kollektiven Bewusstsein, um seine Meinung dazu kundzutun:

Der Staat wird ja hier zum Hacker. Das ist das Problem.

Das „Problem“ sehe ich persönlich nicht darin, dass der Staat „zum Hacker“ wird. Hacker tun niemandem etwas, Hacker geben sich mit Fertigsoftware auch eher ungern ab. Hacker gehen kreativ mit Technik um, um der Gesellschaft im Bestfall nützlich zu sein. Ein Staat, der aus alten Panzern digital beleuchtbare Whiskeyregale zimmerte, wäre ein Staat, der zum „Hacker“ wird. Ein Staat, der Trojaner einsetzt, wie es zu meiner Zeit picklige Fünfzehnjährige getan haben, um damit aus bloßer Freude am Destruktiven Schaden anzurichten, ist wie auch jeder andere Staat, der irgendwelche Vorkehrungen trifft, um zu verhindern, dass seine Einwohner Geheimnisse vor ihm zu haben versuchen, kein Hacker, sondern ein Unrechtsstaat.

Hacker sind diejenigen Menschen, an denen es nun ist, ihrerseits Abwehrmaßnahmen zu entwickeln.

Weiter im Text:

Hat er eine eigene Hacker-Technologie, oder kauft er sie von Kriminellen, um Sicherheitslücken auszunutzen, oder fordert er sogar Unternehmen auf, wie jetzt Apple unter Druck ist, diese Hintertüren zu offenbaren, die dann allerdings nicht nur dem Staat offen stehen, sondern auch anderen, zum Beispiel Kriminellen.

Oh, so eine (vorausgesetzt: funktionstüchtige) Überwachungssoftware ermöglicht es auch „zum Beispiel“ Kriminellen, mein Recht auf Datenschutz und Privatsphäre zu missachten? Jetzt mal rein aus Jux: Wem denn sonst?

Wer nun annimmt, dass Gerhart Baum eigentlich gar nicht verstanden hat, was so ein Trojaner mit Bürgerrechten zu tun hat: Doch, das hat er. Er gibt sogar einen guten Ratschlag:

Ich möchte genau wissen, dass mit diesem Trojaner kein Missbrauch getrieben werden kann, und das ist mein Grundrecht auf Gewährleistung und Vertraulichkeit der Integrität informationstechnischer Systeme. (…) Ich, der Bürger, muss mich darauf verlassen können, dass die Technik einwandfrei funktioniert und nicht gegen mich arbeitet.

Will heißen: Gerhart Baum als Bürger möchte von einer Software, die einzig dem Zweck dient, seine Grundrechte einzuschränken, die Sicherheit haben, dass sie nicht gegen ihn arbeitet.

Den Herrn sollte man tunlichst genau im Auge behalten, wie mir scheint.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
Jethro Tull – Bourée

MontagskauzMontag. Nein, Moment: Montag! Welch famoser Kontrast ein verregneter Montag doch ist, wenn man das Wochenende stattdessen zu zweit verbrachte! Dieses Unterangebot an Sonntagen, übrigens, gilt es vom freien Markt baldmöglichst zu korrigieren.

Apropos Sonntag: Auf dem Bundesparteitag der Piratenpartei Deutschland, der gestern endete, hatte ein Organisator der AG SingleMalt einen Antrag eingereicht, der prompt angenommen wurde: Die Parteiprogramme sollen künftig geschlechtersensible Sprache berücksichtigen. Schade, dass der gute Ruf von Whiskey darunter leiden muss, denn nüchtern kommt hoffentlich niemand auf so eine beknackte Idee. Und die Netzpolitik? Nun ja: Über 5.000 Menschen in Deutschland sind stündlich so doof, dass sie alles anklicken, was wie eine Datei aussieht. „heise online“ rät zu mehr Sicherheitsupdates, ich rate unverändert zu einem Pflichtführerschein für das Internet.

Keine Sorge, es gibt Schüsslersalze gegen Leichtgläubigkeit. Wenn es schon anderweitig an Sicherheitsmaßnahmen gegen Idiotie mangelt: Jeb Bush, weder klügerer noch talentierterer ehemals potenzieller Nachfolger des Nachfolgers von George W. Bush, twitterte vor nicht allzu langer Zeit ein Symbolbild für Amerika, namentlich eine Waffe mit seinem Namen darauf, denn wenn so ein Amerikaner etwas wählen kann, was tötet, dann macht er das auch, weshalb die dortige „Cosmopolitan“ ihren Leserinnen nicht etwa dazu rät, von Waffenträgern fernzubleiben, sondern sich nur auf solche einzulassen, die einen Waffenschein besitzen. Die meucheln nicht, die wollen nur spielen.

Die deutsche „JOY“ indes – die mit Emma Watson vorne drauf – stellt fest: „Fell-Klamotten machen Männer verrückt!“ (Seite 52). Ob ich mich über eine Frau mit Plüschpantoffeln nicht eher köstlich amüsierte als dadurch verrückt zu werden, möchte ich nicht klar beurteilen können, beschränke mich somit auf die Feststellung, dass ich Informationen über die Männer total stier („kann je nach Kontext entweder supergut oder superblöde bedeuten“, Seite 49) finde.

Ebenfalls total stier: Jethro Tull.

Jethro Tull – Bourée, TV Broadcast 1999 HD

Guten Morgen.