Archiv für die Kategorie ‘Netzfundstücke’.

Das, was andere als eigenes Blog betreiben, ist bei mir nur eine Kategorie wert. :)

MusikNetzfundstücke
Kurz verlinkt LXXX: Edison und die abscheuliche Musik

Forscher haben zwischen anderen alten, verrauschten Aufnahmen eine alte, verrauschte Aufnahme von Otto von Bismarck entdeckt, der dem von Thomas Alva Edison erfundenen Phonographen etwas vorgesungen hatte. Für Historiker sicher recht interessant, musikalisch auch besser als das, was die Hirne der Radiohörer heutzutage so weichkocht. „Paraaaa, Paraaaa, Paradise!“, entschuldigt mich, ich werde kurz kotzen gehen.

Folgt ihr so lange dem Verweis zur Aufnahme, so landet ihr auf der Internetpräsenz des National Park Service, der noch mehr solcher Aufnahmen – zum Teil ebenfalls musikalischer Natur – bereithält. Darunter befindet sich auch eine Aufnahme des Komponisten Arthur Sullivan, der nach einer Präsentation des Phonographen etwas gestelzt zu Protokoll gab:

(…) I am astonished and somewhat terrified at the results of this evening’s experiment — astonished at the wonderful power you have developed, and terrified at the thought that so much hideous and bad music may be put on record forever.

Frei übersetzt:

(…) Ich bin überrascht und etwas erschreckt über die Ergebnisse des Experiments dieses Nachmittags — überrascht über die wundervolle Kraft, die Sie entwickelt haben, und erschreckt ob des Gedankens, dass so viel abscheuliche und schlechte Musik auf ewig auf eine Aufnahme gelangen könnte.

Kassandra? Rasputin? Nostradamus? Alles kalter Kaffee. Die düstere Prophezeiung des Arthur Sullivan wurde schreckliche Wirklichkeit und hat den Propheten bis in die Gegenwart überdauert.
Wo bleibt eigentlich dieser verdammte Weltuntergang?

(Indirekt: Danke an L.!)

In den NachrichtenNetzfundstücke
Kurz verlinkt LXXVIII: Deutsche, Google, goldene Pos

Puh, so ein Glück:

Unter den Toten und Verletzten des Schiffsunglücks vor der toskanischen Küste sind nach Informationen des Veranstalters keine deutschen Passagiere.

Dann ist ja alles in Ordnung.


Apropos DuckDuckGo und Google-verplusst-eure-Welt: diplix, der’s auch gerade testet, bemerkt allgemein eine gewisse Unzufriedenheit mit Google und verweist auf Mat Honan, der sich stattdessen für Bing entschieden hat:

I just switched the default search engine in my browser from Google to Bing. And if you care about working efficiently, or getting the right results when you search, then maybe you should too. Don’t laugh!

Warum? Ganz einfach:

Google broke itself.

Wenn man zu gierig wird, verbrennt man sich eben die Finger. An Alternativen mangelt’s ja nicht.


Auch eine Art von Berühmtheit: Eine neu entdeckte Fliegenart, Scaptica beyonceae, wurde nach der „Sängerin“ Beyoncé benannt. Warum ausgerechnet sie? Die Fliege habe, solches sprach der Entdecker, einmalige goldene Haare am Gesäß, und das erinnerte ihn frappierend an Frau Knowles. Wenn’s halt für das Gesicht nicht reicht.

Netzfundstücke
Steve Jobs zum Anfassen

Sollte noch jemandem nicht klar sein, warum ich Appleprodukte grundsätzlich als Spielzeug abtue: Es liegt an der Mentalität der Benutzer, die kein Arbeitsgerät, sondern etwas zum Spielen wollen, bevorzugt bunt und laut und aus Plastik.

Warum die Firma Apple in all den Jahren noch nicht den konsequenten nächsten Schritt gegangen ist, ist unverständlich. Zum Glück gibt es jetzt Abhilfe von treuen Anhängern:

Die Steve-Jobs-Actionfigur, die Barbie-Puppe für Trendtussis und ihre beängstigenden Freundinnen, im Maßstab 1:6. Mit nur etwa 100 US-Dollar ist sie beinahe ein Schnäppchen, bedenkt man, wie viel teurer die auch nicht viel nützlicheren Apple-Produkte üblicherweise sind. (Dass die Internetseite des Vermarkters zurzeit recht unflink zu laden ist, spricht für sich.)

Inkompatibilitäten mit dem Film „Chucky – die Mörderpuppe“ und den Folgefilmen sind nicht ausgeschlossen.

(via Nachtwächter)

NetzfundstückePolitik
Schmalhans des Tages: Luca Leitterstorf, Junge Union.

Dieser Artikel ist Teil 1 von 14 der Serie Schmalhans des Tages

Ach, was flattert denn da gerade per Twitter rein?

Luca Leitterstorf, laut eigener Aussage Mitglied der Jungen Union, twittert unter dem Pseudonym titusluca Bonmots wie dieses hier:

In jedem Video, wo angebliche Polizeigewalt gezeigt wird, gehen die Aggressionen von den Demonstranten aus.

Immer diese grundlos aggressiven Zivilisten!

„Polizisten prügeln nicht los“, schrieb Luca Leitterstorf dann, und für sie gelten ohnehin „andere Regeln“; und selbst, wenn sie mal selbst zum Täter würden, dann gänzlich unverschuldet:

Dass Polizisten vor allem bei Großeinsätzen Fehler machen ist wohl verständlich.

Immerhin nennt er interessierten Lesern eine geeignete Methode, kein Opfer von Polizeigewalt zu werden: Man darf sich nur nicht schützen.

Wenn man sich schon schützt, legt man es auf Konfrontation an! Man weiß, das die Polizei durchgreifen wird.

In seiner vita in seinem Twitterprofil schreibt er, er sei „bald Politiker“. Als gäbe es noch nicht genug Schmöcke im Bundestag.

Netzfundstücke
Kurz verlinkt LXXII: Wecker für Frauen, Links für Rechte, Kultur für Einwohner der USA

Es ist schon Mitte Dezember, und ihr wisst immer noch nicht, was ihr einer Frau eurer Wahl schenken könntet? Wie wäre es mit einem Vaginalwecker?

(via @IndigoDeLucca)


Von der klassenkämpferisch linken „taz“ kann man halten, was man möchte; über diese Bildunterschrift musste ich dann doch ein wenig schmunzeln:

(via @Weltregierung)


Dass sich US-Amerikaner mitunter ziemlich unbritisch benehmen, dass sie mit Waffen nicht umgehen können, die englische Sprache verhunzen und überwiegend von Geografie keinen blassen Schimmer haben, ist bekannt. Die Lösung ist ganz einfach: Man gliedere die USA wieder in den Herrschaftsbereich Großbritanniens ein, und schon sind diese Probleme beseitigt.

The letter U will be reinstated in words such as ‘favour’ and ‘neighbour’; skipping the letter U is nothing more than laziness on your part. Likewise, you will learn to spell ‘doughnut’ without skipping half the letters.

(…)

The 2.15% of you who are aware that there is a world outside your borders may have noticed that no one else plays ‘American football’. You will no longer be allowed to play it, and should instead play proper football.

Großartige Lektüre!

Netzfundstücke
Tochter Zion

Frohes Fest:

Wenn Christen trotz mindestens eines Jahrtausends der Pogrome und der Entrechtung von Juden zum feierlichen Hohn in der Weihnachtszeit „Tochter Zion, freue dich“ absingen, zeigt sich darin die ganze eiskalte Hirn- und Heillosigkeit der christlichen Religion.

Denn eigentlich ist es den Schäfchen – den treudoofen Schafen ja auch egal, was sie da eigentlich schief in den Raum krakeelen. Alle singen mit, also singe ich mit. Alle jubeln mit, also jubele ich mit. Wie damals bei Goebbels. Die „stille Nacht, heilige Nacht“ interessiert die Interpreten normalerweise ebenso wenig wie sie Interesse daran haben, dass Kinderlein zur Krippe kommen.

Warum sollte man sich anlässlich des Festes der Liebe auch nur über irgendetwas Gedanken machen wollen?

Netzfundstücke
Kurz verlinkt LXXI: Gutes Mobbing, schlechtes Mobbing

Es war ja eigentlich gut gemeint. SchülerVZ, der an jüngere Menschen gerichtete Ableger des „sozialen Netzwerks“ StudiVZ, hat jetzt eine Bewertungsfunktion bekommen, auf der man andere Teilnehmer der Plattform in „top“ oder „flop“ kategorisieren kann.

Selbstverständlich gehen Eltern da auf die Barrikaden:

Damit überschreitet SchülerVZ eine Grenze, die sie niemals hätten überschreiten dürfen. Hat von denen eigentlich irgendjemand Kontakt zu Jugendlichen? Also im richtigen Leben jetzt? Mobbing ist kein Kavaliersdelikt. Mobbing ist eine der schlimmsten Formen von Gewalt, die im Alltag deutscher Schulen vorkommt.

Heute abend, wenn sie zu Hause sind, werde ich mich mit meinen (jugendlichen) Söhnen hinsetzen und sie werden ihre (selbstverständlich ohnehin inaktiven) Accounts bei SchülerVZ löschen. So einen Dreck wie dieses Pausenhofmobbing mache ich nicht mit, nicht mal passiv. Und ich rufe hier und via Twitter und Facebook alle Eltern auf, es ebenso zu machen.

Soso, via Facebook. Facebook, wir erinnern uns, war die Plattform, die ebenfalls als „Hot or Not?“ angefangen hat.

Ein wenig Geschichte:

22. September 2009: Ein 15-jähriges Mädchen ist von einer Brücke in den Tod gesprungen, nachdem sie monatelang bei Facebook und MySpace gehänselt worden war.

28. April 2010: Ein besonders schlimmer Fall von Facebook-Mobbing landete bei der Beratungsstelle Safer Internet: Drei Jahre lang war Carina den Attacken ihrer Mitschüler ausgesetzt. Mit 13 Jahren musste die Gymnasiastin die Schule wechseln.

14. Februar 2011: Junge begeht nach Facebook-Mobbing Selbstmord.

17. September 2011: Sie gaben ihrer 12-jährigen Tocher fiese Spitznamen und posteten Gemeinheiten bei Facebook – also organisierte eine Mutter aus New York ein Treffen der Streithähne. (…) Doch zur Versöhnung kam es nicht, stattdessen gab es eine wilde Prügelei.

6. November 2011: „(…) meine Schwester hat mir eben gesagt, dass auf Facebook so ein paar Jungs mein Bild verunstaltet haben & nun Cybermobbing machen.“

Böses, böses SchülerVZ.

NerdkramsNetzfundstücke
„Warum Linux besser ist“ oder: PEBKAC!

(Vorbemerkung: Ich setze neben Windows auch diverse Linuxdistributionen ein, entsprechende verbale Entgleisungen werden ihr Ziel also verfehlen.)

Gewünscht wurde, dass ich mal wieder über Technik und/oder Schnackseln berichte. Wie es der Zufall so will, konfrontierte man mich heute mit der Internetseite „Warum Linux besser ist“, die gar nicht erst versucht, den Anschein zu erwecken, objektiv die Vor- und Nachteile von Linux abzuwägen – vielleicht wäre „Warum ich Windows nicht mag“ ein besserer Titel. Vorsicht: Ohne parat liegende Brechtüte sollte kein Klick erfolgen.

Anstelle harter Fakten findet man dort nämlich zuvörderst viele schöne bunte Bildchen, die wohl von ihrer Inhaltsleere ablenken sollen. Insgesamt hat der Autor 27 Thesen zusammengetragen, warum Linux „besser“ – als Windows – sein soll, wahrscheinlich, weil ihm partout keine 27 Unterschiede zwischen Äpfeln und Birnen einfallen wollten, aber auch eine Sammlung von „FAQ für den Linux-Geek“ zusammengestellt, in der er unter anderem bekundet, er selbst habe nicht viel Ahnung von Linux. So viel sei schon einmal verraten: Von Windows anscheinend auch nicht. Weiterlesen ‘„Warum Linux besser ist“ oder: PEBKAC!’ »

NetzfundstückePiratenpartei
Krüppelkeile: Wichtige Blogger gegen Onlineparteien

Vor etwas über einem Jahr ließ ich mich schon über das Selbstverständnis der „Blogosphäre“ aus, konkret über Leute, die sich für sonstwie wichtig halten, weil sie es geschafft haben, ein WordPress aufzusetzen. Wer glaubt, ich hätte damals übertrieben, dem liefere ich gern ein aktuelles Beispiel, das mir gerade im RSS-Leser erschien.

Blogger „Weltherrscher“ nämlich hatte für den anstehenden Bundesparteitag der Piratenpartei eine Presseakkreditierung beantragt und scheiterte damit, und statt einmal darüber nachzudenken, ob sein Verständnis von Presse vielleicht nicht von der Mehrheit geteilt wird, gibt es verbale Keile wie zum Beweis dafür, dass die Ablehnung keine schlechte Idee war:

Anscheinend sind Blogger in Deutschland, immer wenn es um irgendwas geht, immer noch die Arschlöcher, die zwar Online (sic!) längst die Meinungshoheit erlangt haben, aber Offline als “Bäh” angesehen werden. (…) Liebe Piraten, es ist gerade zu (sic!) grotesk, dass ihr Online (sic!) so völlige Versager seid! (…) Die Tatsache, dass die Piratenpartei bzgl. der Unterscheidung zwischen “Presse” und “Bloggern” so was von Mittelalterlich (sic!) denkt, ist eigentlich ein Treppenwitz. Und selbst nach Jahren blickt ihr es immer noch nicht: Wenn ihr irgendwo Stimmen “machen” könnt, dann Online (sic!). Denn die Offline-Welt braucht keine Piratenpartei, weil sie euch schlicht nicht kennen!

Besagter Artikel steht exemplarisch für eine ganze Generation von Bloggern, die glauben, der Umstand, dass sie bekannte „Kollegen“ wie Sascha Lobo und Anke Gröner in ihre blogroll wie in ein Sammelalbum kleben, rechtfertige ihr Selbstbild als essenzieller Bestandteil der deutschen Nachrichtenwelt.

Natürlich gibt es Blogger, die in deutschen Medien gelegentlich Erwähnung finden, außer Herrn Lobo etwa Fefe, Johnny Haeusler, Markus Beckedahl und dergleichen. Auch diese aber haben keine „Meinungshoheit“, wenngleich sie von vielen Menschen als Nachrichtenfilter genutzt werden. Ich lese zum Beispiel regelmäßig die Blogs der letzteren drei Herren, ihre Meinung jedoch entspricht selten der meinen. Der erste zitierte Satz ist also nichts mehr als neidisches Geplärre eines Bloggers, der nicht wahrhaben will, dass „Bloggen ist Journalismus“ von Wiederholung nicht richtiger wird, zumal man „richtig“ eigentlich nicht steigern kann.

Zu Journalismus gehört eben ein bisschen mehr als „Zeug ins Internet tun“, gerade auch zu weniger seriösem Journalismus. An jemanden, der sich „Weltherrscher“ nennt und ein wenig bekanntes Blog namens „Die Welt ist Scheisse“ (sic!) führt, werden natürlich auch keine lockereren Bedingungen gestellt als an tatsächliche Presseorgane. Ein wichtiges Instrument des Journalismus‘ ist Recherche, und wer die Piratenpartei schon eingangs als „Internetpartei“ bezeichnet und das wahrscheinlich auch noch abwertend meint („die wollen mich nicht akkreditieren, jetzt beschimpfe ich sie, das haben sie jetzt davon“, so geht es halt auch bzw. nicht), der hat da was nicht verstanden.

Wie er halt selbst seine Intentionen nicht zu verstehen scheint: Eine „Internetpartei“, die offline, so schrieb der „Weltherrscher“ offenkundig ohne vorherigen Blick ins Parteiprogramm, keine Relevanz besitze, ist ihm doch wichtig genug, dass er als Onlinetyp an einer Offlineveranstaltung, über die selbstverständlich die meisten Offlinemedien des Landes berichten werden (die er, „Weltherrscher“, allerdings offenbar allesamt nie gelesen hat), unbedingt teilnehmen möchte. Dass ihm das nur als Gast, nicht aber als wichtige Presse gestattet worden ist, wertet er nicht etwa als einen akzeptablen Kompromiss, sondern als „Online-Versagen“ der Partei. Klar: Einem x-beliebigen Blogger gegenüber jedem anderen Gast auf einem Parteitag keinen Sonderstatus einzuräumen ist so was von Mittelalter, nur der „Weltherrscher“ lebt im Hier und Jetzt in seiner kleinen, gemütlichen Bloggerwelt und freut sich einen Ast darauf, dass ihm die CeBIT jedes Jahr Presseausweise spendiert, und kann nicht verstehen, dass ihn das noch nicht zu einem Pressevertreter macht, denn dazu braucht es mehr, und sei es nur ein richtiger Presseausweis.

Konfrontiert mit diesen Einwänden reagierte der „Weltherrscher“ lediglich mit „blablabla..“; klar, so ein Luftschloss kostet eben Miete, und es wäre doch zu schade, sich eingestehen zu müssen, dass man sich das Geld eigentlich auch hätte sparen können.

Nichtsdestotrotz verbleibt er mit einer Ehrung:

Ich überreiche euch hiermit den Absoluten-Online-Loser-Vollhorst-Preis!

Die Qualifikation für das Stiften dieses Preises möchte ich Herrn „Weltherrscher“ keinesfalls absprechen; aber ein wenig beschämend ist das ja schon.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Kurz verlinkt LXIX: … aber für’s Fernsehen niemals!

Achwat, Sarah Kuttner?

Sich selbst findet Kuttner „viel harmloser, als alle glauben: anständig, nicht ernsthaft rabaukig“, und sie sage „nicht am laufenden Band ficken, kacken, kotzen. Ich bin nicht anstrengend, und nackig mach ich mich im TV schon gar nicht“, so die Autorin (…).

Das wäre bekanntlich unter ihrer Würde. Sie weiß, wovon sie spricht, sollte man meinen:

Im Juli 2003 erschienen von ihr Aktfotos in der deutschen Ausgabe des Playboy.

Und Frau Kuttner dann so:

„(…) Bestenfalls muss man auf sein eigenes Wertesystem verzichten. Ein erfolgreicher Moderator ist sich für kaum etwas zu schade.“

Außer halt fürs Fernsehen.

(via @chriszim (via @janboehm))

Netzfundstücke
Obama: Rechts im Bild.

Nun kann man bei diesem Artikel auf n24.de schon die Überschrift amüsant finden:

Obama begnadigt „Peace“ und „Liberty“

Die Todesstrafe für Frieden und Freiheit wird also auf unbestimmte Zeit ausgesetzt; das ist erfreulich. Tatsächlich aber handelt es sich bei „Peace“ und „Liberty“ um Truthähne.

Und weil man so einen Truthahn nur schwer von US-amerikanischem Nachwuchs unterscheiden kann, bin ich der Redaktion von N24 für die wichtige Bildunterschrift natürlich sehr dankbar:

Beinahe hätte ich sie verwechselt.

(Danke an L.!)

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Kurz verlinkt LXVII: Was wirklich gegen Terrorismus hilft, …

… der nicht nur aktiv gefördert, sondern auch tatkräftig unterstützt wird vom so genannten „Verfassungsschutz“, der die Verfassung ungefähr so erfolgreich schützt wie der „schwarze Block“ die Demokratie, ist nicht etwa ein NPD-Verbot, sondern es sind mehr Kompetenzen.

Mit der Vorratsdatenspeicherung nämlich wäre das alles nie passiert. Weil das mit der Vorratsdatenspeicherung nicht so leicht ist, muss stattdessen eine andere Lösung her, sagte schon Ehrhart Körting von der (Achtung!) SPD (Tusch!) im Jahr 2004; die sich allerdings auch nicht entscheiden kann, ob die Vorratsdatenspeicherung nun gut oder nicht so gut ist.

Er brachte seinerzeit einen Vorschlag ein, der sich schon eher nach der SPD anhört und den jetzt vor dem Hintergrund der Geschehnisse um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ auch Innenminister Friedrich aufgreift.

Wie nämlich verhindern wir in Zukunft, dass der Verfassungsschutz die Aktivitäten terroristischer Vereinigungen (ein scheußlicher Terminus) nicht nur nicht bekämpft, sondern auch noch aktiv unterstützt oder gar initiiert; dass also eine Bande gewaltbereiter „Verfassungsschützer“ bis dahin eher gemäßigte Bürger zu Neonazitum anstiftet und so Terrororganisationen im Untergrund errichtet, über die sich hinterher alle wundern?

Klar:

Nach den Ermittlungspannen im Fall der Neonazi-Mordserie will Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich den Verfassungsschutz auf Bundesebene stärken.

„Ermittlungspannen“; kann ja mal passieren. Wir können beruhigt sein, dass die CSU sich jetzt endlich mal darum kümmert.
Dann kann nämlich nichts mehr schiefgehen.

Netzfundstücke
Playboy? logo!

Man müsse ja mit der Zeit gehen, argumentierten die Macher der Kindersendung logo! und staffierten ihre Moderatoren neu aus:

(via chriszim)

In den NachrichtenNetzfundstücke
Medienkritik in Kurzform: Kaufen Sie nicht verkäufliche Waren hier!

Ganz großes Tennis auch, CHIP.de:

All der Hickhack um die aktuellen Entwicklungen um Apple und ein Verkaufsverbot oder Nichtverkaufsverbot von iPhones in Deutschland aufgrund verfahrenstechnischer Gegebenheiten kann euch nicht davon abhalten, noch ein wenig Kohle in Form von Provision zu scheffeln, der automatisierten Einblendung von irgendwelchem Werbeunfug sei „Dank“.

Das Landgericht Mannheim verbietet Apple für Deutschland mit sofortiger Wirkung den Verkauf von Geräten, die ein Mobilfunk-Patent von Motorola verletzten (sic!).

Allerdings verweist Patent-Experte Müller zu Recht darauf, dass es Apple Inc. hierzulande nicht nur verboten ist „mobile Geräte zu liefern“, sondern auch sie „anzubieten“.

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Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Kopfwehtexte: Julia Schramm und das Schwurbelproblem

(Vorab: Dies ist die Wenigerkurzfassung eines Beitrags, den ich bereits anderswo veröffentlicht hatte. Wer ihn schon kennt, der möge anderswo weiterlesen.)

Im August 2011 habe ich zum ersten Mal etwas ausführlicher von der so genannten „Spackeria“, einer Ansammlung von Menschen mit der immerhin recht eigenwilligen Ansicht, Datenschutz sei nicht mehr zeitgemäß oder so, gehört, als Spackeria-Mitglied (oder heißt das „Spackerin“?) und Pirat Julia Schramm sich in ihrer Partei aufgrund der Ansicht besagter Ansammlung von Menschen einigermaßen unbeliebt machte. Das Thema ebbte allerdings wenig später ebenso ab wie das Thema „Staatstrojaner“; manches lässt sich eben ganz gut aussitzen. Abgesehen von Michael Seemann, besser bekannt als mspr0, dessen eines Blog ich manchmal lese, aber selten verstehe, verschwanden Julia Schramm und die Spackeria wieder aus meinem Wahrnehmungsfeld.

Ich weiß nun immer noch nicht so genau, wer Julia Schramm eigentlich ist, von obigen Eigenschaften einmal abgesehen, weil mich Klatsch und Tratsch nicht sonderlich interessieren; aber immer, wenn sie etwas schreibt, verstehe ich zumindest, wieso die Spackeristen beim einfachen Volk so unbeliebt sind: Sie verlieren sich in endlosem Geschwurbel ohne Hand und Fuß.

Die Spackeria hat ein Schwurbelproblem.

Der Michael Seemann hat manchmal interessante Ideen (die ich zum großen Teil allerdings nicht so toll finde und nicht verwirklicht sehen will – aber man darf ja durchaus auch andere Anschauungen interessant finden), nur hat er das Problem, dass er diese Ideen unter seitenweise Geschwurbel versteckt. Da schlägt dann fast immer TL;DR zu.

Heute nun hat sich Julia Schramm wieder zu Wort gemeldet; nicht allerdings als Vertreter der post-privacy, sondern als Mitglied der Piratenpartei. Für den „Freitag“ referierte sie über das vermeintliche „Geschlechterproblem“ der Piratenpartei.

Gegen die Einleitung habe ich, von der Interpunktion abgesehen, nicht einmal etwas einzuwenden:

Bei den Piraten kämpfen die männlichen gegen die weiblichen Nerds. Der gegenseitige Vorwurf: Frauen- bzw. Männerfeindlichkeit. Dass es um Teilhabe geht, vergessen alle

So weit, so richtig, und so wenig werden die Grünen das jemals verstehen. Und dann aber:

Vor allem Frauen, aber natürlich in erster Linie Männer, sträuben sich innerhalb der Partei mit erstaunlicher Heftigkeit gegen den Begriff Feminismus.

„Vor allem Frauen, aber natürlich in erster Linie Männer“, also insbesondere Mitglieder beider Geschlechter, nicht aber Hermaphroditen (?!), sträuben sich als Piraten gegen den Begriff Feminismus? Nein, gegen den Begriff hat niemand etwas, nur gegen Geschlechter- statt Kompetenzquoten, aber das kann man ja mal verwechseln, wenn man sich schon „Spackeria“ nennt. Wobei, nur wenige Sätze später, es heißt:

Für einige ist Feminismus synonym mit Quote.

Unter anderem anscheinend für einen Teil der Autorin, der andere Teil der Autorin hat es verstanden, behauptet er; oder behauptet es der andere? (Ihr merkt, liebe Leser: Texte von Julia Schramm zu verstehen ist nicht leicht.)

Während nun der Piraten-Nerd zum so verhassten Internetausdrucker beim Thema Feminismus wird, mutieren die durchschnittlichen FeministInnen zum Nerd und beschimpfen den Piraten-Nerd für den eklatant uninformierten Umgang mit feministischen Begriffen und dem dazugehörigen Denken.

Diesen Satz musste ich dreimal lesen. Wer schafft weniger? – Der Nerd also wird zum Antinerd und der/die/das Feminist/in/num zum Nerd, wenn es um Feminismus geht; bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Nichtpiratennerds von allem außer Feminismus keinen Schimmer haben? Bedeutet das überhaupt irgendetwas?

Ich habe es immer noch nicht geschafft, besagten Text zu Ende zu lesen, ohne vollends den Faden zu verlieren. Hat es jemand geschafft und kann mir kurz die Vermutung bestätigen, dass der Text keinerlei weitere Informationen enthält?

Weiter unten – das fiel mir beim Überfliegen auf – schrieb Julia Schramm dies:

Denn nur über Exklusivwissen und gemeinsames Handeln wird die so lang ersehnte Inklusion vollzogen, die so viel gutes Gefühl, ja Anerkennung vermittelt.

Vielleicht schreibt man als Mitglied der Spackeria seine Veröffentlichungen ja deshalb immer so, dass keiner, der nicht aus dem gleichen Wissensfundus schöpft, noch versteht, worum es eigentlich geht: Dies gewährleistet eine Exklusivität der eigenen Interessensgemeinschaft, denn die Einstiegshürde, nämlich das nötige Abstraktionsvermögen, um den Sinn zu erkennen, erscheint für Außenstehende unüberwindbar.

Mein Kopf tut weh, ich mach‘ die Augen zu… (Nena)