Archiv für die Kategorie ‘Politik’.

Politik regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, muss ich schreiben, sonst gibt’s Tote.

In den NachrichtenPolitik
Der Schut im Lande des Bontwerkers

Was macht eigentlich ein Präsident eines vorgeblich weltlich-islamischen Landes, das sich in den letzten Jahren unter seiner eisernen Faust vor allem durch die Bekämpfung ethnischer Minderheiten, das Wegsperren gleichwie bedenklicher Pressevertreter, die allmähliche Monarchisierung und ein permanentes Beschimpfen von Ländern, aus denen verhaltene Kritik ertönt, als Nationalsozialisten oder deren Nachkommen, hervorgetan hat, wenn es einem der übrigen Länder auch mal reicht mit dem kranken Mann am Bosporus?

Richtig:

Der türkische Präsident Erdogan will das Auftrittsverbot für seine Minister in den Niederlanden vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen.

Was auch sonst? :aufsmaul:

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
Krobak – Broken // Diktatoren mit Bärten, Frauen mit Nägeln

Frühling, oh nein.Es ist Montag, ein Tag, von dem eine Entfremdung lohnenswerter scheint als von anderen Dingen des Lebens. Es wird Frühling, die Hormone treiben Unfug und das Draußensein wird so auch ästhetisch wieder zur Qual. Wohl dem, der drin sein kann und sich wundern.

Keineswegs drin ist EU-Beitrittskandidat Türkei, dessen Häuptlings ständige Präsidentenschnappatmung dazu führte, dass die dort Verfolgten auch hierzulande nicht mehr gern gesehen sind: Das Innenministerium bekämpft auch weiterhin die Gegner des Islamischen Staates, auf dass der Friede zwischen Deutschland und der Türkei auch weiterhin nicht in Frage stehen möge. Richtig machen es unsere westlichen Nachbarn, die sich traditionell nur sehr ungern von einem bärtigen Diktator auf den Tulpennasen herumtanzen lassen. Nach der anstehenden Wahl in den Niederlanden, der der Rechtspopulismus nun wohl gelassen entgegen blicken kann, wird es dann wieder allerorten von den Dächern trompeten, die Nazis seien zu beliebt geworden. Wohl dem, der Ursache und Wirkung nicht der Wirtschaft zuliebe verwechselt.

Von der Weltöffentlichkeit zum Glück weitgehend unbemerkt wurde aus dem Kreise derer Twitterfrauen, deren bisherige Lebensleistung (in erster Linie nämlich diverse Twitter-Hashtags) auf dem Geld anderer Leute errichtet wurde und die sich medial bislang vor allem mit gemeinsamem Niederbrüllen derer, die besser sind als sie, hervorgetan haben, das „Feministische Netzwerk“ gegründet. Interessant am Logo des „Feministischen Netzwerks“ finde ich, dass es drei stilisierte Hände von benagellackten und vor allem dünnen Frauen zeigt. Sind dicke Frauen ohne Nagellack (oder gar, buäh!, feministische Männer) in Feministenkreisen unbeliebt? Ich finde das ziemlich unterdrückend von den beteiligten Frauen, die damit zweifelsohne dem Patriarchat in die Hände spielen.

Mindestens genau so unangenehm übrigens: Ohrwürmer von erschreckend okayer Popmusik, die man eigentlich gar nicht mögen dürfte. Schnell ein Gegenmittel!

Krobak – Broken (official video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenWirtschaft
Traumberuf Arbeitsloser

Was die gegenwärtige Lichtgestalt der Hartz-IV-, Agenda-2010- und Angriffskrieg-im-Kosovo-Partei SPD, die seit lächerlichen 19 Jahren mit nur vier Jahren Unterbrechung das Arbeitsministerium („für Arbeit und Soziales“, so die offizielle Bezeichnung) besetzt, übrigens sonst so fordert: Eine Weiterbildung zum Langzeitarbeitslosen. :D

Schulz will längeres Arbeitslosengeld - Laut seinem Plan sollen sich Arbeitslose dafür weiterbilden lassen

Denn, Wortspiel einmal beiseite gelassen, die Bilanz aus 19 Jahren SPD-Regierung lautet eben auch und vor allem Fachkräftemangel – den Fachkräften mangelt es an Arbeit und damit an Geld. Dank eines florierenden Niedriglohnsektors und der praktischen Einrichtung „Hartz IV“, dank derer man selbst jene, denen es über Jahre hinweg an fast allem mangelt, nicht mehr als bitteschön in Lohn und Brot zu versetzende Arme berücksichtigen muss, kann eine Partei, die dieselbe soziale Gerechtigkeit, die sie beinahe jahrzehntelang systematisch abgeschafft hat, alle Wahljahre wieder propagiert, in den einschlägigen Umfragen große Erfolge bei denen erzielen, die sich eine Veränderung – Hauptsache, mal ’n anderer Kanzler – erhoffen, ohne dass diese Jenigen auch nur eine vage Vorstellung davon haben, dass das politische Klima, das sie zu Ausgegrenzten gemacht hat, von jenen drei Parteien gedüngt und gegossen wurde, die auch dieses Jahr wieder von Aufbruch, Zukunft und Sozialsystem quatschen, nämlich von der Regierung aus SPD und Grünen einer- und der Regierung aus CDU, CSU und SPD andererseits.

Dass, wer aus Überzeugung statt aus taktischen Gründen wählt, seine Stimme quasi verschenkt, ist ein Märchen, dessen Ausgang die Entrechtungsparteien längst perfektioniert haben und an dem sie auch in einer Zeit, in der eine gleichwie politisch einfarbige Partei der Unzufriedenen sich in die Landtage facebooken lässt, festhalten, denn es hat sich – Schulz! Schulz! – als wirksame Waffe gegen bewegte Graswurzelei bewährt.

Vermutlich, damit der Russe nicht gewinnt.

Politik
Skandalös: Buchhandlung verkauft Bücher!

Im Februar 2017 erreichte die berühmte deutsche Demonstrationskultur ein neues Hoch: Als der total lustige Autor Deniz Yücel in türkisches Gewahrsam (ich erwähnte es bereits) gekommen war, ergriffen seine solidarischen Mitbürger die Initiative und hupten gegen Erdoğan:

Um gegen die Inhaftierung Yücels zu protestieren, fanden bereits Autokorsos in Berlin und in Yücels Heimatort, dem hessischen Flörsheim, statt. (…) Gefahren und gehupt wird ab 16.30 Uhr – je lauter, desto besser.

Mehr noch: Um es dem türkischen Präsidenten mal so richtig zu zeigen, riefen und rufen prominente Twitterer wie Mario Sixtus ihr Publikum dazu auf, ein Buch von Deniz Yücel auf Amazon zu kaufen (selbstverständlich als elektronisches Buch, denn die Bedienung eines papiernen Buches ist nicht mehr als allgemein bekannt vorauszusetzen), auf dass er der meistverkaufte Autor in Gefangenschaft des ganzen Jahres werden möge. Nimm dies, Erdoğan!

Woran die twitternde Meute hierbei keineswegs gedacht zu haben scheint, ist, dass Amazon keinesfalls ein linker Szeneladen für Anhänger von Deniz Yücel, Marx, Engels und Camus ist, sondern auch Bücher von Autoren wie Udo Ulfkotte und Gerhard Wisnewski verkauft, die ja nun nicht gerade im Ruf stehen, sich irgendwie links zu positionieren, wobei insbesondere letzteres Buch es gegenwärtig sogar in die Liste der „SPIEGEL“-bestseller, also der Leseempfehlungen eines vermeintlich seriösen Nachrichtenmagazins, geschafft hat, was Amazon sogar als zusätzlichen Kaufanreiz gesondert kennzeichnet. Anders gesagt: Netzwerker wie Mario Sixtus machen dadurch, dass sie zum Kauf auf Amazon aufrufen, nachdrückliche Werbung für die Bücher rechter Autoren. Das ist ziemlich unverantwortlich.

Das sei jetzt aber übertrieben, sagt ihr, weil es nun mal die Aufgabe einer Buchhandlung sei, weitgehend wertungsfrei Bücher zu verkaufen?

Vergangene Woche entdeckte eine – laut ihrem eigenen Profil – feministische, sozialistische Twitternutzerin in einer Ulmer Buchhandlung (denn was könnte sozialistischer sein als eine Buchhandlung?), dass dort auch Bücher von Hans Herbert von Arnim, Thilo Sarrazin und Udo Ulfkotte ausgestellt waren, beworben mit einem Plakat des aktuellen bestsellers Herrn von Arnims (beim linkerseits unverdächtigen Buchhändler Amazon derzeit „Bestseller Nr. 1 in Kriminalität in Wirtschaft & Politik“). In den folgenden Kreischsturm reihten sich wie üblich zahlreiche Nutzer ein, deren Bedürfnis, jemals eine Ulmer Buchhandlung zu betreten, bislang ohnehin noch nicht besonders groß war, und teilten der Buchhandlung teils telefonisch, teils schriftlich mit, was sie davon hielten, dass sie bei Kunden beliebte Bücher auch dort hätten kaufen können, wenn sie das denn gewollt hätten. In der Reihe derer, die ihren Unmut darüber, dass eine Buchhandlung ein breites Sortiment aufwies, lakonisch in einen Computer reintippten, lässt sich jedenfalls auch – ihr ahnt es – ein gewisser Mario Sixtus finden. Offensichtlich gibt es gute und schlechte Nazibuchläden in der Welt der Alphablogger, offensichtlich ist ein Verkauf von bösen Büchern allein ladenbezogen ein Empörungsgrund. Ich sollte vielleicht mal nach einer Liste fragen.

Unklar bleibt der konstruktive Gegenvorschlag. Könnte die Ulmer Buchhandlung ihren Leumund reinwaschen, verkaufte sie böse Bücher nur mehr als E-Books oder würde umgekehrt auch Amazon der Verdammnis überschrieben, hörte es nicht alsbald auf, Bestseller als Bestseller zu bezeichnen? Wer bestimmt abschließend über die Marktwirtschaft im Buchhandel – ist es Twitter?

Und warum beschleicht mich eigentlich das Gefühl, dass dieser Diskurs auf einem Kurztextmedium nicht unbedingt gut aufgehoben ist?

WENN das Internet sich wirklich zum Medium der Entweder-Oder-Position entwickeln sollte, (…) DANN WÄRE ES GENAU NICHT das Medium der Aufklärung, des Diskurses, der Akzeptanz und des gesellschaftlichen Fortschritts.
Mario Sixtus, 3. Januar 2017

In den NachrichtenPolitik
Grüne Agendaverdreher

Neues aus der Reihe „Die Grünen waren schon immer gegen (Sache), haben sich aber aufgrund parlamentarischer Zwänge anders entschieden“:

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt will schon 2003 für einen Mindestlohn gekämpft haben. (…) Die Doppelspitze im Parlament warb stattdessen voller Überzeugung für die Agenda 2010. Sie begründe „ein neues Verständnis von Gerechtigkeit und das richtige Verhältnis von Solidarität und Freiheit, von Eigenverantwortung und Gemeinsinn“, schrieb Göring-Eckardt im Mai 2003.

Die größte Hoffnung für SPD und Grüne ist das kurze Gedächtnis ihrer Wähler.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Boris – Pink

Ausschlafen statt Karneval!Es ist Montag, Rosenmontag noch dazu. In voraussichtlich drei Tagen sind die Jecken und die Narren wieder brave Biedermänner, bis dahin jedoch erduldet Mitmensch Rational still leidend, dass die Illusion, die Narretei beschränke sich auf den Bereich zwischen Mainz und Köln, nicht allzu lange anhielt. Uff-tata. Sich mindestens einmal im Jahr so richtig zum Affen zu machen scheint vielen Menschen sehr wichtig zu sein. Können die nicht stattdessen in die Politik gehen oder so? – Ausgelassenheit war durchaus schon mal leichter. Was fehlt: Gewohntes. Verdammte Menschlichkeit. Wird sich nie durchsetzen.

Apropos Politik: Laut Kommentatoren auf tagesspiegel.de stehe ich auf einer ideologischen Stufe mit Cicero (dort schreibt u.a. Kai Diekmann) und irgendwelchen Männerrechtsblogs. Das ehrt mich einerseits, irritiert mich andererseits jedoch. Ich habe mir die kruden Vorschläge der Feministen (man erlaube mir eine Pauschalisierung zu dramaturgischen Zwecken) ja keineswegs ausgedacht, um damit irgendwas zu beweisen, das können die schon ganz allein; sei es nun die steile These, Arbeitnehmer müssten irgendwen „repräsentieren“, sei es nun das große Ganze, wenn Feminismus und politische Korrektheit sich gemeinsam in Realsatire üben, wenn etwa die einschlägig bekannte Amadeu-Antonio-Stiftung fremde (US-amerikanische) Kultur dazu missbraucht, die Adaption fremdkultureller Bräuche anzuprangern. Ich habe mir das wirklich nicht ausgesucht, ich nehme es, die Hand fest an der Stirn, einfach nicht ganz kommentarlos zur Kenntnis.

Und sonst so? Die Hannoveraner Hipsterbude „t3n“, die offen fordert, man möge doch bitte auf ihrer Website essenzielle Sicherheitsmechanismen des Browsers (zum Beispiel die Werbeblockade) abschalten, konstatiert, dass die Rettung des dezentralen Netzes dringend notwendig sei, also eine Rückbesinnung auf ein Web (ich mag jetzt nicht schon wieder den Unterschied zwischen „dem Netz“ und „dem Web“ erklären müssen) ohne allgegenwärtige Großkonzerne wie Google; nicht ohne allein auf der Seite, auf der diese Forderung zu finden ist, laut Messung ganze zehn Scripts und sonstige Verfolger von Doubleclick, Google, Facebook und so weiter einzubinden. Die Autoren von „t3n“ sind Teil des Problems, dessen Lösung sie fordern. Ich hätte da ja einen Vorschlag, wie sie das Netz besser machen könnten, aber ich fürchte, dieser bliebe ungehört.

Was hingegen dringend gehört werden sollte: Musik.

Boris — "Pink" — MTV Iggy Live

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Der Unterschied zwischen dem Irak und Deutschland

Was passiert, wenn ein deutscher Soldat Kriegsverbrechen begeht:

Georg Klein ist bei der Bundeswehr vom Oberst zum Brigadegeneral aufgestiegen – Klein war 2009 befehlshabender Offizier beim Luftangriff nahe Kunduz mit vielen Toten.

Was passiert, wenn ein irakischer Soldat Kriegsverbrechen begeht:

In Berlin hat am Mittwoch der Prozess gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus dem Irak begonnen.

Wär‘ das auch mal geklärt.

In den NachrichtenPolitik
Für wie kompetent halten Sie Menschen in einer Einkaufsstraße in Potsdam?

„ZEIT ONLINE“ – natürlich„berichtet“ heute:

Für wie kompetent halten Sie Donald Trump? Wir haben Menschen in einer Einkaufsstraße in Potsdam nach ihrer Einschätzung (…) gefragt.

Man könnte allmählich eine Sitcom daraus machen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Moulettes – Behemooth

Käuzchen müde, Käuzchen schlafenEs ist Montag, so schmerzhaft wie es nur ein Montag sein kann. Der Posteingang sympathisiert mit diesem Hinweis, man mit sich selbst allerdings keineswegs. Montage sollten – ich wiederhole mich – anders beginnen, pelziger und sanfter irgendwie. Aber Arbeit ist ja auch ganz schön.

Weniger schön: Deniz Yücel (früher bei der linkspopulistischen „taz“, heute bei der rechtspopulistischen „Welt“) befindet sich wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in türkischem Polizeigewahrsam. Ich halte das für übertrieben. So schlimm ist die „Welt“ gar nicht, ist ja nicht die ARD.

Deutschland lässt sich derweil den hart ergaunerten Weltrang abnehmen: Bei Waffenexporten sind wir nur noch Fünfter. Oben in der Topliste: Der Iwan und der Trump. Bestimmt lässt sich daraus ein klarer Beleg machen, dass Waffenexporte pfui sind, wenn es die Bösen machen. Also die, nicht wir. Unsere Waffen tun keinem was, die wollen nur spielen.

Was sie leider nicht spielen: Musik. Lassen wir das also jemand anderen tun.

Moulettes – Behemooth – LiveStudioVersion

Guten Morgen.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 17. Februar 2017

In Nordrhein-Westfalen ist die Landes-F.D.P. beim Versuch gescheitert, das von den sexistischen „Grünen“ und natürlich der SPD in Kraft gesetzte verfassungsfeindliche Landesgesetz, das schlechter qualifizierten Frauen im öffentlichen Dienst qua Geschlechtsorgan zu einer schnelleren Beförderung verhelfen soll, für ungültig erklären zu lassen. Unklar bleibt, wie man trotz offensichtlicher Missachtung der Grundrechte der Hälfte aller Bürger in eine Landesregierung gewählt werden kann.


Unschlagbares Angebot von der „FAZ“: Pinkelnde Rose-Auswahl.


Na, erlaubt ihr immer noch jeder dahergelaufenen Website das Ausführen von beliebigem Programmcode, weil das so komfortabel ist? Dann habt ihr ja sicher nichts gegen etwas Schadsoftware einzuwenden.


Impfungen führen zu Masturbation.


Für die öffentliche Sicherheit kann nur gesorgt werden, wenn die Volksbeschallung per Rundfunk sichergestellt ist, findet Ajit Pai:

Der neue Chef der US-Regulierungsbehörde setzt sich für UKW-Rundfunk in Smartphones ein, schon die “öffentliche Sicherheit” sei ein Grund.

Nicht auszudenken, wenn die Scharen an Smartphonenutzern noch lange ohne die Qualitätsbeschallung mit dem Besten von Phil Collins auskommen müssen. Chaos wäre unvermeidbar! :ja:

In den NachrichtenPolitik
Iwan des Tages: Demokratische Propaganda darf nur „ZEIT ONLINE“.

Auf „ZEIT ONLINE“ delirieren derzeit ein Berufspropagandist des Auswärtigen Amtes und einer des Atlantik-Brücke e.V. darüber, wie man den Russen wohl daran hindern möge, die kommende Bundestagswahl zu seinen Gunsten zu verändern, womit er zweifelsfrei den Zweck verfolge, …

eine möglichst weitgehende Fragmentierung und Polarisierung der Parteienlandschaft

… zu erzielen, auf dass mal wer anders als CDU oder SPD das Gegenteil von dem machen möge, was vor der Wahl versprochen wurde, und, was an Teuflischkeit kaum noch zu überbieten ist:

Analog zu Trumps Strategie wird versucht werden, die Wahl als chaotisch oder gar vom politischen Establishment manipuliert darzustellen, um die Legitimation der demokratischen Kräfte zu untergraben.

Natürlich könnte man einwenden, die „Wahl“ zum Bundespräsidenten, deren Ergebnis sogar Fernsehzeitungen im Vorfeld angekündigt hatten, habe gezeigt, wie wahrheitsgemäß die Vorstellung, das politische Establishment treffe Entscheidungen sowieso völlig unabhängig vom Wählerwillen, tatsächlich ist, aber so etwas würde im Hause „ZEIT ONLINE“ niemals auch nur in Erwägung gezogen, um dem Iwan kein Wasser auf die Mühlen zu schütten. Das ist immerhin eine vorbildliche und lupenreine (weil: westliche) Demokratie hier.

Zu den sieben Strategien mit dem Umgang mit dem Iwan zählt, so die beiden Autoren, immerhin auch die Wahrheit:

Siebtens müssen staatliche wie auch Medienkapazitäten zur Aufdeckung von Desinformationskampagnen (…) dringend verstärkt werden.

Ab wie vielen desinformativen Artikeln auf „ZEIT ONLINE“ kann man eigentlich von einer Kampagne sprechen?

(via Fefe)

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Oathbreaker – Clair Obscur

Haben Sie meinen Panda gesehen?Es ist Montag, traditionell ein eher unerfreuliches Ereignis; zumal’s der Montag zwischen dem, was einmal ein Sonntag war, und dem, was eigentlich ein zweiter hätte sein können, aber es reicht wohl auch dieses Jahr wieder nur für Lethargie statt rosenumwölkten Wälzens. Wohl und Neid dem, der der Kalenderromantik nichts abgewinnen kann. Montags werde ich komisch.

Der Politikteil ist aber auch nicht wesentlich erfreulicher: Gestern hat überraschend Konsenskandidat Steinmeier, seines Zeichens Architekt von Agenda 2010 und Hartz IV, deutscher Bündnispartner der NSA in Spionagebelangen und Befürworter des illegitimen Wegsperrens Unschuldiger in Folterknäste, die „Wahl“ zum kommenden Bundespräsidenten, die entgegen den politischen Forderungen von AfD und Piratenpartei nach wie vor ohne direkte Bürgerbeteiligung stattfand, gewonnen und sogleich mitgeteilt, man möge sich weiterhin um mehr Demokratie und Freiheit bemühen; mithin um das, was er selbst nicht nur einmal denen verwehrt hat, die es wirklich gebraucht hätten. Die Umfragewerte für seine Armutsproduktionspartei steigen. Die ärmsten Schweine wählen ihre Schlächter eben selbst.

Es ist Montag. Man sollte einen Montag prinzipiell mit Musik beginnen. Ein Leser mailte mir unlängst, meine Montagsmusik sei gelegentlich inspirativ, obwohl sie eigentlich vor allem ein Mittel darstellt, um irgendwie mit diesem verdammten Montag klarzukommen, was auch schon mal irgendwie leichter war als dieser Tage.

Augen zu, Ohren auf.

Oathbreaker – Clair Obscur

Guten Morgen.

NetzfundstückePolitik
Den unerwarteten Nahschuss wieder positiv besetzen!

Was treibt eigentlich die letztens erstaunlich unauffällige Emanzipatorische Linke, bekanntermaßen vorrangige Zuflucht des einstigen linksrändigen Flügels der Piratenpartei, dieser Tage?

Nun, ungefähr das Erwartete: Wohl nicht völlig ohne Zusammenhang mit der tragikomischen Besetzung eines Instituts einer Berliner Hochschule durch Studenten, die nicht wollten, dass ein ehemaliger Stasimitarbeiter (siehe auch) nicht weiter an ebendieser Hochschule arbeiten darf, gibt es Ende Februar eine geradezu beeindruckende Veranstaltung im Karl-Liebknecht-Haus, Rosa-Luxemburg-Saal, wo sonst?:

[K]eine der Bezeichnungen [Unrechtsstaat, Parteidiktatur, Homunculus sovieticus oder autoritärer Fürsorgestaat] hat sich durchgesetzt, ist von der Mehrheit der Leute, die in der DDR gelebt haben, angenommen worden. Wir können sagen, worum es sich beim Kaiserreich gehandelt hat, bei der Weimarer Republik und auch beim Dritten Reich. Zur DDR aber fehlen uns die Worte. Denn was auch immer man dem SED-Staat vorwerfen kann, er war an keinem Angriffskrieg und an keinem Völker- und Massenmord beteiligt.

Ein Staat mit exakt einer erlaubten Parteimeinung, in dem Menschen im Regierungsauftrag verschwunden werden, entspricht eigentlich ungefähr meinem Verständnis von einer autoritären Parteidiktatur und einem Unrechtsstaat, aber gut, die DDR ist wenigstens nie in Polen einmarschiert. Da wäre auch was los gewesen. Also was, wenn keine Diktatur? Klar:

Die DDR war eine politische Diktatur, aber nicht nur. (…) In Ostberlin, Gera oder Rostock wurde genauso Brot gebacken, wurden Häuser gebaut, Alte und Kranke gepflegt wie in westdeutschen Städten. Vom Landleben ganz zu schweigen. Und auch in der DDR haben Eltern ihre Kinder geliebt, waren Menschen glücklich. Und dennoch hat es großes Unrecht gegeben.

In so ziemlich jedem als Diktatur oder Unrechtsstaat akzeptierten Land wurden auch Alte und Kranke gepflegt und dennoch hat es großes Unrecht gegeben. Was immer der Verfasser dieser Erläuterungen – laut Website die „Redaktion Ema.Li Bund“ – mir mitteilen möchte: Bisher habe ich es nicht verstanden. Das ist aber leider auch nicht weiter zu verbessern, denn der Rest der Ankündigung besteht aus Textwiederholungen und weiteren Umschreibungen der immergleichen Ansicht, man habe die DDR nur nicht richtig verstanden. Es war ja nicht alles schlecht. Irgendwann immerhin kommt man im Hause „Ema.Li“ zumindest auf Intention und Zweck des geplanten Abends zu sprechen:

Das zentrale Paradox bestünde darin, dass das Regime ohne die Mitarbeit der Bevölkerungsmehrheit nicht so lange hätte überleben können, das Gros der ‚einfachen Leute’ aber zugleich versuchte, ein Leben außerhalb der Reglementierung zu führen. (…) Ist es an der Zeit, die DDR neu zu erzählen? Ohne dass Staat und Gesellschaft gleichgesetzt, nicht verklärt und schon gar nicht dämonisiert werden.

Nein, die bestehende Erzählung, immerhin noch maßgeblich von Zeitzeugen getragen, ist schon ganz in Ordnung so.

Moderieren soll den Abend Anne Helm (zurzeit: „angefragt“) – die gleiche Anne Helm, die sich vor ein paar Jahren medienwirksam beschriften ließ, um darauf hinzuweisen, dass die Bombardierung der Dresdner Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg eine grundsätzlich lobenswerte Aktion gewesen sei, da die Stadt nun mal mitten in einem Unrechtsstaat lag.

Obwohl da bestimmt auch Brot gebacken wurde.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Pain of Salvation – Linoleum

Was heißt hier "Dickkopf"?Es ist Montag. Bald ist Krieg und es gibt Dinge, die einem schon mal weniger egal waren. Vielleicht hilft’s, vielleicht vertreibt’s wenigstens die Trübsal. Unterhaltung muss man sich manchmal auch einfach nehmen. Selbstbedienung. Jeder. Sich. Der Kiezneurotiker hat sein Blog offenbar gelöscht. Die Welt ist keine gute.

Wie auch, wenn jeder Alarm schlägt? Die Deutschen vertrauen den USA nicht mehr, prasselte man auf „SPIEGEL ONLINE“ traurig, als das mit Snowden herausgekommen war, und nun, da die USA einen neuen Präsidenten haben, der es nicht schafft, sozusagen von heute auf morgen all die Drohnenmorde seines Vorgängers ungeschehen zu machen, gibt es schon wieder einen neuen Anlass: Das Vertrauen in die USA sinkt auf das Niveau von Russland, der Iwan lauert überall. Geht ja mal gar nicht, geht das nicht. Gegen ein bisschen Rumgeschieße im Nahen Osten haben die Deutschen nichts, aber ein twitternder Präsident geht echt zu weit.

Ein Blick ins Inland: Die ehemalige Arbeiterpartei SPD, Heimat der künftigen Winkekatze der Republik (die wenigstens die Finger von Twitter lässt), hinterlässt Spuren. Für eine Million Menschen in Deutschland ist das Leben am Existenzminimum Dauerzustand. Der Aufschwung will hart erarbeitet sein. Garçon, den Eimer bitte!

Und ein bisschen Musik.

PAIN OF SALVATION – Linoleum (OFFICIAL VIDEO)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
Mono // Präsidialprioritäten

Kuckuck!Es ist Montag. Soll weggehen, ist nicht gut und wird auch nicht besser, wenn man ihn nicht so beginnt, wie sich das verdammt noch mal gehört. Gewohnheitstiere, anstrengende. Irgendwann gebe ich mal Kurse im Es-nicht-besser-Verdienen. Liebe besiegt alles, Quatsch: jeden.

Nicht besiegt ist übrigens Donald Trump, obwohl sich feministisch strickbemützte Demonstranten vor ein paar Tagen viel zu viel Mühe gegeben haben, ihn am Amtsantritt zu hindern; könnte daran liegen, dass der Feminismus noch mit den Tücken des patriarchalischen Internets kämpft. Vielleicht sollten die Tausende „erwachsener“ Frauen auch einfach mal lernen sich nicht zu benehmen wie 13-jährige Teenies auf dem Schulhof, andererseits: wo krieg‘ ich dann meine Frauenzeitschriften für den monatlichen Lacher her? Eine Gesellschaft, die verlangt, dass man ein wenig Dezenz im Umgang mit dem Glied walten lässt, während ihr Saufen und Syrerschießen eigentlich nur genehm sind, kann und sollte dem Denkenden prinzipiell nicht als Maximengeber gelten. Wenn jemand noch eine Idee für einen Flashmob (nennt man das noch so?) braucht: Einfach mal frei schwingen lassen. Aus Protest. – Feminismus, ansonsten: Es gibt Scheibenwischwasser für sie und ihn; hoffentlich mit Speckgeruch, sonst wäre das doch vollkommen überflüssig.

Lustig: Sigmar Gabriel ist jetzt Außenminister, seinen Vorgänger Steinmeier zieht es ja als Konsenskandidat demnächst möglicherweise (als sei es das Wesen einer Wahl, dass man eine solche überhaupt hat) ins Präsidentenamt. Bei all der Aufregung um die Präsidentschaft von Donald Trump: Ich wünschte, die, die am lautesten versuchen, diesen Präsidenten aus dem Amt zu twittern, würden erkennen, dass dieser ohnehin #NotTheirPresident ist, weil: Wir haben keinen Trump, wir bekommen stattdessen einen Steinmeier, Handlanger der Agenda 2010, NSA-Vertragspartner und mit Freiheitsrechten offensichtlich auf Kriegsfuß stehend. Halali.

Musik, aus Gründen.

Mono – Holy Ground – NYC Live With The Wordless Music Orchestra DVD [Post Rock] [Full set] [concert]

Guten Morgen.